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 Betreff des Beitrags: Der Weg des Herren
BeitragVerfasst: 18.05.18, 20:45 
Schwarzes Metall blitzt auf... ein klirrendes Geräusch als Stahl auf Stahl trifft... Männer schreien... Er blickt auf die Stadt, Rauchschwaden steigen auf... Überall ist nur ein Kriegsschrei zu hören "Für Angamon".
Er kniet vor einem Mann in schwarzer Kutte und hört die Worte "Schwörst Du dem Gottkönig ewige Treue..."


Schweißgebadet wacht er auf. Es ist Mitten in der Nacht und die Luft ist geschwängert von Weihrauch und anderen Kräutern, die er nicht zu ordnen kann. Eine Maid Vitamas eilt zu ihm und ihre besorgte Miene mustert ihn. "Hattet ihr schon wieder Albträume?".

Er blickt kurz auf seine zitternden Hände herab, Narben bedecken sie. "Ob es ein Albtraum oder meine Vergangenheit ist, weiß ich nicht". Er wusste es wirklich nicht. Der Moment, an dem man ihn in den Tempel gebracht hatte, war noch verschwommenen in seinen Erinnerungen. Man hatte ihn auf dem Schlachtfeld gefunden, nackt und schreiend, knapp auf der Schwelle zu Morsan oder zu Angamon oder zu Bellum.. er wusste es nicht. Er wusste weder seinen Namen, noch seine Herkunft. Er wusste nur ein paar Dinge über sich selbst. Die Reflexe seiner Selbst und der Umgang mit dem Schwert lagen nahe, dass er ein Krieger, Meuchelmörder oder dergleichen war. Er hatte einen durchtrainierten Körper und auch die Muskeln waren sehr ansehnlich, doch der Allgemeine Zustand des Körpers ließ darauf schließen, dass er schon oft einen Schlag eingesteckt haben musste.

Schwester Elisa, so hieß die Maid Vitamas, kam mit einer dampfenden Schale zurück. "Trinkt das Rias, es wird euch helfen die Nacht durchzuschlafen". Er nahm die Schale, trank sie aus und ließ sich zurück ins Bett fallen. Rias? War das wirklich sein Name? Er wusste es nicht.. es war frustrierend... seit der Schlacht bei Draconis wusste er gar nichts mehr. Der Hochgeweihte Bellums hatte ihn mit Skepsis und vielleicht Angst betrachtet, als man ihn in den Tempel gebracht hatte. War es wirklich Angst in seinen Augen, oder war es Abscheu, er konnte es nicht sagen. Die Mixtur begann zu wirken und die Augen wurden schwer. Und so glitt er langsam in einen ruhigen und traumlosen Schlaf über.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Herren
BeitragVerfasst: 20.05.18, 19:32 
Die Schlachtreihe teilt sich als er vorbeigeht. Er blickt an sich selbst hinab... eine polierte Rüstung, ein wehender Umhang.. die Soldaten neigen das Haupt als er vorbeigeht. Zwei der Soldaten bewachen eine der ihren... eine junge Frau die kniet und das Haupt geneigt hat.

Langsamen Schrittes geht er auf die Frau zu und zieht seine Klinge..


"Habt ihr noch letzte Worte, bevor euch Morsan aufnimmt?"
Die Frau sieht zögerlich nach oben, Unsicherheit ist in ihrem Blick zu sehen. "Ich tat es für den Gottkönig"
Kurz nickt er zu den Worten, ehe er näher an sie herantritt und die Klinge hebt.
Einer der Soldaten sieht ihn an und spricht "Herr, ist dies wirklich notwendig?"
"Junger Mann, so mir tut es selbst im Herzen weh dies tun zu müssen, aber nur der Tapfere vollführt Dinge, die die Schwachen nicht zustande bringen" Und die Klinge saust hinunter und trennt den Kopf sauber von den Schultern. Die umherstehenden Soldaten blicken zu Boden, während er sich die Klinge an ihrem Umhang abwischt und sie wieder scheidet.
Eine Träne fließt über seine Wange, während er die Reihe der Soldaten wieder verlässt und zu seinem nächsten Ziel aufbricht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Herren
BeitragVerfasst: 21.05.18, 21:06 
Ruhig geht er durch die Gänge des Tempels. Sein Ziel ist wie fast jeden Tag der Garten im Innenhof des Tempels. Er ist sich bewusst, dass sich die Novizen hinter seinem Rücken über ihn unterhalten. Er lässt sich auf einer Steinernen Bank nieder und schließt kurz die Augen. Seine Rechte Hand fährt über die Brust, an der Stelle, an der er das Brandmal gefunden hatte.

Die Diener wollten oder konnten ihm nicht sagen, was das Symbol bedeutet. Doch eine junge Novizin Vitamas erbarmte sich ihm dann doch und erklärte ihm das Symbol. Es handelt sich um das Symbol der Ensis Caelestis. Er hatte diesen Namen schon einmal gehört und dessen Bedeutung machte ihm Angst. Er, der nicht wusste, wer er war, der nicht wusste was er war, der nicht wusste, wem er diente. Er kannte viele Gebete an Bellum, doch genauso viele kannte er von Angamon. Aus seinen Träumen wurde er nicht schlau. In einem kämpfte er gegen Dämonen, in einem anderen hatte er eine junge Soldatin hingerichtet. Das passte nicht zu Bellum. Kein Diener Bellums würde eine junge Frau hinrichten. Lange berührte er noch die Narbe an seiner Brust. Warum hatte die Ensis ihm dieses Brandmal verpasst. War er ein Diener Angamons? Die Ensis war kein Orden, der den Diener der Vier so etwas antun würden. Wurde er gefoltert?

Die Augen öffneten sich und er blickte in den blühenden Garten des Tempels. Laien und andere Diener kümmerten sich um die Kräuter, die hier angebaut wurden. Er musste Gewissheit über seine Vergangenheit finden. Er musste erfahren, wer er war. Doch niemand hier im Tempel wusste es oder wollte es ihm sagen. Auf die Beschreibung der brennenden Stadt hatte man ihn einen Hinweis gegeben... Der Diener Morsans meinte, es könnte die Stadt Rohehafen gewesen sein, die auf der Insel Siebenwind von den Dienern Angamons angegriffen wurde. War er jemals auf Siebenwind gewesen? Frustriert von all den Fragen erhob er sich von der Bank und machte sich auf den Weg zu seinem Quartier? Oder war es seine Zelle? Eine weitere Frage, die er nicht beantworten konnte...


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Herren
BeitragVerfasst: 22.05.18, 16:52 
wieder kniet er vor der Gestalt in schwarzer Kutte.... sie spricht die Worte "Werdet ihr dem Gottkönig dienen und in seinem Namen streiten, das Tun, was gemacht werden muss?" Mit rauer und scheinbar schwacher Stimme hört er sich selbst sprechen "ich schwöre Angamon die ewige Treue..."

Ein Schrei gellt durch die Nacht. Schwer atmend setzt er sich in seinem Bett auf. Das Gewand ist durchtränkt von Schweiß. Die langen schwarzen Haare, die silber durchstreift sind, kleben auf seiner Stirn. Hastig steht er auf, geht zu seinem Nachttisch und trinkt aus dem Krug Wasser. Er blickt sehnsüchtig zur Tür, abwartend, in stiller Hoffnung, dass Elisa eintritt und ihn in einen ruhigen Schlaf entlässt. Er presst sich die Handflächen an den Kopf und blickt zu Boden. Kann es denn sein.. ist dieser Traum war. War er das, wovor er sich am meisten gefürchtet hatte. Es konnte doch nicht wahr sein. Soweit er sich erinnerte, war er immer ein treuer Diener Bellums gewesen. Ein Krieger, der das Herz am rechten Fleck hatte.

Bitterlich konnte man ihn weinen hören, seine Existenz, sein ganzes Leben war in Frage gestellt. Er schlägt sich hart gegen den Kopf und schreit "Das kann doch nicht wahr sein. Es ist nicht die Wahrheit..". Die Tür öffnet sich und die besorgte Elisa kommt herbeigeeilt. Sie nimmt seinen Kopf in beide Arme und spendet ihn Trost, wie es eine Mutter macht. In ihren Armen weint er weiter.. kein Wort fällt, doch das ist auch nicht notwendig. In dieser Stunde genügt es ihm, den Trost einer Dienerin der Mutter zu haben...


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Herren
BeitragVerfasst: 6.06.18, 22:08 
Elisa eilt durch den Tempel. Jeden den sie antrifft fasst sie an die Brust und spricht hektisch "Hast Du Rias gesehen?!". Immer wieder erntet sie Kopfschütteln. Sie eilt umher und Tränen laufen ihr ohne Scham über die Wangen. Sie betritt die Kammer von Rias und findet ein schlichtes Stück Pergament auf dem ordentlich gerichteten Bett.

Liebe Elisa,

Ob ihr mir eine Unterkunft oder eine Zelle gegeben habt, es macht für mich keinen Unterschied. Ihr habt euch um mich gesorgt wie es kein anderer getan hat.

Doch die Träume nehmen kein Ende und immer wieder taucht nur ein Name auf, der mir Auskunft über meine Vergangenheit geben kann. Ich weiß nicht, ob ich Angamon oder Bellum diene, doch ich weiß, was ich war. Ein Krieger, ein Schlächter, ein Diener meines Herrn.

Ich muss herausfinden, wer ich bin und wer ich sein werde.

Wenn Du diesen Brief liest, bin ich bereits auf dem Weg zu dem Eiland Siebenwind.

Mögen die Götter über Dich wachen,

In ewiger Dankbarkeit,
Rias


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Herren
BeitragVerfasst: 13.06.18, 21:26 
Mit einem kurzen Sprung springt er von Deck auf die hölzernen Bretter des Hafens. Die Seeleute sehen ihm nach. Er wendet sich zu ihnen und hebt die Hand. "Vielen Dank Kapitän, dass ihr mich mitgenommen habt." Der alte Haudegen nimmt die Pfeife aus dem Mund und sagt: "Aye, Alles Gute Rias, Du kannst es brauchen"

Nach einem kurzen Rundgang in der Stadt besucht er den Tempel. Das Gespräch mit den Diener der Vier hat ihm zwar keinerlei Klarheit verschafft, aber zumindest Hoffnung. Ein Geweihter namens Tendarion soll ihm helfen können. Ein Geweihter Astraels, des Allwissenden, ist die beste Möglichkeit, die er zur Zeit hat.

Müde steigt er wieder die Treppen zum Tempel hoch und bettet sich im Schreine Morsans hin. Möge Lifna ihm einen ruhigen Schlaf bringen, möge Lifna ihm Klarheit bringen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Herren
BeitragVerfasst: 14.06.18, 05:46 
Edelbürger
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Er las die Nachricht die ihm Schwester Edelmut hinterlassen hatte. Im Tempel soll der Hilfesuchende nächtigen und verfügbar sein.

So führte der Weg des schmalen Elfens, mit kinnlangen Haaren und dem blauen Ornat, das mit elfischen Runen aus glänzendem Garn bestickt war, in den Schrein des Herrn Morsan. Wortlos betrachtete er den schlafenden Mann dort , doch kein Laut sollte die Ruhe des stillen Ortes aufwühlen. Eine Nachricht legte der Schweigsame am Fußende der Schlafnische ab.

Zitat:
Astrael zum Gruße,

ich werde Euch am Endtag in den Abendstunden im Ordenshaus erwarten.

Celedelair


Genauso lautlos wie er kam, zog sich der Elf danach zurück.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Herren
BeitragVerfasst: 15.06.18, 21:51 
Edelbürger
Edelbürger
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Beiträge: 1557
Offenbar hat Tendarion, wie versprochen, den ganzen Abend im Tempel ausgeharrt und auf den Hilfesuchenden gewartet. Er würde ihm die Grundregeln von Verlässlichkeit und einem guten Miteinander wohl lehren müssen - egal welchen Weg er sucht einzuschlagen.

Nach einem vollen Zyklus des Wartens, zog sich der Elf nach einem Gespräch mit Edelmut vollständig aus dem Tempel zurück. Offenbar hatte er nicht mehr vor auf den Hilfesuchenden zu warten. Denn wenn Tendarions eins sich selbst und seinem Umfeld je versprach: Er konnte nur eine Hand aufhalten, doch war es nicht an ihm sie aufzudrängen, sondern an seinem Gegenüber danach zu greifen.

So würde der Elf weiterhin die Hand ausgestreckt halten, doch keinen Versuch mehr unternehmen dem Mann und der erwarteten Hilfe hinterherzueilen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg des Herren
BeitragVerfasst: 21.06.18, 21:42 
Langsam wacht er auf und reckelt sich kurz in den Stoffen.. die alten Knochen schmerzen kurz ehe er sich erhebt und die Muskeln das Wett an Alter ausgleichen. Die hitzige Nacht, Ignis, steht im Raum und er blickt nach außen. Er öffnet die Fenster und wird sofort durch Xan und Ventus begrüßt. Fröhlich, mit einem Grinsen im Gesicht tritt er aus dem Tempel und breitet die Arme aus.

"Xannnnn" ruft er fröhlich lachend in die Nacht. "Danke,dass du mir Kühlung schenkst. Ventuusssssss". Er dreht sich einige Male im Kreise. die Tempelwachen lachen, ob aus Spott oder ob sie von der Fröhlichkeit angesteckt werden, es ist ihm gleich. Er scheint sichtbare Freude über die Abkühlung zu haben und tanzt noch einige Male auf dem Pflaster des Bürgersteiges. Die Kühle, die Nässe ist wie ein Balsam auf seiner Haut...


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