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 Betreff des Beitrags: Ein Schauspiel
BeitragVerfasst: 28.06.04, 19:37 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 29.05.02, 21:28
Beiträge: 80
Wohnort: Falandrien
*Auf dem Schreibtisch des Stadthalters liegt ein Skript, auf dem folgendes steht:*

Das Amt des Herrn Kommerzienrat

Erster Aufzug

- Der Graf Valiett im Morgenrock sitzend. Sein Sekretarius stehend -

Sekretarius: Ein Schreiben zeig? ich euch her
Welch? ein Eilbote bracht?.
Euer Durchlaucht, was ich begehr
Ist euer Bewilligung, sei?s auch tiefe Nacht!

Graf Valiett: Mögt ihr mir keine Ruhe gönnen,
wie soll ich jemals schlafen können
und ferner fähiger Regent ich sein,
Die Pflicht; ich sage Niemals! ?

Sekretarius: ?Sagt nicht Nein!
Ich stört? euch nicht, wüsst? ich nicht genau
Dass es von Wichtigkeit
Ich bitt? euch drum, nun seid ?

Graf Valiett: ? so schlau?

V. Graugung: Die eure Klugheit bezweifle ich nicht!
Schaut her ich reich euch Kerzenlicht,
Laut diesem Schrieb, mich griff tiefstes Entsetzen -

Graf Valiett: Nicht so nah mit der Kerze, wollt ihr mich verletzen?!

V. Graugung: Verzeiht, es ist der Schock, denn der Herr Kommerzienrat ?

Graf Valiett: Nun kommt zum Punkt, schreitet dennst zur Tat!

V. Graugung: Gewiss euer Durchlaucht, lasst mich nur sagen
Ach diese Last, es ist mir gar zu schwer zu tragen
Der Finanzrat, er soll ein listiger Charmeur nun sein
Und eure Tochter noch verführen obendrein!

Graf Valiett: Nein! Das ist nicht wahr ?

V. Graugung: Oh doch, Durchlaucht, es ist zwar
ein Archont, den es betrifft
Doch ändert?s an dem Frevel nicht
Ich geb mein Wort und diesen Schrieb
Und habt ihr eure Tochter lieb,
so ist?s signiert, ein Haftbefehl.

Graf Valiett: Ein jeder, der mir meine Tochter stehl,
soll hängen für die Tat.

V. Graugung: (bei sich) So ist?s ein guter Rat
Dass er nicht weiss, was Wahrheit ist ?

Graf Valiett: (während er den Haftbefehl schreibt)
Hier habt ihr euren Schrieb, verliert daran Interesse nicht,
Schmoren soll der Herr Kommerzienrat
Für seine schlimme Tat.

V. Graugung: Verzeiht nochmal das Stören ?

Graf Valiett: ? Nein, ich wollt es schliesslich hören

V. Graugung: Dann ruhet wohl, euer Durchlaucht
Und rufet nur, wenn ihr mich braucht.

Graf Valiett: Gewiss mein Sekretarius!

V. Graugung: (bei sich) So eine dumme Nuss


- Graf Valiett geht ab. ?


V. Graugung: Nach Plan verläuft?s mir nun
Der arme Herr Kommerzienrat, er kann nichts tun.
Noch diese Nacht soll man ihn wecken
Aus seinen weichen Federdecken
Und ich nehm? dann seine Stelle ein,
Die Schatzkammer des Landes ist bald mein!
Wie vernarrt er ist, der Graf ? sieht er?s denn nicht?
Die Tochter hat ihn ganz verblendet, dies liebliche Gesicht!
Wer seine Tochter hat, regiert sein Herz und auch sein Land,
der schlüpft alsbald in sein Gewand!
Hat man nicht auch Gold beineben,
kann man nicht ganz glücklich sein:
Traurig schleppt sich fort das Leben,
harter Kummer stellt sich ein!
Meine Sorge soll es bald nichtmehr sein!
Den Schlüssel habe ich zum Gold,
und auch das Weib, die Tochter, wird mir hold.
Regieren tun die Fürsten nicht,
Es ist oftmals ein so kleiner Wicht
Wie ich ? und doch von blauem Blut bin ich
Und lebe fern von königlich.

Psst, ich höre Schritte
Wilde Tritte
Ist?s wohl der Herr Kommerzienrat?
Drum wärs um mein? Verrat!
In den Kerker muss er schnell hinunter,
bevor der Graf wird wieder munter.
Hinfort!


- Von Graugung stürmt die Kellertreppe hinab. Herein tritt die Tochter des Grafen ?


Tochter: Ward hier nicht ein Geräusch? Mir war
Als hört? ich wen ? ich dummes Weib ? Ein Unbekannter hiererorts ist rar,
an Gespenster mag ich auch noch glauben.
Als würde auf dieser einsamen Burg mich jemand rauben,
mich mit jähzornigem Vater und ohne Liebesglück,
ich brächt? mich selbst noch um mein Leben, oft ist?s nur ein Stück
welches mich von Morsans Hallen trennt. Oh Sünden
wenn sie aus meinem Leben nur verschwünden!
Nur dieser eine Trost er bleibt mir: der Kommerzienrat
Und wieder Sünde vor den Vieren,
ging er vom Worte seiner Briefe gar zur Tat,
Ich würde mich mit ihm verlieren.
Und doch, der Vater siehts nicht gern,
Vitama helf! Wär dieser Kavalier doch fern!


- Die Tochter weint bittere Tränen -



Zweiter Aufzug

- Graf Valiett am Schreibtisch. Freiherr von Graugund davor stehend -

Sekretarius: Euer Durchlaucht...
(neigt sich tief vor dem Grafen)
Neuigkeiten gibt es wohl?

Graf Valiett: Gewiss. Der Herr Kommerzienrat schmort im Kerker ohne Brot.

Sekretarius: Aber euer Durchlaucht, wie grausam, ist da nicht besser gleich der Tod?

Graf Valiett: Vergehen an der Tochter des Regenten ist nicht Verrat
sondern Frevel, also schreite ich zur milden Tat.

Sekretarius: Euer Durchlaucht! Es ist mir eine Ehre,
dass ich nun nichtmehr in eurer Lehre
sondern euer Berater bin,
als Kommerzienrat geb? ich mich eurem Lehen hin.

Graf Valiett: Ihr als mein Kommerzienrat?
Das meint ich nicht als ich euch bat,
mir von dem Frevel des Beamten zu berichten,
der meine Tochter im Aug?, mit Nichten!
Ihr seid mein Sekretarius in meiner Stube,
kein Ehrenmann im hohen Amt, frecher Bube.

Sekretarius: Euer Durchlaucht, ich muss doch bitten!

Graf Valiett: Nein, ihr habt nicht die rechten Sitten.
Ein Jüngling aus gutem Hause soll es sein,
es war keine Frage, ich stellt den Edelmann gleich ein.

Sekretarius: Er ist bereits im Amt?

Graf Valiett: Gewiss. Er verwaltet nun die Goldkammer in meinem Land.


Sekretarius: (wendet sich aufgelöst ab)
Ohwe! Mein Plan ist ganz dahin,
es ist gewiss, dass ich kein Glückspilz bin.
Bei Astrael, kann die Vernunft vor dem Gemüt des Grafen,
keinen Sieg erringen und der Wille der Götter mich weiter strafen?
Welche Intention hegen die erhabenen Viere,
dass einer ihrer Diener gepfercht wird wie die Tiere?

Ich muss erneut die Waffe wählen,
und ich mag das Amt erneut mit Verleumdung stehlen!
Die Kleider des werten Edelmanns in die Kammer
des Fräulein Tochter, es wird ein Jammer!




Dritter Aufzug

- Graf Valiett am Schreibtisch. Tochter abseits. Der Sekretarius stehend -


Sekretarius: Die Wäsche ist in des Tochters Kammer nun schon einen Tag,
Glück sei mir hold, wenn ich nun zu fragen wag?,
wie sich der neue Herr Finanzmagistrat im Amte macht,
oder ob man über den Herren bereits lacht.

(er tritt an den Schreibtisch)

Dem heiligen König zur ewigen Ehr`,
Euer Durchlaucht, es ist mein Begehr
Zu hören ? und das rein aus Interesse ?
Was mit dem neuen Amtsmann ist ?

Graf Valiett: - er ist hinaus! Er wollt eine Mätresse
Und schlimmer noch, das sollte meine Tochter sein,
ich wusst` nicht, als ich ihn stellte ein,
dass er nur ein weit`rer Lustmolch ist!

Sekretarius: Vitama, wie du böse bist!

Graf Valiett: Die Viere lass hier aus dem Spiel,
ging es nach ihrem Willen, wär` ich längst senil.

Sekretarius: Das Alter bringt die Weisheit mit ?

Graf Valiett: Als ob ich niemals unter Krankheit litt!

Sekretarius: Verzeiht, es ist nicht an mir, euch hierin zu quälen,
ich wollt` nur, ihr würdet erzählen,
was mit den beiden Magistraten nun geschieht.

Graf Valiett: Dass ich euch auch immer alles gleich verriet!
Hinaus sind sie, beide fort, ich liess sie frei.
Sekretarius: Frei?

Graf Valiett: Man soll sehen, dass ich ein gütiger Herrscher bin,
sie ziehen nun landeinwärts dahin.


- Die beiden treten in den Hintergrund, die Tochter kommt vor -

Tochter: Oh der Alcest, der erste Magistrat, er holt mich
Noch heut`, er sagte mir `Ich stehle dich`,
warten soll ich bis zur Nacht,
es stand in dem Brief, den man mir bracht`.

- Die Tochter tritt in den Hintergrund, die anderen kommt vor -

Graf Valiett: Seid so nun still und hört mich an,
ihr ward sehr fleissig und wollet dann,
es ist mir wohl verständlich und ganz klar,
ein Amt, doch nach allem was jetzt war
kam ich zu dem einzig wahren Schluss:
der Umgang mit den meinigen Geldern führet zum Verdruss,
und macht aus Ehrenmännern Lumpenpack.
Dabei ist es nicht gerade das Gold in ihrem Sack,
das sie verführt, es ist ? nun da sie alles Gold erblicken ?
der Überdruss ? wo bleibt euer Nicken?

Sekretarius: (Er nickt aufgelöst)

Graf Valiett: Den Herren fehlt es nicht an Gold, so erstreben sie,
was sie sonst erreichen nie:
Die fleischlich Freuden mit der Tochter eines Grafen.
Astrael soll die Herren wegen mangelnder Vernunft nicht strafen,
so ist es doch gewiss, dass sie nicht wissen was sie taten.

Tochter: (Rennt in den Vordergrund)
Oh, ich mag nicht länger warten!
Ich seh` es nun, die Kutsche kommt, ich eile!
Auf dass das Liebesglück lange bei mir weile!
(Geht ab.)

Graf Valiett: Es tut mir Leid, mein werter Sekretarius,
dass ich das Amt des Kommerzienrates abschaffen muss.



*Wer bei dem Schauspiel zum 8. Zyklus anwesend war, hat es von drei Schauspielern vorgespielt bekommen*


Zuletzt geändert von ~Alexander Stein~: 28.06.04, 19:53, insgesamt 1-mal geändert.

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