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*ein Krieger in der Uniform eines Rekruten des Banners sitzt am Tisch der Wachunterkünfte des Lagers und verfasst in sauberer Handschrift einen Text auf einem Pergament*
Den König Hilgorad zur ewgen Ehr,Herr Hauptmann
Hier nun wie befohlen ein ausführlicher Bericht über die Ereignisse um die Gruppe der "mystischen Drachen":
Dies alles nahm seinen Anfang auf der Insel Etriska.Dort lernte ich am Übungsplatz einen Rekruten der Wache mit dem Namen Augustus Turis kennen.Wir führten einige Übungskämpfe durch, und eines Tages empfahl er mich dem Hauptmann der Wache,woraufhin ich in selbige aufgenommen wurde.Am ersten Tag meines Dienstes fand ich einen niedergeschlagenen und bis auf das letzte Hemd ausgeraubten Mann in einer Orkhöhle liegen.Als er schwer verletzt wieder zu sich kam, erzählte er mir eine unglaubliche Geschichte,dass ihn Mitglieder der Wache gejagt,niedergeschlagen und bestohlen hätten.Bewusstlos sollen sie ihn dann in die Höhle geschleift haben.Ob dieser seltsamen Anschuldigung wandte ich mich an Augustus und fragte ihn nach Rat,welcher mich daraufhin zu einer geheimen Zusammenkunft berief.Neben Augustus war ein weiterer Rekrut der Wache anwesend,an dessen Namen ich mich nur noch ungenau erinnere,meine aber zu glauben er sei Pip Quail gewesen,sowie ein Mann namens Pablo,welcher Zivilist war.Auch war von einem weiteren Mitglied die Rede,einem Notraven namens Tarek.Sie erzählten mir sie hätten einen Geheimbund gegründet mit dem Namen "Mystische Drachen" und dem Zweck, etwas gegen das Diebesgesindel auf Etriska zu unternehmen.Der Hauptmann und seine Gefreiten wären unfähig gegen dieses vorzugehen und auf beiden Augen blind,weshalb sie als Rekruten der Wache dies nun selbst in die Hand nähmen.Ihr Ziel sei es, des Diebstahls verdächtigte Personen zu töten sowie ihr Hab und Gut an sich zu nehmen.Die dadurch "beschlagnahmte" Ware wollten sie behalten, um sich und ihre Organisation zu finanzieren.Besonders hatten sie es auf eine angebliche Diebesbande abgesehen,die sie nach ihrem Anführer Shodun Kvalor die "Shodunbrüder" nannten.Diese wollten sie unerbittlich jagen und vernichten.Augustus forderte mich nun auf,mich ebenfalls an ihren Aktivitäten zu beteiligen.Anfangs war ich unsicher,da es ja meine Kameraden der Wache waren,doch schließlich sagte ich ihm,dass ich mich weigere.Ich beschwor ihn eindringlich von seinem Vorhaben abzulassen,da er damit selbst gegen die Gesetze verstosse und auch nicht besser wäre als die,die er zu verfolgen vorgibt.Es könne nur eine Autorität geben,und zwar die des Königs und seinem Gesetz, verkörpert durch seine Repräsentanten,in diesem Fall die Wache.Nur diese hätten das Recht,Strafen zu verhängen,alles andere bedeute Chaos und Anarchie.Auch wies ich ihn auf die immense Gefahr hin, bei ungesicherter Beweislage Unschuldige zu töten,doch er liess sich nicht abbringen.Seiner Bitte wenigstens die Augen bei den künftigen Morden zu verschliessen,stimmte ich auch nicht zu,sondern informierte noch am selben Tag meinen Vorgesetzten den Gefreiten Alyrion,was ich als einzige Möglichkeit sah,schlimmeres auf Etriska zu vermeiden.Augustus stritt natürlich alles ab und meine Aussage stand gegen die der anderen.Trotzdem wurden sie aus dem Wachdienst entlasssen,woraufhin Augustus und seine Mannen Etriska verliessen. Ich verhörte weiterhin einen Cousin von Shodun Kvalor,Scarabass Kvalor,der mir versicherte eine Diebesbande um seinen Verwandten gäbe es nicht.Alles in allem machte er einen rechtschaffenen Eindruck.Ausserdem berichtete mir Scarabass, er bekleide ein öffentliches Amt in seiner Heimat und hätte eine wichtige Botschaft für die Obrigkeit auf Siebenwind.Da keine weiteren Beweise für die Existenz der "Shodunbrüder" vorlagen,liess ich es dabei bewenden.
Da ich davon ausging, Augustus und seine Mannen hätten auf Etriska ihre Lektion gelernt,konnte ich mir nicht vorstellen, dass die "mystischen Drachen" auf Siebenwind bestehen bleiben würden.Dies war anscheinend ein Irrtum.Als ich vor vier Tagen meine erste Stunde der Kriegerakademie absolvierte,traf ich auf den Rekrut der Akademie Antonius Sancius,der mir mündlich eine Botschaft der Drachen übermittelte,in der sie mich wissen liessen,dass ich wegen meines Verrats auf Etriska nun von ihnen gejagt und so bald wie möglich getötet würde. Natürlich befragte ich Antonius eingehender über die jetzige Aktivität der Drachen auf Siebenwind.Er sagte, sie seien noch immer hinter den Shodunbrüdern her und hätten fast alle getötet,danach wollten sie sich meiner annehmen.Weiterhin meinte er,dass die Drachen mitllerweile an die 20 Mitglieder hätten und dass sich an ihren Zielen nichts geändert habe.Augustus wäre auf Siebenwind im Kampf gegen einen Untoten allerdings zu Tode gekommen,die anderen,mit denen ich auf Etriska Kontakt hatte, seien noch immer dabei.Auf die Frage,inwieweit er mit den Drachen etwas zu schaffen habe,sagte Antonius,dass er sich noch nicht für eine Seite entschieden hätte.Ich kenne Antonius Sancius von Etriska, doch vermag ich nicht mehr zu sagen,ob er damals in die Ereignisse verstrickt war. Ohnehin möchte ich mir über seine Loyalität kein Urteil erlauben,doch muss er der Organisation wenigstens nahe stehen, da er mir ja sonst nicht diese heikle Nachricht zukommen gelassen hätte.Genauere Auskunft über die Organisation wird man nur von ihm erhalten können,zumal er vorgibt, mit ihnen in Kontakt zu stehen.Eine weitere Person,die in diesem Fall noch von Interesse wäre, ist der oben erwähnte Scarabass Kvalor,da er als Zeuge meine Aussage über die Geschehnisse auf Etriska bestätigen könnte,so er nicht schon den Tod durch die Drachen fand.Kurz nach meiner Ankunft auf Siebenwind,vor fünf Wochen, traf ich Scarabass im Lager,wo er sich der Miliz anschliessen wollte und sagte, er hätte eine Botschaft für einen Ritter.Seitdem sah ich ihn nicht wieder.
Mehr vermag ich über dies Angelegenheit nicht zu berichten,doch möchte ich anmerken,dass ich die Drohung ernst nehme und mich auf das Schlimmste vorbereite.Meine Entscheidung auf Etriska bereue ich nicht und ich würde jederzeit wieder so handeln.Sie untergruben mit ihrem Tun die Autorität des Königs und des Gesetzes,weshalb ich garnicht anders konnte als dem ein Ende zu machen.
Hochachtungsvoll
Saldor Falkenheim,Mittentag den 13. Carmer 14 nach Hilgorad
*ordentlich faltet er das Pergament zusammen und steckt es ein*
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