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 Betreff des Beitrags: [Festlandbrief] An die Fey - z.H. Maichellis Wanderstern
BeitragVerfasst: 25.01.18, 21:09 
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Das Schriftstück ist nur dem bekannt, der es in Händen hält.

Zitat:
Bibliothek der Fey, Draconis, 9. Mond im 5027. Lauf n.E.A

Col Ni'Ahir, Maichellis Wanderstern,

mit Wehmut und Freude erreichte uns ein Brief fern der Heimat mit einem doch so bekannten alten Lied, das hier in unserer Gemeinschaft nicht beklagt wird, doch mit in die Klagelieder einstimmen muss. So sehr es mir schmerzt und mein Herz verzehrt, dich sogleich in den ersten Zeilen mit der erschreckenden Realität zu konfrontieren, die unser Heim, unsere Gemeinschaft, gar unser ganzes Volk betrübte, umso ferner liegt es mir dich erst in Sicherheit zu wiegen, das alles seinen gewohnten Gang verlief und nichts zu befürchten sei, ob deiner Heimat.

Unser Heim hier ist für dein Augenlicht nicht wiederzuerkennen und unsere Siedlung kein Ruhepol für unser Volk. Fey'amrai und Fey'simil haben Schutz bei uns gefunden, da ihre Auen und Wälder bedroht und gerodet wurden. Fey'haim aus kleineren Städten oder den nördlichen Gebieten, die sich nun Cortan nennen, sind zu uns gekommen und haben in unserer Gemeinschaft eine neue Familie gefunden. Dies war zu Anbeginn für uns alle keine große Veränderung nur eine Umstrukturierung und Neueinteilung unserer Vorräte und die Häuser mancher Fey etwas voller als zuvor. Doch änderte sich viel, als die Ewigen, wie du sie nennst, uns aufsuchten und schließlich die Dämonen über uns hereinbrachen. Draconis brannte zu großen Teilen nieder, die Menschen die in den Teilen der Stadt lebten, die vorrangig aus Holzhäusern und -hütten gebaut waren mussten auf den Rest der Stadt verteilt werden, da selbst der Tempel diese schieren Massen an Personen nicht aufnehmen konnte. So entschied sich auch die Gemeinschaft der Fey die größeren Häuser freizugeben und diese für die Umstände angemessen aufzubereiten. Unsere Häuser die zum Ausgang der Siedlung hin gelegen sind, sind nun ausschließlich von Obdachlosen und Flüchtlingen anderer Völker bewohnt. Die Fey gingen dazu über ihre Vorräte jenen zu überlassen und unsere Magier nährten die Fey, die dadurch ihre Rationen kürzen mussten, auf arkane Weise. Es ist eine schwierige Art zu leben für die Fey'haim, die die letzten Jahrhunderte in relativer Ruhe verlebten und solche Umstände weniger gewohnt sind. Doch ob der Umstände harren wir aus.

Was unser aller Herz doch zu zerreißen droht, sind die Geschichten die die Fey uns von anderen Teilen Falandriens herantragen. Cortan ist ohne Zweifel nicht im geringsten für die Lebensvorstellungen der Fey ausgelegt. Opportunismus. Wandel. Innovation. Schnell, sofort und ohne Verzug. Fey die dort zur Ruhe gemahnten wurden als untragbar für Cortan eingestuft. Wenn die Fey dort nicht Willens waren die Geschwindigkeit die Cortan und Theobald verlangte einzunehmen, so waren sie für Cortan nicht länger interessant. In ihrem Wahn nach mehr Land und mehr Macht und mehr Bauten rodeten sie Wälder und die Fey'simil, die den Wald verteidigen wollten wurden entweder direkt getötet, oder aber kurze Zeit später wie Tiere zur Jagd feilgeboten. Viele entschieden sich ihren Simil zu verlassen, weil sie einsahen, dass sie keine Möglichkeit hatten sich gegen diesen Konfrontationskurs Cortans sinnvoll erwehren zu können und viele tote Fey'simil nicht die Antwort sein konnten um ein Exempel zu statuieren. Die Fey'amrai hingegen erzählten, dass die Menschen die die cortanischen Uniformen trugen zunächst freundlich und handelsbereit waren. Keiner von ihnen war aggressiv oder forderte etwas ein, das die Fey'amrai gar nicht anbieten konnte. Gute Handelsbeziehungen entstanden, doch als die Fey'simil sich zu ihnen in die Auen flüchteten, waren die Fey'amrai unsicher geworden und stellten den Handel ein. Dies rief Unmut seitens Cortan hervor und jegliche Freundlichkeit fiel von ihnen ab und man versuchte die Fey'amrai in das Heer einzuziehen. Letztendlich flüchteten die ersten Fey und die Fey'haim die hin- und hergerissen waren einerseits ihrem Blut nachzugeben und die Geschwister aus den Auen und Wäldern zu schützen, indem sie auch sich selbst gegen Cortan auflehnten, doch andererseits durch weltliche Eide an die Menschen und Cortan gebunden und demnach nicht in der Lage sich abzuwenden. So versuchten die Fey'haim durch das Bewahren von Ruhe und im Sinne Ajasendalls auf die Menschen einzuwirken. Es ist uns nicht bekannt wie viel Erfolg sie damit hatten und haben werden.

Doch will ich auf deine Erzählung des An'var Ethrendor Thurindir eingehen.

Einige unserer An'var erkannten die Geschichte wieder, da sie in ähnlicher Form von ihren Ahnen ihnen erzählt wurden. Ganz offenbar wart ihr alle einem Augenzeugen der Amulettkriege der begegnet, der noch Jassavia mit eigenen Augen sah, wie es den meisten derzeitigen lebenden Fey nicht mehr vergönnt war. Die Kirche bat einen elfischen Diener Astraels vor kurzem zu eben jenem Ethrendor Thurindir in den Archiven einen Hinweis zu finden. Die Schriften zu jenem An'var sind fast ausschließlich in Alt-Auriel verfasst, weshalb wir der Kirche zunächst nur einen kleinen Teil der Schriften übersetzen konnten, die auf Ethrendor Thurindir hinwiesen und seine weltliche Stellung näher darstellte. Doch kann ich dir bestätigen, dass dieser Fey ein außergewöhnlich vorausschauender Geist unseres Volkes war.

Er war es, der die wenigen Überlebenden Jassavias zu den Menschen heranführte, die zu jener Zeit noch fernab dessen was die Menschen in der heutigen Zeit erschaffen haben. Kirchen und derlei gab es zu der Zeit nicht. Die Sahor und Enhor wurden so verehrt, wie es womöglich heute Schamanen und Hexen tun. Gesetze waren regional und von Siedlung zu Siedlung unterschiedlich. Doch nach den Amulettkriegen waren sie auch zahlenmäßig allen Völkern überlegen und die anderen Völker - wie Fey und Ghorgor - waren erstmalig dazu gezwungen sich mit den Menschen überhaupt einzulassen. Ethrendor Thurindir war in dieser Hinsicht ein Vorreiter und hatte offenbar keinerlei Ahnung von den anderen Völkern, aber durchaus die Notwendigkeit gesehen, dass die geschwächten Fey Verbündete benötigten. Es war eine rein pragmatische und militärisch korrekte Entscheidung eines Wächter Jassavias, der sich aufgrund dieser Vehemenz unausgesprochen als eine Art militärischer Hauptmann und Diplomat etabliert hatte. Offenbar war er kein versierter Redner und auch kein Autor, denn es gibt keinerlei Protokolle in unseren Archiven, die darauf hinwiesen, dass er je öffentlichwirksam in Erscheinung getreten ist. So diese Schriften nicht verschwunden sind, die dies entkräften könnten, gehen wir also davon aus, dass er nie eine offizielle politische Position innehatte.

Seine Geschichte weist eine große Lücke auf zwischen den Anfängen Galadons und die Erschaffung des Ma'ahn'schen Walls. Ihm unterstand ein Trupp der die Erschaffung des Walls mit seinem Leben unterstützen sollte. Und letzteres schien er getan zu haben. Es liegt uns ein Bericht vor, von einem Forschungstrupp, der vor etwa 500 Götterläufen in Ma'ahn war, dass dort ein seltsames Gebilde aufgefunden wurde, von einem unbelebten knöchernem, dämonisch anmutenden Wesen, das eine verrostete Lanze durch ein humanoiden Körper gerammt hielt, während die ebenso verrostete Klinge, die elfischer Schmiedeart war, im Brustkorb des dämonischen Wesens, steckte. Hinweise auf die Wehr des Elfen, die aus seltsamen güldenen Schuppen bestand, zeugten davon, dass dieser Fey Ethrendor Thurindir sein könnte. Oder aber, dass diese Wehr bei Fey aus dieser Zeit nicht so unüblich war. Der Fey der die Expedition nach Ma'ahn wagte, ist den hier lebenden Fey unbekannt, weshalb wir ihn bislang nicht kontaktieren konnten um weitere Hinweise zu ihm und seinen Funden in Ma'ahn von ihm zu erhalten.

So hoffe ich, dass diese wenigen Erklärungen, die ich dir zu diesem Fey geben konnte, ausreichen um dein Bild von ihm zu vervollständigen und danke dir im Namen der Gemeinschaft, dass du euer Wissen zu ihm mit uns teiltest.

Doch will ich nun zu der dringlichsten Frage kommen, die unser ganzes Volk beschäftigt und will dich vor allem zum Nachdenken animieren, als dir Anweisungen zu erteilen.

Wir werden tun, was wir immer als sinnvoll erachtet haben und denken darüber nach was unser An'var Fearenthanir Thurunin letztendlich in seiner Lebenserfahrung und Weisheit an uns richtete:

"Die Götter schenkten unserem Volk die alleinige Bestimmung darüber wann wir Nachfahren zeugen, welchem Sterblichen wir unser Herz und Seele schenken wollen. Und auch schenkten sie uns die Verantwortung darüber, wann wir diese Geschenke nicht mehr in Anspruch nehmen wollen hier auf Tare. Ich sehe die Zukunft klar vor mir. Darin ist jedoch kein geeintes Reich der Menschen. Darin ist keine Einigkeit der Völker. Und auch wird mein Antlitz diesen Teil der Geschichte nicht mehr besehen. So will ich einen letzten Rat aussprechen: Setzt alles daran unser Volk nicht zum Opfer der Menschen zu machen. Galadon ist gescheitert. Doch ist es an euch das Scheitern der Fey zu verhindern. Die Menschen haben sich über die Geschenke der Götter gestellt. Sie führten Krieg um Krieg in den fünf Millenien. Und sie verlangten von uns Tribut um Tribut. Sie überragen uns in ihrer Zahl um ein Vielfaches und wenn sie sich nun entschließen uns zu vernichten, dann werden sie ihren Willen in weniger als einem Jahrzehnt erreicht haben. Geht und denkt darüber nach."

Auch wir denken noch über diese Worte nach und möchten Euch daran teilhaben einen Teil der Entscheidung zu tragen, die die Zeit die uns bevorsteht prägen wird. Wie du liest, steht uns keine Entscheidung zwischen Licht und Dunkel bevor, sondern darum, wie wir uns als Volk fortan verstehen und positionieren wollen.

Mögen die Sahor und Enhor unsere Wege weiterhin ebnen.

Fyaelhaethel Envhioureal
Archivar der Bibliothek der zu Draconis


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