|
Der Erde verbunden, der Mutter ergeben, Wünsche ich, soll sich der Keim des Samens erheben. Hinauf wachsen die Ranken, umschliessen den Turm, In windeseile, wie ein sich windender Wurm.
Wärmendes Strahlen benötige ich, Vater auch dich bitte ich, Schenke den Ranken dein lebensspendendes Licht, Erhitze den Boden, schütze die Saat, Sorge für den wohlwohlenden Sonnengrad.
Ich bitte auch Wasser und Erde, zur raschen Nährung meiner Samenherde. Feuer und Wind, euch flehe ich an, haltet eure Kraft zurück, die die Pflanzen verderben kann.
Laut und mit rituellbetonter Stimme intonierte die Frau die Worte an die Mutter. Die Stimmen der anderen, die um den Turm herum verteilt standen, fielen mit ein. Aus der einen Stimme wurden mehrere, aus den mehreren ein Chor. Gehüllt in der Dunkelheit der Nacht, verteilt um das starke Gemäuer.
Sie presste die Hand zu einer Faust, worauf das Blut erneut dick hervor quoll und sich seinen Weg zu Boden suchte. Genau auf der Stelle, wo der Samen vergraben war, sog sich das Rot in die Erde.
Sie breitete die Arme gen Himmel aus, schloss die Augen und hoffte. Hoffte, dass die Mutter sie erhören und ihr die Bitte gewährleisten würde.
Minutenlang regte sich nichts. Ein kühler Wind kam auf und lies die blattlosen Wipfel der Bäume aufächzen. Dann wieder Stille. Hatte sie etwas falsch gemacht? Der klang von Hufen auf schneebedeckter Erde riss sie aus den Selbstzweifeln. Ein hünenhafter Nortrave bahnte sich seinen Weg vorbei am Turm. Die Leute, die drum herum standen, musternd, als wären sie Geisteskranke. Er gab seinem Pferd die sporen und war wenige Sekunden später von der Dunkelheit verschluckt.
Eine Bewegung am Boden zog ihr Augenmerk auf sich. Aus der Erde bohrte sich zartes grün, welches sich langsam daran machte die steinerne Wand zu erklimmen. Ein Aufatmen ging durch die Reihen der Anwesenden. An jeder Turmseite gruben sich die zerbrechlich wirkenden grünen Halme aus dem aufgewühlten Erdreich.
Noch keinen Meter waren die Ranken gewachsen, als sie wieder inne hielten und ihr den Atem stocken lies. Wie gewonnen so zerronnen...oder war da nicht doch wieder eine kleine Bewegung?
Die schwere Dunkelheit ging über in eine frühlingshaft bläulich lila schimmernde Dämmerung, aus der die ersten Strahlen des Vaters hervor brachen. Ein Ruck ging durch die Ranken und sie wuchsen abermals einige wenige Schritt. Sie würden wachsen, doch nicht so schnell, wie sie gedacht hatte. Das Ritual war nicht gescheitert.
Die Anwesenden begaben sich auf das Dach des Turmes und sammelten sich um den Karfunkelstein, dem nachgesagt wurde die Magie zu verstärken.
Abermals war es sie, die die anfing die Bitte vorzutragen, die sich dieses mal an die Ranken richteten.
Ranken, die ihr gewachsen seid, Hört auf mich, lindert mein Leid. Schütz, was ihr umwachsen habt, Vor bösen Absichten, die ein Lebewesen entgegegenbringen mag.
Mit euren Blättern wird der Eintritt verwehrt, Getäuscht werden die Augen, der Zugang versperrt. Der Eingang für feindliche Absichten nicht zu sehen, Ja, so soll es mit Hilfe der Mutter geschehen.
Die Worte verhallten in den Ohren der Anwesenden. Sie spreizte die Arme ab und richtete die Fingerpitzen in Richtung Boden. Eine fordernde Geste folgte. Die Umstehenden spürten, dass sie den Rankengriff auf den Turm anwand um den Zauber zu festigen.
Die Zirkelhexe nickte ihr zu und sie nahm es als wortlosen Auftrag den Schutzkreis zu lösen.
Einige Tage später...
Wer auch immer in regelmäßigen Abständen am Turm vorbei kommt, wird erkennen können, dass dort die Ranken Stück für Stück höher wachsen. Am Gemäuer des Turms kann ein fachkundiger eine dünne Schicht Schwarzmoor erkennen. Manch einer wird auch wissen, dass man Schwarzmoor eine düngende Funktion nachsagt. Manche hingegen werden auch wissen, dass auch mit Schwarzmoor ein solch rasches wachsen von Pflanzen, vor allem im Winter, kaum möglich ist.
[OOC Hinweis: Im Zuge des gegenseitigen Einverständnis Magie RPs wäre es nett, wenn die, die mit bösen Absichten in den Turm wollen, oben beschriebene Schutzfunktion zur Kenntnisnehmen. Wer will solls ausspielen, wer nicht will eben nicht. Ist für keinen eine Verpflichtung. Geht nur bitte in irgend einer Form drauf ein, wenns drauf ankommt.]
|