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 Betreff des Beitrags: [IG] Zwiegespräch und Erkenntnisse
BeitragVerfasst: 30.06.17, 16:33 
Edelbürger
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Es war spät geworden in diesen Stunden des letzten Tages. Fela ging zum letzten Mal an diesem Abend am Horizont unter und tauchte den Himmel in ein tiefdunkles Blau an dessen Firmament die verschiedensten Sterne auf Rilamnors Rücken tanzten und der Astreyon und der Vitamalin ihren Atem sichtbar machten.

Still war es auch geworden in der Stadt Brandenstein auf der Insel Siebenwind. Still war es vor allem im Schrein Bellums in der Kathedrale Brandensteins. Zwei Gestalten saßen dort an der Nordwand und blickten zwei volle Zyklen lang schweigend auf das silbern schimmernde heilige Schwert Bellums. Nur dann und wann hörte man das tiefe bassige Brummen aus dem Bart der kleineren Gestalt ertönen. Nach eben jenen zwei vollen Zyklen jedoch ergriff eben diese kleinere Gestalt das Wort:


"Sie vermitteln das Gefühl, dass wir einen gewaltigen Fehler begangen hätten und doch bin ich mir sicher, dass wir Richtig gehandelt haben.", brummte die kleinere Gestalt und blickte zum ersten Mal vom Schwert auf und in die Augen der größeren Gestalt mit ihren weißen Haaren.

Es herrschte eine Weile lang Stille in welcher die kleinere Gestalt wieder zurück auf das Schwert blickte. "Sie haben Recht in dem was sie sagten und wie sie es sagten, Bruder.", antwortete die größere Gestalt daraufhin und blickte ihrerseits hinab zu der kleineren Gestalt.

"Das mag sein. Doch macht der von ihnen dargestellte Weg den von uns gewählten Weg falsch? Bellum spricht im Codex des Ordens: Doch wehe: Mut ist nicht Dummheit, der Tapfere ist nicht ohne Geist. Es ist kein Wert sich zu opfern alsbald möglich.
Es ist wahrer Mut den Zeitpunkt zu erwarten, für den das Opfer des Mutigen vorbestimmt ist und erwartet wird. Denn man spricht: Seht den Herrn, tapfer und voller Mut. Nie wird sein Feldzug enden ehe alles Dunkel getilgt.
"
, rezitierte die kleinere Gestalt einen Part aus dem Codex des Ordens vom heiligen Schwerte Bellums.

"Auch mit diesen Worten hast du Recht, Axtbruder. Und doch: Ich habe nun zwei volle Zyklen über ihre Worte gesonnen, habe sie abgewägt und komme nicht umhin, dass auch ihre Worte bestand haben. Denn Bellum spricht, so steht es geschrieben in unserem Codex: Lex Secunda. So spricht Bellum, Herr und Schöpfer des ehrenvollen Kampfes: Euer Weg soll die Ehre sein. Nie sollt ihr mit Falschheit und List kämpfen, nie gegen den, der unterlegen ist. Und dies, mein Bruder, ist genauso richtig, wie der von dir dargestellte Weg des Schwertherrn. Wir haben uns zwischen zwei Pfaden des Schwertherrn entschieden. Zum einen zwischen dem Pfad der wahre Ehre gebracht hätte und dem Pfad der Mut kostete den richtigen Zeitpunkt abzuwarten und uns selbst zurückzunehmen um anderen Mut zu schenken. Womöglich, Bruder, mögen wir dadurch den Unmut des Ewigen Ethrendor auf uns gezogen haben, ja. Und doch ist es nicht er, der urteilt, sondern der Schwertherr.", antwortete die größere Gestalt in einem zutiefst nachdenklichen Tonfall.

Du meinst also, dass wir Richtig und Falsch zu gleich handelten? In unseren Gesprächen zur Vorbereitung hatten wir zwei immer die anderen im Blick. Mhm.
Ich mag dir Recht geben, dass deine Worte bestand haben können. Nicht immer können wir den perfekten Weg wählen, wir können nur versuchen unsere Wege dir wir gehen so nah als möglich an den Schwertherrn heran zu führen. Künftig dürfen wir den Aspekt der Ehre jedoch nicht weniger gewichten als den Aspekt des Mutes. Alle Aspekte des Schwertherrn,
Bruder, müssen gleichermaßen Gewicht erhalten."
, erwiderte die kleinere Gestalt mit dem Blick voran auf das Schwert.

Da erhob sich die größere Gestalt von der Bank und trat vor den Altar im Schrein des Schwertherrn. Der seine Blick fuhr zurück zu der kleineren Gestalt: "Komm, mein Freund und Bruder. Die Ewigen haben zu uns gesprochen und uns erkennen lassen, dass wir auch hätten anders handeln können. Ja, wir haben keinen Sieg errungen und Ehre erhalten. Und doch: Wir haben die verschiedenen Mannen in einer Truppe zusammen geeint, wir haben sie vorbereitet auf die kommende Zeit, wir haben ihnen Vertrauen geschenkt auf das sie Vertrauen anderen schenken können.

Lass uns nun niederknien und sein Urteil über unser Handeln erwarten, mein Freund und Bruder. Denn im Codex steht geschrieben: Und der der bestimmt, seinen Nächsten zu leiten, gar Befehl über ihn zu sprechen, dem sei gesagt: Einen jeden Morgen und einen jeden Abend und eine jene Stunde der Muße falle nieder vor dem Herrn in demütigem Gebete. Danke ihm für deine Erwählung und bitte ihn um die Kraft, die es bedarf, solch Bürde zu tragen. Nicht dein ist die Macht, sie ist des Herrn. Du bist nur sein Untertan, du verwaltest, was den Vieren zu eigen. Beuge die Knie, dein Haupt auf den Grund, denn unter seinen Dienern bist du der niedrigste, die Last drückt dich am schwersten!
Denn man spricht: Sehet den Herrn, euren Herrscher! Seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
", mit diesen Worten kniete sich die größere der beiden Gestalten auf beide Knie vor dem Altar im Schrein des Schwertherrn in der heiligen Kathedrale der Viere zu Siebenwind in Brandenstein hernieder. Auch die kleinere der beiden Gestalten trat zum Altar und kniete darnieder. Beide schlossen die Augenlider und begannen im leisen Chorus gemeinsam ihren zu ihren Weihen gegebenen Eid zu wiederholen:

"Ich schwöre vor den heiligen Vieren, meinen Schöpfern und einzigen Herren, dem Herrn und Vater Bellum die ewige und unverbrüchliche Treue in ergebenster Demut!"
"Seine Tugenden seien die Meinen. Sein Licht leite mich. Sein Schwert, sein Schild: meine Taten!"
"Ewiger Dienst, ewige Treue, bis der Herr mich rufen mag. In seiner Gnade heim zu gehen in seine Hallen."
"Ich entsage all dem Dunkel und allem Frevel! Meine Klinge wider dem Niederträchtigen, Licht in die Schatten, Reinheit ins Verderben und Erlösung dem Verlorenen."
"Ich schwöre Treue und Gehorsam auch der heiligen Kirche der Viere, der Gemeinschaft der Orden. Erkläre meinen Austritt aus den Banden meines alten Lebens und das Eingehen in die Familie des Orden Bellum vom heiligen Schwerte!"
"Mein Leben und Sterben für die Schwertmeister, Für den Orden, Für die Kirche! Mein Leben und Sterben in Gehorsamkeit und Demut für Mut, Tapferkeit, Ehre und die lodernde, unauslöschliche Flamme der Gerechtigkeit."
"Mein Leben und mein Sterben für meinen ewigen Herren Bellum, Vater und Schöpfer, Anfang und Ende, Ursprung und Erlösung, von nun an bis in alle Zeit in Erwartung der Ewigkeit!"
"Ael."
"Ael."

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 Betreff des Beitrags: Re: [IG] Zwiegespräch und Erkenntnisse
BeitragVerfasst: 30.06.17, 18:25 
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Es war wieder abgekühlt im Laufe der letzten Zyklen, als sich die ersten schmalen Lichtstrahlen Felas auf Tare schlichen und die Kathedrale Schatten werfen ließ, größer als das Mauerwerk selbst, aber umso mehr dem angemessen was diese ehrwürdigen Mauern darstellten: Die heilige Kirche der Vier. Licht welches sich so unaufhaltsam seinen Weg suchte durch die Gassen der Stadt und erst alles, von den Schindeln der Dächer bis zu den Blumen am Wegrand, in seiner wahren Form, Größe und Farbe erstrahlen ließ, sich in dem farbigen Glas der Fenster brach und einen Schleier aus Licht und Wärme in die Räume der Kirche warf. Es war, als sei Erkenntnis über Siebenwind herein gebrochen, an diesem frühen Zyklus des 30. Triar.
In all diesem Wohlgefallen, war eine gedrungene Gestalt auszumachen, klein und in silbernen Schimmer eingehüllt, wie sie abermals aus einem abgewetzten Beutel Rauchkraut heraus beförderte, im Gang zwischen der Kathedrale und des Ordenshaus stand und den Blick in den Hof richtete. Müde Augen, die wohl im letzten Tageslauf nicht viel Schlaf gesehen hatten, womöglich auch gar keinen Schlaf oder aber es waren einfach die Mühen der Anstrengung über so vieles nachzudenken, die nicht nur den Geist, sondern auch bald den Körper ergriffen – nichts von dem war aber von Bedeutung, so schien es zumindest wenn das stoische Harren der Gestalt deuten mochte, als sie mit einem leisen Brummen erneut das Rauchkraut in die Pfeife stopfte. Es war nicht die erste Pfeife in den letzten Zyklen, wenn man sich die ausgeklopften Reste des Rauchkrauts ansah, welche sich um die zwergische Gestalt herum verteilten. An einer Laterne entzündete sich die Pfeife und schon bald sollte dieser frühe Zyklus den angenehmen Geruch des „Heimatfreunds“ schmecken, der von der Pfeife in kleinen Rauschschwaden aufstieg und wie kleine Nebelbänke schon bald über den Hof hinweg in die frische Luft Tares getragen wurden.


Lange dachte erüber die Worte nach, die er mit seinem Schwertbruder gewechselt hatte, bis tief in den frühen Zyklus hinein, aber nun, wo er alleine war, trieben ihn die Worte des Codex um. Es war, als schien kein Wort mehr zu passen, ihre Taten waren mit den Worten aus den Fugen geraten, es war kein Rätsel, es war Unordnung. Unwillkürlich dachte er an seinen elfischen Bruder, welcher ebenso drohte durch die Macht des Worts verloren zu gehen, der nur getrieben und rastlos schien von dem Rätsel welches ihm die Viere auferlegten. Der Gedanke schien ihn zu beunruhigen, aber sogleich half er ihm nicht selbst verloren zu gehen. Er brauchte seinen Verstand um den Tadel einzuordnen und seinen Weg zu beschreiten – im Gegensatz zum Rätsel seines Bruders waren die Worte der Ewigen deutlicher, greifbarer und weniger ein Rätsel, sondern es lag lediglich an ihnen, anzuerkennen, das sie versagt hatten. Und als die lichten Strahlen heller wurden, da kam es ihm, als würde der neue Zyklus auch neue Erkenntnis bringen.

Sein Schwertbruder lag falsch. In den Tugenden des Herrn Bellums gab es keine zwei Wege zu beschreiten, die Tugenden waren stets im Einklang miteinander auszuüben, nur so konnte sich die Wahrheit ihrer entfalten. Was nützt es dem mutigen ohne Ehre zu streiten? Wie kann Gerechtigkeit ohne Milde auskommen und Gehorsam ohne Demut? Es mochte mehrere Wege geben, die zu einem Ziel führten, aber das Ziel war die Erkenntnis, die Erkenntnis der Vier und insbesondere, für ihn, die Wahrheit des Axtherrn. Die Vier sind Wahrheit und eine Wahrheit konnte nicht geteilt werden – denn wie soll es mehr als eine Wahrheit geben. Konnte eine geteilte Wahrheit überhaupt noch als solche bezeichnet werden?

Er wälzte die Worte immer wieder in seinem Geist und zog an der Pfeife, kleine Rauchkreise verließen den Mund des Zwergen und er sah starr auf den Hof hinaus, wo zu dieser Stunde keine Seele das Pflaster passierte.

Die Tugenden des Herrn waren nicht verhandelbar. Man konnte nur ehrenhaft handeln, oder mutig oder gerecht. Aber konnte eine Handlung nur ein bisschen ehrenhaft sein? Nur ein bisschen mutig? Implizierte dies nicht schon das Scheitern als solches, der Tugend Bellums nicht gänzlich gerecht zu werden? Bisher war es an ihnen zu deuten zu bewerten und ein Urteil darüber zu sprechen, ob eine Tat mit den Tugenden des Herrn im Einklang steht, aber eigentlich war dies immer dem menschlichen Makel des unvollkommenen unterlegen.

Nur Bellum selbst kann urteilen, was ihm gerecht wird, nur Bellum kann eine Tat wiegen und in Wahrheit darüber befinden ob dies sein Wille sein soll.

Leise verließen die Worte den Mund des Zwergen, ehe er wieder die kunstvolle Pfeife an die Lippen setze und ein kurzes Lächeln umspielte diese, als er sie so besah. Ein Geschenk von einem Bresch zu seiner Weihe als Novize, damals bei der kleinen Feier in Dunquell. Es waren die einfachen Sachen die ihm nach wie vor Freude bereiten. Doch schnell sollten seine Gedanken wieder auf das wesentliche Gerichtet werden.

Die Worte des Ewigen halten nach und als er sie immer wieder wälzte, da wurde ihm klar was sie eigentlich bedeuteten, da fügten sich die Handlungen der Ewigen und ihr Verhalten wie ein Mosaik zusammen. Es ging um den Kampf, aber nicht um die letzte Schlacht. Es ging um die Prüfung, aber nicht für alle anderen, sondern für sie. Sie sollten geprüft werden. Es fügte sich!
Wie sonst soll zu erklären sein, das die Magier die an den Vieren zweifelten einfach in ihre Akademie entlassen wurden, Nordleute die offen die Ewigen als „Beleidigung“ ihrer Götter ansahen und den Vieren frevelten einfach keine Beachtung geschenkt wurde und Tardukai, welche vollmundig ein Duell ankündigten und dies einfach verstreichen ließen ohne selbst zu erscheinen noch einen Sekundanten zu schicken, als Beispiel für des Herrn Mut herhalten mussten!
Sie waren im göttlichen Plan einfach nebensächlich, stattdessen wurden sie gescholten, die Diener des Herrn die den Feldzug wider die Dunkelheit führten und den Ewigen treu ergeben waren im Bestreben das neue Zeitalter einzuläuten. Sie hatten die Prüfung nicht bestehen können, weil sie die Tugenden des Herrn nicht richtig gedeutet hatten. In einer solchen Schlacht ist keine Ehre zu finden, wenn sie die zahlenmäßig geringeren Diener des Einen auf dem Schlachtfeld herausforderten. Sie hatten Recht. Wo war der Mut, sich hinter Katapulten und Rammböcken zu verstecken um vier verstreute Seelen aus ihrer Befestigung zu jagen?
Sie hatten schon einmal versagt, als sie das Kastell in einer Schlacht genommen hatten, die wenigen unglücklichen Seelen dort, waren kein Ziel eines ehrenhaften Angriffs. Die Ewigen wirkten schon dort fern und missbilligend, als wählten wir schon dort die falschen Mittel. Es setzte sich fort, bei der Burg der Tardukai! Brauchte es dazu wirklich Mut?
Hom..nein!
Sie hatten uns mit ihren Worten gewarnt, weil sie sahen, dass wir den gleichen Fehler in Finsterwangen begehen würden, wieder waren wir bereit in einer Schlacht gegen die Dunkelheit zu ziehen. Aber darin lag keine Ehre und kein Mut, um gegen dezimierte Krieger die Klinge zu erheben, das machten ihre Worte deutlich. Dies würde zu nichts anderen führen, als dem endgültigen Versagen in dieser Prüfung!
Es bestand kein Zweifel. Der Elf war im Dienst des Herrn und wen Bellum selbst auf Tare schickt, um über die Seele eines jeden einzelnen zu entscheiden, der wird die Worte des Herrn besser verstanden wissen, als ein einfach Zwerg.

Der Zwerg zog dabei nervös an seiner Pfeife, als er erkannte, dass er kurz davor war, alles zusammen zu setzen. Sich das Mosaik aus vielen Steinen in seinem Kopf zusammensetzte und er erst einmal klar die Tugenden des Herrn vor sich sah.

Das Opfer ist zu wählen, wenn die rechte Zeit gekommen ist, das ist Mut. Er hatte den rechten Zeitpunkt wohl verpasst, als er sein Leben nicht für eine einfache Burg in der Ödnis aufs Spiel setzte, aber das konnte nachgeholt werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: [IG] Zwiegespräch und Erkenntnisse
BeitragVerfasst: 16.07.17, 17:12 
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Es war einer dieser Abende vor dem Beginn einer Schlacht. Anspannung lag im Feldlager wie etliche zuvor. Man versuchte mit herben Sprüchen die Gedanken der Soldaten zur Erheiterung zu bringen und zum Wohlgefallen Mutters. Die älteren Soldaten unter ihnen suchten die Gespräche mit den jüngeren, bauten sie auf, machten ihnen Mut. Doch allen gemein war eine demütige Anspannung vor dem Kommendem, dem Ungewissen. Viele dieser Soldaten waren ob der Vorbereitungen die so vielzählig durchgeführt wurden irritiert und doch waren sie hier, loyal standen sie im Dienste der Vier.

Wieder standen zwei Gestalten spät Abends als Ruhe ins Feldlager einkehrte nebeneinander und blickten von der Anhöhe des Feldlagers hinaus auf den dunklen verdorbenen Wald. Die eine Gestalt mit weißem Haar und hoch gewachsen, die andere Gestalt deutlich kleiner und kompakter. Beiden war die Ruhe der Stunde in Mark und Bein übergegangen, sie selbst waren es, die versuchten diese Ruhe auf andere zu übertragen um Mut zu machen.

Die kleinere Gestalt erhob nach einer Weile das Wort, leise brummend durchdrangen ihre Worte den dichten langen Bart."Ich habe ja verstanden, was du mit der Rüstung aus dem Schrein unseres Herrn vor hast, Bruder, aber was hast du mit all dem anderen vor?", während die kleinere Gestalt sprach nahm sie einen tiefen Schluck aus einem Bierkrug. "Mit Sicherheit erinnerst du dich noch an die Lehre über das älteste Gebet Tares von Psalatril, Bruder. Du selbst hast es nun einige Male unterrichtet. All das, was ich plante ist ein Gleichnis der Zeit , wenn gleich auch nicht so vollkommen und mächtig.", antwortete die größere Gestalt und blickte einen längeren Moment lang still schweigend in den Wald hinein. Sowohl die kleinere als auch die größere Gestalt schienen die Lehre über das älteste Gebet Tares im Geiste noch einmal Revue passieren zu lassen:

~ ~ ~ ~

Und so bekämpften sich die uralten Völker auf Tares Rücken. Den starken, wilden und immerhungrigen Gangreij konnten sich die Laryseij auf Dauer jedoch nicht erwehren, viele von ihnen vielen wie Jagdwild unter den Hieben der Urtrolle. Als die Laryseij im Begriff des Falls waren kniete Psalatril nieder und erhob seine Hände gen Himmelreich und seine Stimme floh die Horen um Hilfe an - dies war das erste Gebet der Zeit.

Und die Horen erhörten den Ruf des ältesten Gebetes und wandten sich den Laryseij zu. Ignis und Bellum rüsteten die Laryseij mit flammenden Schwertern, strahlenden Panzern und gleißenden Speeren aus Makklakordas Schmiede, Morsan und Xan kleideten sie in erhabene Gewänder, Vitama und Terva segneten ihre Leiber mit Langlebigkeit und feiten sie gegen viele Wunden, Astrael und Khaleb schließlich versahen ihre Rücken mit Schwingen, gefertigt aus dem Licht der Monde, der Sterne und Fela.

So gewappnet erhoben sich die Laryseij in die Lüfte, wehrten sich gegen die Übermacht der Gangreij. So ward schlussendlich das unsterbliche Volk der Götter geboren, die Horwen.

~ ~ ~ ~


"Wie ich sagte, es ist nicht perfekt, es ist nicht vollkommen, aber es ist ein Gleichnis, welches uns an diesem Tag womöglich verhelfen mag. So gab Bellum aus seiner Schmiede eine Wehr, wie du selbst sagtest, einen Panzer der nicht durchbrochen werden sollte. Ignis Zeichen habe ich ebenso am Ewigen Thurindir bereits erkannt, aus dunkelrotem Rubin. Die erhabenen Gewänder, einen Umhang, so habe ich von Priesterin Nithavela erfahren, ist dem Ewigen ebenso bereits gegeben worden. Heute Abend wird Schwester Ravenne Vanadh oder Bruder Ezekiel hoffentlich noch ihren Segen sprechen, andernfalls Bruder, habe ich noch gesegnete Asche des Morsan bei mir. Der Honig, den die Diener der Mutter segneten wird ebenso Anteil haben an diesem Gleichnis, genau wie das von der Dryade geformte Taek'ri. So verbleibe ich noch in der Hoffnung, dass Bruder Custodias die Kraft der Obedienz auf den Ewigen übertragen wird. Schlussendlich, auch wenn wir mit dem Weg auf dem Gipfel Khalebs gescheitert sind, so habe ich doch eine Feder bei mir als Symbol des Windes. Es ist eben nicht vollkommen und doch ist es geworden.", sprach die ruhige Stimme der größeren Gestalt die gerade so über einem Flüsterton herüber zu hören war. Eine Weile lang schien keine der Gestalten zu sprechen, ehe die kleinere Gestalt wieder das Wort ergriff: Es ist wahrlich nicht vollkommen, aber wir haben getan, was wir konnten. So viele Menschen, Spitzohren und Dwarschim haben gemeinsam geholfen. Unser Herr wollte, dass wir alle gemeinsam uns erheben und gegen die Dunkelheit uns vereinen. Dies ist doch ein gutes Zeichen. Ich will hoffen, dass dieses Gleichnis die Geburt von etwas Neuem ist.", brummte die kleinere Gestalt tief in den Bart hinein ohne laut zu werden.

Stille kehrte in dem Feldlager ein als die Nacht dem Tage wich und Felatag durch die ersten Strahlen Felas angekündigt wurde. Es war ein Tag, der vieles verändern konnte. Ein Tag der viele Ungewissheiten barg. Nur eines, darin waren sich die beiden Gestalten sicher, war gewiss: Es war dem Schwertherrn gefällig. Es war die Vorbereitung für ein Kampf unter dem gestrengen Blick Bellums. Es war ein bedeutender Schritt, den Maynaghs Heer voran ging. An diesem Schritt sollten viele weitere Schritte gemessen werden. Und so erwartete ein jeder die Geburt des Gleichnisses.


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