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 Betreff des Beitrags: [IG-Buch]Der Rabe in nicht-vieregläubigen Kulturen
BeitragVerfasst: 25.02.17, 17:05 
Ehrenbürger
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Der Rabe in nicht-vieregläubigen Kulturen
von: Diana Weidenbach


Bekannt als Sendboten Morsans finden Krähenvögel weite Verbreitung und Anerkennung in durch den Glauben an die Viere geprägten Gesellschaften. Nahezu jedes Kind wächst mit mindestens einer Geschichte auf in der Krähen oder Raben eine tragende Rolle spielten, so dass kaum verwundert, dass sich im Volksmund vielfache Legenden, Sagen, aber auch Aberglauben um diese mythischen Vögel ranken.
Doch auch in Gesellschaften, die durch andere Glauben geprägt sind, seien es die Nordmänner, die Endophali, die Khalandrier oder auch eher archaische Kulturen wie die so manches Naturvolkes schreiben dem Raben als Tier vielfache Eigenschaften zu. Diese sollen Bestandteil dieses Traktates sein.

Beobachtungen


Die meisten Sagen und Aberglauben um diese Tiere kann man beobachtetem Verhalten zuschreiben. So gelten Krähenvögel als ungemein intelligent, so sehr, dass man meinen möchte, dass nicht nur der Herr Morsan, sondern auch der Herr Astrael diesen Tieren mehr als wohlgesonnen sei. So konnte wiederholt nachgewiesen werden, dass diese Vogelart imstande sei komplexe Aufgaben zu planen und aus zu führen, wie auch über ein hervorragendes Gedächtnis verfügt was Lage von Futterplätzen und eingelagerte Vorräte betrifft. Auch sind sie dafür bekannt Nüsse auf befestigten Wegen zu hinterlassen auf dass diese von Karren überrollt und geknackt werden und fertigen selbst Werkzeug an. Noch bedeutsamer wird hier, dass diese Vögel voneinander zu lernen imstande sind.
Ebenso sind sie in einem Maße zur Selbstreflektion fähig, das sonst in der Tierwelt nur bei Affen nachgewiesen werden konnte. So sind sie in der Lage ihr Spiegelbild zu erkennen und noch vieles mehr, das man in dieser Form im Tierreich so selten antrifft, dass man es als alleinig den beseelten Leben zuschreiben möchte.
Eben diese Intelligenz ist es aber auch, die neben ihrer Art als Aas- und dort auch Menschenesser, deren Fleisch von vielen Tieren verschmäht wird, die ihnen in diesen Kulturen einen häufig zweifelhaften Ruf einbringen.
Denn: Gleich ob die jeweilige Kultur glauben mag, dass die Krähenvögel das Werk Morsans verrichten oder nicht, es bleibt ein göttlicher Auftrag, dem sie folgen. Doch ohne diesen Glauben fällt es schwer das Erscheinen eines Raben an einem Ort an dem ein Leben erst noch enden wird als Huld oder Gnade zu verstehen und um so leichter sie zu verdammen und für das Unglück verantwortlich zu machen. So hat sich das Wort "Unglücksrabe" gerade in diesen Kulturen bis heute gehalten und bleibt kennzeichnend.

Deutungen und Aberglaube


Ansehen, Verehrung oder auch Furcht empfangen Krähenvögel und hier insbesondere die ob ihres Gefieders als edler angesehenen Raben vor allem unter drei Aspekten:
Weisheit, Tod und Unglück
Betrachtet werden sollen diese Aspekte im einzelnen, sowie vereint:

Der Aspekt des Totenvogels mag nicht weiter verwundern, ist das Werk Morsans das sie verrichten doch selbst den Andersgläubigen gegenüber offenkundig. Ein interessanter Unteraspekt unter Hinzuziehen des Hauptaspektes der Weisheit ist hier der Aspekt des Wohlstandes und des Überflusses in dem er vor allem in der Heraldik Einzug findet:
Ein in freier Wildbahn lebender Rabe wird niemals verhungern, da diese Vögel sich frühzeitig neue Reviere suchen oder eben für schlechte Zeiten Vorräte anlegen die sie im Gegensatz zu beispielsweise Eichhörnchen auch vollständig wieder zu finden imstande sind.
Im Gegenzug gelten aber gerade die als unedler geltenden Krähen dort nicht als Symbol für Wohlstand, sondern für Geiz, ein Umstand, der entweder die edlere Natur der Raben unterstreichen soll oder auf das Verhalten zurück zu führen ist, dass Krähenvögel bei den Leichen Beseelter nicht "teilen" und sich dort in sprichwörtlicher Todesverachtung im Schwarm mit selbst viel größeren Raubtieren wie beispielsweise Wölfen anlegen um diese von den Überresten der Verstorbenen zu verjagen.
Dem Vieregläubigen anfangs überraschend mag der Hauptaspekt der Weisheit sein, der sich vermutlich aus der beobachteten Intelligenz sowie dem göttlichen Auftrag her abgeleitet haben mag durch den es wirkt als könnten diese Vögel in die Zukunft sehen. So mag es nicht verwundern, dass in mehreren dieser Kulturen Raben als Sehervögel verehrt werden und Federn aus ihrem Kleid als Paraphernalie Verwendung finden für magisches Wirken durch das Wissen über Vergangenheit und Zukunft oder generell Weisheit erlangt werden.
Ferner sind auch aus diesen Kulturen Geschichten bekannt in denen Raben die Gabe besaßen rudimentär die menschliche Sprache zu sprechen, was dies nur unterstrichen hat. Diese Geschichten, wenn auch unbewiesen, häufen sich in einem Maße, das weit über Zufälle und Märchen hinaus gehe. Für den Vieregläubigen indes mag dies ein Indiz dafür sein, dass der Herr Morsan auch jenen Seelen gewogen sei, die ihn nicht offen verehren und an entscheidenden Wendepunkten der Geschichte es Galtor selbst war, der in Gestalt eines Raben die Seele geleitete statt die ersten Schritte auf dieser Reise der Dienerschaft der Krähenvögel an zu vertrauen.
Gleichwohl führt aber auch gerade diese Voraussicht und das für den Andersgläubigen zufällig oder prophetisch wirkende Auftauchen Galtors oder von Krähenvögeln im allgemeinen zu dem dritten Hauptaspekt:
Unglücksrabe, Pechvogel, wo immer Raben sich zeigen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dort ein Leben endete oder gar erst noch im Begriff ist zu enden. Verstärkend mögen hier die weit verbreitete Angst vor dem Tod als unbekannte Konstante allen Lebens, sowie die Laute wirken die diese Tiere von sich geben und die den Krähen ihren Namen gaben. Kein majestätischer Ruf wie bei einem Adler und kein lieblicher Gesang, nur ein zuweilen schon spöttisch anmutendes Gekrächze, das die Kunde vom Ende des Lebens weiter trägt auf dass die Angehörigen den Verstorbenen finden und angemessen bestatten können.
Doch gleichwohl haftet diesen Tieren eine Aura der Unberührbarkeit an, denn gerade weil sie mit dem Unglück als solchem in Verbindung gebracht werden wagen sich nur wenige in die Nähe von Krähenvögeln und sie zu jagen, zu töten oder zu essen birgt Unheil, so dass auch in diesen Kulturen diese Vögel relativ unbehindert ihrem göttlichen Auftrag nach gehen können und nur jene, die sich aktiv den Vieren entgegen stellen erwägen würden sie bei diesem Auftrag behindern zu wollen.

Schlussfolgerung


Die Autorin kommt beim Schreiben dieser Zeilen nicht umhin zu erkennen wie nah die Ansichten verschiedener Kulturen, seien sie vieregläubig, seien sie es nicht, in diesem Zusammenhang sind wie auch ein Gefühl dafür zu entwickeln wie groß Gnade, Vertrauen, Beistand und Geduld eines Gottes sein muss, dass er sein Werk so offenkundig und unbeirrt ausübt unabhängig davon ob es ihm gedankt werde oder nicht.
Somit überlässt es die Autorin dem geneigten Leser an dieser Stelle selbst die Rückschlüsse zu ziehen, die er ziehen mag und verbleibt

In stiller Dankbarkeit

Diana Weidenbach


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