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 Betreff des Beitrags: [Mitmachthread] Am Wall
BeitragVerfasst: 13.11.15, 09:30 
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ooc: Der Thread steht jedem offen, der am Wall spielt, gleich ob Bannersoldat, Heiler, Geweihter oder wer auch immer sich da aufhält.


Tief atmete Felis die kühle, feuchte Luft des nebligen Monds Seker ein. Hier oben, auf dem Wall selbst, war es ruhiger, als dort unten mit all den Soldaten des Banners und des Expeditionskorps, den Geweihten und den Zivilisten, die ab und an vorbeischauten. Der weite Himmel zeigte sich in einem einheitlichen Grauton und das Mauerwerk war dunkel vor Feuchtigkeit. Die Luft roch schwer nach feuchten, abgeworfenen Blättern und Pilzen und vor ihr breitete sich der Landstrich aus, den man gemeinhin immer noch das Ödland nannte, auch wenn Teile davon grüner geworden waren. Aber es täuschte nicht über das hinweg, was dort lauerte. Alles atmete Verderben.
Sie musste an die Worte denken, die sie noch kürzlich vor der Schlacht an den Knappen, nun einer ihrer Vorgesetzten, gerichtet hatte. Dieser Wunsch, wenn sie vor Morsan treten sollte und was mit ihr dann geschehen sollte. Den Vieren und den hiesigen Heilern sei Dank war es nicht eingetreten und sie hatte aus dieser Schlacht gelernt, den Tunnelblick in Zukunft möglichst zu vermeiden, um nicht auf der Jagd nach einem Skelett wieder blindlings ins schwarzgerüstete Verderben zu rennen.
Felis musste an Phel - Saraphel, wie er sich nun lieber nannte, da die jungen Frauen Venturias den Namen mochten - denken und dass sie ihm den Kummer ersparen wollte, dass wieder jemand aus seinem Leben schied, der ihm etwas bedeutete. Und sie dachte an ihn, diesen Mann, der ihr Leben so verändert hatte, wie keiner der anderen Männer zuvor. Felis erinnerte sich daran, ihm versprochen zu haben, einen Brief zu schreiben. In Venturia hatte sie es einmal getan, aber viel hatte sie ihm nicht mitteilen können oder wollen. Ihr Leben dort war noch ganz anders und stiller gewesen. Aber mit ihrer Reise hierher auf die Insel, eine Reise, die eigentlich nur dem Handel dienen sollte, ehe sie wieder zurück kehren wollte, hatten sich die Umstände geändert.

Wenig später hatte sich Felis auf dem Wall einen ruhigen Platz gesucht, sich auf ihren mehrfach gefalteten Umhang niedergelassen und ein Stück Brett auf ihren Schoß gelegt, auf dem sie ein Pergament platzierte. Die Feder tunkte sie in das offene Fass Tinte, was neben ihr auf dem Boden stand ein und sie begann, zögerlich eher, den Brief zu schreiben, wobei sie allein schon bei der Anrede unschlüssig war.

Zitat:
Vater,

seit unserer Begegnung hat sich vieles für mich verändert. In Venturia sagten sie, ich wäre ruhiger geworden und rückblickend gebe ich ihnen recht, doch ich wollte erst keine Veränderung zulassen. Das alte Leben, auch wenn es nicht mehr zu passen schien, wirkte doch irgendwie bequemer. Ich dachte, es würde alles beim Alten bleiben, wenn ich zeitweise Siebenwind besuche, etwas Handel betreibe, vielleicht mal einen Bruch begehe und ohne Spuren zurückkehre - mögest du davon halten, was du willst.

Doch nun sitze ich hier, trage die Uniform des Lehensbanners und meine Rüstung, neben mir liegt meine Waffe, die in den letzten Wochen schon viel Blut sah, aber vor allem sehr viel untotes "Leben" beendet hatte. Wir beide sind uns wohl ähnlicher, als ich dachte und hätte mich der Gedanke früher mit Unbehagen erfüllt, so fühle ich mich nun wohler damit. Ich denke recht oft an dich.

Ich weiß nicht, ob ich noch einmal die lange Reise zu dir aufnehmen würde. Vielleicht sehen wir uns nicht mehr wieder, aber *an dieser Stelle ist ein kleiner Tintenklecks, als hätte die Feder einen Moment zu lange über dieser Stelle verharrt* ich wollte dir schreiben, dass ich mich dir nun näher fühle und ein wenig mehr im Reinen mit mir bin, auch wenn es noch immer Dinge gibt, mit denen ich hadere, aber dieser Dienst hier erscheint mir auch wie eine Art von Buße.

Pass gut auf dich.

Felis


Morgen ist der Narrentag, machte Felis' Kopf einen kleinen Gedankensprung, als sie das Pergament mehrmals faltete, nachdem die Tinte getrocknet war. Keine Feier ohne Felis. Sie musste schmunzeln, als sie an ihren alten Spruch dachte. In diesem Fall wohl schon und es störte es sie nicht mal mehr.

_________________
Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed.
James Bond: And the second?
Q: Always have an escape plan.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Am Wall
BeitragVerfasst: 15.11.15, 14:12 
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Es war kühler geworden. Der Wind zog schärfer um die Ecken des Gemäuers und der Zwerg zog seinen Umhang etwas fester um sich herum, unzweifelhaft das der Morsan bald bevor stand, immer näher auf die Insel zu rückte. Wie die Frostzeit wohl hier auf dieser Insel werden würde? Unbarmherziger, gnadenloser? So schien ihm zumindest alles auf dieser Insel zu sein, als er oben auf dem Torhaus stand und seinen Gedanken nachhing. Der Kopf des Zwergen der gerade so zwischen den Zinnen der Wehranlage heraus gucke, dabei dem Wetter ausgeliefert, so das seine Haare und der Bart im Wind flatterten. Unweigerlich zog er seine Mütze dabei etwas tiefer ins Gesicht, als der Wind so an ihm zerrte.

Man hätte auch eine warme Binge statt dieser zugigen Gemäuer und Zelte errichten können. Er brummte dabei wieder leise auf.

Er sah weiter voran, die Augen des Zwerg lagen auf der Landschaft, keinen Punkt fixierend. Das hier waren keine normalen Schlachten, hier ging es nicht gegen marodierende Trolle oder Orken. Keine Räuberbanden die man aufhalten musste, weil sie sich am Reichtum der Dwarschim vergreifen wollten. Das hier war anders. Kreaturen, die sich gegen die Viere selbst wandten. Es war Existenzieller, wichtiger. Teile davon waren seiner Überlegung entsprungen, nach Siebenwind zu kommen. Er hatte den Kampf gesucht und ihn gefunden. Doch es war anders. Es hatte jene Heiterkeit und Sorglosigkeit der Geschichten verloren, welche man sich bei einem Starkbier am Feuer erzählte. Er hatte keine Ahnung, wie es sich anfühlte selbst in einer solchen Geschichte zu stecken.

Er umklammerte die Kette mit dem Zeichen Bellums, welche um sein Handgelenk gewickelt war. Der Blick glitt dabei wieder voran, in die Ferne des Ödlandes. Er hatte viel gelernt, sogar zu seinem Unbill mit Schild und Axt zu kämpfen. Er wollte sich nie dahinter verstecken, doch schien es ihm nun wichtiger, Bollwerk in der Schlacht zu sein.

Das Schild zwischen den Gläubigen und dem Feind. Er nickte dabei, als ihm die Worte von Schwester Ravenna durch den Kopf gingen.

Er hatte viel Neues gesehen, viel mehr als seinem Bart lieb war, viele Gespräche geführt, dem Feind aus Dämonen getrotzt. Er kam sich dennoch klein vor, als er hinaus sah. Jedes Buch und jedes Gespräch, klärte Fragen, doch schien er nicht näher zu kommen, offenbarte doch auch jedes Gespräch das, was er noch nicht wusste.

Ehre, Mut, Tapferkeit, Demut. Er wusste wie er den Weg bestehen konnte.

Langsam stellte er seine Axt an die Mauer und griff in seine Tasche, holte eine einfache geschnitzte Pfeife heraus und begann sie mit Rauchkraut zu stopfen. Unweigerlich dachte er dabei an die Frau die sie ihm vermacht hatte. Eine großzügige Geste doch sogleich schüttelte er auch den Kopf.

Diese aufsässigen Frauen der Khaela, versuchen meinem Bart doch tatsächlich zu sagen, wo er rauchen darf und wo nicht. Und das nur, weil die Pfeife nicht nach Lavendel duftet. Er grummelte in seinen Bart.

Er steckte sich die Pfeife an und war mit dem Moment für sich sehr zufrieden.


Es war auch nicht alles schlecht. Immerhin gab es Bier.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Am Wall
BeitragVerfasst: 22.11.15, 12:07 
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An Schlaf war nicht zu denken. Es lag nicht an Lothars Schnarchen. Das war sogar irgendwie beruhigend, so gleichmäßig, wie er einen Wald nach dem anderen im Schlaf umsägte. Es waren die Geschehnisse des vorangegangenen Tages. Die erfolgreiche Festnahme eines Anhänger des Einen, das Angebot, Leibwache des Kanzlers zu werden, ein Kamerad mit einem Eisenkragen um den Hals, das lange Warten, der erzürnte Leutnant, die Gewissheit, wieder jemanden aus dem Banner verloren zu haben und dann der Brief.

Felis hätte vor lauter Müdigkeit fast vergessen, ihren Katzen etwas Futter hinzustellen. Kurz nachdem sie das Feldlager erreicht hatte, kehrte sie wieder um nach Falkensee und wollte ins Haus eilen, als sie den Brief fand. Zweimal las sie ihn noch an der Tür, ehe sie endlich eintrat und, geistig kaum richtig bei der Sache, ihren beiden Haustigern etwas zu Fressen hinstellte, um dann wieder ins Feldlager aufzubrechen.

Hier hatte sie sich in ihrem Schlafsack herumgewälzt, bis sie es aufgab und auf den Wall stieg, die dortigen Soldaten des Expeditionskorps kurz und wortkarg grüßte, um dann ins Ödland zu starren. Sie spürte den Brief, den sie in eine Tasche am Gürtel gesteckt hatte. Er wog schwer und wollte offenbar nicht ignoriert werden. Letztendlich zog sie ihn wieder hervor, las ihn erneut.

Ihre Gedanken drifteten davon, überschlugen all die Götterläufe, all die Erfahrungen, die sie gemacht hatte, was letztlich dazu geführt hatte, dass sie hier nun stand. Es war nicht mehr so einfach wie früher. Sie hatte angefangen, manches in sich zu vergraben, nicht mehr zu viel von sich preis zu geben. Auf dieser Insel gab es nur eine Person, der sie wirklich alles anvertrauen würde und die sie gut genug kannte. Sie würde mit ihr darüber reden, aber ein Teil in ihr fürchtete sich auch etwas vor ihrem Ratschlag. Anders als früher, fühlte sie sich nun verpflichtet. Verpflichtet dem Königreich gegenüber, das sie einst gekannt hatte und was, auch wenn es nicht perfekt war, ein halbwegs friedliches Königreich gewesen war. Verpflichtet den Kameraden gegenüber, die hier am Wall wachten. Verpflichtet ihrem Vater gegenüber, auch wenn er nie etwas gefordert hatte. Und verpflichtet gegenüber etwas, was man wohl Buße nennen konnte. Zumindest für sie war es eine Form von Buße, dass sie hier am Wall stand bei Wind und Wetter und statt edlen Gewändern eine Uniform trug.

Und dann tauchte doch ein Teil ihres alten Lebens wieder auf, pochte vorsichtig an ihre Tür und sie war drauf und dran, diese zu öffnen. Aber was würde daraus nun werden?


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Am Wall
BeitragVerfasst: 26.11.15, 16:58 
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Wenn ich an Grünkopfs Stelle gewesen wäre, was hätte ich danach getan?

Die Antwort war nicht schwer zu finden: das Gleiche, was passiert war, als sie in der Kaserne war. Ausfallend wäre sie geworden und sie hätte wieder an diesem zwar nützlichen, aber trotzdem in dem Moment blöden Kerzenleuchter gestanden und ihn festgehalten. Festhalten müssen als eine disziplinäre Maßnahme, da sie ausgerechnet - ausgerechnet! - vor dem Kanzler so ein Theater gemacht hatte. Sie hätte den Leutnant wieder aufgebracht als "Armleuchter" betitelt. Aber sie wäre auch froh gewesen, dass trotz der haushohen Niederlage und obwohl eine Person des Banners zurück blieb, trotzdem nicht mehr passiert war. Der Abend wäre wohl so ähnlich ausgegangen, nur dass ein Rest mehr Furcht in ihren Knochen geblieben wäre. Und sie hätte sich auch für den "Armleuchter" aufrichtig entschuldigt.
Eigentlich hatten sie allesamt Glück gehabt.

Nun saß Felis da und sah auf eine alte Karte dieser Insel, die sie selbst etwas überarbeitet und mit Notizen versehen hatte. Brandenstein war nun mit einigen kritzeligen Strichen nach unten verrutscht und dort, wo es einst lag, hatte sie einfach Wellensymbole draufgemalt. Die Karte sah entsprechend wüst und abgenutzt aus, aber wer würde jetzt das Risiko eingehen und eine neue Karte anfertigen?
Es kam ihr kurzzeitig fremd vor, dass sie sich Gedanken darüber machte, was man im Falle des Schlachtenpasses tun könnte. Aber sicher war, dass ein einfaches Zuschlagen wie am gestrigen Abend gegen einen solchen Feind längst nicht mehr reichte. Das waren nicht mehr ein paar versoffene Piraten, die es sich am Tor gemütlich gemacht hatten, mit denen man sich ein wenig prügelte, ehe man mit ihrem Rumvorrat im Gepäck nach Falkensee zog. Es waren kampferprobte Haudegen mit etwas zu vielen Bündnissen, die sich allmählich gut eingerichtet hatten und deren Rumvorräte wohl soweit aufgebraucht waren, dass sie gut zu zielen wussten, wenn sich ein Bellumsnovize vor ihrem Tor aufbaute oder das Banner versuchte selbiges zu stürmen.
Vielleicht hatte die einstige Einigkeit und Sicherheit vielen früheren Befehlshabern vergessen lassen, dass nichts für die Ewigkeit oder selbstverständlich war. Felis erinnerte sich daran, wie sie damals, als die Ritter noch in Falkensee ihre Burg hatten und es noch das alte Lehensbanner gab, zu Lucius Gropp ging, ihr Können offenbarte und doch nicht gebraucht wurde. Sie hätten schon jemanden. Natürlich. Und auf dieser Insel leben und bleiben alle ewig, ganz zu schweigen davon, dass das Reich Galadon nie Risse bekommen oder in sich zusammenbrechen würde.
Hochmut samt fehlenden Weitblick war wohl die passende Umschreibung, um vergangene Befehlshaber betiteln zu können. Aber wer war sie schon, dass sie anderen ihre alten Fehler vorwerfen konnte? Sie war nur eine von vielen, die das auszubaden hatten, was vergangene Oberhäupter zurückgelassen hatten, ehe sie aufs Festland gingen oder gar - im Falle von Lucius Gropp bzw. Aldorn reichlich überraschend und ein Beweis dafür, dass wirklich gar nichts Bestand haben musste - zum Feind wechselten.

Es fühlte sich für sie auf dieser Insel an, als wenn sich eine Schlinge enger um den Hals zog und sie zweifelte nicht daran, dass das kommende Dunkeltief das schlimmste in der Geschichte dieser Insel werden könnte. Manche verstrickten sich lieber in ihrem politischen Hickhack und wem sein Leben lieb war, der zog sich aufs Festland zurück. Verübeln konnte sie letzteres niemandem und unter anderen Umständen hätte sie das auch getan. Aber es gab nun doch zu vieles, was sie auf dieser Insel band. Ein Eid erstmal, aber auch Persönliches und letzteres gab immerhin Hoffnung.


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 Betreff des Beitrags: Im Felaviertel
BeitragVerfasst: 2.12.15, 23:46 
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Ah, Whiskey!
Was auch sonst? Er würde eh nicht kommen, also konnte Felis auch mal etwas davon trinken. Verdammter Dickschädel! Starrte lieber die Wand an und schickte sie weg, als mal einen Ton zu sagen. Vermutlich auch besser so. In ihr brannte immer noch die Anspannung der vergangenen Zyklen. Aber ein oder zwei Gläschen Whisky würden schon für Ruhe sorgen ...

Mitkommen sollte sie. Innerlich hatte sie geseufzt - nicht schon wieder so eine Patrouille wie am Vortag! Aber nein. Dieses Mal war es ernst und nun saß sie hier in ihrem Heim, leerte ein weiteres Glas von ihrem Whisky und spürte, wie der Alkohol ihren Kopf wunderbar leicht werden ließ. Der Kanzler ist schuld! Diese Worte rotierten in ihrem Kopf schon herum, seitdem es Felis von ihr vernommen hatte. Recht hatte sie doch auch irgendwie. Es fehlte an Banneristen, es fehlte an vernünftiger Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. An Ordnung, für die der Kanzler sorgen müsste. Und dann waren auch noch die Wachen an der Baronsburg weg. Und wohin?

Es war keine gute Idee, solchen Gedanken nachzugehen, während man ein Glas Alkohol nach dem anderen frustriert leerte, seinem treuen Pferd dabei nachtrauernd - wahrlich nicht. Die Gedanken hatten dann die Angewohnheit, in irgendwelche wahllosen Richtungen zu torkeln, wo sie im nüchternen Zustand normalerweise nicht hin finden würden. Dort setzten sie sich dann fest und schienen erstmal wild zu feiern.

Tintin. Ein Gedankenhoppser, wie von Ventus gelenkt. Oh, der arme Tintin. Ausgerechnet ihn, den sie doch eigentlich so schätzte und mochte, seine lockere, angenehme Art ... ausgerechnet ihn hatte sie bewusstlos geschlagen. Natürlich hatte sie sich nicht mehr anders zu helfen gewusst. Sie war ja überhaupt froh und dankte, selbst in ihrem jetzigen Zustand, den Vieren dafür, dass der Anwärter Cormac lebend aus der Burg gekommen war. Warum zum Geier hörte eigentlich niemand auf sie? Schöne Offiziersanwärterin! Und wer war schuld?

Allmählich drehte sich das Haus auf ungesunde Art und Weise. Es wäre nun besser gewesen, sich zurück zu ziehen und einfach einzuschlafen und das hätte Felis wohl auch getan, wären nicht ihre Papiere und das Schreibzeug in ihr beduseltes Blickfeld geraten. Sagte der Kanzler nicht, er schätze offene Worte? Na, die würde er jetzt kriegen! Sie hatte einiges zu sagen ... schreiben und so griff sie ungelenk zur Schreibfeder, verpasste mehrmals das Tintenfass mit dieser, ehe sie dann aber begann einen Brief zu schreiben.
Am Ende versiegelte sie den Brief auf schluderige Art und Weise und wankte mühselig hinaus, griff sich irgendeinen Passanten, lallte was von "Lehensbanner" und "streng geheim!" und schickte den armen Kerl dann nach Seeberg zum Kanzler mit ihrem fragwürdigen Brief.

Fraglich, ob sie sich am nächsten Tag an etwas erinnern würde ...


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Am Wall
BeitragVerfasst: 3.12.15, 00:41 
Einsiedler
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Der Unterschied zu Felis könnte kaum größer sein, wenngleich auch er derzeit mit einem Glas Rotwein dasitzt und seinen Gedanken nachhängt. Doch im Gegensatz zu ihr lässt er all seine Gedanken Revue passieren. Sucht nach eigenen Fehlern, Punkten, die er vielleicht hätte besser ausführen könne. Und natürlich schmiedet er Pläne für die Zukunft, eine Zeit, die unberechenbarer ist als der Zorn Bellums, ungewisser als der Ausgang eines Schiffes bei Sturm auf hoher See.

Rückblick
Da steh ich nun, inmitten dieser verdammten Baronsburg. Warum zum Henker habe ich mir gedanken darüber gemacht, ob, wieviele und vor allem wo die Wachen sind.... keine mehr da ..! Hmmm *er schaut, nachdem er mittlerweile die gesamte Burg durchsucht und bis auf eine eingesperrte Katze nichts gefunden hat, nachdenklich auf den Hebel über dem Haupttor* Öffnen oder nicht.. Wenn ich Pech habe ist das Banner vor unseren Truppen hier.. ich könnte auch direkt zu der Bande Freibeutern gehen und sie informieren .. aber dann verliere ich den eigenen Ruhm .. Verdammt nochmal .. warum müssen Entscheidungen immer so schwer sein? Ich öffne jetzt das Tor und geb in Finsterwangen Bescheid. Schauen wir mal was passiert *gesagt, getan*

Heute
Eines muss man diesen Cortanern lassen! Reagieren tun sie schnell! Kaum ist das Tor offen und habe ich die Nachricht verkündet stehen sie da! Gut bewaffnet... mit Magiern versehen .. scheinbar gut ausgebildet! Was will man mehr? Wenn die Diener des Einen jemals so aufgestellt gewesen wären, gäbe es diese Insel vermutlich nicht mehr. Naja .. das Lehensbanner war vorhin da.. es wird zurück kommen. Noch vor dem Dunkeltief.. diese Burg ist einfach zu mächtig um sie zu ignorieren...

Klar ist es schön, dass der Mann für den in den Auftrag durchführte nun Kaplan ist.. klar ist es schön das ich von dem Ruhm etwas abkriege.. aber .. ist das Alles? Nein! ich will mehr! ich wollte schon immer mehr. Und gerade diese Insel war schon immer ein Zeichen der Uneinigkeit und des Schnellen Reichtums, des schnellen Aufstiegs ... aber auch des schnellen Falls. Sei vorsichtig!

Nun gut.. Einrichtung.. läuft Nebenher - mach dir nicht zu viele Gedanke darüber! Was ist weiter.. was geschieht nun mit dieser Burg und der Reichsgarde? Strategisch gesehen gibt diese Burg alles her. vom Schutz der Einwohner bis hin zur Drangsalierung. Kleine Stoßtrupps nach Falkensee und Brandenstein, sowie Seeberg... ein Haufen Chaos... Chaos .. Chaos .. *er grinst unweigerlich vor sich hin* die Burg gibt die Macht auch den Handel lahm zu legen... jedweder Händler der nicht unter dem Schutz Cortans steht und sich persönlich um eben jenen bemüht würde .. *wieder ein grinsen* nahezu unendliche Möglichkeiten.. Schutzgeld .. Erpressung .. Raub .. Wegelagerei .. ach wie schön ist das Chaos ..


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Am Wall
BeitragVerfasst: 4.12.15, 13:18 
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Langsam näherte sich der Zwerg der Palisade, das fahle Licht der Lampen und Laternen, die das Feldlager in ein sanftes Licht tauchten, zeigten den Weg. Der Soderon erhellte den Wald um ihn und erhoben diesen in eine ruhige, fast zu ruhige Stimmung. Einige Vögel und Tiere, leise Geräusche die sich in die Kulisse mischten. Er trottet langsam durch das Tor und hielt inne, sah in die kühle Nachtluft. Seinen Arm mit der Bandage hielt er etwas fester. Er schätzte die Ruhe derzeit. Er hatte gehofft, auch seine Gedanken hier zur Ruhe zu bringen. Erfolglos, wie er sich eingestehen musste.

Vermutlich wäre das Trosh Fass nach diesem Abend besser gewesen.

Jegliche Ordnung schien heute verloren gewesen. Ein Haufen von Recken, wild durcheinander gewürfelt, keiner wusste was der andere Tat. Er brummte dabei wieder grimmig und zog die buschigen Augenbrauen etwas zusammen. Er war mehr als unzufrieden mit diesem Abend.

Die Hauptgefreite Frau Andras hatte versucht alles in die richtigen Wege zu leiten. Aber sie war halt auch nur eine Frau. Es fehlt ihr natürlich an der nötigen Weisheit und dem Bartwuchs, das war auf der Hand liegend, und dennoch war es sicherlich nicht ihre Schuld, dass es so kam wie es kam.

Es hätte niemand zu Schaden kommen müssen. Es wurde verhandelt und ein Wort gegeben. Abzug im Austausch für die eigenen Leute. Es fand sicherlich nicht seine Zustimmung, sich zurück zu ziehen und auf das Wort von Ketzern war bestimmt auch nicht viel zu geben, aber diese gaben immerhin eine der Personen frei. In Anbetracht der eigenen Lage, war es sicherlich vernünftig dem ausgehandelten einstweilen zu Folgen. Die Festung zurück erobern, konnte man auch an einem anderen Tag.

Dann der Kapitän. Er brummte wieder auf und schüttelte den Kopf.

Vom Meer kam noch nie etwas Gutes.

Er fand sich daran einfach nur bestärkt und fuhr sich durch den Bart. Aber auch das Verhalten von Bruder Sevis war nicht unbedingt jenes, welches er sich erhoffte.

Jeder schien nur noch impulsiv und ohne Verstand zu handeln. Man sagte dies oft seinem Volk nach, doch hatte er selten einen Bresch so kopflos handeln sehen. Es hätte so einfach sein können, es hätten nicht viele zu Schaden kommen müssen. Niemand hätte zu Schaden kommen müssen an diesem Abend.

Stattdessen stehen wir als Wortbrecher da, feige Meuchler und unehrenhafte Halunken.

Seine Flucht gefährdete alle, die zum Verhandeln um seine Freilassung gekommen waren. Der Magier Dur wurde verletzt, Frau Andras kam in den Beschuss und seinen Bart haben sie auch getroffen. Nicht zu vergessen, dass er selbst auch schwer verwundet wurde. Vier Gläubige auf der eigenen Flucht mit reingerissen.

Doch wie hätte er gehandelt?

Zuviele Fragen für seinen Bart und zu wenige Antworten. Er nahm ein Buch in einem Ledereinband hervor und legt es vor sich auf einen der Tische im Feldlager. Er sah auf seinen Codex Belli hinab, als erhoffe er sich, dass eine Antwort entgegen springen würde. Er strich über den Einband und schüttelte den Kopf.

Mut ist nicht Dummheit, der Tapfere nicht ohne Geist. Es ist wahrer Mut, den Zeitpunkt zu erwarten, für den das Opfer des Mutigen vorbestimmt ist und erwartet wird.

Er fuhr sich abermals durch den Bart, lange beschäftigte ihn die Frage, ob es Mut oder schon Dummheit war. Ergebnislos. Doch war er am Ende seiner Überlegungen sicher, dass man jenen die dem Namenlosen dienten, jene die mit List kämpfen und ihre Zunge scharf führen wie ein Schwert, nicht mit Gleichem entgegen treten durfte. Wer Gleiches mit Gleichem vergelte, der handelt nicht besser. Gerade jenen, die nicht mehr als einen Richtspruch zu erwarten hatten, musste entschlossen mit den Tugenden des Herrn entgegen getreten werden. Und ein einst gegebenes Wort, musste gehalten werden.

Nie sollen wir mit Falscheit und List kämpfen. Unser Dienst unter seinem Segen.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Am Wall
BeitragVerfasst: 14.12.15, 13:56 
Einsiedler
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Beiträge: 10
Eine Gestalt hat es sich unter dem Nordturm des Walls gemütlich gemacht, sitzt dort schweigend, fernab neugieriger Blicke und dem wuseligen Treiben der Städte. Vor sich ausgebreitet hat sie eine Auswahl an Kärtchen, aus schlichten Hadernblättern gefertig, die beschriebene Seite dem kalten Steinboden zugewandt. Die dicken Lederhandschuhe erschweren erst das Vorhaben, eine der Karten zu greifen, doch dann legt der Verhüllte diese zur Seite und schiebt den Rest zu einem losen Stapel zusammen.

'Politik.' Das leidige Thema, und wie so oft kommt es ihm in die Quere.

Drei Tage sind erst vergangen, und doch: Wenn er sich das Alter der Aushänge am Brett so ansieht, beginnt er langsam daran zu zweifeln, auf dieser Insel ein gemachtes Nest zu finden, in das er sich setzen könnte. Seltsam eigentlich, man hätte meine können, gerade hier würde das Geschäft in all seiner schattigen Pracht erblühen. Und doch scheint es im Untergrund ruhig zu sein.

Tja, bis auf die Burg eben.

'Politik.' Mit dem elenden Konflikt zwischen Cortan und den "Königstreuen" will er nichts zu tun haben, und noch viel weniger mit den Intrigen der Anhänger des Einen, die sich dort wohl ebenso breitgemacht haben. Aber wenn er keinen anderen Weg zur Kontaktaufnahme findet?

Langsam streckt er den rechten Arm vor, die Hand zur Faust geballt. Dreimal hebt er diese leicht, um sie dann ein Stück heruntersausen zu lassen. Bei der letzten Abwärtsbewegung lösen sich Mittel- und Zeigefinger aus der Faust, um ausgestreckt die Form eines 'V' zu bilden. Die andere Hand greift nach der zuvor weggelegten Karte, um diese herumzudrehen. Die rudimentäre Zeichnung eines Steins liegt nun aufgedeckt.

'Morgenroth, also,' nimmt er die Niederlage seufzend zur Kenntnis.

Und tief in seinem Inneren schreit eine Stimme panisch auf:
'Beschissene Idee!!!'

_________________
So take a little trip down the road and see
What you're gonna find, who you want to be
But you might have to pick between these three:
Rock, paper, scissors


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