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 Betreff des Beitrags: Die andere Seite - der Krieg auf der Seite Angamons
BeitragVerfasst: 3.09.03, 13:15 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 17.08.03, 16:58
Beiträge: 1
„Wie beim Schach ... ganz wie beim Schach.“ Er genoß dieses neue Gefühl, diese Macht. Hilflos stand der Milizionär da, ungeschliffen, völlig naiv... Danray sprach mit der Zunge einer Schlange, wieder und wieder verlor er sich in einem Lachen. Er wollte diesen Narren mitnehmen, zum Lager des Herren, damit er dort hingerichtet werden könne.
Jeder sollte seine Macht sehen, wie er die Menschen täuschen kann, wie er sie dazu bringt... zu sterben. Auf dem Weg zum Lager malte er sich schon aus, wie der Milizionär sterben würde. Köpfen? Nein, das wäre nicht so imposant, wie Danray es sich wünschte. Ihn erhängen? Nein, das war auch das Falsche. Ein Bolzen ... Danray nickte leicht.
Den Weg vom Lager der Diener Angamons zum anderen Lager kannte er mittlerweile auswendig, Tag für Tag ging er ihn, immer einen Angriff erwartend. Doch da war Nichts. Keine Truppen, garnichts. Sie fühlten sich zu sicher. Viel zu sicher. Doch wenn man den Milizionär in mehreren Teilen zurückbringt? Hätten sie dann vielleicht wieder Respekt und würden merken, dass der Krieg nicht vorbei ist, sondern jetzt erst anfängt? Ein toter Mann, der vor wenigen Stunden noch das Lager Angamons angriff... in Stücken... ein Hinweis, den man nicht ignorieren konnte.

Am Lager angekommen, war die Sakai zu erblicken. Sie scheuchte Danray nicht immer herum, er hatte das Gefühl, dass sie ihm vertraute. Er könnte soviel machen, wäre da nicht der Satai. Vor ihm fürchtete sich der Mann, er war nicht wie die Sakai, weise und eine Person, zu der man stets aufblicken konnte... Nein, er war eher etwas, für den man sich schämen musste. Ein verwirrter Mann in schwarzer Rüstung. Sein Verhalten glich mehr dem eines Söldners, der die letzten Tage und Wochen keinen Schnaps bekommen hatte und nun seinen Willen durchsetzen will. Der Hohepriester des Herrn zu Siebenwind. Dieser alte, kranke Mann ließ Danray immerwieder zweifeln. Doch dann war da wieder die Sakai. Auf sie hörten allgemein mehr Leute. Ihre Worte machten Sinn und waren nicht die eines Säufers, im Gegensatz zu denen des Satai...

„Seht mir in die Augen!“, rief er. Der Milizionär stand aufrecht da, dessen Blick war gen Himmel gerichtet. Er betete zum Herrn Bellum, zum Schlächter, zum Narren.
„Seht mich an.“, sprach Danray wieder fordernd, befehlend. Keine Reaktion des Milizionären. Er betete einfach weiter. Danray war wütend, da der Krieger ihm nicht gehorchte. Es sollte doch imposant sein, jeder sollte zu ihm aufsehen. Der unbemerkbare Schatten, der listige Taktiker, der strenge Herrscher. Der Milizionär! Er wollte ihn nicht anblicken. Die rechte Hand hebend, verengten sich die Augen des „strengen Herrschers“, denn da war der Zorn, der Hass, diese Gier nach Macht, die er seit Jahren empfand. Der Schütze, der beauftragt wurde den „weißen Bauern“, so nannte Danray den Milizionär, hinzurichten, hob die Armbrust und kniff ebenfalls seine Augen zusammen. Das Gebet des Bauern unterbrechend, riss Danray seine rechte Hand hernieder gen Boden. Ein Klacken, ein Surren... er schloss die Augen. Der Bolzen fand sein Ziel, durchdrang das Kettenhemd, bohrte sich ins Herz. Die Augen des Taktikers öffneten sich wieder, die Mundwinkel zogen sich nach oben, dann brach er in Gelächter aus. Er war befriedigt. Endlich spürte er einmal, was es hieß, Macht zu haben. Den letzten verzweifelten Ausruf des Sterbenden, zum Schlächter Bellum, ignorierend, nickte er nur mehrere Male. Der Krieger sank zu Boden, Danray beugte sich herab, um den Puls zu fühlen... er war tot.
Nun müsse der Leichnahm nurnoch zum anderen Lager gebracht werden. Ächzend hob Danray den Körper mit Hilfe des Schützen hoch und schleppte ihn los.
„So ein fetter Sack!“, murrte der gar kindlich wirkende Begleiter des Jägers Danray. Man konnte kaum glauben, dass er es fertig brachte, einen Menschen zu töten. Der Jäger dachte während des Schleppens nach. Nein, er hätte das nicht geschafft. Doch... doch, er hatte früher jemanden umgebracht, aber unabsichtlich und nicht so brutal... Er hatte ihm solange gegen die Nase geschlagen, dass sie nurnoch ein krummer Klotz im Gesicht war und sich das Nasenbein ins Hirn bohrte... Das war brutaler. Aber keine Absicht, nein, nur die Rache. Aber würde er es nochmals fertigbringen? Er merkte, dass er feige war. Er redete und drohte, ließ die anderen Leute die undankbaren Arbeiten verrichten. Aber wenn sie es doch machen? Es hatte sich noch niemand beschwert.
Im Gegensatz zu ihm, dem Mann mit der roten Weste, war Danray allerdings ein kleiner Fisch. Wer war dieser Mann eigentlich? Hatte er einen Namen? Danray wusste nichts über ihn, garnichts. Er aber umsomehr über ihn. Das Flackern der Fackeln auf den Mauern riss Danray aus seinen Gedanken. Die Leiche wurde abgelegt.

Doch da war niemand. Es wurde geschrien, aber niemand reagierte. War da überhaupt noch eine einzige Person im Lager? Schnauffend wurde der Körper wieder hochgehieft, das Ziel war der Altar des Herren. Wieder ging es nur nur langsam vorran, Danray verschwand wieder in seinen Gedanken.
Der Mann mit der roten Weste. Er genoß hohes Ansehen, ihm wurde gehorcht. Doch er war kein Tardukai. Nein, er war kein Krieger. Doch wie ein Magier sah er auch nicht aus. Sein Name, sein Handwerk... unbekannt. Zu gefährlich, er war zu gefährlich.


[Fortsetzung folgt irgendwann...]


Zuletzt geändert von Danray: 3.09.03, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.

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