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 Betreff des Beitrags: Duell vor Brockental
BeitragVerfasst: 6.10.02, 00:11 
Edelbürger
Edelbürger

Registriert: 11.12.01, 12:05
Beiträge: 1201
Wohnort: Weiten des Irrsinns
Ein lauter Ruf erschallte: „Wachen!“
Immer wieder brüllte jemand mit rauer Stimme, während er eilig durch die Straßen lief. Rumgosch blinzelte, ob des plötzlichen Lärms aus dem Schlaf geweckt. Ein genervtes Brummen ward zu hören, als er sich mühselig aus dem Bett aufraffte. Er rieb sich verschlafen die Augen, dann sah er sich in dem kleinen Zimmer um, in welchem er genächtigt hatte. Es war das erste Zimmer, oben in Dorgaschs Taverne, in welchem der Grag’Tor schon damals immer geschlafen hatte, als die Klenrock’Dwarschim noch in Brockental lebten. Immer noch verschlafen rappelte er sich auf und machte zwei Schritte zum Wandschrank. Schnell zog er diesen auf und packte den Umhang, welchen er darin verstaut hatte. Eilig schwang er ihn über seine Schultern, zurrte ihn fest und stieg in die schweren Stiefel. Das Fethrilhemd, als auch die Hose hatte er im Schlaf getragen, sodass er nur noch seine Armschoner anschnallen musste. Kurzerhand packte er die mächtige Waffe der Ahnen, welche ihm einst überreicht worden war, und ging, so gerüstet, zur Türe hin. Nun öffnete er diese und stapfte geschwind die Treppe hinab, wobei er die Axt mit der rechten Hand fest umgriffen hatte. Nur kurz nickte er Dorgasch, Celindra und Ragolosch zu, welche beunruhigt hinter der Theke standen.

Sogleich hatte er die Taverne durchquert und stand auf der Straße, weit und breit war kein Dwarschim zu sehen – auch bei der Schmiede ward es ungewöhnlich ruhig. Also tat er das Naheliegendste: Er marschierte mit schweren Schritten den Hauptweg zum Tore hin. Er sah einige Dwarschim am Tore stehen, manche gerüstet, manche in Alltagskleidung – doch sie alle hatten eine Waffe in ihren Händen.
Rumgosch kniff die Augenbrauen zusammen und betrachtete die Szenerie, während er näher herantrat. Was bei Bellum’s Barte ging hier vor?
Als er zu den ersten Dwarschim stieß, hörte er auch von draußen Rufe und wüste Beschimpfungen, sodass er sich nicht mit den Dwarschim am Tor abmühte, sondern direkt durch das Tor hinaus spazierte.

Dort sah er, was die Brüder und Schwestern so aufgebracht hatte: Einen großen, kräftigen Orken, in dessen Händen eine gewaltige, mit Dornen bespickte Axt ruhte. Etliche Dwarschimkrieger hatten den wüst Schimpfenden eingekreist, sodass er keine Möglichkeit mehr zur Flucht hatte. Es schien noch zu keinem Kampf gekommen zu sein, denn die Bra’Gara und die Wachen hielten respektvollen Abstand zu dem Orken.
Rumgosch ward klar, was nun geschehen musste – und was von ihm erwartet wurde. Er musste sich diesem Monster stellen, in einem Zweikampf. Und das Volk würde ihm zujubeln, ihm Beistand leisten.
Ha! Dem Warzenarsch würde er zeigen, was für ein Krieger er ist ... und diejenigen rächen, welche durch die Hand dieser Viecher gestorben sind. Er würde ruhmreich aus dem Kampf gehen ... egal, wie er ausging!

„Verschwinde, dreckiger Rhazz! Oder Bellum wird dein Richter sein!“ rief der Grag’Tor dem Orken zu. Dieser schnaubte nur verächtlich und hob seine Waffe bedrohlich in die Richtung des Dwarschimkriegers.
Die anderen Dwarschim nickten Rumgosch ehrfürchtig zu und traten mehrere Schritte zurück, immer noch einen Kreis um den Orken bildend.

Mit lautem Getöse sprangen beide vor, wirbelten ihre Waffen herum und schlugen nacheinander. Mit unglaublicher Geschwindigkeit sauste die eine Waffe hernieder, während der Verteidiger in letzter Sekunde parierte oder wegsprang – nur, um sofort einen Gegenschlag zu führen.
Nach etlichem hin und her nutze der Ork einen Patzer in der Deckung des Dwarschim, sodass die Axt auf seinen goldenen Armschoner niederkrachte und diesen zweiteilte. Erschrocken schrieen die Umstehenden auf, als der Grag’Tor zu Boden ging. Doch dieser rollte sich geschickt ab und sprang wieder auf seine kurzen Beine, trotz des immensen Schlages, welchen er abbekommen hatte. Sein Fethrilhemd hatte verhindert, dass die Axt seines Gegners in seine Schulter eingedrungen war ...
... doch nun hörte das gegenseitige Austesten der Kontrahenten auf. Bis jetzt waren sie vorsichtig gewesen, hatten nach Schwächen gesucht, aber nun würde der Kampf losgehen, mit aller Kraft!

Rumgosch biss die Zähne zusammen, seine Backen röteten sich, der Zorn stieg in ihm auf, da er sich hatte zu Boden ringen lassen. Seine Unterlippe zitterte, seine Fäuste hielten den Kürzer fest umgriffen.
Mit lautem Geschrei stürzte er voran, diesmal wurde der Kampf mit viel mehr Leidenschaft geführt. Die Waffe des Orken sauste an dem Zwergen vorbei, dieser sah die ungedeckte Seite des Orken und schleuderte kräftig seine Axt danach. Der Ork riss sein Bein hoch und trat nach dem Zwergen, in der Hoffnung, so dem gefährlichen Schlag ausweichen zu können. Dies gelang ihm nur teilweise ... Rumgosch taumelte zurück, von dem Tritt schwer getroffen, doch seine Axt riss eine hässliche Wunde in die Seite des Orken. Blut tropfte daraus hervor, das Vieh grunzte und fletschte seine Hauer. Ein tiefes Knurren ertönte und wieder sprangen die beiden Krieger aufeinander los.
Hin und her, Angriff und Parade, Aufwärtshieb und Seitswärtshieb folgten rasch aufeinander.
Rumgosch wirbelte seine Axt mit aller Kraft in die Höhe, der Ork konnte die seinige noch rechtzeitig in eine Abwehrposition bringen – doch der Schwung des kräftigen Hiebs schmetterte den Orken zurück, sodass er einige Schritte zurücktaumelte und schließlich niederfiel.

Erschöpfte stützte sich Rumgosch auf seine Axt und schnaufte schwer. Der Ork rappelte sich grollend auf und betastete seine Wunde. Dann hob er wieder die dornenverzierte Axt hoch und sah auffordernd zu Rumgosch hinüber, welcher nun ebenso seine glimmende Axt hochhob.
„Für Bellum“ schrie er aus, dann rannte er auf den Orken zu. Dieser hob geschwind seine Axt in die Höhe und zog mit aller Kraft durch. Die Waffe sauste mit gewaltigen Tempo von rechts oben herab. Zweifelsohne würde der Hieb einer solchen Waffe selbst das heilige Fethril sprengen, doch bevor es soweit kam, duckte sich Rumgosch und wich nach links aus, sodass der Hieb des Ungetüms durch die Luft sauste, ohne Schaden anzurichten. Rumgosch dagegen vollführte mit beachtlichem Schwung einen Aufwärtshieb, welcher mit aller Wucht auf den Rücken des Orken krachte und ihn zu Boden schmetterte.

Still ward es. Nur das röchelnde Schnaufen des Orken ward zu hören, doch von Sekunde zu Sekunde wurde es leiser. Eine riesige Wunde prangte an seinem Rücken, tief hineingeschnitten hatte sich der Kürzer des Zwergen.
Langsam sahen die Anwesenden von dem zum Tode Geweihten auf und sahen Rumgosch an, dessen Brust sich durchgehend hob und senkte. Seine Augen glühten, der Kampfesrausch ward noch in seinem Gesicht zu sehen. Nur sehr langsam lösten sich Unter- und Oberkiefer von einander, um laut herauszuschreien:
„DHRAR KROLL DWARSCHIM!“


... wenige Tage danach wurde Rumgosch ‚Rhazzschlächter’ zum Kan’Thrag ernannt.


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