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 Betreff des Beitrags: Vandrien
BeitragVerfasst: 8.03.05, 05:04 
Altratler
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[mir warn bisschen langweilig, also hab ich was getippselt, viel Spass]

Schwer lastete die Dunkelheit über dem Land das sowieso schon wie tot wirkte. Die Bäume waren kaum mehr als skelettierteHände die sich der schwarzen Wolkendecke entgegenstreckten als suchten sie Vergebung.
Unter seinen Stiefeln knirschten tote Zweige und Laub gleichermaßen und der schwache Wind trug den Geruch von brennendem Fleisch heran während in der Ferne an der Flanke der Klauenberge rote Blitze niedergingen und die zerklüfteten Felswände erhellten und die schwarzen Türme der Festung und Stadt Weteka.

Er war müde, erschöpft von einem langen Marsch über Wochen hinweg durch dieses tote Land auf dem es schien als hätten nicht einmal die Geier überlebt. Dabei wäre er für ein paar Geier sogar dankbar gewesen, für jeden Aasfresser der ihnen die Mühe abgenommen hätte die Gefallenen zu verbrennen.
Seine Beine schmerzten, zu lange schon mußte er laufen weil sein Pferd von dem Wasser das in dieser Öde vorkam schon nach kurzer Zeit verreckt war genau wie jedes andere Pferd in ihrem Zug.
Fünfhundert waren sie gewesen als sie aus Ersonts Tal ausgezogen waren, ein strahlendes Heer geführt von Sire von Altenberg, einem altgedienten Veteranen des königlichen Heeres.
Doch nichts hatte sie darauf vorbereiten können was sie hier erwartete, was SEINE Hand aus Vandrien gemacht hatte. Seine Hand und der tobende Krieg.

Der Wandel hatte sich langsam vollzogen, das Sterben des Landes war zuerst kaum bemerkbar gewesen, ein paar Bäume die ihre Blätter verloren hatten oder eine Grasebene die abgestorben war. Kleine Zeichen nur, kaum auffällig.
Doch dies sollte sich häufen bis das Land tot und schwarz wie SEINE Seele war, das Wasser giftig für Mensch und Tier und es keine Nahrung mehr gab.
Die meisten Pferde waren innerhalb der ersten Tage nach erreichen des toten Landes auf der Strecke geblieben und ebenso zwei Dutzend Soldaten die von dem giftigen Wasser getrunken hatten.
Doch sie mussten weiterziehen, die Armee von General Hornstoß vor Wetaka brauchte die Verstärkung um die Stadt nehmen zu können. Zweitausend Soldaten warteten nur darauf das Leodegard und seine Adepten eintrafen, alles hing davon ab und genau das verursachte ihm einen Knoten im Magen.

Mit mehr als 45 Bellums war er nicht mehr der jüngste und der lange Fußmarsch erschöpft ihn mehr und mehr auch wenn er nicht so schwere Lasten wie die Soldaten tragen musste und dieses tote Land schien die Kraft aus ihm zu ziehen wie ein Schwamm das Wasser aufsog. Nur mit Mühe konnte er sich gegen den verheerenden Effekt des toten Landes wehren und seinen Adepten ging es nicht viel besser. Es kostete stetige Konzentration die Verderbnis aus dem Geist zu verbannen... wer weiß was geschieht wenn die Verderbnis des Landes in den Geist eines Magisters gelangen mag. Wahnsinn.. Tod.. wer weiß es schon.

Mühsam marschierte er weiter umgeben von den erschöpften Soldaten auf allen Seiten die sich auch mehr schleppten als marschierten. Wieder glitt sein Blick hinüber zu der dunklen Festung die sich wie ein lauerndes Tier an die Flanke des Berges schmiegte.
Wenn er genau hinsah konnte er einen kleinen Kreis um die Mauern erkennen, so gerade ausserhalb der Bogenschußweite, eine Reihe von weißen Zelten und dunklen Gräben, das Herr des Generals. Noch ein Zyklus.. vielleicht zwei und sie würden in sein Lager marschieren.
Dennoch, ihn beschlich ein Gefühl von Gefahr das zunehmend größer wurde je mehr er sich der Festung näherte doch keiner seiner Gefährten schien dieses Gefühl zu teilen. Vielleicht war es auch nur die Einbildung oder die Erschöpfung.

Und doch jeder Schritt den er tat schickte eine Gänsehaut seinen Rücken hinab und das Gefühl der Gefahr ließ Schweiß auf seine Stirn treten. Im gleichen Moment hob einer der Adepten die Hand und deutete auf einen Punkt am Himmel als das Chaos direkt um sie herum losbrach, Schreie vor Angst und Schmerz, Panik und das Klirren von Eisen ertönte.
Dunkelheit warf sich über die Kolonne der Männer und mit der Dunkelheit griffen sie an, zu schnell um erkannt zu werden huschten die Dämonen durch die Reihen der Krieger und forderten einen schrecklichen Blutzoll in nur wenigen Augenblicken.
Neben Leodegard sank einer seiner Adepten mit herausgerissener Kehle zu Boden, im Tode noch zuckend während ein dunkles Wesen, kaum mehr als ein Schatten und Kälte über dem Toten stand, die Verkörperung des Bösen, des Übels und der Angst.

Er riss seinen Stab nach oben und richtet ihn auf den Dämon, seine Lippen bebten, formten magische Formeln während sein Geist das vor seinem inneren Auge ausgestreckte Astrale Netz wie eine webende Hand verformte, neu anordnete und die Gewebe festigte. Kühle Sicherheit legte sich wie ein ruhiger Balsam auf die Angst, Berechnung stillte die Panik, eine dünne Schicht der Konzentration über einem Ozean brodelnder Gefühle.
Die Runen an dem Stab begannen zu glühen, bläulich in kaltem Feuer hinauf bis zu Stabspitze, er konnte die steigende Macht darin fühlen, die klare reinigende Kraft die darin schlummerte.
Mit einem lauten Schrei entließ er den Zauber und ein grell weißer Blitz mit zahlreichen Verästlungen suchte sich seinen Weg über den Boden hinweg zu dem Dämon hin während ein Donner aufgrollte und seine Zähne klappern ließ.

All das geschah in wenigen Augenblicken, kaum mehr als ein Blinzeln und doch war der Dämon schneller als jedes menschliche Auge erfassen konnte. Was Leodegard im ersten Blick seines sterblichen Auges für einen niederen Dämon gehalten hatte entpuppte sich in seinem inneren astralen Auge als strahlendes Wesen von gewaltiger Macht dessen Schädel von einem gewaltigen Horn gekrönt wurde das reine und verderbte Macht war.

Um ihn herum erfüllten noch immer die Schreie der Sterbenden die Luft, die dunkle Schwärze die das Licht verschluckt hatte verdeckte jedoch alles wie ein gnädiger Schleier vor dem blanken Auge.
Er riss den Stab herum und kratzte mit dem unteren Ende über den Boden der toten Erde während seine Lippen eine magische Formel murmelten, er hob den Stab einen halben Fingerbreit an und rammte ihn mit aller Kraft nach unten und eine Halbkugel formte sich um ihn herum, matt glimmend in leichtem Silber. Kein Augenblick zu spät denn kurz darauf schlug der Leib des Dämons gegen den Schild und beulte ihn weit ein bevor der Dämon zurückgeschleudert wurde. Schmerz pulsierte durch Leodegards Schläfen als er nur mit äußerster Anstrengung den Schutzkreis aufrecht erhalten konnte, sein Blick verschwamm vor Schwärze und ein Rauschen erfüllte seine Ohren was er jedoch kaum wahrnahm. Seine ganze Aufmerksamkeit und sein ganzer Wille waren nur auf sein astrales Auge gerichtet, denn dies war kein Kampf den sterbliche Sinne erfassen konnten.
Als der Dämon wieder heranpreschte wollte huschte eine Kugel reinen Feuers von der Seite heran und traf das Wesen in den Rücken, kaum mehr als ein Stein der den Giganten trifft und doch fuhr der Dämon herum und wandte sich dem bleichen Adepten mit der bibbernden Unterlippe zu.
Seine Chance.. die letzte.

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Tarlas: Angamons Segen dispellt keine Meteorregen!


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BeitragVerfasst: 8.03.05, 05:05 
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Er streckte beide Arme empor und ließ den Schutzkreis fahren, sein Geist durchdrang die Wolken und den Himmel und erreichte die Sterne, fühlte die brennende Kraft und Macht der Sterne über sich selbst durch die totale Dunkelheit. Er streckte seinen Willen aus während sein Körper sich verkrampfte und zu zittern begann, seine Lippen lauthals magische Formeln hinausriefen und schweiß in dicken Perlen von seiner Stirn rann.
Und dann bewegte sich der Stern.. Flamme und Macht und raste hinab auf die Erde zu, donnernd sich seinen Weg durch die Luft suchend mit der unfassbaren Gewalt die nur die Sterne in sich haben.
Leodegards Körper sank zu Boden während der Dämon die Leiche des Adepten fallen ließ und seinen Kopf hinauf zum Himmel richtete, ein tiefes Grollen entrang seiner Kehle, Zorn und.. Furcht? vielleicht.
Mit einem Schwung löste sich der Dämon vom Boden und mit ihm die Dunkelheit, schwarze Schwingen trugen ihn zum Himmel hinauf, zur Feste hin weg von dem vernichtende Meteor der sich ihm auf brennender Bahn näherte.

Noch während der Dämon als kleiner schwarzer Punkt sich immer weiter entfernt änderte der Flammende Stern seinen Kurs wie eine feurige Klinge und traf mit einem grell weißen Blitz auf den Dämon der alle hinaufschauenden blendete.
Licht vertrieb das Dunkel und die finsteren Wolken verschwanden, von einer Welle des Lichtes zu den Seiten getrieben und Felas strahlender Schein brach auf das Land hinab wo zwischen den Leichen und wankenden Überlebenden der Gruppe Leodegard sich mühsam auf die Beine kämpfte und zu dem flammenden Ball am Horizont sah der langsam zu Boden sank.

Stille herrschte über dem Land während Leodegard sich mühsam auf den Beinen hielt bevor ein leises Sirren diese Stille durchbrach und einer der Soldaten in seiner Nähe einfach umfiel, ein von schwarzen Federn geschmückter Pfeil in seinem Rücken.
Er war zu müde um sich noch groß zu wehren, sein Geist zersplittert und konfus ob der Anstrengung die ihn der Kampf mit dem Dämon gekostet hatte als das er sich gegen die in weit wallende schwarze Gewänder gehüllte Gestalt hatte wehren können die auf ihn zueilte mit fast übermenschlicher Geschmeidigkeit und Eleganz. Das Aufblitzen der Armklingen die seine Kehle zerfetzten und der eiserne Geschmack eigenen Blutes und Schmerzes in seiner Kehle als sein erschöpfter Leib zu Boden sank wurde von seinem betäubten Geist mit kaum mehr als Verwunderung wahrgenommen.
Über ihm die strahlende Fela während das Leben aus ihm zu Boden glitt welcher das Blut hungrig aufsog, dann schob sich ein Gesicht von dem nur die dunklen Augen zu sehen waren, der Rest war von finsteren Schleiern umhüllt, und ein weiteres kurzes blitzen der Klinge setzten seinem Leben ein Ende.

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BeitragVerfasst: 10.03.05, 01:24 
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[jetzt hat Hagen mich mit meiner Geschichte doch glatt inspiriert, auch kreativ zu werden, so, jetzt ist es fertig]



Warum...?
Dieses Wort ging ihm nicht mehr aus dem Kopf, in allen möglichen Variationen kehrte es wieder, immer dann, wenn er nicht zu erschöpft war, um überhaupt noch zu denken. Das Wort quälte ihn, griff seine Seele an, liess ihn Nachts nicht schlafen - in den seltenen Nächten, in denen er Nacht Wache stehen musste, in denen sie nicht angriffen, in denen keine Schreie die Dunkelheit zerrissen.
Warum hatte er sich freiwillig gemeldet...?
Strahlende Rüstungen, bunte Wimpel und Scherpen. Jauchzen, Freude, Klappern der Hufe und Wiehern der Pferde. Sire Broodar, der jüngere Bruder des greisen Junkers Leiron, und sein Neffe, Sire Trawaiin, der seinem Vater als Herr zu Krelbucht im Süden Malthusts, ritten durch das Dorf, begleitet von ihren Waffenknechten. Kinder, damals noch nicht nur dem Alter nach, sondern auch dem Geiste, säumten die einzige Straße des Dorfes, jubelten den Kriegern zu. Zarte, formbare Seelen, der Versuchung ausgesetzt, entwickeln Wünsche, Verehrung, Ziele.
Dann.. kam der reisende Händler, berichtete von Unruhen in Vandrien, von Übergriffen auf Lichtenfeld. 5 Monde später passierten die ersten Flüchtlinge auf der Suche nach einer neuen Heimat das Dorf. Ausgefragt nach der Lage in Vandrien, schwiegen sie nur, gingen eilig weiter. Verhuschte, zutiefst verängstlichte Gestalten. Dann erklomm Fela wieder den Himmel, und der Tag brach an, an dem der Anfang vom Ende begann. Sire Trawain suchte nach Freiwilligen, er würde ein Banner Soldaten nach Norden, nach Vandrien führen. Er hatte nicht lange gezögert, hatte seinen Vater Stolz gemacht und seine Mutter weinen lassen und sich dem Banner angeschlossen, an der Seite Fridlaks, seines besten Freundes.
Warum Fridlak..?
Die beiden Jungen waren eifrig gewesen, hatten schnell gelernt, und Fridlak war sogar zum Schildknappe Sire Trawaiins ernannt worden. Der altgediente Schildknappe der von Krelbuchts stand an der Seite Sire Broodars, und der junge Junker hatte sich so einen aus den jungen Rekruten gewählt. Im Carmar und Seker zogen sie durch die vom Bellum bunt gefärbten Wälder Nord-Malthusts., und andere Krieger schlossen sich ihnen an. Dann kam der Sekar, und sie erreichten die vandrische Grenze. 3 Tage lang hielt die Hochstimmung, die Vorfreude auf den Sieg vor. Dann blieben Sire Trawaiin und Fridlak nach einem Erkundungsritt aus. Als sie ihre Überreste fanden, war es unmöglich zu sagen, was zu welchem gefallenen Krieger gehörte.
Warum kämpfen sie weiter..?
Drei Wochen später waren die Übermütigen, die Unvorsichtigen, die Schwachen und die Helden tot. Sire Broodar hatte die Führung der Truppe übernommen, er hatte schon im Ersten Vandrischen Krieg gekämpft, und die anderen Adligen hatten sich seiner Führung untergeordnet. Noch immer hatte es keine Schlacht gegeben, wie er sie aus Geschichten kannte. Es waren einfach Leute verschwunden, heimtückische Fallen hatten einigen Kriegern die Beine abgerissen, zweimal kamen Pfeile aus dem Unterholz... und dann war da noch.. dieses Wesen gewesen, dass plötzlich in ihrer Mitte aufgetaucht war und über ein Dutzend Krieger zerrissen hatte, ehe sie es in Stücke gehackt hatten.. und dann dieses leise Lachen.. die lebenden Leichnahme ihrer Gefährten, die sich auf sie stürzten... die Nacht, die zu leben schien.. und die sie hasste..
Sire Broodar hielt die Truppe mit eisernem Willen zusammen. Schon vier Deserteure hatte er persönlich gerichtet, und es bestand kein Zweifel, dass er nicht zögern würde, ihnen weitere folgen zu lassen. Längst unterschied sich die Truppe kaum noch von den lebenden Leichnahmen, längst vergingen jeden Abend lange Minuten zwischen den einzelnen Worten. Kein Geplauder erfüllte mehr die Luft, alle lauschten nur noch in die Nacht hinaus, die Waffen immer griffbereit.
Warum starben sie nicht einfach..?
Der Morgen der ersten, echten Schlacht... Eine Schwadron Reiter, nicht mehr als 50, geführt von einem Mann in strahlend bronzener Rüstung, mit knochenbesetzem Schwert... Die Angreifer schnitten wie ein stählernes Messer durch von der Sonne aufgeweichte Butter.. die erschöpfen Soldaten leisteten kaum Widerstand, sie starben einfach... Er stand direkt hinter Sire Broodar, dessen Schildknappe war längst tot... Seine Freunde, Seine Kameraden fielen wie Halme unter der Sense... Er sah die Felder seines Vaters.. das Getreide unter der Sonne Malthusts... das Lachen der Mägde, die den Knechten das Essen aufs Feld brachten... das Wasser, das selbst im Astrael noch kühl war... die vielen Tagen mit Fridlok, voller Unsinn, ohne Sorgen... das Lächeln, das Antista, das schönste Mädchen aus Krelbucht ihm eines Abends geschenkt hatte... seine Hand rührte sich nicht, er zog keine Waffe.. erst das Blut aus Sire Broodars Hals, dass auf seine Wangen spritzte, brachte ihn zurück in die Realität.. der Mann in Bronze, mit blauer Tunika und Umhang stand vor ihm... die Klinge noch rot nachdem er Sire Broodar niedergestreckt hatte... Er sah seinem Tod ins Gesicht.. doch es kümmerte ihn nicht mehr.. er sehnte ihn sogar herbei, denn er erhoffte sich endlich Frieden.. Frieden...
Steh auf, Krieger, und komm mit!
Wenige Worte nur.. Lapidar, kalt, ohne Regung.. Doch als sie verklungen waren... hatte er seine Seele schon verloren..


Zuletzt geändert von A. de Perquin: 13.03.05, 06:18, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 10.03.05, 05:22 
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[eine Geschichte aus dem Hintergrund Tares]

Fest umschloß seine Hand den Griff des Breitschwertes während er in seiner Reihe still stand und den Blick zum Rabenpass hinauf anhob, dort wo die Dunkelheit zwischen den Felsen schwellte wie ein finsteres Feuer oder wie ein lauerndes Raubtier.
Das Land um sie herum war verdorrt und tot und zu seiner linken wo die schwer gepanzerten Ritter des Reiches in all ihrer Pracht und Macht aufzogen wuchsen gewaltige Staub und Aschewolken in den Himmel. Alles schmeckte nach Asche, die Rationen, das Wasser selbst die Luft die schneidend kalt war und vor seinem Gesicht zu Nebelschwaden wurde.

Einer von Zehntausenden, nicht mehr als ein Tropfen in einem Strom, doch was für ein rauschender Gebirgsbach sie waren. In jeder Schlacht triumphierend hatten sie die Heere des dunklen Fürsten zurückgeworfen und gebrochen wo immer sie sich ihnen entgegen gestellt hatten.
Ihr Weg war gepflastert mit zerbrochenen Knochen der Skelette die die dunklen gegen die Reihen des glorreichen Heeres gesandt hatte und den zermalmten Leiber der gefallenen Seelen die sich Ihm verschrieben hatten.
Noch eine Schlacht, noch ein Sieg.
Sein Blick glitt nach links wo die Geweihten des Astrael die Reihen entlang marschierten und den Segen der Viere über die Reihen des Heeres sprachen während die in grün gewandeten Diener Vitamas sich im Lager um die Verwundeten und Sterbenden kümmerten.
Zwischen den Soldaten der einfachen Infanterie, meistens nicht mit mehr als einem einfachen Helm und einem Kettenhemd gerüstet, standen die Streiter Bellums. Glorreiche Krieger von denen jede Bewegung die Assoziation eines Raubtieres in ihm heraufrief.
Sie waren gepanzert von Kopf bis Fuß und trugen die Insignien ihres Herren auf ihren Umhängen und ihren Tunkien, doch im Moment knieten sie, die Klinge aufgerichtete auf den Boden gestellt und die Hände auf die Parierstangen gelegt und sangen Gebete zu ihrem Herren herauf um die Herzen der Krieger mit Mut zu erfüllen.

Hintern sich hörte er die Zwerge fluchen als sie ihre schweren Belagerungsmaschinen, gezogen von kräftigen Pferden heranbrachten. Jene Maschinen die das Tor der finsteren Feste Andulin auframmen sollten, welche die schwarzen Türme in Trümmer verwandeln und die Feinde mit Angst erfüllen sollten.
Die Anwesenheit der Geweihten erfüllte ihn mit Mut und Zuversicht. Sie hatten viele Niederlagen hinnehmen müssen in diesem Krieg der das Land ausgeblutet hatte und seine Schatten bis nach Draconis warf.

Es hatte lange gedauert die zersplitterten Kräfte des Reiches zu einen und doch war das Resultat ihre einzige Hoffnung. Die Heere Galadons, die Ritter der Reiche, die Magier des grauen und weißen Zweiges, selbst die Zwerge und Elfen hatten sich dem Kampf angeschlossen. Krieger aus Endophal ohne Rüstung, gekleidet nur in weite Gewänder und bewaffnet mit gebogenen Klingen waren dazugestoßen und einige der Wilden aus dem hohen Norden waren mit ihren Schiffen gelandet und hatten sich der Armee angeschlossen auch wenn er kein Wort von dem was sie sagten verstehen konnte.

Auf dem Feldherrenhügel wurde eine rote Flagge gehisst und überall über dem Heer begannen die Hörner zu schallen, riefen die Laute zur Schlacht.
Er konnte seinen Feldwebel Kommandos brüllen hören und dann setzten sich die Reihen mehr oder minder im Gleichschritt in Bewegung auf die Festung zu, das Stampfen Tausender Füße erfüllte die Luft und ließ den Boden beben.
Niemand konnte in diesem Land lange lagern, sie würden die Festung im Sturm nehmen oder sich zurückziehen müssen, wenigstens zu einer Quelle frischen Wassers. Das Land laugte Mensch wie auch Tier aus und schon nach wenigen Tagen würden sie so erschöpft sein als das keine Nahrung oder Schlaf ihnen mehr Erleichterung bringen konnte.

An der linken Flanke zog die schwere Kavallerie auf, befehligt vom legendären Sire Eisenfaust, der schon zu Lebzeiten den Ruf eines Helden hatte. Er selbst hatte mehrere Dämonen mit seiner dem Herren Bellum geweihten Klinge vernichtet und viele Siege für das Reich errungen. Ein Mann zu dem man aufschauen konnte.


Von allen Seiten wälzte sich das königliche Herr auf die dunkle Festung zu, eine dunkle Flut von Ameisen, keine Gefahr und doch.. hatte dieses Heer etwas das noch keines zuvor besessen hatte. Die Einheit der Völker, das Einvernehmen der Magier, die geballte Kraft der Kirche. Ein nicht zu unterschätzender Feind.
Seine Hand umklammerte den Griff seiner nachtschwarzen Klinge während er dem hageren, kränklich aussehenden Mann neben sich leicht zunickte woraufhin dieser sich umwandte und in die Mitte des Turmes schlurfte, schwer auf seinen Stab gestützt.
Es würde sich zeigen was diese Ameisen gegen die Macht des Herren waren.
Die Gruppe der Magier die im Kreis standen begann einen tiefen, fremdartigen Gesang in der Zunge des Landes Yerrodon der ihn tief die Luft einziehen ließ als er die Macht des Herren in seinen Gliedern spüren konnte. Es hatte begonnen.

Das Herr erreichte den Fuß der Berge, den Aufstieg zum Rabenpass der von der dunklen Feste Andulin gekrönt wurde als die Raben kreischend von den Bergen in die Luft hinauf stießen, Tausende und mehr wie ein dunkler Schatten der den Himmel verdunkelte.
Dann lichtete sich der Schatten über der dunklen Feste, zog sich zusammen über dem dunklen Turm der in der Mitte der Festung thronte wie ein in den Boden gerammter Speer und mit einem Schlag warfen sich die Schatten in alle Richtungen, streckten sich innerhalb weniger Sekunden bis zum Horizont und verwandelten den hellen Tag in finsterste Nacht wo Fela kaum mehr als ein schwaches Glitzern am Himmel war das jedoch neben dem finsteren Dorayon verblasste der Rot und schwarz pulsierend dort oben stand wie ein blutiges Auge und auf sie hinabstarrte.
Er spürte wie die Angst in seine Glieder kroch und sich festsetzte, sein Blick glitt weiter hinauf zu Andulin als er zwei gewaltige Schwingen sah die sich über dem Hauptturm ausbreiteten, größer als alles was man sich vorstellen konnte und ein gewaltiger Dämon seinen abstoßend enstellten Kopf hob.
Groß wie ein Haus und übersäht mit Finsternis streckte er seine Hand in den Himmel und seine Klauen schienen die Realtität zu zerfetzen und einen blutig roten, schwärenden Riss der pulsierte wie ein lebendes Wesen, in die Wände die Sphären riss.
Ein Heulen und Jaulen ertönte so laut und durchdringend das seine Zähne zu klappern begannen und er fast vor Angst und Agonie aufgeschrieen hätte und aus dem Spalt drangen Dämonen zu Hunderten und Tausenden, scharen davon flogen davon herab und direkt auf das Heer zu welches sich wie eine Herde verängstigter Schafe zusammendrängte.
Er hörte einen der Geweihten in seiner Nähe Befehle rufen, und seine Stimme ließ ihn die Ohnmacht abwerfen und seine Waffe heben auch wenn er wußte das es nicht viel nutzen würde wenn einer der Dämonen ihm zu nahe kam.

Feuer und Blitze schossen von dem Heer empor den Dämonen entgegen, Donner zeriss die Luft und er konnte sehen wie das astrale Netz tobte und bete und der Beeinflußung vieler hundert Magier und auch der Dämonen, wie ein sturmgepeitschter Ozean.
Eine der gefügelten Wesen wurden im Flug getroffen und stürzten brennen zu Boden oder in das Heer doch die meisten stießen wie gewaltige Greifvögel herab und rissen Löcher in die Reihen der Soldaten wo sie landeten und mit ihren gewaltigen Waffen um sich zu schlagen begannen während Feuer und Angst von ihnen ausging und die Männer zurückweichen ließ.

Blutig tobte die Schlacht hin und her, die Geweihten warfen sich zu viert oder fünft auf einen der Dämonen und nicht selten ging der Dämon dennoch als Sieger des Kampfes hervor, ganze Reihen einfacher Soldaten wurden unter den Hufen der Wesen zermalmt und die ersten schwachen im Geiste wandten sich schreiend um und suchten ihr Heil in der Flucht.
Einige der größeren Dämonen hatten die Belagerungsgeräte in gewaltige Fackeln verwandelt und richteten ein Blutbad und den mutig kämpfenden Zwergen und Nordländern an die sich ihnen mit einem unglaublichen Mut entgegenwarfen als fürchteten sie keinen Tod.
Das Tor der Festung flog auf und ein Heer von Skeletten ergoss sich auf die Ebene und bahnte sich seinen Weg hinunter zur den kämpfenden Massen, Abertausende von ihnen mit leeren Schädelhöhlen und brutalen Waffen in ihren kalten Händen.

Ein Hornstoß ertönte lauter als jeder andere und die Ritter ließen von den Dämonen in ihren Reihen ab und wandten sich den herankommenden Skeletten zu, Donner erfüllte die Luft als die Reiter in den Galopp übergingen und ihre Lanzen senkten, eine flutende Welle Stahl, gerichtet auf das Herz der angreifenden Toten.
Der Aufprall warf Knochen himmelhoch empor und die ersten Reihen der Skelette wurden einfach zu Staub zermalmt als die schweren Reiter über sie hinwegpreschten und tief vorstießen, Kriegsschreie und Hornstöße von sich gebend.

Doch so gewaltig war die Zahl der Skelettdiener das ihr Angriff seine Kraft verlor und schließlich zum stehen kam und man konnte sehen wie Dutzende tote kalte Hände die Ritter aus ihren Sätteln zogen und versuchten einen Eingang in die schweren Rüstungen zu finden während die schreienden Soldaten unter Bergen von Skeletten verschwanden während der Hauptteil der Skelette um die kämpfenden Ritter herumrannte und sich auf das Hauptheer warf.

Die Luft roch nach Blut, Feuer und Asche, Schweiß bedeckte seine Stirn und seine Hände zitterten als er dem Geweihten zusah der seine leuchtende Klinge aus dem Leib des gefallenen Dämons herauszog und mit einem raschen Schlagen einem Skelett den Schädel abhieb.

An allen Seiten begannen die Reihen zu brechen als Skelette und Dämonen sich formierten und begannen die Menschen regelrecht zu schlachten, nur an wenigen Stellen konnten Geweihte oder Magier ihnen Widerstand leisten, das Heer wankte und die Linien begannen zu brechen.

Und dann traten schwarze, schweigende Gestalten durch die Reihen der Kämpfenden hindurch, jeweils eine Kerze in der Hand und die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen. Wo sie entlanggingen blieben die Fliehenden stehen und verebbten die Kämpfe als gleichwohl Dämonen und Skelette vor ihnen angstvoll zurückwichen. Eine der Gestalten trat langsam an ihm vorbei und er konnte sehen wie bei jedem Schritt die Hände welche die Kerze hielten magerer und älter wurden doch blieb der Geweihte des Morsans nicht stehen sondern schritt weiter, immer weiter.

Die Reihen der Skelette und Dämonen brachen als die Geweihten Astraels, die Diener Bellums und einige der Graumagier zu einem Gegenangriff übergingen und mit flammenden Schwertern, Blitz und Feuer nicht zu füllende Löcher schlugen. Die Geweihten Morsans jedoch bewegten sich wie keine Kette den Berg hinauf, die Wesen des Einen wie ein Damm zurückdrängend.
Er konnte jedoch sehen wie die ersten der Morsansgeweihten zu Staub zerfielen, wohl die älteren und die Kette wurde zusehends dünner während die Geweihten noch immer ein Blutbad unter den Dämonen anrichteten.
Neben ihm brüllte einer der Soldaten einen Schwur zu Bellum und zu seiner eigenen Verwunderung fand er sich einige Sekunden später schreiend neben ihm während das halbe Heer den Berg hinaufstürmte und sich in einen Angriff auf jene Feinde warf denen normale Waffen nichts anzuhaben vermochten.

Ob es das Wirken der Viere, der Magier oder nur Morsans war konnte er nicht sagen, doch die Dämonen wurden von Hunderten Kriegern überwältigt wie Ratten einen Hund zu Fall bringen und von Dutzenden Klingen durchbohrt was selbst solch ein verdorbenes Wesen nicht überstehen konnte.

Als sie sich dem Tor näherten und überall um sie herum Kämpfe schwelten waren noch drei der Geweihten Morsans am Leben die langsam und ohne zögern auf das Tor zutraten. Einer der Dämonen der sich auf einen der Diener warf wurde von einer unsichtbaren Kraft zurückgeschleudert und zerfiel binnen Augenblicken kreischend zu Staub.

Die drei berührten das Tor und ein Ächzen wie das eines Riesen erfüllte den Pass, Staub rieselte aus den Mauern der Festung herab und in diesem Moment begann der Schatten sich zu lichten und der Dorayon zu verblassen als das Tor kreischte wie ein sterbendes Tier, blutete aus Wunden die sich klaffend auftaten und dann von einem Blinzeln zum nächsten zu Staub zerfiel und vom Winde hinfortgetragen wurde.
Die drei Geweihten sanken wortlos in sich zusammen und sterben noch während einige Hochgeweihte Bellums und Astraels, geführt von einem Erzgeweihten und begleitet von einem halben Dutzend Magiern über sie hinweg traten und in die Hallen der Festung eilten.

Man sagte es habe die hälfte jener Gruppe gekostet den dunklen Fürsten und den Meister der Schatten zu besiegen und beide wären am Ende von dunklen Klauen in einen Spalt gerissen worden durch den man einen Blick auf das Reich des Einen werfen konnte.
Die Haare derjenigen Magier und Geweihten die einen Blick auf jenes Land warfen wurden sofort weiß wie Schnee und ihre Gestalten schienen um Jahre zu altern, belastet mit einem Wissen das nicht für Sterbliche gemacht ist.

Und doch war die Schlacht am Rabenpass gewonnen, die dunkle Festung Andulin im Kampf genommen und jener Tag sollte fortan als Rabensturmnacht gefeiert werden, der bisher größte Sieg über den Einen und seine verderbte Schar.

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