Gespannte Ruhe liegt über dem Magierturm zu Tiefenbach. Bereits seit Tagen sind die Fenster der unteren Stockwerke vermauert, die wertvollen, geheimen Bücher mit dem gesammelten magischen Wissen aller drei Zweige versteckt und die Graue Garde und die Magister in ständiger Alarmbereitschaft. Die Angst geht um – selbst unter den mächtigen Magiern. Offenbar können auch sie sich nicht sicher sein, dass sie von den Horden des Einen, die bereits zwei Städte eroberten, verschont bleiben, offenbar haben auch sie Angst vor den Wesen und Dienern Mandors, die in der Nähe ihre Befestigungen aufbauen.
Wo noch vor einem halben Mond geschäftiges Treiben herrschte, wo gelehrt und gelernt wurde, man sich an Diskussionen beteiligte und über das Wesen der Welt philosophierte, findet nun fast kein Unterricht mehr statt, stattdessen verbringt man die Zeit mit seinesgleichen in den Zimmern des Turmes. Selten wird jemand gesehen, der das Turmgelände verlässt, doch einige Mitglieder der Grauen Garde kommen und gehen ab und an, offenbar mit einem festgesetzten Ziel – und dies, obwohl der Turm doch scheinbar von der Außenwelt abgeschnitten ist, alle Brücken von den Dienern des Ungenannten zerstört wurden. Die Lehrmeister verfügen vermutlich über ihre eigenen, verschlungenen Wege, den Turm zu verlassen und dorthin zu kommen, wohin sie wollen, ohne dass es jemand bemerken würde.
Auch wenn der Turm deutlich voller ist als zu Friedenszeiten – wer ist bei einem Dämonenangriff schon gerne im Freien? – halten sich nur wenige Personen in der Aula aus, in der früher die erwähnten, regen Diskussionen stattfanden. Wer sich dort befindet, wartet entweder auf jemanden oder aber er hat keinen anderen Ort, wo er mehr hingehen kann: Flüchtlinge aus Tiefenbach wurden notdürftig untergebracht, doch im Gegensatz zu den Magiern, die sich scheinbar tagelang alleine in engen Gemächern mit einem Buch einschließen können, haben auf einige von ihnen die notdürftig zu Schlafquartieren umfunktionierten Lagerräume unter der Erde wohl eher beklemmende Wirkung. Sie ziehen es vor, ihre Zeit gemeinsam in der Aula zu verbringen, als alleine in den kleinen Räumen. Doch auch unter diesen einfachen Leuten ist die Anspannung spürbar, meist werden zwischen ihnen nur sorgenvolle Blicke ausgetauscht – kaum sind Gespräche zu hören. Die Entscheidungsschlacht steht kurz bevor, sie wird die Entscheidung bringen, ob der Magierturm weiter in sehr großer Gefahr schweben wird oder ob die Truppen des Einen aus Tiefenbach vertrieben werden können – zurück in die Löcher, aus denen sie gekrochen sind.
Plötzlich wird der nur noch von ein paar Fackeln und Kerzen erhellte, große Raum in grelles, blaues Licht getaucht: Etwa einen Schritt über dem Boden hat sich eine gleißende Kugel gebildet. Viele der anwesenden Bürger sind aufgesprungen, einige flüchten schon in die Kellerräume, ein Mitglied der Grauen Garde, eine Frau die nun schon seit einem Zyklus ruhig auf einem Stuhl sitzt, in ein Buch vertieft, stützt sich wie beiläufig gegen einen kleinen Vorsprung in der Wand und murmelt leise einige unverständliche Worte. Währenddessen wird die Kugel mit unendlicher Langsamkeit größer – kaum erkennt man überhaupt, dass sie wächst.
Die Aula füllt sich nun sehr schnell, von allen Seiten scheinen Magier zu kommen – Mitglieder der Grauen Garde, Magister kommen die Treppen hinab oder hinauf und selbst aus Räumen, die vor kurzem noch leer waren und die eigentlich keine weiteren Türen aufweisen... Von irgendwoher kommt langsam, aber bestimmt, die Anweisung: „Bewahrt Ruhe, wenn es die magischen Barrieren durchdringen konnte, dann kommt es offenbar von einem Freund. Wäre es ein Angriff, dann würde es sich rascher entwickeln.“ Überraschend ist, dass viele der Magier die Augen geschlossen haben und leise vor sich hin murmeln, andere halten ihre Stäbe schützend vor sich oder aber haben die rechte Hand in Richtung der Kugel ausgesteckt, als wollten sie sie ergreifen.
„Ein Translokationszauber! Er kommt aus Richtung des Festlandes.“ wird aus einer anderen Ecke, in der mehrere Magister stehen, gerufen, worauf nach und nach einige Magier zustimmend nicken. Auch wenn einige der jüngeren Anwesenden schnell atmen und sich offenbar nur schwer davon abhalten können, wegzulaufen, liegt immer noch eine scheinbare Gelassenheit über der Gruppe, die – mit geschlossenen oder offenen Augen – das Objekt betrachtet, das sich dort bildet. Mag es an der Ausbildung der Zauberer, den Anweisungen oder aber dem Gottvertrauen liegen, keines der Mitglieder des Turms rennt einfach weg – doch wohin sollte es auch rennen, wenn zwischen ihm und dem einzigen (bekannten) Ausgang diese blaue Kugel schwebt.
Doch inzwischen ist es keine Kugel mehr, sie ist flacher geworden und hat sich zu einer Art Oval ausgeformt. Sie hat nun einen Radius von fast einem Spann und ist wohl kaum noch einen Fingerbreit dick. „Seine Magnifizenz Dunvallo Linari kehrt zurück“ wird von mehreren Seiten geflüstert. Und tatsächlich, nach einer Zeit, die fast wie eine Ewigkeit erscheint und die um ein Vielfaches länger ist, als bei einem normalen Portalzauber, bildet sich ein Mondtor, welches nun ein Oval von zwei Schritt Höhe, einem Schritt Breite und einer kaum erkennbaren Dicke ist.
„Da stimmt doch etwas nicht“ kann man hören und tatsächlich, in dem Portal bilden sich immer wieder Risse, als würde etwas die magische Verbindung zwischen dem weit entfernten Festland und Siebenwind stören. Nicht wie sonst ist die andere Seite schemenhaft erkennbar, stattdessen chaotische, bunte Wirbel. Offenbar sieht man bei dieser Variante des Torzaubers nur ein Stück weit den magischen Kanal entlang. War das in dem Tor da eben ein grauer Luftwirbel, der von Links nach Rechts flog? Nein, völlig unmöglich, innerhalb eines solchen astralen Tunnels wirken doch keine Elementarkräfte...
Kurzzeitig schienen sich sogar zwei graugewandete Arme hinter dem Luftwirbel zu erheben und zwei Objekte loszulassen, die in Richtung des Portals am Turm flogen.
Dann schießt eine Wolke gelben, stinkenden Rauchs aus dem Oval heraus in die Aula, nur um wenige Spann außerhalb des immer noch grell blau leuchtenden Objekts gegen eine unsichtbare Barriere zu prallen und langsam gen Boden zu sinken. Eine ältere Dame mit weißem Haar tritt vor und deutet mit ihrem Stab zielsicher auf den Rauch – obwohl ihre Augen immer noch verschlossen sind. Irgendetwas spricht sie vor sich hin „ur zechti odal, vjera ventus, narbule!“. Leise sagt sie: „Eindeutig dämonisch, wohl aus dem Reiche ‚Aiwenn Dâmahn’. Vielleicht kommt der Daimonid hindurch, haltet euch bereit.“ Um dann mit einer kurzen, wegwischenden Bewegung mit der Linken und den Worten „ing hagal“ den Rauch verschwinden zu lassen – es sieht so aus, als würde er von einer unsichtbaren Kraft weggeweht.
Die versammelte Menge kann nun wieder auf das Tor selbst sehen, dessen Ansicht vorher durch den Rauch versperrt war. Hier bietet sich ein überraschendes Bild: Das helle, klare Blau ist zu einem dunklen Rot geworden, das eher Licht in sich aufzusaugen scheint, als selbst Licht zu spenden. Immer wieder sieht man nun Blitze durch das Oval zucken, ab und an sieht man auch etwas, was aussieht, als sei es ein Luftwirbel mit menschlichen Armen und ebensolchem Kopf. Am Fuße des Portals liegen, kaum beachtet, zwei versiegelte Schriftrollen, die offenbar aus dem rot glimmenden Objekt kamen, als es durch den Nebel verdeckt war.
Nun wird etwas höchst Seltsames im Tor sichtbar: Mehrere Entladungen treffen die Kreatur aus Wind, sie scheinen alle von einem Punkt hinter dem Wesen auszugehen, der nicht sichtbar ist. Ein Arm der Manifestation wird abgetrennt und fliegt langsam von ihm weg. Daraufhin beginnt der andere Arm, sich aufzulösen und ebenfalls ein Teil des Wirbels zu werden, dann wird diese Luftsäule immer länger und wie ein Tentakel schießt sie vor. Dann sind für einige Zeit wieder nur Wirbel zu erkennen, nicht einmal mehr undeutliche Schemen.
Ein Klumpen brauner, stinkender Qualm, kommt aus dem Oval heraus und sinkt auf den Boden, dann ein Schwall einer dunkelroten Flüssigkeit – Blut. Es herrscht absolute Stille, jeder versucht, ein Bild des Kampfes, der sich inmitten des magischen Kanals abzuspielen scheint, erhaschen zu wollen.
Das Portal wird langsam kleiner, die Verbindung zwischen Draconis und dem Magierturm wird durch etwas gestört und beginnt, zu kollabieren. Ein scharfer, reißender und lauter Ton erklingt, das Tor schnappt nun ruckartig zusammen. Im letzten Moment, in dem das Portal noch offen ist und die Aula in gespenstisch rotes Licht taucht, kommt etwas heraus. Zuerst sieht es so aus, als wäre das Objekt, dass da auf den Boden klatscht, wegen dem Licht rot, doch dann wird für alle erkennbar, dass es diese Farbe von sich aus hat.
Auf dem Boden liegt eine Ansammlung von Fleischklumpen, Knochen und Blut, die langsam auseinander läuft. Keine menschlichen Umrisse sind mehr zu erkennen, keine Organe oder Knochen scheinen mehr in einem Stück zu sein. Das einzige, was man noch erkennen kann, ist ein silberner Armreif neben einem Fetzen blauen Stoffs, auf dem gut sichtbar und für alle deutlich erkennbar das Siegel der Akademie zu Tiefenbach eingraviert ist. Darunter steht: „Erzmagus Dunvallo Linari“.
Dunvallo Linari ist tot, daran kann kein Heilzauber, keine Weißmagie mehr etwas ändern, selbst für ein Wunder der Vitama ist es wohl zu spät. Nachdem die Trauer überwunden ist, kann man einen Blick auf die beiden Schriftrollen werfen, die am Boden des Turmes liegen und das Siegel der Akademie zu Draconis tragen. Es handelt sich um die Urkunden, die Aurax Ellrothon und Yerodin als Hochmagi auszeichnen.
Durchsucht man das Zimmer Dunvallos, so kann man unter anderem eine kurze Notiz finden, die mit mehreren Siegeln der Grauen Garde und des Magierturms versehen ist.
„Sollte ich einmal aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage sein, den Magierturm oder die Graue Garde zu leiten, so übernimmt Magister Aurax Ellrothon die Leitung des Magierturms und Adeptus Kalveron die Leitung der Grauen Garde. Beide zeichneten sich immer durch vorbildlichen Eifer, Treue und Pflichterfüllung aus. Ich setze daher mein Vertrauen in sie. Hoffentlich litten beide Institutionen nicht lange Zeit unter meinem Tod, meinem Verschwinden oder meiner geistigen Verwirrung, was auch immer der Grund für meine Unfähigkeit zu weiteren Leitung beider sein möge. Euch beiden will ich hier raten, zuerst einmal eine Inventur zu machen, über was ihr verfügt und was notwendigerweise verändert werden muss und eure ersten Entscheidungen in jedem Falle durchzusetzen, denn solch ein radikaler Wechsel kann notwendig sein, wenn längere Zeit wichtige Entscheidungen nicht mehr getroffen wurden.“
Die Mitteilung ist nur mit „Dunvallo“ unterzeichnet und scheint zumindest schon einige Zeit in der Schublade, in der man sie finden konnte, gelegen zu haben.
[OOC bleibe ich euch natürlich erhalten und werde allen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zu den Gründen, die rein persönlicher Natur sind:
Ich war immer der Meinung, dass hohe IG Positionen verpflichten. Das habe ich bei allen anderen, die hohe Positionen hatten und nie eingeloggt sind, immer gesagt. Denn wenn sich andere auch OOC auf einen verlassen, dann muss man entweder regelmäßig spielen oder aber seinen Char, oder zumindest seine Position, aufgeben. Dies tue ich jetzt, denn ich habe in der letzten Zeit gemerkt, dass ich nicht mehr so viel Zeit habe, um kontinuierlich mitspielen zu können. Ich habe wöchentlich vielleicht nur noch sechs Stunden gespielt, auch wenn ich (hoffentlich) OOC fast immer da war, ist das meiner Meinung nach nicht genug. Das hat in der GG und am Magierturm einigen Schaden angerichtet, auch wenn der vielleicht für viele noch nicht sichtbar ist, bin ich mir doch sicher, dass ich ihn – im Laufe der Zeit – angerichtet habe.
Daher beschränke ich mich ab jetzt auf Aufgaben, die besser zu meiner Zeitplanung passen: OOC Dinge, die nicht dringend zu einem bestimmten Zeitpunkt sein müssen. Das bedeutet, dass ich gerne Support und Beratung von Magierturm und GG mache, auch werde ich mal zusehen, dass es am Magiesystem Fortschritte gibt. Aurax und Kalveron sind sicherlich überrascht, von meinem plötzlichen IG Verschwinden und von der Ernennung – natürlich haben sie noch die Möglichkeit, IG wie OOC das Amt abzulehnen und jemand anderen als Nachfolger auszuwählen, aber es würde mich sehr freuen, wenn die beiden das übernehmen könnten. Beide sind nicht sehr im Staff eingebunden, so dass endlich mal genug Zeit für Magierturm und GG bleibt... Ihr findet mich, wie immer, in den IRC Channels (ab jetzt auch hoffentlich wieder häufiger in #7w-magier.
Achja, dass ich Dunvallo begrabe, bedeutet nicht, dass ich nie mehr einen Char auf Siebenwind spiele werde. Mir machte das Spielen auf Siebenwind trotz aller Probleme (fast) immer sehr viel Spaß und daher kann es gut sein, dass ich mit einem Char anfange, der keine Verpflichtung zu spielen mit sich bringt. Aber wenn ich es tue, wird niemand erfahren, wer OOC dahintersteckt.

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