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..... wie auch an diesem Abend, es war der 7te Onar 16 nach Hilgorad, die Dunkelheit bracht früh herein und wieder einmal sassen alle beisammen am Kamin, das Feuer knisterte leise vor sich hin und Thelos begann zu erzählen .....
Ich erzähl euch heuer die Geschichte von Viktor, er war dein Ur Ur Ur Onkel Erudin .....
Viktor war eine recht interresante Person, im ganzen Dorf war er als Witzbold und Tunichtgut verrufen .... ein schwarzes Schaf in der Geschichte der Gropps. Er hatte nicht wirklich vor, wie der Rest seiner Familie zu arbeiten und tat demnach nur das Notwendigste. So zog kein Tag ins Land, an dem er nicht wegen seiner berüchtigten Streiche reißaus nehmen musste.... zum Leidwesen seines Vaters, Markus Gropp. Markus war einer deren unserer Familie, die das ursprüngliche Handwerk führten, mit welchem die Familie Gropp früher groß wurde, es war die Fischerei. So beschloss Markus, dass es so nicht weitergehen konnte und durfte und so kam es wie es kommen musste ....
Eines Tages als Viktor gerade das Pferd eines Bauern mit weißem Kalk angemalt hatte, warf ihn sein Vater wutentbrannt ob dieser Tat aus dem Hause ... sogar aus dem Dorf. Mit bebender Stimme sprach er zu seinem Sohn „Komm erst wieder zurück wenn du weißt was ehrliche Arbeit ist!“
So wurde Viktor mit einer Hand voller Dukaten aus dem Dorf, seiner Heimat verbannt. Außer seiner Sachen die er am Leibe trug, hatte er nichts mitbekommen und so blieb ihm nichts anderes übrig, als sich mit nachdenklich gestimmter Mine auf den Weg zu machen um sein Glück zu suchen.
Nunja, man muss sagen, mit dem Glück ist es so eine Sache, es gibt viele launische Wesenheiten auf Tare, doch das Glück gehört nun mal zu einer der launischsten, wie er noch feststellen sollte.
Nach nicht ganz einem halben Tag Fußmarsch traf er auf einen Mann, einen Mann der mitten auf dem viel bereisten Weg regungslos am Boden lag.
Viktor war eine sehr sorglose Persönlichkeit, nicht sonderlich überlegt, dennoch hilfsbereit.
Nunja, Gutes wird nicht immer mit Gutem vergolten, was Viktor spätestens da merkte, als sich eine gut geschliffene Klinge an seine Kehle anschmiegte.
Doch da sein Vater ihn mit sehr wenig Habseligkeiten auf den Weg geschickt hatte, jedoch immer noch Großzügiger als das, was ihm der Halunke noch gelassen hatte.... doch das wurde ihm erst dann gewahr, als er halb nackt und gefesselt durch einen harten Schlag auf den Hinterkopf sein Bewusstsein verlor.
Lange war es dunkel um ihn herum, Finsternis zog sich durch seine Gedanken, bis eine Stimme aus der Ferne ihn doch schließlich wach rüttelte.
Er lag in einem recht einfachen Bett, wie er feststellte, ein einfaches Bett in einer eben so einfachen und kleinen Kammer, die ansonsten nur noch einen kleinen und schon zerfallenden Schrank beherbergte.
Er spürte einen stechenden Schmerz von seinem Hinterkopf und er musste feststellen als er danach griff, das er scheinbar fein säuberlich verbunden und seine Wunde versorgt wurde.
Von der Türe auf der anderen Seite der Kammer konnte man eine Stimme hören, eine sich nähernde Stimme .... langsam öffnete sich die Türe knarrend und ein weiß berobter alter Mann kam langsam herein. Er wirkte wie das Zimmer in dem Viktor lag, alt und verfallen.
Die recht dürr wirkende Stimme des Alten traf nun langsam, so der Alte seine Stimme erhob und sprach „ Na! Bist ja endlich wieder aufgewacht ... hatte schon angst ich müsste dir ein Grab ausheben .... kannst froh sein dass Nichtsnutz dich gefunden hat“ .
Nur schwer konnte Viktor fragend erwidern „Nichtsnutz?“ ehe der alte in seinen Worten weitersprach „Ja mein Hund ich habe ihn Nichtsnutz genannt ... der liegt den ganzen Tag nur auf seiner faulen Haut herum .... wollt ihn anfangs abrichten hab’s aber dann doch sein lassen .. hatte keinen Zweck“ sprach der Mann weiter bis er endete.
Doch es vergingen noch einige Tage bevor Viktor weitgehenst genesen war, doch hatte er in der Zwischenzeit oft genug die Gelegenheit, sich in Ruhe umzusehen und zu erfragen wo er war. Mittlerweile hatte er etwas zum Anziehen von dem Alten bekommen, auch wenn dieser sagte, er könne die Kleidung haben doch er müsse sie sich noch verdienen.
Viktor willigte rechtschnell ein dem Mann etwas zur Hand zu gehen ... nunja er hatte ja auch nicht wirklich eine Wahl gehabt, wenn er nicht halb nackt bis zum nächsten Dorf laufen wollte.
Vielleicht wäre er doch gelaufen, hätte er gewusst, was ihn noch erwarten sollte.....
Schon hörte er die Worte des Alten wieder „zuerst kannst du dich im Garten nützlich machen“ sagte er zu Viktor „die Wiese steht schon wieder viel zu hoch“ und kaum dass er sich versah, drückte ihm der Alte auch schon eine Sense in die Hand und schickte ihn hinaus vors Haus. Man sollte eben keinen nett aussehenden alten Mann unterschätzen.
Auf die Frage von Viktor, wie er denn mit einer Sense umzugehen habe, da er dies noch nie getan hätte, erwiderte der Alte brummig „Oh was hab ich mir da nur für ein arbeitsfaules Pack ins Haus geholt“ ... der Alte griff sich die Sense wieder ... stapfte hinaus in die Wiese und mähte mit für in seinem Alter beachtlichen und kräftigen Schwung eine kurze spur der Wiese weg. „So macht man das und lass ja keine Ecke aus .. ich muss derweilen ins nahe liegende Dorf“ und ging los durch die Weise ... „Bis ich wieder zurück bin hast du fertig zu sein“ hörte Viktor noch die Worte des alten.
Der Alte verschwand nach und nach am Horizont und Viktor sah ihm noch einige Zeit nach ... dann Griff er sich die Sense „kann doch nicht so schwer sein .. sah nicht so aus“ dachte er sich und schwang die Sense vor sich mit kräftigem Schwung über die Wiese...
So senste er sich Stück für Stück durch den Garten, der einmal rund um Haus herum verlief, doch als er wieder an der Vorderseite ankam, konnte er seinen Augen nicht glauben, das Stück Wiese dass er ganz zu Anfang umsenste stand wieder in voller Größe als wäre nie ein Sensenblatt in dessen Nähe gekommen.
Mit weit aufgerissenen Augen blickt er zurück und musste wieder festellen, das alles was er rund ums Haus gesenst hatte an Wiese wieder in voller Höhe stand, nicht ein abgesenster Grashalm war zu finden.
Als er ungläubig ins Gras starrte, hörte er von hinten eine mittlerweile Wohlbekannte Stimme an sein Ohr dringen „Na was haben wir denn hier? .. wolltest jetzt erst anfange wie .. die ganze Zeit nur faul auf der Haut rumgelegen was ?“ Viktor begann zu stottern „aber ich habe ..... ich habe doch ....!“ seine Stimme klang gar zittrig. „Was hast du ?! Ich mag Alt sein Jungchen doch zeig mir auch nur einen Grashalm den du gesenst!“ was den Alten jedoch dazu brachte, Viktor für diese Dreistigkeit die er an den Tag gelegt hatte und behauptete alles gesenst zu haben doch sei es wieder nachgewachsen, ihn vom Hof zu jagen. Seine Kleider lies er ihm jedoch, so zog er weiter die Trübewirkende Straße entlang weiter auf der Suche nach seinem Glück, ein Glück welches sich scheinbar gegen ihn verschworen hatte. Er war nun einige Zeit schon in Gedanken versunken über die Straße gewandert, als er an eine kleine Hütte am Waldesrand kam. Aus dem Kamin der Waldhütte stieg weißlicher Rauch empor und ein gleichmäßiger Geruch von gebratenem Fleisch lag in der Luft.
Viktor, der nun schon seit seinem eher unfreiwilligen Aufbruch schon nichts mehr zu sich genommen hatte, hörte plötzlich wie sich sein Magen zu Wort meldete und ihm riet doch mal an der Hütte zu klopfen für einen Bissen zu essen ...
Nunja gedacht getan klopfte er schließlich an der Hütte, welche schon alles in allem einen recht verfallenen und verwahrlosten Eindruck machte. Ein altes Mütterchen öffnet langsam die Türe, tief gebückt Stand sie auf einen Stock gestützt und blickt zu ihm hinaus. „Was wollt ihr
von einer alten Frau Fremder ?“ Fragte sie mit rauer Stimme. „Nur einen Bissen zu essen gnädiges Fräulein“ antwortete Er rasch mit seiner gewohnt flinken Zunge. Doch sie erwiderte recht schnell „Deine Schmeicheleien kannst du dir sparen Fremder .. hier gibt es nichts umsonst“ Sie machte einer Geste mit ihrer freien hand und winkte ihn herein als sie wieder sprach „Doch kann ich etwas Hilfe gebrauchen .. wenn du also nicht arbeitsscheu bist .. komm ruhig herein“.
Es war nicht sein Tag musste er sich gedacht haben, erst rackerte er sich über Stunden für nichts und wieder nichts ab und jetzt soll er schon wieder ran, doch sein Magen blieb energisch und so sagte er recht flott zu. Nach einem recht spartanischem Mal führte ihn die alte Dame hinaus und deutete mit ihrem Stock gen Dach der alten Hütte. „Siehst du das Dach? ... es ist schon ziemlich verfallen, die alten Schindeln müssen runter und neue Drauf, bevor mein Dachstuhl auch noch verfault. Ich bin derweilen Pilze und Kräuter sammeln im Wald, Schindeln liegen da hinten“ Sie deutete zu einem großen Schindelhaufen hinterm Haus, der wie er sich nun kurz stumm wunderte, gerade eben noch nicht da gewesen sei seiner Auffassung nach. „Mein Magen spielt mir bestimmt einen Streich“ dachte er sich dann. Die alte Frau ging mit einem kleinen geflochtenen Korb in den Wald hinaus und er machte sich an die Arbeit mit dem wenigen Werkzeug, was er in der Hütte finden konnte. Schließlich hatte er auch keine große Wahl, er hatte es nun mal versprochen .....
So kletterte er aufs Dach hinauf, und brach eine der verfaulten Schindeln nach der Anderen heraus und warf sie runter zu Boden. Gut einen halben Tag har es gedauert, bis er schließlich die letzte frische Schindel auf dem Dach mit Hammer und Nagel befestigt hatte. Ein Schlaf tiefer Erschöpfung brach über ihn herein als er sein Werk nun vollendet hatte, doch schien dieser nichtsonderlich lange zu halten, denn schon bald würde er von einem stochern eines Stockes geweckt.
„He du Taugenichts“ sprach sie mit erhobener Stimme zu ihm „wolltest du nicht etwas erledigen ?!“ ... nur langsam blickte er seine Augen öffnend zu ihr auf, und sah die alte Frau vor ihm stehend. „Erledigen? Wie? .. wenn ihr das Dach meint das ist fertig seht es eu...“ weiter kam er in seinen Worten jedoch nicht, da der Anblick der sich ihm nun bot ihm den Atem raubte. Das Haus lag da wie eh und je und das Dach wirkte gänzlich unberührt. Ebenso war der große Schindelhaufen noch bis oben hinaus gestapelt.
„Aber ich hab ... ich hab doch ...“ stammelt er zur Alten „Du hast wohl geträumt du hättest was gearbeitet ... na so einen haben wir ja gerne .... mach das du wegkommst du Nichtsnutz!!!“ schimpfte die Alte nachdrücklich.
Mit alten Damen soll man ja bekanntlich nicht streiten können und so zog er so schnell es seinen Beinen möglich war weiter noch tiefer in Gedanken über die Geschehnisse der letzen Stunden und ging weiter den Weg entlang, bis er in einiger Entfernung von einer Felsbüschung mehrere Stimmen hörte ,,, ebenso drang Gesang und Musik an sein Ohr.
Es hörte sich an wie ein fröhliches Fest welches sich in einiger Entfernung abspielte. Nur zaghaft näherte er sich den Stimmen und dem Gesang welcher sich dort abspielte. In den Schatten die die züngelnden Flammen in der einbrechenden Nacht erzeugten konnte man mehrere Personen tanzend um ein Feuer sehen, andere an Fässern und wieder andere sah man Trommeln und andere Instrumente spielen.
Er war auf eine Gruppe Zigeuner getroffen welche dort ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten. Als er jedoch in den Lichtkegel des Feuerscheines trat blickten einige der Spielleute erschrocken auf, doch als sie merkten dass er keine Gefahr darstellte, zogen sie ihn zu sich ans Feuer und luden ihn zum Tanze ein. Fröhlich sich nun in die Tanzenden einreihend fiel sein Blick auf eine wunderschöne Zigeunerin, wie aus einem Traum gerissen spürte er eine kräftige Hand auf seiner Schulter, welche ihn herumriss und zu einem großen und sehr kräftig wirkenden Zigeuner gehörte, der nun in voller Größe vor ihm stand.
„He Fremder .... du kannst gerne an unserem Feuer feiern, doch Finger weg von meiner Tochter .. ich hab gesehen wie du sie angeblickt hast“ sprach er mit ernster Mine zu Viktor. „Ich warne dich es ist zu deinem Besten“ fuhr der der Mann weiter fort.
Doch nach einigen beruhigenden Worten das er doch nicht seine Tochter wolle, begann er sich wieder den angenehmen Seiten dieses Abends zu widmen und so verschwand ein Krug nach dem anderen in tiefer leere die unsere Familie bei Met Wein und Bier in unseren Mägen haben.
Es war nicht sonderlich das ihm schließlich die Sinne schwanden und an einem gewissen Punkt des Abends ihm sein Gedächtnis verließ. Als er von einem bösen Kopfschmerz geweckt wurde und er nach und nach versuchte sich zu Orientieren, musste er feststellen, dass er scheinbar in einem Zelte lag, doch nicht alleine. Das Mädchen das er am Vorabend anstarrte lag zusammengekauert am Fußende seines Schlafplatzes. Na ja ... vielleicht wäre er ja liegen geblieben und hätte fragen sollen was genau passiert ist, doch dazu kam er nicht, denn schon hörte er eine brüllende Stimme von draußen, die ihm noch gut in Erinnerung war. „Was ... dieser Lump ist bei Ihr ? Seit gestern Abend ?!!! Dem Dreh ich den Hals um!“ Hörte er die Worte schnaubend gesprochen von diesem großen und sehr kräftigen Zigeuner.
Er mochte vielleicht ein Taugenichts sein, dich glaubt mir ihr habt noch nie jemanden sich so schnell anzuziehen und aus dem Zelt herausstürmen sehen, vorbei am dem Muskelpaket und hinein in den Wald. Er merkte lediglich wie einige Armbrustbolzen ihm nachjagten und um ihn herum in den Bäumen stecken blieben... er rannte und rannte ..... er muss eine Ewigkeit gerannt sein, wie es ihm vorkam, bis er an einen ihm wohl bekannten Ort ankam.
„Aber hier in der Nähe ist doch mein Dorf ... wie ist das denn möglich ?“ wundert er sich als er von einer Anhöhe aus auf sein Dorf herabsah. Ein Blick der ihn mit Freude und doch auch zugleich mit Angst erfüllte.
Was würde nun sein Vater sagen wenn er jetzt zurückkäme ?
Würde er ihn wieder bei sich aufnehmen ?
Und würde er es dort aushalten können jeden Tag schuftend ?
„Besser als da draußen allemal!“ Dacht sich Viktor und schritt hinab ins Dorf auf das Haus seines Vaters zu.
„So so der verlorene Sohn kommt also zurück“ sprach sein Vater „hat ja nicht lange gedauert“ fuhr er weiter fort „ was willst du ? Willst du dich weiter auf die Kosten dieses Dorfes durchfüttern lassen ?“ er beäugte seinen Sohn Viktor kritisch. „Nein ich ... ich wollte mich entschuldigen“ erwidert Viktor sogleich mit gebauter Stimme. Und wieder war die Stimme seines Vaters zu hören „soll ich dir also noch eine Gelegenheit geben dich zu beweisen ?“ er holte kurz Luft „gut gut .. du bist mein Sohn .. geh hinein und mach Feuer ich komme gleich nach“. Ein lächeln zog sich auf Viktor Lippen als er an seinem Vater vorbei ging und in den Raum schritt. Sein Lächeln erstarrte dann aber sogleich, als er in dem Raum an der Wand eine große Sense, einen Gehstock, eine Armbrust und ein merkwürdig leuchtendes Amulett erkennen konnte.
Das schallende Lachen seines Vaters war ihm die größte Lektion die ihm einer erteilen konnte.
Fortan hütete er sich anderen Leuten Streiche zu spielen und es soll sogar ein recht guter Handwerker aus ihm geworden sein.
Doch was mit diesem Amulett geschah, das angeblich in der Lage gewesen sein soll Illusionen zu erzeugen, das weis leider keiner mehr so genau ... es verschwand wohl.
Es gibt jedoch einen verschollenen Gropp der es haben könnte......
Zuletzt geändert von Dreieck: 7.02.05, 11:13, insgesamt 1-mal geändert.
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