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 Betreff des Beitrags: Das Handelsschiff bei Finsterwangen
BeitragVerfasst: 8.05.17, 19:04 
Edelbürger
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In einem Dunkelzyklus macht sich ein kleines Fischerboot von einem Steg im Hafenbecken von Finsterwangen auf in Richtung des Handelsschiffs, das unter cortanischer Flagge vor der Stadt ankert. Das Böötchen ist aus morschem Holz, darin nur ein einsamer Fischer mit einer schummrigen Laterne, das Glas rußbeschlagen. Der Fischer trägt einen weiten oft geflickten Seemantel von schwer bestimmbarer dreckig-grauer Farbe, vielleicht einmal braun oder schwarz oder grün, und einen abgewetzten Hut mit breiter flacher Krempe. Am Schiff angekommen ruft er mit rauher und kratziger Stimme "Heda, eine Nachricht aus der Stadt!" und keine weitere Silbe mehr. Aus den Innentaschen des Mantels zieht er dann einen Brief, den er mit behandschuhter Hand in die Höhe hält. Der Boten haftet ein heftiger Geruch nach Tabak und anderen Kräutern an, wer ihm allzu nahe kommt, der ahnt vielleicht auch einen Verwesungshauch. Wer ihm noch näher kommt und versucht unter die Hutkrempe und die dicke Vermummung zu blicken, wird zwei goldene kreisrunde Münzen erkennen, die der untote Fährmann anstatt seiner Augen trägt. Sofern er unbehelligt bleibt, verbleibt der Fährmann nahe des Schiffes, reglos, bis er entweder ein Antwortschreiben bekommt oder nach genau einer weiteren Stunde die Laterne auf seinem Boot ausgeht, dann macht er sich auf den Rückweg.

Zitat:
Die Stadt Finsterwangen und das Lehen Kairodun entsendet seinen Gruß,

Wir wissen nicht, was eure Absicht ist, längst weht die cortanische Flagge über keinem Ort auf der Insel mehr, über die Umstände, wie es dazu gekommen ist, wisst ihr inzwischen gewiss genauso gut Bescheid. Cortan fiel am Ende, als Valdefort began Verrat an unserem Lehen und unserem Werk in Falkensee zu planen. Ich rate daher, dass ihr euch und eure Absichten erkärt, bis dahin sollen zu keiner Zeit mehr als fünf Männer oder Frauen in unserem Lehen an Land gehen. Wir verfügen über Mittel und Wege, die Bucht von Finsterwangen zu einem sicheren Ankerplatz zu machen, doch ohne Erklärung werden wir diesen Schutz nicht gewähren.

Im Namen des Rats von Kairodun
Exzellenz Sullin


Später sieht man eine Gestalt in schwarzer Robe und Maske am Strand bei Finsterwangen in der Meeresbrandung mit nackten Füßen in der Meeresbrandung stehen. Die Gestalt verweilt dort eine ganze Weile still und reglos, ein runenverziertes Fernrohr in beiden Händen hoch erhoben, wie eine Opfergabe ans Meer. Erst nach einiger Zeit beginnt sie dem Artefakt in leisen, gebrochenen Worten einzuflüstern, ein sonores Murmeln, ein gleichmäßiges Fließen von eintönigen Silben. Darauf hin wird wohlmöglich tief unter der Wasseroberfläche in der Dunkelheit der Kraken von Finsterwangen lautlos seinen Weg in die Bucht nehmen. Wenn er den Einflüsterungen folgt, verharrt er dort etwas abseits vom Handelsschiff, lauernd und fürs Erste abwartend.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Handelsschiff bei Finsterwangen
BeitragVerfasst: 9.05.17, 07:41 
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"Magos, ich glaube das ist eher einer deiner Freunde. Uh. Der sieht nicht mehr allzu frisch aus."

Die junge Frau lehnte sich etwas mehr über die Reling, als sie von hinten am Gürtel gepackt wurde und wieder zurückgezogen wurde.

"Ich kümmere mich darum."

Einen Teil seiner Wehr überziehend und seinen Waffengurt umlegend machte sich der schwarzhaarige Mann daran mit dem Beiboot dem Besucher entgegenzupaddeln.

"Angamon zur Ehr.", ertönte es, ehe er realisierte, dass der untote Fährmann keinerlei Bestreben nach einem Plausch mehr haben würde. Also nahm er den Brief entgegen und brachte ihn zurück zum Schiff.

Die Antwort erfolgte prompt auf gleichem Wege in einer feminin, geschwungenen, gar blumigen Schrift.

Zitat:
Allen Göttern und seiner wunderbaren Majestät Theobald von Cortan dem I. zur ewigen Ehre,

die vandrische Handelsgesellschaft der Familie Elandan entsendet seine Grüße an das Lehen Kairodun.

Handel und das Erwerben von neuen Erfindungen und Errungenschaften steht uns allein im Sinn. Lasset Euch nicht im geringsten von unserem Segel irritieren, denn solltet Ihr mehr zahlen als seine herrliche Majestät, dann hissen wir auch die Segel Kairoduns.

Tüchtige Seefahrer und meine beiden Helfer allein sind auf dem Schiff, das nichts von Gefahr beherbergt, außer mich selbst, die nicht zögern würde, die Insel in den Ruin zu treiben, wenn sie denn weiterhin bedroht wird.

Ich vertraue nur Euren Dukaten. Solange Ihr diese habt, werdet Ihr in Reichtum schwelgen und mein Wohlwollen genießen. Zweifle ich Eure Absichten an oder vergeht Ihr Euch an meinen Mannen, dann wisset, dass das Wohlwollen seiner ruhmreichen und prächtigen Majestät nicht mehr in Eure Richtung gereicht wird.

Also lasset mich in Ruhe mit Euren verräterischen Möchtegern-Herzögen und lernt die wahre Pracht und den wahren Reichtum Cortans neu kennen!

Ich erwarte Eure Entscheidung, ob der Handel Eure Stadt erreichen soll.

Marissa Elandan


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Handelsschiff bei Finsterwangen
BeitragVerfasst: 9.05.17, 20:53 
Edelbürger
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Die Antwort bringt diesmal eine Gardistin in der Uniform eines Magiers aus der Garde von Finsterwangen in einem seetüchtiger wirkendem kleinem Fischersboot, angetrieben von einem Segel anstatt Rudern. Die Gardistin selbst scheint recht geschickt im Umgang mit all den Tauen und dem Steuern des Botes. Sie zögert auch nicht ein paar höfliche Worte auszutauschen bei der Übergabe, aber oftmals verschwindet eine ihrer Hände in einer Robentasche und schließt sich um eine dort bereitliegende Rune, nur für den Notfall.

Zitat:
Ihr dürft ungehindert euren Handelsgeschäften nachgehen, ich verbreite in der Stadt den Befehl, euer Schiff und dessen Besatzung in der Bucht zu dulden. Erwartet nicht allzu gute Geschäfte, die Stadt ist ein Provisorium, der Schrein das eigentliche Herz des Reichs. Sullin


Der Kraken derweil ruht weiter am Meeresboden in traumlosem Schlaf, eingelullt durch die Einflüsterungen des Magiers mit dem Fernrohr, der sein Ritual jeden Tag einmal wiederholt. In einem scheinbar zufälligen Dunkelzyklus, nie jedoch bei hellem Tageslicht, steht er mit nackten Fußsohlen in der flachen Brandung am Strand.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Handelsschiff bei Finsterwangen
BeitragVerfasst: 9.05.17, 21:22 
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Die Nachricht wird wieder von Magos entgegengenommen und er rief zu dem Schiff etwas hoch, woraufhin der Ruf einer Frau ertönte, der anordnete alles an Deck zu bringen. Wohl wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis alles gepackt ist, doch man scheint die feste Absicht zu haben nun das Schiff mitsamt der Waren verlassen zu wollen um an Land zu gehen innerhalb der nächsten zwei Tagesläufe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Handelsschiff bei Finsterwangen
BeitragVerfasst: 11.05.17, 03:44 
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Ein paar Seefahrer mit einigen Kisten von Rohstoffen, die auch einer sehr genauen Überprüfung standhalten und keine kriegerischen Absichten vermutbar machen, begeben sich bei dem kleinen Steg vor Finsterwangen an Land.

Mit viel Gerufe wird auf sich aufmerksam gemacht. Und so ihnen jemand entgegenkommt, wird derjenige einen kurzen Schrieb in die Hand gedrückt bekommen. Die Schrift ist dabei wieder zweifelsfrei als die Schrift der ersten Verfasserin zu erkennen

Zitat:
Allen Göttern und seiner wunderbaren Majestät zur Ehr',

wir gedenken am heutigen 7. Dunkelzyklus an Land zu gehen, um in einem persönlichen Treffen die Formalitäten mit einem Würdenträger der Stadt zu klären.

Den Wein dafür werde ich mit Vorliebe spendieren. An Euch ist es wie viel ich davon gezwungen bin zu trinken.

Marissa Elandan


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Handelsschiff bei Finsterwangen
BeitragVerfasst: 12.05.17, 20:26 
Edelbürger
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Haustüren wurden geöffnet, Proviant durch Gardisten hineingeschleppt. Später macht sich wieder die Magierin aus der Garde mit einem kleinem Segelboot auf den Weg zum Schiff.

Zitat:
Die Räumlichkeiten und Gatter stehen euch offen, etwas Proviant wurde im Haus hinterlegt. Nachforschungen zu den Eisblumen haben ergeben, dass sie von Feenwesen auf dieser Insel hinterlassen wurden, weitere Exemplare scheinen nicht beschaffbar.


Weiterhin begibt sich der Magier zu einem Dunkelzyklus zum Stand für sein Ritual, auch an diesem Tag. Später sitzt er an einem Schreibtisch und bringt einige weitere Zeilen zu Papier, um sich selbst abzulenken, der Akt dem Fernrohr und dem Kraken einzuflüstern scheint erstaunlich lange in seinen Gedanken nachzuhängen. Niemand sonst wird diese Zeilen je zu Gesicht bekommen.

Zitat:
Unter dem Donner der Oberfläche, in den Tiefen des abgründigen Meeres schläft der Kraken seinen uralten, traumlosen, ungestörten Schlaf. Bleiche Reflexe bewegen sich rund um seine dunkle Gestalt; riesige Schwämme, von tausendjährigem Wachstum, blähen sich auf seinem Rücken, und in den von bleichem Licht durchschimmerten Tiefen kommen unzählige große Polypen aus geheimen Winkeln und wundersamen Grotten hervor und versetzen mit riesenhaften Armen die grünliche Stille in Aufruhr. Seit Jahrhunderten ruht er dort, und er wird weiter ruhen — wobei er sich im Schlafe von gigantischen Meerwürmern nährt —, bis das Feuer des Jüngsten Gerichts den Abgrund erwärmt. Dann wird er brüllend heraufkommen, ein einziges Mal vor den Augen der Menschen und der Engel erscheinen, um an der Wasseroberfläche zu sterben.

Niemals kann der Wind seinen uralten Körper derart kühlen, wie die Finsternis des Meeres es vermag. Mit jedem Augenblick seines Aufstiegs in die Höhe, hin zum Lichtschein Felas, ein Feuer das ihn blind macht und seine Augen trüb und grau, spürt der Kraken die Hitze seines eigenen Körpers. Auf halbem Wege ist er zu siechend, um sich zu erwehren, seine Haut schlägt Blasen, sein Schweiß ist ihm brennende Pein, sein Körper in Siechtum und Schmerz augebläht, bleibt ihm nur gegen den langsamen kriechenden Aufstieg anzunrüllen. Sein Wahn scheint die ganze Welt erfasst zu haben, als sein einst majestätischer Körper an die Oberfläche des kochenden Meeres bricht: Städte ertränken sich gegenseitig in Blut, Schiffe brennen im Feuersturm, die Armeen hauen noch mit Stock und Stein aufeinander ein, wo Schwerter längst zerbrochen sind.
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