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Es fing an zu dunkeln. Auf dem Kampfplatz von Brockental waren mehrere Dwarschim versammelt, allesamt schwer gepanzert und mit Waffen auf dem Rücken, oder in ihren Händen. Drei der Zwerge hatten ein beachtliches Arsenal an Waffen ausgebreitet und blickten nun mit gierigen Augen in einen großen Beutel, welcher anscheinend voller Wertsachen war. Immer weitere Krieger trudelten auf dem Platz ein, um sich auf die Marmorbänke zu setzen.
Die drei Bartträger redeten energisch weiter, anscheinend waren sie sich nicht ganz klar, wie sie denn die Beute aus dem großen Sack verteilen sollten. Einer dieser drei, welcher einen Umhang von hohen Abzeichen trug, entschied es anscheinend kurzerhand und ließ die herumliegenden Waffen wegräumen.
Dann erhoben sich die dortigen Krieger zum Gruße, kurzerhand wurden Befehle gerufen, dann formierten sich zwei Gruppen aus den anwesenden Dwarschimkämpfern. Nur wenige Sekunden später sprangen sie aufeinander zu und fingen an, sie gegenseitig mit ihren Waffen zu traktieren. Die Waffen sausten wild durch die Luft, es waren normale Waffen, die zweifelsohne auch töten konnten! Doch geschickt im Kampfe, wie sie waren, stoppten sie ihre Schwünge rechtzeitig, sodass es wohl dem Verlierer klar war, dass der Schlag ihm den Schädel hätte spalten können und sie ergaben sich.
So ging es nun einige Zeit, ein hin und her, Kampfgeschrei, hier und da splitterten sogar einige Waffen, andere gingen, doch getroffen, leicht verletzt oder benommen zu Boden.
Die Bragarim krell Dwarschim ward es, die mit der Talwache eine Kampfübung abhielt. Man sah so manchen Bra’Gar, kampfeswütige Krieger, die den Umgang mit der Waffe fast perfektioniert und dies in ausdauernden Schlachten um das heilige Tal bewiesen hatten. Dann die beiden Grag’Tora, die Führer der Bragarim. Als unschlagbar zählten sie, als Felsen, die auch dann stehen blieben, wenn eine Lawine hernieder rollte. Wer sich mit ihnen im Zweikampf maß, der würde fallen – etwas anderes wäre geradezu undenkbar!
Nur der Heerführer selber vermochte im Kampfe gegen sie zu bestehen ...
Waffenträger der Talwache konnte man wohl auch sehen, die darauf warteten, zum Krieger der selben befördert zu werden – und somit alles taten, um ihr Kampfgeschick zu beweisen. So mancher hatte schon diese, oftmals junge, Dwarschim unterschätzt. Doch an die Kraft der Bra’Gar kamen sie weitaus nicht heran.
Nach einem guten Kampfe fingen die verletzten Krieger an, ihre Brummschädel auszuruhen, während die Anderen noch einige Übungen absolvierten.
Plötzlich kam eine Dwarschim herangerannt, ebenso gepanzert, aber nicht in ach so edlen Metallen wie die dortigen Zwergenkrieger. Laut schrie sie, hörbar aufgebracht, herum. Sofort ging ein Knurren, Grummeln und Brummen durch die Reihe der Bragarim und der Wache, sie sprangen auf und sammelten sich nach einem lauten Befehl der Grag’Tora. Die Waffen wurden fest gepackt, die Gesichter wurden grimmig und ein Funkeln erschien in ihren Augen.
Die Nachricht hatte sich in ihrem Kopf festgesetzt: ‚Dunkle Reiter an der Kreuzung!’
Allen Dwarschim hing nur ein Gedanke in ihrem Dickschädel ... Rache. Rache, die sie jetzt erhalten würden. Und das, bis auch der letzte Unheilige tot am Boden lag!
Schwere Schritten waren von da an zu hören, die sich Richtung Kreuzung bewegten. Ein kampfwütiges Gebrüll folgte ihnen auf Schritt und Tritt, durch das Tor hindurch, über den Weg, an dem Sichelberg vorbei, hinunter zur Kreuzung, auf der ein ehemaliger Grag’Tor die Streitmacht erwartete.
Und dort standen sie. Sechs Reiter, dunkel gekleidet und mit Helmen auf den Köpfen. Hinter diesen Reitern standen zwei Menschen, ein ebenso dunkel gekleideter, als auch ein Ritter. Diese beiden waren in einen wilden Zweikampf verstrickt, während der Dunkle seine Axt nach dem Ritter schwang, versuchte dieser sein Schild mit aller Kunst einzusetzen und das Schwert nach dem Dunklen zu schlagen. Es ging einige Zeit hin und her, während die Zwerge, die Schlacht erwartend, ihre Gegner verspotteten und den Einen verhöhnten.
Währendbei standen einige Geweihte, wie auch ein paar Krieger der Menschen, die jedoch aufgrund der großen Anzahl Dunkler kaum eine Bedrohung darstellten. Die Zwerge kümmerten sich nicht um diese, sondern provozierten weiterhin die Reiter, welche sie schlichtweg ignorierten.
Der Ritter führte einen Hieb nach vorne, wobei er seine Deckung vernachlässigte, sodass der Schwarze die Chance nutzt und seine Axt mit aller Kraft nach ihm schwang ... und ihn traf. Der Ritter wurde zu Boden geschleudert und blieb dort ohne weitere Regung liegen. Ein Gemurmel ging durch die Reihen der Menschen, während die Zwerge den ersehnten Kampf nun erwarteten – doch der Unheilige stieg auf sein Pferd, mitsamt der anderen Reiter, trottete er langsam los, gen Schieferbruch ... ohne die von Zorn erfüllten Zwerge zu beachten. Diese sahen den Feind entfliehen und stürmten heran, auf ihren kleinen Beinen getragen erreichten sie schnell die Reiter, welche nur langsam voranritten. Äxte wurden geschwungen, nach Tier und Reiter ... doch selbst der direkte Angriff ließ die Dunklen nicht aus ihrer Ruhe kommen, sie ließen es geschehen und ritten nur langsam weiter gen Schieferbruch, verfolgt von den waffenschwingenden Zwergen. Schließlich sammelten die Reiter sich vor Schieferbruch, da sie nun doch die rennenden Dwarschim einige Schritte abgehängt hatten.
Zum ersten Male zeigten sie eine Reaktion, drei der Reiter sprengten voran, einem wutschnaubenden Waffenträger entgegen. Dieser schwang seine Axt nach dem ersten Reiter und setzte sich dann flink zwischen den Beinen, des mittlerweile stehenden Pferdes, hindurch. Er sprang ab und wirbelte die Axt nach dem Reiter, welcher schwer getroffen sich nur mit Mühe noch auf dem Pferd halten konnte. Sogleich ward der ehemalige Grag’Tor krell Bragarim bei dem Waffenträger und stieß, Lobeshymnen zu Bellum singend, seine Axt auf die Pferde ein. Ein Ruf der übrigen Reiter erschallte und die drei Angreifer zogen sich, mit Blessuren und verletzten Pferden, zurück. Die gesamte Zwergentruppe ward nun eingetroffen und stellte sich den Reitern in Reihe gegenüber.
Laut riefen diese, dass sie keinerlei Streit mit den Dwarschim hegten, was mit rüden Schimpfwörtern und höhnenden Gelächter beantwortet wurde. Mit Kampfgelächter forderten die Dwarschim zum Kampfe! Die Unheiligen betrachteten die erzürnten Zwerge und bemerkten wohl ihre Unterlegenheit – aus welchem Grunde nun auch immer, sie rissen ihre Tiere herum und ritten im schnellen Galopp davon, Richtung Palisade ... die Dwarschim, sichtlich enttäuscht, betitelten sie noch brüllend als ‚Feiglinge’, auch als schon der letzte Reiter in der Nacht verschwunden war.
Erfreut über ihren imposanten Eindruck, welchen sie wohl gemacht hatten – da die Unheiligen Hals über Kopf die Flucht ergriffen hatten – aber auch enttäuscht, mit ihnen nicht vollends abgerechnet zu haben, stapften sie den Weg zurück, hinauf ins Brockental. Auf dem Wege trafen sie weitere, jüngere Zwergenkrieger an, welche sie mit nach Hause begleiteten ...
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