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Eilig ritt er durch den Finsterwald. Wo er auch hinblickte. Entweder sah er Diener des Einen, bleiche, lebende Knochen, große Schlingpflanzen, die alles angreifen, was sie zu fassen bekommen, Bären, große Höhlenbären, verwirrt, durch eine unbekannte Kraft. Gleich, gleich hatte er es geschafft. Sobald er auf dem Weg sein würde, könnte er endloich schneller reiten. Im Wald war das unmöglich, wollte er nicht vom Pferd fallen. Er war einfach zu dicht. Endlich hatte er den Weg erreicht. Nun beschleunigte er seinen Ritt und ritt durch Schieferbruch in Richtung Brandenstein. Kurz davor ritt er in den Wald durch eine kleine Schlucht zu den verlassenen Baumhäusern, weche ihm vor einiger Zeit gezeigt worden waren. Hier hatter er seine Ruhe. Er stieg von seinem Pferd ab und setzte sich an den Strand. Er dachte zurück an die Zeit vor em Ritual.
Er hatte mit Nalia in Rohehafen auf dem Marktplatz gesessen. Über verschiedene, im Nachhinein betrachtet unwichtige Dinge hatten sie geredet. Auf einmal war ein Uhu direkt neben ihnen auf der Bank gelandet. Erstaunt und überrascht hatte er den Vogel betrachtet. Er wusste nicht wieso, jedoch hatte er das Gefühl, dass dies kein normaler Vogel sein konnte. Er sah ihm in die Augen und fühlte eine Merkwürdige Vertrautheit. Die Augen des Tieres waren merkwürdig kalt und abweisend. Im Schnabel trug er einen Zettel. Anscheinend wollte er den Zettel an ihn weitergeben. Er nahm in in die Hand und las. Folgendes war darauf zu lesen:
Es ist Zeit!
Die wandelde Gefahr muss gebrochen werden!
Sie studierte die alten Bücher und begab sich in tiefen Schlaf. Ihr wurde ein mächtige Schutz offenbart. Nur durch Opfer zu erreichen...und seine Auswirkungen sind selbst ihr unbekannt.
Doch hat sie beschlossen den Schutzzauber zu sprechen, mit euch allen!
Wir müssen etwas tuen! Am nächsten Sonnentag, wird sie es sprechen! Seid da!
Gez. Medeia
Erstaunt zog er eine Braue hoch, als er fertig gelesen hatte und reichte den Zettel Nalia. Wie er war auch sie überrascht als sie fertig gelesen hatte. Er warf dem Falken einen vielsagenden Blick zu und nickte stumm. Sogleich erhob sich der Falke wieder in die Lüfte und verschwand mit raschen Flügelschlägen. Er murmelte: "Was das wohl zu bedeuten hat? Nunja, wir werden es sehen."
Eine Woche später war er an der Hütte angelangt. Der Weg war hart gewesen, die Gefahren zahlreich. So war er nun erleichtert endlich das Gartentor aufzustoßen und sein Pferd ins Gatter zu stellen. Als das getan war, ging er rasch zur Tür der Hütte und trat ein. Drinnen waren schon einige seiner Brüder und Schwestern versammelt. Medeia, seine Lehrerin, Jamila, Valia, Hugin und natürlich Nalia, die den Zettel mit ihm bekommen hatte. er begrüßte alle mit einem "Nemoralis sumus". Auf dem Tisch in der Mitte des Raumes waren Blätter ausgelegt. Er wurde angewiesen, sie sich genau durchzulesen und einzuprägen. So tat er, wie ihm befohlen. Als alle die Zettel gelesen hatten, verließen sie gemeinsam die Hütte und gingen in den Garten. Die Zirkelhexen vorneweg, nur ihnen war es möglich, die Höhle zu betreten.
sie traten in eine Loch im Berg, doch nach ein paar Schritten wurde ihnen der Weg durch eine Rankenwand versperrt. Er war neugierig, wie die Hexen gedachten, dort hindurch zu kommen. Doch als Medeia mit ihrer Hand die Ranken berührte, taten sie sich auf und gaben einen Weg frei. Überrascht und neugierig zugleich folgte er den anderen in die Höhle. Sie schritten durch einen Gang, hoch genug, dass man aufrecht stehen konnte. Ein wenig stickig war die Luft, es roch nach Moder. An den Wänden fand sich Moos und in den Ecken waren Spinnennetze zu sehen. Scheinbar legte niemand Wert darauf, die Höhle zu säubern. Sie traten aus dem Gang heraus in eine große Halle. In der Mitte des selbigen stand er, der Baum des Lebens. Hier war die Macht der Mutter am stärksten. Jamila schritt zu einer Kiste und zog ein paar Bündel heraus. Jeder der Junghexen und auch der Kräuterhexen warf sie eines zu, ob sie darauf vorbereitete waren, oder nicht, schien sie daran nicht zu stören. Er fing das Bündel mehr oder weniger sicher. Als er es vor sich hielt und es sich entknüllte, erkannte er eine Robe. Grau und schlicht war sie, wie die Roben der andern nicht Zirkelhexen. Die Zirkelhexen trugen Ritualroben, bestickt mit verschiedenen Hexenrunen. Mystisch sahen sie aus, geheimnisvoll. Alle wurden geheissen ihr Umhänge abzulegen. So tat jeder, wie ihm gehiessen. Medeia schritt zum baum und zog eine Ziege hinter sich her. Er hatte sie nicht bemerkt beim Eintreten, jedoch hatte sie sie wohl mitgenommen. Er erinnerte sich and die Zettel. Ja, so musste es gewesen sein. Denn ein Opfertier war von Nöten, sofern die Aufzeichnungen stimmten.
Medeia drehte sich zu den andern Hexen und Hexern und erinnerte sie an ihre Worte. Sie wusste nicht, ob es helfen würde, oder nicht. Man müsse es einfach versuchen, es war die einzge Möglichkeit. Er hatte schon an dem einen oder anderen Ritual teil gehabt, seit er auf der Insel angekommen war. Jedoch war noch kaum eines so wichtig für die Hexen gewesen, wie dieses. Die drei Heupthexen, eine von jedem Zweige, also eine des hellen Zweiges, eine des dunklen Zweiges, und eine des grauen Zweiges stellten sich in einem großen Dreieck auf. In der Mitte des Dreiecks befanden sich der Baum mit dem Tier daran gebunden. Jamila, die Sprecherin des grauen Zweiges ging langsam los, ihren Stab in der Hand, und beschrieb mit selbigem einen Kreis um das Dreieck, welches die Ecken des Dreiecks nicht berührte. Als sie wieder auf ihrem PLatz angekommen war, erhob sie die Stimme und sprach:
Oh Du Mutter der Luft, wir rufen Dich!
Bitte Beschützte diesen Kreis.
Oh Du Mutter des Feuers, wir rufen Dich!
Bitte Beschützte diesen Kreis.
Oh Du Mutter des Wassers wir rufen Dich!
Bitte Beschützte diesen Kreis.
Oh Du Mutter der Erde wir rufen Dich!
Bitte Beschützte diesen Kreis.
Öffne dein Tor und heiße uns Willkommen
Zur Stärkung des Schutzkreises, welchen sie gezogen hatte, sprachen die anderen Hexen und Hexer die Worte:
Wächter des Kreises,
Wächter der Macht,
Wächter des Tages
und Wächter der Nacht.
Ich rufe Euch!
Die drei Trinitätyhexen, die redenden Haupthexen, stellten sich an ihre Positionen. Die übrigen Hexn und Hexer stellten sich um den schutzkreis auf. Das Ritual erlaubte ihnen weder ihn zu berühren, noch ihn zu überschreiten. Nun folgte die Anrufung der Mutter. Schon alt war diese Anrufung, eine Vorbereitung auf jedes Ritual, das wusste er. Jede Hexe und jeder Hexer sprach diese Zeilen, jeder kannte sie, musste sie kennen. So sprachen sie alle folgendes, während sie all ihre Gedanken auf den Baum des Lebens konzentrierten:
Erde unten, Himmel oben, lasst mich Eure Liebe loben,
Urnatur und Kraft der Erde, helft mir, dass ich mächtig werde,
Wasserläufe, Frühlingsregen, gebt mir Euren sanften Segen,
Sommerfeuer, Flammenlicht, ohne Euch gedeih ich nicht,
Wind des Herbstes, Atemluft, zeigt mir Euren reinen Duft,
Kreis ringsum und Licht in mir; Unsre Kraft vereint sich hier.
Nachdem alle fertig gesprochen hatten, war bereits die Luft im Innern der Höhle von Energie erfüllt, deutlich war sie zu spüren, die Anwesenheit vieler Hexen. Wie er den Schriften entnommen hatte, war die Sprecherin des Grauen Zweiges für die Erbittung des Schutzes zuständig. Die Sprecherin des Weißen Zweiges hatte die Augabe, das Opfertier zu segnen. Die Sprecherin des Schwarzen Zweiges war schließlich dazu erkoren, das gesegnete Tier der Mutter zu opfern. So erhob nun Jamila, die Sprecherin des Grauen Zweiges die Stimme und sprach mit einem beschwörenden Unterton in der Stimme:
Mutter, höre unsren Reim,
hilf zu schützen unser Heim.
Der Eine will uns dort vertreiben,
hilf uns bitte hier zu bleiben.
Hilf uns rasch mit deiner Macht,
Wir brauchen sie, noch diese Nacht.
Versammelt sind deine Kinder hier,
Voll Ehrfurcht beten sie zu dir.
Die Zweige sind zusammen nun
Vereint in einem einzgen Tun.
Hell und Dunkel, Schwarz und Weiß,
Wir zahlen einen hohen Preis.
Neben jenem Opfertier,
opfern unser Blut wir dir.
Nimm es an und hilf uns nun,
Wir wissen nicht, was wir sonst tun.
Die Hexe verstummte und lies ihre Worte auf die anderen wirken. Nach einer kurzen Pause übernahm die Sprecherin des Weißen Zweiges, Valia das Wort. Sie trat in die Mitte des Dreiecks, legte dem Opfertier die Hand auf den Kopf und sprach:
Ich segne dich durch Mutters Macht,
Mit der sie mich hat einst bedacht.
Mutter, nimm das opfer an
Nimm dich unsres Schutzes an!
Die Ziege hatte sich anfangs gegen ihre Hand gestreubt, doch nun stand sie völlig ruhig da. Die Hexe wendete sich den übrigen Hexen zu und sprach:
Brüder, Schwestern, helft mir nun
Unsre Kräfte zusammen zu tun.
Spendet einen Teil der Macht,
Mit der die Mutter euch bedacht.
Damit sie uns helfen mag
werden wir zusammen stark.
Schützen zusammen der Mutter Wald
und vertreiben den Einen bald.
Alle übrigen Hexen und Hexer konzentrierten ihre gesamte Kraft, welche sie einst von der Mutter erhalten hatten, auf den Baum. Die Luft bebte förmlich vor konzentrierter Eneergie. Valia trat zurück und Medeia, seine Lehrerin und Sprecherin des Schwarzen Zweiges trat zu dem Opfertier hin. Ihre Stimme hallte durch die ganze Halle, während sie die Worte sprach:
Mutter, nimm das gesegnete Tier,
wir opfern es in Ehrfurcht dir.
Möge es dich dazu bewegen,
deine Macht zum Schutz zu regen.
sie hob die Hand und etwas in ihrere Hand blitzte auf. Ein Schneller Stich, ein schneller Schnitt, und das Opfertier ging zu Boden. Den Dolch, denn von einem solchen war wohl das Blitzen hergerüht, ließ sie sofort verschwinden. Sie hob die Hände in die Luft und sprach mit beschwörender Stimme:
Mutter hilf mit deiner Macht,
wir beten, dass sie nun erwacht!
Mutter dulde das Böse nicht,
und erneuere hier das Gleichgewicht!
Das Blut des Opfertieres blieb nicht, wie es eigentlich hätte sein müssen, unter dem toten Körper liegen, sonder es floss zu dem Baum hin und wurde von ihm förmlich aufgesogen. Ein Beben war zu spüren und die Luft entlud sich schlagartig aller Energie. Eine Weile lang standen alle still. Doch dann schritt Jamila erneut los und begann die gezogegen Linien des Schutzkreises zu verwischen. Als sie fertig war sprach sie:
Möge die Mutter uns beschützen und Frieden bringen und in Liebe über uns wachen.
Wir Danken und entlassen Dich aus diesem Kreis.
Schliesse deine Tore.
Alle Hexen und Hexer sprachen als letzte Worte:
Wächter des Kreises,
Wächter der Macht,
Wächter des Tages
und Wächter der Nacht.
Ich danke Euch!
Somit war das Ritual vollbracht. Langsam gingen die Hexen und Hexer zu den Bänken, welche in der Nähe des Altars in der Halle standen. Erschöpft waren sie alle gewesen, viel Kraft hatten sie gespendet. Alle hofften sie auf eine baldige Wirkung. Sie redeten noch ein wenig über die jüngsten Ereignisse. Jamila erzählte von einem Fluch und einem Treffen mit den Myten. Sonst gab es nichts mehr zu erzählen. Nach und nach gingen alle Hexen und Hexer. Er begab sich in die Hütte, legte sich dort auf die Bank und schlief ein. Er war zu müde, um noch etwas anderes zu tun.
Und nun, da er sich alles noch einmal hatte durch den Kopf gehen lassen, murmelte er zu sich selbst: "Wie lange es wohl noch dauert, bis sich eine Wirkung zeigt.... Es kann nicht umsonst gewesen sein!"
Noch eine Weile saß er so in Gedanken am Ufer, bis er sich schließlich in eines der verlassenen Baumhäuser zum Schlafen legte.
Zuletzt geändert von Jariel Praiotin: 13.10.02, 18:41, insgesamt 1-mal geändert.
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