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Etwas unschluessig hielt sie zunächst das kleine Stöckchen in Händen, ehe sie langsam begann mit diesem schmale Linien in die aufgeweichte Erde zu zeichnen. Ein Strich senkrecht, vier von diesem ab, wobei zwei sich wieder treffen. Etwas schief sahen die vagen Striche schon aus, doch genuegte diese Zeichnung ihrem alten Niah`Tragantor, um erste Schluesse zu ziehen, so schien es zumindest. Leise murmelte er einige Worte vor sich her. Mit einem schrägen Seitenblick zu ihm auf, vernahm sie diese. Als er sprach, sah sie vage einige Bilder vor sich, einen Rune, ähnlich der Zeichnung, eingeritzt in Haut...Blut... .
Sie gingen zusammen wenige Schritte durch den Simil, es verhalf ihr wieder zur Ruhe. Langsam, in ein Gespräch vertieft traten sie aus dem Dickicht, suchten die Bruecke zu ueberqueren, doch gebot ihnen eine Person einhalt. Ein Mensch, von recht großer und bulliger Statur. Hinter diesem ein weiterer, gekleidet ihn eine rote Robe, die Kapuze dieser bis tief ueber den kopf und ins Gesicht gezogen, so dass nur noch eine finstere Schwärze darunter erkennbar war.
Sie wollten sie nicht ziehen lassen, zumindest nicht zusammen, nur einer sollte die Bruecke ueberqueren, und die andere bleiben, zu sprechen mit dem berobten.Tragantor weigerte sich, sie alleine zu lassen, erst nach einigen Drohungen, und dann auf die fast resignierte bitte Miriamels hin, verlies er die Bruecke.
"Warte bei den Lath`, mir...wird schon nichts geschehen, niah`ma", waren ihre letzten Worte, ehe er sie verließ, und die zwei Menschen sich ihr zuwandten. Äusserlich wie meisst unberuehrt, durchzog nun doch innerlich ein zittern ihren Körper, als ihr Blick nunmeht erneut, musternd auf den Mann in roter Robe fiel.Schwer schluckte sie, ließ sich jedoch nichts anmerken und blickte beiden nur weiter ruhig entgegen. Ebenso lies sie es auch geschehen, als man sie zu zweit in ein nahegelegenes, sehr dichtes Waldstueck brachte, abgelegen vom Wege.Eingekeilt zwischen beiden, hielten sie inne, und der berobte bat sie auf dem Waldboden Platz zu nehmen. Ohne weitere umscheife begann er mit seinen Fragen, während der andere - in einer drohende Art - neben ihr stand, sie zu halten sollte sie fliegen wollen. Wenige blicke warf sie um sich, der Wald war dicht und dunkel, wie wollte ein bulliger Mensch in Ruestung sie aufhalten, sollte sie auch nur einen Satz nach hinten machen? Innerlich musste sie schmunzeln, dennoch blieb sie wie erstarrt sinken, als sie die Hand an seiner Waffe sah. Leise begann er zu sprechen, die Stimme lies ihr jedoch einige kleine Schauder ueber den Ruecken laufen.
Ich suche einen Bruder, vielleicht kennt ihr ihn, habt ihn gesehen. Sein Name ist Alun, Alun Tringad.
Ihr stockte der Atem, und einen kurzen Moment sah sie wieder den Mann vor sich, getroffen von den Pfeilen der Fey`simil zusammensacken.Jedoch ließ sie sich auch diesmal äußerlich nichts anmerken.
Nach kurzen zögern, weiterem unangenehmen Bohren begann sie stockend zu erzählen, erzählte von dem Wolf, und der Katze. Der Wolf schuetzt sein Rudel, ohne Gnade.
Wieder sprach er, fragte, doch sie hörte schon lange nicht mehr richtig zu, als wäre es nicht sie, die ihm wie automatisch, unter Druck antwortete. Ihre Sinne hatten sich zurueckgezogen, nein, vielleicht eher ausgeweitet. Bewusst fuehlte sie die knorrige Rinde in ihrem Ruecken, welche ihr doch so weich und gar liebkosend schien. Ebenso, warm und lebendig den moosigen Waldboden unter sich, das sanfte rascheln der Blätter im Winde.
Irgendwann zeichnete sie wohl mit einem Stöckchen wieder jene Linien in die Erde - doch ehe er ihr Antwort gab, schraken alle drei von einem Knacken auf, als wäre jemand auf ein Stöckchen getreten. Etwas hektisch sah sie sich um, erspähte etwas, und ein leichtes lächeln huschte ueber ihre Lippen. Der bullige Mann postierte sich anders vor ihr, drohender. Und der berobte, sie sah nicht zu ihm, doch es schien ihr, als wuerden die Schatten die die Bäume um ihn warfen sich zusammenziehen, etwas ungutes, unheimliches schien von ihm auszugehen. Selbst der Wind schien einen Augenblick in seinem rauschen innezuhalten, die Tiere des Waldes den Atem anzuhalten.
Wenige Augenblicke später, es schien eine Ewigkeit anzuhalten, brachen auf einmal einige Vögel unter einem Blätterdach hervor, faltterten gen Himmel, doch löste sich mit ihnen nicht die Anspannung. Sie schloss angestrengt ihre Augen, um sie herum schien etwas zu krabbeln sie zu beruehren, tausende Kleine Insekten krochen an ihr, um sie herum entlang. Wieder musste sie innerlich schmunzeln, wollte er ihr mit Tieren etwa Angst einjagen?
Doch schien dies nicht alles zu sein, vielmehr schienen sie nicht mehr allein zu dritt, nein, sie hörte, spuerte, leisen, irgendwie heiseren Atem an ihrer Seite, dann auf der anderen, spuerte etwas um sich herumhuschen, neben sich, vor sich-neben ihm. Ihr wurde eiskalt, es schien als wäre ihr Körper eingefroren, und wieder fuehlte sie den Aten neben sich, hörte fast ein leises und doch bedrohliches säuseln an ihrem Ohr.
Ueberlegt euch gut, was ihr tut, und antwortet. Ihr spuert ihn wohl noch esser als ich.
Unklar an wen gerichtet, deutlich an ihrem Ohr, doch laut genug das es auch fer ihre Schwester hörbar war, drueckend, und drohend.
Schwer nur presste sie die Lippen zusammen, und begann leise, eigentlich nicht hörbar zu summen. Nichtmal der Mann ihr gegenueber vernahm es, dennoch wurde es bis zu ihrer Schwerster zwischen den Bäumen getragen, und wieder wurde sie sich der Lebendigkeit um sich herum bewusst, es stärkte sie, ihr summen wurde etwas kräftiger, im einklang mit dem sanften Rauschen des Windes, und unterlegt von der Singenden Stimme ihrer Schwester, welche sie zu stuetzen suchte. Und doch erstarrte sie wieder, als sie das kuehle, und doch zugleich brennende Metall unter ihrem Kinn spuerte, als sie fuehlte wie es sich langsam nur in ihre Haut bohrte - und sie brach das Summen ab....
Einzigst die klare Stimme ihrer Schwester, deren Lied sie stärkte, schuetzte war noch zu vernehmen, war das einzigste was sie in sich aufnahm, inenrlich weiter summend, den Mann vor sich, das Messer ignorierend.
Wenn ihr mir den Wolf nicht bringt, werde ich zum Wolf,der seine Sippe schuetzt. Ohne Gnade.
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