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 Betreff des Beitrags: [IG Buch] Der Triumph der Logik
BeitragVerfasst: 21.04.19, 17:36 
Edelbürger
Edelbürger
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Der Triumph der Logik
von
Tendarion Celedelair Celetheyon


Logik ist ein viel umfassender Begriff, der im Geiste vieler Beseelter eng mit Gelehrten in Verbindung gebracht wird. Auch wenn es den Anschein hat, dass Emotionen im Alltag eine bedeutendere Rolle spielen, müssen wir uns, so wir unseren Geist von unseren gewohnten Gedankengängen befreien können, eingestehen, dass die Logik der Grundpfeiler unseres Überlebensinstinkts ist. Zurecht stellt sich an dieser Stelle die Frage, was uns Beseelte also von den Tieren unterscheidet, wenn auch sie am Ende nur um des Überlebens willen diesen latenten Hang zur Logik bereits ausleben? Mit dieser Abhandlung möchte ich den Begriff der Logik näher beleuchten und wieso jene am Ende über jedwede Emotion triumphiert und unser Vorankommen als Beseelte garantiert.

1) Was ist Logik?

Logik ist die Gabe aus einem Sachverhalt die richtigen Schlüsse ziehen zu können. Gehen wir in das Wasser, werden wir nass. Berühren wir Feuer, verbrennen wir uns. Möchten wir den Marktplatz überqueren, müssen wir uns in irgendeiner Form bewegen. Diese Liste kann beliebig weitergeführt werden und verdeutlicht auch, wie selbstverständlich das Anwenden von Logik in unserem Alltag und generellem Sein verankert ist.

Die meisten dieser Feststellungen wurden uns bereits in die Wiege gelegt durch Instinkte. Den Rest erlernten wir durch Erziehung, das Beobachten unseres Umfeldes und eigene Erfahrungen. Unser Geist ist in der Lage neue Eindrücke aufzunehmen, in den Kontext zu anderen ähnlichen Begebenheiten zu setzen und am Ende zu einem neuen Wissen zu wandeln und dieses als Erinnerung in unserem Geist fest zu verankern. Um es uns zu ermöglichen jederzeit neues Wissen aufzunehmen, ist der Geist in der Lage das Wissen, das wir im Alltag stets abrufbereit zur Verfügung haben müssen, ohne darüber nachzudenken, latent im Unterbewusstsein aufzubewahren. Wir ersparen es uns also jeden Tag darüber nachzudenken, dass wir atmen, essen, uns vor Verletzungen bewahren, etc. müssen. Das tatsächliche Bewusstsein, die Gabe neue Gedankengänge zu entwickeln, die nicht nur auf Erfahrungen, sondern auf hypothetischen Begebenheiten beruht, ist der Grund, weshalb wir Beseelte uns den Tieren geistig überlegen sehen. Wir können den Gedanken entwickeln ein Kunstwerk zu errichten, ohne Anreiz es tun zu müssen um unser Überleben zu sichern. Tiere hingegen, die Kunstwerke in jeglicher Form erschaffen, tun dies in der Regel nur um die Paarung oder die Nahrungsaufnahme zu sichern, weil sie sich mit ihrem lieblichen Vogelgesang, oder ihren symmetrischen Spinnennetzen, eben jenes ermöglichen.

Als vernunftbegabte Beseelte können wir diese instinktgesteuerten Kreationen als Vorbild unserer Kunstwerke nehmen und diese als Grundlage neuer Schöpfungen verwenden. Doch warum vergeuden wir unsere Lebenszeit damit Gemälde zu entwickeln, unsere Häuserwände mit aufwändigen Verzierungen zu schmücken oder aber Essen zu kreieren, das mehr unsere Sinne reizt als unseren Hunger stillt? Weil unser komplexer Geist unentwegt Stimuli braucht um neue hypothetische Gedanken zu generieren. Also ist die logische Schlussfolgerung, dass solange wir den Anreiz haben etwas neues generieren zu wollen, dass wir niemals mit dem zufrieden sein dürfen was bereits existiert.

2) Ist Weiterentwicklung und Veränderung notwendig?

Diese Frage wird ein jeder Beseelte anders beantworten können und müssen. Wir alle sind am Ende ein Produkt unserer in unsere Seele gelegten Gefühle. Doch wie diese Gefühle wahrgenommen werden, beruht ausschließlich auf unseren Lebenserfahrungen. So wird Liebe von einem Beseelten, der sanft erzogen und immerzu mit Aufmerksamkeit bedacht wurde, deutlich positiver bewertet, als von einem Beseelten, der bislang Liebe nur mit Konditionen verknüpft kennengelernt hat. Ersterer wird in der Regel seine Liebe und seine Einstellung zur Liebe an andere weiterzugeben und somit auch auf lange Sicht betrachtet ein positives Umfeld um sich herum erschaffen können. Letzterer neigt dazu seine Erfahrungen auch an weitere zu geben und unbewusst Gefühle stets mit einer Erwartungshaltung an andere weitergeben. Doch beiden ist es auch möglich durch ihre späteren Erfahrungen dieses Verhalten umzukehren. So kann jemand, der unter bedingungsloser Liebe Stillstand und Langeweile erfahren hat, da er sie als Selbstverständlichkeit erachtete, diese, für ihn unangenehmen, Begleiterscheinungen, als Anreiz nehmen um für ihn wichtige Konditionen zu entwickeln. Jemand der allerdings bereits sein ganzes Leben damit zubrachte stets Erwartungen erfüllen zu müssen – und dabei möglicherweise auch eher eine Enttäuschung für andere darstellte, anstatt die Erwartungen erfüllen zu können – kann eine Selbstlosigkeit entwickeln und bedingungslose Gefühle an andere weitergeben, in der Hoffnung, dass auch er eines Tages davon profitieren wird, dass man ihm eben jene bedingungslosen Gefühle zurückgibt.

Sollten wir uns bewusst entscheiden uns fern von unseren Erfahrungen und unserer Erziehungen zu verhalten, dann ist dies in den meisten Fällen eine bewusste Entscheidung. Ob diese Entscheidung aus Logik oder Emotionalität heraus erfolgt, spielt nur dann eine Rolle wenn das Ergebnis dieser Entscheidung mit Unzufriedenheit wahrgenommen wird. Ist ein Mangel an Emotion in dieser Hinsicht festzustellen, wird man schlussfolgern, dass man die Entscheidung nicht logisch getroffen hat und sich der etwaigen Konsequenzen im Vorfeld hätte bewusst machen sollen. Erfolgte eine emotionsbefreite Entscheidung, wird man den Mangel an Herz in dieser Angelegenheit als Ursache für das misslungene Ergebnis benennen.

Doch in der Regel, wenn eine wahrhaft logische Entscheidung gefällt wird, fußt diese einzig und allein auf der Tatsache, dass man sich allen möglichen Konsequenzen schon vor dem Treffen der Entscheidung gewahr war. Zumeist ist eine bewusste Entscheidung ein Ausdruck unseres Drangs nach Veränderung. Wenn wir nicht unsere alltäglichen Handlungen wiederholen, die auf Entscheidungen oder Erfahrungen unserer Vergangenheit fußen, dann streben wir nach Veränderung. Sollten wir nach diesem Entschluss keine gewünschten oder nennenswerten Veränderungen hervorgebracht haben, dann neigen wir dazu unzufrieden zu sein und versuchen andere oder für uns neue Wege zu gehen um den gewünschten Erfolg herbeizuführen. Somit geht ein aktives Streben nach Veränderung immerzu mit einer Phase der Unzufriedenheit einher. Genauso kann auch eine Unzufriedenheit entstehen, wenn jemand keine Änderung anstrebt, aber das gesamte Umfeld sich derart verändert, dass man seine gewohnten Gedankengänge und Taten nicht mehr wie bisher ausführen kann. Letzteres ist vor allem bei dem Zusammenspiel verschiedener Generationen zu beobachten. Ein junger Beseelter hat aufgrund von mangelnder Erfahrung den Drang sich selbst zu finden oder zu verwirklichen. Ein älterer Beseelter, dessen Zeit auf Tare sich dem Ende neigt, hingegen möchte an dem festhalten, was ihm Zufriedenheit bescherte und hat womöglich auch keinerlei Antrieb zur Veränderung.

Wer hat mehr Anrecht auf seine Meinung? Derjenige, der bereits Zufriedenheit erfährt und keinen Drang zu Weiterentwicklung verspürt oder derjenige, der Potenzial zur Verbesserung seiner Lebensumstände, oder gar seines Umfeldes, erkennt? Dies lässt sich ausschließlich nur dann beantworten, wenn alle Informationen zu den Beseelten, deren Umfeld und deren Vergangenheit vorliegen. Jemand der sein gesamtes Leben damit verbracht hat, sich selbst zu verwirklichen und für sich und sein Umfeld Zufriedenheit geschaffen hat, wird durchaus darauf bestehen dürfen sich auf den Errungenschaften auf seiner Vergangenheit ausruhen zu dürfen. Vorausgesetzt er nutzt seine vergangenen Taten nicht als Freibrief für Nachlässigkeit in seiner Gegenwart und Zukunft. Wer einmal Gutes tat – in welcher Form auch immer – sollte und kann nicht das Recht dazu bekommen fortan Schlechtes zu wirken.

Wer also in der Vergangenheit Fortschritt und Weiterentwicklung progressiv begleitet hat, wird in der Regel wissen, wie viel Investition benötigt wird um dies zu ermöglichen. Logisch betrachtet dürfen jene Beseelte demnach kaum die Kritiker der jüngeren Generationen werden, die diese Hürden noch hinter sich bringen müssen. Vielmehr müssten diejenigen, die sich bereits zur Ruhe gesetzt haben, den jüngeren Generationen das Feld überlassen und nur als beratende Instanz zur Stelle stehen um sie von einem möglichen destruktiven Weg abzubringen. Genauso sollte der junge Beseelte den Antrieb haben althergebrachtes zu verbessern, wenn tatsächlich Bedarf besteht. Etwas zu verändern, nur um der Veränderung willen, kann und wird für Unmut sorgen – vor allem dann, wann das Ergebnis ein durchweg Negatives zu sein scheint.

Die Notwendigkeit der Veränderung ist also nur gegeben, wenn man nach Verbesserung strebt. Funktioniert etwas, ohne nennenswerte Einschränkungen, sollte man sich auf die Dinge fokussieren, die Handlungsbedarf einfordern. Nichts verändern zu wollen führt zu Stagnation. Sachverhalte zu ändern zu wollen, die funktionieren, wird hingegen als unnötiger Aktionismus betrachtet.

3) Wie erkenne ich logisches Verhalten in mir und anderen?

Selbsterkenntnis ist das erste Mittel um seine eigenes logisches oder irrationales Handeln festzustellen. Wer sich seiner eigenen Fehler nicht Gewahr werden kann oder will, wird in der Regel emotional handeln, da er nicht in der Lage dazu ist eine rationale Entscheidung treffen zu können, wenn er nur seine eigene Meinung als die Richtig einschätzt. Lässt man jedoch die Meinung anderer in seinen Geist ein und beschäftigt sich in möglichst objektiver Ansicht damit, wird man in der Regel in vielerlei Kritik einen Kern der Wahrheit finden. Durchaus ist es möglich, dass man das Produkt der Erwartungen anderer wird, wenn man jede Kritik zum Anlass nimmt seine gesamte Lebensansicht zu verändern. Doch kann man diesem Einhalt gebieten, indem man den Weg der selbstkritischen Selbsterkenntnis sucht. Ob man die Kritiken anderer zum Anlass nimmt sein Verhalten zu ändern, ist eine Entscheidung die jedem selbst überlassen werden kann und muss.

Deutlich schwieriger lässt sich das irrationale Verhalten in anderen feststellen, da man bereits eine gewisse Lebenserfahrung und auch die Phase der Selbsterkenntnis hinter sich gebracht haben muss, um zu erkennen, woran es dem irrational Handelnden mangelt. Bin ich nicht in der Lage mich selbst und meine Fehler anzuerkennen, habe ich weder die Kompetenz noch das Recht über andere zu urteilen, geschweige denn die Kompetenz und das Recht anderen vorzugeben, wie sie zu leben und zu handeln haben. Irrationales Verhalten lässt sich jedoch daran erkennen, dass die besagte Person sich selbst dann nicht eingesteht, dass sie unlogische Schlüsse zieht, wenn die Folgen des Handelns besagter Person eindeutig destruktiv zu werten sind. Irrationalität zeichnet sich dadurch aus, dass das Handeln der Person verteidigt wird, selbst dann wenn die Person vor den Trümmern ihrer Existenz oder auf den Trümmern der Existenz anderer verharrt und darauf besteht, etwas Gutes geschaffen zu haben. Besonders schwerwiegende Fälle in dieser Hinsicht sind dann gegeben, sollte die Person ihr destruktives Verhalten sogar erkennen und benennen können und dennoch darauf bestehen, dass kein Grund zur Veränderung des Verhaltens vorliegt.

Sollten Argumente allerdings sinnvoll und schlüssig sein und die nachfolgenden Taten diese Argumente mit praktischen Beispielen untermalen, kann man selbst jene, die an dem hypothetischen Grundgedanken zweifelten davon überzeugen. Erst dann sprechen wir vom logischen und nachvollziehbaren Verhalten. Demnach ist festzustellen, dass logisches Verhalten nur dann gegeben ist, wenn vernunftbegabte, rationale Wesen in der Lage sind nachzuvollziehen, warum das Gegenüber so handelt, wie es handelt.

4) Kann Veränderung durch Logik herbeigeführt werden?

Unter der Prämisse, dass Veränderung nur dann sinnvoll ist, wenn sie Althergebrachtes, das sich nicht bewährt hat, sondern aus Gewohnheit weitergeführt wird, verbessert, ist die Notwendigkeit der Veränderung zunächst gegeben. Schwieriger wird es dabei die zu überzeugen, die von der bisherigen Ordnung profitieren, da sie mit Verlusten oder Einschränkungen zu kämpfen hätten, wenn sich etwas verändert. Auch ist es möglich, dass eine gewisse Ablehnung gegen jede Form von Veränderung dazu führt, dass sich eine Opposition bildet, die jedwede Weiterentwicklung unterbindet.

In solchen Fällen ist Logik zumeist kein Garant dafür, dass man mit logischen Argumenten überzeugen wird. Ein langwieriger Prozess der Überzeugung, oder aber des schlichten Abwartens, bis die Opposition sich nach und nach verkleinert, ist unumgänglich in diesem Fall. Sollten die althergebrachten Umstände jedoch dazu führen, dass nur ein kleiner Teil der Gesellschaft etwas nutzbringendes oder vorteilhaftes daraus entnehmen kann, dann wird es auf lange Sicht zu Unruhen, bis hin zum Aufstand, führen. Krieg, im kleinen wie auch großen Rahmen, ist zumeist das Resultat dieser Entwicklung. Kriege sind das äußerste Mittel um Veränderung zu erzwingen und werden als Zeichen der Verzweiflung aber auch des Zorns gesehen.

In der Außenwahrnehmung kann aber auch hier wieder der Aspekt der Logik greifen. Für gewöhnlich wird für die Seite Partei ergriffen, die ihren Anteil im Krieg mit stichhaltigen Argumenten begründen kann. Sei es, da sie aus der Unterdrückung heraus agieren oder aber jemanden zu stürzen versuchen, der bislang nur Leid in seiner Position in der Gesellschaft herbeigeführt hat. Doch Kriege selbst, oder jede Art von Kampf, werden nicht mit Logik geführt. Taktik ist der einzig logische Aspekt des Kampfes, während die Intention dazu nur unter emotionalen oder irrationalen Gesichtspunkten zu finden ist. Sei es, weil man eine neue Ordnung erschaffen will, die einem persönliche Vorteile verschafft, oder weil man eine neue Ordnung schaffen will, die dem gesamten Umfeld Vorteile verschafft. Doch im Grunde ist Zerstörung die Grundlage für Veränderung. In extremen Fällen ist die vollständige Vernichtung und der daraus resultierende Wiederaufbau die einzige Möglichkeit zur Veränderung.

5) Ist im Sinne der Logik jedes Mittel recht?

Diese Frage lässt sich intuitiv nur in einem moralischen Kontext heraus zweifelsfrei klären. Doch ist Logik zu keinem Zeitpunkt als moralisches Werkzeug zu verstehen. Logik ist die Lehre des folgerichtigen Denkens. Wenn ich weiß, dass ich nass werde, wenn ich in das Wasser gehe, ohne das Wasser selbst dafür betreten zu müssen, habe ich einen logischen Rückschluss gezogen, den ich nicht überprüfen musste um mich seiner Richtigkeit zu überzeugen. Fern jeder Moral. Fern jeder Handlung. Dieses Wissen, das man dafür benötigt, muss man sich jedoch durch Selbsterfahrung oder aber durch Lehre anderer, die diese Selbsterfahrung gemacht haben, aneignen. Die Weitergabe und Selbsterfahrung dieses Wissens ist jedoch durch die eigene emotionale Haltung und auch durch Fehlinterpretation der Umstände immer zu ungenau und unter Umständen auch vollkommen unzutreffend. So kann durch explizite Indoktrination, die sich bereits über Generationen hinweg entwickelte und in den Köpfen der Gesellschaft verankert hat, bewusst falsches Wissen als Wahrheit dargestellt werden. Man kann davon ausgehen, dass die wenigsten, die diesem Fehlwissen zum Opfer gefallen sind, sich überhaupt bewusst sind, dass es eine andere Meinung zu diesen Umständen gibt. In der Regel halten Eingeweihte Gesellschaften die auf einer nachweisbaren Lüge aufbauen von anderen Gesellschaften fern. Die Wissenden unter ihnen versuchen entweder das Volk unwissend zu lassen, oder aber sie sind selbst davon überzeugt, dass Außenstehende mit ihrem Wissen – oder den subjektiv betrachteten Lügen - das Gefüge der jeweiligen Gesellschaft durcheinanderbringen können.

Ist das Fehlwissen, nach dem diese Gesellschaft lebt für die dort lebenden Beseelten schädlich, dann neigen Außenstehende dazu das Wissen in diese Gesellschaft bringen zu wollen, mit der zumeist guten Absicht etwas Gutes zu schaffen. Dies jedoch ist eine Handlung, die in den meisten Fällen, zumindest anfänglich, zu Verwirrung, Ablehnung, oder aber zu Kriegen führen wird. Denn die Quintessenz jeden Krieges beinhaltet den Willen nach Veränderung. Ob die resultierende Veränderung am Ende gut oder schlecht ist, lässt sich ausschließlich subjektiv bewerten.

So stellt sich die Frage, ob es rechtens ist, nur weil man eine andere Meinung vertritt, dass man noch mehr Leid erschafft um das andere Leid zu beseitigen? Darauf gibt es keine mustergültige Antwort, denn die Umstände der Grundsituation werden von jedem anderen bewertet. Ein Teil wird diese Umstände aus Gewohnheit, oder ob persönlicher Vorteile, nicht ändern wollen. Ein anderer Teil, wünscht eine Verbesserung seiner Situation, aber fürchtet die Veränderung, da sie Ungewissheit bedeutet. Und der Rest teilt sich auf in stille Rebellen, die auf den rechten Moment und Unterstützung hoffen, und jene, die mit Indifferenz ihrem Tagewerk nachgehen und sich für das Leid oder die Freude eines anderen wenig interessieren. Diese grobe Einteilung einer Gesellschaft lässt erahnen, dass jede Form von externer Intervention zwangsweise dazu führen wird, dass Unruhe herrschen wird. Demnach ist es unabdingbar, dass jede Intervention wohlüberlegt und gut geplant sein muss.

Der Logiker wird sich zunächst eingehend mit den gesellschaftlichen Strukturen beschäftigen, einen Querschnitt der Meinung einholen und das vorherrschende Wissen studieren und darüber hinaus sich in Zurückhaltung üben um das meiste Wissen zu erlangen. Dabei geht er das Risiko ein in seiner Tatenlosigkeit einige Situationen verstreichen zu lassen, wo er Einzelnen helfen könnte. Er nimmt somit gewisse Verluste in Kauf.

Der Emotionale hingegen wird den subjektiv betrachteten Schwächsten in der Gesellschaft direkt helfen wollen, um diese in Sicherheit zu bringen, meist mit zu wenig Vorbereitung und Wissen, ob der Umstände. Sie werden einzelne Erfolge erzielen, doch sie werden merken, dass sie sich selbst in der Gesellschaft, wenn ihre Bemühungen entdeckt werden, nicht länger aufhalten können.

Der Irrationale wird hingegen sich zum neuen Herrscher küren, die Rebellen und Unschlüssigen an seine Seite ziehen und den Krieg gegen die Gesellschaft ausrufen um ein glanzvolle Zukunft in Aussicht zu stellen. Er wird jegliche rationale Stimmen durch emotionale Argumente verstummen lassen. Er wird jede emotionale Gegenstimme mit Rationalität beseitigen. Doch er wird objektiv betrachtet auf keiner Seite stehen, sondern nur das sagen, was ihm kurzfristig den meisten Erfolg bescheren wird.

Sie alle werden Erfolge erzielen – der Irrationale zweifelsohne die meisten -, doch der Logiker wird es sein, der die meiste Zeit als gefühlskalt und untätig gewertet wird.

In der Zeit seiner demütigen Zurückhaltung wird er das Vertrauen jener gewinnen, die er zu stürzen sucht und auch jener, denen er am Ende Hilfe anbieten wird. Er weiß von vornherein, dass die Umstände zu Opfern führen werden und wird erst an dem Punkt reagieren, wo er größere Opfer vermeiden kann, oder aber sein Handeln keinerlei Opfer fordern wird. Der Zeitpunkt und die Umstände der Zerstörung der alten Gesellschaft werden einzig von seinem Handeln bestimmt sein. Hat er genügend stille und loyale Mitstreiter gewonnen, wird der Sturz der alten Ordnung verhältnismäßig kampflos und ruhig erfolgen. Kann er aufgrund der Umstände nur eine kleine, doch bedeutende Minderheit für sich gewinnen, wird es zu einem unausweichlichen Kampf kommen. In der Regel, wird er auch bereit sein Dinge zu tun, die dem Umfeld gut tun, aber ihm selbst Unzufriedenheit oder gar Nachteile einbringen werden.

Im Sinne der Logik, vor allem unter dem Aspekt des Neuschaffens, ist eine gewisse destruktive Vorgehensweise – sei es in aktiver oder passiver Form – unumgänglich. Jeder Beseelte ist jedoch in der Lage die Umstände, wie diese Zerstörung von statten gehen wird, zu kontrollieren. Der Logiker wird versuchen im Vorfeld jede Form von Zerstörung abzumildern, oder noch zuvor eine Ersatzlösung erarbeitet und vorbereitet haben, die die Auswirkungen deutlich weniger radikal erscheinen lassen.

Somit ist nicht jedes Mittel recht im Sinne der Logik, doch manche Schritte unumgänglich. Vor allem der Schritt der Zurückhaltung und Untätigkeit, bis der rechte Zeitpunkt gekommen ist zu handeln.

Doch ist zu beachten, dass auch ein Logiker kein lebloser Mechanismus ist, der einmal geölt für immer die selbe Handlung im Stande ist auszuführen. Vielmehr ist die Verantwortung und der Druck der mit ihr einhergehen kann unter Umständen ein Katalysator für ein Hervorbringen von bislang versteckten Charakterzügen oder aber für die Bildung neuer Charakterzüge sein. Das Scheitern als solches kann eine Verbissenheit und Sturheit hervorrufen, die dazu führt, dass der gute Rat des Umfeldes nicht mehr angenommen werden wird. Der Triumph hingegen kann eine egozentrische Selbstverherrlichung hervorbringen, die ebenso dazu führt, wenn auch aus anderen Gründen, dass, vor allem der kritische, Rat des Umfeldes keine Beachtung mehr bei dieser Person findet. Je mehr sich das Umfeld in dieser Entwicklung abwendet, umso mehr fühlt sich die Person bestätigt, da die Kritiker sich zuerst abwenden und nur jene, die selbst von dem veränderten, negativen Verhalten profitieren, werden sich dem weiter aussetzen und es noch dazu weiter befürworten oder gar verstärken.

6) Ist das Erlangen von Macht im Sinne der Logik um jeden Preis zu vermeiden?

Gerade jene erfolgreichen Logiker, die mit ihrer bislang ruhigen und überlegten Art viel Gutes und Nutzbringendes erschaffen haben, werden am meisten in Versuchung gebracht, sich in höhere Positionen – Machtpositionen – erheben zu lassen. Sie werden am Ende darauf pochen, dass ihre Meinung und ihre Einschätzung richtiger ist als die anderer, da sie deutlich mehr Erfolg bewiesen haben, als andere Herrscher vor ihnen, die emotional und willkürlich herrschten. Die nahezu lückenlose Bestätigung seiner Argumentation wird dazu führen, dass er sich keiner Fehlbarkeit mehr bewusst sein wird und allmählich wird aus dem einstigen Logiker ein berechenbarer, doch ein selbstverliebter Egozentriker, der seinen Thron nicht mehr aufzugeben gewillt ist.

Er verfällt in Emotionalität, wenn berechtigte Kritik auf seine verschlossenes Gehör trifft. Er wird irrational wenn die Kritik an ihm häufiger wird als das zuvor gesprochene Lob. Nicht jeder Logiker wird zum Despoten oder verfällt dem Größenwahn, wenn er Macht gekostet hat, aber die Gefahr der Versuchung ist stets gegeben. Wäre es also ratsam, dass man sich im Sinne der Logik von jenen Machtpositionen fernhält und nur zurückhaltend im Hintergrund agiert? Die Pauschalisierung dieser These wäre undurchdacht. Der Logiker, der fern von Emotionalität in den Schatten agierend, das Sinnvollste für sein Umfeld erschafft oder versucht zu erschaffen, wird in seinem zurückgezogenen, ungesehenen Wirken immerzu gegen jene ankämpfen müssen, die in Glanz und Glorie auf den Thronen Tares all seine Bemühungen durch Größenwahn, Herrschsucht und Kriegslust vernichten. Er wird einen nicht zu gewinnenden Kampf fechten, der niemals endet, wenn er es nicht wagt aus den Schatten zu treten. Er steht in der Pflicht, wenn er wahrhaft im Sinne der Wohlüberlegtheit handelt, die Verantwortung für andere, die ihr Leben emotional und indifferent auf Tare hinter sich bringen, zu übernehmen. Sei es, dass sie sich als lokale Seelsorger für das einfache Volk darstellen, oder sie sich in den höchsten Kreisen als Berater und Vertrauter bewegen.

Kein Logiker muss die Bürde des Herrschens auf sich nehmen um seiner Verantwortung nachzukommen. Sie selbst sollten die stützende Hand des Umfeldes sein, die dafür sorgt, dass eine Gesellschaft nicht zerfällt oder aber durch Lug und Trug beherrscht und manipuliert wird. Der Logiker wird sein Wissen stellvertretend für alle Herrscher stets erweitern und es in den Kontext des vorherrschenden Wissens stellen. Er wird dafür Sorgen, dass das Denken der Herrscher und Beherrschten stets flexibel und im Wandel bleibt. Er wird kein Lob zweimal aussprechen, sondern Kritik an jeder Sache, die den Keim der Sucht nach mehr Macht beinhaltet, ausüben. Der Logiker wird mit Rhetorik und Handlungen all jene kontrolliert manipulieren, die sich logischer Argumentation verwehren. Er wird sich herabsetzen, wenn sein Gegenüber dominant und herrisch auftritt, doch wird seine Kritik nicht weniger scharf ausfallen. Lediglich seine Wortwahl wird sich verändern. Auch wird er sich schulmeisterlich und streng aufführen, wenn sein Gegenüber unsicher und unentschlossen wirkt. Es wird ein strikter Weg mit nur wenig Abzweigungen vorgegeben, bis der Logiker erkennt, dass sein Gegenüber wieder die Selbstsicherheit erlangt hat, die ihm ermöglicht eigene Wege zu ergründen ohne sich selbst dabei zu verlieren.

Der wahre Logiker, der seine Verantwortung als kritische Stimme, die eine Gesellschaft in eine rechte Bahn führt, annimmt, wird in seinem engsten Umfeld seine eigenen größten Kritiker am engsten halten. Er wird zu ihnen gehen, wenn er ahnt, dass seine Position dazu führt, dass er sich selbst verliert, oder aber die Macht ihm zu Kopf steigt und ihn von seinem Pfad abdrängt. Doch wird er niemals jene Kritiker in seinem Leben dulden, die selbst nur selbstsüchtig und emotional agieren und keine logischen Argumente für ihre Kritik vorbringen können, außer ihre persönliche Meinung und Verletztheit. Er wird nur jene dulden, die Logik über Emotionalität stellen oder die den Weg der Logik ebenso für sich wählten. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Logiker, und alle die sich in seinem Umfeld befinden objektiv im Sinne ihrer Gesellschaft, agieren und bewertet werden können. Er wird diese Kritiker in seinem Umfeld nutzen um seine eigenen Theorien gegenzuprüfen, sich in Debatten zu üben, mit jenen, die andere Argumente vorbringen und sich selbst regelmäßig einnorden zu lassen.

So ist es unumgänglich, wenn er seine Aufgabe redlich durchführt und konstant seine Pflichten für die Gesellschaft ausübt, dass er durchaus eine gewisse Macht erlangen wird. Diese wird nicht zwangsweise mit Titeln und Auszeichnungen einhergehen, doch wird ein jeder Herrscher durchaus den Einfluss dieser Person anerkennen. Der gute, wie auch der despotische Herrscher, werden diese Person an seine Seite ziehen wollen um von ihm und seinem Erfolg zu profitieren. Erwehrt sich der Logiker diesen versuchen, so wird der Despot ihn von sich weisen und womöglich verfolgen lassen. Doch der gerechte Herrscher wird ihn in Ruhe lassen und feststellen, dass er mit einem unbestechlichen Kritiker in seiner Gesellschaft, der jedoch nur das Wohl des Ganzen im Sinne hat, einen engeren Verbündeten an seiner Seite hat, als es jeder Einzelne in seinem Hofstaat, der ihm nach dem Mund redet, gewährleisten könnte.

7) Conclusio

Die Logik ist kein Garant für das Gute und Schöne. Sie ist lediglich ein Garant dafür, dass das Gute und Schöne in jedem Fall einen Platz finden kann, da sie sich nicht einer Opposition gegen Leid und Schrecken zu jeder Zeit alleine ausgesetzt sehen müssen. Die Logik schafft klare Verhältnisse in der jede Meinung einen Platz haben kann, solange diese Meinung nicht zu Handlungen führt, die andere unterdrückt. Die Logik benötigt in ihrem Kern die Meinungsfreiheit um zu gewährleisten dass neues Wissen geschaffen und erfahren werden kann. Jedes Wort, das unterdrückt wird oder nur geflüstert gesprochen werden darf, ist ein Wort das ungehört verbleibt und somit zum Fortkommen Tares nicht beitragen kann.

Die Logik wird stets gebieten, dass ein jedes Wort gesprochen werden darf, so kritisch und gefährlich es sein möge, solange sicher gestellt werden kann, dass dieses Wort nicht gesprochen wird um Leid zu erzeugen. So wird ein jeder Wahrer des Wissens und der Vernunft sich weitesgehend von Herzensentscheidungen trennen müssen, um jenen, die nach ihrem Herz leben wollen, dies zu ermöglichen.

So wird der Logiker nie sein Glück in der Logik finden, doch er wird, wenn er unbeirrt seinem Weg folgt und logisch und mit sachlichem Verstand sein Umfeld bewertet, viel Glück für jenes schaffen. Auch wenn ihm oftmals kein Lächeln vergönnt sein wird auf seinem Pfad, so wird er Triumph erfahren auf seinem Weg des Rechts, des Wissens und des Berechenbarkeit.

Den Triumph der Logik.


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