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 Betreff des Beitrags: Aus den Predigten Sullins
BeitragVerfasst: 3.04.17, 22:23 
Edelbürger
Edelbürger
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Registriert: 12.06.02, 18:27
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Die Predigt vom Wolf
Oder "Vom Blitze, der niedergeht und das Kommen des Gewitters verkündet"


Valkun war ein Vernichter. Er zermalmte das Expeditionskorps in seiner linken Hand. Mit seiner rechten Hand riss er die Sulen des verhassten Tempels in Falkensee ein. Er war ein Wolf, er wollte seine Freiheit erringen, er wollte seinem letzten Feind ins Auge schauen und ihm die Kehle rausreissen. Den letzten Gegner niederringen - und was gibt es Höheres und Größeres als über die alte Tugend, die alte Ordnung, das alte Recht - den alten goldenen Drachen zu siegen?

Vor zwei Jahren noch erschien uns dieser Drache riesig. Das Reich Galadon war der Drache, die Kirche war der Drache - das Recht und das Wort der Viergetter war der Drache. Doch Valkun war bereit diesen Drachen niederzuwerfen und ihm seine Schuppen vom Leib zu reissen. Dieser Drache, auf jeder seiner goldenen Schuppen stand "Du-sollst". Doch Valkun sagte sich im Geiste "Ich-Will". Der Drache sprach ein "Du darfst nicht". Doch Valkun war sich gewiss, dass ihm keine Grenzen gegeben waren. Alles was je an Wert geschaffen war, das glänzte am Drachen. Alles was auch jemals von Wert sein sollte, das war der goldene Drache und seine Schuppen - doch dennoch erschlug Valkun ihn. Er erschlug das Höchste aller Dinge, in dessen Schuppen alles glänzte was jeh geschaffen war. Was sein sollte und sein durfte. Er erschlug die alte Ordnung.

Es ist Heute an euch in Erinnerung an Magister Valkun die Tafeln zu zerschlagen. Die Schuppen, auf denen "Du sollst" und "Du sollst nicht" niedergeschrieben steht. Sammelt eure Gedanken. Denkt büer all die Dinge nach, die euch verboten wurden unter der alten Ordnung. All die Gebote, das "Du darfst" und "Du sollst. Denkt an die Zerstörung, die wir ber diese Insel brachten. Die einen Tempel hinweg fegte. Eine Stadt verschlang. Aus einer Armee einen Haufen von Leichen und Knochen machte. Dreht euch um, zeigt die Tafeln der Gemeinde. Die Tafeln mit den alten Geboten. Die Schuppen des goldenen Drachens.

Heute findet "Du Sollst" ein Ende. Kein "Du darfst nicht". Keine Gebote. Keine Befehle. Ich überlasse euch, was ihr mit diesen Tafeln macht. Erschlagt ihr die alte Ordnung? All das was je von Wert war? Und nach dem Willen der alten Götter jemals von Wert sein sollte in alle Zukunft und Ewigkeit? Wollt ihr heute, hier und jetzt Zerstörer sein? Vernichter sein?

Seht die alte Ordnung zerstört, in Scherben geschlagen! In Erinnerung an Valkun, den Zerstörer und Vernichter. Er war ein Blitz, der niedergeht - und das kommen des Unwetters verkündet. Sein Vergehen erleuchtete den fernen Horizont. Valkun war nicht nur ein Wolf, der den goldenen Drachen erschlug und Tare mit dessen Blut tränkte. Er war auch ein Verkünder. Ein Schöpfer. Ein Sucher einer neuen Ordnung. Denn er wusste, dass der blutrünstige Wolf nichts erschaffen kann. Das etwas an Neues an die Stelle des Drahen treten muss. Eine neue Ordnung, die wir suchen müssen, die wir in den mysteriösen Zeichen Angamons erkennen müssen, nach der wir greifen müssen. Valkun wusste dies, so folgte seiner Zerstörung eine neue Schöpfung. Auf den Ruinen der Stadt Falkensee schuf er mit treuen Weggefährten Platz für die freie Stadt Luth Chalid.

Wer weiss, ob diese Stadt die letzte, die beste Schöpfung war? Nur der Gottkönig. Doch trotz aller Ungewissheit erschuf Valkun etwas Neues. Und vielleicht Besseres. Wir dürfen nicht vergessen, dass er nicht nur ein Vernichter war, nicht nur ein Zerstörer, sondern auch ein Schöpfer. Nicht nur ein Wolf, sondern ein Verkünder dessen was kommen muss im Namen Angamons.




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Die Predigt vom Schicksal
Oder "Vom Akt des Sich-Selbst-Erkennens"


"Wir sind Heute an diesen Schrein der Buße und der Vergebung gepilgert um Antworten zu suchen auf unsere Fragen. Antworten die wir erhoffen im Licht Angamons zu finden, im Gebet oder im treuen Dienst. Einige von uns stehen am Anfang dieser Suche. Anderen ist nicht genug was sie bisher als Einblick erhielten. Andere wiederrum strauchelten bei der Suche nach der Wahrheit und wollen sich wieder aufrichten vor dem Herren und vor seiner Gemeinde."

"Ich frage euch, warum suchen wir überhaupt nach Antworten? Warum pflücken wir nicht die leichten Antworten vom Baum, die die Ordnung der Viere uns an jeder Ecke und an jedem Fleck bietet? Das sind nicht die Wahrheiten, nach denen es uns dürstet. Wir suchen nicht nach Einblick in deren göttliche Ordnung und nach besseren Wegen ein noch demütigerer Diener und Sklave zu sein."

"Wir suchen nach Einblick in das Wesen aller Dinge - Einblick auch in das Innerste unserer eigenen Seele. Warum? Weil kein Beseelter sich selbst wahrlich kennt. Eine Seele kommt als unbeschriebenes Blatt in die Welt, ohne Bestimmung. Erst im Werden erkennt die Seele ihr eigentliches Sein. Erst in der Suche nach Antworten erkennen wir uns selbst. Daran welche Fragen wir stellen und nach welchem Licht wir greifen. In dieser Dunkelheit ist es das Pflicht und Bürde einer Seele, sich selbst eine Bestimmung zu erwählen - oder voller Angst vor dieser Bürde davonzurennen. Die Augen zu verschließen vor dem Zwang, sich selbst erst erkennen zu müssen, ohne Bestimmung auf die Welt gekommen zu sein, das ist der Weg der Viere. Eine fein eingerichteten Ordnung aller Dinge. Keine Fragen mehr, keine Zweifel, nur Ablenkungen, die die Seele ruhig stellen."


"Das ist der Kern der Predigt von Angamon.
Dass wir ohne Bestimmung sind!
Und uns unsere Bestimmung selbst erwählen müssen!
Dass wir uns selbst erst erkennen und erfahren müssen.
Und das die Seele sich selbst am Besten in höchster Not, in der Verzweiflung und dem größten Zwist am Besten selbst zu erkennen vermag.
Daher ist unser Weg derart beschwerlich und mühsam."


"Und noch eine zweite Wahrheit will ich hier und jetzt verkünden. Wir sind nicht allein, wenn wir ohne Bestimmung ins Dunkel geboren werden und nach dem Licht suchen. Der Herr - Angamons selbst - trat ohne Bestimmung in diese Welt. Er steht auerhalb der alten Ordnung. Er trug keinen Namen, er erwählte seinen Namen selbst. Nichts war für ihn vorhergesehen, nichts sollte nach dem Willen der Viere ihm gehören. Angamon ist der erste und der einzige Gott, der selbst eine Seele besitzt! Nur weil ihm nichts bestimmt war, deshalb erlöst sein Weg uns von allen Fesseln."

"Diese Fackel hier habe ich im Tempel in Finsterwangen enzündet. Dem Tempel der heiligen Stadt und lange einzige Zuflucht und Heimat der Gemeinde.ch will, dass ein jeder von euch eine dieser Kerzen an der Fackel enzündet und hier im Schrein aufstellt. Und dabei fest im Geiste sich an eine Selbsterkenntnis erinnert, die ihm in auf dem Weg des rechten Glaubens wiederfuhr. Gedenkt hier an diesem Orte einem Aspekt eurer Selbsterkenntnis. Gleich ob es ein Makel oder eine Tugend ist, die ihr in eurem Wesen gefunden habt."


"Erst im Straucheln und in der Not erkennen wir unser Wesen. Gedenken wir in einigen Momenten der Stille dem Weg zur Vervollkommnung der Seele. Am Ende des Weges der Selbsterkenntnis steht ein Abgrund. Ein tiefer finsterer Schlund, der sich durch alle Weisheit nicht mehr überbrcken lsst. In diesem Moment müssen wir vertrauen auf den Herren Angamon und den letzten Sprung wagen. Das ist der Kern was zu Glauben bedeutet. Vertrauen, wo Verstand und Weisheit nicht mehr weiter weiss."


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