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 Betreff des Beitrags: Der größte Auftrag ihres Lebens
BeitragVerfasst: 17.10.18, 08:13 
Einsiedler
Einsiedler

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Beiträge: 22
Charakter: Lina Buchenwald

Der erste Tag

Da saß sie nun in ihrer Werkstatt, schaute auf den vergoldeten Stab auf dem Tisch und durchblätterte eine Buch über magische Artefakte.
Immer wieder blickt sie auf um den Stab aufs neue zu mustern, während sich sich in ihrem Kopf immer wieder andere Bilder über das zukünftige Aussehen des Werkstücks bildeten.
Nur nichts übereilen, der Magier würde viel Geld für den vollendeten Stab zahlen.
Und ein Fehler mit diesen magischen Artefakten würde ein teurer Spaß werden.

Im ersten Schritt konzentrierte sie sich auf den Griff, welchen sie mit den leuchtenden Stofffetzen umwickeln wollte.
Doch erschien dies schwieriger als gedacht, denn egal wie viel sie den Stab an der gewünschten Stelle anraute, die Stofffetzen wollten nicht halten.
Also sollte das Buch doch recht behalten. Nur Arkaniumsplitter konnten den Stoff an Ort und stelle halten.
Nicht das ihr dies vor dem ersten Versuch schon bewusst war, nur hatte sie gehofft diesen Arbeitsschritt überspringen zu können.

Und so verbrachte Lina die komplette Nacht damit, jeden einzelnen Splitter zu begutachten, eine passende Furche mit dem Schnitzmesser vorzubohren um die Splitter einzufügen.
Zwölf Stunden später und die Nacht komplett durchgearbeitet, hatte sie alle Splitter gesetzt und zu ihrer Überraschung schimmerten sie im Stab immer wieder leicht gelblich auf.
Aber war dies für den Tag genug Arbeit und so beschloss die Schreinerin nur noch einmal einen Moment an die frische Luft zu gehen, bevor sie sich erschöpft in Morsans Reich begab.

Wird fortgesetzt ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Der größte Auftrag ihres Lebens
BeitragVerfasst: 18.10.18, 07:44 
Einsiedler
Einsiedler

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Beiträge: 22
Der zweite Tag

Nach einer eher bescheidenden Nachtruhe blickte Lina zur Decke.
Sie hätte nur all zu gerne ausgeschlafen, doch wollte sie mit ihrer Arbeit nicht all zu sehr in Verzug kommen.
Als sie sich im Bett aufrichtete, fiel ihr Blick sofort auf den Türrahmen und die Erinnerung das sie eigentlich dort eine Tür einbauen wollte, kehrte wieder in ihren Kopf zurück.
Aber was war das dort hinten an der Küchenwand? Ein flackernder Lichtschein war dort zu erkennen. Schien da etwas das Treppenhaus hoch?
"Feuer!" schoss es ihr darauf hin durch den Kopf und stürzte sofort in Richtung der Treppe um das im schlimmsten Fall in brand stehende Erdgeschoss zu löschen.
Ein Feuer war dort aber nicht zu finden, sondern nur ein Kristall, der fröhlich umher pulsierte, den sie für einen späteren Arbeitsschritt vorsah.
Für einen Moment hätte sie schwören können, das dieser sie auslacht.
Wenigstens war sie nun wach ...

Fünf knusprige Plätzchen später, machte sie sich wieder an die Arbeit und begann damit den leuchtenden Stoff um die mit den Splittern vorbereitete Stelle zu wickeln.
Und wie das Buch versprochen hatte, hielten diese dank der Splitter an Ort und Stelle.
Es war nicht einmal viel Kraftaufwand nötig, viel mehr wickelten sich die Fetzen als sie nah genug an den Stab geführt wurden förmlich selbst um diesen herum.
Die knapp fünfzig Stofffetzen vorsichtig um den Stab anzuordnen, gestaltete sich aber wie schon zuvor die Splitter als eine recht langwierige Aufgabe.
Doch war sie wenigstens spannend anzusehen. Und so verstrichen die Stunden unbemerkt.
Der Arbeitsschritt stand somit kurz vor der Vollendung und so folgte sie dem Text im Buch und fixierte den Stoff umwickelten Bereich mit einem großen arkanen Siegel.
Was das Buch hingegen nicht erwähnte, war das nicht nur der Siegel anfing zu leuchten, sondern der ganze Stab in ein grelles Licht getaucht wurde.
Vom Effekt des Stabes völlig überrascht, ließ Lina den Stab blitzartig los und ging auf Abstand.

Es verging eine ganze Weile, bis sich die Schreinerin wieder zum Stab heran traute.
Sichtlich überrascht war sie, als das Licht was das Werkstück aussendete verschwand und sie einen glänzenden poliert wirkenden Stab vorfand.
Den verkohlten Boden hingegen, ignorierte sie in ihrer Faszination gekonnt.
Wie Glas wirkte er, doch stabil wie Holz. Unwirklich wäre das passende Wort.
Der aufgetragene Stoff hingegen war Teil der Materie des Stabs geworden.
Nur wenn man wusste, wonach man sucht, konnte man im Bereich des Griffs auch noch die Maserung des Stoffs erkennen, die den Stab an dieser stelle aber griffiger machte.

Zeit zum Verschnaufen gönnte sich die Schreinerin nun aber nicht, immerhin war dies erst der Anfang.
Für die weitere Behandlung des Stabs musste sie zeitraubende Vorbereitungen treffen.
Härter sollte der Stab nun werden, widerstandsfähiger ... und wenn man dem Buch trauen konnte fast unzerstörbar.
Den sonderbaren Sud den ihr der Magier gab kannte sie. Während ihrer Ausbildung half sie ihrem Meister und zwei Magiern beim fertigen eines Katapults.
Dafür wurden die wichtigsten Komponenten in einen ähnlichen Sud gelegt, um die festigkeit des Katapultarms zu verstärken.
Sie erkannte dies aber nicht an der Flüssigkeit selbst, sondern an dem markanten ekelhaften Geruch.

Es brauchte also eine Wanne für den Stab.
Und Lina dachte sich: "Nichts leichter als das!" und begann damit eine kleine längliche Form aus einem Holzstamm zu schnitzen.
Dieser Magische Kram schien nur nicht so simpel zu sein wie sie sich das dachte, denn als zum Test ein paar Tropfen des Suds in die fertig gestellte Wanne geschüttet wurden, fraß sich der Sud sofort durch das Holz und dem darunter liegenden Boden.
So konnte man einige Augenblicke später eine schlecht gelaunte und zeternde Schreinerin vernehmen, die einen großen Kessel mit lauten Geklötter ins Erdgeschoss schleppte.
Zu ihrer Erleichterung fruchtete der zweite Plan und der Sud blieb Regungslos im Topf.
Nur wie sollte sie ihn jetzt einweichen? Immerhin war der Stab größer, als das er in den Topf passen würde.

Doch als sie mit dem Stab in der Hand noch über das Problem nachdachte, bemerkte sie wie der Sud sich nicht wie eine normale Flüssigkeit verhielt, sondern sich scheinbar in einer Ecke des Topfes sammelte.
Noch sonderbarer wurde es, als sie um den Topf herum wanderte und ihr der Sud im Topf ebenfalls im Kreis folgte.
Aber erst als sie den Stab aus der rechten in die linke Hand nahm, bemerkte sie das der Sud nicht ihr, sondern dem Stab zu folgen schien.
"Ob das so richtig ist?" murmelte die Stabträgerin vor sich hin, bevor sie diesen dann in den Kessel über den Sud hielt, welcher sich zu flüssigen Tentakelarmen formte und ihn förmlich greifen wollte.
Ein paar mal kreiste sie dann mit dem Stab über dem Sud bevor sie ihn dann in den Topf stellte und sah, wie der Sud sich den Stab hinauf arbeitete.
Der Stab fiel ohne Linas Hand nicht einmal um, er verblieb in seiner senkrechten Position während der Sud wabernd über ihm ruhte und eine ratlose Schreinerin zurück ließ.
Aber war es schon wieder spät geworden, sie löschte die Kerzen und ließ das Dreiergespann aus Kessel, Stab und Sud in der Werkstatt zurück.
Eine Weile starrte sie noch gegen die Decke ihres Schlafzimmers, bevor sie sich der Müdigkeit ergab.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der größte Auftrag ihres Lebens
BeitragVerfasst: 19.10.18, 06:54 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 14.07.18, 15:07
Beiträge: 22
Der dritte Tag

"KLONG!" machte es wie ein Gong und eine verschreckte Schreinerein stand mit einem Schnitzmesser bewaffnet im Bett.
Und dann war wieder totenstille.
Lina, die mittlerweile von einem Einbruch in ihren Laden ausging, pirschte erst zur Türöffnung der Küche und schaute dann hinunter zur Treppe.
"Hey da unten, ich bin bewaffnet! Und werde nicht zögern Waffengewalt anzuwenden!" brüllte sie in Richtung der Treppe.
Nur um dann ängstlich zum Schnitzmesser zu schauen und zu hoffen das der Einbrecher sich nicht mit ihr messen wollen würde.

Aber keine Antwort, oder ein Geräusch. Nur die typischen Umgebungsgeräusche der Stadt.
Mit einem "nun los!" feuerte sie sich selbst an und setzte zum Angriff über.
Nach einem kurzen Blick durch den Laden, stürzte sie in die Werkstatt, fand dort aber ebenfalls Niemand und guckte verdutzt drein.
Sogar die Türen waren alle verschlossen und mittlerweile fragte sie sich, ob ihr Jemand eine Streich spielen würde.

Viele prüfende Blicke später, blieb dieser am Kessel hängen. Und dem Stab, der nicht mehr senkrecht im Kessel stand, sondern gegen den Rand lehnte.
Mittlerweile glänzte er auch nicht mehr, sondern ein dezentes Schimmern umgab den für Lina immer mysteriöser werdenden Stab.
Sie zögerte erst den Stab aus dem Kessel zu heben. Viel zu frisch waren die Erinnerungen an die nach dem Stab greifenden Tentakeln.
Doch wollte sie auch keine Zeit verschwenden und überwand sich ihn anzufassen.
Zu ihrer Freude geschah ... nichts.

Jetzt lag der Stab wieder auf der Werkbank, während Lina darüber brütete, wie sie den nächsten Schritt angehen könnte.
Mit den Ellenbogen auf die Werkplatte gestützt, betrachtete sie eingehend den Lavakern.
Wie dieser immer noch Wärme abstrahlen konnte, war ihr ein völliges Rätsel.
Ansonsten wirkte er für seinen Wert doch eher unspektakulär, einfach ein graues Steinchen.
"Im Morsan wärst du sicher ein toller Begleiter" sagte sie noch lächelnd, bevor sie sich an die Arbeit machte.

Beziehungsweise es jedenfalls versuchte. Denn beim ersten Versuch die Stockspitze zu bearbeiten, brach das Schnitzermesser sofort ab.
Am Stab war hingegen nicht einmal eine Kerbe zu erkennen.
Das zweite Messer folgte nur weniger Augenblicke später dem gleichen Schicksal und hinterließ eine verdutzt drein schauende Holzverarbeiterin.
Ein neuer Plan musste her ... möglichst einer, der keine weiteren verschlissenen Messer beinhaltete.
Ratlos hielt sie den Stein gegen die Spitze des Stabs. Nichts rührte sich.
Ihr Gedanke, der Stein würde nach dem Stab greifen wollen, ähnlich wie es der Sud tat, ging also nicht auf.

Während sie darüber nachdachte, was sie für eine dumme Ausrede sie dem Magier auftischen könnte um ihr Scheitern zu erklären, fruchtete in ihrem Kopf eine Idee, während sie mehrfach mit dem Lavakern gegen die Stabspitze tippte.
"Einfach etwas Schwung!" platze es aus Lina heraus, welche den Stab auf der Werkbank fixierte und den Stein gegen die Stockspitze hielt.
Mit Schwung meinte die junge Schreinerin einen kurzen Schlag mit dem Hammer, damit die unbearbeitbare Stabspitze mit dem Lavakern eine Einheit bilden könnte.

Voller Zuversicht holte sie mit dem Hammer aus und ließ ihn auf den Stein zu fliegen und bereute ihre Entscheidung noch im Moment des Aufpralls.
Eine Druckwelle ging vom Stein aus, die nicht nur Lina vom Stuhl warf, sondern das ganze Haus gefühlt einen Satz machen ließ.
Dabei erwischte es die Werkstattstür, die aus ihren Angeln sprang und durch dessen Öffnung sich sogleich zwei Stühle im nahe liegenden Fluss verabschiedeten.
In der Werkstatt selbst krachten die Holzstammstapel zusammen, welche sich durch die ganze Werkstatt ergossen.

Als sich Lina wieder aufrappelte und über das Chaos blickte, zuckte sie erneut zusammen als ein lauter Knall im ersten Stock zu vernehmen war.
Bevor sie sich aber der nächsten Baustelle widmete, tänzelte sie durch das Meer von Baumstämmen und Brettern und drückte die Tür der Werkstatt wieder in den Rahmen und nagelte sie provisorisch fest.
Dann war es Zeit dem Knall im ersten Stock nach zu gehen, wobei die Erkenntnis schnell einem genervten Blick wich.
Der geschnitzte Kleiderschrank war durch den Wackler umgefallen und fiel natürlich auf die kunstvolle Vorderseite, welche beim wieder aufstellen ihre geschundene Fratze zeigte.
Während sie noch die Schäden am Schrank begutachtete, erinnerte sie sich wieder einen Termin mit Gimor Feuerfaust ausgemacht zu haben.
Schaute auf die Uhr und verließ fluchtartig das das Haus. "Das kannst auch nur du vergessen" dachte sie sich noch,während sie zum H&H Laden lief.

Einige Stunden und einen Abstecher zu Messe im Tempel später, es war schon wieder mitten in der Nacht, betrat Lina erneut die Werkstatt.
Sie wollte den Stab begutachten und sehen ob ihr Versuch von Erfolg gekrönt oder besser gelavasteint war.
Doch stellte sich heraus, das Stab wie Stein, als hätte es keinen Zwischenfall gegeben hätte einfach auf der Werkbank lagen.
Aber entdeckte sie dennoch ein interessantes Detail. Der Stab hatte am Ende etwas nachgegeben.
Nun wo sie den Stab nach bearbeiten wollte, war dieser aber wieder erneut so hart wie Stein. Selbst die Stellen wo Holzsplitter ab standen.
Nach einer Weile bemerkte sie aber, das jedes mal wenn sich die Stabspitze dem Stein annäherte, die Splitter weich wurden.
Sobald sie aber den Stein wieder entfernte, wurde es unmöglich den Stab zu bearbeiten.
Also versuchte sie sich darin, im Stab eine Halterung aus Holz zu schnitzen.
Eine kunstvolle Halterung mit kleinen Holzarmen, welche den Stein umgreifen und unter Spannung halten sollten.

Ähnlich den Arkaniumsplittern, war die Fertigung dieser Halterung sehr zeitaufwändig.
Der Lavakern war nicht gleichmäßig rund, hatte hier und da Ecken, welche bei der Halterung mit bedacht werden wollten.
Die Nacht wurde mittlerweile zum Tag als sie die Fassung fertig gestellt hatte und mit aller Kraft den Kern in die Fassung drückte.
Sich erneut der Hilfe eines Hammers zu bedienen, kam für sie diesmal natürlich nicht in Frage.

So rutschte der Stein in seiner Fassung und es tat sich wieder einmal ... nichts. Nur das Holz schien sich wieder zu verfestigen und gab den Stein nicht mehr frei.
Lina, die ihren Augen schon nicht mehr wirklich auf halten konnte, verbuchte dies erst einmal als Erfolg, legte den Stab auf die Tischlerbank und trottete nach diesem harten Arbeitstag ins Bett.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der größte Auftrag ihres Lebens
BeitragVerfasst: 19.10.18, 16:44 
Einsiedler
Einsiedler

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Beiträge: 22
Der vierte Tag

Nach drei für ihr Handwerk ungewöhnlichen Tagen, betrat Lina zögernd die Werkstatt.
Sie wirkte angespannt, aber hatte auch die leise Hoffnung den Stab heute fertig stellen zu können um langsam wieder ihrem sonst so geregelten Alltag nachzugehen.
Der Stab blieb auch an heute so mysteriös wie er sich die letzten Tage zeigte.
"Er ist gewachsen ... natürlich ..." sagte Lina mit ungläubigen Worten und erhobener rechter Augenbraue.
Doch wuchs er nicht nur um ein paar Halbfinger, das schimmern war völlig verschwunden und der Starb war gesäumt von Runenwörtern die immer wieder schwach aufglimmten.
Sogar die Stabspitze hatte sich verändert und die Halterung des Steins wirkte weniger wie geschnitzt als natürlich gewachsen.
Die Kraft des Steins schien nach ersten Versuchen in den Stab gewandert zu sein, denn auch ein stärkeres Aufsetzen des Steins auf dem Boden führte erst einmal zu keiner Reaktion.

Viel Zeit um sich jede Änderung am Stab aufs genauste anzusehen blieb aber aber nicht.
Lina wusste durch den gestrigen Besuch im Ordenshaus das für den heutigen Tage eine eventuelle Evakuierung an stand.
Und auch das der Magier, dem sie diesen Stab fertigte bei der Verhinderung des Unglücks helfen würde.
Etwas mehr Unterstützung wäre also vielleicht nicht verkehrt und so holte sie das kleine braune Kästchen, was sie bisher am anderen Ende der Werkstatt verwahrt hatte.

Von allen verarbeiteten Materialien, war dies definitiv das wiederspenstigste.
Schon als sie das Kistchen öffnete, tauchte der darin liegende Kristall die ganze Werkstatt in ein schummerndes blaues Licht und projizierte vorbei ziehende Wolken an alle Wände.
Als hätte man einen Himmel, mitten in einem Raum, begleitet von einer bedrohlichen Geräuschkulisse eines nähernden Gewitters.
Den passenden Ort für den Kristall hatte sie schon gefunden, wie man sich aber denken konnte, sollte auch dieser Arbeitsschritt nicht einfach werden.

Der Sturmkristall war seit dem sie an dem Stab arbeitete immer aktiver geworden.
Scheinbar schien er zu spüren das seine Zeit nun gekommen sei, um Teil dieses Stabs zu werden.
Zu leicht wollte dieser es der Schreinerin aber wohl nicht machen, denn als sie diesen in die Hand nehme wollte, erwischte sie ein kleiner Blitzschlag, welcher vom Kristall aus ging.
Noch im selben Moment reagierten die projizierten Wolken an den Wänden, aus denen Blitze die Wand entlang huschten.
"Zum Glück sind dies nur Bilder" murmelte die Schreinerin auf den Anblick und begann mit Tests, wie sie den Stein für die Verarbeitung anheben könnte.
Die Idee der Zange verwarf sie nach dem ersten Test und einem weiteren Mark durchschütternden Schock.
Auch die Lederhandschuhe wollten nicht das gewünschte Resultat bringen.
Erst als sie es mit trockenen Holz versuchte, in welchem sie den Kristall einklemmte, schien sie auf dem richtigen Weg zu sein.

Dem Kristall schien dies aber nicht zu gefallen, denn immer wieder sprühten kleine Blitze empor, als würden sie versuchen etwas greifen zu wollen.
Dies machte die Vorbereitungen, den Stab für den Kristall vorzubereiten nicht einfacher, denn wie schon beim Lavakern, ließ der Stab nur dann an sich Hand anlegen, wenn sich das blitzende Etwas in der Nähe befand.
Lina schlussfolgerte daraus, das der Stab, immer wenn ein mächtiges Artefakt in seiner Nähe sei , den eigenen Schutz aufgebe um diese Magie in sich aufzunehmen.
Ob dies allgemein gültig war, oder sich nur auf diese speziellen Werkstoffe auswirkte, wollte sie zwecks Zeitdruck und Mangel an magischen Artefakten auch nicht weiter austesten.

Zwei Stunden und ein paar kleine Blizschläge später, vollendete sie die Fassung für den Kristall.
Direkt am höchsten Punkt des Stabs, über der aufgefächerten Krone. Alles überblickend.
Ihre Idee dahinter war, das er möglichst weit weg von der führend Person sein würde, um nicht jedes Mal Opfer der Blitzschläge zu werden.
Falls nach der Verschmelzung überhaupt noch Kraft im Stein selbst vorhanden sein sollte und diese nicht mit in den Stab übergeht.

Nun war es aber Zeit die Hochzeit zu Feiern und den Kristall an seinen vorgesehenen Platz zu setzen.
So spannte sie den Stab auf ihrer Werkbank zwischen zwei Holzblöcken ein und hob den störrischen Blitzer mit ihrer provisorischen Holzzange gegen die Stabkrone.
Wieder zeigte der Sturmkristall das er von Kooperation nichts hielt, anfing Blitze zu speien und eine abstoßende Kraft aufbaute, die Lina einfach nicht zu überwinden vermochte.
Es führte kein Weg dran vorbei, der Kristall wehrte sich mit aller Kraft und machte keine Anstalten nachzugeben.
"Mehr Wumms" murmelt die Schreinerin darauf kommentierend und ließ für den Moment davon ab.

So einfach ließ sie sich aber nicht entmutigen, griff nach der Schüssel mit den Nägeln und fing an ein Holzgerüst in ihrer Werkstatt zu errichten.
Auf den ersten Blick wirkte das Gebilde etwas skurril, doch in Kriegstaktiken geschulte Augen hätten sofort erkannt das sie eine Art Bilde baut, nur in einem etwas kleineren Maßstab.
Das auffälligste war der fehlende Schleuderarm. Denn auf dieser Seite befestigte sie ein Seil, welches beim auslösen des Hebelvorgangs Spannung auf zwei Holzblöcke ausübte, um im besten Fall Kristall und Stab zusammen drücken sollte.
Der ganze Bau kostete Lina mehrere Stunden und selbst danach sah das ganze mehr nach einem Provisorium aus und weniger wie eine fertig gestellte Vorrichtung.
Zeit war aber heute ein entscheidender Faktor, also verzichtete sie darauf alles erst hübsch zu machen. Sie konzentrierte sich auf die reine Funktionalität.
Selbst für einen Test war keine Zeit. Lina wusste, das selbst wenn der Test erfolgreich wäre, müsste sie die Spannung aus dem Gebilde nehmen und die Steine als Gegengewicht wieder verladen.
Dies würde mindestens eine weitere Stunde kosten, also entscheid sie sich für den riskanten Weg, bei dem alles beim ersten Versuch klappen müsse.

Es war also Zeit für den zweiten Versuch. Stab und und Blitzkristall waren eingespannt, auf der Bilde lag Spannung und die Schreinerin mit einem Holzhammer bewaffnet, blickte auf den Großen Holzstift, den es nun zu entfernen galt.
Aber auch wenn ihr unsicherer Blick es nicht vermuten ließ, sie war vollends entschlossen dies nun zu versuchen.
Und dann ging es ganz schnell. Der Hammer traf den Holzstift, die Bilde entlud die Spannung und das Seil nahm Spannung auf.
Lina sah wie der Kristall auf den Stab zu rauschte und sich im Moment des Aufpralls mehrere Blitze entluden, welchen sie durch genügend Abstand entkahm.
Noch im selben Moment verschwand das Schimmern des Kristalls, das Zimmer färbte sich rot und die Konstruktion rund um den Stab fing Feuer.

Die Schreinerin reagierte sofort, griff zu den Polsterstoffbahnen und machte sich daran die Flammen zu ersticken.
Sie hatte Glück da nur ein kleiner Bereich anfing zu brennen und so hatte sie das Feuer relativ schnell unter Kontrolle.
Es gab nur einen weiteren kurzen Schreck Moment, als Lina gerade die Fenster öffnete und die kleine Bilde hinter ihr zu Boden krachte.
Erst nachdem sie sich sicher war, das keine Glut mehr in der Werkstatt aktiv war, nahm sie den Stoff von der Konstruktion und schaute neugierig zum Asche ummantelten Stab.
Lina lächelte.


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