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Nur das Knistern des Feuers im Kamin ist zu hören. Still sitzt sie in dem Stuhl, die Zeilen in ihrer Hand, lesend. 'Ich vermisse dich auch, Vater.' Ihr Blick geht zu dem Bildnis an der Wand, von dem ein weißbärtiger Geweihter zu ihr herunterlächelt.
Entschlossen richtet sie sich auf und geht mit schnellen Schritten in das Nebenzimmer. Dort nimmt sie aus dem Sekretär einen Bogen Pergament, streicht ihn glatt und und beginnt in einfacher, leicht ungelenker Schrift zu schreiben.
Geschrieben im Vitama zu Brandenstein
Astrael mit dir Vater
Welch eine Freude dich wohlauf zu wissen und wohlbehalten im Orden zu Fredewaldt. Der hastige Abschied und der überstürzte Aufbruch ließen uns keine Zeit, noch einige Worte zu wechseln, doch weißt du, daß meine Gedanken stets bei dir sind.
Ihr Blick geht durch das Fenster hinaus in die Gasse. Für eine Weile betrachtet sie das Treiben dort.
Du fragst, wie es uns ergeht?
Die Feder kratzt wieder leise über das Pergament.
Noch immer wird erbittert um jeden Fußbreit der Insel gekämpft, doch Schritt für Schritt und mit Hilfe der Götter drängen die Völker die verblendeten Seelen und Diener des Ungenannten zurück. Agranor verweilt im Osten, wo gekämpft wird und nur flüchtig sind die Augenblicke, wo ich ihn sehe. Doch bestärkt durch den Glauben an die Vier weiß ich, daß es nicht mehr lange brauchen wird, bis die Insel befreit ist. Noch stehen uns schwere Zeiten bevor, denn der Bellum ist nah und kaum eine Ernte ist auf den Feldern, die eingebracht werden kann. Doch kann ich dir auch erfreuliches berichten. Im Boten war zu lesen, daß Avindrhell und Westhever von dem Joch des Bösen befreit wurde. Auch wurde der Stab des Astrael gefunden und Vater Donarius übergeben.
Wieder geht ihr Blick durch das Fenster, abgelenkt von dem Lärm der Stimmen draussen. Sie beugt sich vor, das Licht der untergehenden Sonne scheint auf ihr Gesicht, als sie das Fenster schließt.
Brandenstein ist noch immer voller Leben, jedoch sieht man viele schwer bewaffnet gen Osten ziehen. Und in der Taverne ist es ruhiger geworden. Doch auch du scheinst nicht müßig zu sein, aber so kenne ich dich auch nur. Bedenke jedoch, du bist grad erst von schwerer Krankheit genesen, schone dich. Ich hoffe, die Wahl ist bald, auf das du nicht in den Stürmen des Bellum das Meer überqueren mußt.
Ich werde versuchen, noch heute ein Schiff im Hafen zu finden,daß dieser Brief dich bald erreicht. Agranor sendet dir seine Grüsse. Wie auch ich hofft er auf deine baldige Wiederkehr.
Möge Vitama ihre schützende Hand über dich halten.
In Liebe, deine Tochter Sheeban
Im letzten Schimmer des Tages faltet sie das Pergament zusammen. Aus eine Lade entnimmt sie etwas Wachs, mit dem sie den Brief versiegelt. Hastig schreibt sie einige Zeilen auf das Pergament
An Seine Gnaden Whyrrdin Geweihter des Astrael zum Ordo Astraeli zu Fredewaldt
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And who are you, the proud lord said / that I must bow so low? / Only a cat of a different coat, / that's all the truth I know. In a coat of gold or a coat of red, / a lion still has claws, / and mine are long and sharp, my lord, / as long and sharp as yours. And so he spoke, and so he spoke, / that lord of Castamere, / but now the rains weep o'er his hall, / with no one there to hear. Yes now the rains weep o'er his hall, / and not a soul to hear.
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