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 Betreff des Beitrags: Dunkelheit über dem Schnee
BeitragVerfasst: 3.03.05, 04:03 
Altratler
Altratler

Registriert: 6.09.03, 03:12
Beiträge: 1252
Eisig drang die Kälte vom Schnee und vorallem von der dünnen Lache des eisigen Wasser, dass durch die Wärme ihres Körpers getaut war, durch die Haut ihrer Hände und Knie tief hinein in ihren Körper. Sacht rieselte neuer Schnee herab, suchte sich einen Ruheplatz in ihren Haaren, auf ihrer Kleidung, bis sie von einem dünnen, weißen Schleier bedeckt war. Ohne Regung war die Frau, als weilte ihr Geist längst nicht mehr in ihrem Körper schien es, und doch hob und senkte sich in schier unendlich wirkenden Intervallen ihre Brust als Beweis des Lebens in ihr.
Dann trat die Bewegung ihrer Lippen zu der Bewegung ihrer Brust und dem Rieseln des Schnees und unhörbare Worte verliessen ihren Mund um den Schneeflocken zu tanzen.
Es galt Entscheidungen zu fällen, eine jede mit einer anderen Tragweite, eine jede musste überdacht werden, auf alle möglichen Konsequenzen untersucht, denn eine falsche Entscheidung war indiskutabel. Sie trug Verantwortung für viele Menschen, für ihr Lernen, ihr Wachsen, ihr Dienen, und sie konnte keinen im Stich lassen, alleine im Kampf gegen die fast allgegenwärtigen Lügengeflichte der Götzen.. und nicht nur der Vier, es gab viele weitere Quellen der Versuchung. Sie wollte.. sie würde keinen an diese verlieren, wie stark auch immer sie sein mochten.
Und mehr noch gab es als den täglichen Kampf um den Geist einer Person, noch mehr zu Bedenken, als das Wohl derer, die ihr anvertraut waren. Es galt einen Krieg zu führen, einen Krieg, den kein Mensch gewinnen konnte, und in dem sie dennoch siegen würde, denn so war es befohlen worden. Sie suchte nach Entscheidungen, knüpfte ein Netz und löste es im Anblick einer Schwachstelle wieder, denn alles musste perfekt sein, und so würde es auch werden, denn sie war nicht allein, nie mehr allein. Der Anfang eines besseren Netzen entstand in ihrem Geist, doch überblickte sie es noch nicht zur Gänze.
Später.. viel später, doch wusste sie nicht, wieviel Zeit vergangen war, denn es interessierte sie nicht, richtete sie sich wieder auf. Wieder spürte sie die Stärke in sich, die absolute Zuversicht, unbegrenztes Vertrauen. Nicht alle Rätsel hatte sie gelöst, aber das würde sich ändern.
Sie wusste, dass sie siegen würde. Sie war Tardukai.


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