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 Betreff des Beitrags: [Mitmachthread] Die ewige Schlacht
BeitragVerfasst: 22.05.17, 17:59 
Ratler
Ratler
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Das gleißend-blendende Licht der letzten Tage, manifestiert in trockener Hitze, bündelte sich zu einer Säule aus Licht und Feuer über dem Schrein im Südosten der Stadt Brandensteins. Unerträgliche Gluthitze, der Hammerschlag des ewigen Schmieds und die außersphärischen Flammen kündigten an, was jene, mit festen Glauben im Herzen, bereits erahnten.

Und sie traten hervor. Jene einarmige Frau. Die beiden Männer mit den Pfeil- und Schwertwunden und der Rüstung die von den Wunden gezeichnet wurde. Der Elf, dessen linke Gesichtshälfte durchbohrt war und offen aufklaffte. Doch kein Blut, kein Schmerz und kein Unbehagen war in ihnen zu sehen. In ihren Augen loderten die Flammen der Gewissheit, des Eifers und des Kampfes.

Sie würden Reinheit und den Sieg über das Ungerechte und Unperfekte bringen. Sie würden prüfen und messen.

S
ie würden die letzte Schlacht anleiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 23.05.17, 09:02 
Festlandbewohner
Festlandbewohner
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Stille.
Die Kathedrale, der Schrein, war von Ruhe erfüllt.
Langsam blickte der Elf auf zum Altar des Schreines seines Herrn und Gebieters. Die Ewige Armee war hier, der Marschtritt tausender Stiefel würde bald über Siebenwind erklingen. Es hatte begonnen - und er betete, dass er nicht zum Zeuge eines weiteren Jassavias würde, das brennt, das vergeht und alles, was Gut und richtig ist in einem endlosen Kampf gegen das Böse verschlingt.

Feârtharn ist groß!
Feârtharn ist gerecht!

Im Licht der Viere
jagen wir
dahin
auf gläsernen Schwingen
in die Ewigkeit!




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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 23.05.17, 11:07 
Einsiedler
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Wohnort: Siebenwind
In Brandenstein finden sich mehrere Anschläge mit der blumigen Überschrift:


DIE ANKUNFT - EIN NEUES ZEITALTER


Fürchtet euch nicht liebe Freunde! Die Alten Drachen haben begonnen ein neues Zeitalter zu bereiten. Ihre Verkünder weilen bereits auf der Insel und werden den Weg ebnen für die Rückkehr der Ordnung.

Sie werden die Diener ihrer Kreation prüfen und sollten sie Fehl begangen haben, das reinigende Feuer der Alten auf sie wirken. Fürchtet euch nicht, denn bei der Ankunft wurden die Gläubigen der Gohor ignoriert. Ein deutlicheres Zeichen kann es nicht geben. Alle Verderbtheit wird gereinigt werden.

Dürstet es euch nach mehr Wissen über die Alten? Möchtet ihr einer Messe beiwohnen? Möchtet ihr vor dem Ende des alten Zeitalters konvertieren?

So kommt meine Brüder und Schwestern - meldet euch bei Minna Helgard, Augenzeugin der Ankunft, erste Priesterin der Prophezeiung, Bann der Verderbtheit.

_________________
Die Guten gehn im gleichen Schritt. Ohne von ihnen zu wissen, tanzen die anderen um sie die Tänze der Zeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 23.05.17, 15:16 
Ehrenbürger
Ehrenbürger
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Ruhig saß sie über den wenigen Zeilen die sie schrieb, ging die Worte wieder und wieder in ihrem Kopf durch. Sie sann darüber nach, was sie besser machen konnte, was ihr helfen mochte zu ihm durch zu dringen. Doch da war nichts. Manches mal da war der erste Gedanke wohl wirklich auch der beste und so schrieb sie die Zeilen unter den kurzen Brief, streute die Tinte mit Löschsand ab und blies ihn herunter nachdem dieser seine Arbeit getan hatte. Dann hauchte sie noch einen Kuss auf das Schreiben und legte es in die Kladde.

Zitat:
Wer an meiner Seite streitet,
wer seine Waffe für mich erhebt,
wer hinter meinem Schild Zuflucht findet,
wer die Entbehrungen mit mir teilt auf dass wir sie gemeinsam tragen können,
wer meine Hoffnung auf den Sieg nährt,
wer sein Blut mit mir vergießt auf dass wir alle die wir waren, sind und sein werden Frieden und Erlösung finden mögen,
der soll sein mein Bruder und meine Schwester
und als Brüder und Schwestern will ich sie annehmen und in Ehren halten für alle Zeit, in Ewigkeit.

Ael.




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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 24.05.17, 09:18 
Altratler
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Beiträge: 5793
Wohnort: Dur´sches Imperium
Im Schein einer Kerze blättert der alte Magier in angestaubten Folianten, in denen in seiner kleinen und schwer zu lesenden Handschrift Seiten über Seiten von Notizen und Berichten zu finden sind, zusammen mit zahlreichen, eher schlecht gemachten, Skizzen.

Zitat:
Als ich mich dem Stein näherte, ihn betrachte, schienen meine Sinne zu schwinden...

Die Farben verwischten vor meinen Augen zu undurchdringlicher Schwärze und ich verlor das Gefühl für Raum und Körper. Es war, als würde ich entkörpert in einen tiefen, schwarzen Abgrund sinken...

"Du suchst also Macht?", eine elegante, körperlose Stimme drang an mein Ohr, sie sprach in meiner Muttersprache...

Und aufeinmal begann die Schwärze um mich herum Gestalt anzunehmen: Bläuliche Fackeln schienen in einem Kreis um mich aufzuflackern und die Umrisse einer gewaltigen, kreisrunden Halle aus der Dunkelheit zu formen. Ich sank nun tiefer auf den planen Hallenboden und bemerkte rings, wie sich schemenhafte Gestalten einfanden. Menschenartige, wabbernde Schatten. Gerade als ich wieder ein Gefühl für meinen eigenen Körper bekam, für Füße, die auf hartem Felsbonden standen, gleissten die bläulichen Fackeln, die nun hoch über mir waren auf - Und ich erkannte, dass es mächtige, blaue Lohen waren, die lautlos in grauen Steinhaltern brannten.

Die gesamte Halle war aus diesem grauen, glatten Stein geschlagen und mit geometrischen, strikten Formen verziert auf denen mir unbekannte Glyphen schwach vor sich hin glommen.

Ich hörte ein Rascheln und die schemenhaften Gestalten wurden nach und nach körperlich, als wären sie nun Lebewesen die, angetan in lange Roben aus eigentümlich glänzendem, grünlichen Stoff, den ebenen Boden dieses gewaltigen Domes füllten. Sie standen in gleichmässigen Abständen zueinander und aufgereiht, als würden sie dutzende Speichen eines Rades darstellen, dessen Nabe der Mittelpunkt des Domes war.

Wieder ein Rascheln und die von geschmückten, schimmernden Kapuzen verdeckten Häupter der schlanken Robenträger wandten sich zur Mitte des Domes.

Dort erhob sich jetzt lautlos eine Säule grauen Gesteins. Auf dieser Säule standen ein quadratischer, schlichter Altar mit steinernem, quergerippten Deckel und ein weiterer der schlanken, erhabenen Robenträger. In seiner Rechten ragte ein vollkommen glatter Stab auf, der ähnlich dezent glomm, wie die über die Decke des Domes verstreuten Glyphen. Seine Robe trug die Farben des Meeres, Türkis und Tiefblau in flüssigem Wechsel. Das Gesicht der Gestalt zu erkennen war mir nicht möglich, ich sah nur einen vagen, abschreckenden Schemen aus Grau und Feuchte dort, wo Haut sein sollte. Die matten, intensiv gelben Augen des zentralen Robenträgers wanderten über die Versammlung und diese grüsste ihn... archaisch klang es... stimmlos und doch gewaltig... ein zweisilbiges Wummern rund um mich herum, das sich ständig wiederholte. Es flösste mir urtümliche Angst ein als ein Fremder inmitten dieser fremdartigen Versammlung zu sein.

Dann hob sich der Stab der Gestalt auf dem Podium sacht in die Höhe und die gesprochenen Laute erstarben, nurmer ein anderes, fremdartiges Dröhnen drang an mein Ohr... es schien von ausserhalb der steinernen Kuppel zu kommen. Wie naher Donner oder das Wummmern gewaltiger Feuer... oder eher... einer zerstörerischen Mischung von beidem.

Nun sprach die zentrale Gestalt, doch es war mir nicht möglich die Sprache zu verstehen, die sonoren Klänge brachten mein Herz zum Rasen und machten klares Denken unmöglich bis, eine elegante Stimme aus dem Nichts auftauchte und mir in der Sprache meiner Heimat zuwisperte:

"All ihre Macht, hat ihnen nichts genutzt. Sie waren nicht in der Lage das flammende Schicksal abzuwenden, das ihnen die Götter auferlegten und nicht fähig einen Sieg gegen die kriegerischen Gewalten ihrer Zeit davon zu tragen. Selbst auf diesem Höhepunkt ihrer Kunst, am erreichten Gipfel all ihrer Bemühungen, mussten sie feststellen, dass Ohnmacht alles war, was sie dem Feuerrad der Zeit entgegen setzen konnten... "

Die wortführende Gestalt verstummte und führte die freie Schemenhand über den steinernen Altar. Grünlicher Dampf stieg zischend auf als sich die Rippen des Deckels voneinander lösten und knirschend auseinanderglitten, das glimmende Innere dieses Altars freigebend. Durch den grünlichen Dampf erkannte ich eine leere Robe aus hellem, gleissendem Material die schlaff aus dem Altar zu schweben schien.

"Es gab für sie nur eine Möglichkeit der Vergänglichkeit aller Erfolge zu entfliehen und ihre angesammelte Macht vor den drohenden Umwälzungen Tares zu bewahren: Indem sie sich von dem lossagten, was am zerbrechlichsten, am schwächsten, am herrlichsten war an ihrer Existenz... In dem sie sich lossagten von ihrem Leben. "

Die schlanke Stimme verstummte als die versammelten hochgewachsenen Robenträger einen unbeschreiblichen Singsang anstimmten. Wieder brachten die unverstandenen, halberahnten Worte, die gegen meinen Schädel zu drücken schienen mein Herz zum rasen, drohten Panik in mir aufzuscheuchen. Der Zeremonienmeister erhob die schemenumwitterte Hand und berührte die schwebende, gleissende Robe in einer grausamen, unerbittlichen Geste; Dabei enthüllte das Licht der Robe den Knochenbau seiner Hand und der Anblick war so unerwartet grauenerregend, dass ich impulsiv aufschreien wollte. Doch meine Kiefer bewegten sich nicht... denn ich hatte bereits keinen Körper mehr..

Die Szenerie versank wieder in der Schwärze, aus der sie gekommen war...

ich fand mich erschöpft vor dem Stein wieder.


Nachdenklich ließ er den Blick über die anderen Berichte schweifen. Vor 10.000 Jahren tobte der Amulettkrieg über Jahrtausende auf Tare, mitten darin das mächtige Volk der Mazzaremer. Eine Hochkultur, den heutigen Menschen in jeglicher Hinsicht überlegen und doch nach tausenden Jahren des Krieges aufgerieben zwischen den Fronten unsterblicher Kombatanten. Getrieben zum letzten Extrem hatten sie sich aus dieser Sphäre vollständig zurück gezogen und die letzte Schlacht so beendet. Erst durch ihr Opfer konnten die Sterblichen wieder aufatmen, denn das Ende des Amulettkrieges brachte neuen Raum für die Beseelten Tares. Und nun... die ersten Boten eines erneuten unsterblichen Heeres waren auf Siebenwind gelandet. Freilich war es nicht das erste mal, dass insbesondere der Eine seine Kreaturen nach Tare entsandte, doch waren die Viere dabei stets zurückhaltender gewesen und hatten sich auf ihre sterblichen Diener verlassen.

Die Rückkehr dieses Heeres konnte nur bedeuten, dass die letzte Schlacht erneut bevor stand. Das eiserne Zeitalter würde enden...

Er griff nach einem anderen Pergament, deutlich dünner beschrieben und sein Blick wanderte über die unteren Zeilen.


Zitat:

Tai Sah'Halour - Glurias

Wer Augen hat zu lesen, der lese.

Denn dies sind die Worte der Weisen, wie sie gefunden wurden, eingeschlagen in Tafeln aus Eisen in der glühenden Stadt des Nordens.

Denn dies sind die Worte der Weisen, wie sie gefunden wurden, eingeschlagen in die Knochen der Wahrheit und ans Licht gewaschen vom Blut der Freien.

Denn dies sind die Worte der Weisen, die Zeugen eines jüngst vergangenen Zeitalters:

EIN DRACHE WURDE GEBOREN
DER TRUG DREI KRONEN

UND ER WIRD HERRSCHEN
BIS IHM NICHT MEHR
GEHOLFEN WERDEN
KANN

MAN ZERBRACH DAS GRAB
AUS WELLEN

UND EROBERTE DIE
KNOCHEN
DER JÜNGSTEN SCHLACHT

EIN SCHLUND WURDE
AUFGERISSEN

DER ALLES VERSCHLINGT
WAS IHN BETRITT

MAN RIEF DIE LEBENDEN
ZU FERNEN UFERN

UND DIE TOTEN KAMEN

WEHE DENEN
DIE SIND IM WESTEN

DENN SIE WERDEN DIE
TAFELN DER ASCHE
SCHREIBEN


Würde er doch tatsächlich das Ende dieses Zeitalters noch erleben? Und den Beginn des Zeitalters der Asche?

_________________
Tarlas: Angamons Segen dispellt keine Meteorregen!


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 24.05.17, 15:34 
Edelbürger
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Beiträge: 1384
Makel.

Reines Herz.


Tendarion war hin- und hergerissen zwischen den so konträren Urteilen der beiden Soldaten. Er selbst wollte und konnte sich nur als unrein und von der Dunkelheit gezeichnet sehen. Er wünschte sich das reine Herz, das Hadrich in ihm sah. Doch konnte er nur jenem ewigen Bruder, der seine Makel und seine Sünde sah, tatsächlich recht geben.

Doch kein Kummer über seine Fehlbarkeit durfte ihn einnehmen. Mut war es, der von diesen Männern und Frauen die Bellum am nächsten waren, gefordert war. Ein unausweichlicher Kampf stand bevor, der kein Zaudern und persönlichen Wehmut zuließ.

Doch so Ambivalent die Urteile der ewigen Geschwister waren, so unterschiedlich waren auch die Reaktionen der Sterblichen. Fanatismus, Unsicherheit, Angst, Zuversicht.

Seine Liebsten forderten mit einem Mal mehr Nähe, wo sie sonst nicht gebraucht war. Wieder andere spielten mit dem Gedanken sich zu distanzieren. Und Tendarion schwieg sich zu seinen Gefühlen immer mehr aus. Überließ die Wahl wie sie dieser Zeit entgehenstehen wollten seinem Umfeld. Er war unrein und fehlbehaftet, doch wenn aus seiner Präsenz etwas gutes entstehen konnte, so war er bereit sich selbst loszulassen, auf dass der bevorstehende Kampf so wenig Opfer forderte wie möglich.

Er kniete sich vor dem Altar ab und neigte demütig sein Haupt.

Nie bin ich von euren Pfaden gewichen,
Nie habe ich im Herzen euren Weg verraten.
Keine Angst erfüllt mein Herz im Angesicht der ewigen Geschwister.
Keine Sorge um mein Ableben, lebe ich doch mit reinem Gewissen.

Doch Sorge erfüllt mein Herz wenn ich an jene denke, die den euren Namen nicht in Worte fassen können.
Sorge um jene, die eure Schöpfung den anderen zuweisen,
auch wenn sie euch dienen.

So erbitte ich eure Gnade für jene die nicht klar sehen,
So erhoffe ich, dass eure Liebe uns davor bewahrt im Hass zu vergehen,
So erflehe ich, dass die Ruhe den Zorn kühlt.

Auf dass wahre Gerechtigkeit obsiege.

Auf dass die Einigkeit im Untrennbaren obsiege.

Ael.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 25.05.17, 13:22 

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Man findet in den Straßen von Brandenstein häufiger herrenlose Schriftstücke auf eher minderwertigem Papier, die Schrift erscheint einem kantig und eng gedrückt.

Zitat:
Die letzten Tage


Und die Sterbenden und die Toten werden ihre Schwertarme erheben und ihren Griff nicht einmal von ihren Waffen lösen, wenn ihr Herz schon lang zu schlagen aufgehört hat. Die leeren und leblosen Augen werden in den Morgennebel starren, der das Meer aus Blut, geschundenem Fleisch und gebrochenen Knochen vor den Lebenden, die vor Freude taumelnd ihren Sieg feiern, verbirgt. Aus trockenen Kehlen, die nimmer einen Atemzug mehr tun sollen, werden die Toten voller Zuversicht die Wiederkehr des ewigen Heeres unter scharlachroten Bannern verkünden.

In den letzten Tagen wird ein Heer gebrochener Leiber über Tare wandern, blutend aus unzähligen Wunden, ein Banner gebrochener Glieder, geschwollener Kehlen, nimmer zur Ruhe kommender Muskeln und stets offenen Augen, die sich niemals zur Ruhe legen sondern nur verdammt sind, die ascherne Wüste, zu der Tare geworden ist, ohne Unterbrechnung zu schauen. Obwohl jenes Heer eine Spur aus Morden hinterlässt und sich das verrottende Fleisch und die morschen Knochen ihrer Gegner am Rand seines Weges stapeln, benetzt sein Blut und seine Tränen nicht einmal die Erde, die keinen Keim mehr hervorbringen wird in diesen letzten Tagen. Das Heer wird sich selbst verzehren, seine Schwachen verschlingen und sich vom Fleisch seiner Gefallenen und Müden nähren, denn Tare hat schon vor Jahrzehten die allerletzte Weizenähre geboren und wird nimmer mehr Nahrung spenden. Dies Heer wird in den letzten Tagen streiten, nicht für das Rechte und nicht für das Gute, denn mit der sterbenden Schöpfung wird die Tugend als erste den Tod gefunden haben. Unterm blutrotem Banner des Herren des Krieges werden die geschundenen letzten Reste der Schöpfung gegen das streiten, was nie Teil der Schöpfung war; und Alles, was jemals gewesen ist, wird unterm blutrotem Banner stehen, gleich ob der edelste König oder das verstoßene Kind.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 25.05.17, 17:09 
Festlandbewohner
Festlandbewohner
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Registriert: 21.12.15, 13:43
Beiträge: 1011
Ein großes Plakat, aus mehreren Hadernblättern zusammen gesetzt und auf einem ordentlich gehobelten Brett mit Harz befestigt, findet sich neben dem Tor zur Burg Brandenstein.
Die Schrift ist pedantisch sauber, gut lesbar und das Schriftstück glänzt dank einem sorgsamen Wachsüberzug leicht feucht. Am Schluss trägt es das Siegel des Marschalls.


Zitat:

Ehre den Vieren und ein langes Leben dem König!

Getreue Untertanen der Krone,

seit einigen Tagen weilen Mitglieder der Ewigen Armee des Schlachtenfürsten Bellum auf der Insel. Sie betraten diese Sphäre durch den Schrein der Briseis am Viertel der Elfen.
Diese Streiter des Herrn Bellum sind Boten der Gerechtigkeit und Beschützer, so also tretet ihnen offen und friedlich entgegen.
So das Volk Fragen hat, kann es sich getrost an die heilige Mutter Kirche wenden!

Darüber hinaus sei jeder mit dunklen Absichten davor gewarnt, die Hand gegen jene Streiter zu erheben.

Friede dem Reich und höchste Ehre den Vieren,

Marschall Wanderstern
Brandenstein, Burg Brandenstein


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 28.05.17, 10:39 

Registriert: 31.07.08, 22:08
Beiträge: 3
Noch mehr Schriftstücke findet man in den Straßen von Brandenstein, nun auf besserem Papier und in schöner und geschwungener Schrift.

Zitat:
Das ewige Heer und seine Feinde


Sie sagen, fürchtet euch nicht, denn gleich wohl wir nicht ohne Fehl und Makel sind, sind wir doch rein im Herzen. Doch sage ich, fürchtet euch, denn obwohl wir rein im Herzen sind, sind wir doch nicht ohne Fehl und Makel! Das ewige Heer verkündet die Ankunft der letzten Tage und des letzten Gerichts, die Reinigung der Schöpfung von jedem Makel. Denn erst wenn jeder Makel getilt ist, erst dann wird es keine Schlachten mehr geben und erst dann wird der Thron des Richters leer bleiben, wenn es keinen Fehl und keine Sünde mehr gibt.

Denn das ist die Kunde von der letzten Schlacht, dass dannach keine Schlachten mehr kommen, dass dannach sich kein Unrecht mehr erheben kann, weil Alles nur noch rein und ohne Fehl ist. Gleich wie graumsam die Schlacht selbst sein mag, gleich wie viele blutige Tränen wir weinen werden, gleich wieviel der Weltenbrand verschlingt, gleich wieviele Hiebe unsere Glieder brechen und gleich wieviele blutige Wunden des Feindes Schwerter und Krallen schlagen, in diesen Tagen werden wir nicht weichen. Denn vor unseren Augen wird das ewige Versprechen erscheinen, der höchste und reinste Gipfel der Schöpfung, das Paradies, dass Tare sein wird, sobald die gesamte Schöpftung durch diese Taufe mit dem Blut der Welt und das reinigende Feuer am Horizont gegangen ist.

Fürchtet euch vor dem Schmerz, der Pein und der Trauer der letzten Schlacht, die die Schöpfung fast an den Abgrund bringen wird. Fürchtet den Makel in eurem Herzen und in eurem Geiste, denn auch über euch wird Gericht gehalten und nur der reinste und edelste Teil von euch wird unversehrt bleiben. Frohlockt ob der Kunde der Reinheit, die hinter dem Horizont auf uns wartet, nicht verschleihert durch die Ferne und die Nebel der Jahrhunderte, denn wir leben am Ende aller Tage, am Ende der Geschichte.

Alles was ist, wird am letzten Tage kämpfen, dem Gericht und der Schlacht kann sich keiner entziehen. Wer nicht unter dem Banner Bellums wandert, der wird unter dem Banner des Feindes wandeln. Es wird keine anderen Banner mehr geben, aus der Schlacht wird sich kein Banner der Gütigen erheben, auch kein Banner der Wahrheitssucher, kein Banner für Feuer, Wasser, Wind oder Erde, kein Banner für das Nordreich, kein Banner für das Südreich, kein Banner für die Ahnen, kein Banner für die Drachen, kein Banner für die Natur. Einzig zwei Banner werden auf Tare stehen, eines scharlachrot, das andere in tiefstem Schwarz. Wer unter Bellums banner steht, der wird frei von Makel sein und wer frei von Makel sein, der wird allen Bellums Namen im Munde führen. Glaubt nicht, ihr könntet euch der letzten Schlacht entziehen unter dem Schutz fremder Götter und Götzen, denn seid gemahnt: Unter dem Banner der Gerechtigkeit streiten nicht nur die Lebenden, selbst die Toten, die Gefallenen, die Gestorbenen erheben sich zur letzten Schlacht. Auf der einen Seite kleiden sich die Toten in goldene Rüstungen und die scharlachroten Gewänder, auf der anderen Seite in ihre zerfetzten Leichenhemden und den Gestank der Verwesen und fauligem Fleisch.

Nichts und niemand, kein Teil der Schöpfung, vermag sich zu entziehen! Die Zeit für Mäßigung ist vorbei, die Zeit der Nachsicht ist vorüber. Drängt eure Nächsten sich zu entscheiden, Bellum zu wählen und das Banner der Gerechten und des ewigen Heeres, denn jede andere Wahl bedeutet unter dem schwarzen Banner zu kämpfen. Wie wird sich der Nordmann entscheiden, der an eurer Seite mit euch nach Schätzen suchte? Wie wird sich der Halbling entscheiden, der euch noch gestern etwas Rauchkraut im Tausch handelte? Wie wird sich die Elfe entscheiden, deren Lied ihr noch gestern im Dorf in den Auen lauschtet? Wie wird der Fischer sich entscheiden, der gestern noch bei Xan um reichen Fang erbat? Wie werdet ihr euch entscheiden, für das Banner der Reinheit oder für den Makel unter uns und in uns? Ab dem heutigen Tage gelte aber, wer sich nun nicht entscheidet oder gegen Bellum entscheidet, der wird keine zweite Gelegenheit haben. Solche werden dann eure und unsere Feinde sein, hoffnungslos verloren und ohne jede Rettung, wenn die Posaunen zur letzten Schlacht rufen. Wie wollt ihr jenen begegnen, die alsbald gewiss euere Feinde sein werden und unter dem schwarzen Banner stehen werden?

Mit dem Kommen des Heeres muss Nachsicht, Gleichmut vor dem Makel, Verständnis und Geduld den Tod finden, in der Welt ist nur noch Platz für eine einzige Tugend: Gerechtigkeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 17.06.17, 19:40 

Registriert: 31.07.08, 22:08
Beiträge: 3
Wieder findet man Schriftstücke auf den Straßen von Brandenstein....

Zitat:
Der Quell allen Lichts


Wie kann Zweifel daran herrschen, dass die Vorhut des Heeres das Wort der Götter spricht? Und hört ihre Predigt, hört ihre Verkündung, oh Volk von Siebenwind: Was nicht den Sa'Hor entspringt, das ist zwangsläufig eine Machenschaft des Einen. In den letzten Tagen dieses Zeitalters gibt es nur einen Quell des Lichts, die heiligen Viere! Auf ihrer Weisheit baut die Ordnung der Welt, es herrschte Frieden, es herrschte Wohlstand unter der einzigen wahren Krone von Galadon. Doch nun da die letzte Schlacht gekommen, da ist es keine Zeit für Frieden mehr.

In den letzten Tagen gibt es nur ein Licht und eine Rettung, das Heil in der Kirche der Viere. Und so ist das Heer gekommen um alles zu tilgen, was nicht vollkommen und ohne Makel ist und ohne Makel sind nur die Viere. Unter ihrem Banner werden wir denen die anderen Göttern opfern nicht die Hand reichen, denn sie werden in der letzten Schlacht unsere Feinde sein. Zeigt keine Nachsicht mit den Falschgläubigen, zeigt ihnen das Schwert und tauft sie mit dem Blut der Gerechten, denn das ist ihr einziger Weg zur Erlösung!

Wo das ewige Heer zu einem Feldzug gegen die Finsternis ruft, da müssen wir einen Feldzug gegen die Schatten in unseren eigenen Reihen führen: Gegen das Gefolge der Elementarherren! Gegen das Volk der Nortraven! Gegen alle die noch nicht im Lichte stehen! Es darf in Brandenstein nur das heilige Licht der Viere sein, denn sonst gebären die Schatten Ungeheuer in der letzten Schlacht und die Finsternis.

Mit dem Kommen des Heeres muss Nachsicht, Gleichmut vor dem Makel, Verständnis und Geduld den Tod finden, in der Welt ist nur noch Platz für eine einzige Tugend: Gerechtigkeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 2.07.17, 16:18 
Edelbürger
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Hohes Gras in satter, voller Blüte reichten Mhairi bis an die Oberschenkel. Mit der einen Hand, die ihr verblieben war, streichte sie hindurch und besah in stiller Reflektion den Tanz des Schilfes im Wind. Selbst so einfache Beobachtungen erinnerten sie an ein vergangenes, früheres Leben. Die küstennahen Felder ihres heimatlichen Dorfes waren ihr in den Jahren ihrer Kindheit und Jugend erst Spielplatz, dann Übungsplatz und letztlich Schlachtfeld geworden. Jetzt erinnerte sie das Schilfrohr, beschienen vom güldenen Glanz der sinkenden Felascheibe, an das Wanken und Wogen der Seelen. Bedingt durch die Umstände ihrer Erschaffung waren die Sterblichen ein unberechenbarer Bestandteil der Schöpfung geworden; in ihrem Sinnen wankelmütig, in ihrem Handeln inkonsequent. Letztlich war es der Irrsinn, der cortanisch-blaue Herzen ergriffen hatte, der den Anlass zu diesem Feldzug gab. Andernfalls würde sich auf den Treppenstufen fehlgeleiteter Seelen der Eine wieder emporschwingen zu altem Glanz und vergangener Gloria.

In der Luft hing auch der Geruch des Meeres, doch durchmengt von jenem eindeutigen Aroma des Makel. Wie rußige Fahnen zog sich dieser Fehl vor ihrem Auge am Horizont entlang, ausgehend von der verfluchten Stadt Finsterwangen. Die Nähe zu diesem Ort störte ihre friedvolle Introspektion und drängte etwaige sterbliche Anwandlungen in den Hintergrund, als sie sich auf den letzten, ihr verbliebenen Zweck zu besinnen gezwungen war. Seitdem sie sich mit dem letzten Atemhauch als Sterbliche gegenüber dem Ewigen Strategen als würdig erwiesen hatte, war ihr keine Ruhe mehr vergönnt gewesen. Der Klingen harmonischer Klang war ihr seitdem zum unnachgiebigen Takt ihres ewig andauernden Dienstes geworden. Entscheidungen zu fällen war einfacher geworden, seitdem Maynagh sie in sein Heer bestellt hatte. Wo sie einst mit aufgewühltem Geiste und unter Einfluss aller Götter so fehlerbehaftet und flexibel gewesen war, diktierte nun eine väterliche Hand ihr getreues Tun.

Und so wart ihr die Gewissheit geschenkt, dass diese kümmerliche Insel nur der erste Schritt zu einem jahrzehntelangen Feldzug sein würde; hier, so würden die Historiker es bald beschreiben, wurde die erste Schlacht geschlagen. Und mit dem Niederwerfen des Einen in seiner cortanischen Gestalt würde auch die letzte Schlacht geschlagen sein - denn danach müsste nie mehr eine Seele aufbegehren, vereint im treuen Sinn der vierfaltigen Statthalter.

_________________
"Nenne mir, Muse, den Mann, den Vielgewandten..."
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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 2.07.17, 18:06 
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Pfeifend bereitete Diana am Morgen das Frühstück zu. Manch einen mochte es verwundern, hatte sie doch schon seit Monaten keine gute Laune und keinen Anlass dazu mehr gehabt. Aber da stand sie nun, deckte den Tisch während das Brot im Ofen eine dunkelbraune Farbe an nahm und pfiff. Mochten andere vor einer Schlacht unruhig sein, sie selbst entspannte es und nicht zuletzt ergab endlich alles wieder einen Sinn.
Seit Wochen hatte sie vor den Kriegshetzern gewarnt während ihre Geschwister deren Taten schön redeten und sie ersuchten sich ebenso blindlings in einen Krieg zu stürzen, der keine Seele erretten, aber viele verdammen würde. Krieg ist der Vater aller Dinge hieß es. Aber aus Gewalt war noch nie etwas gutes entstanden. Oft hatte sie an sich gezweifelt, sich gefragt ob die Antwort der Viere auf Grausamkeit wirklich noch mehr Grausamkeit war. Bis ihr am Abend eine der etwas jüngeren Akten wieder in die Hände gefallen war. Beim Lesen fiel es ihr dann wie Schuppen von den Augen. Einen Schritt vor, drei Schritte zurück.
Sie lachte hell auf. War es wirklich so einfach, so offensichtlich? Nun zumindest fügte es sich, bis auf das letzte Steinchen, alle an ihrem Platz im Mosaik und sie mitten darin. Ein einzelnes Steinchen an einem Platz, den nur sie allein hat ausfüllen können. Bestimmung. Bestimmung war Liebe, die Gewissheit, dass an einen gedacht wurde, dass es einen Platz für einen gab, einen Ort an dem man so wie man war geliebt wurde. Einen Schritt vor, drei Schritte zurück.
Ich liebe Euch auch. Ael. Aber jetzt muss ich zusehen, dass das Brot nicht verbrennt.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 4.07.17, 15:22 
Hüter
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Wohnort: Frankfurt
[1. Lichthochtag - Ingame geschehen]

Im Lager in Kairodun
Es war ein warmes Licht das Fela ausstrahlt und die treuen Diener der Viere waren gerade fertig geworden einen kleinen Schrein zu errichten im Lager,
um den Mut der tapferen Streiter zu stärken und den Glauben zu festigen als es geschah.
Eine Truppe Diener Angamons stand Unheilschwanger vor dem Tor des Lagers und verhöhnte die Belagerer.

Die ewigen wie auch die tapferen Diener der Vier gingen vor das Lager und es begann ein reges Wortgefecht.
Erneut bot der Hochgeweihte Tion Altor den Dienern Angamons an Ihre Waffen niederzulegen und sich zu ergeben doch diese verhöhnten Ihn erneut.
Und so kam es dazu das die Diener Angamons zurück gedrängt wurden in den verderbten Wald vor Finsterwangen.
Dort erhob sich die Stimme des Dämons der die Stadt Finsterwangen beschützt und nun wohl auch den Wald schützen soll.

"Was wollt ihr in meinen Wald .... verschwindet solange Ihr noch könnt"

Kaum waren diese Worte gesprochen formten sich aus der Erde zwei gewaltige Golems die dann auch erbarmungslos auf die Angreifer zu liefen.
Ein langer Kampf entwickelte sich und hin und wieder griffen auch die Diener Angamons in das Geschehen ein.
Gleichzeitig wurde das Lager von einem geflügelten Dämon angegriffen der aber nur wenig Schaden ausrichten könnte da Fela ihn wohl blendete.
Es sah so aus als wenn die Diener Angamons klar im Vorteil waren doch der Umstand das Ihre verdammten Beschwörungen zum Lichthoch nicht so stark
wie sonst waren und auch das der Hochmagus Toran Dur wie auch die Vizekanzlerin Caieta Ajunier endlich den Weg zur Schlacht fanden mag es wohl geschuldet sein
das die Diener Angamons sich dann doch in Richtung Finsterwangen zurück ziehen mussten.

Vor Finsterwangen angekommen entlud der Dämon Finsterwangens noch einmal seine Kräfte und setzte dem Heer der ewigen und Ihre Streiter noch einmal eine
größere Gruppe von Bestien entgegen.
Das ewige Heer gab dann den Befehl es bei diesem Teilsieg zu belassen und befahl den Rückzug in das Lager.

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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 4.07.17, 23:20 
Einsiedler
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*ein Brief, abgerissen, den Empfänger nie erreichend*

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
Meine Allerliebste Na[..],
mit großen Bedauern und im Wissen und Hoffen auf das deinige
Wohlwollen, angesichts jenes Schreibens hier zu welchen ich
jüngst erst Weile nehmen kommt, so sende ich nämlichst
die allerliebsten Grüße von dem Eilande Siebenwind.
Deine Verwunderung mag groß sein, aber ich wart gezwungen
der Vorsicht weilen zulassen, und nun, eingebettet in
einen heiligem Kriege, fand ich nun die Kurzweil diese
Zeilen für dich, Allerliebste zu verfassen.
Ich spreche von Kriege aber es soll dir keine Sorgefalte bereiten,
auf dem Eilande bedeutet Krieg für die Soldaten fast wesentliches
an Ödniss und Stumpfsinn im ewigen Warten während die Götter
und auch der weltliche Opponent sich zum größten Teile
selbigst Beschäftigen.
Für die meinige Berufung bedeutet dieses alle paar
Tagstunden eine Salbe auf eine Läsion aufzutragen wenn des öfteren
ein betrunkener und gelangweilter Streiter hingeschlagen durch
Eigenes Verschulden wart.
So verbring ich die Tagstunden auf Wacht, starre ins Einerlei
auf den Händel wartend, welchen die Allmächtigen unter sich austragen.
In meiner Selbst hält mich der Gedanke aufrecht in dein gesundenes
Gesicht baldigst wieder schauen [....] dürfen.
Und nun baldi[..]

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Zuletzt geändert von gafstab am 10.07.17, 17:51, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 8.07.17, 09:19 
Ratler
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2. Lichthoch und Auswirkungen


Im Lager versammelten sich die Streiter, als der Erzgeweihte Astraels hinzustieß und die arkane Obedienz Astraels, gespeist von den Spenden der Magiebegabten, in das Lager brachte. Ein Plan wurde vor Ort ersonnen den Kern des Erbauers zu finden und ihn sogleich zu bannen.

Doch der verderbte Wald wurde zum Verhängnis aller. Trotz des Lichthochs verteidigte der Erbauer die Stadt um jeden Preis. Schwächte sich im Antlitz des lichterlohen Drei-Gestirns immer mehr, als er die Truppen vehement bekämpfte. Immer mehr wurde den Streitern bewusst, dass dies nicht der Tag würde, an dem sie den Erbauer selbst herausfordern würden. Kurzerhand entschloss sich der Erzgeweihte die vollständige geladene Macht der Obedienz in das verderbte Erdreich zu kippen, während der Erbauer sich unter einem letzten aufbegehren mit allen Mitteln wehrte, die er noch zur Verfügung hatte in diesem Moment. Kurz hatten die Streiter die Gelegenheit der Bedrohung im Wasser auf den Grund zu gehen - doch im Gegensatz zum Erbauer suchte sie nicht den Kampf sondern zog sich schlagartig zurück in tiefere Gewässer, weshalb sie ungeschoren davon kommen konnte.

Der Wald hatte die Streiter des Lichts erfolgreich zurückgedrängt. Doch war er ausgedünnt, der Boden stellenweise durchtränkt von silbernen Fäden, die der Verderbnis Einhalt gebieten wollen.

Die Sterblichen mussten ruhen und sich neu versammeln. Der Erbauer zog sich in seine Stadt zurück.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 8.07.17, 09:22 
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Am gestrigen Tage tauchten an verschiedenen Stellen in Brandenstein und im Kriegslager Schriften auf, die wie aus Flammen bestehend erscheinten. Ein jeder der des Lesens mächtig ist, egal welcher Sprache, wird die Worte in seinem Geiste so wahrnehmen, wie sie verstanden werden wollen.

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
http://schnellerwind.mind.de/Foren/phpBB3/viewtopic.php?f=85&t=106808


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 8.07.17, 16:14 
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Er rückte sich die Maske zurecht, welche sich kurzweilen zu einer grotesken Fratze verzerrte.


Er schrieb an einer neuen Abhandlung. Mittlerweile war er ein Perfektionist der morschen Knochen geworden. Ein Blick in die Ecke des kleines Raumes, welchen er stilvoll "Das Präparatorium" getauft hatte, offenbarte das ewige Vorhandensein seiner Schaufel. Man sollte Dinge nicht trennen die zusammengehören.

Am Lichthoch hingegen wurde er unvorsichtig. Es war etwas anderes als stumpfe Diener aus der Erde zu ziehen. Er hatte sich an einer Art beseeltem Untoten versucht und scheiterte natürlich.

In der Abhandlung machte er das Lichthoch zum großen Teil mitverantwortlich. Er trug alle Informationen zusammen die er über die Ewigen auftreiben konnte. Aber das würde nicht genügen. Ein revolutionärer Gedanke sich die Untoten dieser Ebene zum Werkzeug zu gestalten.

Das Buch klappte zu. Er griff die Schaufel aus der Ecke. Hilfe war von Nöten. Vielleicht konnte er sich diese sinnlose Duellaufforderung gegenüber eines Werkzeuges der Stadt zu Nutzen machen.

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"Es irrt der Mensch, solang er strebt."

#Explobär


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 10.07.17, 17:39 
Einsiedler
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*ein weiterer Briefauszug, der wohl nie den Empfänger erreichen wird*
Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
.. und als Sie abermals im Walde des Erbauers tätlichst scheiterten, begannen
sie zu brandschatzen mit der verzweifelten Hoffnung auf das dieses Hinterniss
wohl getilgt werden würde. Es ist nicht wohl auszusprechen welch großer Jammer
einen jeglichen Gläubigen des HERREN wohl zu beherzigen ist, im Angesichts
das dies schöne Land von Reitern zerwühlt und mit Rauch nun gefüllt sei.
Doch freilich wart die Müh des Feindes vergebens, wenngleichst verrust, wurden
die unsrigen Schanzen nicht durchbrochen. Und der obwohl der gehegte Wunsch des
Feindes nicht aufgehen konnt, beschlossen wir gleichsam selbige Tat in den Rücken
der Brandensteiner zu revanchieren. So folgten die Arkanen meiner Planung und wir
translokalisierten uns zum Ausfalle hinter die feindlichen Linien und legten ein
schnell ausbreitenden Öl-Brand im Rücken der Agressoren. Hiernach aus blinder Wut
oder abermaligen Anfluge von Verzweiflung,
-ich vermocht es nicht genauer zu bestimmen- wurd unsere Vorhut von schweren
magischen Geschossen aus den Firmament belegt. Doch unsere Verluste waren gering,
dem HERR sei Dank, und meine Kunst wart so nur wenig gefragt. Doch sendeten wir einen
Geflügelten aus, mit dem ausdrücklichsten Wunsche mit alchemistischen Gebräu das
Feldlager auszumerzen. Auch wenn es bei dem Versuch verblieb, stand die Botschaft
wie eine Standarte im feindlichen Lager:
Aber alles was man uns antat, was unsere verängstigten Bürgerschaft an Schaden zukomm
sollt, es würde mit gleicher Münz zurückgezahlt!

Dir mag es wirr vorkommen, wenn ich von verängstiger Bürgerschaft Kund tue, wo
doch der HERR über uns alle wachend seine Hand hält. Doch ich bin mildtätig
den Leut von einfachsten Gemüte und dem Friede um Finsterwangen gewohnt, angesichts
der nun brandschatzenden, schändenden und plündern Horden vor unseren Mauern.
Da nun da ihnen bewusst wird, welch Schand und Boshaftigkeit hinter der geschaustellerten
Freundlichkeit der Götzendiener zu stehen
vermag, deren Daseinszweck jener sei des Fürnehmens und Willems die Gläubigen des
HERREN untertänig zu machen, dem Feuertode zu überantworten und ihrer Hab zu erbeuten
oder anderst tyrannisch und erbährmich mit ihnen zu willkürisieren.

Mich dünkt deine Erinnerung, oh Geliebte, weist ähnliche Tatschaft unsereins auf.
Und doch ist unser jetziges Selbst in der Rückschau gegen vorherige Gestalt völlig
fremd anzusehen....

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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 12.07.17, 18:28 
Ehrenbürger
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Langsam drehte sie das glühende Gestein in ihren Händen hin und her, gab es von einer Hand in die andere während es allmählich, der Hitze des Ortes zum Trotze, erkaltete und eine poröse Form an nahm.

"Geister des Feuers, ich beschwöre Euch: So ward gegeben was Euch gebührt, der Eure wieder mit Euch vereint, doch wie gegeben so genommen und so ersuche ich Euch um einen Dienst:
Wie der Funke zur Flamme, wie die Flamme zur Brunst so stehet einem der Euren bei wenn er aus ziehet das schwarze Feuer, das die Seelen verschlingt, das eine Feuer, das nicht das Eure ist, nicht das Eure sein kann und nicht das Eure sein darf, aus zu brennen und zu tilgen. So wie er der nun wieder mit Euch vereint ist keinen Kampf scheute, keine Mühen mied, so reichet die Fackel die er nicht mehr tragen kann weiter an jenen der dieser Tage sich Eurem alten Feinde stellt.
Schützt mit Kraft und Eifer, denn wo Eure Flamme lodert, da kann keine Finsternis bestehen.
Stärkt mit Mut und Zorn, denn wo Euer Feuer brennt, da müssen alle Schatten weichen.
Raubt dem schwarzen Feuer seinen Schrecken wenn es mit lechzenden Schlieren nach ihm greift, wütet und züngelt, tragt sein Feuer weit mit Euch wenn es nach dem alten Feind peitscht. Tut was Euch beliebt und verzehrt alle Finsternis, die sich ihm entgegen stellen will, auf dass sie erkenne: Feuer ist der Hunger, Feuer ist die Leidenschaft, Feuer ist der Zorn. Feuer ist der Anbeginn, das Streben zu Suna, zum Licht, zum Feuer und Feuer ist das Ende, das Inferno, das nur Asche hinterlässt, die der Wind verweht, der Regen hinfort wäscht und die Erde in sich auf nimmt.
So ist es der Wille des Feuers.
So ist es der Wille der Feuergeister.
So wie es sein soll so wird es geschehen.
Geister des Feuers wir danken Euch."


Das Lavagestein war mittlerweile erkaltet genug um seine Form nicht mehr zu wandeln. Was zurück blieb von der einst unförmigen Masse war ein rundes Stück brüchigen Vulkangesteins, einer Halskette nicht unähnlich. Behutsam strich sie mit dem Daumen über das noch warme, brüchige Gestein. Feuergeister waren nicht freigiebig, sie gaben nichts ohne zu nehmen. Es würde sich zeigen müssen ob genug gegeben ward.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 12.07.17, 22:10 
Edelbürger
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Zitat:
Opferung schwarzer Samen


Und so gilt es auch die nächsten Tage den Patron und Schutzherren der Stadt, den Dämonen, den wir inzwischen Erbauer rufen, zu stärken nach seinem kraftzehrenden Sieg am letzten Tage des Lichthochs über die Belagerung. Vor dem Altar im Herzen der Stadt, im Heiligtum Angamons, findet sich ein Beutel mit schwarzen Samen als Begabe für die Opfer der Stärkung und des Dankes. Ein jeder aus der Gemeinde im Gunste Angamons, die unter dem Schutz des Erbauers steht wie auch die Mauern dieser Stadt, mag sich frei bedienen an diesen Samen. Sucht euch selbst die Art und Weise aus, wie ihr dieses Opfer zum Schutze dieser Stadt darbringen wollt. Tränkt die Samen mit eurem Blut oder tragt sie in der Nacht über eurem Herzen. Flüstert ihnen eurer größtes Geheimnis zu oder verwandelt sie in die Saat eurer schwarzen Magie. Pflanzt diese Samen ein im Walde vor unserer Stadt oder innerhalb der Stadtmauern. Verstreut sie in der Bucht an der steinernen Säule, denn sie ist das Symbol des Vertrags zwischen dem Erbauer und dieser Stadt. Oder bringt sie als Opfergabe dar, ob ihr sie nun verbrennt auf seinem Altar oder der Schale übergebt, in frommer Gewissheit sie so vor seinen Thron zu tragen.

Dies ist die Kunde des Kults des Tempels aus Finsterwangen, dass sein Herr keine Schafe nötig hat und ebenso wenig Hirten, sondern Schaffende, die seine schwarze Saat sähen, und Vernichter mit scharfen Sensen, die die reiche Ernte einbringen. So soll uns diese Insel kennen und fürchten, als Zerstörer und Waffenträger eiskalten Stahls und schließlich als Verkünder der kommenden Ernte.

Zur Ehre des höchsten Gottes!


Solche Aushänge tauchen in Finsterwangen auf. Der Magier selbst scheint sich ein noch größeres Geschenk an den Erbauer als Zeichen der Treue zu seinem Vertrag, als Dank für dessen Mühen und als Nahrung zur Stärkung und gegen den unersättlichen Hunger ausgesucht zu haben. Im Maul des steinernen Gesichts, das die Säule in der Bucht von Finsterwangen schmückt, liegt ein Beutel mit gleich zehn der schwarzen Samen, einer Handvoll Seelensteinen und schließlich einigen großen und pechschwarzen Federn aus dem Federkleid Hrasmirens.

OOC: Beutel mit den Gegenständen kann bei mir abgeholt werden...


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 14.07.17, 14:45 
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"Dein Wasser dringt durch jede Spalte und jeden Berg." Die Sonne ging erneut auf und färbte den Himmel über Siebenwind in einem Grau, welches bald Rot, Gelb und Blau platz machte, wie sie es zahlreiche Male an jedem Tag vollbrachte. Auf dem Hinterhof der Priorei der Ecclesia Elementorum, welcher gleichzeitig das Herz des Elementarglaubens Siebenwinds darstellte, fiel sie natürlich nicht. Dafür sorgte die vor einigen Monaten hochgezogene Mauer, die den Schrein auch vom nahen Fluss abschirmte. "Dein Regen zerschlägt jeden Fels und jeden Kiesel." Als sie höher stieg, fiel sie auf eine einzelne Frau in dunkelblauem Kleid, welche vor dem Altar des Schreins kniete und die so manchem Bewohner der Insel als Nithavela bekann war. Sie hatte ein Fischernetz vor sich ausgebreitet. Ein altes, von der Sonne und dem Seewasser ausgeblichenes Fischernetz, welches nach Wochen des Treibens im Hafenbecken aus diesem herausgezogen wurde. "Deine Quellen entspringen in der Wüste und im Gebirge." Durch das Netz waren dunkelgrüne, lange Stränge aus Algen gewunden, von der Hand ihrer ehemaligen Schülerin Lynn aus dem Meer gefischt. Von ihr selbst handgegerbtes, einfaches Leder verstärkte die Ränder des seltsamen, salzig riechenden Umhangs. "Deine Bäche durchschneiden Felder und Wälder." Der Teppich aus Algen war fast vollendet, nur noch wenige Lücken taten sich auf in dem fremdartigen Muster, welches scheinbar zufällig kreuz und quer gewebt worden war und dennoch ein fast schon hypnotisches, an einen Strudel erinnerndes Bild formte. "Deine Flüsse überfluten die Ebenen und Städte." Neben ihr war ein Buch aufgeschlagen, aus dem sie von Zeit zu Zeit las, während sie zu anderer Seite während ihrer Arbeit frei und aus dem Stehgreif betete. Sie verstummte nicht, sprach gleichförmig und sich immer wieder in kleinsten Variationen wiederholend Lobpreisungen an das Wasser, jeden einzelnen ihrer kleinsten Arbeitsschritte damit versehend. "Deine Wellen zerschmettern die Klippen und Ufer." Bald würde Lynn erwachen, nachdem sie die Arbeit für einige Stunden alleine vollbracht hatte und sich dann den Morgen über ausgeruht hatte. Dann würden sie gemeinsam den nächsten Schritt ihrer Arbeit vollbringen. Nithavela hatte keine Ahnung, wieviel Zeit ihnen noch blieb, und es war bedeutungslos. Eine Arbeit wie diese lies sich nicht beschleunigen oder in Stunden oder Zyklen messen, denn jedes Gebet, jeder einzelne umständliche Arbeitsschritt war nur ein weiterer Mosaikstein im großen Ganzen. "Deine Wasser durchdringen und ertränken die ganze Welt, bis sie dir unterworfen sein wird." Noch für viele weitere Zyklen würde der Schrein von den Gebeten der zwei Xanpriesterinnen widerhallen, bis der Umhang vollendet war. Der gesegnete Umhang den Hochwürden Tion verlangte würde vollendet sein und den Menschen der Insel die Macht des Wassers vor Augen führen. Dies war Gewissheit im Geiste der weißhaarigen Priesterin. Keine anderen Gedanken fanden Platz vor der tranceartigen Arbeit.

"Ael."

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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 18.07.17, 14:49 
Ratler
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Kurzversion folgt wenn ich aus dem Krankenhaus raus bin. Evtl. Tippfehler aufgrund dessen, dass ich das am Handy tippte. Werde ich beim nachlesen nach und nach verbessern.


Bevor sich die Streiter versammelten, wandelte Ethrendor über die Insel in der Wehr, die ihm der Ordo Belli gegeben hatte. Sein Geist wusste, dass sein Körper zu Lebzeiten unter dieser Last der metallenen Rüstung geschwächt worden wäre. Doch war seine Erinnerung an diese Zeit, nur das: Eine Erinnerung.

Seine Magie war es die ihn einst den Fall Jassavias überleben ließ. Seine Magie war es, die dafür sorgte, dass er in seinem letzten Kampf überlebte, als all seine Gefährten bereits tot auf Ma'ahnschen Boden lagen..
___


"THURINDIR! HALTE DICH NICHT MIT DIESEN NIEDEREN WESEN AUF. WIR MÜSSEN WEITER", gellte der Schrei eines seiner menschlichen Kampfgefährten ihm entgegen. Er war der Heerführer dieses Schlachtenverbandes. 500 Männer und Frauen. Menschen und die wenigen Fey. Genau 35 Fey an der Zahl. Ein jeder dieser Fey war Kind als sie noch in Jassavia lebten. Ethrendor bereits seit Jahrhunderten zu jener Zeit als An'va - Ältester - bezeichnet worden. Diese 35 Fey waren seine Töchter und Söhne im Herzen. Denn sie waren ein Teil der wenig hundert Fey'haim die überlebten. Die das Erbe Jassavias in sich trugen. Die das Erbe Jassavias weiterführen würden.

Doch die Menschen, das aufstrebende Volk, missbrauchte die Langlebigkeit und auch Naivität der Fey. Sein Volk war leicht zu lenken. Mit einem Appell an die Moral und der Angst vor dem Verfall der Gemeinschaft, konnte man sie leicht manipulieren. Ethrendor spielte das Spiel der Menschen mit, weil er sicherstellen wollte - nein, musste - dass seine Kinder im Herzen einen festen Platz auf Tare weiterhin haben konnten.

Also verzichtete er auf Machtrangelei, scheidete sein Schwert und ließ die einfallenden Gegnerhorden hinter ihnen. Eine große Verderbnis bedrohte die Errichtung des Ma'ahnschen Walls. Die Magiekundigen waren seit Götterläufen damit beschäftigt ihn zu errichten. Jeder Rückschlag wurde in gemeinschaftlicher Arbeit wieder zu einem Vorankommen gewandelt. Doch die Magier erschöpften sich regelmäßig über ihre psychischen und physischen Grenzen hinaus. Als der Dämon auftauchte baten sie Draconis um Hilfe. Und sie entsandten Ethrendors Trupp.

Die kargen und verdorbenen Weiten, heimgesucht von niederen Dämonen und anderen Wesenheiten waren ernüchternd. Die Ernüchterung hielt nicht lange, als eine Kreatur, einem verderbten Drachen gleich, doch aufrecht gehend und mit einer Rüstung und einem Schwert aus dunkelster Flamme und Blut geschmiedet, sich durch ihre Reihen regelrecht pflügte. Das ohrenbetäubende Kreischen der absoluten Todesangst gellte Ethrendor in den Ohren, als sein Schlachtenverband dezimiert wurde. Die menschlichen Mitstreiter stoben auseinander, versuchten zu fliehen, behangen und benetzt von den Eingeweiden und dem Blut ihrer Kameraden. Dabei wurden sie von den zuvor ignorierten Horden Untoter und niederer Dämonen überrascht, die den Tumult nutzen um, die Streiter einzeln zu zerreißen. Die zehn Fey die noch lebten ritten gen Ethrendor. Die stoische Maske die jedwede Emotion verbarg war den elf Fey in das Gesicht gemeißelt und man verständigte sich mit nonverbalen Gesten. Schneller. Effizienter. Die Truppe musste zusammengeführt werden.

Doch jedweder Versuch endete in einem weiterem Schlachten. Ethrendor begab sich vom Rücken seines Pferdes. Sie waren alle tot. Jeder einzelne war unter seiner Verantwortung. Er verlor wieder 35 Söhne und Töchter. Und wieder war er derjenige der dies mit ansehen musste, weil er überlebte.

Er zog seine Klinge, die Bestie rauschte mit einem Kreischen aus den Niederhöllen auf ihn zu. Ethrendor empfing die dämonische Lanze mit seinem Kopf - durch sein Auge hindurch und ein Feuer breitete sich um den Fey aus, umschlingte ihn und den Dämon der ungebremst in die gezogene Klinge raste.

Maynagh selbst empfing die Seele Ethrendors.

Ethrendors Sieg und Tod ging nie in die Geschichten ein.
___


Die letzten Vorbereitungen wurden ihm überreicht.

Eine Klinge. Geformt von den Fey und verstärkt durch die Dryade. Die Macht der Obedienz konnte sie gegen die Verderbnis durch den Erbauer schützen.

Eine Wehr gesegnet von Bellum.

Ein Anhänger geformt aus Ignis' Feuer.

Ein Umhang von den Kindern Xans. Auf dass selbst sein Vergehen den Boden reinigte, wenn es in dem Kampf nicht möglich war.

Und schließlich ein Topf mit Honig. Gesegnet von Vitama.

Eine Feder. Ein schlichter Talisman.

Ein Beutel voll gesegneter Asche an seinem Gürtel.

Die Standarte der Viere. Sie sollte am Duellgrund aufgestellt werden.

Der Honig hatte keine Erklärung erhalten zu seiner Wirkung. Also ging er davon aus, dass es ein Geschenk des Genusses war und nahm ihn vor der Schlacht zu sich. Eine Erinnerung an Zeiten als sein Körper von der Süße profitierte. Doch er fühlte es nicht. Aber dennoch erkannte er, dass die Erinnerung an eine Zeit des Lebens ihn umso mehr darauf hinwies, dass ein jeder vor ihm lebte. Dass diese Streiter des Lichts leben wollten. Ein Versagen stand außer Frage. Er musste siegen mit allem was ihm zur Verfügung stand.

Die schwarzen Samen, die zuvor verschossen wurden, säumten den gemeinsamen Vorstoß. Doch da wo Blut das Erdreich verdarb, konnte kein einziger der gesegneten Samen Wurzeln schlagen. Ein beachtlicher Anteil der Samen war schlicht verrottet, ehe sie überhaupt keimen konnten.

Die wenigen kranken und untoten Tiere die noch verblieben, nachdem am Lichthoch der Einfluss des Erbauers, der durch Sullins Bitte weit über die Stadtmauern hinausreichte, deutlich geschwächt wurde, war kein Hindernis mehr. Die Bemühungen der Streiter des Lichts am Lichthoch hatten den Vorstoß zum Duell überhaupt möglich gemacht.

Die dunklen Streiter kamen ihnen entgegen. Doch erkannten sie sogleich, dass es keine Schlacht geben würde. Ethrendor kam zu einem Duell. Und nichts anderes sollte heute verlangt oder erwirkt werden.

Als die Streiter des Lichts die Stellung hielten bereiteten die Magier den Ansturm auf das Heiligste des Erbauers vor. Eine einschlagende Begrüßung, die deutlich machte, dass er selbst kämpfen musste, ansonsten würde seine Stadt noch an jenem Tage vergehen. Und er tat das was Ethrendor vorhersah: Unnötig Macht verschwenden um die Stadt zu schützen. Der Meteor wurde beiseite geschleudert und der Erbauer selbst tauchte auf.

Ein verbaler Schlagabtausch folgte und der Erbauer manifestierte sich hinter Ethrendor. Der Platz war nicht ideal. Palisaden waren im Weg, die der Ewige beseitetrat. Ethrendor wusste, dass es kein ehrenhaftes Duell würde. Ein Dämon gegen einen einst sterblichen Streiter der Bellums Aufmerksamkeit erregte. Ruhiger Zorn. Unermüdliche, nie schwankende, Tapferkeit. Ethrendors Gabe von Bellum war es mit einem gezielten Hieb seine Gegner zu erschlagen. Doch der Erbauer würde ihn auf Abstand halten.

Die Rankenpeitsche schlang sich um das Schwert, und Ethrendor spürte den Versuch der Verderbnis. Doch waren nur die Ranken der Dryade betroffen. Der Silberschimmer um das Taek'ri hingegen stieß die verderbten Ranken ab und Ethrendor konnte den Erbauer entwaffnen. Die Kraft der Obedienz hatte verhindert dass der erste Angriff des Erbauers die Rankenklinge entweihte.

Tentakelartige Ranken krochen aus dem Boden empor, die Klinge zerschnitt sie unermüdlich und die aufkeimenden Wunden unter den Ranken schlossen sich, kaum dass sie sich öffneten. Er spürte keinen Schmerz und keine Erschöpfung. Aber Ethrendors Zorn stieg.

Er wandte sich in den Tentakeln, zerhackte und zerschnitt sie, ehe ihn eine Präsenz von der Seite ablenkte. Ein Bär. Untot. Die Augen leer, wankte er ohne jede aggressive Intention auf ihn zu. Alles in Ethrendor gellte auf, dies als absolute Gefahr wahrzunehmen.

Sie alle, die leben wollten, leben mussten, standen zu nahe. Worte reichten nicht aus. Er musste deutliche Taten folgen lassen. Er nahm seinen gesamten Zorn zusammen und entlud ihn in einer mächtigen Druckwelle, die alle Umstehenden zurückschleuderte. Die Klinge des Erbauers bohrte sich durch ein Scharnier der Rüstung und verdarb Ethrendors innerstes. Ein letzter Blick zu den Geweihten. Und er rammte die Klinge in den Kopf des Erbauers. Die Hülle des Erbauers barst.

Die Explosion riss sie in Stücke.

Nur noch Teile von der gesegneten Rüstung waren zu finden. Wasserpfützen bildeten sich dort wo die Fischschuppen des Umhangs aufkamen und sie sickerten unaufhaltsam in das Grundwasser.

Das ewige Heer hatte einen zweifelhaften Sieg erlangt. Es war nicht geplant Ethrendor gehen zu lassen. Doch hatten sie die Ehrlosigkeit der Dunkelheit unterschätzt.

Die Ewigen würden in Stasis verbleiben für unbestimmte Zeit und weitere Befehle erwarten. Die Insel konnte aufatmen für die kommenden Wochenläufe.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 18.07.17, 19:07 
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In einem noch uneingerichteten Haus, zwischen Umzugkisten und halb zugedeckten Möbeln, saß eine weißhaarige Frau auf dem einzigen unbedeckten Sessel und blickte auf den einzelnen zurechtgestellten Tisch, während sie aus einem Becher Pfirsichsaft nippte. Auf dem Tisch war ein Schachbrett, auf dem sie ein Schachproblem aus einem ihrer dicken Schachrätselbücher aufgebaut hatte. Seit sie einsehen musste, dass sie so weit entfernt von der Zivilisation niemals einen fähigen Gegner finden würde, hatte sie sich auf solche Rätsel verlegt. Sie waren auch deutlich angenehmer. Niemand, der während den ersten fünf Minuten alle Siegchancen verspielte oder, noch schlimmer, sie während des Spiels in philosophische Diskussionen verwickelte. Einfach nur die Figuren und ihr Geist, welcher nach dem rechten Weg suchte, das Spiel zu beenden. Das Endergebnis war vorgegeben, nun musste man nur noch den Weg finden.

Der Stein bricht und das Wasser durchdringt ihn. Wahrlich. Wie üblich waren ihre Visionen gerade klar genug, um den Willen der Elemente zu erfüllen, aber nicht klar genug, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein. Hoffentlich war es noch lange hin, bis sie das nächste Mal an diesem Unsinn teilnehmen musste.

Mit einem zufriedenen Lächeln setzte sie die Figuren, um das Schachproblem zu lösen und Schwarz in der vorgegebenen Zugzahl zu schlagen, egal wie gut es sich wehrte. Ein Läuferopfer. Natürlich. Sie nahm die drei verbleibenden weißen Leichtfiguren auf und blickte auf sie hinab. Wer von ihnen würde wohl im nächsten Spiel geschlagen werden?

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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 18.07.17, 21:55 
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*ein weiteres Brief-Fragment*

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...präsumtiv wird unser vergangenes Sein es wohl aburteilen. Indes, spricht nicht die
Ehrbarkeit hierfür Aug um Aug der Vergeltung anheim kommen zu lassen?
Des Widerpartes Heereswurm unterliegt schliesslich auch, wenngleich goldgewandet,
untoten Grossoffizieren. Also vermag es auch das unsrige Recht sein, alljene Seelen an
welchen meine Kunst vergeblich schien, durch die Macht des HERREN -sein Name sei
gesegnet- eine weiteren Anlass zu geben den Mantelsack und Klinge auch als blankes Gebein
aufzunehmen, um immer wieder und weiter fort dem Feinde gleich der unerbittlichen
Brandungen entgegenzubreschen. Und Schliesslich, dank der Gebete zum HERREN allhier
im friedgewohnten Finsterwangen und der Konzeption der Arkanen den Geiste eines Bären zur
feurigen Entfaltung zu bringen, löste der Heerzug der Götzendiener sich mit heillosen
Grausen zur Flucht gewand auf...
...
Meine verehrteste Geliebte, ich bin versucht Dir die baldige Nachholung zu versprechen,
doch muss ich vorherig sichergehen das der Siege einer abschließender Natur gehorcht
und nicht doch noch ein ausbrennen ihrer Stadt und des Götzentempels als nötlich gehalten
wird. Sei aber weiterhin gewiss das ich dich so unaussprechlich liebe, und diese Liebe
über alljenes erhaben ist, welch die Götzen über uns zu bringen vermochten, und du immer
in Gänze und allwirkend Teil meiner Seele bleibst.

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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 21.07.17, 18:40 
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Hexenjäger. Inquisitoren. Geweihte. Kannte man einen, kannte man sie alle. Sie hatte nicht erwartet überrascht zu werden. Sie sollte nicht enttäuscht werden und doch mehr als alles andere. Vorhersehbar. Eintönig. Langweilig. Aus ihrer Sicht, der Sicht einer Tardukai heraus, kaum der Mühe wert als sie in den Kreis aus Flammen schritt um sich diesem einen zu stellen.
Ohne zu zögern leierte es seine Litaneien runter. Herr Bellum ich bitte Dich, mach mich mutig, ehrenhaft, gerecht und fromm. Bah. Wie oft hatte sie solches Bitten und Flehen schon vernommen? Weniger davon reden Kreatur, weniger darum bitten es erst zu werden, sondern einfach mal angehen. Etwas in ihr verlangte danach es kurz zu halten. Diese eine Kreatur hatte sie schon genug Zeit und Nerven gekostet und selbst jetzt im Angesicht des sicheren Endes blieb nicht mehr übrig als das. Aber gut sie war nicht hier um zu siegen. Sie war hier um etwas zu zerstören und bei manchen Dingen genügte es nicht so lange darauf herum zu schlagen bis nur noch Staub und Splitter zurück blieben. Manche Dinge mussten zerstört sein wollen.
So standen sie sich also gegenüber und wie zu erwarten war genügten bereits einige wenige Andeutungen damit die Kreatur alle Türen fest zu warf. Andeutungen über ihr Leben, die Leben die sie genommen hatte, die Frage ob sich unter all' jene die das Pech gehabt hatten seinen Weg zu kreuzen nicht auch der eine oder andere befunden hatte, der zu Unrecht auf den Scheiterhaufen gestanden hatte. Politisch motiviert, ungeliebt oder einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort unter die Mahlräder jeder Inquisition und jedes Krieges waren noch immer auch jene geraten, die dieser Krieg oder diese Inquisition zu schützen gelobte. Krieg. Die Gleichgültigkeit mit der die Kreatur ab schüttelte, dass es im Krieg keine Wahrheit und keine Gerechtigkeit gab, sondern nur Leid und Tod, war, ja, langweilig. Das klassische Dilemma aller Vieregläubigen. Zwischen allen Stühlen hin und her springend bemerkten sie nicht, dass kaum einer von ihnen sich je wirklich gesetzt hatte. Bekämpfe die Ungerechtigkeit, außer sie nützt Dir. Beseitige das Unrecht, außer es dient Dir. Lebe ehrenhaft und sprich nur was wahr ist, außer es schränkt Dich ein. Bekämpft den Einen, aber bedient Euch seiner nach besten Kräften. Ihr Vier badet mich, aber macht mich nicht nass dabei. Sie schüttelte unwillkürlich den Kopf. Vermutlich empfand man sich selbst als tugendhaft wenn man es sich selbst nur lang genug ein redete. Wenn alles was man tut recht ist und gerecht und gütig und wahrhaftig nur weil man selbst es tut, dann war das Leben schön einfach strukturiert. Es gab die Guten, das war man selbst und die Bösen, das waren alle die einem irgendwie im Wege standen. Nachts konnte man ruhig schlafen, denn sowas wie Gewissensbisse gab es ja nicht, warum auch sollten die Guten ein schlechtes Gewissen haben? Und warum sollte den Guten nicht auch Gutes widerfahren, das wäre doch nur logisch oder nicht? Die Vorstellung, dass die Götter einen anders bewerten würden als man selbst war absurd. Man war doch einer von den Guten, einer, der ihr Werk vollbracht und gemehrt hat. Per Definition war alles was man tat gut und damit richtig. Kein Grund sich wegen irgend etwas den Kopf zu zerbrechen, kein Grund irgend etwas zu bedauern. Gut ist gut und richtig ist richtig. Unumstösslich. Wozu also um Weisheit bitten wenn man die ultimative Weisheit doch längst mit Löffeln gefressen hatte? Wozu um die Errettung der eigenen Seele bitten wenn da nichts war wovor sie hätte errettet werden müssen, wenn alle Sünden das sündhafte verloren einfach dadurch, dass man selbst sie begangen hatte?
Langweilig. Mehr als ein paar Seitenhiebe darauf wie sehr er sich an seinem Posten ergötzt hatte und wie er denn gedenke mit den Wegen des Einen zu den Vieren zu finden hatten genügt und er hatte sich vollends eingeigelt. Kein Gesuch nach Vergebung, keines nach Errettung, einfach nur eine weitere von vielen Seelen, die tun und lassen wollte wonach ihr der Sinn stand ohne sich selbst auch nur im Ansatz zu hinterfragen. Einige wenige Worte und schon wollte die Kreatur nur noch mit Schwertern kämpfen, alles weitere beiseite drängend. Hochmut. Eindeutig des Einen Lieblingssünde.
Soweit es sie betraf war der Kampf spätestens an dieser Stelle entschieden. Dass er ihr im Kampf nicht gewachsen schien merkte sie nach den ersten Probeangriffen. Er war kein ungeübter Kämpfer, das nicht, aber für einen guten ließ er seine Deckung zu weit offen. Er suchte die frühe Entscheidung, heißblütig, überhitzt, je mehr sie an seinem Bild von sich selbst nagte um so heißer loderte sein Feuer, um so hitziger kämpfte er. Als sie seinen Schild beiseite schlug ließ er ihn einfach fallen, keinerlei Anstalten machend diesen wieder auf zu heben, auch wenn sie es ihm anbot. Mit einer Serie an Hieben und Stößen mit Schwert und Schild drängte sie ihn zurück, immer wieder prallten die Blitze die sein Schwert umspielten auf das Eis, das ihre Klinge überzogen hatte und beides entlud sich unter donnerndem Getöse als zum Klang von Stoßgebeten die Kräfte beider wieder und wieder aufeinander prallten, während um sie herum die Flammen immer höher loderten.
So wogte der Kampf eine Weile hin und her. Als das Ende kam kam es rasch. Das Schwert des Gegners abgelenkt stach sie zu und die bittere Kälte des gefrorenen Hasses breitete sich aus während die Flammen der Kreatur an ihrer Klinge und Rüstung empor kroch. Ihr Gegner ließ seine Waffe fallen um mit beiden Händen nach dem Schwert in seinem Leib greifen zu können, sie selbst umfasste den Griff und drängte die Klinge mit ihrer Kraft und dem Gewicht von Körper und Rüstung tiefer und tiefer in die Wunde hinein. Die Klinge verfluchend, die weder geschmiedet noch gesegnet wurde um im Dienste Bellums zu stehen, die Klinge, die sich immer weiter in und durch ihn hindurch bohrte, die Klinge die er nun mit beiden Händen umschlossen hielt rief die Kreatur Bellum an auf dass jener der Klinge jegliches Wohlwollen und jeglichen Segen entziehen möge, während sie selbst die Finsternis des Einen beschwor, auf dass diese das Licht der Kreatur verschlingen möge.
In einem hellen Feuerregen zerstob die Kreatur zu Asche. Der Kreis aus Flammen in dem sie gekämpft hatten flackerte noch einmal kurz auf, dann erlosch er. Die Asche selbst zerfiel zu immer kleineren Partikeln bis nichts mehr zurück blieb außer der schwarz Gerüsteten und ihrer sichtbar mitgenommenen Waffe. Es war vorbei. Aus und vorbei mit Hadrich von Necris, erster und oberster Hexenjäger zu Necris. Manch einer mochte dies als Opfer verstehen. Als letztes Aufbäumen im Angesicht einer Niederlage. Völlige Hingabe an den Schwertherren Bellum. Aber alles was sie erkennen konnte war jemand, der bis zu seinem zweiten und dieses mal finalem Ende weder Frieden in den Vieren gefunden noch um ihre Vergebung ersucht hatte. Der der Welt nichts zu bieten hatte außer Angst, Elend und Krieg. Manche sagten man verspürte nach einem überlebten Kampf eine Art Rausch, das Hochgefühl überlebt zu haben und den unbedingten Wunsch dies aus zu leben, zu feiern. Sie selbst verspürte nur wenig. Ein klein wenig Häme von der sie wusste, dass es nicht ihre eigene war. Ob der Eine es wirklich geschafft hatte sich diese Seele die Ihm doch so bereitwillig nachgeeifert hatte an zu eignen wusste sie nicht. Die Gnade der Viere war etwas zutiefst seltsames. Eine letzte Tat konnte eine Wendung geben unabhängig davon wie das Leben zuvor verlaufen war. Ob es genügte um all das was geschehen war wett zu machen? Sie wusste es nicht. Die Vorstellung, dass im Gegenzug eine einzelne schlechte ein Leben in Tugenden zunichte machen konnte empfanden die Befürworter einer solchen letzten Chance als zutiefst absurd, geradezu obszön. Mochte es sein wie es sein wollte, die Götter formten die Sterblichen, nicht umgekehrt. Sie hatte das ihrige getan um den Vieren diese eine Seele für alle Zeiten vor zu enthalten. Der Rest lag in den Händen von Göttern.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Das ewige Heer
BeitragVerfasst: 1.08.17, 14:50 
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Als Bulen Feuerhuf in den gestrigen Abendzyklen den Schrein Briseis nach seiner Zusicherung, dem ewigen Heer zur Seite zu stehen, verlassen hatte und aus Sichtweite war, erhoben sich die drei Ewigen. Die leichte Staubschicht die sich in den etwa zwei Wochenläufen auf ihren Körpern in ihrer Stasis bildete, fiel ab und sie zogen ihre Waffen, ehe sie in das Feuer aus vollem Lauf rannten. Die Flammen im Schrein verblieben unverändert, und auch die Flammen im Kriegslager flammten weiter. Gar als wäre die Streiter des Ewigen Heeres in eine Schlacht gezogen, mit der festen Absicht in ihr Lager zurückzukehren.

Im Laufe der nächsten Tage werden die brütend heißen Temperaturen sich auf ein erträglicheres Maß herabkühlen. Stetiger leichter Nieselregen bewässert die Insel deutlich und die von der zu heißen Temperatur verbrannten Gräser und Pflanzen erholen sich wieder. Doch so erleichternd die Abkühlung ist, so scheint Fela nicht mehr ihr volles Licht in den Hellzyklen zu erreichen. Mutigen, denen ihr Augenlicht nicht allzu wichtig ist und empor sehen, erscheint es so, als würde ein Schatten über Fela liegen, der dieses Zwielicht verursacht. Doch könnte es sich schlicht um ein Augenflimmern handeln, da man zu lange in das Felalicht blickte.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Die ewige Schlacht
BeitragVerfasst: 6.08.17, 22:29 
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Mit einem inselerschütternden Brüllen kam das dunkle Heer des Einen auf die Insel und besetzte weite Teile der östlichen Inselhälfte. Das Kriegslager, mühevoll erbaut in der gemeinschaftlichen Arbeit, wurde durch die Flammen des Aufschlags zerstört.

Die Feuersäule, die gen Himmel ragte, kündigte den Standort des Heerführers an und von allen Seiten ritten Streiter herbei. Wohlwollend wurden die Dunklen eingeladen in das verwüstete Lager. Doch wurde deutlich gemacht, dass Bellums Gier nach Kampf ein Ende hat. Bellum hatte die einzige Spielregel der Sphären missachtet: Tare gehört den Sterblichen. Angamon hatte seine unmissverständliche Antwort auf seinen Vater gesendet.

Die Schlacht tobte bereits in der zweiten Sphäre. Nun würde sie auf Tare beendet werden.



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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Die ewige Schlacht
BeitragVerfasst: 8.08.17, 18:14 
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Tagebuchauszug des freien Chronisten Edwald Tiefenbrunns. Wohnhaft in Rothenbucht.

Zitat:
7. Querlar 28. n.H.


Mit zitternden Gliedern tue ich das, was ein Chronist in solch' einem Moment tun sollte, wenn alle anderen bereits ihre Waffen erhoben: Niederschreiben was mir zugetragen wurde und was ich mit eigenen Augen sah.

Meine Zweifel liegen tief. Nicht in meinem Glauben. Doch ob ich jene Tage noch erleben darf, oder ob jene Schrift, die ich nun verfasse, jemals für unsere nachfolgenden Generationen erfasst werden kann. Rund 5.000 Götterläufe war es her, als der letzte Krieg dieser Größenordnung zerschlagen wurde. Niemals nie, hätte jemand von uns gedacht, sich mit dieser Misere bei Lebzeiten, außerhalb von Büchern, noch einmal damit beschäftigen zu müssen. Die Rede ist von dem großen Amulettkrieg.

Hatte es so angefangen, wie es auch jetzt der Fall war? War der durch den großen Krieg zwischen Cortan und Galadon generierte Hass ausreichend um den Einen herauszufordern? War es der Herr Bellum selbst, der sich durch den Krieg der Sterblichen herausgefordert fühlte? Oder schickten ihn gar seine Geschwister? Soviele Fragen und jeder Geweihte wusste eine andere Antwort darauf. Doch keiner hatte Wissen. Nur viele Vermutungen.

Von einem reisenden Diener Astraels konnte ich erfahren, dass der Eine sich vor zwei Götterläufen an dem Weltenstein zu schaffen machte. So war die Kunde von der fernen Insel Siebenwind. Meine Studien ob der Amulettkriege lenkten meine Gedanken in genau jene Bahnen. Der unschlüssige und ausweichende Blick des Dieners bestätigte meinen Verdacht, dass er selbst daran denken musste. Geweihte in den nördlichen Gebieten - die nun Cortan heißen - wurden abgeschlachtet. Niemand weiß warum. War es ein Aufbegehren gegen die althergebrachte Ordnung? Waren sie dem Wahn - somit dem Einen - verfallen? Auch da wirkte der Diener unentschlossen.

Doch auch wenn ich mich an die Gespräche mit jenem gerne zurückerinnere, so ist es dringlicheres das ich niederschreiben muss, ehe es meinem Kopf entflieht, oder ich gar keine Zeit mehr finde es zu notieren.

Fürchterlich kalt ist es geworden. Bis an den Punkt, an dem die Teiche und Brunnen einfroren. Schneeregen zerstörte die Ernten. Tiere erfroren und starben auf unerklärliche Weise. Beseelte verschwanden. Die Leichen in der Krypta begannen sich regelrecht zu stapeln. Man hörte von Reisenden Berichte, dass sie auf Bestien stießen. Manche geflügelt. Manche grotesk. Manche schön wie Rillamnors dunkler Mantel. Manche abgrundtief hässlich und grauenerregend. Die Panik im Volke war groß. Geweihte wussten selbst nicht, wie sie der Flut an verängstigten und verwirrten Beseelten entgegenkommen konnten. Selbst erste Berichte von Selbstmördern gab es, die sich an Morsan versündigten und sogar ihre Familien mit sich rissen. Es gab wohl noch Ecken im Reiche, wo man diesen Wesen nicht begegnete. Aber in den Augen der anderen waren sie allgegenwärtig. Tod und Verderben.

Doch seltsamerweise gingen auch Berichte einher, dass man Lichtgestalten sah. Von Bellum kündigten sie. Mit Feuern in ihren Augen. Stärker als jeder Beseelte. Grauenhaft zugerichtet, doch von keinem Schmerz oder Schwäche geplagt, sollten sie gewesen sein. Diese Wesen tauchten wenige Zeit vor den Dämonen auf. Diener Bellums waren davon überzeugt dem ewigen Heer gegenüberzustehen. Doch waren es stets nur kleine Stoßtrupps. Weit verteilt über ganz Falandrien, so dass die Berichte sich über Wochenläufe zogen, ehe sie an interessierte Ohren stießen.

Der Eine hatte wieder nach dem Weltenstein getrachtet und die Viere reagiert. Doch werden es wieder die Enhor sein die intervenieren, oder werden wir Zeugen des unmöglichen und Tare wird vergehen?


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Die ewige Schlacht
BeitragVerfasst: 15.08.17, 12:37 
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Zitat:
Die Dämonen genossen diese unbändige Freiheit, die sie hier auf Tare endlich haben konnten. Das Ziel war klar: Soviel Vernichtung zu bringen wie nur möglich. So wenig Zeit verstreichen lassen wie nötig. Doch wer waren sie um sich diese Gelegenheit - diese Freiheit - nicht auszunutzen? Sie kosteten jeden Schritt, den sie auf Tare einnehmen konnten, aus. Spielten mit der Angst der Lebenden. Labten sich an deren Schreien und verzweifelten ungehörten Gebeten. Beobachteten sie mit Genugtuung, wie sie willenlose Sklaven der Dämonen waren.

Sie alle sollten unterworfen werden. Sie alle sollten spüren wie es für die Dämonen ist, die gegen ihren Willen festgehalten werden. Geschwächt wurden. Die Ketten waren nach so vielen Jahrtausenden erstmalig wieder gelockert worden. Doch sie alle waren nach wie vor unterworfen. Waren ein Teil der Sklaverei. Niedere Kreaturen, die gezwungen waren sich gegen die ihren zu stellen, damit sie mächtiger werden konnten. Doch stellten sie fest, dass sie an der Spitze nicht mehr waren, als Marionetten, denen man etwas mehr Macht zugestanden hat. Und diese erbärmlichen Sterblichen waren der Grund ihrer Versklavung. Ihrer Einschränkung. Ihrer Ketten.

Je mehr von ihnen litten, umso mehr würden sie ihre Ketten sprengen können. Kein einziger sollte überleben.

Die Ketten würden gesprengt.


Zitat:
Der silberne Wall, die Grenze, die die Sphären trennte und doch verband, war an vielen Stellen durchbrochen. Dämonenscharen strömten durch ihn hindurch, die nahezu ungehindert nach Tare eindringen konnten. Das ewige Heer war niemals dafür gedacht Erlösung zu finden und in Morsans Hallen einst einzukehren, wenn ihr Dienst getan war. War niemals dafür gedacht ihren Posten zu verlassen. Sie sollten auf ewig unter Maynaghs Weisung kämpfen. Die letzte Schlacht war eine Schlacht der Ewigkeit. Die niemals endende Schlacht für etwas, was niemals vernichtet werden konnte. Die niemals endede Schlacht, die Tare um jeden Preis erhalten sollte.

Und die niemals endende Schlacht hat begonnen. Kalter Krieg entflammte erneut. Doch diesmal wird es keinen erzwungenen Frieden durch die Elementarherren geben. Diesmal wird Bellum selbst kämpfen.

Es würde die letzte Schlacht für Tare werden. Doch in der zweiten Sphäre würde sie ewig andauern.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Mitmachthread] Die ewige Schlacht
BeitragVerfasst: 16.08.17, 00:22 
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Ein großer Kampf, aber viele kleine Schlachten. Die Figuren wurden in Stellung gebracht, die letzten Züge, der letzte Lidstrich. Dann hieß es Vorhang auf: Die Bühne war auf gebaut, die Szene gesetzt. Der Schlussakt, dann der letzte Vorhang. Aber noch waren sie alle am Zug. Das Spiel hatte noch die eine oder andere Wendung zu bieten.
Es war ein dunkler und kühler Nachmittag als das Fehlen von Fritz bemerkt wurde. Einigen Viertelern war es zuerst aufgefallen, dann auch der Tempelwache. Schließlich hatten sie sich an Diana gewandt.
"Fritz wird vermisst. Er ging vor einer Weile und ist schon viel zu lange fort."
"Weiß man wohin er gegangen ist?", fragte sie mit ruhiger Stimme.
"Der wollt' nur kurz zum Pissen inne Büsche, nech?", bölkte ein Hafenarbeiter quer durch die Kathedrale. Seine Frau Mama war bestimmt voller Stolz über so viel Taktgefühl an diesem Ort dachte sie noch. Der Gedanke genügte um ihre Laune so weit zu bewahren, als dass sie sich ein Lächeln ab ringen konnte.
"Gut dann schauen wir mal nach ihm."
"Wollt ihr begleitet werden?"
Sie sah in die Augen des Templers. Er war nervös. "Wenn ihr dies möchtet, gerne."
"Wir, ähm, haben Befehl hier zu bleiben. Für Sicherheit zu sorgen. Und so."
"Nun ihr habt zwei Möglichkeiten. Ihr könnt den Befehl befolgen oder auch nicht und mich begleiten. Im letzteren Fall könnt ihr Euch gerne darauf berufen, dass ich darauf bestanden hätte."
Damit wandte sie sich auch schon zum Ausgang. Draußen trat sie fast auf einen goldenen Spatzen. Sie sah sich um. Eine goldglänzende Fackel lehnte an einer Säule. Zwei der Schneeglocken in ihren Töpfen die sie selbst gezogen hatte waren ebenfalls zu Gold geworden. Sie presste die Lippen aufeinander. Das wirkte auf eine befremdliche Art nur zu bekannt, zu vertraut. Eiligen Schrittes ging sie zum Markt, wo Varus Wertig neben mehreren Kisten mit goldenem Ramsch und goldenen Trophäen lautstark vor sich hin jubelte. Er bejubelte Fritz, der dort gestolpert war woraufhin seine Waren allesamt zu Gold wurden und er pries Vitama, die ihm diese Gabe geschenkt hatte. Keine Zeit zu diskutieren. Sie entließ den Templer, der nur zu dankbar seinen Dienst in der Kathedrale wieder auf nahm und setzte ihre Suche fort. Weiter die Straße entlang fand sie eine Hand voll goldener Pferdeäpfel. Aus Scheisse Gold gemacht durchfuhr es sie noch, ehe sie sich an einem goldenen Baugerüst entlang hangelte, Westtor, geschlossen, nichts auffälliges, nach Süden, ein goldener Apfelbaum, die richtige Spur, dann hörte sie auch schon ein Schluchzen.
Auf einem kleinen Steg saß angelnd Fritz. Um ihn herum etwas Brot, einige Fische, allesamt Gold wie die Angelrute in seiner Hand, die er nicht mehr los lassen konnte. Schweiß vermutlich. Nebensächlich. Ihr Blick wanderte zu der rothäutigen Gestalt in dem goldenen Kleid ein paar Schritte abseits und sie bleckte die Zähne. Sukkubus.
Die Dämonin hob an: "Siehst Du? Ich habe Dir viel gegeben und ich kann Dir noch mehr geben. Dir gefällt das hier nicht? Dann wünsche Dir etwas anderes."
"Tu es nicht!", entfuhr es ihr, "Was immer sie verspricht es wird sein wie dies. Das was Du Dir wünscht und doch nicht so wie Du es Dir wünscht. Ich bitte Dich inständig: Keine weiteren Wünsche. Lass' mich Dir helfen, wir bekommen das schon wieder hin."
Eine ganze Weile wurden Worte gewechselt. Fritz, hin- und hergerissen zwischen nie gekanntem Reichtum und der Erkenntnis, dass er nichts und niemanden mehr würde berühren können, nicht mal sich selbst kratzen wenn es juckte ohne dass alles zu Gold wurde. Dass er angewiesen sein würde auf andere, die für ihn kochen, ihn füttern, ihm die Kleidung wechseln, dass er sie dafür bezahlen konnte mit so viel Gold wie sie wollten und doch sie würden ihn und seine Berührung fürchten. Dass er reich war und doch einsamer als je zuvor.
Die Dämonin höhnte und spuckte Gift und Galle, prahlte damit zu was sie alles imstande war und wie freigiebig sie es her geben mochte, wohingegen Vitama ihm doch nichts zu bieten hatte. Diana wiederum konterte, dass ihm die Möglichkeit gegeben war sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen, er eigene Entscheidungen treffen, für sich selbst sorgen konnte statt von der Gunst von Dämonen abhängig zu sein. Sie bemühte sich sichtlich um Geduld während die Dämonin sich selbst zunehmend in Rage redete, aber es half nicht viel. Fritz blieb unentschlossen, geneigt beiden Seiten zu lauschen. Sie schloss kurz die Augen und atmete tief durch. Dann muss es wohl sein. Was nicht half, half nicht und hier half wohl nur die ganz grobe Kelle.
"Fritz ist Dir bewusst warum sie dies tut? Was mit Deiner Seele geschehen wird wenn sie nur genug Wünsche erfüllt?"
"Meine Seele?", erwiderte Fritz verdutzt, dann ein Abwinken mit der freien Hand, "Um die kümmert sich Morsan." Treffer. Jetzt mach' den Sack zu!
"Das wird er aber nicht in Deinem Fall. Denn dies ist ihre Natur: Sie bringt Dich dazu Dir immer mehr zu wünschen und jeder Wunsch wird Dich weiter und weiter von den Vieren entfernen, jeder Wunsch bringt Dich dazu Deine Hoffnung und Dein Vertrauen in die Dämonen statt in die Viere zu setzen. Das ist der Grund für ihre scheinbare Großzügigkeit. Sie will Deine Seele und sie holt sie sich indem sie Dich durch die Wünsche die sie Dir erfüllt an sich bindet, bis keiner der Viere, auch Morsan, Dich nicht mehr erreichen kann. Darum bitte ich Dich abermals: Keine weiteren Wünsche." Tut mir leid Fritz.
Unsicher blickte er sie an, dann zur Dämonin. Achtlos, geradezu gehässig tat sie dies alles ab. Was war das schon, eine Seele, hatte diese jemals etwas sinnvolles für ihn getan? Machte sie ihn satt? Machte sie ihn reich? Diana legte nach. Es mochte nicht richtig sein mit seinen Ängsten zu spielen, nicht richtig sein den Finger in offene Wunden zu legen, nicht richtig sein diese Karte aus zu spielen, aber es war mit Sicherheit weniger falsch als dem Unglück seinen Lauf zu lassen. Vitama ging weite Wege für ein gutes Ende dachte sie noch bei sich, die wütende Dämonin bis auf einige kurze Blicke ignorierend, was deren Wut und Enttäuschung nur noch mehr entfachte. Schließlich gab Fritz Dianas Drängen nach. Er bat sie um Hilfe und wandte sich von der Dämonin ab, welche daraufhin entschwand. Die beiden machten sich an den Rückweg zur Kathedrale, vorbei an dem noch immer gut gelaunten Varus, der zusammen raffte was da war um es zu versetzen. Später würde er sich dafür Seidenkleider kaufen und es einen Segen Vitamas nennen. Diana sah keinen Grund dies richtig zu stellen. Würde die Wahrheit ihn glücklicher machen? Seliger? Wohl eher nicht. Vor der Kathedrale hielt sie inne und schaute zu dem vergoldeten Vogel hinab.
"Sag Franz, wollen wir den auch mit nehmen und schauen ob wir etwas für ihn tun können?"
"Ja bitte!" Guter Mann. Wenn man ihnen die Wahl ließ trafen sie oftmals die richtigen Entscheidungen. Vertrauen und Hoffnung zahlten sich zuweilen eben doch direkt aus und nicht erst irgendwann.
Sie hob den Vogel auf und betrat die Kathedrale. Dort wies sie noch kurz die Templer an, dass der Vitamaschrein fürs erste nur durch den Orden zu betreten sei. Franz folgte ihr mit gesenktem Kopf. Es beschämte ihn die Teppiche mit seinen Stiefeln zu betreten, denn diese aus zu ziehen, das wagte er sich nicht, aber sie schüttelte nur den Kopf und meinte, dass ein Teppich auch nur ein Ding sei und Dinger könne man ersetzen, dass ein Ding nie den Wert eines Lebens aufwiegen konnte. Dann nahm sie Platz. Eine kurze Rückfrage ob er es gestattete, dann testete sie die Kraft des Fluches aus indem sie ihn mit einem Bonbon fütterte ohne ihn zu berühren. Nichts tat sich. Gut. Stark, aber nicht übermächtig.
Sie legte den goldenen Piepmatz auf ihren Schoß, begann über diesen zu streicheln und hob mit klarer Stimme an:
"Herrin Vitama, liebende Mutter, Schenkerin der Güte und der Vergebung. Wir stehen vor Dir als Deine Kinder und wie alle Kinder bauen wir zuweilen auch mal Mist. Aber wir sind nicht zu stolz zu zu geben, dass wir auch mal daneben langen und so bitten wir Dich: Schenke uns Deine Vergebung und erlöse Fritz von dem Fluch, der auf ihm liegt. Denn er bedauert sein Tun und er bedauert andere damit verletzt zu haben und so bitten wir Dich ebenso: Bade uns in Deiner Güte und nimm den Fluch von allem die er berührt, banne das Dämonenwerk, denn Du bist die Hoffnung und das Licht und ohne Dich kann nichts sein und ohne Dich wollen wir nicht sein."
Etwas Goldstaub rieselte von dem Vogel und der Angel auf den Teppichboden. Die Richtung stimmt. Jetzt nur nicht nach lassen. Arin kam mit Schlafzimmerblick die Treppe hinunter, grüßte sie beide, sie nickte lediglich ehe sie weiter an hob. Sie unterstrich, dass dem Handeln kein böser Wille zugrunde lag, dass Fritz nicht nur für sich selbst sondern auch für die anderen bat, dass es ihm leid tat und er seine Hoffnung in sie legen wollte und als das "Ael." beider verklungen war fiel die Angelrute aus seiner Hand und aus Gold wurde Holz. Zugleich begann der Vogel sich zu regen, aufgeregt flatterte er mit den Flügeln, feinen Goldstaub in der Luft verteilend ehe er sich von ihr ab stieß und zum Ausgang flog, gegen das Fenster klatschte und dann etwas benommen beim zweiten Anlauf die Öffnung über dem Törchen fand. Sie selbst reichte Fritz ein Stück Kuchen auf einem Teller, er nahm es, nichts passierte, während im Schrein sich nach und nach ein wohliges, warmes, schon etwas kitzeliges Gefühl an schwoll, das auf seine ganz eigene Weise eine geradezu ansteckende, gute Laune verbreitete.
Fritz hatte ein ziemlich schlechtes Gewissen wegen allem und fragte noch was er tun könne, aber sie lehnte ab. Vitama bedeutete auch sich selbst vergeben zu können und so riet sie ihm den anderen seine Geschichte zu erzählen, damit diese nicht ebenso auf die Dämonen herein fallen mochten. Und so verschwand Fritz aus dem Schrein um seine Erlebnisse direkt Wogint an zu vertrauen.
Sie indes verblieb noch eine Weile in der sie über die Kette an ihrem Hals strich, auf der sich Knospen gebildet hatten, die zu kleinen Rosenblüten erblüht waren. Arin grinste sie an wie ein Honigkuchenpferd. Eine kleine Schlacht nur. Ein kleiner Kampf. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Aber jedes bisschen half. Jedes bisschen war gut. Und wichtig. Nicht nur für den einzelnen, sondern für das große Ganze.


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