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 Betreff des Beitrags: Die Suche....
BeitragVerfasst: 5.09.02, 18:25 
Edelbürger
Edelbürger

Registriert: 9.12.01, 03:14
Beiträge: 2593
Wohnort: Bella Italia
Eine Frau in einfachen Kleidern, obwohl sie scheinbar fast nagelneu scheinen, sind diese mit Erde und Gräsern bedeckt, und verschmutztem Gesicht wandert durch die einsamen Wälder Siebenwinds. Aber sie scheint nicht verstoßen zu sein oder gejagt, vielmehr scheint sie die Einsamkeit zu suchen.....die Ruhe....

Fast lautlos tritt sie durch das Dickicht im Wald, Tiere kreuzen ihren Weg und bleiben einen Moment stehen und beobachten sie.

„Was mag an dieser Frau dran sein, das selbst die Tiere nicht verschrecken?“

Die Frau mag vielleicht 20 Lenzen alt sein und unter dem Dreck im Gesicht scheint ein sehr ausdrucksstarkes Gesicht zu liegen, aber etwas scheint dieses Gesicht zu entstellen. Vielleicht mag es die Trauer in ihrem Gesichtszügen sein, der deutlich erkennbar ist.....

Unbeirrt tritt sie ihre Wege weiter....

„Was sucht sie in den tiefen Wäldern, fernab der Zivilisation?“

Als das Dickicht aufbricht und sich eine Lichtung vor ihr auftut, schreitet sie langsam dahin, um sich in der mitte, bei den Blumen, hinzusetzen.
Ihre klaren blauen Augen scheinen, beim genaueren hinsehen, betrübt zu sein.

„Was bedrückt diese Frau?“

Fast gleitend legt sie sich mit den schmutzigen Sachen auf die Wiese und starrt in den Himmel. Gedankenverloren......

Vereinzelte Tiere näheren sich ihr, sie scheinen ihre scheu verloren zu haben. Waren sie je domestiziert ? Unwahrscheinlich in dieser Wildnis und bei diesen Tieren.
Vogelzwitschern wird lauter und nähert sich ihrem Kopf, bis zwei Vögel, ein Liebespaar der Göttin, sich auf ihr niederlassen und sie beobachten.
Rehe, die trotz der nähe eines Menschen, unvorsichtig sind und an diese Frau herankommen.

Leise entrinnt ihr aus der Kehle, als eine Träne aus ihrem Auge kullert und ihre Wange herunterrinnt:

.....wieso.....

„Was war passiert ?“

In jenem Moment verstummen die Tiere und starren scheinbar Fassungslos zu dieser Frau.

„Wer mag diese Frau sein, einsam und verlassen mit Tieren in der Wildnis....?“

Für einen Bruchteil eines Wimpernschlages schließt sie ihre Augen und atmet kurz durch. Fast vorsichtig bedacht streckt sie ihre Hand zu einem Reh aus. Jenes Reh verschreckt aber nicht, es steht ruhig da und blickt auf diese Hand, bis sich das Maul öffnet und die lange klebrige Zunge des Rehes über die Hand der Frau streicht. Ein leises seufzen entrinnt ihren Mund, als sie wieder nur für einen Moment ihre Augen schließt und dann hauchend fortfährt:

....tust du das, Herrin......

Die strahlende Sonne tänzelt über ihren Bauch, eine sanfte Windbrise haucht über ihre Haut und eine leichte Gänsehaut entsteht, als sie diese Berührung spürt.
Immer mehr Tiere scheinen jene Wiese aufzusuchen und sich dort zu versammeln. Aber kaum ein laut ist mehr zu vernehmen, alle scheinen gespannt zu sein, was kommen mag.

Ihre Glieder streckt sie von sich und schaut wieder für einen Moment einigen Wolken zu, wie jene vorbeirinnen.

....du, die jeden schützen sollte.....

....me culpa Vjera Vitamae, ich zweifle nicht an dir meine geliebte Herrin, nein.....an mir....me culpa Vjera Vitamae....


Immer wieder wiederholt sie diese Worte. Tränen rinnen ihre Wange herunter, scheinbar nicht endend.

„Was mag geschehen sein?“

Dann verstummt sie wieder und viele Gedanken kreisen durch ihren Kopf....

....Freunde.....
....Familie.....
....Liebe....
....wie sehne ich mich danach, Tagen....Tagen voller Ruhe....Einsamkeit.....Frieden.....
....lange ist es her, das ich dies gemacht habe....zu lange......


Ein leichtes prusten aus ihrem Mund, aber keines jener Tiere zuckt zusammen, nein, sie kommen sogar näher zu ihr.....
Ihr Körper zittert leicht unter Anspannung und ihre geröteten Augen blicken weiter zum Himmel.
Ein Frettchen springt auf einmal auf ihren Bauch, nicht irgendein Frettchen, es ist ihr Frettchen, das sie aufzog und mit nach Siebenwind brachte.
Voller Liebe leckt das Frettchen die Tränen dieser geschundenen Frau auf und drückt seinen Kopf an ihre Wange.
Für einen kurzen Moment huscht ihr ein lächeln über die Lippen, was aber auch gleich wieder verstummt und ihr trauriger Gesichtsausdruck wieder zum Vorschein kommt.

.....so viele Zweifel....
.....so viele Fragen....
.....und kein Lebewesen vermag ihr zu helfen.....


Mit großen Augen von allen Seiten, von allen Tieren, wird sie angestarrt. Nur Schritte entfernt stehen Jäger und Gejagte, Wölfe und Rehe, Bären und Hasen....
Aber niemand scheint einen Schritt zu wagen, nur das kleine Frettchen....ihr Frettchen....sucht die Nähe zu der Frau und versucht ihr den Kummer zu nehmen.....versuchen....
Als das Frettchen die Tränen nahezu aufgeleckt hat, leckte es damit auch den dreck auf dem Gesicht fort....
Und zum Vorschein kommt eine wunderschöne, aber gebrochene Frau.....

Stumm starrt sie bis in die Nacht in den Himmel und keines dieser Tiere weicht von ihrer Seite.


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