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 Betreff des Beitrags: Der Weg ist das Ziel
BeitragVerfasst: 26.07.19, 12:20 
Edelbürger
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Augen Ringe

Zur sechsten Stunde war er wach, als hätte ihm ein Hahn höchstpersönlich ins Ohr gekräht. Und das möglichst laut. Wie jeden Morgen eigentlich, wenn er nicht mal wieder schwer verletzt am Abend irgendwo ein Lager bezogen hatte und sein Leib den zur Erholung benötigten Schlaf über alles andere stellte.
Immerhin, 4 Stunden Ruhe - das war doch ganz ordentlich, nach einer durchgemachten Nacht, zwei Scharmützeln und Haufenweise Arbeit.
War das gerade Zynismus?
Behutsam schob er den schlafenden Fey von seiner Brust, gab ihm ein Kissen zum Kuscheln als Ersatz, und deckte ihn mit einer dünnen Leinendecke zu, betrachtete ihn kurz in seinem unruhigen Schlummer. Trost hatte er nach all den absurden, geradezu lächerlich abwegigen Ereignissen der letzten Tage gebraucht und erhalten, nun musste er selbst an die Arbeit. Der Magier würde schon selbst hinaus finden, und sei es durch Translokation, wenn er die Türe nicht zur Kooperation überredet bekäme.
Er stand auf, beäugte seine zerknitterten Gewänder; in einem Gambeson und Lederhosen zu schlafen war nicht die glorreichste seiner Ideen, so viel war sicher; er spürte bereits, dass er sich in eine Art Gürteltier verwandelt hatte; die Hose war mittlerweile zu eng nach all den Übungen in Plattenrüstung, sie musste wie das Hemd neulich ausgetauscht werden.
Ein kurzer Blick zum Schläfer, den er nicht wecken wollte, dann sammelte er leise seine Rüstung zusammen: die Mischung aus zu Schuppen geformtem Holz, Leder und Bausch, die bereits die Spuren zahlloser Kämpfe trug. Es war, als wollte seine Wehr gar nicht richtig abheilen: als trüge sie die "Narben" ihrer Schlachten mit Stolz.
Beim Anblick der Handschuhe spürte er, wie sein Magen weg sackte. Im Holz der einen Rückseite war ein Schwertkreuz eingelassen, aus normalem Holz, dass sich längst mit dem vergossenen Blut seiner Feinde vollgesogen und verfärbt hatte; egal, wie oft er es reinigte, es verlor seine dunklere Farbe nicht mehr. Es schien ihm wie ein dunkles Omen, dass ihm dies nun so ins Auge sprang: war er dazu verdammt, wieder und wieder Leben zu nehmen, wo er es doch schützen wollte?
War es ein Fehler, überhaupt ein Schwert zu erheben?
Das konnte es nicht sein.
Sein Blick glitt auf den anderen Handschuh hinüber, auf dessen Handrücken ein Auge aus normalem Holz eingelassen war: das Symbol des Herrn Ajasendall.
Trotz der gestrigen Kämpfe mit den Untoten war es in genau jenem Zustand, in dem Tendarion es ihm überlassen hatte, und blickte ihn starr und geradezu zornig an.
..Ist ja gut. Die Pflicht, keine Sorge, ich vergesse sie nicht.
Rasch klemmte er sich alles samt dem Untergewand unter den Arm, griff seinen Waffengurt, an dem der vom Wyrm zerschrammte Schild, das sanft schimmernde Lind'ri und das in hartem Gold leuchtende Taek'ri hingen, und wankte so beladen zur Türe.
Rede ich jetzt schon mit meinen Handschuhen?
Sinnierend strich er über die Türe, nur noch mit einem Finger, da ihm allmählich der Platz ausging, und schob sich hinaus, als sie aufschwang. Der Weg ins Badehaus war vertraut, der Stein glatt und sauber, die Siedlung ruhig und einen Frieden ausstrahlend, der gut war für seine Seele. Einen Moment hielt er inne, atmete den Duft der Blüten, des Meeres und des Herdfeuers ein, und spürte, wie ein Teil seiner Anspannung von ihm abfiel.
Ja, all das hier zu beschützen, war all die Mühen wert.

Einige Stunden später hatte er die Morgenroutine aus Baden, Morgenübungen, Frühstück, Pferde versorgen und zur Burg reiten, dort allen Tieren Fürsorge angedeihen zu lassen und sich nach neuen Nachrichten zu erkundigen - natürlich nichts - abgehandelt und überlegte, was nun zu tun sei.
Müßiggang kam nicht in Frage, alleine schon, weil er dann wieder brüten würde.
Sein Blick fiel auf die Übungslanze, die neben dem Stall in einer Halterung steckte. Er hatte sie die letzten Wochen immer wieder zum Üben benutzt, mal mit, mal ohne Ross: er musste ein Gefühl für sie entwickeln, wie sie reagierte, wenn man sie schwang, gegen etwas stieß, etwas durchbohrte, wenn sie hängen blieb, wenn sie abrutschte, was sie tat, schlug man sie auf dem Boden auf und wie man sie sicherte, damit sie während die Waffe auf ihren Einsatz wartete, nicht all zu sehr im Wege war.
Er war, wie üblich, methodisch vor gegangen und hatte auch gleich beide Hände in ihrem Einsatz geschult; als erfahrener Krieger wusste er nur zu gut, wie leicht einmal ein Arm nicht mehr einsatzfähig sein mochte und dann stand man dumm da, hatte man den anderen nicht mit gebildet.
Ich bin an der Grenze, wo mir nur noch aktives Lehren oder Praxis wirklich etwas bringt, sinnierte er. Aber wie? Es ist niemand da, und eine Übungslanze taugt nicht im Kampf gegen einen Oger; es wäre leichtsinnig und dumm...
Gedankenverloren zupfte er sich an einem der kleinen Tra'avainstückchen, die seine Ohrlöcher offen hielten, bis es ihm wieder gestattet war, Schmuck zu tragen.
Kleine Holzzapfen, die man in die frisch gestochenen Löcher schieben konnte, damit seine Heilkräfte... kleine Öffnungen, Holz.. Plötzlich kam Bewegung in den ehemaligen Marschall, und er stürmte die Sattelkammer.
Alles voller Ringe, Riemen und Böcken!
Lachend- was ihm irritierte Blicke Sternfalls einbrachte - machte er sich an die Arbeit.


Zuletzt geändert von Arin: 30.07.19, 16:05, insgesamt 4-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg ist das Ziel
BeitragVerfasst: 26.07.19, 12:51 
Edelbürger
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Rumms

Es dauerte fast zwei Stunden, bis er fertig war, und noch einmal eine halbe, bis er wirklich fertig war. Und dann noch mal 10 Minuten, bis er ganz bestimmt und absolut gewiss fertig war.
Die Reihe aus niedrigen Hindernissen in einer langen Schlaufe durch den lichten Wald zwischen Claiomhs Wacht und Avindhrell war nicht invasiv gestaltet, nutzte die natürlichen Begebenheiten der Landschaft - Bodenwellen, Wurzeln, Gebüsche und so weiter - behutsam aus und führte in einer lockeren Acht über gut 500 Schritt. Alle paar Schritt waren an Riemen Ringe aufgehängt, mal große, mal kleine, mal niedrig, mal hoch. Sie waren locker befestigt, damit er, sollte es ihm gelingen, sie mit der Lanze zu durchstoßen, herunter reißen konnte, ohne Baum, Riemen, Ring, Lanze, sein Pferd oder sich selbst zu beschädigen.
Habe ich an alles gedacht? Kaninchenlöcher habe ich gemieden, die Hindernisse sind niedrig und locker, es sollte sich also niemand verletzen können.
Mit diesem Gedanken klopfte er sich zufrieden die Hände ab, marschierte zurück in die Burg unter den mild skeptischen Blicken seiner ehemaligen Untergebenen, die sicher die ganze Zeit ihre Witzchen gerissen hatten, und sattelte seine Stute Caith und den Hengst Sternfall, ehe er sie hinaus brachte.
Die schwere Rüstung kam als nächstes, frisch aus der Lagerkammer, blank poliert nach dem letzten Gebrauch.
Während er sie anlegte, löschte das Eisen seine Verbindung zur Magie, so gründlich, dass es jedesmal einem Sprung in einen Eistümpel glich, nur dass er sich so langsam daran gewöhnte. Sicher, es gelang ihm noch lange nicht, wirklich klar zu denken, während er den Haufen Metall herum schleppte, aber die Bewegungsabläufe konnte er mittlerweile fast perfekt koordinieren und hatte heraus, wie er sie effektiv einsetzte.
Ich habe Elfenritter in dieser Rüstung gesehen, die erschreckend effizient waren. Lerne, sie nicht als Feind zu betrachten! gingen ihm die Worte des Ritters durch den Kopf. Rein objektiv war ihm natürlich klar, dass der Mensch völlig recht hatte, aber das änderte alles nichts daran, dass sich seine Gedanken in irgendwas von der Konsistenz von Kleister verwandelten, wenn die Magie fehlte.
Vielleicht war das Ajasendalls Weise, den Fey Demut zu lehren?
Als er den Brustpanzer routiniert fest gezurrt hatte, war es vorbei mit solcherlei philosophischen Gedanken, und er musste sich auf seine Instinkte, antrainierten Reflexe und seinen Körper verlassen. Das war vielleicht ganz gut so.
Nach dem alles sorgsam zurecht gerückt war, stampfte der Elf zur Halterung, nahm die Lanze heraus, wog sie in der Hand. So eine elegante, herrliche Waffe!
Einen Moment war er verzückt von der handwerklichen Leistung, schüttelte sie ab und folgte den Pferden, die mittlerweile hinaus getrottet waren, um zu grasen, wobei Sternfall wie üblich damit beschäftigt war, die lebhafte Caith zu beeindrucken, in dem er sich besonders dämlich verhielt.
Seufzend beobachtete der Knappe das mittelschwere Streitross, dass um die Draconerin herum scharwenzelte, mit dem Schweif schlug, den Hals wölbte und von der eleganten Schönheit schlichtweg komplett ignoriert wurde.
Gras.
Lecker.

Es war ein wenig Mühe gewesen, den Schimmel von der Rostroten weg zu bekommen.
Merke: Brecheisen.
Aber nun hatte er ihn warm geritten, schön langsam und sorgfältig, denn Sternfall war kein geübter oder guter Springer: die Hindernisse dienten im Grunde nur dazu, die Sache möglichst schwer zu gestalten. Dennoch würde er keinerlei Risiken eingehen, die vermeidbar waren, und so zog der Mittag ins Land, die Plattenrüstung verwandelte sich in etwas, das man durchaus als Backröhre betrachten konnte, und zum ersten mal war er dankbar für die Tunika, die wenigstens einen Teil der Oberfläche nicht so heiß werden ließ.
Dennoch: es ging los.

Als erfahrener Reiter - sein älterer Bruder Iandalas hatte stets behauptet, Maichellis hätte erst Reiten und aufs Pferd klettern gelernt, ehe er sich bequemte, zu laufen - sollte das alles kein Problem darstellen.
Er schob die Füße tiefer in die Steigbügel, nahm die Lanze, trieb Sternfall an...
...und lag im nächsten Moment auf dem Boden, das ohrenbetäubende Scheppern ebenso in den Ohren wie das hämisch klingende Gewieher seines vierhufigen Begleiters, der bereits auf und davon war, um der nach wie vor grasenden Caith nach zu stellen.
Das würde ein langer, langer Tag werden...


Zuletzt geändert von Arin: 30.07.19, 16:06, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg ist das Ziel
BeitragVerfasst: 30.07.19, 14:52 
Edelbürger
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Langweilige Akten

Es war nicht viel Zeit, um die Aufgabe ab zu handeln, und musste zum Teil auch darauf warten, dass man ihm Zugriff auf seine alten Akten gewährte.
Vieles war in jenen dreieinhalb Götterläufen geschehen, natürlich das meiste nach dem ersten halben Jahr, als er plötzlich und ebenso unerwartet wie unverhofft plötzlich die Uniform des Marschalls hatte anlegen müssen.
Knapp 3 Monde vor dem Dunkeltief. sinnierte er und lehnte sich mit der dicken Mappe in der Hand an das staubige Mauerwerk. Sein erster, einigermaßen wichtiger Fall war der Rosendieb gewesen, dessen Ausmaße geradezu ins Lächerliche gegangen waren: eigentlich nur ein paar Diebstähle hier und da, jedesmal mit einem Duftwässerchen, natürlich Rose, als Visitenkarte markiert.
Dann hatte eine Frau reden wollen, Schutz erhofft, und er hatte sie in Sicherheit bringen wollen - ohne zu ahnen, dass bereits ein halbes Dutzend an Armbrustschützen auf Brandensteins Dächern verteilt darauf lauerte, der potentiellen Zeugin den Garaus zu machen.
Die Attentäter hatten seinen Schützling direkt an seinem Arm vorbei ermordet; zwei Fingerbreit weiter rechts und der Bolzen hätte den Elf gleich noch an die Frau genagelt und ihn mit ins Grab gerissen.
Er hatte das Opfer - das so unschuldig gar nicht gewesen war, wie er später heraus fand - bei einer Heilerin gelassen und war einem der Schützen in einer wilden Jagd über die Dächer gefolgt. Trotz seiner Fähigkeiten, starken Arme und Beine hatte er den Attentäter nur mit Mühe eingeholt und ihn gestellt - nur um dann im nächsten Moment von einer Dachkante zu baumeln, einen Bolzen vor Augen, dessen Glitzern im Felalicht besonders beunruhigend erschienen war - klar, auf die Nähe verfehlte man eigentlich nicht.
Der Mann hatte ihn jedoch nicht getötet, oh nein... und am Ende hatte sich eine Verschwörung immensen Ausmaßes offenbart. Er selbst war, da kein Magier, schließlich nicht länger darin involviert gewesen, aber es war um Dämonen gegangen, Untote, einen Kult und schließlich auch eine mysteriöse, fremde Diebin und eine Mine voller Räuber.
Einen Moment lang musste er lachen. Wenn er das irgendwem erzählte, würde man nach dem Groschenroman fragen, den er da gelesen hatte, und den Autor ob der Absurdität jener Geschichte belächeln.
Langsam blätterte der Fey weiter. Das nächste war das Dunkeltief gewesen, mit jenen untoten Piratengeistern, die den Hafen fluteten und ihm seinen ersten großen Fehler, den Priesterin Nithavela ihm gerne noch unter die Nase rieb, abrangen; er hatte daraus gelernt. So oder so würde er nie vergessen, wie das geisterhafte Piratenschiff mit einem unwahrscheinlichen Tempo in die alte Werft gekracht war, während die Dienerinnen Maquiras sie mit der Macht des Wassers angriffen. Was für ein unbeschreibliches Chaos, Lärm, Wahnsinn!
Noch schlimmer jedoch war der Sphärenriss in den Limbus gewesen. Er hatte die Magier vorab angewiesen, das Portal zur Akademie zu schließen, da er es als Sicherheitsrisiko betrachtete. Geschehen war natürlich nichts, und so hatte sich die eigentlich sonst so stabile Öffnung ausgedehnt, Myriarden verdrehter, kaleidoskopbunter, greller, schmerzhaft helle Farben ausgespieen, die schon beim Anblick schwindelig machten.
Dort hatte er seinen ersten Soldaten verloren: weil er natürlich gesehen hatte, dass das Tor noch da war - es aber zu spät gewesen war, noch etwas zu tun und kein Magier zur Hand war - einen Soldaten dort platziert, um gewarnt zu sein, sollte irgend etwas heraus kommen.
Das... hatte mehr oder weniger geklappt, leider aber auch den Wachposten in den Limbus geschleudert.
Es hatte anstrengende Stunden gedauert, die aus dem Limbus höchstselbst reinschneienden Monstrositäten, kaum sichtbar und flackernd und flimmernd wie Irrlichter, aus seiner Stadt zu vertreiben, und kaum war das geschehen, kamen die nächsten Notrufe...
Geister des Skelettfürsten, sich durch den Boden unter der Mauer hindurch grabende, verdorbene Feuerelementare und Zwerge als Sprengmeister für diese Tunnel, Untote, die aus dem geschändeten Morsanacker strömten, und das alles unter der Prämisse, dass ihn kaum jemand kannte und noch weniger ihn ernst nahmen.
Nachdenklich strich er sich durchs Gesicht, ehe er die nächsten Seiten aufschlug und betrachtete.
Ah, richtig, die verdorbenen Nortraven.
Ein schwarzes Drachenboot - er hatte vergessen, wie die Dinger hießen - war erschienen und dann tauchten ungewöhnliche Nordleute auf, die Leute zu rekrutieren versuchten. Manch einer von ihnen besaß zugespitzte und gefeilte Zähne, einem Hai ähnelnd, und es mehrten sich Meldungen von zweifelhaften Geschehen. Die Nordleute, die hinter dem Schlachtenpass gelagert hatten und im Zwist mit Westhever lagen, schlossen sich ihnen zum Schein an: es war ein herrliches Schauspiel, wie der dortige Jarl nach einer kurzen Absprache Maik unter sinnlosem Geschimpfe vor dem düsteren Besuch fast den Kiefer brach und ihn hinaus warf.
Es hatte Spaß gemacht, für ein paar Augenblicke lang, und die Freundschaft mit diesem Jarl war innig gewesen, er hatte später sogar an dessen Hochzeit teilgenommen und mit ihnen gefeiert, aber das war privat gewesen und hatte nichts mit den schwarzen Wölfen zu tun gehabt. Tatsächlich fanden sie erst viel später wirklich heraus, was es mit jenen merkwürdigen, aber bis dato nicht eindeutig als böse aufgetretenen Matrosen auf sich hatte, als ein Seemann ihres Bootes entkräftet an Land gespült worden war, und ab da wurde die Geschichte nicht mehr nur seltsam, sondern mysteriös und schwer glaubhaft.
Laut dem angespülten Mannschaftsmitglied dienten jene schwarzen Wölfe dem Einen, ihr Schamane war ein Dämon - oder von einem besessen, ganz sicher war er sich da nie gewesen - und ihr Anführer war ein grausamer Mörder, der seinen Sohn als eben solchen erzog.
Nach dem, was der Matrose, der später verstarb, erzählte, und sich dann auch bestätigen ließ, lief das Leben des schwarzen Drachenbootes wie folgt: Sie raubten Kinder und Jugendliche aus meist nortravischen Siedlungen, zwangen sie zum Glauben an den Einen- den auch der geflohene Matrose verehrte, trotz seiner wiedergewonnenen Freiheit - und ließen sie auf dem Schiff schuften. Insbesondere Frauen erging es dabei schlecht: sie wurden oft als Belohnung für fleißige Arbeit oder zwischen den Offizieren hin und her gereicht, und wenn sie nicht mehr zu viel mehr taugten, fraß der Sohn des Anführers sie bei lebendigem Leibe auf.
Laut dem Matrosen genoss sein Herr derlei regelrecht.
Der Schamane nun setzte alle beständig unter einen Nebel, der sie desorientierte und es ihnen schwer machte, sie selbst zu sein, und darum war der Matrose geflohen. Jener Nebel war es auch, der es schwer machte, das Boot zu entdecken. Schließlich wurden einige Leute entführt und dort hin verschleppt, aber durch etwas Magie konnte deren Aufenthalt aufgespürt werden.
Er hatte seine sieben Sachen und alles, was er hatte, versammelt, und war dort aufmarschiert, um sich erst einmal durch Horden an Untoten, niederen Nortravenangamondiener und Bluthunde kämpfen zu müssen. Sie hatten eigentlich einen Plan gehabt, doch dann verlangte der Schamane, dass der Anführer der landgebundenen Armee - also Maik selbst - eintreten solle, sonst erginge es den Gefangenen schlecht... der Sohn des Anführers wollte verhandeln.
Natürlich war es eine Falle, das war von vornherein klar, doch waren Geiseln nun einmal Geiseln...
Also hatte er, um der Armee Zeit zu verschaffen, eingewilligt und war in den Nebel des Lagers eingetreten, wo er sich überzeugen konnte, dass die Gefangenen zwar misshandelt worden waren, jedoch noch am Leben und vollzählig.
Vor ihm, er sah es noch in voller Deutlichkeit, lag das Drachenboot vor Anker, an einem eilends gezimmerten Steg, und der junge Bursche stand dort, grinste sein beunruhigendes Lächeln.
Unter normalen Umständen hätte ich es als albern empfunden - alleine der Gedanke, was er wohl macht, wenn er sich mal auf die Zunge beißt, hätte mich zum Kopfschütteln gebracht. Papa, iff hab miff auf fie funge gebiffen...
Aber in dieser Situation, verletzt und inmitten eines Lagers voll Nebel, die Gefangenen im Hintergrund und Hinterkopf, da war es nicht lustig gewesen, nicht albern: da hatte er verdammt nochmal Angst gehabt.
Doch der Bursche hatte nicht nur die Grausamkeit seines Vaters geerbt, sondern auch dessen Überheblichkeit, und offenbar war der Vater auch nicht wirklich an des Sohnes Werdegang interessiert, denn der junge Nortrave, der so gerne unschuldige Sklavinnen auffraß, forderte den Marschall schlicht und mit erstaunlich viel Großmäuligkeit heraus zu einem Duell.
Maik hatte ihm davon abgeraten - er war sich völlig im Klaren darüber, dass ein sechzehn, vielleicht siebzehnjähriger Bursche mit großer Gruselklappe und dicken Muskeln nicht zwangsläufig einem Fey gewachsen sein dürfte, der sich seit bald 60 Götterläufen im Kampf schulte.
Er hatte ihm wirklich eindringlich geraten, Frieden zu schließen, und ihn gewarnt, doch der in der Seele entstellte, einsame, missbrauchte und misshandelte Knabe hatte auf dem Kampf bestanden, seine Axt gezückt und war auf Maik los gegangen.
Die Gefangenen im Hinterkopf und hinter sich hatte er das einzig mögliche getan: seine Klinge gezogen, war dem ungestümen und wie erwartet stümperhaften Angriff aus dem Weg getreten und hatte seine Waffe einmal geschwungen.
Einen Augenblick der Stille später - er entsann sich noch, als wäre es eben erst geschehen, selbst der Duft des Salzes lag ihm noch in der Luft - war er am Ende des Steges zur Ruhe gekommen, spürte noch immer, wie die Seeluft an Umhang und Haar zupfte. Hörte das Blut seine Klinge hinab rinnen.
Ich drehte mich um, vage hoffend, dass es schnell gegangen war, und er nicht noch irgendwelche dämonischen Asse im Ärmel hatte, aber nein... seinem Vater hatte nichts an ihm gelegen. Niemand hatte ihm je Gnade und Güte erwiesen, und so hatte er sie auch nicht leben können...
Damals hatte er sich umgewandt und beiläufig die Klinge vom Blut befreit, sie in ihre Scheide geschoben, noch ehe das Haupt des Burschen mehr als einmal auf dem nassen Holz des Steges aufgeschlagen war. Es hatte sich gedreht, er konnte das mild überraschte Gesicht sehen, die ratlos ahnungslose Miene eines vom Leben verratenen Kindes, dass nie eine Chance bekommen hatte.
Dann war das beendete Leben reichlich unzeremoniell mit einem dumpfen Platschen im Wasser gelandet und versunken, der Leib einige Herzschläge später, noch ein, zwei mal mit den Fingern zuckend, zu Boden gestürzt....
Maik blinzelte die plötzliche Feuchtigkeit fort, die ihm völlig unerklärlich in die Augen gestiegen war, und sprach ein leises Gebet an Ajasendall.


Zuletzt geändert von Arin: 9.08.19, 16:03, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg ist das Ziel
BeitragVerfasst: 30.07.19, 16:38 
Edelbürger
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glühende Raserei

Wo war nur der verdammte Bericht?
Er vermutete ihn irgendwo im alten Marschallsbüro, aber war er da wirklich noch eben dieser gewesen?
Man hatte ihn als Vogt mit der Aufgabe betraut, das Problem zu lösen, und ihm dafür das Kommando über die Streitkräfte zurück gegeben, also müsste..
Nachdenklich blätterte er weiter.
Nein, das war auch nicht die Orkengeschichte, dafür das fast genauso liebliche Geschehen mit den berauschten Räubern.
Es hatte damit angefangen, dass gelegentlich heruntergekommene Straßenräuber aufgetreten waren. Sie alle hatten gemein, dass ihnen die schäbigen Kleider am dürren Leibe schlotterten, ihre Leiber ausgezehrt waren, die Augen blutunterlaufen. Sie griffen an, auf Raub aus, und gaben nicht eher auf, bis man sie entleibt hatte - und dabei zeigten sie eine verblüffende, geradezu lächerliche Kraft und Gewaltbereitschaft.
Und allesamt waren unter ihren Nasen braune Reste zu finden, die seltsam stechend rochen und den Kopf benebelten.
Es hatte ewig gedauert, all das zusammen zu setzen, die Droge ausfindig zu machen, ein Gegenmittel zu finden und ihren Ursprung, und alle Spuren führten schlussendlich in das bereits seit längerem von den Cortanern zerstörte Falkensee. Er hatte es komplett absuchen lassen, aber nichts gefunden, bis sie zu den Überresten der geschleiften Burg Finianswacht vorstießen, die über dem Hafen des Falkensees thronten. Dort waren er und seine Soldaten, sowie treue Seelen wie etwa Iomine auf mehr und mehr dieser armseligen Gestalten gestoßen, die ohne jede gemeinsame Koordination, Taktik oder gar Kooperation agiert hatten; selbst das schreeinde Ende dieses Räuberpacks änderte an alledem nichts!
Und als sie das richtige Lager erreicht hatten, war ihm das ganze Ausmaß erst so richtig klar geworden.
In den Überresten des alten Hafens kämpften die zu heißem Zorn berauschten Raubmörder gegeneinander um die Vorherrschaft über ihren traurigen Haufen. Die wenigsten bemerkten überhaupt des Marschalls Ankunft, ebenso wenig, wie sie sich gefangen nehmen ließen: sie metzelten sie alle nieder, nicht einer gab auf und streckte die Waffen.
Als Ruhe eingekehrt war, das wusste er noch genau, hatte ihn der Gestank in der Nase gebissen, die Luft in der Lunge gebrannt, in den Augen. So viel Leid und Tod, wegen ein bisschen Macht!
Auf der Suche nach dem Urheber der Droge, die alchemistisch angerührt wurde, waren sie tiefer in die schäbigen, lumpengefüllten Unterkunftsbarracken vorgedrungen und hatten auch tatsächlich ein Alchemielabor mit Notizen gefunden, jedoch nicht den Übeltäter oder gar den Hintermann - jenen hatte er erst Monde später niederstrecken können, nach dem Meister Reinbach entführt und zum Produzieren der Droge gezwungen worden war...
Er schweifte ab und wusste auch nur zu gut, warum, doch die Gedanken waren bereits bei dem, was sie in den Ruinen Falkensees gefunden hatten.
Es waren nicht die Diener des Einen gewesen, die hier das schlimmste der menschlichen Natur zum Vorschein gebracht hatten, oh nein... selbst die Cortaner mit ihrem sinnentleerten und gnadenlosen Gemetzel an den Bewohnern der Stadt, oh nein. Es waren einfache Männer gewesen, die eine Kammer voller Gefangener hatten, ganz ähnlich jenen Nortraven auf dem schwarzen Langboot.
Nur war es hier keine Erzählung eines sterbenden Wahnsinnigen mehr, sondern harte, blanke, verdammt nahe Realität vor seinen eigenen Augen.
Nicht daran denken.. nicht... nicht daran denken... versuchte er noch, doch die Wut, die in ihm anstieg, goss ein Meer aus Blut und Grauen vor seinem inneren Auge aus und ließ ihn an die verdrehten, verstümmelten und halb verzehrten Leiber der unbekleideten Frauen denken, deren Tod noch der gnädigste Teil ihres Schicksales gewesen war.
Der gesamte Raum hatte einen Gestank verströmt, der ihn heute noch bisweilen in seinen seltenen Träumen heimsuchte, und der anklagende Blick einer jungen Magd, die er selbst gekannt hatte, deretwegen er überhaupt auf die Suche in Falkensee gegangen war...
Du kannst sie nicht alle beschützen, ja... konnte das überhaupt irgend wer? War das ein Trost?
Nein, eigentlich.. nein. So gar nicht.


Zuletzt geändert von Arin: 9.08.19, 16:03, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg ist das Ziel
BeitragVerfasst: 2.08.19, 12:18 
Edelbürger
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Alter Staub

Noch immer hatte er keinen Zugriff auf die noch fehlenden Akten erhalten, aber gerade war keine Zeit, sich darüber zu bekümmern: in wenigen Tagen sollten die Schiffe der königlichen Marine eintreffen und dann musste alles fertig sein.
Mit einem Seufzer der Erleichterung stellte er die letzte, bis auf alten Staub leere Kiste auf dem Hof ab und sah sich um.
Die Soldaten grinsten, ein paar tauschten Gelder aus, während der zahlende schimpfte, und der Gewinner welcher Wette auch immer den kleinen Gewinn einstrich.
Natürlich kümmerte es sie nicht, dass ihr alter Kommandant sie dabei beobachtete: er hatte nie etwas gegen ein wenig moralhebende Heiterkeit in seiner Truppe gehabt, so lange die Disziplin nicht darunter litt, und seine Mannen hatten es ihm gedankt (unter anderem mit frivolen Witzchen und Wetten auf seine Kosten).
Kurz fragte er sich, was genau der Gegenstand der Wette gewesen war, beschloss dann, es aber lieber gar nicht so genau wissen zu wollen und suchte das schattige Dunkel des Remter, griff sich einen Besen und beseitigte die Spuren der Arbeit, die Ritter Galthana und er nun seit knapp einer guten Woche verrichteten: Staubflusen, tote Spinnen und ähnliches, längst vertrocknet; zerrissene Tücher, Wollfetzen, einzelne, alte Rittersocken...
So viel Abraum hatte sich in den drei Lagern der Ritterschaft angesammelt, dass manch Kleinod darunter fast verloren gegangen wäre; so hatte er einige Gewänder aus den Beständen eines längst gefallenen Fey entdeckt und die Erlaubnis erhalten, sie zurück zu seinem Volk zu bringen.
Nicht, dass sie diese Dinge bräuchten: es war nur Tradition, derlei an ausgewählte Freunde, Verbündete, als Dank oder Geschenk zu vergeben und so durften sie nicht in den Verkauf gelangen.
Sein Volk.
Während er den Remter reinigte, sann er darüber nach. Sie hatten sich - schon vor über einem Jahr - dazu entschieden, dass ein ungerechter, zähneknirschender Friede besser wäre, als ein gerechter Krieg, der nur Verlierer kennen würde.
Auch war der Gedanke, Licht ins Dunkel zu bringen, den Dienern des Einen auf Augenhöhe begegnen und ihnen mit Stabilität, Loyalität und Friedfertigkeit ein bisschen die Gründe zu nehmen, die sie in die Dunkelheit getrieben hatten. Ein bisschen war auch der Sinn, Kontrolle über die Diener ausüben zu können, in dem man ihnen Regeln auferlegte, die jeder zu befolgen hatte, und Werkzeuge, diese durch zu setzen; ein großer Erfolg war der Bann gegenüber jedweder Dämonenbeschwörung, und auch Nekromantie konnte man nicht länger finden, auch wenn ihm klar war, dass im Geheimen gewiss noch derlei Unheil betrieben wurde. Das Groß jedoch war geschwunden.
Grundsätzlich hatten die Ideen sogar funktioniert - überraschend gut sogar, nur war niemand damit glücklich gewesen.
Und nun... mit einem mal, nach über einem Götterlauf in dem Frieden herrschte - ein brüchiger, gewiss, aber einer, der keine Leben mehr kostete - war das falsch. Nach über einem Jahr, in dem man hätte Bündnisse schließen, die Situation ändern können, wählten die Gegner dieser Bemühungen nicht den ehrlichen Weg, oh nein. Sie wählten Gewalt, Lüge, Betrug und Hetze. Und riskierten die vollständige Vernichtung der Schöpfung durch die tatsächliche Bedrohung - die Dämonen.
Überrascht aus seinen tristen Gedanken gerissen stellte er fest, dass er fertig war, und holte die Kehrschaufel, um die letzten Spuren der verlorenen Zeit zu beseitigen, brachte sie hinaus in den hellen Schein der Mineyl und beförderte sie in den Graben der Burg.
Nachdenklich folgte sein Blick dem Gewässer und wie es ruhig, gemächlich und ohne Murren den Müll davontrug und er musste lächeln.
Ein Bad, um den Schmutz fort zu spülen, und ein gutes Mahl, und viel Geduld: dann würde Tare sicher schon ein wenig besser aussehen.
Zufrieden - oder vielleicht auch nur zufriedener - kehrte er in die Burg zurück.


Zuletzt geändert von Arin: 9.08.19, 17:29, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg ist das Ziel
BeitragVerfasst: 9.08.19, 16:24 
Edelbürger
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Opfer erbringen

Vorsichtig balancierte er das Brett über die frische Lücke im Torhaus des Walls, ließ das trockene Holz nieder. Es krachte leise, dann schob er es an den Rand, oder eher, was davon übrig war, und richtete sich auf, sah sich prüfend um, auch in den Himmel. Eine etwas manische, aber auf Siebenwind durchaus gesunde Angewohnheit, wie er mittlerweile fand.
Er griff nach dem nächsten, langen Brett und stutzte, grub die Finger in eine locker gewordene Fuge und zog einen Splitter einer smaragdgrünen Schuppe hervor, so winzig, dass ihm der Wind das Objekt sogleich wieder entriss und davon trudeln ließ.
Wie eine zornige Göttin war Akassvae am Abend zuvor in den Wall gerauscht, unter ohrenbetäubendem Lärm und dem Splittern, Krachen und Knacken von Gestein, das sie kaum gebremst hatte. Steinfragmente waren ihm um die Ohren geflogen, hatten auf dem Plattenpanzer ein Lied der Vernichtung gesungen, kalt und hart wie das Leben selbst, wie die Klauen, die sich in Gestein gruben, es zerfetzten als sei es Porzellan, die Erde aufwühlten, während die Schwingen die Angreifer zurück schleuderten, die sich vorsichtig vor gewagt hatten.
Feuer sobald du einen guten Schuss setzen kannst.
Maichellis blickte hinab zwischen die Trümmer, unterhalb der neu aufgelegten Bretter, und besah sich die Spuren der Klauen, die wahnwitzigerweise keine Opfer gekostet hatten, ließ den Blick über das mitgenommene Mauerwerk hinüber zu den Ballisten schweifen.
Die eine, von Fräulein Buchenwald wieder instand gesetzt, stand nach wie vor auf das Torhaus ausgerichtet; natürlich hatte man die Spannung kontrolliert gelöst und den Bolzen wieder in das Fass daneben geschoben, die Waffe geölt und überprüft und schließlich zum Schutz vor Regen wieder mit der Lederplane abgedeckt.
Ein Stück weiter stand das andere Geschütz, dass gestern den fatalen Schuss abgegeben hatte; auch dieses war gepflegt und verhüllt worden.
Einen Schuss hatte es gebraucht, um den Mythos des unbezwingbaren Drachen zu brechen und die Moral der Truppen am Wall wieder her zu stellen...
Akassvae richtete sich erneut in seinen Gedanken zu ihrer vollen Höhe auf, donnerte ihren Urschrei und zermalmte Bodenplatten, während sich die Erde bewegte als würde sie kochen; es wühlten sich Kreaturen an die Oberfläche, die ihrem ursprünglichen, reinen Ruf Folge leisteten und sich an der Seite des prächtigsten Geschöpfes, dessen er je ansichtig geworden war, in einen Kampf zu stürzen, der seine Leute umbringen würde.
Eine Wahl, die keine ist.
Er griff in seinen Gedanken erneut in die Hebel, entfernte die Verriegelung, die den Bogen davon abhielt, sich aus versehen zu lösen, drehte das schwere Geschütz noch ein Stück mehr, setzte es ab, sah aus den Augenwinkeln, wie die Soldaten sich eiligst entfernten. Geordnet, gewiss, und er hätte sie ohnehin gleich davongejagt: der Drachenfall war kein Spielzeug und es konnte verdammt viel schief gehen.
Ein letzter Blick auf den silbergrauen, mannshohen Speer auf der Führungsschiene der Balliste, dann hatte er ein letztes Gebet an seine Ahnen gerichtet - auf dass sie ihm eines Tages würden vergeben können.
Volandur nickte ihm zu: er war bereit.

Dieser Augenblick, der sich in die Unendlichkeit zu ziehen schien, als er das Losungswort aussprach und zeitgleich den Hebel kräftig nach unten riss.
Mit einem gewaltigen Schnalzen katapultierte die Spannung das Geschoss vorwärts, doch sofort zündete die Magie und verschaffte dem Drachenfall ein noch weit höheres Tempo, so schnell, dass er nur mehr das vage Funkeln der Spitze und das Silber des Holzes als Schemen erkennen konnte, dann schlug das mörderische Geschoss auch schon in die grüne Brust ein, ein Herzschlag, die Schuppen boten keinen Schutz, und als der Speer eingedrungen war, zerriss eine Explosion...

"Knappe?"
"Hmm?"
"Ihr seid blass geworden, wollt ihr nicht eine Pause machen? Ihr arbeitet schon seit Stunden..."
"Mhhh."
Die Soldatin entfernte sich, als er ihr freundlich zunickte, und die letzte Planke zurecht rückte.
Viel hatte er im Grunde nicht erreichen können: nur restliche Trümmer beseitigen, die Planken über dem Torhaus zurecht legen, Kessel zusammen suchen, verstreute Echsenkadaver einsammeln und weg bringen und was sonst noch nach einer Schlacht so anfiel.
Müde beschloss er, zur Burg zurück zu kehren und es für heute gut sein zu lassen.

Auf dem Rückweg machte er halt bei jenem Grabmal, das Ritter Galthana ihm spät in der letzten Nacht noch gezeigt hatte, die letzte Ruhestätte von Ritter Fedral Lavid.
Die Laute, die Blumen, eine Statue und eine verblassende Erinnerung: ein Ritter, der Diplomatie als Waffe gewählt hatte, und trotzdem zum Kampf bereit gewesen war, am Wall, um die Seinen zu schützen, und dort den Tod gefunden hatte.
Eine Weile stand der Knappe noch dort, verneigte sich dann still vor diesem gefallenen Helden, und kehrte nach Hause zurück.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg ist das Ziel
BeitragVerfasst: 15.08.19, 13:24 
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Schanzen spart Blut

Müde drückte er den Rücken durch, die Hände von der Seite her hineingestützt. Leises Knacken entlang der Wirbelsäule, begleitet von einem wohligen Gefühl der Erleichterung linderte ein wenig den Schmerz, der sich durch stundenlanges Steineschleppen- und Stapeln angesammelt hatte. Auch seine Hände, trotz der Handschuhe, waren in Mitleidenschaft gezogen, aber der Bruchstein transportierte sich ja nun nicht von selbst. Erst im Hof auf den Karren, zum Wall, gezogen von der treuen, starken Stute, und dort wieder herunter und ins Lager.
Ein paar Soldaten mit Freiwache hatten sich erbarmt und ihm geholfen, aber zehntausend Steine...
Es war ein langer Vormittag gewesen, und ein noch längerer Mittag, und nun waren die Glieder lahm, die Gelenke beleidigt und sein Kopf auf wohltuende Art leer und frei.
Manchmal war die einfache, körperliche Arbeit, die auszehrte und ermüdete in ihrer Eintönigkeit das beste, um den hämmernden Gedanken Einhalt zu gebieten, sie zu ordnen und in ihre Schubladen zu packen, wo sie hin gehörten.
Ein reinigender Schmerz, wenn man so will, ganz ohne, dass dabei eine Klinge zur Anwendung kam und Leben nahm.
Wäre das etwas? Einfache Arbeiten? Damit könnte ich glücklich werden, sinnierte er und lehnte sich an die Wand, nahm den Wasserkrug von Anissa und lächelte ihr zufrieden zu, ehe er das klare, kalte Nass herunter stürzte.
Und andere müssen dann die weniger dankbare Arbeit machen, den Frieden zu sichern. Andere würden für mich ihr Leben geben müssen.
Er seufzte, gab den Krug zurück und ging Briseis wieder anschirren, verabschiedete sich von den Kameraden und Freunden, und führte das sanftmütige Tier mit dem nun leeren, leise rumpelnden Karren wieder zurück nach Seeberg.
Arbeit wartete - gute, einfache, harte Arbeit, bis das nächste Mal das Raubtier erweckt werden musste.
Er würde diese reinigenden Tätigkeiten in Demut und Ruhe ausführen, ein Gebet an die Viere auf den Lippen, dankbar für jede ruhige, friedliche Minute und jeden Schmerz, der ihn daran erinnerte, dass er half auf zu bauen, nicht zu zerstören.


Zuletzt geändert von Arin: 24.08.19, 19:16, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg ist das Ziel
BeitragVerfasst: 19.08.19, 16:22 
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Richtig

Wieder wanderte der müde Blick des Elfen über die Ödnis, während der 12. Umhang seiner Knappschaft von seinen Schultern wehte. Er hatte längst vergessen, warum er eigentlich den Verschleiß seiner Uniformen mit zählte - vielleicht, weil sie ihm ein besseres Gefühl für geleistetes und durchlebtes vermittelten als die bisweilen surrealen Erinnerungen an die Geschehnisse selbst.
Man nehme nur den gestrigen Abend.
Eigentlich war er nur zum Wall gegangen, um mit dem Palisadenbau zu beginnen, nur um dann wieder einmal gezwungen zu sein, das Kommando zu übernehmen. Immerhin war er mittlerweile dazu mehr oder weniger durch die Kanzlerin legitimiert, und nicht mehr hauptsächlich deshalb dazu befugt, weil ihn zufällig die meisten kannten und die Soldaten ihm aus Gewohnheit folgten.
Rund 100 Echsen, darunter einige Rote und welche mit blauem Schuppenkleid. Die Roten stahlen den Elementar aus Volandurs Macht..bereich? Wie auch immer das funktionierte, und zwangen es, die Palisade im Norden in Flammen zu setzen.
Es ging so schnell, dass das Holz, dass er zuvor sogar noch mit Ton und Schlamm gegen Feuer geschützt hatte, Feuer fing und nieder brannte, dass er nur ein paar Minuten hatte, die Verteidigung zu organisieren. Immerhin: es klappte, und das Leuchtfeuer holte weitere Kämpfer herbei; die Magi Cantares und Volandur konnten durch klugen Einsatz ihrer Magie die Mittel der Echsen gegen sie verwenden, ein gewissermaßen sprichwörtlich heißes Spiel ums Überleben. Ein Soldat kam ernsthaft zu Schaden, nach dem er ihn zum Spähen auf den Wall entsandt hatte und der junge Kerl offenbar in all dem Lärm irgend etwas anderes verstand und ins Ödland lief.
Schlussendlich jedoch zogen die Echsen sich zurück, nach dem die Orks und auch der gute alte Schneid die bunt geschuppten Echsen getötet hatten - und dann geschah das surreale.
Vielleicht vom Lärm angelockt, vielleicht auch gelenkt, stürzten sich dutzende Untote auf die im Rückzug befindlichen Echsen.
Einige Herzschläge hatte er gebraucht um zu realisieren, dass das halbe Hundert der Lebenden keine Chance hatte und nieder gemacht wurde, da war er auch schon los gelaufen.
Ich will verdammt sein, wenn ich den Untoten freiwillig auch nur einen Lebenden überlasse, gleich ob Freund oder Feind!, und, völlig überraschend - die anderen waren ihm gefolgt.
Stolz hatte seine Angst verdrängt, als sie hinter ihm aufgetaucht waren, zerschunden, verletzt, aber dem Licht folgend: das richtige tun, gleich wie schwer es war.

Bedauernd sah er zu, wie einige der Wallschützen auf eine Echse anlegten, deren leerer Blick und stumpfes Schuppenkleid ihren neuen, unerfreulichen Status verriet, und die untote Kreatur gespickt mit Geschossen zu Boden ging.
Viel hatten sie schlussendlich nicht erreicht: sie hatten sich zurück ziehen müssen, es waren zu viele gewesen, und vielleicht ein halbes Dutzend Echsen hatte sich retten können, auch wenn einige in ihrer Panik die Streiter des Walls angegriffen hatten und ebenso gefallen waren.

Schmutzig und zerschlagen waren sie zum Wall zurück gekehrt und von hier oben hatte er mit ansehen können, wie die gefallenen Echsen sich neuerlich erhoben, zu grausigem Unleben.
Vielleicht gelang es einigen, sich durch zu schlagen und die Tat der Ungeschuppten zu verbreiten, ein zweites Standbein für den angestrebten Frieden, aber das war nicht der Grund für all das gewesen.
Nein - es war richtig, und dieses Gefühl hatte ihn seit langem wieder ordentlich schlafen lassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg ist das Ziel
BeitragVerfasst: 24.08.19, 17:00 
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Dracophobie

Im Kanter eine enge Kurve, nicht zu eng, sonst wäre der schwere Hengst noch unabsichtlich ausgebrochen. Ein Zweig mit Blättern wischte ihm durch das Gesicht, ließ ein Auge tränen, dass er nicht rechtzeitig zu bekam.
Gerade Strecke, Lanze senken, Ziel anvisieren, ausrichten. Der Elf kitzelte noch etwas mehr Tempo aus seinem Reittier heraus und kniff das tränende Auge zusammen. Lanze senken.. noch ein wenig - nein, höher!
Treffer!
Der lederne Riemen, mit dem der Übungsring befestigt war, löste sich und wehte wie ein klägliches Fähnchen der Lanze hinterher, die er nun wieder aufrichtete und Sternfall lobte, ihm den Hals klopfte und ihn anschließend durchparierte. "Ruhig, mein Freund. Wir sind fertig für heute."
Er las ein paar abgerissene Blätter aus seiner Uniform und zog sie über dem Plattenpanzer zurecht, denn wieder schien Fela stark und verwandelte das Metall in einen mittelnervigen Backofen. "Lass uns rein gehen und etwas trinken."
Der Hengst brummelte vielsagend und zog augenblicklich in Richtung Claiomhs Wacht. Er konnte bei derlei Übungen nicht kämpfen, er musste sich fügen und auf die leisesten Hilfen reagieren, passend den Schritt verkürzen oder sich sammeln und konzentriert arbeiten, und das gefiel ihm gar nicht! Dennoch arbeitete er gut mit und lernte selbst auch noch etwas dazu, so dass Ross und Reiter noch besser aufeinander eingespielt waren als zuvor, und da war dem Elf die leichte, beleidigte Misslaune seiner vierbeinigen Leberwurst ein erduldbarer Zustand.
Auf dem Weg in die Burg kamen sie am Gestüt vorbei, und trotz der Gluthitze wurde ihm spontan kalt, ein Schauer lief ihm den Rücken hinab und er spürte, wie ihm die Kehle noch mehr ausdörrte. Wie magisch wurde sein Blick auf den zerwühlten Boden gelenkt, und unwillkürlich spürte er ein Kribbeln im Nacken; er sah sich gezwungen, den Himmel ab zu suchen und erst nach einem gründlichen Rundumblick konnte er sich wieder einigermaßen entspannen.
Sternfall, der von alledem nicht viel mit bekommen hatte, trottete mit übertrieben hängendem Kopf weiter den gepflasterten Weg entlang.
Ich frage mich, ob sie uns nicht gesehen hat... oder tatsächlich nicht mit bekam, wer ihr diese schwere Verletzung zugefügt hatte, grübelte er und versuchte beeindruckend erfolglos das Bild der aus dem Himmel stürzenden Drachin zu verdrängen, die unangenehm nahe mitten im Gestüt gelandet war.
Die Angst hatte sein Denken weggespült, als Akassvae den Boden zum Beben brachte, und er erinnerte sich noch vage, die Magistra gepackt und weggezerrt zu haben, in die Nähe des schweren Blockhauses. Dort hatte er sie an die Wand gepresst, so nah, viel näher, als es schicklich war, aber sie hatte sich nun wirklich nicht beschwert, nur entsetzt an ihm vorbei gespäht auf den im Pferdegatter wütenden Drachen.
Ein älteres, kräftiges Tier war Akassvae schließlich zum Opfer gefallen und unter panisch schrillem Wiehern von ihr in die Lüfte gerissen worden, als die Lindwyrm schließlich wieder abhob und mit ihrer Beute absolut mühelos davon flog. Weder hatten sie Spuren ihrer vergangenen Verwundung entdeckt, noch dass dies die Drachin irgendwie eingeschüchtert hätte, und nachdem er wieder klar denken konnte war dies der Punkt, der ihm am meisten Angst eingejagt hatte.
Er lenkte sein müdes Ross zum Brunnen, stieg ab und löste den schweren Sattel, holte Wasser aus dem Brunnen und machte sich daran, das Tier sorgfältig ab zu waschen, vorsichtig, damit er nicht auskühlte und krank wurde.
Sie fürchtet die Geschosse nicht mehr... aber wir haben sie verändert. Vielleicht müssen wir auch die Art der Anwendung verändern.
Nachdenklich betrachtete er die Übungslanze am Sattel.
Wenn sie abgelenkt ist...ja, das könnte funktionieren.
Er musste den Drachenfall ja im Grunde nur mit einer Basisgeschwindigkeit versehen und ihn ausrichten, dann konnte er ihn mit dem Lösungswort zusammen einfach los lassen und theoretisch unbeheligt abdrehen...
Irgendwie hoffte er, während er dem Ross die Hufe auskratzte, dass er nie raus finden musste, ob dieser Plan etwas taugte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Weg ist das Ziel
BeitragVerfasst: 11.09.19, 09:24 
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Caith freute sich über die frühe Zuwendung, als er sie und Sternfall hinaus brachte, um im Grünen auf weichen Wiesen mit ihr zu arbeiten. Sie musste nervenstärker werden. Gewiss, er würde sie nicht in eine Schlacht reiten, aber dass sie ausbrach weil ein aufgeschrecktes Eichhörnchen empört mit Nüssen warf wollte er dann doch nicht noch einmal erleben.
Bis vor kurzem hatte er es vorgezogen, in den sicheren Mauern der Wacht seine Rösser zu schulen, immerhin schienen sie probaten Schutz gegen Lindwyrmangriffe zu bieten - was sich als schwerwiegende Fehlannahme erwiesen hatte, also konnte er genauso gut draußen auf den weichen, fruchtbaren Böden mit Caith arbeiten, während Sternfall entspannt graste. Und sie würden nicht über die entstellten, geschmolzenen Steine, die nun mehr einer Art erstarrtem See glichen denn Pflaster, stolpern...
Mit ruhigen Bewegungen befestigte er die Longierleine an ihrem Arbeitshalfter und wies sie mit einem sanften Stupser der langen Gerte an, sich von ihm zu entfernen, stellte sich ordentlich auf und hieß sie los zu laufen, bewunderte das Muskelspiel unter ihrem bronzegetönten, seidigen Fell. Ja, Sternfall war ein Prachtkerl, aber Caith stellte ihn mit ihrer anmutigen Schönheit und ihrem Sanftmut bei weitem in den Schatten!
Kurz prüfte der Elf den Himmel in alle Richtungen, während er sich mit dem ruhig ausschreitenden Pferd mit drehte; der Blick nach oben war obligatorisch geworden, entsprang aber nicht länger zwanghafter, beinah panischer Angst. Gewiss, die Ehrfurcht vor den Wyrmen war eher gewachsen als geschrumpft, doch abseits einem gesunden Respekt vor ihrer Gefährlichkeit konnte er keine Angst mehr spüren.
Maik legte die Longiergerte in die andere Hand und nahm einen Schellenring vom Gürtel, ließ ihn mit der freien Hand erklingen, indem er sich den Ring in unregelmäßigem Takt gegen den Oberschenkel schlug, und wie erwartet scheute Caith. Mit einem bestimmten, ruhigen Ruf wies er sie an, sich wieder dem Laufen zu widmen, und zeigte ihr somit, dass der fremde Lärm keine Gefahr darstellte; die Stute blähte die Nüstern, fügte sich nach kurzem Zupfen an der Longierleine aber und trottete weiter, die Ohren unruhig spielend.
Wieder ein Blick in den Himmel.
Nein, eigentlich... das hatte er auch Tendarion und Volandur so erklärt, hatte er nur seine Sterblichkeit anerkannt und seinen Frieden damit gemacht. Er musste lächeln, als er an die Reaktion seines Liebsten dachte, und vergaß sogar kurzfristig, das Musikinstrument zu misshandeln.
Natürlich war etwas mehr dahinter: sie hatten einer unüberwindbaren Situation gegenüber gestanden, und sie mit einigermaßen klugen, aber auch schlicht mutigen Taten gelöst, als sie füreinander einstanden, miteinander arbeiteten und auf gute Vorbereitungen hatten zurückgreifen können.
Wer konnte schon von sich behaupten, den Angriff zweier Feuerlindwyrme überlebt zu haben?
Schlussendlich war es doch so: sie nutzten die Geschenke der Viere, ausgerichtet an ihren Tugenden, und stritten vereint, dann konnten sie jedes Problem lösen.
Das hatten ein ehemaliger Schwarzmagier, ein Zwergenkrieger, ein Menschensoldat und ein Knappe der Ritterschaft bewiesen.
Leise klimpernd trieb er Caith mit einer Anweisung in den Trab, und siehe da, die scheue, sanfte Stute ignorierte den disharmonischen Unsinn mittlerweile.
Geduld, kluge Weitsicht, Mut und Zusammenarbeit.
Mehr würden sie nicht brauchen, um die Lindwyrme zu befrieden - und auch wenn er nach wie vor hoffte, es ohne den ersten toten Drachen seit Jahrtausenden zu schaffen, war er doch zuversichtlich, dass sie auch diesen Feuersturm überstehen würden.
Und ganz nebenbei genoss er den tiefen Frieden, den ihm diese Erkenntnis der Demut gebracht hatte: wenn er sterben würde, dann war das eben so - aber er würde kämpfend mit wehenden Fahnen untergehen.


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