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 Betreff des Beitrags: Familiengeschichten
BeitragVerfasst: 7.02.05, 05:16 
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Meist an den langen Abenden im Morsan, wird in BS 03 zusammen vor dem Kamin gesessen und heiter geredet, gescherzt und getrunken. Doch manchmal kommt es auch vor, das Onkel Thelos eine der alten Familiengeschichten erzählt. Still wird es dann im Hause und alles lauscht seinen Worten, wenn er zu erzählen beginnt .......


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BeitragVerfasst: 7.02.05, 05:19 
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..... wie auch an diesem Abend, es war der 7te Onar 16 nach Hilgorad, die Dunkelheit bracht früh herein und wieder einmal sassen alle beisammen am Kamin, das Feuer knisterte leise vor sich hin und Thelos begann zu erzählen .....

Ich erzähl euch heuer die Geschichte von Viktor, er war dein Ur Ur Ur Onkel Erudin .....

Viktor war eine recht interresante Person, im ganzen Dorf war er als Witzbold und Tunichtgut verrufen .... ein schwarzes Schaf in der Geschichte der Gropps. Er hatte nicht wirklich vor, wie der Rest seiner Familie zu arbeiten und tat demnach nur das Notwendigste. So zog kein Tag ins Land, an dem er nicht wegen seiner berüchtigten Streiche reißaus nehmen musste.... zum Leidwesen seines Vaters, Markus Gropp. Markus war einer deren unserer Familie, die das ursprüngliche Handwerk führten, mit welchem die Familie Gropp früher groß wurde, es war die Fischerei. So beschloss Markus, dass es so nicht weitergehen konnte und durfte und so kam es wie es kommen musste ....
Eines Tages als Viktor gerade das Pferd eines Bauern mit weißem Kalk angemalt hatte, warf ihn sein Vater wutentbrannt ob dieser Tat aus dem Hause ... sogar aus dem Dorf. Mit bebender Stimme sprach er zu seinem Sohn „Komm erst wieder zurück wenn du weißt was ehrliche Arbeit ist!“
So wurde Viktor mit einer Hand voller Dukaten aus dem Dorf, seiner Heimat verbannt. Außer seiner Sachen die er am Leibe trug, hatte er nichts mitbekommen und so blieb ihm nichts anderes übrig, als sich mit nachdenklich gestimmter Mine auf den Weg zu machen um sein Glück zu suchen.
Nunja, man muss sagen, mit dem Glück ist es so eine Sache, es gibt viele launische Wesenheiten auf Tare, doch das Glück gehört nun mal zu einer der launischsten, wie er noch feststellen sollte.
Nach nicht ganz einem halben Tag Fußmarsch traf er auf einen Mann, einen Mann der mitten auf dem viel bereisten Weg regungslos am Boden lag.
Viktor war eine sehr sorglose Persönlichkeit, nicht sonderlich überlegt, dennoch hilfsbereit.
Nunja, Gutes wird nicht immer mit Gutem vergolten, was Viktor spätestens da merkte, als sich eine gut geschliffene Klinge an seine Kehle anschmiegte.
Doch da sein Vater ihn mit sehr wenig Habseligkeiten auf den Weg geschickt hatte, jedoch immer noch Großzügiger als das, was ihm der Halunke noch gelassen hatte.... doch das wurde ihm erst dann gewahr, als er halb nackt und gefesselt durch einen harten Schlag auf den Hinterkopf sein Bewusstsein verlor.
Lange war es dunkel um ihn herum, Finsternis zog sich durch seine Gedanken, bis eine Stimme aus der Ferne ihn doch schließlich wach rüttelte.
Er lag in einem recht einfachen Bett, wie er feststellte, ein einfaches Bett in einer eben so einfachen und kleinen Kammer, die ansonsten nur noch einen kleinen und schon zerfallenden Schrank beherbergte.
Er spürte einen stechenden Schmerz von seinem Hinterkopf und er musste feststellen als er danach griff, das er scheinbar fein säuberlich verbunden und seine Wunde versorgt wurde.
Von der Türe auf der anderen Seite der Kammer konnte man eine Stimme hören, eine sich nähernde Stimme .... langsam öffnete sich die Türe knarrend und ein weiß berobter alter Mann kam langsam herein. Er wirkte wie das Zimmer in dem Viktor lag, alt und verfallen.
Die recht dürr wirkende Stimme des Alten traf nun langsam, so der Alte seine Stimme erhob und sprach „ Na! Bist ja endlich wieder aufgewacht ... hatte schon angst ich müsste dir ein Grab ausheben .... kannst froh sein dass Nichtsnutz dich gefunden hat“ .
Nur schwer konnte Viktor fragend erwidern „Nichtsnutz?“ ehe der alte in seinen Worten weitersprach „Ja mein Hund ich habe ihn Nichtsnutz genannt ... der liegt den ganzen Tag nur auf seiner faulen Haut herum .... wollt ihn anfangs abrichten hab’s aber dann doch sein lassen .. hatte keinen Zweck“ sprach der Mann weiter bis er endete.
Doch es vergingen noch einige Tage bevor Viktor weitgehenst genesen war, doch hatte er in der Zwischenzeit oft genug die Gelegenheit, sich in Ruhe umzusehen und zu erfragen wo er war. Mittlerweile hatte er etwas zum Anziehen von dem Alten bekommen, auch wenn dieser sagte, er könne die Kleidung haben doch er müsse sie sich noch verdienen.
Viktor willigte rechtschnell ein dem Mann etwas zur Hand zu gehen ... nunja er hatte ja auch nicht wirklich eine Wahl gehabt, wenn er nicht halb nackt bis zum nächsten Dorf laufen wollte.
Vielleicht wäre er doch gelaufen, hätte er gewusst, was ihn noch erwarten sollte.....
Schon hörte er die Worte des Alten wieder „zuerst kannst du dich im Garten nützlich machen“ sagte er zu Viktor „die Wiese steht schon wieder viel zu hoch“ und kaum dass er sich versah, drückte ihm der Alte auch schon eine Sense in die Hand und schickte ihn hinaus vors Haus. Man sollte eben keinen nett aussehenden alten Mann unterschätzen.
Auf die Frage von Viktor, wie er denn mit einer Sense umzugehen habe, da er dies noch nie getan hätte, erwiderte der Alte brummig „Oh was hab ich mir da nur für ein arbeitsfaules Pack ins Haus geholt“ ... der Alte griff sich die Sense wieder ... stapfte hinaus in die Wiese und mähte mit für in seinem Alter beachtlichen und kräftigen Schwung eine kurze spur der Wiese weg. „So macht man das und lass ja keine Ecke aus .. ich muss derweilen ins nahe liegende Dorf“ und ging los durch die Weise ... „Bis ich wieder zurück bin hast du fertig zu sein“ hörte Viktor noch die Worte des alten.
Der Alte verschwand nach und nach am Horizont und Viktor sah ihm noch einige Zeit nach ... dann Griff er sich die Sense „kann doch nicht so schwer sein .. sah nicht so aus“ dachte er sich und schwang die Sense vor sich mit kräftigem Schwung über die Wiese...
So senste er sich Stück für Stück durch den Garten, der einmal rund um Haus herum verlief, doch als er wieder an der Vorderseite ankam, konnte er seinen Augen nicht glauben, das Stück Wiese dass er ganz zu Anfang umsenste stand wieder in voller Größe als wäre nie ein Sensenblatt in dessen Nähe gekommen.
Mit weit aufgerissenen Augen blickt er zurück und musste wieder festellen, das alles was er rund ums Haus gesenst hatte an Wiese wieder in voller Höhe stand, nicht ein abgesenster Grashalm war zu finden.
Als er ungläubig ins Gras starrte, hörte er von hinten eine mittlerweile Wohlbekannte Stimme an sein Ohr dringen „Na was haben wir denn hier? .. wolltest jetzt erst anfange wie .. die ganze Zeit nur faul auf der Haut rumgelegen was ?“ Viktor begann zu stottern „aber ich habe ..... ich habe doch ....!“ seine Stimme klang gar zittrig. „Was hast du ?! Ich mag Alt sein Jungchen doch zeig mir auch nur einen Grashalm den du gesenst!“ was den Alten jedoch dazu brachte, Viktor für diese Dreistigkeit die er an den Tag gelegt hatte und behauptete alles gesenst zu haben doch sei es wieder nachgewachsen, ihn vom Hof zu jagen. Seine Kleider lies er ihm jedoch, so zog er weiter die Trübewirkende Straße entlang weiter auf der Suche nach seinem Glück, ein Glück welches sich scheinbar gegen ihn verschworen hatte. Er war nun einige Zeit schon in Gedanken versunken über die Straße gewandert, als er an eine kleine Hütte am Waldesrand kam. Aus dem Kamin der Waldhütte stieg weißlicher Rauch empor und ein gleichmäßiger Geruch von gebratenem Fleisch lag in der Luft.
Viktor, der nun schon seit seinem eher unfreiwilligen Aufbruch schon nichts mehr zu sich genommen hatte, hörte plötzlich wie sich sein Magen zu Wort meldete und ihm riet doch mal an der Hütte zu klopfen für einen Bissen zu essen ...
Nunja gedacht getan klopfte er schließlich an der Hütte, welche schon alles in allem einen recht verfallenen und verwahrlosten Eindruck machte. Ein altes Mütterchen öffnet langsam die Türe, tief gebückt Stand sie auf einen Stock gestützt und blickt zu ihm hinaus. „Was wollt ihr
von einer alten Frau Fremder ?“ Fragte sie mit rauer Stimme. „Nur einen Bissen zu essen gnädiges Fräulein“ antwortete Er rasch mit seiner gewohnt flinken Zunge. Doch sie erwiderte recht schnell „Deine Schmeicheleien kannst du dir sparen Fremder .. hier gibt es nichts umsonst“ Sie machte einer Geste mit ihrer freien hand und winkte ihn herein als sie wieder sprach „Doch kann ich etwas Hilfe gebrauchen .. wenn du also nicht arbeitsscheu bist .. komm ruhig herein“.
Es war nicht sein Tag musste er sich gedacht haben, erst rackerte er sich über Stunden für nichts und wieder nichts ab und jetzt soll er schon wieder ran, doch sein Magen blieb energisch und so sagte er recht flott zu. Nach einem recht spartanischem Mal führte ihn die alte Dame hinaus und deutete mit ihrem Stock gen Dach der alten Hütte. „Siehst du das Dach? ... es ist schon ziemlich verfallen, die alten Schindeln müssen runter und neue Drauf, bevor mein Dachstuhl auch noch verfault. Ich bin derweilen Pilze und Kräuter sammeln im Wald, Schindeln liegen da hinten“ Sie deutete zu einem großen Schindelhaufen hinterm Haus, der wie er sich nun kurz stumm wunderte, gerade eben noch nicht da gewesen sei seiner Auffassung nach. „Mein Magen spielt mir bestimmt einen Streich“ dachte er sich dann. Die alte Frau ging mit einem kleinen geflochtenen Korb in den Wald hinaus und er machte sich an die Arbeit mit dem wenigen Werkzeug, was er in der Hütte finden konnte. Schließlich hatte er auch keine große Wahl, er hatte es nun mal versprochen .....
So kletterte er aufs Dach hinauf, und brach eine der verfaulten Schindeln nach der Anderen heraus und warf sie runter zu Boden. Gut einen halben Tag har es gedauert, bis er schließlich die letzte frische Schindel auf dem Dach mit Hammer und Nagel befestigt hatte. Ein Schlaf tiefer Erschöpfung brach über ihn herein als er sein Werk nun vollendet hatte, doch schien dieser nichtsonderlich lange zu halten, denn schon bald würde er von einem stochern eines Stockes geweckt.
„He du Taugenichts“ sprach sie mit erhobener Stimme zu ihm „wolltest du nicht etwas erledigen ?!“ ... nur langsam blickte er seine Augen öffnend zu ihr auf, und sah die alte Frau vor ihm stehend. „Erledigen? Wie? .. wenn ihr das Dach meint das ist fertig seht es eu...“ weiter kam er in seinen Worten jedoch nicht, da der Anblick der sich ihm nun bot ihm den Atem raubte. Das Haus lag da wie eh und je und das Dach wirkte gänzlich unberührt. Ebenso war der große Schindelhaufen noch bis oben hinaus gestapelt.
„Aber ich hab ... ich hab doch ...“ stammelt er zur Alten „Du hast wohl geträumt du hättest was gearbeitet ... na so einen haben wir ja gerne .... mach das du wegkommst du Nichtsnutz!!!“ schimpfte die Alte nachdrücklich.
Mit alten Damen soll man ja bekanntlich nicht streiten können und so zog er so schnell es seinen Beinen möglich war weiter noch tiefer in Gedanken über die Geschehnisse der letzen Stunden und ging weiter den Weg entlang, bis er in einiger Entfernung von einer Felsbüschung mehrere Stimmen hörte ,,, ebenso drang Gesang und Musik an sein Ohr.
Es hörte sich an wie ein fröhliches Fest welches sich in einiger Entfernung abspielte. Nur zaghaft näherte er sich den Stimmen und dem Gesang welcher sich dort abspielte. In den Schatten die die züngelnden Flammen in der einbrechenden Nacht erzeugten konnte man mehrere Personen tanzend um ein Feuer sehen, andere an Fässern und wieder andere sah man Trommeln und andere Instrumente spielen.
Er war auf eine Gruppe Zigeuner getroffen welche dort ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten. Als er jedoch in den Lichtkegel des Feuerscheines trat blickten einige der Spielleute erschrocken auf, doch als sie merkten dass er keine Gefahr darstellte, zogen sie ihn zu sich ans Feuer und luden ihn zum Tanze ein. Fröhlich sich nun in die Tanzenden einreihend fiel sein Blick auf eine wunderschöne Zigeunerin, wie aus einem Traum gerissen spürte er eine kräftige Hand auf seiner Schulter, welche ihn herumriss und zu einem großen und sehr kräftig wirkenden Zigeuner gehörte, der nun in voller Größe vor ihm stand.
„He Fremder .... du kannst gerne an unserem Feuer feiern, doch Finger weg von meiner Tochter .. ich hab gesehen wie du sie angeblickt hast“ sprach er mit ernster Mine zu Viktor. „Ich warne dich es ist zu deinem Besten“ fuhr der der Mann weiter fort.
Doch nach einigen beruhigenden Worten das er doch nicht seine Tochter wolle, begann er sich wieder den angenehmen Seiten dieses Abends zu widmen und so verschwand ein Krug nach dem anderen in tiefer leere die unsere Familie bei Met Wein und Bier in unseren Mägen haben.
Es war nicht sonderlich das ihm schließlich die Sinne schwanden und an einem gewissen Punkt des Abends ihm sein Gedächtnis verließ. Als er von einem bösen Kopfschmerz geweckt wurde und er nach und nach versuchte sich zu Orientieren, musste er feststellen, dass er scheinbar in einem Zelte lag, doch nicht alleine. Das Mädchen das er am Vorabend anstarrte lag zusammengekauert am Fußende seines Schlafplatzes. Na ja ... vielleicht wäre er ja liegen geblieben und hätte fragen sollen was genau passiert ist, doch dazu kam er nicht, denn schon hörte er eine brüllende Stimme von draußen, die ihm noch gut in Erinnerung war. „Was ... dieser Lump ist bei Ihr ? Seit gestern Abend ?!!! Dem Dreh ich den Hals um!“ Hörte er die Worte schnaubend gesprochen von diesem großen und sehr kräftigen Zigeuner.
Er mochte vielleicht ein Taugenichts sein, dich glaubt mir ihr habt noch nie jemanden sich so schnell anzuziehen und aus dem Zelt herausstürmen sehen, vorbei am dem Muskelpaket und hinein in den Wald. Er merkte lediglich wie einige Armbrustbolzen ihm nachjagten und um ihn herum in den Bäumen stecken blieben... er rannte und rannte ..... er muss eine Ewigkeit gerannt sein, wie es ihm vorkam, bis er an einen ihm wohl bekannten Ort ankam.
„Aber hier in der Nähe ist doch mein Dorf ... wie ist das denn möglich ?“ wundert er sich als er von einer Anhöhe aus auf sein Dorf herabsah. Ein Blick der ihn mit Freude und doch auch zugleich mit Angst erfüllte.
Was würde nun sein Vater sagen wenn er jetzt zurückkäme ?
Würde er ihn wieder bei sich aufnehmen ?
Und würde er es dort aushalten können jeden Tag schuftend ?
„Besser als da draußen allemal!“ Dacht sich Viktor und schritt hinab ins Dorf auf das Haus seines Vaters zu.
„So so der verlorene Sohn kommt also zurück“ sprach sein Vater „hat ja nicht lange gedauert“ fuhr er weiter fort „ was willst du ? Willst du dich weiter auf die Kosten dieses Dorfes durchfüttern lassen ?“ er beäugte seinen Sohn Viktor kritisch. „Nein ich ... ich wollte mich entschuldigen“ erwidert Viktor sogleich mit gebauter Stimme. Und wieder war die Stimme seines Vaters zu hören „soll ich dir also noch eine Gelegenheit geben dich zu beweisen ?“ er holte kurz Luft „gut gut .. du bist mein Sohn .. geh hinein und mach Feuer ich komme gleich nach“. Ein lächeln zog sich auf Viktor Lippen als er an seinem Vater vorbei ging und in den Raum schritt. Sein Lächeln erstarrte dann aber sogleich, als er in dem Raum an der Wand eine große Sense, einen Gehstock, eine Armbrust und ein merkwürdig leuchtendes Amulett erkennen konnte.
Das schallende Lachen seines Vaters war ihm die größte Lektion die ihm einer erteilen konnte.
Fortan hütete er sich anderen Leuten Streiche zu spielen und es soll sogar ein recht guter Handwerker aus ihm geworden sein.
Doch was mit diesem Amulett geschah, das angeblich in der Lage gewesen sein soll Illusionen zu erzeugen, das weis leider keiner mehr so genau ... es verschwand wohl.
Es gibt jedoch einen verschollenen Gropp der es haben könnte......


Zuletzt geändert von Dreieck: 7.02.05, 11:13, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 7.02.05, 12:06 
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Es war wohl Carmer oder Carmar als es geschehen ist. Eigentlich ist es auch egal, wann es war.. es lief ja wie immer ab.
Aus völlig unverständlichen Gründen musste wieder mal eines der jüngeren Groppfamilienmitglieder, dieses mal war es Regina, im Hospitz bleiben.
Aus welchen Gründen auch immer, es könnte etwas mit der entzündeten Wunde am Oberarm oder dem recht hohen Fieber zu tun haben, beschloss Benion sie lieber ein, zwei Wochen von der Arbeit fern und im Hospitz zu behalten.
Wenn jemand jemals einen gefangen Bären beobachtet hat, wie er verzweifelt versucht das Lederhalsband abzustreifen und jeden anbrüllte der in seine Nähe kommt, ob Freund oder Feind, so weiß man auch ungefähr wie sich ein Gropp benimmt, welchen man ins Bett und von der Arbeit weg schickte.

Doch mit dem Alter wird man weise, wie es so schön heißt und Thelos Gropp wusste schon wie er seine Kleine im Bett halten kann.
Als er sie im Hospitz besuchte und die warnenden Worte der Heiler vernahm lächelte der alte Mann nur.
Seine Kleine lag blass und bleich, kaum fähig sich außerhalb des Bettes auf den Beinen zu halten, in den Kissen und verlangte austehen zu dürfen.


"Wie geht es dir meine Kleine? Ich hab die etwas zum lesen mitgebracht. Gib aber gut acht... es ist schon lange in der Familie und hat schon manchen deiner Ahnen durch eine schwere Krankheit geholfen"

Die glanzlosen Augen in den blassen Gesicht sahen mürrisch auf das dicke Buch in den faltrigen Händen.
Sie wollte hier raus und nicht lesen.


"Komm setzt dich etwas hin. Sei nur vorsichtig mit dem Buch es ist schwere Kost."

Achtlos der Worte nahm sie mit einer Hand den Schinken entgegen und blickt überrascht af als das buch aus ihrer hand glitt und schwer auf die Bettdecke fiel.
Während sie vorsichtig den Buchdeckel aufschlug redete der alte Mann unbekümmert weiter.


"Jaaaja... das Buch hat wirklich schon so den ein oder anderen Gropp durch die Krankheit gebracht. Dein Großonkel Simon Gropp war ganz versessen auf das Buch... achja... es stehen ja so viele intressante Dinge da drinnen musst du wissen Kindchen."

Im inneren des Buches wurde vor langer Zeit sorgsam die Blätter herausgetrennt und nur der äußerste Rand stehen gelassen. In dem entstandenen Kästchen befanden sich kleingeformte und recht handliche Werkzeuge. Alles war da , was die beim kurzen überfliegen so sehen konnte. Die wichtigsten Feilen, Hämmerchen und ein Packen kleiner Nägel.
Lächelnd sah sie zu dem Mann neben ihrem Bett der ungestört weiter erzählte. Sachte legte sie sich zurück und lauschte der geliebten Stimme.


"Weißt du Kindchen du musst schon im Bett bleiben. Wunderheilungen gibt es bei uns in der Familie nur äusserst selten. Ich erinnere mich noch an Cousin Niklas. Dem ist so ein Wunder geschehen. Stell dir nur vor.. bei einem seiner üblichen Arbeitstage im Wald... er war ein guter, anständiger Holzfäller, ohja das war er. Also jedenfalls im Wald war er so in die Arbeit vertieft das er wohl nicht ganz achtgegeben hat und von einer Schlangen gebissen wurde. Man hat zu der Zeit auch erzählt das er wieder betrunken bei der Arbeit eingeschlafen ist und dann gebissen wurde... aber das ist natürlich völliger Unsinn.
Seine Kameraden brachten ihn nach Hause und holten einen Heiler. Doch stur wie Niklas war lies er den kundigen Mann nicht ins Haus und bestand darauf wenige Tage später wieder in den Wald zu gehen und zu arbeiten.
Stell dir nur vor Kind... er war völlig gesund. Er arbeite weiter mit Fleiß und Elan und nichts konnte ihn bremsen. Das war schon eine seltsame Heilung das sag ich dir doch seine Familie war recht froh das es ihm so schnell wieder besser ging. Ist nur schade, dass dann so etwas schreckliches mit ihm geschah..."

Hier unterbrach sich Thelos und lehnte sich mit einem Schmunzeln auf dem faltigen Gesicht im Stuhle zurück.
Regina hob etwas den Kopf an und fragte leise


"Was geschah mit ihm, Onkel?"
"Wie? Was.. mit wem? Du sollst dich doch ausruhen Kleines."
"Mit Niklas, Thelos. Was geschah mit ihm?"
"Wie du kennst die Geschichte vom alten Niklas? So was... wer hat sie dir den erzählt?"
"Du gerade eben."

Seufzend bettete sie den Kopf wieder in den Kissen. Er wurde wirklich langsam alt der Gute. Laut jedoch,

"Das Ende fehlt noch.."
"Ach... das Ende des alten Niklas... ja das war schon eine traurige Sache. Man muss sich das nur einmal vorstellen. So eine Wunderheilung... und dann..."

Der liebevolle Blick richtete sich auf die kranke Frau im Bett.

"Wenige Tage nach dem er so schnell genesen war starb der arme Tropf. Niemand weiß woran. Nach einem arbeitsreichen Tag, wie die Tage eben so sind, wachte dein Ahne einfach nicht mehr auf. Kein Heiler im ganzen Dorf konnte sich das erklähren..."


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BeitragVerfasst: 7.02.05, 21:17 
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Es wurde dunkel draußen und die Familienmitglieder ließen den Tag ruhig ausklingen.
Irgendwann war auch hier die Zeit am Abend gekommen, wo keinem Kunden mehr die Türe geöffnet wurde. Wo kein Hämmern sich mit dem Zischen der Kohlen und dem Auf und Ab des Blasebalkens vermischte.
Erschöpft vom harten Tage kuschelte sich Regina an Harwarns Schulter an. Erudin genoss das erste Glas Bier des Tages und Thelos machte sich bereit mit seiner Geschichten die "Kinder" zu erfreuen.


Nun es ist, aber ein etwas finsteres Kapital in unsere Familien Geschichte. Es begann alles vor vielen Jahren zu Zeiten eures Urgroßvaters zweiten Grades Xanther Gropp. Den Geschichten meiner Mutter nach, muss er ein sehr lebensfroher Mensch gewesen sein. Er arbeitete Tag für Tag hart und doch verachtete er nicht die angenehmen Seiten des Lebens.
Nun ja... man sagt ihm einige Kinder nach, die aber unter anderem Namen geboren wurden...
Auf jeden Fall pflegte er es gut zu leben und lies keine Gelegenheit aus dazu...
Zumindest in der Zeit, wo er noch nicht verheiratet war. Auch wenn diese Ehe leider nicht allzu lange dauerte.
Jedenfalls... begab es sich nun eines Tages, dass es ihn auf ein großes Fest in der Stadt zog.
Es waren fröhliche Tage, da sich das Lichthoch wieder einmal dem Ende zuneigte.
Umso denkwürdiger ist es, dass eben dieser Tag sein Leben verändern sollte.
Er soll, den Erzählungen nach, zu dieser Stunde schon einiges getrunken haben
und hätte sicherlich noch freudig weitergemacht, wäre ihn in diesem Moment nicht eine Frau ins Auge gestochen.
Ich habe irgendwo einen seiner alten Briefe gefunden, wo er sie beschreibt:
Augen wie ein klarer See, Haar so glatt wie Seide und Haut zu weich wie Samt.
Nun ...ja... es soll angeblich bloß wenige Augenblick gedauert haben bis er vor ihr stand und seine, doch schon von dem Met verzerrte Stimme erhob.
Für einen Fremden musste es wie Liebe auf den ersten Blick gewirkt haben.
Laut Überlieferung musste er sie scheinbar zu einem Tanz aufgefordert haben. Man erzählt, sie haben über mehrer Stunden hindurch getanzt. Und wenn man sich vorstellt, wie viel er getrunken hatte, kann man sich recht gut vorstellen wie schwer es ihm gefallen sein musste.
Lange schon als das Fest wieder zu Ende war, waren die beiden noch dort und tanzten zu einer Musik, welche schon vor mehr als einem halben Zyklus nicht mehr spielte.
Über die Nacht ist nur wenig bekannt, da er selbst darüber stillschweigen bewarte. Doch ich denke man muss nicht hellsehen können um zu wissen was geschah. Sie trafen sich nun jeden Tag und es schien, das nichts die beiden je wieder entzweien könnte.
Doch nach einige Wochen kam sie eines Tages zu ihm und sagte sie müsse für einen Mond verreisen. Wohin sagte sie ihm nicht. Eigentlich wusste er so ziemlich nichts über sie. Nur ihren Namen: Dabnee...

Thelos hielt inne mit seinen Worten und betrachtete reih um lächelnd seine Familie. Die beiden Männer, wohl auch gespannt, aber ruhig lächelnd beobachteten abwechseln den erzählenden alten Onkel und Regina die vor Aufregung auf der Unterlippe kaute.
Die ruhige Stimme trug, immer wieder mit kleinen Spannungsbögen auflockernd, weiter vor.


Sie verschwand also und er blieb alleine zurück, noch völlig betäubt von ihrer Anwesenheit.
Doch auch der stärkste Rausch klingt mit der Zeit aus und Kopfschmerzen ziehen ein.
So verliebt er auch war, doch nicht mal einen Mond verliebt sein, hätten diese Schwerenöter umkrempeln können.
Es zogen ein paar Tage ins Land und er konnte sich mit Arbeit ablenken.
Doch auch der größte Auftrag hat einmal ein Ende und der schwerste Tag weicht der Nacht.
So zog es ihn wieder in dortige Taverne. Zum betrunkenen Barden hieß sie, glaube ich, oder war es doch der geköpfte Frosch.
Wie auch immer...
Jedenfalls trug es sich zu das er sich wie eh und je dem Met zuwandte und seinen Kummer über ihre Abwesenheit in diesem Gebräu ertränkte.
Und genau das wurde ihm wohl zu Verhängniss.

Er muss einige Stunden alleine dort gesessen haben. An seinem Tisch mit starren nachdenklichen Blick zum Fenster. Doch es kam wie es kommen musste ...
Ein junge Dame aus dem Dorf .. vielleicht 20 Vitamas alt, betrat die Taverne.
Er wäre kein Gropp gewesen, wenn sein Blick nicht sofort zu ihr gewandert wäre.
Er konnte ja noch an keinem Rock vorbeisehen, doch dieses Mal hätte er es nur besser beim sehen belassen.
Aber als sie sich seinem Tisch näherte, bot er ihr natürlich an sich zu ihm zu setzten
und im die einsamen Stunden in dieser Taverne mit ihrer Anwesenheit zu versüßen .
Ja den Frauen schöne Augen machen, konnte euer Ururgroßvater.

Ich habe irgendwo eine alte Zeichnung von ihm. Muss mal sehen wo ich das Buch mit dem Familien Bildern hingelegt habe.
Aebr zurück zur Geschichte:
Er verwickelte die Frau in ein Gespräch und gab ihr ein Glas wein nach dem anderen aus.
Bis er ihr schließlich die Frage stellte, ob sie nicht mit ihm etwas spazieren gehen wollte.
Vielleicht wäre er wachsamer gewesen, wenn er nicht so viel getrunken hätte. Oder er nicht in so tiefer Trauer stehen würde. Trauer um die ausgezogenen Liebste. Die in diesen Tagen nicht bei ihm war.
Sicher hat er sich nachher oft diese Frage gestellt und die Antwort darauf soll auch alleine ihm belassen sein.


Die beiden wanderte also ein gutes Stück des Weges bis sie schließlich auf einer Lichtung unweit der Stadtmauern angekommen waren.
Der volle Mond beleuchtet die Lichtung, auf das man ein Eichhörnchen hätte sehen können.
In diesem Zwielicht trafen sich nun ihre Blicke und sie küssten sich.
Es schoss ihm nun durch den Kopf was er da eigentlich tat und zum ersten Mal spürte er auch tiefe Schuld dafür ,dass er nicht einer Frau treu bleiben konnte.
Doch das Schicksal hatte einen seltsamen Humor, denn eben diese Einsicht kam zu spät.
In den Moment, als sich seine Lippen wieder zitternd von ihren lösten und er sich gerade
umdrehen wollte um so schnell und so weit wie er nur konnte zu laufen, begann sich der Gesichtsausdruck der Frau zu verändern.
Voller Zorn und einige tränen in den Augen sprach sie: "So .. ist das also..."
Langsam begannen ihre Umrissen zu verschwimmen und aus ihnen formte sich eine wohlbekannte Gestallt.
Ein düsteres Schweigen lag über der Lichtung, als er in das Gesicht seiner Liebsten blickte.
Der Liebsten, die vor einigen Tagen auf ihre Reise auszog und welcher er ewige Treue geschworen hatte.
Der eine Moment zog sich wie ein ganzer Zyklus.
Ihre Augen müssen gefunkelt haben, wie ein Feuer, das alles was vor ihr lag verbrannt hätte.
Nach einigen Momenten des Schweigens, erklang abermals ihre Stimme.
Zornig und so voller Wut, das selbst ein Ritter in diesem Moment das Weite gesucht hätte.
Doch er konnte sich nicht bewegen. Er stand wie angewurzelt da und blickt sie einfach nur an.
Sie aber sprach nun die Worte, die ihn auf ewig zeichnen sollten.
Die Worte, die sich nun aus ihrem Mund den Weg ins Freie bahnten, übertonten sowohl das Gurren der Eule, als auch alle anderen Geräusche, die der Wald aussandte.
Mehr noch, es war als würde der Wald selbst den Atem anhalten.
Die Worte gingen durch Mark und Bein. Es war als würde die Worte, welche fremd klangen in seinem Kopf einen Sinn formen.
Er hörte ihre mit Trauer erfüllte Stimme in seinem Kopf wiederhallen, als die fremden Worte an sein Ohr drangen.

"Ich hätte dir alles Glück auf Tare bescheren können.
Doch du bliebst mir keine drei Tage treu.
So soll dich dein Glück nun für immer verlassen.
Du und alle, die nach dir kommen. sollen fortan von Pech verfolgt sein.
Bis auf drei Tage ihm Mondeslauf, an dessen letzten du mir deine Liebe geschworen hast. Diese drei Tage sollen dir gewährt bleiben, als Andenken an unsere Liebe."

So verschwand sie in die tiefen des Waldes.

Der Blick wandert in die entsetzblickenden Gesichter vor sich

Es scheiden sich die Geister bei der Auslegung des Fluches. Viele sagen es hätte sich nur auf seine eigenen Kinder bezogen. Andere meinen der Fluch würde nicht diese Zeit überdauern.
Nun ja so schlecht wie ihm, hat es uns, selbst wenn er auf uns wirksam wäre. nicht getroffen.

Wer die Frau nun wirklich war wusste niemand so genau, doch er Fluch wurde Wirklichkeit. Und von diesem Tage war das Pech Xanthers stetiger Begleiter.
Ein Mondlauf zog ins Land. Es begann abermals das Fest des Lichthochs mit dem sein Unglück begonnen hatte, oder in diesem Fall für drei Tage enden würde.
Das Schicksal hat schon einem komischen Humor das kann ich euch versichern ...
So trug es sich zu das er, Fluch hin oder her, wirklich Glück hatte in diesen drei Tagen, wie es ihm versprochen war .
Er traf abermals eine junge Dame, seine spätere Frau Elsa Nistla.
Sie heirateten noch während der Tage des Lichthochs und er wurde doch noch glücklich. Soweit er es mit seinem Pech werden konnte.
Doch aus Angst dem Fluch weiterzugeben, hatte er niemals eigenen Kinder.
Man sagt sogar, er hätte in all diesen Jahren seine Frau nicht einmal angerührt.

Ich sagte ja, es ist ein dunkleres Kapitel in unsere Familiengeschichte doch starb so der Fluch mit ihm, als er auf der Straße ausrutschte und sich das Genick brach.
Man erzählt sich, er hätte im Moment des Todes ein Lächeln auf den Lippen gehabt und er hätte sich nie über sein Schicksal beschwert, da er trotz dieser harten Strafe Dabnee noch immer von Herzen liebte...

Ich denke das nächste Mal sollte ich eine fröhlichere Geschichte erzählen, doch für heute reicht es einem alten Mann...


Zuletzt geändert von Woody: 12.02.05, 20:33, insgesamt 1-mal geändert.

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