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 Betreff des Beitrags: Mutters Werk und Vitamas Beitrag
BeitragVerfasst: 25.02.17, 14:06 
Ehrenbürger
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Da waren sie alle also an diesem alten Hort. Tief unter dem verwunschenen Wald, der todlosen Kraft, der notwendigen und doch schmerzenden Wunde, die das Leben erhielt wo die leblose Kraft es fest in Seinem Würgegriff hielt. Kurz schloss sie die Augen. So viel Tod...
Sie riss sich von dem Gedanken los. Sie waren nicht hergekommen um zu betrauern. Weshalb die anderen dabei waren? Nun da war Vater Tion, der die Gruppe führte. Vater Custodias, der aus dem Hintergrund anwies. Der erste Templer und Maichellis, neben Leaniel diejenigen die die Gruppe beschützten. Caieta. Die Herrin mochte wissen was ihre Motive waren, wie so oft. Dann der Ordo Vitamae natürlich. Ben, Edelmut und sie selbst. Der Waldelf den sie irgendwo unterwegs aufgegabelt hatten und wie eigentlich immer wenn es um Belange der Kirche ging Tendarion, der sich an der Elfenholztafel die sie alle hierher geführt hatte schwer tat. Anders als andere Dinge aus diesem Material war die Tafel schwer und sie ahnte weshalb dies so war.
So waren sie also hier an diesem Hort. Der Weg hierhin schien unverändert, nicht anders als sie ihn in Erinnerung hatte als Aseijen sie mal hierher geführt hatte. Todlose Kraft. Vitama und Rien wie sie alle sagten. Nun, wenn es sie glücklich machte, warum sollte sie ihnen das nehmen? Zumal, aus heutiger Sicht hatten sie Recht, mittlerweile war dieser Hort genau das. Eben darum pikierte sie ein wenig wie der Orden sich im Hintergrund hielt und anderen selbst in diesem Schrein die Rolle des Leitwolfs überließen, als so ziemlich alle noch verdutzt schauten warum die Tafel, die offensichtlich hierher gehörte, nicht zu fehlen schien.
Na, Freunde der Nacht, die Rechnung habt ihr aber ohne die Wirtin gemacht, dachte sie noch kurz und so bugsierte sie Ben und Edelmut hin zu dem kleinen Altar. Kurz erläuterte sie was sie vor hatte, ehe sie die Anwesenden bat sich in einem Halbkreis auf zu stellen. Dann ergriff sie die Hand von Ben, der seinerseits die von Edelmut ergriff und beide überließen sie Edelmut das Ruder, die zu sprechen an hob:

"Also erst einmal möchten wir uns bedanken,
dass ihr uns begleitet und auf uns achtet während wir diesen Gegenstand
*eine kurze Pause*
zurück bringen wollen.
Sowohl den Fey als auch den menschlichen Begleitern.
Das bedeutet uns sehr viel."
Ein verschmitztes Grinsen huschte über Edelmuts Züge.
"Also ohne groß herum zu quatschen:
Ein großes Dankeschön an Euch alle."


Damit neigte sie das Haupt vor der Gruppe, einige erwiderten die Geste. Ben ließ es sich nicht nehmen ihr ein Küsschen auf die Wange zu drücken. Dann hob das Dreiergespann am Altar die sich umfassenden Hände empor und Diana hob zu sprechen an:

"So wollen wir auch der Herrin danken, dass sie uns an diesem Abend zusammen führte:
Herrin Vitama, gütige Mutter, Schenkerin des Lebensfunkens,
Hüterin der Liebe und der Liebenden, Bewahrerin der Gemeinschaft
wir danken Dir für die Brüder und Schwestern, die Du uns zur Seit' gestellt,
für Deinen Geist mit dem Du sie erfüllest,
der sie erst zu Brüdern und Schwestern in unseren Herzen und in unseren Seelen gemacht."
Kurz stockte sie. Eigentlich wollte sie nun aufzählen was sie zu Brüder und Schwestern mache, was sie zur Gemeinschaft bei trugen, aber - es fühlte sich nicht richtig an.
Sei nicht so besitzergreifend. Dies war ein Schrein der Herrin, ja, aber sollten nicht gerade deswegen auch ihre Brüder erwähnt werden? Ist nicht gerade auch dies Gemeinschaft in ihrer reinsten Form?
So holte sie kurz Luft und fuhr dann fort:
"So bitten wir Dich:
Gib uns die Kraft und den Glauben und die Zuversicht den Bruder und die Schwester im Fremden zu erkennen wie auch in dem uns Bekannten,
auf dass wir eins werden in Dir und durch Dich und in all' Deinen Geschwistern und durch sie
durch das heilige Band der Seele, das ihr uns so großzügig geschenkt.
Ael."


Viele Stimmen stimmten in das Ael mit ein, dann nahm sie abermals die Flasche mit dem Elfenwein zur Hand und befüllte den Kelch auf dem Altar damit. Nahezu augenblicklich wusch der Wein den Staub von Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden, hinfort und das fruchtig-liebliche Aroma des Weins breitete sich im ganzen Schrein aus.
Nicht wenige genossen diesen Augenblick, tief sogen sie den Duft ein, dann ergriff Diana den Kelch mit beiden Händen und trat an Maichellis, der ihr am nächsten stand und bot ihm den Kelch an. Nachdem er getrunken hatte ging sie weiter zur nächsten, Leaniel, dann reihum am Halbkreis der Begleiter vorbei, jedem einen Schluck anbietend. Gerne hätte sie den Kelch einfach kreisen lassen, aber sie befürchtete, dass die Scheu diesen zu berühren oder daraus zu trinken dann größer wäre und so bot sie zuletzt Edelmut und Ben jeweils einen Schluck an ehe sie selbst daraus trank und den Kelch behutsam wieder auf den Altar stellte.
Danach wurde es verschwommen. Sie hatte an den teils doch begeisterten Gesichtern der Anwesenden schon bemerkt, dass der Wein es wohl in sich hatte, aber dass dies nicht allein am Wein lag zeigte sich als selbst gut geübte Zecher in ein seliges Lächeln verfielen. Was sie selbst in diesem Augenblick empfand - es war schwer in Worte zu fassen. Wenn man sie diese Tage danach fragte würde sie nur eines zu sagen wissen: Sie fühlte sich geliebt.
Nach Aussagen der anderen war die Wirkung auf Edelmut und sie wohl wirklich durchschlagend. Sie beide sollen verschwommen gewirkt haben, umgeben von einem sanften Lichterreigen, der es schwer machte ihre Gestalt wahr zu nehmen und so mancher mochte sich gesorgt haben, dass die oberen Hälften ihrer Köpfe abfallen könnten, da das Lächeln das sie auf den Lippen trugen gepaart mit den völlig verklärten Blicken vermuten ließen, dass das Lächeln ein mal um den ganzen Kopf herum ging.
So waren sie darauf angewiesen, dass andere ihnen dabei halfen sich von diesem Ort zu lösen und zurück nach Brandenstein in den Schrein zu finden. Den Kelch nahmen sie mit. Sie hatten schon Pläne dafür, die sich gut anfühlten. Aber nicht jetzt. Nicht diese Nacht in der Vitama ihren Schleier über so manches Werk noch ausbreitete, das diejenigen die die Expedition begleitet hatten in dieser Nacht noch verrichteten...


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 Betreff des Beitrags: Re: Mutters Werk und Vitamas Beitrag
BeitragVerfasst: 25.02.17, 15:11 
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Immer wieder schloss Edelmut langsam die Augen.
Sie war lange nicht mehr an diesem Ort gewesen, und doch war es auf einmal so, als wären nicht ganze Monde zwischen dem jetzt, und dem Ereignis von damals. Sie seufzte ein wenig, als sie sich eingestehen musste, das sie bis heute hoffte es wäre ein anderer Schrein, als jener tief unten in diesem Ort. Sie mied ihn seither nicht ohne Grund, langsam machte sich das unwohlsein in ihr breit, welches sie schon lange irgendwo in sich davongeschoben hatte , und mit jedem schritt den sie auf den Zielort zumachten, lastete das Gewicht des gewaltigen Brockens schwerer auf ihr. Und sie selbst wurde immer kleiner, zumindest fühlte es sich so an. Vor dem Eingang des Ortes, blieb ihr einen Moment die Luft weg, und hastig huschte sie dann auch schon vor den anderen alleine hinein. Im Inneren tapste sie vorsichtig voran, jeder schritt wohlbedacht, während die worte ohne es so recht zu bemerken langsam über ihre Lippen gingen, die Gebetskette hielt sie dabei fest umgriffen.
" DIesmal benehme ich mich. Versprochen.... Es tut mir so leid. " Nach jedem Schrittchen, bei dem nichts geschah, ging sie langsam weiter hindurch, sie wollte geradewegs in den Schrein. Leichter wurde es noch nicht, das Schlechte gewissen nagte wieder an ihr, und vor dem Weg zu besagtem Schrein, stockte sie einen Moment. War dieses Goldene Licht schon immer hier? Sie hielt sich sicherheitshalber davon fern, und langsam tapste sie durch diesen Teil des Schreines, um sich vorsichtig umzusehen. Sie hielt ausschau nach diesem Baumwächter, der sie damals mitsamt der Truppe aus dem Gebiet entfernt hatte, direkt vor den Eingang. Als sie es nicht finden konnte, verliess sie das ganze, und berichtete dem Calator von dem Goldenen Schimmern, an das sie sich nach dem letzten Besuch nicht mehr errinern konnte dann zog sie sich etwas zurück.

Erst als sie alle gemeinsam den Schrein betraten, begann sie wieder sich halbwegs zu fassen. Müde. Ja. Das traf es gut. Es machte sie Müde, und genau das sollte eben nicht passieren. Ihr persönliches geplänkel durfte nicht ihren Dienst beeinträchtigen. Egal ob es sie nun belastete oder eben nicht. Sie atmete ein paarmal tief durch, und erst dann bemerkte sie, das offenbar jemand erwartete das sie mit an den Altar ging. Tion. Und Diana. Ohje, sie tapste eilig darauf zu und winkte Ben heran. Wenn es schon Gemeinschaftlich geschehen sollte, dann war auch er ein Teil dieser Gemeinschaft, ausserdem könnte es hilfreich sein wenn ein Novize ihr tun überwachte. Ziemlich dankbar nahm sie die Hand an , die Ben ihr darbot als sie sprechen sollte, und plapperte einfach vor sich hin, was sie dachte was gut klingen würde:

"Also erst einmal möchten wir uns bedanken,
dass ihr uns begleitet und auf uns achtet während wir diesen Gegenstand
*eine kurze Pause*
zurück bringen wollen.
Sowohl den Fey als auch den menschlichen Begleitern.
Das bedeutet uns sehr viel."
Ein verschmitztes Grinsen huschte über Edelmuts Züge.
"Also ohne groß herum zu quatschen:
Ein großes Dankeschön an Euch alle."

Einen Moment überkam sie die altbekannte unsicherheit. Kein sehr schönes gefühl gepaart mit dem aufkeimenden schlechten gewissen, Die Worte fühlten sich für sie einfach richtig so an. Wieso einen ewig langen Monolog halten, wenn das was man sagen möchte in eigentlich einem satz beendet wäre? Die Gehobene Augenbraue von Custodias wirkte irgendwie skeptisch auf sie während sie sprach, was sie erst einmal zusätzlich verunsicherte, so klammerte sie sich einfach an Bens Hand fest und überliess so Diana das geplante Gebet vollständig.
"Das hast du schön gesagt, kleine Schwester." Die Worte Bens beruhigten sie nur gering, vielleicht war es auch mehr aufregung, und sie konnte es einfach nicht richtig zuordnen? Wer weiss.
Sie würde das schon gut machen. Der Wein ging einmal herum, und auch sie nahm einen Schluck des Getränkes dankbar an. Wein war jetzt genau das richtige. Sie schliesst ein weiteres mal die Augen, und reichte den Becher an Diana zurück. An die Momente danach errinerte sie sich nur Wage. Mehr. Es war ein wenig, als würde sich so langsam jede Unsicherheit und jedes einzelne andere gerade schlechte Gefühl langsam in Luft auflösen. Ein verklärtes dusseliges Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit. Ja. Sie wollte mehr als diese Unsicherheit. Diese bescheuerten Ängste, und sie wollte das nicht nur für sich. Ein bisschen sorglosigkeit, ein bisschen Liebe, einfach ein bisschen zuversicht an die anderen Beseelten in ihrer Umgebung weitergeben. Ein bisschen was von allem das jeder einzelne von ihnen benötigt. Erst als Tion das Wort erhob, wurde sie aus einem Schwall an Gedanken und diesem leichten Gefühl gerissen. Das Gefühl blieb. Nur die weiteren Gedanken daran, könnte sie wohl nun nicht einmal mehr wiedergeben. Es war einfach so viel. Ungeordnet. Durcheinander. Wirr. Aber sie wusste einfach das sie richtig waren. Auch jetzt noch. Eher wie durch einen Schleier drangen die Worte an sie heren. " Novizin..."
Das klang so fremd. Klingt fremd. Nicht falsch-fremd. Oder schlecht-fremd. Sie kam dem ankommen näher. Die erste große Hürde war gemeistert. Sie hatte etwas geschafft, und dabei hatte sie nicht ein einziges mal wirklich versucht sich zu verstellen um es jemandem recht zu machen in den letzten Monden. Sie kam sich selbst näher, und es machte sie glücklicher, als sie es beschreiben könnte das auch Vitama dies offenbar mit wohlwollen betrachtet hatte.

Die letzten Momente, als nurnoch sie, Ben , Diana und Maichellis im Schrein waren, nutze sie dafür sich vor den Altar zu Knien, und ein paar leise Worte an Mutter zu richten.Noch immer nahm sie alles eher Schleierhaft wahr. Es war der richtige Ort, und die richtige Zeit dafür. Es war ihr völlig egal diesmal, ob die beiden Fey möglicherweise hören könnten, was sie da flüsterte. Dies war etwas das sie auch aussprechen wollte, nichts das man mit sich im Kopf ausmacht. Sie war dankbar. Dankbar für die Gelegenheit, dankbar für all die anderen gelegenheiten sich auf die bisherige und die kommende Zeit irgendwie vorzubereiten. Und , noch immer mit einer gesunden und berechtigten reue, auch dafür dankbar, das sie diesen Schrein, diesen Ort beinahe entweiht hätte. Nicht, wegen der Erfahrung. Nicht weil sie das geschenk ein Leben in die Welt zu tragen, oder eher die Hülle dessen mit füßen von sich getreten hatte. Nein. Aber das hatte es gebraucht, wie es nun aussieht um den Weg zu Vitama zu finden. Sie würde wohl alles geben, damit es auch hätte anders funktioniert. Aber es war nun einmal geschehen, und sie wird weder das, noch diesen Abend je vergessen. Es waren wohl die wichtigsten die sie sich vorstellen kann. Ein wenig resigniert stellte sie nach dem sprechen fest, das sie nun mit Ben alleine in diesem Schrein war. Und das sie nun doch heulte. Ohje. So richtig in die Realität zurück, den Kelch den sie mitnehmen sollte fest umklammert, kam sie wohl erst als Ben ihr die Arme umlegte.
Dann verliessen sie gemeinsam den Schrein, und machten sich auf den Weg zurück nach Brandenstein. Nachhause. Und so sehr es sie verwunderte, die Leichtigkeit blieb...


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