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 Betreff des Beitrags: Für immer Eins
BeitragVerfasst: 28.08.02, 12:25 
Edelbürger
Edelbürger

Registriert: 9.12.01, 14:06
Beiträge: 1499
Plitsch, Platsch.

Langsam, ohne Unterlass tropfte es aus ihr heraus, traf den kalten Boden aus nacktem Stein, sammelte sich mit dem Rest der roten Flüssigkeit die aus ihr fiel. Kleine Wellen schlugen sich im See ihres Lebenssaftes der sich langsam kriechend auf dem Boden ausdehnte.
Und er konnte nur zusehen, hielt ihre Hand sah in ihre nachtblauen Augen aus dennen sich nach und nach jedes Leben stahl, als ob es fliehen würde aus dem sterbenden Körper des jungen Mädchens, das grade erst zur Frau herangewachsen war.

Plitsch Platsch.

Auch aus ihm floss seine Kraft, seine Hoffnungen, seine Träume von ihrer gemeinsamen Zukunft. Die Tränen flossen über seine Wangen und regneten zusammen in die Lache aus ihrem Blut, um sich dort mit dem was sie war zu verbinden. Das unheimliche Gemisch aus vergossener Hoffnung und verlorenem Leben kroch wie ein böses Tier auf ihn zu, erreichte seine Beine mit dennen er kniete, seine Liebe in den Armen wiegte. Rot färbten sich seine Beinkleider, rot schlich sich ihr Blut an ihm herauf, ihn zum letzten Male auf diese makabre Weise liebkosend, wie ein Hauchen auf seinen zitternden Beinen.

Dann fiel ihre bleiche Hand herab die ihn verzweifelt gehalten hatte, fiel hinein in das was eben noch ihre Kraft und seine Träume gewesen war. Ihre Augen, starr und leer auf die dunkle Decke gerichtet, aber ins Nichts des Todes blickend. Nun war sie hinfort, nie würde er sie wieder lächeln sehen als ob ein Engel auf Tare herabgestiegen wäre, nie würde er wieder ihre Wärme spüren können in kalter Morsansnacht, nie wieder..... es war vorbei. Der rote Saft des Lebens und des Todes der an ihm heraufkroch löschte durch seine Kälte jeden Funken in ihm aus, jeden Funken zu leben, zu lieben, zu hoffen, zu träumen.

Er ergriff das Heft des Dolches, nahm es, spürte das Metall in seiner Hand, sah sein Spiegelbild in der blitzenden Klinge, welches ihn höhnisch anzugrinsen schien. Dann rammte er ihn sich in den Leib, schnell und mit aller Kraft die noch in ihm war, wie eine Schlange trieb die Waffe sein Fleisch auseinander, frass sich hindurch bis hin zu seinem Herz und durchborte es zischend. Sein Blut spritze ihr ins Gesicht, auf den Leib und vereinte sich mit dem ihrem auf dem Boden. Kraftlos fiel er vornüber, riss sie mit, landete auf ihr und bedeckte sie und ihn nochmehr mit dem Blute des Anderen.

Klirr, Krach.

Die Öllampe zerschellte als sie vom hölzernen Tisch fiel, der durch seinen Fall umgestossen wurde. Mit seinen letzten, schwachen Atemzügen sah er wie sich die gierigen Flammen ausbreiteten, wie sie die Wände, das Dach, die Möbel und auch sie selbst in Brand steckend, alles in ihrem unendlichem Hunger verzehrten.
Und so waren sie wieder zusammen in allen vier Elementen, zusammen in den Flammen die sie verzerrten, zusammen im Blute was sich vermischte, zusammen im Rauch in den sie sich verflüchtigten, zusammen in der Asche die von ihnen übrigblieb.

Für immer waren sie nun vereint.

Für immer Eins.


Zuletzt geändert von Korena: 28.08.02, 12:44, insgesamt 1-mal geändert.

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