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 Betreff des Beitrags: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 18.01.17, 13:14 
Einsiedler
Einsiedler

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Eine Lektion.... Buße.... Falsch gehandelt....

Den ganzen Morgen schon dominierten diese Worte seine Gedanken. Selbst in der Gewohnheit seiner täglichen Übungen konnte er keinen klaren Kopf gewinnen und musste ständig an die Predigt des Magisters denken.

Hatte der Magister Recht? Hatte ich unrecht? Verrat gehört bestraft, aber besser fühle ich mich trotzdem nicht... Habe ich Angamon wirklich enttäuscht?!

Er hielt inne, die Klinge in seiner Hand senkte sich zum Boden und bohrte sich in den weichen Boden im Innenhof.

Ich habe versagt. Ich muss büßen.

Schlamm spritze kreuz und quer als er auf die Knie fiel und sich mit beiden Händen abstütze. Nie hatte er an dem Weg, den er ging, gezweifelt - bis gestern. Sein Schwert rammte er in den Boden vor sich, langsam schlossen sich seine Augen und mit schwacher Stimme sprach er:

Verzeih mir Gottkönig. Ich habe falsch gehandelt. Verzeih mir Gottkönig. Ich habe falsch gehandelt. Verzeih mir Gottkönig.

Den ganzen Morgen verbrachte er so. Immer wieder sprach er die Worte, ohne sich aus dem Dreck zu erheben. Einige liefen an ihm vorbei, manch einer sprach ihn sogar an. Aber keine Reaktion, nur die Sätze kamen unentwegt über die Lippen.

Verzeih mir Gottkönig. Ich habe falsch gehandelt. Verzeih mir Gottkönig.

Er hatte einen langen, harten Weg vor sich. Den Weg der Buße, den Weg der Wiedergutmachung. Aber er würde den Weg ganz gehen. Bis zum Ende, bis Angamon ihm verzeiht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 18.01.17, 13:53 
Edelbürger
Edelbürger
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Wohnort: Good old Cologne.
...Stundenlang saß er nun schon in der Kälte...seine Beine hingen angewinkelt über den Rand des Torhauses herunter...

...er beobachtete das karge Treiben im Hof des Kastells...als er am morgen auf die Zinnen stieg wäre er fast abgestürzt...das marode Mauerwerk war ihm zuwider...das gesamte Kastell war ihm mittlerweile zuwider...

...sein Interesse galt schon eine Weile dem Kerl, der sich dort vor Bußfertigkeit in den Dreck geworfen hatte...er kam nicht umher sein Gesicht unter der Kapuze zu einem Grinsen zu verformen...der Junge würde sich noch den Tod holen...

...jedoch wollte er ihm keine Warnung zurufen...jeder musste mit dem Geschehen selber zurechtkommen...ihm selber wurde schließlich seine gesamte Identität geraubt...er würde nie wieder zur heiligen Bruderschaft der Tardukai zurückkehren können...vielleicht war er gar beim Allvater selbst in Ungnade gefallen?...

...mit dieser Gewissheit und der abklingenden Wut im Bauch prüfte er eine der Zinnen mit knarzenden Lederhandschuhen...als ihm jedoch der lose Mörtel bereits entgegenfiel beerdigte er seine kühne Idee dort eine Schlinge zu befestigen...

...also schlug er das Kreuz des Vaters vor seiner Brust und beobachtete weiter den Mann im Hof...

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 19.01.17, 16:49 
Einsiedler
Einsiedler

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Bis tief in der Nacht hockte er noch im Schlamm und mit seiner letzten Kraft schleppte er sich aus der Kälte in das etwas wärmerer Schlafquartier zu seinen Gefährten. Gerade so erreichte er noch sein Bett und lies sich in voller Montur einfach auf die minderwertige Schlafmöglichkeit fallen. Schnell fiel er ins Reich der Träume und hörte immer wieder die selben Worte von innen gegen seinen Schädel donnern

Eine Lektion. Es ist eine Lektion. Eine Lektion.

Der Schlaf war nur von kurzer Dauer und nicht sonderlich erholend. Müde und erschöpft zog er sich aus dem Bett, schlenderte ziellos im Kastell umher, bis er im Innenhof an einem Wasserfass ankam. Mit beiden Händen tauchte er tief in das Fass voller dreckigem, abgestandenem Wasser und kippte sich das kühle Nass ins Gesicht. Trotz des Drecks und Gestank erfrischte es ihn.

Sag mir, Gottkönig, sag mir wie ich büßen kann. Gib mir ein Zeichen!

sprach er laut, während sein verschwommenes Spiegelbild im Wasser ihn anstarrte. Der Blick wanderte hoch in den Himmel, eine klare Nacht über dem Kastell ermöglichte den Blick auf das Sternenbild.

In Seiner Halle finde ich hoffentlich Antworten...

...sprach er darauf leise zu sich selbst und schwang sich auf seinen Hengst, der ganz in der Nähe untergebracht war. In vollem Galopp ritt er gen Finsterwangen, ein knapper Gruß ging an die Wachen am Tor und direkt wurde die Treppe zum Heiligtum angesteuert. Einen geübten Handgriff später war sein Pferd fest am nächsten Baum gebunden und mit holprigen Schritten trat er auf die Treppe zu.

Der linke Fuß berührte gerade die erste Stufe, da durchfuhr es seinen ganzen Körper. Eine Kälte, ein Unbehagen im ganzen Leib und ihm blieb nichts anderes übrig, als stehen zu bleiben. Mit einem Fuß auf der Treppe stand er da, den Blick hoch zum Eingang des Schreins gerichtet. Er fühlte sich unwohl, er fühlte sich alleine. Und so sehr er es auch wollte, er konnte einfach keinen weiteren Schritt in Richtung Heiligtum gehen. Stattdessen kniete er sich vor der Treppe nieder, senkte den Blick auf die Stufen und sprach mit druckvoller Stimme:

Angamon, König aller Götter, wir haben gesündigt. Wir haben geurteilt, wo kein Recht zu Urteilen war. Ich habe gesündigt, ich habe versagt. Lass mich büßen für meine Fehler, auf das ich dir dienen kann, auf das ich dir folgen kann ohne vom Weg ab zu kommen, auf das dein Antlitz das ganze Eiland erleuchtet. Und bis dahin werde ich dein Heiligtum nicht mit meiner Anwesenheit verschmutzen.

Kaum waren die Worte seinem Mund entwischt erhob er sich wieder und ritt zurück zum Kastell, vielleicht konnte er jetzt noch einige Stunden Schlaf finden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 5.02.17, 21:19 
Einsiedler
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Die alte Ordnung war einmal. Die neue Ordnung folgt.

Mit einem gezielten Tritt werden die Reste von dem, was wohl mal eine Schiefertafel war, über den Platz verteilt. Mit einem tiefen Seufzer folgt sein Blick den kleinen Schieferstücken und wandert dann langsam die Treppen zum Heiligtum hoch. Aus dem Eingang drang ein einladendes Licht zu ihm durch. Er wollte dahin, aber er konnte nur schauen. Ein Anblick, den er ertragen musste. Einen Anblick, den er aber nicht ertragen wollte. Bis der Gottkönig sich seiner wieder annimmt, konnte er einfach nicht in das Heiligtum. Sein Geist wollte, der Wille war stark, aber seine Beine, die wollten nicht. Wie gelähmt blieb er solange auf der ersten Stufe stehen, bis er kehrt machen musste. Sein Körper hatte Verlange und die mussten gestillt werden.

Ich werde es wieder gut machen. Das Lehen, der Glaube, Sein Wort... Das alles wird bald wieder in neuem Glanz über die Insel herrschen. Und niemand wird uns aufhalten können!

Und so schreitet er wieder vom Heiligtum weg. In das Dunkel der Nacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 5.02.17, 22:39 
Edelbürger
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Vor dem Altar kniend erinnerte er sich seiner Worte, die ihm so spontan zur Andacht aus dem Mund flossen vor der Gemeinde. An das Geräusch, als die beiden steinernen Tafeln in unzählige Scherben zerbarsten. Und an den Anblick des Scherbenhaufens...

Valkun, ein Vernichter und ein Schöpfer. Zuallererst aber ein Weggefährte. Sicher, ein Wolf in der Haut eines Menschen, doch nur ein Wolf würde es wagen, für seine Freiheit seinen letzten Herren niederzuringen. Jenen goldenen Drachen, auf denen Schuppen die Gebote und Verbote der Welt glänzten - der alles war, was je von Wert geschaffen wurde und alles war, was auch jemals von Wert geschaffen werden sollte. Nur ein Wolf war in der Lage, die höchste und edelste Tugend zu ermorden und in Blut zu ertränken, um sich seine Freiheit zu erkämpfen. Freiheit vor dem "Du-sollst", das die Schuppen des Drachens zierte, und Freiheit von dem "Du-sollst-nicht", das sein feuriger Atem in brennenden Buchstaben in den Himmel schrieb. Freiheit zu "Ich-will", das war der Preis für diesen Mord, das Recht Nein-zu-Sagen, das Recht zu neuen Werten, nur der Vernichter würde dafür morden. Deshalb musste Valkun ein Wolf sein, nur Hunger, Blut, Mord und die Jagd kennend. Nur ein Wolf findet im Höhsten und Edelsten und Heiligsten noch Wahn und Irsinn und nimmt sich heras, zu erschlagen, was ihm einst das Liebste war.

So predigte er vor der Gemeinde, wahre und ehrliche Worte über seinen Weggefährten. Einen Weggefährten, in den er mehr Vertrauen gesetzt hatte als jeden anderen Schwarzmagier auf dieser Insel. Er hatte einen Scherbenhaufen hinterlassen, ganz gewiss, doch auch großes Werk vollbracht


Valkun war auch ein Schöpfer, nicht nur ein Wolf, denn ein solcher kennt nur das Morden und das Töten. Wo der Wolf die alte Ordnung in Blut ertränkt, da sucht der Schöpfer nach neuen Werten, nach einem neuen Sinn. Er greift in schemenlose Schatten auf der Suche nach einer neuen Wahrheit, manchmal irrt er, manchmal stolpert er, doch er weiss, dass es Pflicht ist, nicht nur die alte Ordnung zu ermorden, sondern auch eine neue Schöpfung und neue Werte in diese Welt zu bringen. Valkun war ein Vernichter und Wolf, als er die Säulen des Tempels von Falkensee umstürzte und die Soldaten des Expeditionskorps in den Tod riss. Aber er war ein Schöpfer zugleich, als er in den Ruinen von Falkensee Platz schuf für die freie Stadt Luth Chalid.

Eine Erkentnis aber, die sprach er nicht vor der Gemeinde aus. Valkun war nicht nur ein Weggefährte, er beschritt auch andere Wege, vage und verborgen im Schatten. Gefährliche Wege wohlmöglich, doch in Wahrheit einen Schritt voraus...

Zuletzt war Valkun ein Verkünder gewesen. Selbst in seinem Vergehen kündete er noch vom kommen der edlen Seele, der neuen Ordnung der Dinge, der Umwälzung von Allem-was-war, genauso wie der Blitz das Kommen des Unwetters verkündet. Valkun stand am Abgrund, wie ein Baum dessen Äste nach dem Höchsten im Himmel greifen und dessen Wurzelns ins tiefste und finstere Erdreich gingen. Viele andere Magier hatte er am Abgrund stehen sehen, alle hatte er bisher fallen sehen, anstatt das ferne Ufer der edlen Seele, diesen fernen Horizont hinter all den Nebeln zu erreichen. Aber zum ersten Male auf dieser Insel war seine Gewissheit erschüttert, dass es tatsächlich besser war, den Sprung über den Abgrund nicht zu wagen, sondern bei Seite zu treten. Ja, Valkun war ihm einen Schritt voraus gewesen, vielleicht war es ein falscher Schritt, doch allein der Mut, diesen Schritt zu tun...

Diese Erkenntnis, dieses Eingeständnis, kam in der Stille über ihn. Und dort musste es als Geheimnis verbleiben, unausgesprochen und in der Stille für alle Ewigkeit begraben.

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
Predigt zum Nachlesen, aus Logs zusammengesetzt, daher Vorsicht bei Umlauten

Valkun war ein Vernichter. Er zermalmte das Expeditionskorps in seiner linken Hand. Mit seiner rechten Hand riss er die Sulen des verhassten Tempels in Falkensee ein. Er war ein Wolf, er wollte seine Freiheit erringen, er wollte seinem letzten Feind ins Auge schauen und ihm die Kehle rausreissen. Den letzten Gegner niederringen - und was gibt es Höheres und Größeres als über die alte Tugend, die alte Ordnung, das alte Recht - den alten goldenen Drachen zu siegen?

Vor zwei Jahren noch erschien uns dieser Drache riesig. Das Reich Galadon war der Drache, die Kirche war der Drache - das Recht und das Wort der Viergetter war der Drache. Doch Valkun war bereit diesen Drachen niederzuwerfen und ihm seine Schuppen vom Leib zu reissen. Dieser Drache, auf jeder seiner goldenen Schuppen stand "Du-sollst". Doch Valkun sagte sich im Geiste "Ich-Will". Der Drache sprach ein "Du darfst nicht". Doch Valkun war sich gewiss, dass ihm keine Grenzen gegeben waren. Alles was je an Wert geschaffen war, das glänzte am Drachen. Alles was auch jemals von Wert sein sollte, das war der goldene Drache und seine Schuppen - doch dennoch erschlug Valkun ihn. Er erschlug das Höchste aller Dinge, in dessen Schuppen alles glänzte was jeh geschaffen war. Was sein sollte und sein durfte. Er erschlug die alte Ordnung.

*zwei der Anwesenden kriegen Tafeln mit Geboten und Verboten ausgehändigt*

Es ist Heute an euch in Erinnerung an Magister Valkun die Tafeln zu zerschlagen. Die Schuppen, auf denen "Du sollst" und "Du sollst nicht" niedergeschrieben steht. Sammelt eure Gedanken. Denkt büer all die Dinge nach, die euch verboten wurden unter der alten Ordnung. All die Gebote, das "Du darfst" und "Du sollst. Denkt an die Zerstörung, die wir ber diese Insel brachten. Die einen Tempel hinweg fegte. Eine Stadt verschlang. Aus einer Armee einen Haufen von Leichen und Knochen machte. Dreht euch um, zeigt die Tafeln der Gemeinde. Die Tafeln mit den alten Geboten. Die Schuppen des goldenen Drachens.

Heute findet "Du Sollst" ein Ende. Kein "Du darfst nicht". Keine Gebote. Keine Befehle. Ich überlasse euch, was ihr mit diesen Tafeln macht. Erschlagt ihr die alte Ordnung? All das was je von Wert war? Und nach dem Willen der alten Götter jemals von Wert sein sollte in alle Zukunft und Ewigkeit? Wollt ihr heute, hier und jetzt Zersötrer sein? Vernichter sein?

*Die beiden Männer zerschlagen die Tafeln, nur ein Scherbenhaufen verbleibt*

Seht die alte Ordnung zerstört, in Scherben geschlagen! In Erinnerung an Valkun, den Zerstörer und Vernichter. Er war ein Blitz, der niedergeht - und das kommen des Unwetters verkündet. Sein Vergehen erleuchtete den fernen Horizont. Valkun war nicht nur ein Wolf, der den goldenen Drachen erschlug und Tare mit dessen Blut tränkte. Er war auch ein Verkünder. Ein Schöpfer. Ein Sucher einer neuen Ordnung. Denn er wusste, dass der blutrünstige Wolf nichts erschaffen kann. Das etwas an Neues an die Stelle des Drahen treten muss. Eine neue Ordnung, die wir suchen müssen, die wir in den mysteriösen Zeichen Angamons erkennen müssen, nach der wir greifen müssen. Valkun wusste dies, so folgte seiner Zerstörung eine neue Schöpfung. Auf den Ruinen der Stadt Falkensee schuf er mit treuen Weggefährten Platz für die freie Stadt Luth Chalid.

Wer weiss, ob diese Stadt die letzte, die beste Schpfung war? Nur der Gottkönig. Doch trotz aller Ungewissheit erschuf Valkun etwas Neues. Und vielleicht Besseres. Wir dürfen nicht vergessen, dass er nicht nur ein Vernichter war, nicht nur ein Zerstörer, sondern auch ein Schöpfer. Nicht nur ein Wolf, sondern ein Verkünder dessen was kommen muss im Namen Angamons.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 6.02.17, 00:03 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon...

Als ihn die niederen Daimonen aus dem Limbus empor rissen und er den Wind ihrer Schwingen im Gesicht spürte, fühlte er die Kälte des eisigen Morsan. Kälte - ein Gefühl, welches der schwarze Magus lange nicht gespürt hatte. All die Gefühle waren ihm vergangen und versagt. Je näher sein Weg an Angamon heran führte, umso mehr verlor er das, was die Menschen so ausfüllte. Doch es war recht. Es war ein Abfallprodukt seines Aufstiegs zur Macht. Denn das war es wonach er strebte in all seinem Tun. Das war es, wozu ihn seine alten Lehrmeister formten. Angamon war für sie alle ein Weg, nicht das Ziel. Ein Weg, am Ende dessen nur die Vernichtung stehen konnte. Doch aus dem Äther der Seele wird den Nützlichen, den mächtigen Unsterblichkeit gewährt. Der Wiederaufstieg in seinen Reihen. Und all sein Handeln war darauf konzentriert diesen Weg zu beschreiten. Seine Eignung zu beweisen, um Macht und ewiges Sein zu erlangen.

Doch auch das war nicht das letzte Ziel Valkuns. Es war Teil des Weges, den er laufen musste, um das zu schaffen, wozu die meisten Magi zur Linken nie fähig waren, so wie es Angamon selbst nachgesagt wurde: Zu erschaffen. Valkuns Ziel war es, eine neue Gesellschaft zu erschaffen. Die alte Welt umzukehren. Nicht um Angamon wegen und dessen neuer Ordnung, sondern um einer Gerechtigkeit wegen. Eine Welt, in der Stärke regiert und sich der Geist endlich frei entfalten konnte. Angamon war ein Bündnis. Xerxes', Larialle, Marnion und wie sie alle hießen. Sie alle griffen nach Macht - der Macht wegen. Für sie war es ein Selbstzweck oder es war das Werk Angamons. Ein eigenes Werk vollbrachten sie nie. Diese Lehren stammten aus seiner Feder. Vielleicht auch aus der Schattenhands selbst. Niemand sollte es je erfahren.

Als die geflügelten Daimonen ihn höher trugen, sah er herab zum siegreichen Heer Kairoduns. Und es schossen ihm weitere Gedanken durch den Kopf ...

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Zuletzt geändert von eJor am 6.02.17, 00:36, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 6.02.17, 00:35 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon...

Die Maske glitt aus der tiefen Robenöffnung heraus und begann den mittlerweile weiten Weg zum Boden zu fallen. Viele Magier zur Linken sammelten Zierrat. Doch er trug die Maske als Symbol. Ein Symbol seiner Ethik, die die wenigsten verstehen wollten.

Valkun selbst war eine Figur, welche der Magier zu spielen wusste. Niemand sollte in sein Inneres blicken. Niemand sollte erfahren, wo er herkam und was seine Beweggründe waren. Eine Regel des Pfads zur Linken, welche ungebrochen langsam aber sicher in die Vernichtung führt. Noch schneller in den Abgrund führt aber das nicht-einhalten dieser einfachen Regel. Es gab nur eine Möglichkeit sich oberhalb dieses Abgrunds zu halten. Man brauchte Verbündete. Diese Verbündeten im Geiste fand der Magus in der Gefolgschaft des Propheten Schattenhands, dessen Lehren auch weiter durch die geheimen Zirkel hallen sollten. Es waren die engsten der engen Verbündeten, welchen er vollstes Vertrauen schenkte. Es war der innere Zirkel der Schattenhand: Sullin, Lukas, Matisyahu, Darel und er. Fünf Finger einer Hand, für fünf Daimonen und fünf Magi zur Linken. Niemals hatte ein einflussreicherer Zirkel diese Insel gelenkt. Ob nun vor Götterläufen oder dieser Tage. Doch die allgegenwärtigen Lügen überall ausserhalb dieser engen Gemeinschaft belasteten den Geist. Sie machten einsam und passte man nicht auf, so suchte man kurz darauf nach einem Sinn für eine gerade ausgesprochene Lüge.

Die Maske die er trug wog schwer und vielleicht nahm das Gesicht darunter nach und nach den ausdruckslosen Blick eben dieser an. Den Wandel im Hedonismus lobpries er als Dienst an Angamon. Vielleicht war es eine Facette Yerrodons, jedoch war es eher Valkuns Griff nach all dem, was ihm einst Freude bereitete. Letzere war großteilig in den endlosen Abgründen der Dunkelheit vergangen. Nach und nach saugte Angamons Segen sein Leben aus wie Gift. Er tanzte, ging Orgien mit Huren nach und er trank wovon die meisten im Schnee an ihrem Erbrochenen verrecken würden. Alles, um nach einem letzten Rest zu suchen, von dem, was einmal war. Doch er fand diesen Rest immer seltener.

Als die geflügelten Daimonen ihn höher trugen, sah er herab zum siegreichen Heer Kairoduns. Und es schossen ihm weitere Gedanken durch den Kopf ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 6.02.17, 12:45 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Korrektur der Geschichte

Kurze Zeit beschäftigten sich die Daimonen mit sich selbst und so wirkte es einen Augenblick, als würde her zurück fallen. Auch seine Gedanken glitten tief in die Vergangenheit. In seine Ausbildung bei Matisyahu und Darel. Bei all der Geschichte, die er von seinen Lehrern, um den Fall der linken Akademie und die Einsetzung eines Erzmagiers durch die Tardukai war. Darel wurde abgesetzt und verbannt. Der neue Erzmagier war vermutlich nicht einmal ein Magier, aber er war eine Marionette der damals noch heiligen Bruderschaft und das ist es, was Sieger in einem Krieg zur Wahrung ihrer Herrschaft benötigen. Lakaien und Marionetten, die tun wie ihnen befohlen. Doch im Exil schmiedete Darel - als Dracomagus verspottet - seine Rückkehr. Zumindest sprach er dies. Es muss mittlerweile weit mehr als zehn Götterläufe her sein.

Valkun als sein Schüler sah es zuerst als sein Werk, um in die Gunst des rechtmäßigen Erzmagiers Darel zu treten und sich als Akteur zu beweisen. Die meisten Schüler treten niemals aus den Schatten ihrer Meister, verkümmern und vergehen im Wandel der Zeit. Doch die Skrupellosigkeit des Valkun zeigte sich früh im Streit mit der damaligen Akademie und ihren falschen Erzmagiern. Anstatt sich auf das Wort wie seine Meister zu beschränken, griff er zu den giftigsten aller Dolche.

Es war an einem Mittag während der Besatzung Falkensees, welches Valkun zum Dunkeltief vor Götterläufen das erste mal eroberte. Er ernannte damals persönlich den Skelettfürsten zum Statthalter der neuen Hauptstadt eines Reich Angamons. Damals lernte er das Handwerk eines Feldherren, so brutal, wie ihn die Insel des Schicksals Tares nicht erlebt hatte und vermutlich nie erleben wird und er nannte sich noch Massaya. Die Tardukai waren damals eine Art richterliche Institution in Finsterwangen. Stark, verlässlich, mächtig und sie wussten noch, dass ihre zuckersüßen Worte Lügen für empfängliche Ohren waren. Denn das Düster wird nicht von Licht vertrieben, indem man ein wenig nasses Reisig schürt und dem Kind erzählt, dass es brennen würde. So wurden Lügen für die Lügner zur Wahrheit und die Wahrheit blieb in den Händen anderer Lügner. Die Macht und Instanz der Bruderschaft der Tardukai, die einst für den Verlust der Akademie verantwortlich waren, sollte ihm nun dienen eben diese Schmach umzukehren.

Valkuns hohe Gabe der Illusionen ließ sein Anlitz als eine gewisse Adepta Rakena erscheinen, eine Schülerin der damaligen Erzmagier der Akademie. Er trat vor zwei junge Novizen der Akademie und kommandierte sie mit sich. Sie spurten, denn er beherrschte das Spiel, wie kaum ein anderer. So gingen sie zum Anwesen der Schattenhand in Finsterwangen, wo zwei Schüler der Schattenhand sie erwarteten. Valkun streckte beide mühelos nieder und ergötzte sich an den erst Leidenden, später an ihren Kadavern. Es war ein Bild, welches er zeichnen musste. Denn der Trug war eben nur perfekt, solange der Wahnsinn derer, die sich damals in der Akademie zur Linken versteckten, auch konturlos erschien. Sie liebten Qual, es erregte sie in ihren Kellern.

Anschließend brannte Valkun in Anwesenheit der Schüler der Akademie das Anwesen der Schattenhand nieder. Mitsamt der Literatur und Artefakte. Es war ein Opfer, welches gebracht werden musste. Rauch stieg auf über der heiligen Stadt. Abschließend gab er den Schülern der Akademie Aushänge in die Hand mit dem Auftrag sie in Angamonis auszuhängen. Ein perfekt gefälschtes Siegel der Akademie zierte das Schreiben, welches einzig für diesen Zweck vom "Schlüsselmacher" gefertigt wurde.

Während seiner ersten Eroberung Falkensees gab er der Hauptstadt ihren Namen, denn es sollte die Ankunft Angamons sein. Sein erster Palast auf Tare. Angamonis - die Bedeutung des Namens schien sich gewandelt zu haben in seiner Abwesenheit. So nutzte jene Karikatur eines Satai die Bezeichnung heute für die heiligen Tage. Die Tage des Dorayon. Die Aushänge in der Stadt riefen zu einer Hetzjagd der Akademie auf alle Schwarzmagier, die sich nach dem Fall der Akademie in Zirkel zurück zogen hatten, auf. Wie erwartet distanzierten sich die Xerxes' von der Hetzjagd, doch das Ziel war unumkehrbar erreicht: Die Akademie stand nun tief in Ungnade der Gemeinschaft und der Weg war weiter geebnet für den Wiederaufstieg Darels. Ein Weg der jedoch nie gegangen werden sollte. Doch das sind andere Erinnerungen.

Valkun stellte seine Meister damals bereits vor vollendete Tatsachen. Nichts davon war mit der wahren Eminenz oder den Exzellenzen abgesprochen. Doch es war richtig. Es war der Weg zur Macht. Er war der Konstrukteur von Verschwörungen und bereits damals ein Heerführer in Lehre. Doch natürlich wusste er, dass all die Figuren um ihn herum notwendig waren. Nicht bloß als Statisten, wie es die anderen damaligen Institutionen Finsterwanges gelobten, sondern als Teil eines Ganzen. Als Protagonisten. Die Menschen agieren nur in deinem Sinne, wenn sie deine Beweggründe teilen. Oder denke, dass sie sie teilen. Doch sie agieren. Immer.

Als die geflügelten Daimonen ihn fingen und wieder höher trugen, sah er abermals herab zum siegreichen Heer Kairoduns. Und es schossen ihm weitere Gedanken durch den Kopf ...


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Flashback nach 2011. Weisheit des Tages: Siebenwind wird IG gespielt!

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 6.02.17, 13:54 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Wie man ein Schlachtpferd verkauft

Wieder trieben die riesigen Schwingen der Daimonen ihm den eisigen Wind entgegen. Er spürte es. Angamon selbst musste ihm ferner gerückt sein, denn seine Gefühle wurden auf einmal klarer.

Es ist nun fast zwei Götterläufe her, alsdass Valkun von seinen Studien zurückkehrte. Wenige Gesichter kannte er. Magistra Kathul und Exzellenz Sullin. Letzterer hatte ihn vor ewiger Zeit bereits zwei Mal versucht mit Gift umzubringen. Valkun war damals ein wertloser Schüler. Ein Spielzeug seiner Meister. Tot genauso nützlich wie lebendig. In Finsterwangen angekommen blickte er über ein Schlachtfeld. Die sogenannte Blutgarde war förmlich davor die Festung der Tardukai zu stürmen und ihre Köpfe vor der Stadt aufzuspießen. Der Graf, gleichzeitig Magister Primus, bereitete den Fall der anderen beiden Institutionen vor. Und Sullin stand im Schatten und amüsierte sich prächtig.

Ein Bündnis mit Sullin war gewiss, denn sie beide folgten dem letzten Propheten Schattenhands. Darel holte sie beide in den inneren Zirkel, in welchem Sullin einen Daimon aus Mele Morthere und Valkun einen Daimon aus Agoth'Ro'Hawenn repräsentierte. Das Bündnis der Fünf. Kollegialität, größten Respekt, vielleicht sogar Freundschaft unter Schwarzmagiern, wie man sie fast nie kannte. Ein mächtiges Bündnis, vielleicht der größte Quell von Macht, den die Insel neben Toran Dur kannte.

Ein Verbündeter allein reichte nicht, um zu alter Macht aufzusteigen und sie weiter auszubauen. So suchte Valkun nach Waffen. Nach seiner Ankunft wurde er durch den Satai als einer von drei Richtern eingesetzt. Toran Dur sollte als Marschall und ehemaliger Magus zur Linken der Prozess gemacht werden. Erinnerungen an Geschichten von Darel und ihm wurden wach, alsda sie versuchten die Insel zu verseuchen. Ein leidlicher Fehlschlag. Neben Valkun sollten der Satai und ein junger Magus namens Selanus über den möglicherweise mächtigsten Magier dieser Insel richten. Ein Verfahren! Für Toran Dur. Eine Farce, welche in der alten Gemeinschaft Angamons nie stattgefunden hätte. Dort wäre jener Verräter misshandelt im Keller der Akademie verendet oder hätte sich mit gebrochenem Geiste wieder seiner alten „Freunde“ besonnen. Nein, diese Gesellschaft war erkrankt. Vielleicht würde Valkun die Heilung sein.

Doch Dur war alt. Er würde bald wohl erbärmlich in seinem eigenen Kot entschlafen. Auch ihm traute Valkun nicht die Macht zu den Tod zu besiegen, auch wenn er vielleicht die wenn nicht schillerndste, dann doch erfolgreichste Gestalt auf dieser Insel ward. Also wieso sollte er diesen alten Greisen zum Tode verurteilen, wenn es etwas anderes gab, was er dafür haben konnte.

Und so kam es wie es kommen musste und Valkun schmiedete ein neues Bündnis. Die Liebste sollte es sein. Die Tochter des Greisen. Hinter seiner allgegenwärtigen Maske und der Rolle, die er spielte, empfand er ein gewisses Maß an Zuneigung für die rothaarige Frau. Hätte man sich unter anderen Umständen getroffen - alsda die Machtgier des Valkun nicht ihren Höhepunkt erreichte - wäre es vielleicht zu mehr gekommen, als den konspirativen Treffen an jenem romantisch anmutenden Plateau, was Finsterwangen denen zu bieten hat, die den Weg kennen, in denen die beiden vielleicht etwas naiv über Intrigen weit größeren Ausmaßes sinnierten. Es waren Gespräche, die man heutzutage auf der Insel mit den Wenigsten findet. Insbesondere nicht, wenn man gejagt wird. Doch teilte die Tochter des Dur einige Züge Valkuns, auch wenn er dies nicht preisgeben durfte. Auch wenn er in dieser gepflegten Konversation vielleicht wankte und Angst um seine Maske hatte.

Das Bündnis mit der Tochter des Dur kostete natürlich das Leben des Alten. Und dieses war, ob der Dreifaltigkeit des Urteilspruchs nicht einfach, nicht einfach zu befreien. Der Hass auf den Marschall und den Verrat an der Akademie zur Linken war groß. Wie war nun jener junge Magier Selanus für sich zu gewinnen, um die Mehrheit unter den Richtern zu gewinnen. Der Magier war unerfahren und seine Eitelkeit ausgeprägt. Eine manchmal tödliche Eigenschaft für aufstrebende Schwarzmagier. So war es Valkun doch ein leichtes die Stimme zu kaufen. Der Magus Selanus ließ sich rasch mit dem gefälschten Siegel des Dor'Drun, welches Valkun vom Schlüsselmacher hatte fertigen lassen, kaufen. Er dachte, dass er so als Eminenz fungieren könnte. Und so kam es beim Prozess wie es kommen musste. Die Anklage von Exzellenz Sinistra war perfekt. Ein Schauspiel sondergleichen. Sie war wortgewand und ließ den Erzmagier Comari, der Dur verteidigen sollte, aussehen wie einen Tempelknaben, der gerade den Popo versohlt bekommen hatte. Gerade darum überraschte das Urteil alle Beteiligten. Der Freispruch Durs war ein Fest für das Reich Galadon. Und ein Fest für Valkun. Denn mit dem Bündnis mit der Tochter Durs ward es nicht getan. Nein, er schaffte es den Unmut des Grafen und der Blutgarde zu schüren, indem er den Freispruch auf den fremden Magus und den Satai schon. Insbesondere, da die Gemeinschaft Angamons sowieso ein Bündnis zwischen den Graumagiern und den Tardukai erahnte, wo vielleicht auch eines ward.

Als die geflügelten Daimonen ihn noch weiter empor trugen, sah er zum letzten Mal herab zum siegreichen Heer Kairoduns. Und es schossen ihm weitere Gedanken durch den Kopf ...


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Weisheit des Tages: Forum ist für SM nicht viable, da wenige perfekt zwischen IG und OG trennen können.

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Zuletzt geändert von eJor am 10.02.17, 10:22, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 6.02.17, 14:33 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Von abgetrennten Köpfen

Sullin stellte zurecht die Frage nach dem Ziel dieser Intrige. Eine vollends befriedigende Antwort konnte Valkun nicht anbieten. Sein Weggefährte hatte recht, wenn er indirekt Kritik äusserte und zu mehr Besonnenheit riet. Valkun hatte damals auch gehofft, dass die Geschichte ihm Recht geben würde und das Bündnis sich auszahlte.

Womit Sullin damals auf jeden Fall Recht hatte war, dass jener Selanus eine Gefahr für Valkun darstellte. Er war der einzige, der vom Verrat wusste. Der Wahnsinn des jungen Schwarzmagier war sein großes Problem, jedoch gleichzeitig Valkuns größter Profit. Denn Selanus ging nun an den Hofe des Barons und forderte als Erzmagier vom Dor’Drun gesandt das Lehen Seeberg. Wie naiv und dumm manche Magier in ihrem Machtbestreben werden. Egal welchem Pfad sie in ihrer Natur folgen.

Der Krieg Cortans gegen Galadon hatte mittlerweile begonnen und Valkun begann die Gemeinschaft Angamons zu scharen, um eine Armee aufzustellen. Eine Armee, die unter dem Banner Kairoduns für Graf Nahar und Angamon selbst marschierte. Die Zukunft würde die wahre Macht dieses Heeres offenbaren.

Die Truppen Galadons, in Unwissenheit eines formierten Kairoduns, wollte das Kastell Sszindrun erobern und stand mitten im Herzen Kairoduns. Die Truppen unter Marschall Dur waren von einem Sieg zum nächsten geeilt über die Vorhut Cortans, die erste Posten auf der Insel bezog. So verwunderte es nicht, dass die Graumagier auf ihre Fähigkeiten vertrauten und die Heerführung eine Belagerung für unnötig erachtete. Ohne Verteidigungsmaßnahmen stand das Lehensbanner vor und im Kastell, welches sie gestürmt hatten. Hilflos. Und so wurde an diesem Tag Geschichte geschrieben und das Lehensbanner wurde ein erstes mal vernichtend geschlagen. Letzte Überlebende flüchteten sich aus dem Bergfried des Kastells und eine Gefangene wurde Valkun gebracht. Sie sollte der Schlüssel sein zum Stillschweigen über die Intrige um das Urteil über Toran Dur.

Valkun schrieb einen Brief und bot die ehemalige Erzmagierin des weissen Pfades Laylira Hohentann im Austausch gegen den Kopf von Selanus an. Auf dieses für sie großzügige Angebot ging das Reich Galadon natürlich ein. Sicherlich ahnten sie, dass mehr hinter dem Tod Selanus steckte, nur kannten sie den Profit nicht und würden ihn nie erfahren. Die Übergabe an der Grenze Kairoduns führte jener Adeptus durch, der bald als Kanzler der Niederlage in die Geschichte eingehen sollte: Erynnion Comari. Wie Valkun später erfahren sollte, nutzte er bei seinem Aufstieg Fabelgeschichten, die ihn in epischen Kämpfen zwischen ihnen beiden zeichneten. Ein guter Schachzug, denn die Galadonier schienen diesen Ammenmärchen Glauben zu schenken. Doch der Aufstieg und der Fall Erynnion Comaris ist eine ganz andere Geschichte.

Der Kopf von Selanus wurde der Gemeinschaft Angamons als Verräter präsentiert, der Valkun gezwungen habe zu urteilen über Toran Dur. Der Kopf war vor der Gemeinschaft die Rache Valkuns an einem Erpresser. Und er war eine Befreiung von einem Dolch an seiner Kehle. Es war vorerst ein Sieg auf ganzer Linie.

Als einer der Dämonen seine Klinge durch seinen Bauch stieß, blickte er zum Himmel, wo der Dorayon an diesem Tage wieder verblasste. Die scharfen Klingen der Höllenschmieden Kawors durchtrennten seinen Leib ohne Schmerz. Und es schossen ihm weitere Gedanken durch den Kopf ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 6.02.17, 17:26 
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...wieder saß er auf den fadenscheinigen Zinnen des Kastell...

...wieder beobachtete er diese Gemeinde von Gläubigen, Scharlatanen, Verlorenen...

...besonders der bußfertige Knochenschwertträger entfachte immer wieder eine Art von Leidenschaft in ihm...

...wollte er ihn vielleicht retten?...ihm helfen?...er hätte ihm die Lehren der Tardukai vermitteln können...

...aber dann dachte er abermals an den Verrat...ist er nicht selbst auch durch seinen Eid zum Mitverräter geworden?...

...welchen Sinn hatten diese Lehren also noch?...

...wer konnte ihm selber helfen?...

...da er keine Antwort finden konnte und die Ansprache von Sullin ihn irgendwie...verstört...und auch traurig gemacht hatte...

...bekam der Gedanke mit dem Strick immer schönere Ausmaße...

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 7.02.17, 01:00 
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Eindrucksvoll wurde dem Maskenträger vor Augen geführt,
dass die destruktiven Kräfte welchen Magister Valkun sein Studium widmete, unkontrollierbarer Natur waren.
Als die Dämonen empor stiegen und sich gegen ihren Meister stellten zerbrach mehr als nur des Magisters Rückgrat.
Ein besonderes Bündnis, welches über Monde hinweg zwischen Bran und Valkun herangereift war, zerfiel in seine Bestandteile.

- Was blieb war ein Kompass ohne Nadel -

Die Schockstarre, in welcher Bran sich während der Hinrichtung befunden hatte, war lediglich ein sichtbarer Bruchteil der Lähmung
welche sich über seinen Geist legen sollte. Das Gesehene warf jegliche Ordnung, nach welcher Bran sein Handeln auslegte, aus den Bahnen.
Sah er doch des Magisters Macht immer als Indiz für die Gunst des Dämonenkönigs, in wessen Namen man agierte.
Zweifel vergifteten seinem Verstand was zu einer Art Orientierungslosigkeit führte.
Ein Zustand der einem, kurz nach der Enthauptung, noch umherlaufenden Huhn nahe kommt.
Er würde sich vorübergehend in die Wälder zurück ziehen, in der Hoffnung dort Antworten auf seine Frage zu finden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 7.02.17, 12:02 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Von Lehren aus der Asche

Der Griff der Daimonen wurde enger und er spürte nun die Panzer aus Dämonenstahl immer intensiver. Sie waren kalt wie Eis. Es fühlte sich an, als würde er nackt auf einem zugefrorenen See liegen. Zuletzt hatte er dieses Gefühl vor Götterläufen bei einer Beschwörung gehabt.

Es waren die Vorbereitungen des folgenschweren Dunkeltiefs, an denen er zum ersten Male zu einem General der Heerscharen des Gottkönigs wurde. Schon damals war die Gemeinschaft Angamons versprengt. Aber aus anderen Gründen als sie es bei seiner Wiederkehr war. Damals lebte die Gemeinschaft Angamons hauptsächlich in der Schattengesellschaft, neben den Gläubigen in einem stabilen Großreich Galadon. Finsterwangen war nicht Hauptstadt Kairoduns und die wenigsten Menschen hatten die heilige Stadt je erblickt. Unter diesen Sternen wurde also eine folgenschwere Entscheidung getroffen, welche in ihrer finalen Konsequenz zum Reich Kairodun als Angamons erstem Reich auf Tare führte. Mit all seiner Macht, mit all seiner Zerstörung und all seiner Anmut.

Es wurde also vom innersten Zirkel der Schattenhand beschlossen, dass die Gemeinschaft Angamons zusammengeführt werden und an den Tagen des Dorayon unter einem Banner marschieren sollte. Unterstützt von den Heerscharen des Skelettfürsten, Horden von Golem, welche Darel und Valkun geschaffen hatten und einigen der verstreuten Gehörnten, welche heute noch die Insel bevölkern, von denen doch niemand mehr etwas wissen will.

Also wurde im Vorfeld jener heiligen Tage ein Dämon beschworen, welcher den Gläubigen den Weg weisen sollte. Es war zugleich Valkuns Prüfung zum Magister ad sinister. Der Dämon sollte die wahrhaft Gläubigen im Schlaf heimsuchen und die verlorenen Schäfchen heimbringen. Als Objekt des Handels diente ein Saphir, in welchem Irah‘far gefangen waren: Kleine Geister, welche den Menschen normalerweise ihre Alpträume bringen. Sie waren allzu häufig das Spielzeug des Pfads zur Linken. Der Daimon willigte ein und so wurde die Gemeinschaft erweitert. Und Valkun überlebte seine Prüfung. Damals war die Bruderschaft der Tardukai bei der Beschwörung des Daimon anwesend. Sie war stark. Sie verstand es in jeder Situation ihren Platz zu finden. Eine Fähigkeit, die ihr heute abhandengekommen zu sein scheint.

Bild


Gläubige, Golems, Dämonen und die Skelettarmee ihres Fürsten nahmen die Stadt im Sturm, als der Dorayon wie euphorisch geifernd über Tare stand. Im Laufe der Besatzung wurden weitere Dämonen zu den Herren von Angamonis. Flammende Söldner zum Beispiel, die mithilfe von Magistra Suavis Dolor und Valkun ihre Zwinger voll Flammenhunden nach Tare geleiteten. Es war immer wieder begeisternd, wie nah das Reich Angamons an den heiligen Tagen war. Jeder Magus zur Linken konnte es schmecken, wie warmen Honig, der die Zunge berührt.

Die Besatzung und Ausrufung von Angamonis war ein Fest. Viele gaben ihre Leben. Der Tod war ein ständiger Begleiter eines jeden Magus zur Linken. Doch sobald der Erwachte begreift, dass der Tod nur ein flüchtiger Schritt ist, so werden all die Leichen, welche seinen Weg säumen, zu leeren und zersprungenen Amphoren am Wegesrand. Der Wein längst in den Kehlen ungewisser Rachen. Sollen sie munden oder dort ruhen, wo Zeit nicht ist.
Es waren weder die Toten des Krieges zu betrauern, noch die Toten auf seinem Weg oder gar die Vitamageweihte, die ihren Weg an jenen heiligen Tagen zu ihm fand: Edora. Sie war ein Spielzeug Valkuns während der Besatzung. Eine Zeugin der Größe der Gemeinschaft Angamons. Sie hörte und sie lernte. Es war der alte Weg der Bekehrung, dem der Innere Zirkel der Schattenhand bereits damals mit Skepsis begegnete. Edora weilte neben ihm und die wahren Worte drangen an ihr Ohr und sie begann zu verstehen. Als sie nach den heiligen Tagen aus dem Heiligtum Finsterwangens trat, verging sie unter den Strahlen des Vitamalin zu Asche, die zur Hälfte den Viergöttergeweihten gebracht und zur anderen Hälfte in einer Phiole auf seinem Nachttisch bewahrt wurde.

So verging die Konvertitin zu Asche. Genauso wie die heilige Stadt Angamonis nach einer Zeit der Blühte verging. Es waren einfache Lehre, welche der innere Zirkel danach erstmals formulierte:

    - Der Weg Schattenhands ist nicht die blinde Konvertierung wie der der Bruderschaft. Denn die Gemeinschaft Angamons zeichnet sich durch Stärke aus. Schwächliche Elemente schaden ihrer Struktur.
    - Anstatt dessen tritt die Verbreitung von Angst und Terror, aufdass die Schwachen in ihren Häusern winseln und freiwillig und bereitwillig ihr Wertvollstes zu geben bereit sind.
    - Sie konnten vorerst keine Herrschaft im Ausmaß von Angamonis aufrechterhalten, weshalb andere Wege gefunden werden mussten.

Es waren befreiende Lehren, die den Weg in die Zukunft weisen sollten. Kurz wurde er aus den Gedanken gerissen, als zwischen zwei kleinen Fingern des einen Dämonen sein Bein zerquetscht wurde. Das Blut, welches über den Rest des Körpers strömte war warm und wohltuend. Und er versank wieder im geistigen Schauspiel ...

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Zuletzt geändert von eJor am 7.02.17, 13:01, insgesamt 4-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 7.02.17, 12:21 
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Hoch oben auf den Zinnen über dem breiten Weg, welcher empor führt zur Wolfsfeste Siebenwinds, sitzt eine einzelne Gestalt. Der Rücken ist gegen eine der Erhebungen gedrückt, ein Bein gegengleich an die gegenüberliegende, während das zweite locker über die Kante der schwarzen Mauern hängt.

Oft genug ist der grau Uniformierte hier oben gesessen, um zu beobachten, um die Gedanken zu sammeln, und vermutlich zum letzten Mal nutzt er diesen Ort zu eben diesem Zwecke. Zur Abwechslung ist sein Blick dabei auch nach außen gerichtet - metaphorisch ebenso wie wörtlich, denn die rußgrauen Augen wandern nicht über den Innenhof, sondern die Straßen der dunklen Stadt.

In den letzten Tages- und Wochenläufen hat man vereinzelt Bewegung auf den ansonsten ausgestorbenen Straßen ausmachen können, der Pfad zu den schweren Fallgittern der Feste hingegen liegt von Sohlen außerhalb der Bruderschaft fast gänzlich unberührt.

Einen Mond lang, die gesamte Zeit bis zum Ablauf des Ultimatums, haben sie Zeit gehabt, die Geweihten des Gottkönigs aufzusuchen. Die Tore sind ab dem zweiten Tageslauf wieder geöffnet gewesen, die Feradai instruiert, friedliche Besucher jederzeit vorsprechen zu lassen. Selbst von ihrem Kastell aus, in welchem sie sich seit Angamonis offenbar verschanzt haben, wäre es nur ein kurzer Weg gewesen.

Keiner von ihnen ist gekommen.

Nicht ein einziger hat versucht, das Gespräch zu suchen, an die Bruderschaft heranzutreten - nicht als "Soldaten Vandriens", sondern als Seine Priester - um über Seinen Willen zu sprechen. Ist ihre Angst vor Vergeltung durch die Tardukai ob des feigen Mordes tatsächlich größer als der Respekt vor Seinem Zorn, wenn sie weiter jenseits Seiner Wege wandeln?

Fürchten sie Rache, weil es das ist, was sie selbst in einer solchen Situation suchen würden? Ist ihnen der Gedanke so fremd, daß die Geweihten des Einzig Wahren ihre Aufgaben trotz der klaffenden Wunde in ihren Reihen weiterhin gewissenhaft wahrnehmen, weil ihre selbsternannten Priester dazu nicht bereit wären? Oder sind sie schlicht zornige Kinder, die ihre persönlichen Abneigungen weiterhin über den Glauben stellen?

Sind sie lediglich nicht bereit ihre rein menschlichen Befindlichkeiten hintenan zu stellen, um wenigstens für ein Glaubensgespräch die Rollen der vermeintlichen Verräter und der glorifizierten Helden ruhen zu lassen und wieder in jene der Gläubigen und der Geweihten zu schlüpfen? Nicht des Friedens willen, nicht als Annäherung der beiden Gruppen...

... sondern schlicht um den Willen des Gottkönigs über den persönlichen Stolz zu stellen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 7.02.17, 19:08 
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Sein Wille ist unser Gebot. Ihm will ich folgen, ob in den Sieg oder den Tod, komme was wolle. Der Gottkönig selbst leuchtet uns den Weg zu Ihm. Sonst niemand. Keine Propheten mehr, ob falsche oder echte. Keine Priester, die sich an den Taten ihrer Vorgänger profilieren. Keine Verräter, die das Blut ihrer Gemeinde für weniger Wert als das der Feinde betrachten. Keine Magier, die ihre eigene Macht mehren und die des wahren Herrschers mindern wollen. Sie können die Richtung deuten, aber nur ich selber kann die Schritte machen...

Mit beiden Knien tief im Dreck vergraben hockt er vor der knöchernde Klinge, die vor ihm im Boden steckte.

Magister Valkun offenbarte mir den Weg. Die ersten Schritte führte er mich an der Hand, nur damit ich vom Vertrauen geblendet in den Abgrund stürze. Aber ich werde zurück finden auf den Pfad der Erleuchtung. Ich finde den Weg zu dir, mein Gottkönig, und niemand soll es wagen, sich zwischen mich und mein Ziel zu stellen! Eine Prüfung. Es ist eine Prüfung. Und ich werde bestehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 7.02.17, 21:07 
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Von der widerlichen fremden Macht eines abscheulichen Gottes durchdrungen blieb ihr nichts anderes übrig als sich ohnmächtig dem Spektakel zu widmen, welches sich vor ihr auftat. Wie ein feiner Nieselregen benetzten die herab fallenden noch lebenswarmen Blutstropfen ihr Gesicht, nachdem die beiden Kreaturen Valkun in die Luft gezerrt, sein Innerstes nach Außen gekehrt und in Tausend kleine Stücke zerfetzt hatten. Auch eine Art an sein Blut zu gelangen, dass nun jedoch aufgrund des vorzeitigen Ablebens des Trägers keine Bedeutung mehr hatte.

Sowohl die Beschwörungen wie auch die göttliche Präsenz verschwanden schlagartig und hinterließen ein Schlachtfeld aus Eingeweiden und Verständnislosigkeit. Was er nur getan haben musste, um den Zorn seines Gottes so auf sich zu ziehen? Sie wusste es nicht und von Valkuns aufbrechendem Gefolge war keine Erklärung zu erwarten. Man lies sie allein mit seinen körperlichen Überresten zurück, deutlich vermittelnd, wer nicht und wer nicht mehr dazu gehörte.

Es dauerte seine Zeit bis sie sich fassen konnte und mit widerstreitenden Gefühlen die Heimreise antrat. Auf der einen Seite war da Bedauern. Bedauern darüber, die Chance verpasst zu haben hinter die Maske eines der mächtigsten und erfolgreichsten Schwarzmagier der Insel zu blicken. Die tiefen Abgründe seiner schwarzen Seele würden ihr verschlossen bleiben und sie würde nie erfahren, welche tragischen oder aber auch banalen Ereignisse ihn geformt und zu dem hatten werden lassen, der er am Ende war. Die Gelegenheit ihn zu knacken vorüber, noch ehe das Spiel um seine Geheimnisse überhaupt erst richtig begonnen hatte.

Auf der anderen Seite überwog hingegen die Dankbarkeit. Dankbarkeit darüber, nicht erneut die lange Liste ihrer schmerzlichen Verluste um einen weiteren Namen ergänzen zu müssen. Denn wen man nicht kannte, konnte man auch nicht vermissen. Und dennoch... . Der Tod Valkuns würde ein Loch hinterlassen und das Leben auf der Insel um einiges langweiliger machen.

Ihre Gedanken wanderten zurück als sich ihre Wege das erste Mal kreuzten. Gezwungenermaßen. Die Tardukai hatten Toran gefangen genommen und Valkun war einer der Richter, die am folgenden Tag das Urteil sprechen sollten. Sie kam als Bittstellerin, gewillt vieles, aber dennoch nicht alles zu tun, um sich seine Stimme zu Gunsten des alten Durs zu erkaufen, während Custodias, Quendan und alle anderen, die ihr Vater als seine Verbündete betrachtete, untätig herum saßen und wie versteinert dem Prozess harrten. Mit weisen Worten allein setzte man nun mal keine Segel also musste sie es in die Hand nehmen. Im Nachhinein betrachtet hätte sie sich die Mühe sparen und Toran dem unverfälschtem Urteil des Triumvirates überlassen sollen. All seine Macht konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr Vater in Wirklichkeit nur ein rückgratloser Egomane war, der stets nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht war und sowohl Freunde wie Familie verriet, wenn es zu seinem Nutzen gereichte. Ein Fähnchen im Wind.

Doch was hatte sie diesem Schwarzmagier anzubieten? Was konnte für ihn von Bedeutung sein? Weder ein gebährfreudiges Becken noch das Erstgeborene waren für ihn von Interesse. Nichts geringeres kam für ihn in Frage als ihre mit Blut besiegelte Loyalität. Und für das Leben ihres Vaters war sie bereit ihm diese zu gewähren, wenn auch mit der ein oder anderen kleinen Einschränkung.

Mit einem quietschenden Geräusch schloß sich die Türe hinter ihr. Es gab keinen Grund mehr den Turm in naher Zukunft zu verlassen. Bis auf den Einen natürlich, der sich in Form von Bauarbeitern manifestierte, die geräuschvoll ihr Refugium liquidierten. Vielleicht wäre es das Beste ihre Sachen in der Bank einzumotten und zurück zum Festland zu kehren. Was hatte diese Insel denn auch noch zu bieten? Hier war nichts von Bestand und doch war alles immer so endlos gleich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 8.02.17, 14:36 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Von der Sehnsucht der Stolzen

Nun schienen die Dämonen sich wohl nicht mehr einig zu sein, denn sie zerrten von verschiedenen Seiten, als wollten beide ihn für sich im Ganzen. Er spürte den Zug, der durch seinen Körper ging nicht mehr. Auch nicht die Gelenke, die rissen.

Gerade die letzte der Lehren, welche er und der innere Zirkel aus der Stadt Angamonis gezogen hatten waren nun fünf Götterläufe später von Belang. Denn Valkuns Gier nach Macht und seiner Vision einer neuen Gesellschaft hatte sich während seiner Reisen nur gefestigt. Das, was er begonnen hatte, war noch nicht vollendet. Und so war sein Fokus auf die Stadt Falkensee gerichtet. Die Schlüsse aus den Erfahrungen rund um den Aufstieg und dem Niedergang der heiligen Stadt Angamonis waren, dass eine Form der Kontrolle einen Oberbau benötigte, der dem Großreich Galadon eventuell nach einer Zeit der Etablierung irgendwann neutral gegenüberstehen könnte. Dies war ein langer, vielleicht unmöglicher Weg.

Das Auflehnen der Fürsten des Norden unter König Theobald dem I. von Cortan und dessen Krieg gegen König Hilgorads Reich Galadon kam Valkuns Plänen gerade recht, denn zwischen den Fronten eines geteilten Reiches könnte sich diese Stadt der Masken vielleicht wirklich legitimieren. Die frühen Niederlagen Cortans erfüllten ihn jedoch nicht mit Hoffnung, dass seine Gedanken große Früchte tragen würden. Viel Arbeit stand bevor. Und so begannen neben den Kriegsvorbereitungen Treffen im Schatten mit seinen Werkzeugen, denen er als Mäzen gegenübertrat. Ohne die Maske, als Mitglied eines konfessionslosen Zirkels. Ein Förderer. Und die Endophali, die in ihrer Heiat so sehr unter der galadonischen Herrschaft buckeln mussten und als Flüchtlinge auf der Insel Siebenwind allenfalls geduldet waren schienen eine geheime Allianz zu erwägen. Nun lag es an ihnen sich zu entscheiden.

Kurz schienen die Daimonen zu entspannen und auf dem Boden etwas zu suchen. Auch eine der Pranken griff herab. Valkun sollte nie erfahren, was er dort unten fand. Und es schossen ihm weitere Erinnerungen durch den Kopf …

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
Ich wurde gefragt, ob das alles IG so passiert ist, weil ja vieles nur noch im Forum gespielt wird. Ich habe leider die Logs von vor 5-10 Jahren nicht mehr. Ab hier kann man es gerne auch im O-Ton nachlesen. Die Antwort lautet: Ja.

Pathu: *rutscht vorsichtig hinab, den Stab an sich geklemmt und kommt dann auf den Boden auf, wischt sich*
Pathu: *mit der freien Hand ber die Augenlider und raunt dazu leise etwas auf Endophalisch*
Pathu: *ffnet die Augen dann etwas blinzelnd und kurz huscht ein goldfarbener Schimmer ber die Iris*
Ein Fremder: *ein Mann steht dort am Ende des Ganges, vollstndig vermummt*
Ein Fremder: *du kannst lediglich seine Augen erkennen, die dort hinab blicken*
Pathu: *sie schaut hinber zu dem Mann und neigt das Haupt angedeutet*
Pathu: Anath Kunra.
Ein Fremder: *zu Boden, er steht dort, wenn du unter die ffnung der Robe blickst, siehst*
Sdfall-Monsterratte: *versucht sich zu verstecken*
Ein Fremder: *du vielleicht, dass die Augen gertet sind, als htte er deutlich*
Ein Fremder: *zu viel Nachtschatten geraucht*
Pathu: *sie hlt erstmal am Gitter inne und sieht ruhig abwartend zu ihm voran, wenn auch eher vorsichtig*
Pathu: *wirkend, wie sie so auf Distanz bleibt*
ausstziger Ulgulu Goblin: Ugili, ugili
Ein Fremder: Einen guten Tag.
Ein Fremder: *hallt die Stimme in den engen Wnden, zu dir herber*
Ein Fremder: Ihr braucht keine Angst haben.
Ein Fremder: *klingt die Stimme vllig freundlich*
Pathu: *sie schttelt den Kopf etwas* Nicht Angst, nur vorsichtig. Dies sein nicht bliche Ort fr..
Ein Fremder: *es ist auch keine Zeichen von weiteren Leuten hier*
Pathu: normale Treffen. *sieht kurz etwas um sich*
Ein Fremder: Dies sei auch kein normales Treffen.
Pathu: *eher langsam kommt sie nher heran und sieht an ihm flchtig entlang dabei*
Ein Fremder: Die Vernunft gebietet Vorsicht.
Sdfall-Monsterratte: *huscht vorbei*
Pathu: *sie nickt dann leicht zu den Worten*
Ein Fremder: Ihr seid Pathu, aus Endophal.
Ein Fremder: Ich bin ein verschwiegener Freund.
Pathu: *Pathu nickt erneut ein wenig und sieht wohl etwas fragend in seine Richtung*
Sdfall-Monsterratte: *huscht vorbei*
Pathu hat sich dir vorgestellt.
Pathu: Noch nicht wissen, ob Freund oder nicht. Erstmal nur verwundert, woher kennen und warum..
Pathu: hierher rufen.
Ein Fremder: *er wendet sich ab und geht langsam einige Schritte herab,*
Ein Fremder: *dann wieder in die andere Richtung*
Ein Fremder: Dies wird sich Euch bald offenbaren.
Ein Fremder: *nach einer kurzen Pause fhrt er fort*
Pathu: *sie steht wiederum recht ruhig da und beobachtet ihn erstmal nur*
Ein Fremder: Jeder weiss von den Tumulten im Sden und den Zwisten
Ulgulu Grnhaut-Goblin: *popelt*
Ein Fremder: Endophals mit dem Norden. Der Krieg ist nur ein Chaos und
Sdfall-Monsterratte: *nagt an etwas*
Ein Fremder: die Umstnde ermglichen manches Mal ein Handeln.
Ein Fremder: Eine Zeit fr Opportunisten.
ausstziger Ulgulu Goblin: *pupst laut*
Ein Fremder: Euch sei gesagt, dass ich keine Antwort erwarte, Ihr sollt lediglich
ausstziger Ulgulu Goblin: *pupst laut*
Ein Fremder: zuhren, wie ein stiller Beobachter.
Pathu: *sie wiegt ihren Kopf und schweigt weiterhin erstmal nur und wartet ab, was da nun kommt*
ausstziger Ulgulu Goblin: *popelt*
Ein Fremder: Ich bin Teil eines geheimen, aber mchtigen Zirkels, welches
Pathu: *und so harrt sie wirklich auch erstmal nur still aus und sieht ruhig zu ihm*
ausstziger Ulgulu Goblin: Wuuuuugh h Waaaaaagh
Ulgulu Grnhaut-Goblin: *pupst laut*
Ein Fremder: Interesse am Zerfall des Reichs Hilgorad hat.
Ein Fremder: Die Cortaner sein nur ein Spieler in diesem Chaos.
Ein Fremder: Wir agieren auf dem Festland, wie auch auf dieser Insel.
Ein Fremder: Bisher haben wir lediglich beobachtet.
Pathu: *ab und an kommt von ihr ein angedeutetes Nicken nur, whrend er erzhlt*
Ein Fremder: Ihr seid gut vernetzt unter Eurem Volk auf dieser Insel.
Ein Fremder: Deswegen seid Ihr auch die Person, die ich aufsuche.
ausstziger Ulgulu Goblin: *popelt*
Ein Fremder: Euch sei gesagt, dass die Endophali, sofern sie seperatistische
Ulgulu Grnhaut-Goblin: *popelt*
Pathu: *wieder nur ein kurzes Nicken, mehr wohl nur zur Kenntnisnahme nehmend, was er sagt*
Du hast eine Schriftrolle ber Rezept fr zwergische Feinarbeit gefunden.
Ein Fremder: Bestrebungen ersuchen auf Untersttzung meiner Organisation
Ein Fremder: zhlen knnen. Diese Untersttzung kann durch groe Mengen an Dukaten
Ein Fremder: erfolgen, ebenso wie eine Lhmung des Einflusses des Knigs auf dieser
Ein Fremder: Insel.
ausstziger Ulgulu Goblin: *popelt*
Pathu: *sie schaut noch einen Moment ruhig zu ihm, abwartend wohl, ob er noch etwas sagen wird*
Sdfall-Monsterratte: *nagt an etwas*
Ein Fremder: Uns liegt an einem Ort der Toleranz und des gegenseitigen Respekts.
Ein Fremder: Sofern die Endophali diesen verlockenden Bestrebungen,
Ein Fremder: die sich aus dem aktuell opportunen Chaos und Zerfall
Ein Fremder: des Knigreichs ergeben, nachgehen wrden, sei diesen
Ein Fremder: gesagt, dass sie
Ein Fremder: dieses Zeichen mit Kreide vor die Tr des Seiltnzers schreibt.
Ein Fremder: *der Mann holt ein Pergament hervor und sprich leise*
Pathu: *sie legt ihren Kopf nun schief, schaut kurz fragend zu ihm rber, tritt noch ein Stckchen nher*
Ein Fremder: Enh Argeb veh in Tahe
Ein Fremder: *und es gibt einen Puff, die Schriftrolle schwebt*
Ein Fremder: *nicht zu dir herber, sondern im gleichen Puff*
Auf wen willst du Nachtsicht zaubern?
ausstziger Ulgulu Goblin: Gilli zippi!
Ein Fremder: *erscheint sie vor dir, schwebt dort in der Luft*
Ein Fremder: *sie ist gesiegelt mit einem umstndlichen Siegel*
Pathu: *sie greift zur der Schriftrolle und sieht dann auf diese*
Ein Fremder: *falls du sie ffnest, knntest du eine Pyramide und an*
Ein Fremder: *den Spitzen dieser einen Kreis sehen*
Pathu: *sie schaut kurz zu ihm nochmals, dann ffnet sie die Rolle und wrde einen Blick darauf werfen*
Ein Fremder: *sie schimmert ein wenig in Rot*
ausstziger Ulgulu Goblin: *pupst laut*
Pathu: *sie nickt dann bedchtig, dann lugt sie zu ihm wieder* Knnen nicht sprechen fr alle..
Ulgulu Grnhaut-Goblin: Ugili, ugili
Sdfall-Monsterratte: *versucht sich zu verstecken*
Pathu: von meinem Blut im Moment. Problem sein auch, dass wir nicht viele, aber die, die Chonig..
Pathu: folgen, sind sehr viele auf diese Insel.
ausstziger Ulgulu Goblin: *popelt*
Ulgulu Grnhaut-Goblin: *popelt*
ausstziger Ulgulu Goblin: *pupst laut*
ausstziger Ulgulu Goblin: *pupst laut*
Ein Fremder: Ja, es sind viele auf der Insel. Doch es sind vielleicht
ausstziger Ulgulu Goblin: Ugili, ugili
Ein Fremder: mehr, die ein Interesse an einer Freiheit haben.
Ulgulu Grnhaut-Goblin: *pupst laut*
Ein Fremder: Ihr sollt nicht antworten, nur wissen, dass die vielleicht mchtigste
Pathu: *wiegt ihren Kopf, streicht sich nochmals leise raunend ber die Augenlider und ffnet sie wieder*
Pathu: *blinzelnd*
ausstziger Ulgulu Goblin: *pupst laut*
Ein Fremder: Organisation dieser Insel ein Interesse an Handlungen hat, die
Ein Fremder: vielleicht eine Gefahr bilden.
Ulgulu Grnhaut-Goblin: Ugili, ugili
Pathu: Wie heien die Organisation? *schaut etwas fragend hinber*
Ein Fremder: Wir sind nur Freunde und wandeln im Schatten.
ausstziger Ulgulu Goblin: Ugili, ugili
Ein Fremder: Und dort werden wir auch bleiben.
Pathu: *sie schaut auf das Pergament in ihrer Hand wieder nachdenklich*
Sdfall-Monsterratte: *huscht vorbei*
Pathu: Was wrden passieren, wenn Seiltnzer haben diese Zeichen?
Ein Fremder: Denn der Schatten gibt uns Sicherheit fr unsere Interessen.
Ein Fremder: Es sind Dinge, die nicht mehr aufzuhalten sind.
Ein Fremder: Beim ersten Male, welche dieses Zeichen vor dem Seiltnzer
Ein Fremder: erscheint, werden Dinge in die Wege gesetzt, welche
Ein Fremder: die Hand des Knigs auf dieser Insel ausschalten.
Ein Fremder: Sobald ein offener Konflikt ausbricht
Ein Fremder: knnt Ihr ein zweites Mal dieses Zeichen ziehen.
Ein Fremder: Dann werden wir erscheinen und beraten ber die Entfernung
Ein Fremder: des Klerus aus der Stadt. Seine Macht ist zu gro, alsdass
ausstziger Ulgulu Goblin: *pupst laut*
Ein Fremder: es Freiheit an diesem Ort geben wrde.
Sdfall-Monsterratte: *huscht vorbei*
Pathu: *sie nickt nachdenklich wirkend*
Ein Fremder: Beim dritten Male, welches vielleicht nicht ntig sein wird,
Pathu: Was erwarten aber von uns.. von unsere Gemeinschaft?
Ein Fremder: werden wir verdeckt an unserer Seite kmfen.
Ein Fremder: *"eurer Seite" natrlich*
ausstziger Ulgulu Goblin: Gilli zippi!
Ein Fremder: Nichts.
Ein Fremder: *spricht die Gestalt zu dir herber*
ausstziger Ulgulu Goblin: *popelt*
Pathu: *die Brauen zieht sie etwas zusammen* Alles haben seine Preis.
Ein Fremder: Der Sieg Endophals und die Schwchung des Knigs ist uns
Ein Fremder: Sieg genug.
Ein Fremder: Ihr sollt ausserdem wissen, dass es in unserer Macht liege
Ein Fremder: jederzeit die Cortaner auszulschen, falls diese
Sdfall-Monsterratte: Qieeeeck
Ein Fremder: ein Problem darstellen. Gleiches gilt fr die Bruderschaft
Ein Fremder: der Tardukai und die Akademie zur Linken.
ausstziger Ulgulu Goblin: Gilli zippi!
Ein Fremder: Der graue Pfad wird ebenso die Fe still halten, doch
Ein Fremder: sie sind teils zu unberechenbar.
Pathu: *sie nickt wieder nachdenklich, bei ihrer Vermummung schwer zu sagen, ob vertrauensvoll oder*
Pathu: *eher misstrauisch*
Ein Fremder: Misstrauen ist geboten. Nur ein Zeichen, wenn die Dinge
Ein Fremder: sowieso schon in Bewegung sein sollten.
Ein Fremder: Falls sie anderweitig Hilfe brauchen.
Sdfall-Monsterratte: *quietsch, schnffel*
Ein Fremder: Reiche der Kreis. Dann wird sich meine Organisation bei
Ein Fremder: Euch melden.
Ein Fremder: Damit haben wir genug gesprochen.
Ein Fremder: *er neigt leicht den Kopf*
Pathu: *sie nickt nachdenklich wirkend wieder* Werden mit andere darber reden mssen.
Pathu: Also.. mit Gemeinschaft oder.. Teile davon.
Ein Fremder: Nur mit den richtigen Kpfen.
Pathu: *sie nickt dann leicht dazu* Agal, nicht mit allen.
Ein Fremder: Nun gehe dahin, Pathu vom Volk der Endophal.
Ein Fremder: Und wisse, dass eine Hand schtzend ber ihr Volk wacht.
ausstziger Ulgulu Goblin: Gilli zippi!
Ein Fremder: *er wendet sich nun einfach von dir ab*
Pathu: *sie schaut noch etwas nachdenklich drein, neigt dann aber ihr Haupt und steckt die Rolle ein*
ausstziger Ulgulu Goblin: Wuuuuugh h Waaaaaagh
Pathu: Rai Kunra. *sagt sie blo noch und wendet sich dem Seil zu*
Ein Fremder: *keine Antwort folgt*

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 8.02.17, 23:31 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Von Ambition und Naivität

Wie schon in Zeiten zuvor stellte Valkun seine Lehrer und Weggefährten gerne vor begonnene Tatsachen, wenn er der Überzeugung war, dass diese nützlich waren. Dies war sicherlich ein gefährlicher Zug, insbesondere in Anbetracht der Macht der Magi, mit denen er Umgang pflegte. Sie alle waren ihm vom arkannen Standpunkt weit überlegen und das wusste er. Doch wie seine Gedanken bereits wiederholten: Innewohnende Macht ist nichts, wenn sie sich nicht in deinem Tun manifestiert. Es war aber notwendig, um die Starrheit und Frustration einiger Meister zu brechen. Wenn es scheiterte, hatte er nichts verloren, alsdass sich seine Lehrer amüsiert hätten, was sie sowieso taten.

Magister Valkun saß also mit seiner Exzellenz Sullin am Kamin. Das Brennholz knisterte, als das Feuer sich von ihm nährte. Sie hatten beide ein Glas Wein in der Hand und lange Pausen entschärften das Gespräch. Sullins Reaktion auf Valkuns Gedanken befriedigte ihn wie erwartet nicht. Die hämische Freude über die Naivität solcher Gedanken war er von Kollegen seines Pfads gewohnt, auch wenn Sullins Häme sich eher aus tiefst verwurzeltem Zynismus nährte, ohne den man auf dieser Insel langsam aber sicher beginnt an Depressionen zu leiden, als wie beispielsweise Xerxes‘ oder Sinistras Überheblichkeiten. Dort wo sich viele den Kopf gesenkt abwenden würden, hatte er jedoch früh gelernt sich zurück zu lehnen und seine Gegenüber genießen zu lassen. Denn meistens hat die Zeit sie überzeugt. Naivität? Er würde es Ambition nennen. Denn das Werkzeug welches Valkun sich auserkoren hatte, ließ Sullin vielleicht aufhorchen. Vielleicht nicht. Zumindest war das Gespräch nicht beendet. Und Sullins scharfer Geist beschäftigte sich mit dem, worüber Valkun bereits länger sinnierte.

Der Erfolg des Falls Falkensees vor einigen Götterläufen war gebunden an einen Erfolg Cortans. Denn ohne die Front zwischen den beiden Reichen, würde der Zorn Galadons sofort die Endophali treffen. So mussten die Truppen Kairoduns organisiert werden. Und er war gebunden an den Fall dessen, was als Prunkstück Hilgorads im Zentrum der Stadt Falkensee prangte: Der Tempel der Viere. Oft wurde er angegangen, doch stets hielt die schützende Hand der Viere stand, welche all die Reliquien und Geweihten vor dem tödlichen Starren des Dorayon schützte. Doch Valkun spürte die Macht der wahrhaft Gläubigen intensiver als je zuvor.

Valkun hörte das Feuer im Kamin knistern und glitt aus dem Gedanken, wo ein anderes Knistern aus dem Maul eines der Dämonen trat. Widerlicher Gestank drang ihm entgegen und legte sich. Und er versank wieder in Gedanken …


Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
(etwa August 2015)
Sullin: *er schaut sich ein wenig um*
Valkun: Das wre eine groe berraschung.
Sullin: Nein, immernoch totenstill.
Valkun: Entweder ein Spion. Oder jemand, der in einigen Tageslufen tot ist, wer weiss
Valkun: ?
Sullin: *murmelt aber dennoch ein paar Worte, sich kurz an die Brust tippend*
Valkun: Hier ist es angenehmer.
Valkun: *macht eine Bewegung, raunt leise*
Valkun: Ganui ielve Helri
Valkun: *und die Schemen verflchtigen sich in den Boden*
Valkun: *nimmt langsam Platz*
Sullin: *lsst sich in die Kissen fallen*
Valkun: Ein Glas Schnaps?
Sullin: *winkt kurz ab* Nein, auch wenn es nach dem heutigen Tag fast...
Sullin: ... notwendig wre.
Valkun: Allerdings.
Sullin: Stets dieses Gefhl von unzhligen Augen beobachtet zu werden.
Sullin: *meint er mit einem Murren und dreht auch kurz den Kopf nach den Seiten*
Sullin: Also... was fr Plne gilt es zu besprechen?
Valkun: Nun.
Valkun: Es ist nichts neues, dass ich mich bereits
Valkun: vor einiger Weile von Cortan als stndiger Institution hier auf
Valkun: der Insel distanzierte. Obgleich dies bei deren Heerfhrung
Valkun: sowieso zwingend der Fall gewesen wre.
Valkun: Aber vielleicht gibt es ein geeignetes anderes Spielzeug. Wir sind
Valkun: mit den Menschen *kurze Pause* Flchtlingen aus Endophal
Valkun: in Kontakt getreten.
Sullin: Hmhm... und was hat es mit dieser Handvoll auf sich?
Valkun: Vielleicht sind diese der Schlssel zur Stadt, nehmen sie doch mittlerweile
Valkun: hohe Posten in der Verwaltung ein und sind gut vernetzt.
Valkun: Endophal strebt auf dem Festland seit ewger
Valkun: Zeit nach Unabhngigkeit.
eine Frau: *langsam geht sie voran und lsst den Blick schweifen*
Valkun: Der Groll auf den Norden, auf Hilgorads Reich ist
Sullin: Doch was hat das mit uns zu tun? Sobald auch nur vermutet wird, dass...
Valkun: aus dem Mund eines Jeden zu vernehmen.
Sullin: ... wir dort Untersttzung leisten, ist das ganze Volk vogelfrei.
Sullin: Auf einer Stufe mit den Dmonenbuhlern aus Cortan.
Valkun: Wer sprach von Dmonen?
Valkun: Ich habe mich als Anhnger eines Zirkels, der
Valkun: nicht viel vom Glauben halte ausgegeben. Ich habe nur vor ihre
Valkun: Bestrebungen etwas zu *kurze Pause* untersttzen.
eine Frau: *nur kurz sieht sie zur Tre*
Valkun: *tippt sich an die Maske, wie an eine Brille, um diese zu richten*
Sullin: Das Ganze klingt mir ein wenig wie das Hirngespinst von der Akzeptanz...
eine Frau: *ehe sie wieder mit dieser desinteressierten Miene weitergeht*
Sullin: ... von Kairodun als rechtes Lehen auf dieser Insel.
Valkun: Kairodun als rechtes Lehen?
Valkun: Kairodun ist nur ein Name, der eingeworfen wurde
Sullin: Diese Einflle des Schlers Patmos.
Sullin: *meint er abfllig und macht eine kleine, wegwischende Geste*
Valkun: und ein paar Idioten, die es ausfllen.
Valkun: Falls die Endophali seperatistische Tendenzen
Valkun: zeigen, wre dies doch ein interessanter Untersttzungspunkt.
Valkun: Rechtmige Lehen unter Hilgorad einfach so erschaffen? Unter dem Namen
Sullin: Und an was fr Untersttzung habt ihr gedacht? Wo doch jeder sogleich...
Valkun: Angamons? Eine Farce.
Sullin: ... an jeder unserer Taten den Geruch von Schwefel wahrzunehmen glaubt?
Valkun: Wieso sollte es das? Habt Ihr vor in schwarz durch
Valkun: die Stadt zu wandeln oder Euch sehen zu lassen?
Sullin: Nein, ich habe garnichts vor.
Valkun: Eben.
Valkun: Meine Gedanken zielen darauf ab, dasa zu zermrben, was
Valkun: die Kirche und die Institutionen in Falkensee hlt.
Valkun: Oder die Stadt fest hlt.
Sullin: Das da wre? Mit Auftritten als wandernde Prediger kommen wir da...
Sullin: ... sicher nicht weiter, auch wenn das ein netter Zeitvertreib ist.
Valkun: Natrlich nicht.
Valkun: Die erste Institution, die sich an die Stadt klammert
Valkun: ist natrlich die Kirche.
Valkun: Ich denke wir sollten es zum Dunkeltief noch einmal versuchen
Valkun: diese zu entfernen.
Sullin: *lehnt sich ein wenig weiter zurck* ... ist das nicht noch abwegiger als...
Sullin: ... ein freies Lehen Kairodun?
Sullin: Wie oft haben wir dergleichen versucht? Und nicht einmal einen...
Valkun: *er faltet die Hnde auf dem Scho*
Sullin: ... Kratzer im Marmor hinterlassen?
Valkun: Was haben wir alles versucht?
Valkun: Ich habe mich in meinen Gtterlufen nie an die Kirche
Valkun: gewagt.
Sullin: Flammen, brennendes l, Katapultgeschoe, untote Horden...
Sullin: Nun, Patmos Schler kann euch berichten, wie oft wir Falkensee...
Sullin: ... eingenommen hatten und doch unverrichteter Dinge umkehren mussten.
Valkun: Ich werde es auf jeden Fall versuchen. Ich denke die Voraussetzungen
eine Frau: *..werden die Wachen am Tor verraten wo der Valkun und Sullin zu*
Valkun: fr einen dauerhaften neuen Zustand der Stadt seien nie besser gewesen.
Sullin: Die einzigen Mal, dass Tempel auf dieser Insel fielen, war das das Werk von..
eine Frau: *finden sind?*
Sullin: ... Sha'Naz'Ghul.
Valkun: *Ja. Sie werden dich zum Hintereingang bitten*
Sullin: Und ich bezweifle, dass die Reste der Gemeinschaft auf der Insel in der Lage...
Sullin: .., sind etwas derartiges zu beschwren.
eine Frau: *sieht sich wieder um*
Sullin: Schon damals waren wir die Diener, nicht die Herren.
eine Frau: *greift dann den Trring*
Valkun: Ich mae mir dies nicht an.
eine Frau: *klopft dann zweimal verhalten, doch laut genug, damit an*
Valkun: Jedoch tut es vielleicht etwas profaneres auch.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 9.02.17, 10:42 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Vom unbesiegten Heer

Hauptfrau Nadja Valeria ließ auf Befehl von Magister Valkun das Feldlager Kairoduns neben dem Kastell Szzindrun aufschlagen, welches nördlich von Finsterwangen liegt. Dieser Tage wehen nicht mehr die Banner Cortans über den Mauern. Die Truppen scharten sich also, als die Schattenhand mehrere hundert tausend Dukaten zur Verfügung stellten und damit Söldner der Insel bezahlte und Panzer und Waffen für die Kriegswilligen beschafft wurden. Gerade mit dem Eintreffen des endophalischen Freiheitskämpfers „Chalid Mez Tulameth“, der durch den Schriftverkehr mit seinem Bruder von der Opportunität auf der Insel erfuhr, sammelten sich auch weitere Endophali unter dem Banner Kairoduns, um für die Vision Valkuns, welche sich mit der Hoffnung der Flüchtlinge Endophals schnitt, zu streiten. Zumindest die Illusion der Vision, die er ihnen offenbarte. Chalid sollte später zum Kriegshelden und Märtyrer werden. Um ihn und seinen Einsatz zu ehren wurde die Stadt Falkensee später benannt: „Luth Chalid“. Sein größter Verdienst sollte es aber bleiben, dass er die Endophali vereinte und die Flamme ihres Muts zur Freiheit entfachte. Er führte sie zusammen.

Unter den Truppen Endophals kämpften die mächtigen Krieger Xarabas und Martol. Sie sollten nach dem Krieg auch Valkuns wichtigster Schwertarm werden und eventuell waren sie eines Tages Kandidaten für den inneren Zirkel der Schattenhand. Denn ihr Geist war nicht getrübt von Lügen und offen für die Lehren des Propheten. Gleichsam waren sie etablierte Personen und mächtige Verbündete. Bruder Lukas hatte seiner Tage die Exklusivität der Schwarzmagier im inneren Zirkel durchbrochen, wodurch dieses nicht undenkbar war. Aber nicht nur die mächtigsten Krieger sollten in den Reihen des Heeres stehen. Selbst Handwerker schlossen sich den Truppen an und fanden in der Logistik ihren Platz. Im Feld durften diese jedoch nicht dienen. Es war ein Grundsatz die Truppe stark zu halten und ein Gegensatz zum Bauernheer Galadons. Zu erwähnen war noch der später heilig gesprochene Seppl, der für den Partisanenkrieg gegen die Logistik des galadonschen Reichs und die Kompanie Bogenschützen zuständig war. Er war ein wahrer Gläubiger Angamons und echtes Vorbild für einen jeden Gläubigen. Sein Verhalten huldigte Yerrodon jeden Tag aufs Neue, ob er seine Opfer bis zur Bewusstlosigkeit quälte oder sich die Nacht mit neun Huren vertrieb, nachdem er vom Met drei mal erbrochen hatte. Er zeichnete mit seinen Taten Karikaturen der falschen Lehren der Viere.

Die Wegelagerei war ein unbedeutender Beitrag zu den Kriegsaufwendungen Kairoduns, doch ein bedeutsamer Verlust für die Galadonschen Lehenskassen. Das illustriert sich allein durch die Aufwendungen Kairoduns im ersten Mond nach Kriegseintritt: 300.000 Dukaten für Waffen und Rüstungen, 150.000 Dukaten für anderes Kriegsmaterial, 15x20.000 Dukaten Sold für die Truppen, 1500 Dukaten für Rationen. Valkun hatte gehört, dass der Feind zu jener Zeit die finanziellen Aufwendungen eher auf die Badewannen ihrer Burgen konzentrierten. Es amüsierte ihn und doch hätte er vielleicht auch eine neue Badewanne gut gefunden. Doch es war ein Krieg zu gewinnen. Die Einnahmen Kairoduns stammten größten Teils aus Tributen des Propheten der Enklave.

Neben der Reichsgarde Kairoduns und ihren frisch rekrutierten Endophali, wurden auch Söldner gekauft. Sie wurden sehr gut bezahlt, waren sie doch nicht im Glauben geeint. Wenn sie vor der Wahl gestanden hätten, dann hätten sie sich vermutlich für das galadonsche Reich entschieden. Darum ist es umso beachtlicher, dass der Feind sich nicht um ihre Dienste bemühte. Jene Söldner verdienten etwa zehntausend Dukaten pro Kopf und Schlacht. Ein Vielfaches von dem, was Soldaten Galadons im Monde verdienten. Jedoch leisteten vor allem die Arragars einen beachtlichen Dienst und Valkun hätte jederzeit wieder in ihre Kampfeskraft investiert.

Den letzten Teil der Truppen Kairoduns sollten die Schüler und Magier der Akademie zur Linken zu Finsterwangen stellen, deren yerrodonsche Beschwörungen ein weiteres großes Kontingent in den kommenden Schlachten stellen sollte. Unter diesen Truppen fanden sich neben dem Magistrat bestehend aus den Magistern Zoran Gosh, Magister, Varys, Sullin und ihm auch die heutigen Adepten Vex, Caux, Xafares und Elsa. Einige unbegabte Schüler fanden im Krieg ihren Tod, analog zu einem Magister, ehemaliger Schüler seiner Magnifizienz Telaris Kreytz. Von allen Truppen waren die Magi wie zu erwarten am unzuverlässigsten. Er hörte sogar, dass einige Magister erst nach den Schlachten auf den von Leichen übersähten Feldern gesichtet wurden. Vermutlich wie sie gerade Leichenteile sammelten.

Die vielleicht mächtigste Einheit Kairoduns stellte jedoch ein Ork dar, der unter dem selbsterklärenden Namen „der Zerstörer“ für das Banner Kairoduns stritt. Allein sein schwarzer Harnisch ließ Soldaten des Feindes desertieren. Sein gewaltiger Schrei soll Mauern zum Einsturz gebracht haben und seine Faust zermalmte wohl Stahlrüstungen von Rittern wie Sandkuchen. Er sollte sich auch als treuer Gefährte und intelligenter Stratege erweisen, denn er bekam zurecht die Anerkennung die ihm unter dem Blick des einzigen Herren Angamons gebürte. Zu erwähnen ward noch sein riesiges Glied, was insbesondere Valkun sehr beeindruckte.

Der Generalstab des Heeres bestand aus Sullin und Valkun, welche die nächsten Ziele festlegten, Truppen verschoben und Angriffspläne ausarbeiteten.

Die große Stärke des bis heute ungeschlagenen Heeres Kairoduns sollte aber aus der Kohärenz bestehen. Im Gegensatz zu den Truppen Galadons waren in den Schlachtformationen einzig Soldaten zu finden, welche sich auf das Kriegshandwerk verstanden: Schwarzmagier, Graumagier, Krieger und Schützen. Dieser Armee stand auf der galadonschen Seite ein Heer aus Bauern, Hufschmieden, Elementargeweihten und Magiern, welche zuletzt offensichtlich selten das Sonnenlicht gesehen hatten gegenüber. Einige Ritter, die im Laufe des Krieges desertierten beteiligten sich an den ersten Schlachten. Ihre Pflichtverletzungen waren sicher ein Vorbild für andere Galadonier. Die Ergebnisse der bevorstehenden Schlachten waren also abzusehen. Doch die Generäle und der unerfahrene Feldmarschall Galadons führten ihr Heer wider dessen in das Verderben und den sicheren Tod. Ihr Fanatismus war vielleicht viel exzessiver, als Valkun bisher dachte.

Während der Schlachten stieß manchmal auch die Bruderschaft der Tardukai zu den Truppen Kairoduns, um neben ihnen zu reiten. Raziel hatte lange keine großen Siege mehr zelebriert, deswegen war Valkun in diesem Moment sogar froh der Bruderschaft zu etwas Ruhm zu verhelfen. Für den Gottkönig.

Die Klinge des einen Daimon durchstieß wie aus dem Nichts seinen linken Lungenflügel. Vielleicht verfehlte er sein Herz. Vielleicht traf er es auch. Schmerz kannte er nicht mehr. Es schossen ihm aber weitere Gedanken durch den Kopf …



Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
[..]
Valkun: Doch seine Untersttzung fr die Cortaner hat durchaus
Valkun: unser Interesse geweckt.
Valkun: Er wurde geschickt?
Chalid Mez Tulameth: Agal.
Chalid Mez Tulameth: Es gibt unterschiedliche Arten von Gewalt, du kennst sie vermutlich gut.
Chalid Mez Tulameth: Aus der Sicht der Cortaner, aus der Sicht meiner Weshra
Chalid Mez Tulameth: Ist nun eine Zeit des Aufbegehrens und der Verteidigung.
Chalid Mez Tulameth: *er sieht dich ruhig an*
Chalid Mez Tulameth: Die Wenigen haben zu lange alleine entschieden, im berfluss gelebt und ...
Chalid Mez Tulameth: Andere geknechtet.
Chalid Mez Tulameth: *eine kleine Pause, dann nickt er aber langsam*
Valkun: *er hrt ruhig an der Stelle verharrend zu, seine Augen sind dabei auf dich*
Valkun: :: gerichtet
Chalid Mez Tulameth: Wie du sehe ich es so, dass offensichtliche Grausamkeit eine Schwche sein
Chalid Mez Tulameth: Kann.
Chalid Mez Tulameth: Menschen wollen Fhrung. Aber gleichzeitig das Gefhl von Heimat.
Chalid Mez Tulameth: Geister aus Blut und Knochen knnen diese Gefhle nicht vermitteln.
Chalid Mez Tulameth: Es ist also an uns Dinge zu korrigieren.
Chalid Mez Tulameth: *hebt die Hand leicht an*
Chalid Mez Tulameth: Auch wenn wir dabei Wasser vergiessen mssen.
Valkun: Das Problem an Revolutionen sei es, dass die herrschende Klasse
Valkun: nie freiwillig geht. Da geben wir dem Fremden aus Endophal recht.
[..]

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 10.02.17, 11:31 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Von der Unruhe der See und der Ruhe des Todes

Die Streitmacht Kairoduns sammelte sich noch und war nicht zum Vorrücken bereit. Marschall Dur wusste dies durch seine zahllosen graumagischen Spione, welche die Akademie zur Linken unterwanderten sicher. Vermutlich auch deswegen sammelten sich die Truppen Galadons dann also, um die Cortaner mit voller Schlagkraft am Schlachtenpass zu treffen. Toran Dur wusste um die Macht der Propaganda und kündigte den Angriff ganz offen an, sodass die Cortaner Kairodun um Hilfe baten. Valkun wollte die Moral der noch nicht voll konstituierten Armee Kairoduns nicht dadurch riskieren, dass sie zum Beginn ihres Krieges eine Niederlage hinnehmen musste. Deswegen entschied er sich mit einer kleinen Truppe von Magiern die Piraten und Cortaner zu entlasten. So reiste die Gesandtschaft zum Schlachtenpass und bereitete sich auf die Ankunft der Übermacht vor, die bereits einmal gegen Kairodun unterlag, auch wenn der Beitrag der Grafschaft heute deutlich kleiner ausfallen sollte.

Die Streitmacht Galadons sollte jedoch niemals ihr Ziel erreichen. Denn eine junge Frau hatte den Weg von Falkensee bis zum Schlachtenpass mit unglaublich potenten Fallen fast unpassierbar gemacht. Ein Großteil der Truppen Durs wurden von ihnen dahingerafft, sodass Dur weise entschied den Rückzug anzutreten. Nissa, eine junge Assassine im Dienste des Bündnisses der Klinge, einem Söldnerheer im Dienste der Cortaner, wird nicht das letzte Mal ihren Wert bewiesen haben. Sie war die vielleicht beweglichste Person, die Valkun in seinem Leben zu sehen bekam und hatte feste Brüste. Aus irgendeinem Grund suchte sie so lieblich die Nähe von Valkun. Ob er sich davon geehrt fühlen oder dies ihn ängstigen sollte, war Valkun nicht klar. Er war sich aber sicher, dass er die junge Assassine nur so nah bei sich haben wollte, wie es unbedingt notwendig war.

Dieser erfolglose Angriff auf die Truppen Cortans und der Piraten sollte gleichzeitig die letzte Handlung des Toran Dur in seiner Position als Marschall gewesen sein, denn der neu gewählte Kanzler Erynnion Comari setzte Dur ab und strukturierte angeblich die Truppen neu. Comari schaufelte sofort nach seiner Ernennung tiefe Gräben zwischen ihm und der Kirche und suchte so die offene Konfrontation mit Eminenz Custodias. Doch das war eine andere Geschichte, auch wenn aus Comaris großen Säuberungen der Krieg mindestens beeinflusst wurde.

Die Cortaner waren über die Hilfen beim Kastell und beim Schlachtenpass sicher dankbar, doch sahen sie Kairodun offensichtlich weder als echten Verbündeten geschweige denn als einen Verbüdeten auf Augenhöhe mit dem Großreich Cortan. Sie forderten deshalb weitere Gesten des Wohlwollens und die sollten sie erlangen. So sollte gemeinsam mit Magiern zur Linken, die für Cortan stritten und der Akademie zur Linken in Finsterwangen ein Daimon beschworen werden, der die Seewege kontrolliert und somit Galadons Logistik weiter zermürbt. Das Ritual fand am Strand nahe der heiligen Stadt bei ruhigem Wetter statt. Valkun und Sullin hatten den Ritualplan ausgearbeitet und selbst die Tardukai kamen, um dem Fest der Beschwörung des Gehörnten beizuwohnen. Auch die Magier der Cortaner angeführt von einem Magus namens Wolfsbart wohnten der Beschwörung bei. Das Ritual dauerte über mehrere Zyklen an und war äusserst erfolgreich. Der Daimon aus El’Ra’Khor nahm wie gewünscht den Korpus des toten Kraken als Wirt an, nachdem der alte Wirt beseitigt ward. Ein gewaltiger Krake, dem man seine unheilige Natur nun durchaus ansah. Die Augen schienen rot zu lodern und die Zähne blickten gierig aus dem Maul. Der alte Wirt des Daimon wurde am Ritualplatz zurückgelassen. Der Fokusgegenstand blieb im Besitz des Beschwörers und der Daimon tauchte in die tiefe See, wo er sich von der Pein der Unterwerfung durch die Magi zur Linken erholen sollte.

Abseits des Kriegs und den verborgenen Tätigkeiten des Pfads zur Linken, wurde die erste Heerführerin Gilia von Stein, welche für die frühen Niederlagen Cortans zur Verantwortung gezogen wurde, durch Tesan Valdefort ersetzt. Und dieser war durch die jüngsten Ereignisse und die massive Unterstützung äußerst wohlwollend gegenüber dem Kairodun. So wohlwollend, wie ein Morsandiener einem Reich welches sich selbst unter dem Segen des Gottkönigs wähnte eben sein kann. Gilia von Stein versank in der Scham ihres Versagens und Valkun versuchte sie auf den Weg des Seelenpakts zu locken, um ihr vielleicht doch noch zu Nutzen zu verhelfen. Natürlich aus Altruismus und ohne Eigennutz.

Auch die Armee Kairoduns wuchs und ihre Ausrüstung war mittlerweile den Cortanschen und Galadonschen Truppen weit überlegen. Einzig dem Expeditionskorps Rex Hilgorad, welches den Wall und das Elementarkloster verteidigte, brachte die Heerführung noch Respekt entgegen. Das Expeditionskorps war zumindest nach dem, was man sagte, eine Truppe von Elitesoldaten, wie es das alte Lehensbanner zu sein pflegte. Im Ödland hatte auch das Bündnis der Klinge – eine Söldnerarmee angeheuert von Tesan Valdefort – ihr Lager aufgeschlagen. Langsam war das Bündnis zwischen Kairodun und Cortan bereit von der Defensive in die Offensive zu gehen. Langsam war es Zeit für Blut, Tod und Vernichtung. Die Zeit der Rache war gekommen.

Als der Gedanke vollendet war, merkte er, wie ein Schnitt durch seine Kehle ging. Es schmerzte nicht, doch das Blut lief ihm in die Augen und sein Blick färbte sich in Rot. Es hatte etwas amüsantes dieses Bild. Und es schossen ihm weitere Gedanken durch den Kopf …

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
Danke insbesondere an Sandir, der das Event so lange betreut hat (Falls da noch mehr Leute mit dabei waren sei es mir verziehen, Hammerfels war sowieso der Boy).

[..]
*Der Massige leib schiebt sich augenblicklich ber den Sand hin zum
Valkun: *und scheint diesen langsam auf dessen Haut zu trpfen, dan tritt er zurck*
Valkun: *und steckt das Fernglas an seine Robe*
*Wasser. Kurz hlt er dabei inne ehe er in die tiefes des Meers taucht.*
Valkun: *die blutunterlaufenen Augen schauen dem Kraken hinterher*
Valkun: Nungut.
Valkun: *er wendet sich nun Wolfsbart zu*
Valkun: Wir hoffen die Cortaner werden sich erinnern,
Valkun: wer ihnen den Perfekten gab und die Wogen, welche sich in den
Valkun: letzten Tagen trmten werden wieder geglttet.
Valkun: Wir sehen ihn am morgigen Tage.
Wolfsbart: *Kurz heben sich seine Mundwinkel wieder an* Heute wurde gute Arbeit
Wolfsbart: geleistet. Wir kehren zurck.
Sullin: Hoffen wir, dass die Erwartungen an den Dmon sich erfllen... zu oft taten...
Sullin: ... sie das nicht auf dieser Insel.
Wolfsbart: Das hoffen wir. *Damit dreht er sich auch herum*
Valkun: *er verharrt und wendet sich zu Sullin*
Wolfsbart: Bis zum morgigem Tage.
Sullin: Leider haben sie nicht weit genug eingegriffen, um klar zu erkennen, ob sie...
Sullin: ... dem Pfad der Linken folgen. *meint er halblaut gesprochen*
Sullin: *und zuckt dann blo mit den Schultern*
Valkun: Sei dies von Belang? Sie sind Spielzeuge.
Valkun: *meint die erschpfte Stimme nun in deine Richtung*
[..]

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 12.02.17, 18:21 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Vom Selbstverständnis des Besitztums

Nachdem das Lehensbanner faktisch aufgelöst und Toran Dur als Marschall entlassen war, strukturierte die Führung um den neuen Kanzler auch Weiteres um. So kam es, dass einer der Späher Kairoduns, der auf den Namen „Neugier“ hörte, mit einer gewissen Unvorsicht die Nähe von Burg Morgenroth – dem Sitz des Barons von Siebenwind - riskierte. Zu nah unter gewöhnlichen Umständen. Doch Fehltritte können auch belohnt werden und Neugier bemerkte, dass die Burgmauern nicht bewacht waren. Auch im Burghof waren keine Wachen zu erspähen. Nachdem Neugier sich der Lage sicher war, tat er, worin er am besten war. Er fand einen Weg in die Burg und dann in das Torhaus. Auch dort sollten keine Soldaten auf ihn warten. Neugier kehrte also zur Heerführung, um über seine Erkenntnisse zu berichten. Nach einer kurzen Besprechung war ihnen klar, dass diese Burg als wichtiger Stützpunkt für den weiteren Krieg dienen kann. Die Cortanschen Truppen ließen den Schlachtenpass also ihren Verbündeten den Piraten und marschierten in Richtung der Burg Morgenroth. Neugier öffnete die Tore aus dem Torhaus und ohne einen Schwertstreich oder geschossenen Pfeil fiel der Sitz des Barons, der mittlerweile zum Festland reiste, in die Hände Kairouns. Und würde Neugier nicht gern im Schatten wandeln, so wäre er wohl von Graf Nahar als Held Kairoduns geehrt worden.

Der Kanzler bemerkte den Verlust sofort. Er hatte ihn selbst zu verantworten hatte, alsda er angeblich die Wachen höchstpersönlich zu seinem eigenen Schutz abgezogen hatte. Man kann sich die Angst des Kanzlers vor der öffentlichen Meinung über diese fatale Entscheidung nur schwer ausmalen. Doch sollten seine fragwürdigen Entscheidungen jetzt noch keinen Abbruch finden. Denn der Kanzler beschloss, dass Galadon schnell und hart zurückschlagen musste. Er ließ - womöglich magische – explodierende Geschosse herstellen, die er mit Katapulten auf die Burg Morgenroth schießen wollte, um seine Feinde dort zu vernichten. Also marschierte das Heer Hilgorads unter der Führung der Ritterschaft vor die Burg Morgenroth und baute die Geschütze auf. Eine weitere Sicherung der Belagerung schien ihnen nicht notwendig zu sein. Also stand der Rest ihrer Armee auf offenem Felde und die Geweihten der Elementarherren unterhielten sich über das Baden im Meer und die Feuer in den Essen von Draconis und die Geweihten Morsans beteten mit den Geweihten Vitamas gemeinsam, als würden die Horwah selbst für sie die Schlacht gewinnen. Die wenigen echten Soldaten, welche der Truppe angehörten, waren mit dem Katapult beschäftigt. Als die ersten Projektile in den Hof der Burg donnerten und eine Hütte in Brand steckten, war Graf Nahar gerade damit beschäftigt, dem Verwalter Jorge Borgiacremo die Ehre des Titels eines „Edelmanns“ zuteilwerden zu lassen. Die kampferfahrene und gut ausgerüstete Truppe Kairoduns reagierte schnell und sie waren sich klar, dass sie das Bombardement hier nicht aussitzen können, ohne dass sie am nächsten Tag in den Trümmern ihres Geschenks saßen. Von ihrer eigenen Macht überzeugt rückte das Banner Kairoduns entschlossen und selbstbewusst aus der Burg vor und traf das galadonsche Heer unvorbereitet. Völlig desorientiert ob des ersten Schocks flohen die Truppen Galadons unformiert in die nahe gelegenen Wäldern und die Soldaten Kairoduns – ganz gleich ob Daimon oder Mensch – folgten ihnen und schlachteten sie ab wie Vieh. Es wurden an diesem Abend viele Gefangene gemacht und als die Kunde der bedeutenden Niederlage des Heeres und der Gefangennahme der gesamten Ritterschaft die damalige Hauptstadt Falkensee erreichte, kam nun Eminenz Custodias zur Burg, um die Gefangenen zu befreien. Dies sollte auch so geschehen, aber nicht wegen seines Tränen.

Abseits von der Bedeutung der materiellen Niederlage, dem Verlust der Belagerungsmaschinerie und den vielen Toten, hatte die Resignation, ob der Überlegenheit des unbesiegten Heeres Kairoduns einen neuen Höhepunkt erreicht. Und die Resignation sollte auch eine solche bleiben. Der Erfolg gab Kairodun recht und die heiligen Tage waren nicht mehr fern. Was würde an diesen geschehen, wenn man die Potenz Kairoduns so ansah? Der Blick Valkuns richtete sich nach dem Erfolg bei der Burg Morgenroth nun auf diejenigen Truppen Galadons, denen er als Einzigen auf der Insel noch Respekt zollte. Und diesmal sollte es nicht um eine Eroberung gehen, sondern allein um endgültige Vernichtung und Tod.


Mit einem Male blickte er zum Daimon, der sein Maul aufriss und sich wieder an ihm zu bedienen. Durch das Blut, welches über seinen gesamten Kopf lief, war er noch immer völlig in rot gefärbt. Und ihm schossen weitere Gedanken durch den Kopf …


Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
made my day ...

Chalid Mez Tulameth: Um den Zugang der Truppen zu berwachen
Chalid Mez Tulameth: *er reicht der Neugierde eine Depesche*
Chalid Mez Tulameth: Bitte persnlich beim Kastell abgeben.
Chalid Mez Tulameth: *versiegelt das Schreiben*
Neugierde: werde ich dort jetzt noch jemanden antreffen?
Chalid Mez Tulameth: Die Wachen sollten es entgegen nehmen. das wird ausreichen.
Neugierde: selbstverstndlich
Neugierde: das lsst sich sodann gewiss auch umgehend erledigen
Neugierde: *er nimmt die Depesche entgegen und steckt es irgendwo in der Robe in*
Neugierde: *eine seiner unzhligen Guybrush Threepwood taschen*

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 14.02.17, 11:13 
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Mit gesenktem Haupt saß Bran auf einer der zahlreichen Kisten, welche über die
Halde hinweg verstreut waren. Der dilettantisch angelegte Verband um die Rechte
würde wohl nur noch für wenige Zyklen stummer Zeuge der gestrigen Expedition bleiben.
Zu tief hatte er den Dolch durch die Hand gezogen um, zusammen mit den
anderen Partisanen, die Bußstätte zu weihen.
Schmerz zeichnete sich auf seinen Gesichtszügen ab, als die Linke prüfend zur Schulter fuhr.
Zu allem Überfluss hatte ihn eine der geflügelten Bestien kalt erwischt, als der Trupp immer
tiefer in die Dunkelheit vorgestoßen war.

Dennoch war es nicht die Expedition der er dort, auf den Kisten der Halde sitzend,
in Gedanken nach hang. Des Magus Worte waren es die Bran beschäftigten.
Verräter und Spitzel würden sich in den eigenen Reihen befinden und Interna nach
Brandenstein tragen. Ein Umstand der Bran mehr zu beunruhigen schien als
die anderen Anwesenden. Welche Reaktion hätte er sich auch von Eidbrechern und den
plötzlich so verräterisch wirkenden Silhouetten auch erhoffen können.


Und es wurde ihm einmal mehr bewusst, dass es Magister Valkun war, der Bran einen
Stuhl angeboten hatte..


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 14.02.17, 13:09 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Von Pest, Tod und falschen Helden

Das Expeditionskorps Rex Hilgorad, eine Elitetruppe Galadons unter der Führung einer Hochmagierin zur Rechten und eines Bellumsgeweihten, hatte zwei Aufgaben: Ein Teil der Truppen hatte den Falkenwall besetzt, um das Grün- von dem Ödland zu schützen und der Rest hatte sein Lager im Elementarkloster westlich der Stadt Falkensee bezogen. Jetzt da Burg Morgenroth in die Hände Kairoduns gefallen war, hatte sich eine weitere Front geöffnet. Ein Keil, der sich in den Rest des Lehens zu bohren drohte. Doch ein direkter Angriff war Valkun zu riskant. Natürlich war das Selbstvertrauen aus den vorhergehenden Schlachten groß. Man durfte aber nicht außer Acht lassen, dass es bisweilen stets Galadon war, welche den Angriff ausführte. Kairodun verteidigte stets überlegende Positionen oder überraschte die Truppen Hilgorads. Um den Erfolg zu garantieren, war also mehr nötig, als die militärische Überlegenheit. Der Feind musste weiter geschwächt werden. Der Löwe unter dem Fangnetz zu Boden gehalten werden. Eine Aufgabe für den Pfad zur Linken. Und wer bot sich für diesen Zweck besser an, als der Atem Angamons? In den Texten des Ars Daimonica wird so lieblich ihr Wesen beschrieben:

Zitat:
„Die Fürstin [..] hat nur einen Daseinszweck: Alle Luft die in die Lungen ihrer Opfer dringt, mit ihrer Essenz anzureichern, denn Siechtum und Qualen sind die Folge. Wenn sie über das Land weht, ist die Pest im Lande. Und kaum etwas mag sie aufzuhalten. Zu Tausenden gewinnt sie in diesen Tagen ihres Wandelns auf Tare neue Anhänger hinzu. Denn jedem Kranken, fiebrig, halb verfault, geistig umnachtet und auf der Schwelle des Todes verharrend, wird der Dienst in ihrem Reich angeboten. Und nicht wenige schwören in diesen Tagen den Götzen ab. [..]“


Ihr Wesen und ihr Land sollten es sein, welches Kairodun den brachte. Durch ein Ritual, welches Sullin und er vorbereitet hatten, brachte Valkun Pestratten aus Yerrodon. Sie trugen eine Krankheit in sich, wie sie die Insel vielleicht noch nie sah. Sullin und er vollbrachten das, wozu Darel und Dur damals nicht im Stande ware. Bei dem ausufernden Ritual halfen auch der Hauptmann der Reichsgarde Chalid Mez Tulameth und Adeptus Caux, ein vielversprechender grauer Magus. Ohne sie wäre das Ritual womöglich gescheitert, denn die Ratten waren aggressiv und kräftig wie Löwen. Der Adeptus und der Hauptmann sperrten die Ratten in Holzkisten aus dicker Eiche, welche von den Klauen und messerscharfen Zähnen der Wesen fast zerrissen wurden.

Es lag vielleicht an der kommenden Pest oder am Ritual, aber irgendetwas stimmte hiernach nicht mit dem Hauptmann. Er verhielt sich sonderbar und legte sich aus dem Nichts mit dem Adeptus an. Der Adeptus, welcher Magister Manai – einem Graumagier und altem Mitglied des inneren Zirkels der Schattenhand – in seiner Aggressivität in nichts nachstand, tötete den Hauptmann. Er winselte erst, doch Caux zeigte nicht einen Hauch von Gnade. Es lag nicht in seiner Natur. Ein unrühmlicher Tod eines dem Wahnsinn Verfallenen, welcher die endophalischen Freiheitskämpfer unter dem Banner Kairoduns schwer erschüttern sollte. So wurde die Geschichte verklärt und Chalid Mez Tulameth zum Kriegshelden ernannt. Später sollte wie bereits erwähnt die endophalische Freistadt seinen Namen tragen. Vielleicht war es dieser Schachzug, welcher die Endophali weiter unter dem Banner Kairoduns marschieren ließ.

Die Pestratten wurden im Brunnen am Falkenwall und in der Stadt Falkensee ausgesetzt, wo sie zur Tat schritten. Große Teile der Truppen Galadons sollten dahingerafft werden. Am Wall starben auch einige Soldaten des Expeditionskorps. Andere lagen in den Krankenbetten der Lazarette als dann die Truppen Kairoduns das Lager stürmten und gnadenlos einen jeden Soldaten abschlachteten, egal ob er tapfer verteidigte oder in seinem Kot und seinem Urin im Bette verendete. Es gab dort soweit Valkun bekannt war keine Überlebenden. Und die Galadonier in Falkensee sollten noch lange Zeit mit der Krankheit zu kämpfen haben. Wie viele Opfer die Seuche wirklich forderte wurde nie bekannt. Und wie viele dieser ihre Seele freiwillig der Fürstin reichten ebenso wenig. Er hatte immer gedacht, dass die Bruderschaft der Tardukai nicht davon wissen sollte. Aber im Nachhinein war er sich sicher, dass sie sich in ihrem intriganten Wesen ebenso wie er an dieser Köstlichkeit der Kriegsführung ergötzen konnte.

Valkun sah, wie die Pranke des einen Dämon nach dem anderen Schlug und Letzterer kurz wankte. Und es schossen ihm weitere Gedanken durch den Kopf …

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
Das Zitat stammt vermutlich von Kulin. Genau kann ich das nicht sagen. Auf jeden Fall nicht aus meiner Feder. Danke abermals an das E-Team für das Ritual und Hammerfels für das Skripten der Krankheit. Hätte nicht gedacht, dass sowas möglich ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 15.02.17, 15:36 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Vom Beginn der längsten Nacht

Die Magier zur Linken konnten einige Tage nach dem Massaker am Falkenwall die Nähe des Dorayon förmlich spüren. Die letzte Trutzburg Angamons in der ersten Sphäre näherte sich und sollte Tare bald in völlige Finsternis hüllen. Die erste und die zweite Sphäre rückten zusammen. Yerrodon kam. Das Dunkeltief war auch die Zeit des Pfads zur Linken. Es war die Zeit, in denen die Daimonen am hörigsten waren und es war die Zeit alsda ein leichter Schubs reichte, um sie nach Tare zu geleiten. Selbst die Dilettantischsten unter seinen Kollegen waren im Stande Beeindruckendes zu leisten. Wozu war Kairodun dann in der Lage?

Diese Frage war schwer zu beantworten. Die letzten militärischen Aktionen gegen Galadon hatten nur gezeigt, dass es um das Reich Hilgorads schlechter bestellt war, als Valkun es je für möglich gehalten hätte. Er wusste, dass die Stadt Falkensee an den heiligen Tagen zu nehmen keine Herausforderung war. Noch weniger, wenn man an die siegreiche Truppe denkt. All die herausragenden Persönlichkeiten, die ihm kurz durch den Kopf rasten. Die Einheit der Gemeinschaft Angamons war auch ihre Stärke. Sullin und Valkun planten zwar, doch waren es all die Einzelnen, welche gemeinsam wie ein Herz schlugen. Aus ganz unterschiedlichen Beweggründen. Diese Einheit sollte später durch die Isolation der Bruderschaft erkauft werden. Denn die Bruderschaft war nicht mehr länger tragbar. Auch weil sie genau dieser Lehre Schattenhands widersprach in all ihrer heutigen Eitelkeit und Arroganz.

Und so sollte die einzige Vorbereitung auf den Sturm auf Falkensee, die Beschwörung eines Daimon aus Kawor sein. Diese Langweiligste aller Domänen Yerrodons war für diesen Zweck doch wohl die Nützlichste, wenn auch nicht die Kreativste. Valkun trank viel zu diesen Tagen. Vielleicht rührte die Kreativlosigkeit daher. Nicht, dass der Alkohol noch großen Einfluss auf ihn ausübte, aber er hoffte es. Vielleicht entsprang auch aus der Sehnsucht des Rausches dieses leicht Wahnsinnige, wenn auch unterhaltsame Ritual.

Im Zentrum stand Darek. Darek war ein cortanscher Verräter, welcher Kairodun als Zeichen des guten Willens überreicht wurde, nachdem er und einige Offiziere die Cortaner an Galadon verkauft hatten. Valkun hatte im Folterzimmer den anwesenden Tardukai dadurch beeindruckt, dass er die Hand auf die Stirn des Cortanschen Soldaten gelegt hatte und vorgab seine Gedanken lesen zu können. Sie nahmen es so an. Vielleicht ging er ja sogar in die Geschichte Siebenwinds ein als Valkun der gedankenlesende Seelenfresser? Letzteres sollte man sich in Brandenstein sagen. Kurz musste er glucksen und verschluckte dabei Blut. Der Cortansche Verräter diente zu allerlei. Er schenkte sein Fleisch, sein Fett und so viel mehr. Doch sie ließen ihn am Leben dort in den Tiefen der Akademie. Valkun brach seinen Geist und flüsterte ihm Dinge ein, die für ihn zur Wahrheit wurden. Irgendwie erfüllte es ihn mit kurzweiliger Freude. Und nun zu den heiligen Tagen sollte sein großer Auftritt bevorstehen! Seine Bühne war bereitet.

Denn er sollte als Lockmittel für den Dämon dienen, der mit ihnen die Stadt nehmen sollte. Er sollte im Mittelpunkt des Ritualplatzes gegen Niedere Kawors bestehen. Mit Hilfe der Anwesenden selbstverständlich. Allein konnte er kaum noch in der Rüstung stehen, so elend war sein Zustand. Und als dem Fürsten des Krieges und seinen Höllenschmieden, wie den Heerscharen, die unter ihm marschierte, Ehre gemacht wurde, erhob sich ein Daimon nach dem anderen, ehe einer sich gefordert fühlte seine Eignung zu beweisen und dies dann auch tat indem er Darek in den Boden stampfte. Er stimmte einem Handel zu und gemeinsam sollten sie die Stadt Falkensee frontal angreifen.

Die Verteidigung war desorganisiert und die Verteidiger noch mehr geschwächt, als zu Beginn des Krieges. Denn angeblich hatten sich der Kanzler und Eminenz Custodias überworfen, sodass die Kirche und ihre Schützlinge in Falkensee und die Ritterschaft mit dem Kanzler sowie seinem Stab auf Burg Schwingenwacht weilten. Das Reich war viel geteilter, als auf den ersten Blick wirkte. Zum Genuss Kairoduns. Und zum Genuss Valkuns. Es gab keine Aussicht auf ein Ende der Streitigkeiten, welche Galadons Truppen entzweiten.

Die Stadt zu nehmen war wie erwartet ein Einfaches. Doch nun war ihm das größte Hindernis im Wege. Es ragte phallusgleich über die gesamte Stadt und war das Symbol des Großreichs Galadon: Der Tempel der Viere. Er war das Wahrzeichen des Oberhaupts der Kirche, König Hilgorad I. ap mer. Dieses Ziel hatte die Gemeinschaft Angamons nie vollbracht. Doch wo bisher versagt wurde, wollte er jetzt siegreich sein und zertrümmern, was den Vieren gewidmet. Schänden, was Angamons Allmacht so innbrünstig widersprach. Denn die Armee Kairoduns schlug wie ein Herz.

Und ebenso schien er seinen Herzschlag schwächer werden zu hören oder war das Einbildung? Er wurde weiter seziert und weitere Gedanken schossen ihm durch den Kopf.

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
Die Posts kann man auch teilweise als Ermutigung für Spieler sehen Eigeninitiative zu zeigen, wenn sie Ideen haben. Manchmal fruchtet es. Das kommt auf alle Beteiligten an. Ohne Kritik.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 16.02.17, 13:56 
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Gedanken auf dem Weg nach Yerrodon... Von der wahren Schlacht

Die Stadt war also genommen. Während der heiligen Tage sollten große Teile der Kapazitäten Kairoduns auf die Suche nach dem Splitter des Horlaf und der Seelenessenzen aufgewandt werden. Dadurch kam die wahre Schlacht – der Kampf um den Tempel von Falkensee – zum Erliegen. Kairodun war auch an dieser Front erfolgreich, doch ist das eine andere Geschichte und Valkuns Gedanken huschten nur darüber hinweg.

Erst nach dem Dunkeltief sollte sich Kairodun wieder dem Tempel zuwenden. Vieles wurde getan, um die schützende Hand der Viere vom heiligen Grund fort zu schlagen. Die Finger zu verbrennen. Auch die Bruderschaft beteiligte sich mit einer kurzen Predigt zum kleinen Raziel-Kind in der Kanalisation Falkensees und ließ die Gemeinschaft Angamons ihr Feuerschwert erschaffen: Die Chaosflamme der neuen Ordnung.

Die Gemeinschaft Angamons begann hiernach den Tempel zu schänden. Gegen einen Jeden der Viere wurden pervertierte Feiern abgehalten. Ob am Bellumsschrein Soldaten von hinten erstochen, Frauen und Kinder vergiftet wurden oder einfach eine sinnlose Schlägerei abgehalten wurde: All das zeigte den wahren Willen der Gläubigen. Es widersprach in jedem Punkt der Ehre, Tapferkeit und Aufrichtigkeit des Schwertherren und offenbarte das Gesicht Yerrodons.

Am Schrein der Vitama wurde eine perverse Feier abgehalten. Es wurden Betten aufgebaut, um brutale Liebe zu inszenieren. Alkohol wurde schamlos in Massen konsumiert. Die Diener des Gottkönigs peitschten sich gegenseitig aus und genossen den Schmerz, der ihre Lust nur entfachte. All das, was den Sahordienern verwährt bleiben sollte in ihrer Mäßigung. Es war der Weg all die falsche Moral hinter sich zu lassen, die das Volk im Zaum halten sollte. Die Flamme Gier nach dem, was rechtmäßig den Menschen gehörte löschte.

Am Schrein des Astrael wurden die Irrlehren der Viere in Reden enttarnt und die manipulierende Literatur der Viergötterdiener verbrannt. All die Lehren sollten auf ewig weichen. Die wahren Lehren Angamons und des Propheten Schattenhands würden sich behaupten. Doch nicht durch das Schwert, sondern durch ihre Wahrheit würden sie Bestand haben. Sie würden strahlen wie ein Leuchtturm über Tare. Auch das war eine Lehre des Propheten Schattenhands.

Am Schrein des Morsan wurden Seelenfragmente geopfert, welche dem Horlaf entrissen wurden. Ein grausames Schauspiel. Es kam einer Versklavung gleich. In Ketten gelegt gingen sie dahin. Die Ruhe wurde gestört. Der Geist eines viergöttergläubigen Soldaten wurde zerrüttet und er damit in den Wahnsinn getrieben, bis er sein Leben selbst beendete. Die Ewigkeit wurde erschüttert.

Den Tempelbewohnern wurden auch Mengen an Gift und Stricke gereicht, um sich selbst zu erlösen. Wie viele dieses großzügige Angebot des heiligen Seppels annahmen ist nicht geklärt. Sie hatten zumindest das Angebot, Die Hand war ihnen gereicht. Die Entscheidung ihre Freiheit zu erkaufen und die Umarmung der Schlange zu lösen. Perverse Märkte wurden abgehalten, in denen junge Magier zur Linken Dämonenbeschwörungen anboten. Valkun war sich sicher, dass die Schüler bei diesen ihr Leben gegeben hätten. Aber es war ein Zeichen für die neue Ordnung, die sein Reich bringen würde.

Die Sahordiener schienen durch die Geißelung immer verzweifelter zu werden. Diese Verzweiflung gipfelte in einem Ausfall, der völlig desorganisiert erschien. Einige fanden den Tod, andere flohen ohne ihre Waffen in den Tempel, als die erste Salve der Bogenschützen niederging und die Infanterie die galadonschen Linien zerschmetterte. Und es sollte nicht lang dauern, alsda sich die schützende Hand der Viere löste.

Denn als am fünften Tage nach dem Dunkeltief erneut die Katapulte sprachen und der Rammbock gegen die Barrikaden des Tempels schlug, da zeigte sich Regung im Fundament. Und es geschah, was nie zuvor geschah auf diesem Eiland. Der heilige Boden des Tempels schien der Macht Angamons und dem Glauben seiner Gläubigen zu weichen. Um den Fall des Tempels noch abzuwenden, erklärte sich Eminenz Custodias bereit einen Entscheidungskampf gegen Satai Akelas zu führen. Und so hatten die beiden die von ihnen so sehr begehrte Bühne bereitet. Sie trugen den Kampf aus und ein Sieger war schwer auszumachen. Der Astraeldiener wurde zerschmettert, aber er fand nicht den Tod. Valkun hörte neben sich eine nicht weiter genannte Schwarzmagierin andeuten, dass sie selbst dort nach oben gehe, um diesem Custodias die Kehle durchzuschneiden. Zu lang hatte er Diener des Einen gepeinigt und zum Schnitter geführt. Doch auch sie ließ Gnade vor Recht ergehen. Es sollte nicht mehr lange dauern, alsda die Bewohner des Tempels resigniert den Boden aufgaben, der ihnen so lang als Heimat des Glaubens diente. Als Anker auf dieser Insel. Niemand bleib zurück und so bleib das von Valkun erwünschte Blutbad aus. Er wollte Rache für all die Toten Diener des Einen der letzten Götterläufe. Diese sollte ihm aber verwehrt bleiben. Kein Massaker in den Ruinen des Tempels, welches Sühne sein sollte. Kein Blut von Sahordienern, welches den Boden weihte.

Und Valkun merkte, wie seine Beine von einer Klinge entfernt wurden. Der Rest seines Körpers lag schlaff auf der Hand des einen Daimon. Und weitere Gedanken gingen ihm durch den Kopf …

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Uns als Spielern wurde ziemlich mulmig im TS, als die 4GG dann abgezogen sind und ihren walk of shame an uns vorbei hatten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 13.03.17, 18:27 
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Am gestrigen Tage fanden sich einige Gestalten in einem versteckten und abgelegenem Schrein zusammen, getrieben vom Aufruf zur Andacht und um einer weiteren Lektion im Glauben zu lauschen. Mühsam war ihr Weg bis zum Schrein, denn sie in den letzten Wochen als Zeichen ihrer Bußfertigkeit und auf der Suche nach Vergebung und Erleuchtung errichtet hatten. Die Strapazen der weiten Reise, die Gefahren und Feinde, die es zu überwinden galt, waren ihnen längst ein Teil ihrer Pilgerfahrt geworden, Beweise ihrer Bereitschaft zur Reue und der Einsicht, gefehlt zu haben.

"Wir sind Heute an diesen Schrein der Buße und der Vergebung gepilgert um Antworten zu suchen auf unsere Fragen. Antworten die wir erhoffen im Licht Angamons zu finden, im Gebet oder im treuen Dienst. Einige von uns stehen am Anfang dieser Suche. Anderen ist nicht genug was sie bisher als Einblick erhielten. Andere wiederrum strauchelten bei der Suche nach der Wahrheit und wollen sich wieder aufrichten vor dem Herren und vor seiner Gemeinde."

"Ich frage euch, warum suchen wir überhaupt nach Antworten? Warum pflücken wir nicht die leichten Antworten vom Baum, die die Ordnung der Viere uns an jeder Ecke und an jedem Fleck bietet? Das sind nicht die Wahrheiten, nach denen es uns dürstet. Wir suchen nicht nach Einblick in deren göttliche Ordnung und nach besseren Wegen ein noch demütigerer Diener und Sklave zu sein."

"Wir suchen nach Einblick in das Wesen aller Dinge - Einblick auch in das Innerste unserer eigenen Seele. Warum? Weil kein Beseelter sich selbst wahrlich kennt. Eine Seele kommt als unbeschriebenes Blatt in die Welt, ohne Bestimmung. Erst im Werden erkennt die Seele ihr eigentliches Sein. Erst in der Suche nach Antworten erkennen wir uns selbst. Daran welche Fragen wir stellen und nach welchem Licht wir greifen. In dieser Dunkelheit ist es das Pflicht und Bürde einer Seele, sich selbst eine Bestimmung zu erwählen - oder voller Angst vor dieser Bürde davonzurennen. Die Augen zu verschließen vor dem Zwang, sich selbst erst erkennen zu müssen, ohne Bestimmung auf die Welt gekommen zu sein, das ist der Weg der Viere. Eine fein eingerichteten Ordnung aller Dinge.Keine Fragen mehr, keine Zweifel, nur Ablenkungen, die die Seele ruhig stellen."


"Das ist der Kern der Predigt von Angamon.
Dass wir ohne Bestimmung sind!
Und uns unsere Bestimmung selbst erwählen müssen!
Dass wir uns selbst erst erkennen und erfahren müssen.
Und das die Seele sich selbst am Besten in höchster Not, in der Verzweiflung und dem größten Zwist am Besten selbst zu erkennen vermag.
Daher ist unser Weg derart beschwerlich und mühsam."


"Und noch eine zweite Wahrheit will ich hier und jetzt verkünden. Wir sind nicht allein, wenn wir ohne Bestimmung ins Dunkel geboren werden und nach dem Licht suchen. Der Herr - Angamons selbst - trat ohne Bestimmung in diese Welt. Er steht auerhalb der alten Ordnung. Er trug keinen Namen, er erwählte seinen Namen selbst. Nichts war für ihn vorhergesehen, nichts sollte nach dem Willen der Viere ihm gehören. Angamon ist der erste und der einzige Gott, der selbst eine Seele besitzt! Nur weil ihm nichts bestimmt war, deshalb erlöst sein Weg uns von allen Fesseln."


Der Prediger, der während der gesamten Andacht bisher eine Fackel in der Linken trägt, zieht mit der rechten fünf schmucklose Kerzen aus den tiefen seiner schwarzen Gewänder.

"Diese Fackel hier habe ich im Tempel in Finsterwangen enzündet. Dem Tempel der heiligen Stadt und lange einzige Zuflucht und Heimat der Gemeinde.
Ich will, dass ein jeder von euch eine dieser Kerzen an der Fackel enzündet und hier im Schrein aufstellt. Und dabei fest im Geiste sich an eine Selbsterkenntnis erinnert, die ihm in auf dem Weg des rechten Glaubens wiederfuhr. Gedenkt hier an diesem Orte einem Aspekt eurer Selbsterkenntnis. Gleich ob es ein Makel oder eine Tugend ist, die ihr in eurem Wesen gefunden habt."


Einer nach dem Anderen tritt vor, insgesamt fünf Männer und Frauen, die ihre Kerzen an den Flammen aus dem Tempel von Finsterwangen enzünden. Diese Fünf haben äußerst unterschiedliche Wege hergeführt, teils sind sie Büßer, teils noch Suchende, einigen scheint der Weg ins Dunkel vorgezeichnet, andere haben sich eben von ausgetretenen Wegen abgewandt. Jeder der Fünf entzündet eine Kerze, in der Andacht gewiss gänzlich unterschiedlichen Gedanken nachhängend.

"Erst im Straucheln und in der Not erkennen wir unser Wesen. Gedenken wir in einigen Momenten der Stille dem Weg zur Vervollkommnung der Seele. Am Ende des Weges der Selbsterkenntnis steht ein Abgrund. Ein tiefer finsterer Schlund, der sich durch alle Weisheit nicht mehr überbrcken lsst. In diesem Moment müssen wir vertrauen auf den Herren Angamon und den letzten Sprung wagen. Das ist der Kern was zu Glauben bedeutet. Vertrauen, wo Verstand und Weisheit nicht mehr weiter weiss."

Die Gläubigen gingen außeinander, auf solch verschiedenen Wegen wandelten sie, sobald sie nicht in Andacht geeint waren. Und einige hatten sich die Predigt wahrlich zu Herzen genommen, die Botschaft, dass Sich-Selbst-Erkennen oberste Pflicht ist...


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 4.04.17, 18:52 
Einsiedler
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Im Wald nahe Brandenstein

Schmerzen. Blut. Sein Körper war schwach.

Er lag angelehnt an den Baumstumpf, irgendwo im Wald von Brandenstein. Eine törichte Idee von ihm, was er da versuchte...
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Einige Zyklen vorher in Brandenstein.

Da standen Sie, mächtige Krieger der Nortraven. Schwere Rüste, selbst ihre Frauen wirkten wie Kriegsbestien. Und sie hatten aufgerufen zur Jagd.

Jagen, das mochte er. Nur was wollten sie jagen?

Er lauschte Ihnen. Einen Schwarzmagier also. Er würde es verhindern. Für seinen Herren.

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Ein finsterer Ort

Die Gruppe kam an, die Mauern der Enklave erstreckten sich vor ihm. Er wartete. Sollten die Nortraven doch erstmal versuchen, an ihren Verteidigungsanlagen vorbei kommen. Immer mal wieder schlug er selbst drauf. Er wollte ja nicht auffallen.

Aber er war Schwach geworden. Er sah keinen Sinn mehr ohne seinen Herren, er fühlte sich wie misshandelt. Ohne klaren Kopf, ohne seine wahre Kraft schlug er auf die Skelette ein. Leichte Gegner, selbst für einen angeschlagenen Mann. Aber dann geschah es.

Ein Magier rannte vor die Tore der Enklave und fasste ihn ins Auge. Keine Chance. Schmerzhaft bohrte sich ein arkanes Geschoss in seine Schulter - kurz darauf vernachlässigte er die Deckung und kassierte den ersten Treffer durch eine Klinge. Direkt danach ein Pfeil von der Mauer, ein Schwall Blut suchte sich unaufhaltsam den Weg aus seinem Mund.

Er musste fliehen. Er war Schwach. Er war wertlos. Er war nichts.

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Im Wald nahe Brandenstein

Schwerfällig hob er den Blick in den Himmel. Der Baumstumpf war hart, die Wunden schmerzhaft. Er war bereit zu verenden, wie ein angeschossenes Tier. Unfähig seinem Herren zu dienen sah er keinen Sinn mehr. Er konnte den Schwarzmagus nicht retten. Die Jäger nicht aufhalten. Einst war er der Jäger - nun ist er die Beute. Nein, weniger. Er ist Aas.

Seufzend fällt sein Kopf voran, etwas frisches Blut tropft aus dem Mund und sammelt sich bei den anderen roten Flecken auf seiner Robe.

Nimm mich wenigstens in dein Reich auf, mein Gebieter.

Und so schloss er die Augen. Würde sich der Herr seiner Seele überhaupt annehmen? Oder war er dazu verdammt auf ewig herum zu irren? Er spürte Angst, Kälte, Hilflosigkeit.

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An einem fernen Ort, unerreichbar für Lebende

Er irrte umher. War er tot? Lebte er noch? Er wusste es nicht. Er sah nur die Schwärze. Dann sah er sie. Tausende Lichter irrten umher und sammelt sich zu einem Strom, der unentwegt voran zu fließen schien.

Er wollte nicht, doch konnte er auch nicht anders. Er wurde Teil des Stroms. So sehr er sich wehrte, um so mehr schien er hinein gezogen zu werden.

Doch dann kam es anders. Abseits des Strom stand er. Oder sie. Er erkannte nur Umrisse einer Gestalt. Eine helle Fackel hielt die Gestalt neben sich und dennoch blieb sie verdunkelt. Schwärzer als die schwarze Leere schien die Gestalt zu sein.

Es zog ihn an. Er schaffte es sich aus dem Strom zu lösen. Einige Lichter folgten Ihm, der Rest des Stroms floss weiter in die Leere. Nicht aber Er. Er kam zur Gestalt. Er fühlte sich gut.

_________________________________________________________________________________

Im Wald nahe Brandenstein

Mein Hirte.. mein Herr...


Er wachte auf. Sein Körper schien genesen. Er fühlte sich wie Neugeboren - nein besser noch. Das Blut war immer noch da, die Wunden aber nicht. Es wunderte ihn nicht. Er akzeptierte es. Nicht nur die Wunden waren verschwunden, nein auch jeglicher Zweifel an sich selbst war weg geblasen.

Er erhob sich. Er verstand langsam was passierte. Er freute sich, sein Leben schien doch noch nützlich. Er würde dienen, schwor er sich. Im Sinne des Herren handeln. Im Sinne des Herren leben. Und so stapfte er voran durch den Morast des Waldes, bis er den Pfad erreichte.

Der Süden war sein Ziel. Und niemand mochte den Reiter aufhalten können auf seinem Weg dorthin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Dunkle Tage, Lichte Nächte
BeitragVerfasst: 14.06.17, 16:32 
Einsiedler
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Knirschend knarzte der kastanienbraune Kutter unter den kräftigen Tritten des Mannes im Hafen von Finsterwangen. Mit Wehmut blickte er zurück zum Eiland, ein leises seufzen entwisch seinem Mund als das Schiff sich aus dem Becken des tiefen Hafen entfernte und langsam auf die offene See, zu einem Handelsschiff nahe der Bucht steuerte.

Angamon zeigt uns nicht, warum wir ihm auf Siebenwind dienen sollte. Vielleicht ist meine Person auf dem Festland besser aufgehoben...

murmelt er bevor er auf das Schiff klettert und sich zwischen einigen Kisten versteckt. Es wird eine lange Fahrt und ein noch längerer Aufenthalt, wer weiß ob er jemals wieder zu dieser Insel zurück kehren wird.


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