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 Betreff des Beitrags: Vom Lernen und Leiden unter dem Banner des Wolfs
BeitragVerfasst: 27.08.17, 18:48 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 26.07.17, 18:16
Beiträge: 5

            "W i e d e r h o l e . e s!"

        "Mein .. Leben .. gehört dem Valkai Vandria ..
        Ich bestimme .. nicht .. wann es endet!"


            "Merkt euch das! Ich will solches Gerede nie wieder hören!"

Er zischte die Worte zwischen zusammengepressten Zähnen. Kalter Schmerz peinige ihn, als das Blut, mit dem sein Gesicht verschmiert war, regelrecht unter dem Blick der Ehrwürdigen gefror. Bis dass die drei Feradai ihre letzten Worte mit einem "Jah, Ehrwürdige!" quittierten.

Das war das erste Vergehen des Abends gewesen und die Strafe war sogleich darauf gefolgt.
Im Hof dann, war es an ihm gewesen, der Mit-Feradai die Haare zu kürzen, nachdem der Satai sie eine gute Weile herumgestoßen hatte. Der Satai hatte sie einem Mangel an Demut für schuldig befunden und so musste ihre Haarpracht letztendlich fallen.

Zu sehr war er damit beschäftigt gewesen weitere Fehltritte zu vermeiden, sich einzureihen, nicht aufzufallen, nachdem er ihr das Haar heruntergesäbelt hatte, dass er darüber völlig vergessen hatte, das er den Dolch nicht zurückgegeben hatte, den ihm seine Heiligkeit zu diesem Zweck anvertraut hatte. Es fiel ihm gerade wie Schuppen von den Augen, da waren sie aber schon mit der Ehrwürdigen in der Waffenkammer, auf dass dieser "Söldnerhaufen", der sich Feradai schimpfte, vernünftig und vor allem angemessen gerüstet und bewaffnet werden sollte.

Er versuchte auf sich aufmerksam zu machen, mit der althergebrachten Geste, wie sie einen jeden Gefolgsmann eingebläut wurde und wie sie ein jeder von ihnen kannte, doch die Ehrwürdige reagierte nicht. Sie kramte in den Kisten. Einen guten Moment lang harrte er aus, dann hob er auch zusätzlich den Dolch, doch die Ehrwürdige reagierte nicht.

Von Augenblick zu Augenblick wog er schwerer, dieser unheilvolle Dolch. Er wollte ihn nicht, er gehörte ihm nicht! Doch, sollte seine Heiligkeit ihm Absicht unterstellen, dann gab es nur eine Strafe dafür, dessen war er sich sicher! Also handelte er. Er wusste, dass es falsch war und doch bat er darum, noch ehe er aufgefordert wurde, den Dolch zurückbringen zu dürfen. Ein Fehler für den ihn die Ehrwürdige zur Rede stellte. Er versäumte es um Verzeihung zu bitten. Seine Gedanken kreisten um den Dolch. Schwerer Fehler! Auch dieses Vergehen bedurfte einer Strafe. Dieses mal würde er sich selbst eine passende Strafe suchen und später Bericht erstatten.
- Sie gewährte ihm den Dolch zurück zu geben.

Im späteren Verlaufe des Abends, als er allein vor der Ehrwürdigen kniete, beichtete er. Er hatte Schuld auf sich geladen. Er hatte bei der Belagerung von Brandenstein einem der Treuesten der Treuen gezürnt. Er hatte nicht verstehen können was dort passiert war, also war es an ihr ihm den Kopf zu waschen.
Da waren Dinge die sie ihm zu Gute hielt, Dinge die ihn vor weit schlimmerer Strafe bewahren würden. Und doch, sprach sie ihn dessen schuldig, dass er mit der Demut gebrochen hatte. Das dritte Vergehen des Abends!
Er hatte heute gelernt, wie in einem solchen Fall zu verfahren war und so trug sie ihm auf, die notwendigen Schritte durchzuführen.

Die Haare zu kürzen, das war der vergleichsweise leichtere Teil gewesen, in den späten Abendstunden. Gewiss, das lange und ungezähmte Haar war ein Teil von ihm gewesen, Teil seiner Herkunft und Natur. Doch das war sein altes Leben gewesen. Doch dieses Leben hatte er abgelegt. Sein Leben gehörte dem Valkai Vandria! Und so machte er sich daran die Haare, so gut es eben ging, selbst herunter zu schneiden und im Kamin zu verbrennen.
Der schwere Teil sollte nun folgen. Er beugte sich vor und drückte die Spitze des Dolches in die Glut des Kamins. So nah war er, dass ihm die heisse Hitze ins Gesicht schlug und auf der Haut brannte. Momente später zog er auch schon den Dolch aus dem Kamin.

Die Wärme, die vom Stahl ausging, war ganz deutlich zu spüren, als er die Spitze nahe über die Innenfläche der Hand führte. Es war so viel einfacher einen anderen zu peinigen als sich selbst. Eine gute Weile betrachtete er gedankenverloren den Dolch. Und schließlich nahm er seinen Mut zusammen, heizte die Spitze des Dolches von neuem auf und presste sie sich mit aller Kraft auf die Zunge. Das war der Moment, als in dieser Nacht ein lauter, verzerrter Schmerzlaut durch die Vorderburg ging und erst Sekunden später erstarb. Zurück blieb der Abdruck des spitzen Dreiecks auf der Zunge.

Vom Schmerz betäubt, dokumentierte er noch in dieser Nacht mit zittriger Hand:

"Habe mir die Zunge verbrannt, auf dass ich in Zukunft genauer überlege,
wann ich spreche und wann ich sie zu hüten habe!"


_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Vom Lernen und Leiden unter dem Banner des Wolfs
BeitragVerfasst: 27.08.17, 23:54 
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Beiträge: 818
Also wenn es läuft, dann läuft's. Die Messe am Abend war eher unspektakulär gewesen. Ein kurzer Lobgesang auf die Tugend der Treue, eine Zusicherung, dass Angamon noch immer Angamon war und Angamon bleiben würde, dass die Tardukai noch immer dieselben waren die sie schon waren als sie dem Valkai Vandria Raziel ihre Treue gelobten. Auf größere Blutopfer hatte sie verzichtet und stattdessen jedem von ihnen in die linke Hand geschnitten, ein kleiner Schnitt nur, gerade genug Blut um ihnen in einem Zug einen Ankh auf die Stirn zu malen. "Ich zeichne Dich mit dem Mal des Gottkönigs Angamon. Mögest Du Ihm gut dienen und mögen Seine Gaben Dir dienen."
Der interessantere Teil des Abends kam später. Die beiden Magierinnen hatten sie schon wieder verlassen. Zeit für Unterricht. Wenn man schon die Treue durch nahm, dann auch richtig. So ließ sie die drei Feradai aus führen was jene unter Treue verstanden, hörte den Ausführungen zu wie sie die Treue zu Angamon und dem Valkai Vandria an priesen. Sie schmunzelte innerlich. Perfekt. Es war doch immer wieder schön wenn alle in die ihnen aufgestellte Falle hinein tappten.
Ihre linke Hand hinterließ deutliche Abdrücke und ein wenig von ihrem Blut auf den Wangen aller drei, nachdem sie sie der Reihe nach geohrfeigt hatte.
"Treu zu sein heißt immer auch sich selbst treu zu sein. Wer sich selbst nicht treu ist kann auch keinem anderen treu sein." Ihr Blick ging hinüber zum Satai, der gerade durch den Eingang der Kapelle getreten war, ein kurzes Neigen des Hauptes. Die Feradai erhoben sich, wandten sich ihm zu und knieten nieder. Er hieß sie an die Messe fort zu führen, sie entgegnete, dass diese gelesen sei und es an der Zeit sei zu sehen wie viel davon hängen geblieben war. Die Feradai durften sich wieder erheben und setzen. Ihr Blick wandte sich gen Valkum. Gevrikarard! Leide!
Ihr Blut auf seiner Wange gefror und die rötlichen Kristalle bohrten, fraßen sich geradezu durch Haut und Fleisch und hinterließen eine schwärende, blau-violette Wunde und einen Feradai, der sie mit einer Mischung aus Verwunderung, Furcht und Schuld besah.
"Dein Leben gehört dem Valkai Vandria. Du bestimmst nicht, wann es endet! Hast Du das verstanden?"
"Jah hedery Tardukai."
"Wiederhole es."
So oder so ähnlich ging es den Abend in einem fort. Die Feradai patzten immer mal wieder. Da war Modh, die gegenüber dem Satai fallen ließ, dass sie eine Tardukai werden wollte. Autsch. Nun, den Traum träumten so einige von ihnen, doch woher sollten sie wissen was sie da begehren? Der Satai stauchte sie gehörig zusammen, rieb ihr unter die Nase, die gar nicht so weit von seiner eigenen entfernt war, nachdem er sie beim Zopf gepackt und zu sich gezerrt hatte. Dann bot er ihr seine Hilfe an und fragte sie ob sie diese wollte. Sie bejahte. Arikra klatschte sich innerlich mit der Hand gegen die Stirn. Dass man auf ja/nein-Fragen nicht mit ja oder nein antworten musste lernten sie wohl nie. Den Fehler begingen sie alle, wieder und wieder.
Der Satai scheuchte die Feradai in den Burghof, dann beriet er sich kurz mit ihr. Ob Modh denn eitel sei? "Ich habe an ihr weder Eitelkeit noch Schamhaftigkeit ausmachen können bisher. Aber sie und Feradai Valkum stehen einander nahe. Sie waren wohl befreundet. Er war es, der sie hierher brachte."
"Ausgezeichnet."
Entschlossenen, geradezu vorfreudigen Schrittes stapfte der Satai in den Burghof, sie folgte in einigem Abstand. Dort ließ er dann Valkum Modh die Haare schneiden. Schön kurz, aber ohne sie zu verletzen. Sonst wäre er nicht zufrieden. Sie selbst beobachtete das Werk, anschließend nahm sie die Feradai mit in die Rüstkammer. Ihr Blick fiel auf das goldverzierte Schwert an Modhs Gürtel. Dann wohl noch etwas grundsätzliches.
"Was soll das da an Eurem Gürtel sein? Das soll das Schwert sein, das ihr am schnellsten ziehen könnt? Das soll die Klinge sein mit der ihr Euren Dienst verrichten, Eure Brüder und Schwestern beschützen und das Werk des Valkai Vandria mehren wollt? Zieht es!
Etwas zögerlich tat Feradai Hochmut, wie der Satai sie getauft hatte, wie befohlen und zog das verzierte Schwert. Der Satai schüttelte nur den Kopf.
"Vielleicht hätte ich Euch Feradai Bling-Bling nennen sollen. Gebt ihr ein ossianisches Breitschwert.", schnaubte er.
Modh versuchte es zu rechtfertigen aber sie unterbrach sie indem sie ihr eine kupferne und eine bronzene Wehr heraus suchte und reichte. Aus dem Augenwinkel sah sie wie Valkum wiederholt ihre Aufmerksamkeit erbat. Du wartest. "Anziehen."
Modh nickte wie ein getretener Welpe und wandte sich zur Tür.
"Feradai Hochmut!"
"Hedery Tardukai? Der Dolch, ich...", begann Valkum und sie fiel ihm ins Wort.
"Hat Euch jemand das Wort erteilt Feradai Valkum?"
"Hedery Tardukai?", kam es kleinlaut von Modh, die aber rasch schwieg als sie sah wie Arikras Augen Valkum an funkelten.
Valkum zuckte zusammen. "Nekra hedery Tardukai."
"Und wieso quatscht ihr mir dann dazwischen?"
"Ich weiß es nicht hedery Tardukai."
"Das wäre Eure Chance gewesen mich um Verzeihung zu bitten. Die Chance ist vertan. Lasst Euch eine angemessene Bestrafung ein fallen."
Sie wartete erst gar nicht seine Bestätigung ab, sondern wandte sich bereits wieder der Frau zu. "Feradai Hochmut. Niemand hier hat etwas davon gesagt, dass ihr den Raum verlassen sollt. Anziehen!", blaffte sie sie an. Modh zuckte abermals zusammen und begann ihr Rüstzeug zu wechseln.
Der Satai indes genoß den Moment sichtlich, aber man musste ihn schon kennen um zu wissen, dass es keine selbstgefällige Zufriedenheit war und auch keine Freude daran die Feradai leiden zu sehen. Zumindest nicht direkt. Die allmächtige Aura der Satai und Sakai., dachte sie noch, Die Feradai können gar nicht anders als in ihrer Nähe Mist zu bauen. Aber godh. Jeder Fehler zog eine Strafe nach sich. Jede Strafe war eine Lektion. Je mehr sie fehlten um so schneller konnten sie lernen. Und um so schneller konnte sie sieben. Wer zwei mal denselben Fehler beging konnte beim ersten mal nichts lernen. Wer drei mal denselben Fehler beging wollte weder beim ersten noch beim zweiten mal lernen.
Das hätte es gewesen sein können, die Feradai waren um einige Erfahrungen reicher und um einige Illusionen ärmer aus dem Abend hervor gegangen, doch Valkum wollte ihr noch etwas im Vertrauen beichten. Die allmächtige Aura der Satai und Sakai.


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