Siebenwindhomepage   Siebenwindforen  
Aktuelle Zeit: 22.08.18, 00:31

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Prophezeiung vom Ende der Welt
BeitragVerfasst: 3.04.17, 22:26 
Edelbürger
Edelbürger
Benutzeravatar

Registriert: 12.06.02, 18:27
Beiträge: 2720
Die Ewigkeit erschien mir schon ein gar seltsam Ding,
als Ich noch die Sünde fürchtend an meiner Seele hing
.


Ohne Ende fließt der Fluß der Zeit dahin, reisst Momente, Augenblicke, Gedanken und ganze Leben mit sich. Wer sich da selig glaubt, einer Seele habhaft zu sein, ein reines, niemals endendes, ewiglich seiendes Wesen, verkennt den Fluch seiner Existenz. Wo Unsterblichkeit ist, ist Ewigkeit. Wo eine Seele ist, ist unendliches Sein. Das goldene Zeitalter der Schöpfung war für die Ewigkeit geschaffen und wurde doch hinweg gerissen vom unerbitterlichem Strom der Schöpfung, niemals ein Ende findend.

Das silberne Zeitalter der Schöpfung fand ein Ende in Blut, Krieg, Geschwistermord, Verrat. Unsere Vergangenheit ist auf ein Fundament aus blassen Knochen, gebrochenen Leibern, hohlen Schädeln und geronnenem Blut erbaut. Unsere Zukunft verheißt noch mehr Blut, noch mehr Tod und weitere Schlachten im ewigen Götterkrieg. Unser einzig Lebenssinn wird sein, den blutbeschmutzten Berg gefallener Seelen wachsen zu lassen, bis er die Grenze des göttlichen Himmelsreich durchstößt. Tare ist ein Grab, eine Krypta der gefallenen Krieger, ein ewiges Gemetzel, dass kein Ende finden wird.

Unser Zeitalter wird ein Ende finden, vergehen in Siechtum und Leid, wie jedes Zeitalter vor uns und weitere Zeitalter, die uns folgen, doch unsere Seele wird nicht vergehen, doch weiter stummer Zeuge sein, den Lauf der Schöpfung betrachtend, gleich aus welchem Totenreich. Am Ende eines kommenden Zeitalters werden die Viere fallen und der Göttersohn siegen. Am Ende eines kommenden Zeitalters wird die Seelenernte zahlloser Zeitalter als Kriegsbeute errungen werden. Am Ende eines kommenden Zeitalters wird jeder dem gleichen Schicksal anheim fallen, auf alle Ewigkeit vom höllischen Schlund verschlungen.

Die Ewigkeit wartet in ihrer erschütternden Gewissheit und sich ihr zu erwehren ist blanke Wahnvorstellung. Der Höllenschlund ist auch den Heiligen, den Tugendbolden, den Märtyrern, denen von reinem Gewissen sicher. Es gibt keinen Grund, das Schicksal nicht zu umarmen. Keinen Grund und kein Mittel, sich der Zukunft zu verweigern. Es gibt keine andere Wahl, als sich Angamon hinzugeben, denn der Sieg von Verrat über Ehre, von List über Gerechtigkeit, von Hass über Mitgefühl, von weltenverbrennendem Zorn über Geduld ist ferne Gewissheit und unser aller unausweichliches Schicksal.

Die Tugenden werden brennen, das Gerechte wird verzehrt, das Mildtätige gebrochen, das Demütige in Stücke gerissen. Was von unzählbar vielen Seelen bleibt, ist ein ewiger Strom aus dem gesammelten Leiden unzähliger gelebter Leben. Seelen werden vergehen, geborsten unter dem Druck der Jahrtausende, in Splittern treibend in der unruhigen See aus erlebtem Leid, erleideter Qual, denn alles Gute wird vergehen wie ein süßer Topfen Trau in der Ewigkeit des Meeres salziger Tränen. Was von Morsans Reich übrig bleibt, ist der Trümmerhaufen von Leid und Not gezeichneter Leben, ein Gebirge aus Knochen und dem erstarrtem Blut unzähliger Kriege. Das Ende Tares ist Stillstand, der ewige Klang des Prasselns eines aus schwarzen Wolken fallenden Tränenmeers.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  

Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de