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 Betreff des Beitrags: Geschehnisse in Finsterwangen
BeitragVerfasst: 28.11.15, 15:13 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 17.02.11, 20:45
Beiträge: 16
Während eines Dunkelzyklus in Finsterwangen

Zu Beginn des frühen zweiten Zyklus fanden sich nach und nach Männer in einem Kellergewölbe ein. Ende des zweiten Zyklus waren es wohl fünf Männer, die am Tisch saßen, auf dem eine Kerze stand, deren flackerndes Licht die Gesichter der Männer nur schemenhaft erkennen ließ.

„Brüder, ich heiße Euch willkommen im Namen ORPA, in dessen Namen wir tun unser Werk.“ waren die Worte des Mannes, der sich an die am Tisch Sitzenden richtete, nachdem er sich von seinem Stuhl erhoben hatte. „Vieles ist’s, was zu besprechen gilt, ist doch viel Zeit vergangen seit unserem letzten Treffen, viel Zeit, in der Vieles geschehen. Doch lasset uns, bevor wir diesem uns zuwenden, uns ORPA zuwenden, auf dass er uns den Weg weise und uns beistehe in unserem Tun.“ Auf diese Worte hin erhoben sich alle von ihren Stühlen und der Mann fuhr fort, in einer Art Gesang folgende Worte zu sprechen:

„Wo ORPA nicht ist, gibt es nichts!
Wo es aber etwas, da ist ORPA!
Darum ist ORPA in jedem Geschöpf, weil jedes Geschöpf existiert.
Denn ORPA durchdringt jedes Geschöpf.“


Daraufhin stimmten alle Anwesenden ein:

„ORPA! Erfülle uns mit Eifer, dich zu suchen.
ORPA! Erfülle uns mit Verstand, dich zu erkennen.
ORPA! Erfülle uns mit Weisheit, dich zu finden.“



Die Männer setzten sich wieder.

„Brüder! Wir können wieder Hoffnung schöpfen, denn unsere Reihen füllen sich wieder durch Brüder vom Festland, welche bereit, unsere Sache voranzutreiben auf diesem Eiland. Und das Lehen Kairodun gibt uns eine Heimstatt, auf dass wir näher kommen werden unserem Ziel. Doch nicht nur im Lehen Kairodun gilt dieses, denn auch in den Reihen der cortanischen Heere auf diesem Eiland wissen wir um Brüder unserer Sache.“

„Ja, Brüder. Eine Unruhe hat begonnen, welche des Volkes Seele bewegt. Es erheben sich Viele von den Knien, auf denen sie gesenkten Hauptes waren gelegen vor den Götzen der Kirche der Heilgen Viere. Von der Kirche der viere Götzen bewahret und geschützt, hatte bisher der Glaube an diese Götzen wie ein Fels unverrückbar allen Orkanen standgehalten. Doch über Nacht ist alles Gewisse fraglich geworden, wird bezweifelt, was vielen Geschlechtern zuvor ein unumstößliches Heiligtum war. Nun gärt Unrast in den Ländern des einstmals mächtigen galadonischen Reiches. Atmende Angst und Ungeduld herrscht in den Seelen. Alles auf Tare ist von einem ungeheuren Stoß erschüttert. Selbst die untersten Schichten des Seelenreiches, welche sonst unberührt geblieben von den Zeitenstürmen, sind erschüttert von diesem Stoß.“


„Der Bruder spricht Wahres aus. Drum, Brüder, ist es nun an uns, die Gunst der Stunde zu nutzen - auch hier auf dem Eiland. Und das Lehen Kairodun als ein Lehen des Reiches Cortan wird uns dafür gute Dienste leisten. Ich bin mir gewiss, durch den Bruderkrieg wird geschürt die Kampfeslust und Kampfesfreude, welche gärt im Blute eines jeden Geschöpfes. Doch dieser Gewalttrieb allein hat einen knappen Atem. Diese Gewalt, genährt von diesem Trieb, sie schlägt blind und tollwütig zu. Aber ziellos in ihrem Willen, kurz in ihrem Denken, sackt sie nach solchen zähen jähen Ausbrüchen ohnmächtig in sich zusammen. Selbst wo sie ansteckend ist, kommt es nur zu zuchtlosen Rotten, die sich verlaufen, sobald die erste Hitze gekühlt ist. Doch anders ist es, wenn dieser Gewalttrieb einem Geist, einer Idee dient oder diese Idee sich dieses Triebes bedient. Dann werden entfesselt wahrhaft zerstörerische Kräfte, die auf lange Zeit ein Reich in blutige Kämpfe taumeln lassen. Nicht der kurze, blutgebundene Wille zur Gewalt ist es, der uns dienlich sein wird, sondern jene Kräfte des Geistes, die diesen Gewaltwillen zu entfesseln und zu lenken wissen. Erst dieser Bastard aus Geist und Gewalt ist es, der die Wurzel blutiger Fehden ist. Und wir werden es sein, die wir die Geburtshelfer dieses Bastards sind und die wir diesen Bastard zu nutzen wissen für die unsrigen Ziele.“

„So soll es geschehen, Brüder. ORPA wird uns weisen den wahren Weg. Doch jetzt lasst uns studieren diese Schriften aus Falkensee, welche wir erhalten haben von einem Getreuen. Die Kenntnis dieser Schriften wird uns helfen im Kampfe wider dieser unseligen galadonsichen Allianz auf dem Eiland.“


Die Männer beugten sich daraufhin über den Tisch, um die ausgebreiteten Schriften im flackernden Licht der Kerze zu studieren.


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 Betreff des Beitrags: Militärische Planspiele in einer Schreibstube in Finsterwang
BeitragVerfasst: 29.11.15, 05:48 
Einsiedler
Einsiedler
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Registriert: 15.09.10, 18:16
Beiträge: 131
Militärische Planspiele in einer Schreibstube in Finsterwangen

Schon die ganze Nacht hindurch studierte Jorge die auf dem Tisch ausgebreitete große Karte von Siebenwind, zeichnete Kreuze, Linien und Symbole auf die Karte.

"Dreier fähiger Kommandanten bedarf es und einer guten Koordination." murmelt er jetzt vor sich hin. "Drei fähige Kommandanten, die die Truppen zu führen wissen. Das wird den alten Fuchs dazu nötigen, seine Truppen aufzuteilen."

Wieder zeichnet Jorge Linien auf die große Karte, deren Bedeutung einem Betrachter der Karte sich schnell offenbaren würde als eine Darstellung von Truppenbewegungen.

"Es bedarf einer guten Vorbereitung, auf dass zu gleicher Zeit an drei Orten der Schlag erbarmungslos erfolgt. Es muss ein tödlicher Schlag sein wider Falkensee. Hm - was mag dem alten Kauz noch einfallen können, um aus der tödlichen Umklammerung zu entkommen? Nichts! Nichts! Was würde ich wohl tun an seiner Stelle?"

Weiter im Selbstgespräch vor sich hinbrabbelnd zeichnet Jorge wieder und wieder etwas mit einem Kohlestift auf die Karte.

"Schachmatt. Es bleibt ihm nur die Flucht aus Falkensee nach Brandenstein. Und doch - es ist gewiss, dass diese Gefahr der Umklammerung ihm wohl bewusst ist. Denn warum sonst war es seine Bedingung für einen Waffenstillstand, die Verlegung der im Westen von Falkensee stationierten cortanischen Truppen in das Lehen Kairodun zu fordern. Er weiß sehr wohl um die Gefahr, die droht der Stadt Falkensee."

In der kleinen Schreibstube geht Jorge auf und ab, dabei immer wieder einen Blick auf die auf dem Tisch ausgebreitete Karte werfend.

"Der Tempel. Es mag wohl sein, dass selbst er, dem die Götter nichts bedeuten, seine Frömmigkeit bei sich entdeckt, sich im Tempel zu verschanzen versucht, dabei auf den Schutz der Götter hoffend. Er wird sich gewiss erinnern, dass der Tempel schon einmal trotzte den Anstürmen eines Feindes, welcher die Stadt Falkensee im Jahre 12 eroberte, aber vergeblich gegen den Tempel anstürmte. Soll er nur Vertrauen auf den Beistand der Götter. Denn er weiß nicht darum, was anders dann geschehen wird als in jener Zeit, als diese Stadt den Namen Angamonis trug. Dann schnappt die Falle zu und ich hoffe, dass die Comaris dann auch in dieser Falle sitzen."

Jorge rollt die große Karte zusammen und verstaut sie in einer Kiste. Bevor er die Kiste verschließt, fällt sein Blick auf ein schwarzes seidenes Tuch in der Kiste, das von Blut durchtränkt ist. Vorsichtig berührt er das Tuch.

"Jaahhh. Sucht nur Schutz in Eurem Tempel und es wird Euer Grab werden."


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