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 Betreff des Beitrags: Kind der Elemente
BeitragVerfasst: 2.10.04, 20:34 
Altratler
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Kind der Elemente

„Ein Gläubiger ist jemand, der seinen Wege im Mondlicht findet und die Morgendämmerung vor dem Rest Tares sieht.“

Er setzt sich hin.
Setzt sich hin und legt alles bereit.
Säuberlich ordnend.
Zurechtrückend.
Federkiel und Pergament, bereit ihrer Bestimmung nachzukommen.
So soll alles seine Richtigkeit haben.
Die nächsten Stunden und Tage.
Wenn der Geschichten farbigsten Bilder diesen kleinen Raum füllen.
Ein Windstoss belebt die wartenden Blätter.
Schnell ist das Fenster geschlossen und eine Kerze entzündet.
Ein Schatten in der Ecke.
Umrisse eines Kindes.
Nun ward er bereit.


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BeitragVerfasst: 2.10.04, 23:26 
Altratler
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Kind der Elemente
Namen

Welch wundervolle und doch so merkwürdige Sache Namen doch sind. So verleihen sie einem Edelmann, „geboren von und zu“, Kraft und Würde. Verwischen jeglich Anzeichen von Arroganz, Eitel- und Hochnäsigkeit.
Welch wundervolle und doch so merkwürdige Sache Namen doch sind. Stempeln einen Taugenichts ab, dessen Familie in Verruf geraten, ohne ihm den Hauch einer Chance einzuräumen. Jeglich Anzeichen von Talent und Begabung begrabend.
Welch merkwürdige Sache Namen doch sind, so sie fehl am Platze.

Alina, Jadon, Tristan. Nein. Nein.

Helle Aufruhr legte sich vor Tagen über das kleine Dorf nahe Echiols Borg, wo die Menschen aneinander vorbei lebten, wie es nur allzu oft in Tares Weiten der Fall ist. Zusammen mit einer weiteren Schicht weichen Schnees, welcher sich über den alten, bereits einen bräunlichen Farbtone annehmenden, legte, ward sie gekommen. Jene Diskussion. Gesprächsstoff, aus den warmen Gasthäusern und den heimischen Stuben nicht mehr wegzudenken. Wie soll es heissen? Jenes kleine Kindlein, gefunden auf den Stufen einer Hütte, nicht bedeckt, nicht geschützt vor der Region schmerzenden Kälte und, was die Ältesten zu den wildesten Theorien anregte, nicht frierend. Zu geniessen schien es das kleine Wesen, der Natur pure Seele. In einen Korb gelegt, angereichert mit einer Kerze, einer Schale Wasser, eines Vogels Feder und einer Blume, blühend und nie verwelkend, ward es gefunden worden. Fehlende Eltern, fehlende Wiege. Doch jenes Lächeln. Seien ihre Herzen und Körper noch so lange der Kälte ausgesetzt gewesen. Es wärmte. Und so nahm man es auf. Und gab ihm einen Namen. Oder, lasst mich berichtigen, man versuchte seit anhin einen Namen zu finden. Keiner wollte passen. Zu viele Vokale, zu scharf klingend, zu aufdringlich, zu zurückhaltend waren sie. Meinungen trafen aufeinander. Feuer wurde geschürt im ewigen Eise des Dorffriedens. Streite entbrannten.

Satin, Lucius, Hulda. Nein. Nein.

Nicht lange brauchte es, bis die Nachricht des so tragisch zerbrochenen Dorfidylls die eigenen Mauern verliess und hinaus getragen wurde. Mit dem Winde gesäuselt. Von der eigenen Langeweile und leeren Seiten geplagt, machte sich darum ein Mitarbeiter des achso renommierten Fjellfindurer Boten auf, die lange Reise ins Unbekannte anzutreten. Einen Bericht witternden, welcher vielleicht zumindest den einen oder anderen Nortraven des Städtchens zum Lesen des Blattes bewegen würde. Das Pferd bepackt. Die Schuhe geschnürt. Der lange Weg angetreten. Mühsam ward es voran zu kommen. Schneeböen und der Kälte bissige Zähne hielten ihn immer wieder an zu rasten. Entkräftend.

Huldrich, Ziska, Mina. Nein. Nein.

Doch seine Hoffnung entglitt ihm nicht. Und so erreichte der Schreiberling das Dorfe, bisher nur bekannt aus des Buschfeuers Neuigkeiten. Ein Marktplatz. Leergefegt. Als hätte jemand alles Leben ausgelöscht. An vielen Türen klopfte er, doch niemand öffnete. Durch viele Fenster viel sein Blick. Kalte Herde, Ungewaschene Teller, nicht gemachte Betten. Dem Verzweifeln nahe machte er sich auf an die letzte Tür zu klopfen. Ein Tor. Gross, aus schwerem Holz und kunstvollen gusseisernen Verziehrungen. Nebensächlich jedoch für des jungen Mannes Aufmerksamkeit, einzig wichtig war, dass sie nicht das Ärgernis der anderen teilte. Sie ward offen. Leisen Schrittes trat er über die Schwelle. Viele Menschen, kniend, die Köpfe gesenkt. Gefaltete Hände. Und eine Ruhe und Harmonie, welche den Fremden verunsicherte. Schnell löste sich eine Gestalt aus der Menge. Ein sanftes Lächeln unter dem rauschenden Barte verbergend. „Ein Gast. Wie schön.“ Viele Fragen wurden gestellt. Viele Antworten gegeben. Ein Streit im Dorfe? Aber doch nicht hier. Ein Säugling, gefunden auf eines Hauses Stufen, sei schuld? Ein Kindlein? Nein, ein Kindlein wurde niemals gefunden, so sei dies ein Gerücht der übelsten Sorte. Man wisse nicht welche Zungen solche Lügen verbreiten.

Gerdi, Natan, Wiegald. Egal.

Des Schreiberlings Bericht ward schnell verfasst. „…und so fand ich die Bevölkerung des Dorfes friedlich betend im Hause der Gemeinschaft. Kniend um einen Altar. Eine Kerze, eine Schale Wasser, die Feder eines Vogels und eine Blume, wundervoll wie ich sie lange nicht mehr sah, auf diesem platziert. Was den Nortraven diesem Dorfe auch widerfuhr, so dies überhaupt der Fall ist, es führte sie zusammen. Einige Worte des Dorfältesten, welcher sich zu meinen Fragen bereit erklärte, wollen nicht mehr aus meinen Gedanken weichen. „Es gibt Dinge auf unserer Welt, unter uns, in uns, welche man zu betiteln nicht fähig ist. Es fehlt ganz einfach der richtige Name.“


Zuletzt geändert von Illis: 3.10.04, 00:28, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 3.10.04, 13:36 
Altratler
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Kind der Elemente
Melodie

„Im Atem des Windes bog sich das reife Korn goldgelb schwankend von einer Seite zur anderen. Tanzend. Wohl zu einer Melodie, welche für das menschliche, als auch für das zwergische und elfische Ohr nur dann zu vernehmen sein mag, wenn die abendliche Sonne auf des Horizontes Schwärze trifft. Jener kurze Moment. Wimpernschlag der Zeit. Wenn Friede herrscht und sich alles der Schönheit der Natur beugt. Doch so sei es ein Trugschluss der übelsten Sorte sich in jener Schönheit in Sicherheit zu wiegen.“

Genüsslich eine Pause einlegend lehnt sich der Alte in roter Robe in seinem Stuhle zurück. Stille, durchbrochen nur vom leisen Knistern des im Hintergrund sterbenden Kaminfeuers. Grosse Augen. Erwartungsvolle Gesichter, durchzogen mit der Ungeduld eindeutig Anzeichen. Desöfteren, so ihm das Gerede welches diese kleine lauschige Taverne, nahe der Stadtmauern Wetekas zu beherbergen wusste wie ihre Gäste selbst, nicht zuwider wurde, sass er auf diesem Stuhl. Geschichten. Mythen. Sagen. Sie wussten es jene Gehöre zu gewinnen, welche innerhalb der heiligen Mauern der Gemeinschaft nur allzu gerne ihre Fähigkeit, das Hören, zu verlieren schienen. Ein Lächeln, verschmitzt, sich in das Gesicht des Alten grabend und für einen kurzen Moment den Eindruck längst vergangener Jugend hinterlassend. Seine Stimme, warm und vertraut, verdrängt des Raumes Ruhe.

„Auf allen Vieren. Die feine, lockere Erde unter den Händen spürend, noch duftend von der Frische des noch nicht lange gefallenen Regens. So kroch sie voran. Die Kindheit in ihren Knochen. Das Gemüte rein und das Herzchen am richtigen Flecke. Welch Geschenk, jene Jahre, in denen es uns nicht verwährt, unbeschwert und ohne eines bösen Gedankens durch die Welt zu gehen. Achtsam die einzelnen Büschel des bald zu erntenden Korns zur Seite schiebend, tastete sie sich vor. Das lang gezogene Feld, angrenzend an den majestätischen und gleichzeitig, in der Schönheit dieses hellen Tages, mit einer unfassbaren Schwere und Dunkelheit erfüllten Waldrand, durchquerend. Dann, Regungslosigkeit. Flügelschlag um Flügelschlag. Kein Zucken wagte es mehr ihren mit Tatendrang erfüllten Gliedern zu entweichen. Einer Blüte gleich, deren unzählige Farben sich nicht mehr in Worte fassen lassen, setzte sich ein Schmetterling auf die Spitze einer Ähre. Direkt vor ihre Nase. Beobachtend? Oder einfach nur die wärmenden Strahlen der Sonne geniessend? Ein Kichern wanderte durch des Feldes Wellengang, langsam formend in ein helles, fröhliches Kinderlachen. Und nur kurze Zeit später stieg, für das blosse Auge vom Rande des Feldes aus kaum zu erkennen, ein kleiner farbiger Punkt in Richtung Himmel. Gefolgt von zwei kleinen nach ihm greifenden Händen. Nicht erwischend. Freudig folgt ihr Blick dem flatternden Besucher, entschwindend in nicht zu erreichende Höhen, nicht bemerkend, dass noch etwas anderes die seichte Brise des Windes unter seinen Schwingen trug. Schatten huschten über das goldgelbne Stückchen Land.“

Zielsicher greift seine vom Alter gezeichnete Hand nach dem Glase. Wein. Dunkelrot und schwer auf der Zunge liegend, so wie er ihn mochte. Stets den Vorteile im Hinterkopf, dass man allfällige Flecken vom Rot seiner Robe nicht zu unterscheiden wüsste. Welch glücklich Schicksal. Nur kurz nippen seine trockenen Lippen an jenem Safte, die Blicke der Anwesenden bohrend auf sich gerichtet wissend. Anscheinend gestärkt oder zumindest im Glauben darin, fährt er fort.

„Ich glaube meine alte Zunge ist des Erzählens für heute müde.“

Ein empörtes und alsogleich entsetztes Raunen legt sich in den Raum. Gefolgt vom amüsierten Blicke des Alten, bereits andeutend vom Stuhl, dessen Kissen sich in seiner Form gänzlich seiner Person angepasst hat, aufzustehen. Schnell. Schnell. Innert kürzester Zeit, so sei wohl kaum ein Kunde innerhalb dieser Mauern schneller bedient worden, wird ein neues Glas Wein bestellt. Und besser soll er sein. Und schwerer auf der Zunge liegen, der königliche Saft. Jaja, ganz schwer. Ganz wie es dem Roten schmeckt. Zufrieden zurücklehnend und lächelnd findet die Geschichte auf ihren Pfade zurück.

„Frauen mit Schwingen, dem blauen Himmel entlang kriechend. Kreischend. Die friedliche Stille zerreissend wie ein Stück Stoff. Schnelle Schatten. Schnelle Schritte tragen den kleinen Jungen durch das Wirr Warr an Korn, die einzelnen Büschel von einer Hand, nicht sichtbar noch greifbar, zur Seite gedrängt. Einen Weg ebnend in Richtung Wald. Schnell. Schnell. Hastig der Atem. Leise die Tränen. Ein langer greller Schrei übertönt die anderen, ehe sich eines der Wesen fallen lässt, die langen Krallen wie es scheint aus des Himmels Blau ziehend und mit ausgebreiteten Flügeln in Richtung des Kleinen stürzt.“

Jäh wird der Geschichten Lauf durch einen ungläubigen Zwischenruf unterbrochen. „Hast du uns nicht weiss gemacht, dass Kindlein sei ein Mädchen? Und nun? Durch eines Fluches Grausamkeit, zwischen deinen letzten zwei Schlücken Wein, zum Jüngling geworden, Alter?“ Ein Lachen wandert durch das Gemenge, das Interesse erdrückend. Mit einer wohl ebenso drückenden Ruhe in der Stimme folgt die Antwort des Berobten sogleich. „So du dich mit deinen wurstigen Fingern nicht an solch Kleinigkeiten festklammern würdest, Bäuerin, fände der Geschichte Sinn vielleicht sogar einen Weg in dein Verständnis. Und nun lasse mich weiterfahren.“ Das angeheiterte Gelächter verstummt.

„Der Lüfte Kraft ist oft unbändig und haltlos. Ein Windstoss. Aus dem Nichts gesandt, ward zuerst zu erkennen am leichten Wiegen der prächtig grünen Baumkronen und den Wellen, hetzend, anscheinend angetrieben durch eine unbändige Wucht, durch des Feldes Weiten. Ehe die lechzende Kreatur aus ihrer Bahn geworfen zu Boden fällt. Regungslos ihr Körper. Eine gefallene Schwester, betrauert von jenen die übrig blieben und in welchen dieser Verlust Zorn und Ansporn zu gleichen Teilen schürte. Ansporn das kleine Wesen zu jagen, welches doch so anders als sie ist. Kriechend in einer vergangenen Saat Ernte. Gehend auf zwei Beinen, so die ihrigen die dreckige Erde noch nie berührten. Ein Schrei, gemeinsam, unheilvoll und verkündend schallte sogleich über die Ebene. In jede Ecke des nahen Dorfes. An jedes Ohr.
Das schützende Dach des Waldes, in den unterschiedlichsten Tönen sanften Grüns schimmernd, ward erreicht. Erleichterung gestellte sich zu jener Angst, welche vollends vom Jungen Besitz ergriffen hatte. Die Angst vor jenen scharfen Krallen? Nein. Furcht vor den kalten Herzen. Erfüllt von Hass. Genährt mit Unverständnis. Keifend. Greifend. Zerstörend. Ruhe fand sich ein in seinem Geiste. Langsam wurden die Bewegungen, sich dem Tempo dieser unwirklichen und doch so vertrauten Umgebung anpassend.“

„Wahrlich, Frauen mit Flügeln“, höhnisch erhebt die Bäuerin ihre, für ein weibliches Wesen wohl überraschend tiefe und herrische Stimme, und die nicht vorhandene Zierlichkeit ihrer Person gleich mit. „Sowas könnt ihr komischen Käuze euch untereinander vielleicht in eurer Gruppe erzählen. Aber nicht mit mir! Humbug!“ Mit steifen Bewegungen, steinern, wohl vom zu langen Sitzen, sucht sie sich ihren Weg zum Ausgang. Drückend, schuppsend und quetschend zwischen den immer noch meist aufmerksamen Zuhörern hindurch. Keines Blickes noch Wortes würdigt sie der Alte. Stattdessen noch einmal entschlossen zum Glase greifend. Lippen befeuchtet. Kehle geölt. Geschichte fortgesetzt.

„Wohlige Wärme lag unter diesem Dache aus Blättern, vereinzelt durchdrungen von der Sonne Strahlen. Lichtpunkte werfend, einem Meer aus tausenden funkelnden Sternen gleich, dem nassen mit Moosen und Pflanzen reichhaltig und abwechslungsreich bedeckten Waldboden Leben einhauchend. Heimisch. Schnell ward sie wieder gefunden vom kindlichen Gemüte, jene Unbeschwertheit. Sprung für Sprung. Von Lichtkegel zu Lichtkegel. Erwischt, verfehlt, erwischt. Doch sowenig ein Donner auf das helle Aufleuchten eines Blitzes fehlen darf, ward die Störung dieses Idylls schon hinter der nächsten Ecke zu finden. Oder sagen wir, sie fiel vom Himmel mit grellem Kreischen, ein jedes Glas in der Umgebung zum zerspringen bringend, sowie dem Rascheln und Fallen der Blätter, welche ihrem Wege zu Vergeltung die Sicht verwehrten. Unsanft landen sie. Zusammengekauerte Körper, bedeckt von mächtigen Schwingen. Ohne weiteres Zögern, ohne jeglichen weiteren Gedanken an Spiel und Freude, setzte das Kind sein Flüchten fort. Über Laub, Stock und Stein, sich ihr niemals in den Weg legend. Und im Schatten der Bäume, seiner Sicht entschwunden, richten sich drei Gestalten auf. Glieder, niemals berührt zuvor den Boden Tares. Machen sich auf, ihrem Wahn, tief begraben in schwarzen, verblendeten Seelen zu folgen. Steif ihre Bewegungen. Steinern ihr Gang. Sich aus schreienden Kehlen anhetzend. Doch schnell sind sie. Huschend von Punkt zu Punkt. Die schweren Flügel hinter sich herschleifend, tiefe Furchen in die Erde ziehend.
Das dröhnende Rauschen des Flusses ward schon zu hören, als das kleine Mädchen die Grenze der Bäume durchschritten hatte. Doch nun ist es sichtbar zu jenem Gebilde geworden, das vor ihr lag. Schlängelnd und hetzend sucht sich das Wassers seinen Lauf in seinem Bett. Kommend aus der Tiefe des Waldes und ebenso in dieser wieder verschwindend. Hindernis auf dem Wege, weg von den Verfolgern in der Sichtlosigkeit des eigenen Nackens lauernd? Denn eines war sicher, bald werden sie sie einholen. Bald. Eine Träne, gelöst aus der Seele Innerstes, gewandert über des Kindes unschuldigen Gesichts, eine Spur hinterlassend, jener, welche die beflügelten Frauen hinter sich durch den weichen Waldboden herziehen, nicht unähnlich, fällt. Das Bildnis der Welt, die Schönheit Tares in sich widerspiegelnd. Fällt und vereinigt sich mit dem Fluss, kühl und unbeirrt seine Bahnen ziehend. Doch ward es jener Moment der das Gefüge veränderte. Was einst schnell wird langsam. Was einst langsam steht still. Das Wasser wird zu Eis, sich festhaltend an den beiden Ufern und so eine Möglichkeit bildend jenem Hindernis, der Hoffnungslosigkeit zu entkommen. Vertrauensvoll setzt die Kleine einen Fuss auf die klare doch feste Oberfläche. Ihr Rennen fortsetzend. Und so versuchten es auch jene Geschöpfe, deren Absichten nicht von guter Gesinnung waren. Doch das Eis brach unter ihnen und ihren schweren, schleifenden Schwingen weg. Sie trieben fort. Kreischend. Verschwanden in den Fluten und der weissen, zischenden Gischt.
Einem erleichterten Haschen nach Luft gleich, als hätten sich das tausende Hände um die Kehle des Jungen gelegt, passierte er den Waldrand. Und jene Wärme und Ruhe umgarnten ihn. Zögernd noch einmal einen Blick über die Schulter werfend legte sich ein Lächeln auf seine Lippen. Schnell. Schnell, lässt er sich auf alle Viere fallen. Die lockere und vom letzten Regen noch feuchte Erde zwischen den Fingern spürend und vor dem Kinde erstreckte es sich, ein Feld aus Korn, goldgelben und im Atem des Windes leicht schwankend.“

Viele sind gegangen. Des Weibes Hohn und Unwissen gefolgt. Und jene, die bis anhin noch geblieben, erheben sich mit den letzten Worten kopfschüttelnd von ihren Stühlen, die Taverne durch die schmale Eingangstür in den frühen Abend verlassend. Begleitet von des Roten aufmerksamen Blickes und langen Seufzens. Leer war er, jener Raum, eben noch gefüllt mit farbigen Bildern einer Geschichte. „So willst du ihnen nicht folgen, meine Liebe?“ Ohne sich zu des Feuers letzten Gluten zu drehen richtet er jene Worte an die junge Frau, einzig zurückgeblieben, in der Nähe des Kamins in einer Ecke sitzend. Verklärten Blickes, wohl immer noch in der Tiefe der Erzählung versunken, schüttelt sie den Kopf. Wortlos. Kurz erwidert von einem Nicken seinerseits. „Was glaubst du, Jungspund, was ist jenes Kindlein von welchem ich erzählte? Der Stolz einer Mutter und eines Vaters, wohnend in einem Häuschen, wie es sie zu dutzend auf Falandriens grünen Weiten gibt? Oder ist es mehr? Sinnbild? Glauben?“ Mit einem langen Schlucke leert der Berobte das eben noch halbvolle Weinglas und stellt es zur Seite. „So lasse mich dir etwas zeigen. Und höre genau hin.“ Was eben nur noch als Asche den Boden der Feuerstelle bedeckte, entflammt erneut mit dem Sprechen dieser Worte. Und hinauf steigen sie, Gluten, glühend in der Dunkelheit des Raumes. Sich an einem Punkte in der Luft sammelnd. Bündelnd. Bildend. Flügelchen aus Feuer. Den Blick weiter nur der Tür zugeneigt erhebt sich der Alte. Mühsam wohl. Die Hand ausstreckend, landet der flammende Schmetterling, eben noch ein Häuflein Asche, auf dieser. Gemächlich seine Schritte. Knarrend die sich öffnende Tür und geweitet die Augen jener jungen Frau, welche seinen Bewegungen folgt wie ein Raubtier der alles geliebten Beute. Erfasst werden beide von einer sanften Brise und einer Umgebung, den Silhouetten Wetekas, aus Kaminen zum Himmel aufsteigender Rauch und dem Blick auf ein weites Kornfeld. Alles getaucht in sanftes, warmes Abendrot. Nach Luft ringt sie, den ersten Schritt über die Schwelle setzend. Während der in roter Robe die Augen schliesst und lächelt. Lächelt als hätte er Frieden und Bestätigung gefunden. Es ward jener Moment, als die Sonne den dunkeln Horizont berührt. Für einen Wimpernschlag der Zeit. Und die Melodie dringt zu ihnen. Fehlende Worte. Fehlende Gedanken. Schnell der Schlag seiner Flügel, als sich der Schmetterling erhaben in die Lüfte erhebt, eine kleine Spur von verglimmenden Gluten hinter sich herziehend. Sich des Blickes der jungen Frau sicher setzt er seinen tanzenden Flug fort. Über die weiten des Feldes, ehe sich ein kaum vernehmbares, doch unbeschwertes Kinderlachen zu seinen Bewegungen gesellt. Und nur kurz, so behauptet jene junge Frau heute noch, wenn sich ihr die Gelegenheit bietet über den wahrlich schönsten Frühabend ihres Lebens zu berichten, nur für einen Bruchteil der Zeit, sah sie zwei kleine Hände aus dem Felde nach dem Schmetterling greifen, ehe dieser in der einbrechenden Nacht friedlich verglühte.


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BeitragVerfasst: 9.10.04, 12:40 
Altratler
Altratler

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Kind der Elemente
Silentii

Welch schwerer Gang. Welch Schmach ihn umgibt. Fragen ohne Antworten. Was hatte er ihnen getan? Krieg tobe in einigen Teilen der Welt. Tag für Tag wird jenen genommen die brauchen, den Schmerzerfüllten Leid zugefügt. Und sie stehen da. Fratzen. Säumend der Strasse Lauf. Staub liegt in der Luft.

Der Waldwolf. Viel wurde schon über diesen Bewohner des Dickichts und der hohen Auen berichtet. Ein in den feinsten Grau- und Brautönen schimmerndes Fell machte ihn schon vor langer Zeit zum begehrten Objekte der schneiderischen Künste. Von einigen auch „gemeiner Wolf“ genannt, ernährt sich dieser vor allem von kleinem Getier, kreuchend und fleuchend auf des Waldes Boden. Obwohl dieses stolze Tier als Einzelgänger bekannt ist, erfolgt die Jagd meist ihm Rudel.

Die Gesichter waren ihm bekannt. Sie sind der Stadt Leben, das tagtäglich durch ihre engen Gassen und weiten Plätze strömt. Die Heilerin, stets zuvorkommend und freundlich, wenn er sie um seiner eigenen Gesundheit wegen belangte. Der Becker, dessen Brötchen und Gebäckstücke mundeten wie keine anderen. Der Soldat, welcher Tag ein Tag aus furchtlos und beständig das grosse Tor und all jene, welche sich hinter diesem in Sicherheit wiegen, bewacht. Alle waren sie gekommen um ihn zu sehen.

Das Verhalten des Wolfes in einer Gruppe ist äusserst seltsam mitanzusehen. So es einem Bündnis des Zweckes gleicht. Der Jagd wegen finden sie zusammen und bilden ein pfeilschnelles Gebilde, welchem nur die wendigsten und listigsten Opfer entgehen.

Alle waren sie gekommen um ihn brennen zu sehen. Doch ward er nicht einer von ihnen? Ein Geschöpf Tares. Nichts Besonderes. Nicht anders. Und doch trennen Welten ihre Geister. Der Glauben. Welch machtvolles Wort, welches trotz allem nur ein Wort bleibt. So wird etwas, was ein jedem Wesen eigen ist zum Grund und zur Rechtfertigung ein Leben, mehr oder weniger gelebt, auszulöschen. Eine Strafe. Gerechtigkeit. Und zufriedene Zuschauer.

Sein schlanker Körperbau mit den für ausdauerndes Rennen ausgelegten Vor- und Hinterläufen, sowie einem, wohl für das unsrige Empfinden überaus biegsamen und anpassungsfähigen Rücken, erlauben es diesem Tier sich im Dunkel des Waldes zielgerichtet fortzubewegen. Ein Umstand, welcher der Wirkung einer scharfen Klinge gleichzusetzen sein mag. Die Beute in keiner Sekunde aus den Augen verlierend, hetzen ihr die Wölfe, Gestrüpp und Gestein beiseite lassend, nach und erwischen sie auch meist.

Schwer werden seine Schritte, erdrückt von der Last der Blicke, der Abscheu und ihren Beschimpfungen. Sauber aufgeschichtet das Holz. Wahrlich sauber. Mit jedem Treppenabsatz, unbedacht zusammengezimmert aus einigen alten Brettern und so einen Weg zur Mitte des Haufens bildend, lässt er Erinnerungen zurück. Lässt sie fallen. Vergisst. Vergisst den Duft der Kräuter im Garten seiner Eltern, aus welchem seine Mutter immer die wundervollsten Gerichte zu zaubern wusste. Vergisst die Schönheit der ersten Liebe, gezollt an ein junges Mädchen, deren Lippen das Rot der wildesten Rose trug. Vergisst das Gefühl der Genugtuung nach einer Messe zu Ehren der Herrin des Wassers in seine stille Kammer zu treten. Vergisst das Gesicht seiner Frau, welche in so viele Jahre zur Seite stand und den restlichen Wege nun alleine zu gehen hat. Vergisst das, was ihn zu einem jener macht, welche die seinigen Schritte verfolgen. Gespannt. Abwartend. Ein Meer aus Gesichtern. Und für einen Moment, als durchbräche ein Strahl der Sonne des Wassers dunkle Oberfläche, taucht das Antlitz eines kleinen Kindes unter den zu Unterhaltenden auf. Welch Schande der Eltern ein Kindlein an ein solch Fest mitzubringen.

So das Opfer einmal erwischt, verbeissen sich die scharfen Zähne des rudel-führenden Waldwolfes sofort in seinem Fleisch. Eine wohl schmerzhafte, jedoch nicht tödliche Attacke.

Schnell ward es gelegt, das Feuer. Flackernd und züngelnd zu seinen Füssen. Wärme. Doch ist es nicht sie, welche seine ruhige Seele zu ersticken droht. Die Stimmen, die Geräusche, das Dröhnen, zustimmend und anfächernd. Was hatte er ihnen getan?

Ein zweiter Biss in den Nacken erlöst das leidende Tier von seinen Qualen.

Vertrauensvoll legt sich die kleine Hand in die seinige. Ehe sich ihre Blicke treffen. Ruhig steht das Kind neben ihm. Lächelnd. Unbekümmert. Von den Flammen umschlossen wie er selbst. Die eben noch beinahe erhobene Stimme hält er zurück. Es war so wie es sein sollte und er schliesst seine Hand, das Lächeln erwidernd. Geschichten gleich, erzählt in so manchen Stuben zur abendlichen Stunde, finden die Erinnerungen zu ihm zurück.

Vom Kadaver bleibt meist nicht viel übrig. Den Hunger gestillt, trennen sich die Wege der Wölfe wieder und sie finden in ihre Einsamkeit zurück. Zumeist legen sie sich dann an eine sonnige Stelle, geniessen das vergangene Mahl. Und verdauen. – Auszug aus „Das Verhalten der Tiere“ in der Bibliothek zu Vandris.

Tropf. Tropf. Aus dem Nichts des Himmels Blau fällt Regen auf den überfüllten Platz. Übertönt das Gerede. Rauch. Viel Rauch steigt auf von jenem Haufen, sauber aufgeschichtet und nimmt allen die Sicht. Allen welche sich doch so gefreut haben den blauen Ketzer brennen zu sehen. Man wusste ja schon immer, dass dieser Kerl nicht geheuer ist. Schon damals, als er, noch ein kleiner Junge, mit seinen Eltern das Haus mit dem grossen Garten bewohnte. Und jeden Morgen kam er um meine Brötchen zu kaufen. Jaja. Über seine Krankheiten und Wehwehchen will ich nun gar nicht erst ein Wort verlieren. Jaja. Und wenn ihr wüsstet zu welchen Zeiten des Tages er das Stadttor durchquerte! Jaja. Aber wo ist er denn nun? Dieser verflixte Rauch.
Ruhe umgibt ihn. Weg waren sie, die Fratzen, die Blicke, die Worte. Ungesehen. Lächelnd und mit einer Zufriedenheit tief in seinem Herzen wandert sein Blick vom Kinde hinauf zum Himmel. Hand in Hand. Regentropfen treffen sein Gesicht, wandern seinen Zügen entlang und lösen sich auf. Er verbrennt.


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BeitragVerfasst: 15.10.04, 21:49 
Altratler
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Kind der Elemente
Dunkelheit

Was, wenn ein Kindlein im Dunkeln weint?
Was, wenn kein Lichtlein hell genug scheint?

Was, wenn der Tage wird zur ewigen Nacht?
Was, wenn alles zu einem Ende gebracht?

Was, wenn der Menschen Feuer erlischt?
Was, wenn sie schweigt des Wassers rauschende Gischt?

Was, wenn die Erde der Früchte beraubt?
Was, wenn der Windstoss den Baum des Lebens entlaubt?

Was, wenn ein Kindlein im Dunkeln weint?
Was, wenn kein Lichtlein hell genug scheint?


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BeitragVerfasst: 16.10.04, 01:02 
Altratler
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Kind der Elemente
Versprechen

„Ehrwürdiger Vertrauter,

Viele Tränen liefen über meine Wangen, tränkten die meinigen Briefe und fanden so zu Euch. Viele Stunden sind bereits wieder verstrichen. Doch der Schmerz, er will nicht nachlassen. So weiss ich nicht ob ihr mitfühlen könnt. Ob ihr jenen Schmerz, einem Stiche von Tares schärfsten Schwerte, die Mitte des eigenen Herzens durchbohrend, gleich, einst auch schon zu fühlen verdammt ward. Ein Teil von mir ging verloren. Ging mit ihm unter. Mein Kindlein lebt nicht mehr, atmet nicht mehr die Luft, so rein und wohltuend, schmeckt nicht mehr die Süsse der Früchte, getragen von saftiggrünen Sträuchern, auf der Zunge. Und so ihr mich auch des Öfteren vom Gegenteil zu überzeugen versucht habt, es ward meine Schuld. Meine Unachtsamkeit. Des Wassers Willen ich zu spät erkannt habe und so hat es mir mein Liebstes genommen.

Heute, als die Sonne hoch am Himmel stand und ihre Wärme über die Lande verteilte, sass ich auf einer Bank, nahe dem Markte Wetekas. Ein Barde, mit einer Gabe gesegnet, welche sie wohl nur schwer ein zweites Mal in Falandrien zu finden sein wird, zupfte nicht weit von mir seine Harfe. Der Klang. Welch wundervoller Klang. Er eröffnete mir die Möglichkeit wieder zu denken. Beflügelte mich. Seit langer Zeit.

Nur ein Gedanke jedoch weckte in mir ein wohliges Gefühl. Die Ruhe. Sie steht vor mir wie die Genesung nach einer langen Krankheit, wie das erlösende Ringen nach Luft. Ich weiss nicht wo das strahlende Lächeln meines Kindes entschwunden ist, über welche Wiese es von seinen kleinen Beinen getragen wird, doch werde ich es wissen, bald, ganz gewiss.

Viele Tränen liefen über meine Wangen. Doch diesen Brief sollen sie nicht berühren. Worte wechselten wir, ohne dass ihr den meinigen Namen jemals erfahren habt. Stets ward ihr mir eine tragende Stütze, doch brauche ich diese nun nicht mehr auf meinen letzten Schritten. Zum Wasser.

Gezeichnet
Eine trauernde Mutter“


„Werteste,

Euer Brief ereilte mich, gefolgt von der Nachricht eures Dahinscheidens. Des Flusses Kraft trug euch mit sich, geleitete Euch an den Orte, zu welchem Eure Gedanken schon lange entflohen sind. So könnte ich nun meinen Federkiel beiseite legen, nicht wahr? Doch noch nicht jetzt. Diesen Brief werdet Ihr, Gnädigste, niemals erhalten. Doch schreiben werde ich ihn.

Der Klang. Dieser wundervolle Klang. Ich hörte ihn, als ich, nach erhalten Eurer Nachricht zum Marktplatze ging. Der Barde spielte, als sei es noch selbiger Tag an dem Ihr seinen Künsten gefolgt seid. Ich setzte mich auf selbige Bank. Versuchte so zu denken wie ihr. Versuchte nachzuvollziehen was einen Menschen zum Ende seiner selbst treiben konnte. Es ging nicht. Ihr habt etwas verloren was ich noch nicht zu besitzen fähig oder bereit bin. Doch will ich nicht richten. Weder mir, noch sonst einem auf Tare wandelnden Schatten steht dies zu. Weit entschwanden meine Gedanken.

So möchte ich euch meine letzte Ehrerbietung erweisen, Werteste. Euer Kind werde weiterleben. Noch fern liegt mir wie. Doch solle es jenen den Weg weisen, welche fehlgeleitet durch ihr Leben irren. Ein Lichtlein im Dunkeln.

So sei dies ein Versprechen an Euch, meine Liebe.

In der Hoffnung an Euer Glück, das Euch Liebste in den Armen und ein Kinderlachen, welches selbst in das Tief des trübsten und dunkelsten Gewässers vordringt, wünsche ich euch Ruhe. Ruhe und Frieden.

Gezeichnet
D.R.


Zuletzt geändert von Illis: 16.10.04, 01:08, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 16.10.04, 17:06 
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Kind der Elemente
Segel

Gleichmässig bürstet sie ihr langes braunes Haar, welches, glänzend im Scheine einer hin und her schwankenden Laterne, weich über ihre zierlichen Schultern fällt. Vom Scheitel zur Spitze. Vom Scheitel zur Spitze. Immerzu. Tausendfach gemacht. Tausende Male noch vor sich wissend. Den Blick dabei stetig auf die Umrisse der eigenen Person gerichtet. Welch wundervolles Bild in solch kleinem prunklosem Spiegel. Schönheit. Gemalt von den Ursprüngen selbst. Sachte legt sie die hölzerne Bürste auf das kleine Tischchen vor sich, greift darauf nach einem Säcklein, öffnet die geknüpfte Kordel und schüttet es aus. Blumen. Ihre farbige und duftende Pracht über das Tischlein ergiessend.

Der gewölbte blaue Himmel erstreckt sich über ihm. Endlos. Nicht zu ergreifen und doch so nah als müsste man nur die Hand genügend weit empor strecken. Gebilde. Majestätisch hoch oder klein, dem Häubchen Schlagsahne gleich, mit welchem so manch Taverne ihre Genüsse ausschmückt, ziehen sie vorbei. Wolken, Verkörperungen aus den Träumen jener Hoffnungsvollen, welche das Schwarz am Horizont nicht ihr Gemüte erdrücken lassen. Langsam gleiten seine Fingerkuppen über die Saiten. Am Rande des Ausgucks lehnend, hoch über dem stolzen Maste des Schiffes. Des Vogels Feder, welcher noch nicht lange über dem Boote kreiste und nun zum Festlande zurückgekehrt ist, liegt auf dem rauen Boden des Korbes. Doch zum Klange der Harfe, gespielt von geübten Händen, steigt sie auf und tanzt. Tanzt beschwingt, hoch über allem.

Das Kratzen des Federkiels erfüllt die Kammer. Mag ab und an sogar das Knarren des alten morschen Holzes übertönen, sich dehnend unter seiner Last. Viele Kerzen. Lichtpunkte, ruhend auf den Wänden, erhellen den ansonsten dunkeln und schwer wirkenden Raum. Die kleine Gestalt sitzt vorgebeugt am Tisch, in der Mitte des Raumes. Regungslos. Doch nein. Er schreibt. Der Federn Lauf nicht unterbrechend, Zeile um Zeile, Wort um Wort. Ehe sich die Bewegungen seiner Hand verlangsamen und endgültig zum Stillstand kommen. Murrend hebt er seinen Kopf an. Das warme, wohlige Licht fällt auf sein durch Furchen und Falten gezeichnetes Gesicht, geprägt von einem langen, wallenden Bart, feurig rot und wild.

Hin und her. Vergnügt. Auf und ab. Unbeschwert. Schaukelnd die Beine, über des Wassers Kühle. Über den Wellen, sanft an den Rumpf des Schiffes schlagend. Geschickt mit dem Handrücken eine weisse Strähne aus dem Gesicht gestrichen. Ein Zeichen des Alters, jene Farbe der Haare? Nein. Jugend und der Drang nach Taten beleben die zierliche Frau, sitzend auf der Brüstung, dem Rande des Bootes entlang laufend. Geschickt die Angel ausgeworfen, wartet sie. Geduldig, ruhig. Zieht sie dann zurück. Langsam. Sanft. Nimmt den Fisch, vertrauensvoll in ihrer Hand liegend, tunkt einen Finger in die silberne Wasserschale, zu ihrer Rechten auf der Reling stehend, streicht über des Tieres schuppige Kleid. Lächelt. Und wirft ihn zurück.

Mit geschickten und ruhigen Bewegungen bindet sie die Blumen in ihr Haar. Eine nach der anderen. Schmückend. Der Duft einer frischen Wiese, stehend in voller Pracht dringt vor, in jede Ritze, jede Spalte des brüchigen Holzes der Wände, des Bodens. Tunkt was eben noch dunkel, in einen farbenfrohen Schein. Doch wo ist sie hin? Jene Blume, deren Stil von lebendigem Grün und einer Blüte so wundervoll, als sei sie im Garten der Welt selbst zu finden? Langsam dreht sie sich um, den Schritten folgend. Schritte eines Kindes. Die Tür, eben noch offen, fällt in ihr Schloss. Das grüne Kleid, aus samtenem Stoffe gefertigt und mit Blättern, die Farben des Herbstes tragend, anhebend, folgt sie dem Unbekannten. Federnd ihr Gang. Ohne Schuhe. Auf dem rauen Boden aus Holz.

Sie tanzt. Die Feder, weiss und rein. So scheint, als tragen sie die Klänge, der Harfe entflohen. treiben sie an und hauchen ihr Leben und einen eigenen Willen ein. Doch wärt es nicht lange. Fort getragen wird sie. Schwebt hinab zum Schiffe. Gefolgt vom Blicke des jungen blonden Mannes, eben noch spielend auf seinem Instrumente. Sich nun erhebend. Vom Winde umgarnt, spielend mit seinem Haar. Das Lachen eines Kindes herantragend. Hell und warm. Zögernd erst, doch von einem Gefühle angetrieben, welches er in Worte nicht zu fassen vermag, steigt er über den Rande des Ausguckes hinweg. Griff um Griff. Die Leiter hinab.

Zufrieden setzt er den letzten Punkt. Legt den Federkiel beiseite, streicht sich langsam und bedächtig durch den Bart und betrachtet das Stück Pergament vor sich. Doch wird sein Blick von etwas anderem gelenkt. Auf der Wand. Eben noch regungslos ruhend, den Zauber einer flackernden Kerze verbreitend, bewegt sich ein Lichtkegel. Wandert umher. Auf und ab. Vor und zurück. Kriecht am Boden entlang, um dann an die Decke zu hüpfen und schliesslich aus der Kammertür zu verschwinden. Einen Spalt öffnend und wieder schliessend. Ärgernis und Neugierde mischt sich zu seinem Gefühle der Zufriedenheit, eine Arbeit abgeschlossen zu haben. Entschlossen rutscht er von der Bank. Kurze Beine. Kurze Schritte. Tragen ihn hinaus. Vom Lichte des Tages in Empfang nehmend.

Die Schale? Wo ist sie hin? Hinab gefallen in die Tiefen des Meeres? Das kann nicht sein. Platsch. Kurz entschlossen lässt die junge Frau das eben noch geangelte Fischlein ins erfischende Blau zurückfallen. Sich schnell umgedreht. Und von der Brüstung gehopst. Nicht schwer zu erkennen ist sie, jene kleine Spur von Tropfen, wandernd über des Schiffes Boden. Von ungeschickten Händen getragen wohl. Ein Lächeln bahnt sich seinen Weg in ihre zierlichen, ja beinahe zerbrechlichen Züge. Makelloses Gesicht. Leise Schritte. Schleichend. Folgend.

Und so finden sie zusammen. Auf der Mitte des Schiffes Deck. Im Kreise stehen sie, um ein Körblein. Der Säugling darin liegend, noch nicht fähig zu gehen, umringt von Blume, Feder, Kerze und Schale, führte sie zusammen. Vier Personen, vier Gedanken. Im Kreise stehen sie und blicken sich an. Stille. Kein Rauschen der See, kein Säuseln des Windes dringt an ihre Ohren. Blicke und Schweigen. So reisen sie auf dem gleichen Boote, doch haben sich noch nie gesehen. Fremde? So bahnt sich das Schiffe weiter seinen Weg durch die Weiten des Meeres. Mit grossem gefüllten Segel. Und niemals einen Hafen anlaufend.


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Kind der Elemente
Morgendämmerung

Er setzt sich hin.
Setzt sich hin und legt alles bereit.
Säuberlich ordnend.
Zurechtrückend.
Federkiel und Pergament, bereit ihrer Bestimmung nachzukommen.
So soll alles seine Richtigkeit haben.
Die nächsten Stunden und Tage.
Wenn der Geschichten farbigsten Bilder diesen kleinen Raum füllen.
Ein Windstoss belebt die wartenden Blätter.
Schnell ist das Fenster geschlossen und eine Kerze entzündet.
Ein Schatten in der Ecke.
Umrisse eines Kindes.
Nun ward er bereit.

Ward bereit sein Versprechen zu erfüllen.


„Werteste,

So bringen wir dies zu einem Ende. Viele Geschichten schrieb ich nieder. Viele Erzählungen verliessen den meinigen Geiste und drangen an Augen und Ohren, welche mehr oder minder mit Interesse das Gesprochene und Geschriebene aufnahmen.

Der Glaube ist etwas Merkwürdiges, meine Liebe. Nicht zu greifen. Nicht zu sehen. So veranlasst er Mensch, Zwerg und Elf zu Taten, welche sowohl grausam, als auch den Gedanken des Wunderbaren, des Schönen, bei weitem übersteigen.

Ob ich mein Versprechen erfüllt habe, weiss ich nicht. Doch habe ich versucht Eurem Kindlein wieder Leben einzuhauchen. Es sollte, einem Lichtlein im Dunkeln gleich, jenen den Weg weisen, welche den ihrigen verlassen haben. Sollte sie zum Glauben zurück führen. Ein Kind sei in aller Munde, aufgetaucht an verschiedenen Orten Tares und ohne Wiege an einem heimischen Ort. Hoffnung schenkend. Trost spendend.

„…es gibt Dinge auf unserer Welt, unter uns, in uns, welche man zu betiteln nicht fähig ist. Es fehlt ganz einfach der richtige Name...“

Aus Fantasie entsprungen? Oder geboren wie ein jedes andere Geschöpf? So bleibe dies jedem selbst überlassen.

Nicht mehr lange ist die meinige Zeit, welche ich auf diesen Landen wandeln werde. Nicht mehr weit. Die Stille. So hoffe ich, kann ich mit gutem Gewissen zu Euch stossen.

Damien Rias“



Er erhebt sich.
Er erhebt sich und dreht sich um.
Blickt in das Dunkel der Ecke.
Legt eine Hand auf seine Brust und verneigt sich.
Verneigt sich tief und schliesst die Augen.
Schnell die Schritte.
Hell und unbeschwert das Lachen des Kindes.
Das Lachen. Verklingend.
Und nie wieder gehört.


„Ein Gläubiger ist jemand, der seinen Wege im Mondlicht findet und die Morgendämmerung vor dem Rest Tares sieht.“


Zuletzt geändert von Illis: 16.10.04, 20:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Kind der Elemente
Mythos

„So möchte ich euch meine letzte Ehrerbietung erweisen, Werteste. Euer Kind werde weiterleben. Noch fern liegt mir wie. Doch solle es jenen den Weg weisen, welche fehlgeleitet durch ihr Leben irren. Ein Lichtlein im Dunkeln.“

Geschichten, erzählt aus tiefster Seele, tragend Wahrheit und Sinn, werden weitergereicht. Eine Fackel.
Einst entzündet aus einem ehrbaren Gedanken, gehend durch viele Hände, entlockend so manch spannende Erzählung den dazugehörenden Mündern.

Es war nicht vorbei.
Er beugt sich vor.
Beugt sich vor und taucht seine alten Hände ins Wasser.
Taucht seine Hände ins Wasser und bemerkt sie.
Bemerkt die Frau, sitzend am Flussufer.
Bläulich ihr Haar und Gewand, sanft ihre Bewegungen.
Sanft ihre Bewegungen, gleitend über des Pergaments Unebenheiten.
Sie schreibt.
Und das Lachen erklingt hinter ihm.
Das Lachen eines Kindes, hell und unbeschwert.
Die Geschichte wird zum Mythos.
Und nimmt seinen Lauf.


Wird fortgesetzt.


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Vorbei.
Nichts wird je vorbei sein.
Sie streicht ihr bläuliches Haar zurück, den Alten nicht bemerkend.
Die Geschichte ist wie ein Bach im Gebirge. Sie windet sich von Ort zu Ort und entschwindet so manches Mal dem Blick. Sie scheint zu versickern, nur um andern Orts mit neuer Gewalt zu entspringen. Ewig verästelt wie ein Delta ist der Mythos.
Nichts wird je vorbei sein.
Und so sei es an mir, die Sage fortzuführen, die so weit reicht, dass sie dereinst sogar ihren Weg in die Herzen der Menschen finden wird.

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Nithavela, Hohepriesterin Xans
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Sand I

Du erwachst aus deinem fast ohnmachtartigen Schlaf und blickst zum Himmel auf, der sich wie ein gigantischer Saphir über dir erstreckt. Keine Wolke trübt jenes blaue Zelt. Kein Geräusch dringt an dein Ohr ausser dem Rauschen des Windes, der dich mit einer starken Wärme überstreicht. Langsam hebst du den Kopf. Du spürst ihn in deinen Augen. Du fühlst ihn in deinem Hals. Du schmeckst ihn auf deiner Zunge. Du siehst ihn, unter dir, neben dir, von Horizont zu Horizont.

Sand.

Du stehst auf und schleppst dich langsam weiter. Deine Füsse versinken in dem Sand und die Hitze Felas versengt dich durch deine Kleidung. Du schleppst dich weiter, obwohl dir die Sinnlosigkeit deines Tuns klar ist. Seit dein Reittier bei einem Sandsturm umkam, und seit du in seinem Windschatten aufwachtest, weisst du, dass du sterben wirst. Düne um Düne überquerst du. Die Trugbilder am Horizont beachtest du nicht. Du weisst genug über die Wüste um zu wissen, das du dort kein Wasser finden wirst. Und auch ist das Wasser nicht dein Ziel. Du weisst, dass du sterben wirst und der Tod ist dein einziges Ziel auf dieser Wanderung. Mit jedem Schritt eine weitere Erinnerung an deine Vergangenheit zurück lassend.

Sand.

Plötzlich durchbricht ein Geräusch die glühende Stille der Wüste. Du brauchst einen Moment um zu erkennen, was du da hörst, scheint dir das Geräusch doch aus einer anderen Welt, weit verborgen hinter dem Sand.

Lachen. Hinter einer Düne erklingt helles Lachen. Ein Kind. Du fragst dich kurz, ob deine Sinne dich täuschen. Dann gehst du auf das Lachen zu, das immer noch leise erklingt. Mit letzter Kraft schleppst du dich über die Düne, hinter der es erklang und siehst über sie hinab. Dort, am Rande eines flachen Steinkreises sitzt eine kleine Gestalt. Du schleppst dich die Düne hinab, fällst, stehst wieder auf und sinkst zuletzt erschöpft zu Boden. Das Kind dreht den Kopf zu dir, ein hoffnungsvolles Lächeln auf seinen Lippen. Es zieht einen Schlauch von seiner Seite und drückt ihn dir in deine zu ihm emporgehobene Hand. Du willst ihm danken, doch nur ein Krächzen ertönt, und so setzt du den Schlauch an deine Lippen. Herrliches Wasser, süßer als alles, was du jemals getrunken hast, rinnt dir über die Lippen und die Kehle hinab. Zu schnell ist das bisschen Wasser, das dir gereicht wurde aufgebraucht, und voller Schuldbewusstsein siehst du auf den leeren Schlauch in deiner Hand. Du siehst zu dem Kind auf, das sich wieder auf den Rand des Steinkreises gesetzt hat und willst um Verzeihung bitten, doch es schüttelt nur still den Kopf und deutet in den Kreis hinein.

Du richtest dich auf und trittst neben ihn. In etwa einem Schritt Tiefe bedeckt Sand den scheinbaren Boden des Brunnen. Doch was ist dies? Ist der Sand nicht dunkler als das helle Braun, das du weit um dich herum siehst? Oder spielen dir deine Augen einen üblen Streich und wollen dich narren? Du willst schon voll Hoffnungslosigkeit zurück treten, da siehst du dem Kind direkt in seine Augen. Es schüttelt leicht den Kopf und deutet erneut den Brunnen hinab, immer noch kein Wort sprechend. Doch der drängende und doch hoffnungsvolle Ausdruck in seinen Augen gibt dir den Willen, in den Schacht zu steigen und mit beiden Händen den Sand zu ergreifen. Du gräbst dich hinein und spürst, wie er viel kühler ist als der glühend heisse Sand, auf dem du so lange liefst.

Du gräbst tiefer und tiefer, mit einem Tuch den Sand über den Brunnenrand hebend. Das Kind sitzt weiter neben dir und beobachtet dich mit einem fröhlichen Lächeln, und du kannst nicht anders, als auch Freude an dieser Arbeit zu finden, zu der dich nicht Verzweiflung, sondern Hoffnung treibt. Schliesslich beginnt sich Wasser in der Grube zu sammeln, das du gierig mit beiden Händen trinkst. Es ist sandig und knirscht zwischen den Zähnen, doch trotzdem trinkst du es voller Freude und löscht so deinen Durst. Dann hilfst du dem Kind hinab, welches auch trinkt und ihr füllt eure Wasserschläuche. Noch immer sprecht ihr kein Wort miteinander, aber auch so glaubst du es nun zu verstehen. Als die Sonne den Horizont berührt und das Land in ein brennendes Rot taucht, deutet dir das Kind, weiter zu gehen.

Gestärkt von dem Wasser gehst du rasch über den kühler werdenden Sand, das Kind neben dir läuft unbeschwert, fast scheint es gar nicht im Sand zu versinken. Als bereits der Vitamalin am Himmel steht, und als die Sterne über dir stehen, so schön und so klar wie nie, deutet es dir, anzuhalten. Vor euch steht ein alter, trockener Baum, der der Wüste nichts mehr entgegen zu setzen hatte. Er ist tot, und sein Holz schon ergraut. Das Kind streicht mit einer Hand fast schon zärtlich über die bleiche Rinde und sammelt dann ein paar Äste auf, sie aufeinander schichtend. Du verstehst, denn auch du spürst die Kälte der Wüstennacht und ziehst aus deinen paar Habseligkeiten, die du bei dir hast, einen Feuerstein und einen Krummdolch, mit diesen das Feuer entzündend, wie du es schon so oft getan hast. Und dennoch wirken auf dich die Flammen beruhigend, geheimnisvoll. Du betrachtest still die Funken, die Schmetterlingen gleich zum Himmel empor tanzen und dort erlischen. Und zu dem Knacken des Holzes und dem Lachen des Kindes, welches spielerisch das Feuer mit einem Stock anfacht, schläfst du ein.

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Sand II

Du erwachst und öffnest deine Augen. Über dir die kahlen, zum Himmel empor greifenden Hände des Baumes unter dem Du eingeschlafen bist. Auf einem der Äste liegt das Kind, der Kopf auf eine Astgabel gebettet, friedlich schläft es. Du richtest dich auf und beginnst, deine wenigen Habseligkeiten zusammen zu suchen. Nachdem du deinen Durst mit deinem Wasser gelöscht hast, siehst du auf, nur um zu sehen, das das Kind bereits mit einem fröhlichen Lächeln hinter dir steht. Du rufst ihm zu, dass ihr weiter gehen solltet, aber es schüttelt nur den Kopf und deutet zum Himmel empor. Du folgst seinem Fingerzeig, und dir stockt der Atem als du siehst, was über dir geschieht.

Das Blau des Himmels war verschwunden, verdeckt von gewaltigen Wolken, die sich auftürmen, unter den Strahlen der Sonne zusammen schmolzen und dann wieder empor wuchsen. Du blickst zu den Wolken hinauf und beobachtest still und voller Ehrfurcht ihren Kampf mit Fela. Schon bald verschwand das himmlische Feuer hinter den gewaltigen grauen Massen. Schon hörst du entferntes Grollen, einem Erdrutsch gleich. Dir wird gewahr, das du schon wohl seit fast einem halben Zyklus so stehst, denn der Himmel begann sich schon zu verdunkeln. Dann fiel der Regen.Tropfen um Tropfen zuerst, dann immer schneller, ein erst langsamer, dann immer schneller werdender Takt. Schon bald kannst du die Tropfen nicht mehr unterscheiden, und der Boden unter dir beginnt weich zu werden und nachzugeben. Rasch ergreifst du einen Ast des alten Baumes und ziehst dich an ihm empor. Kurz bist du noch erstaunt, wie viel Kraft dieser alte, tote Baum besitzt. Dann richtest du all deine Aufmerksamkeit auf den Regen, der nun dichte Schleier bildet. Er rinnt in Sturzbächen von deiner Kleidung und deinem Körper und nimmt dir deine Sicht. So wie du in dem Sandsturm vor dem Sand dein Gesicht geschützt hast, so schützt du es nun vor den Regenmassen. Erstaunlich ist es, wie dir nur ein Schluck Wasser gestern so köstlich vorkam und dir das Wasser nun den Atem raubt. Es beginnt bereits wieder Hell zu werden und ein neuer Zyklus nimmt seinen Lauf. Dann...

Ist es vorbei. Ebenso rasch, wie der Regen begann, verrinnt er wieder. Schnell beginnt das Wasser in die Erde zu sickern und sie erhält ihren alten, gelblichen Farbton zurück. Du blickst dich um, siehst aber weder das Kind noch sonst etwas, was dir vertraut ist, denn ausser dem Baum scheint sich alles verändert zu haben. Der Himmel beginnt sich schon wieder aufzuklären, auch wenn du immer noch ein fernes Donnern zu vernehmen meinst. Doch am Boden des Tales vor der Düne, auf der der Baum steht, siehst du eine kleine Wassermenge. Du wirst dir bewusst, dass du die Wasserschläuche auffüllen solltest und springst von dem Baum, um auf das Wasser zuzulaufen. Doch kaum tust du einen Schritt, als sich eine Hand um dein Handgelenk schliesst und dich zurückzieht. Du siehst zu dem Kind, welches hinter dir steht, willst zu einer Frage ansetzen, als es in Richtung des Tales deutet. Du folgst seinem Blick und erkennst, wie gewaltige Wassermassen donnernd durch das Bett des Tales donnern. Du siehst, wie sie das Tal bis kurz vor deinen Füssen durchströmend, brüllend, tobend. Weisse Gischt und sandiges Wasser sich in einem wilden Tanz abwechselnd. Dir wird bewusst, dass, wärest du zu dem Wasser gelaufen, dich das Wasser mitten in der Wüste getötet hätte.

Schon bald beruhigt sich das Wasser und du gehst zu dem Ufer des nun gewaltigen, langsam fliessenden Flusses. Du beugst dich hinab und trinkst das Wasser, welches dir klarer scheint als alles, was du jemals trankst. Du trinkst das Wasser, welches dich beinahe getötet hätte und schöpfst daraus neue Kraft. Dann stehst du auf und siehst dich um. Das Kind sitzt mit untergeschlagenen Beinen, der Rücken zu dir. Leise vermagst du wieder ein Lachen vernehmen. Du trittst auf es zu und willst ihm über die Schulter sehen, doch noch bevor du es erreichst, dreht es sich zu dir und hebt etwas Kleines, Zerbrechliches an, von einer Schönheit, wie du sie noch nie zuvor gesehen hast. In seiner Hand liegt eine kleine, gelbe Blume mit fünf Blütenblättern. Du siehst auf es hinab, dies kleine, unwahrscheinlichste Zeichen von Leben in dieser weiten Wüste. Gab es da nicht Erzählungen, die dies beschrieben? Du kannst dich nicht mehr erinnern, zu fern scheint dir dein Leben vor deiner Wanderung mit dem Kind.

Und während du sie betrachtest, ändert sich um dich herum die Wüste. Als wäre jedes Sandkorn ein Samenkorn, beginnt sich der Sand mit einem grünen Kleid zu verdecken. Schnell, vielleicht schon zu schnell beginnen einzelne Blumen zu spriessen, die die Wüste rasch mit mannigfaltigen Farben bedecken. Du betrachtest voller Verwunderung die Blumen und drehst dich erst um, als du ein helles, fröhliches Lachen hinter dir hörst. Du siehst, wie das Kind hinter dir steht, eine geflochtene Krone aus wilden Blumen auf dem Kopf. Es hat sich deine Tasche umgeschnallt. Erst jetzt wird dir gewahr, dass es nichts als seinen Wasserschlauch in dieser weiten Wüste sein Eigen zu nennen schien. Es winkt dir vergnügt lächeln zu und läuft dann die Düne hinab.

Oben an ihrem Kamm bleibt es stehen, wie es scheint auf dich wartend, der Blick hinter sie gerichtet. Als du neben es trittst, siehst du, dass die Wüste vor dir sich immer noch in dem ewigen auf und ab von Sand, Dünen und Tälern verliert. Doch dann siehst du sie. Siehst das, auf was sich der Blick des Kindes richtet. Du läufst rasch los, auf die kleine Gruppe ebenfalls wandernder, die stehen bleiben und verwundert zu dir empor sehen. Es sind deine Kameraden, die du im Sandsturm verloren hast. Du läufst auf sie zu, und mit jedem Schritt entsinnst du dich wieder deiner Vergangenheit. Immer etwas mehr von deinem alten Selbst kehrt zu dir zurück, und dennoch spürst du, wie sehr du verändert bist. Du umarmst vor Freude deine Freunde, und sie umarmen dich. Du hörst wie sie dich mit dem alten Gruss deiner Ahnen in ihrer Mitte willkommen heissen. Du deutest hinter dich und erzählst ihnen rasch von allem, die Worte sprudeln aus dir hervor. Du erzählst ihnen von der Gluthitze des Tages und dem wärmenden Feuer der Nacht, von dem Sandsturm und dem Sternenzelt, von dem Regenschauer und dem gewaltigen Fluss, und auch von dem Meer aus Sand, welches nun ein Meer aus Blüten ist. Und von dem Kind. Dem Kind. Als du die verständnislosen Blicke deiner Kameraden entdeckst, siehst du hinter dich. Dort, wo das Kind stand, ist nun nichts mehr.

Doch. Dort, halb unter dem Sand verweht, erkennst du etwas. Rasch gehst du darauf zu und befreist es vom Sand, während deine Freunde dir folgen. Dort, noch etwas von Sand bedeckt, liegt ein kleiner Wasserschlauch, der Feuerstein, der Krummdolch und eine kleine, bunte Krone aus Blumen.

Und der warme und doch beruhigende Wüstenwind, der über den Sand streicht, scheint ein fernes, helles Lachen zu tragen.


Die Frau mit den blauen Haaren betrachtet eine Weile lang die eng beschriebenen Blätter. Dann rollt sie sie zusammen, schiebt sie in eine Flasche und presst einen Korken darauf.
Noch kurz betrachtet sie die Nachricht, sie dann vertrauensvoll dem Fluss übergebend. Sie blickt ihr still hinterher, leise betend, dass sie den erreichen mögen, der sie benötigt. Dann treibt die Flasche um eine Biegung und entschwindet ihrem Blick.

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BeitragVerfasst: 23.03.05, 17:24 
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Und der Alte zieht durch die Gegend. Auf der Suche. Einer Flasche gleich, den ihrem vorbestimmten Weg des Flusses folgend. Unwissend. Unbeständig. Doch ebenso vorgeebnet sind seine nächsten Schritte. Dann teilt sich das Wasser, ein kleiner Teil aufgefangen vom Rad einer alten Mühle, prescht der grössere weiter die leichte Neigung hinunter, dem Ziele, der klare tiefe See, entgegen. Mit ihr die Flasche, nicht der alte Flammenweber. Etwas Magisches, Anziehendes hat jener Ort an der Flussgabelung. Das fahle Licht des Hauses, welches stets vom Knarren des morschen Holzes und dem nie endenden Plätschern des kühlen Nass erfüllt ist, wirft spielerische Schatten auf die auengrünen Wiesen davor. Eine leise und warme Stimme dringt dumpf aus dem Innern hervor und der Blick durch die staubverkrusteten Scheiben gibt das Bild einer alten Frau frei, umringt von Kindern. Unzählige kleine Ohren, folgend den Gedichten aus dem mit Weisheit gewaschenen Munde. Doch da. Im hintersten Ecklein, gehüllt in Schatten und sich der Aufmerksamkeit der anderen entzogen wissend, zeichnen sich die Schemen eines kleinen Körpers ab. Unwirklich. Ob Junge oder Mädchen. Elf, Zwerg oder Mensch. Es ist egal. Denn ihm gebühren jene Weisheiten.
Als fühle er selbst den Jungen in sich darum bitten, lässt sich der alte Gläubige vor einem der Fenster auf die Knie fallen und lauscht.


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BeitragVerfasst: 23.03.05, 18:24 
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Der Morgen, der Jäger

Wo die Felsenlager stehen,
Sich des Schnees Daunen blähen,
Auf des Berges Höhen
Ist der junge Strahl erwacht;
Regt und dehnt die ros'gen Glieder,
Schüttelt dann sein Goldgefieder,
Mit dem Flimmerauge nieder
Blinzt er in des Tales Schacht.
Hörst du, wie es fällt und steigt?
Fühlst du, wie es um dich streicht?
Dringt zu dir im weichen Duft
Nicht der Himmelsodem - Luft?

Ins frische Land der Jäger tritt:
»Gegrüßt du fröhlicher Morgen!
»Gegrüßt du Sonn', mit dem leichten Schritt
Wir Beiden ziehn ohne Sorgen.
Und dreimal' gegrüßt mein Geselle Wind,
Der stets mir wandelt zur Seite,
Im Walde flüstert durch Blätter lind,
Zur Höh' gibt springend Geleite.
Und hat die Gems, das listige Tier,
Mich verlockt in ihr zackiges Felsrevier,
Wie sind wir drei dann so ganz allein,
Du, Luft, und ich und der uralte Stein!«


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BeitragVerfasst: 23.03.05, 22:11 
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Der Mittag, der Fischer

Alles still ringsum —
Die Zweige ruhen, die Vögel sind stumm.
Wie ein Schiff, das im vollen Gewässer brennt,
Und das die Windsbraut jagt,
So durch den Azur die Sonne rennt
Und immer flammender tagt.

Natur schläft — ihr Odem steht,
Ihre grünen Locken hangen schwer,
Nur auf und nieder ihr Pulsschlag geht
Ungehemmt im heiligen Meer.
Jedes Räupchen sucht des Blattes Hülle,
Jeden Käfer nimmt sein Grübchen auf;
Nur das Meer liegt frei in seiner Fülle
Und blickt zum Firmament hinauf.

In der Bucht wiegt ein Kahn,
Ausgestreckt der Fischer drin,
Und die lange Wasserbahn
Schaut er träumend überhin.
Neben ihm die Zweige hängen,
Unter ihm die Wellchen drängen,
Plätschernd in der blauen Flut
Schaukelt seine heiße Hand:

"Wasser", spricht er, "Welle gut,
Hauchst so kühlig an den Strand.
Du, der Erde köstlich Blut,
Meinem Blute nah verwandt,
Sendest deine blanken Wellen,
Die jetzt kosend um mich schwellen,
Durch der Mutter weites Reich,
Börnlein, Strom und glatter Teich,
Und an meiner Hütte gleich
Schlürf' ich dein geläutert Gut,
Und du wirst mein eignes Blut,
Liebe Welle, heil'ge Flut!" —
Leiser plätschernd schläft er ein
Und das Meer wirft seinen Schein
Um Gebirg und Feld und Hain;
Und das Meer zieht seine Bahn
Um die Welt und um den Kahn.


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Der Abend, der Gärtner

Rötliche Flöckchen ziehen
Über die Berge fort,
Und wie Purpurgewänder
Und wie farbige Bänder
Flattert es hier und dort
in der steigenden Dämmrung Hort.

Gleich einem Königsgarten,
Den verlassen die Fürstin hoch —
Nur in der Kühle ergehen
Und um die Beete sich drehen
Flüsternd ein paar Hoffräulein noch.

Da des Himmels Vorhang sinkt,
Öffnet sich der Erde Brust;
Leise, leise Kräutlein trinkt
Und entschlummert unbewußt;
Und sein furchtsam Wächterlein,
Würmchen mit dem grünen Schein,
Zündet an dem Glühholz sein
Leuchtchen klein.

Der Gärtner, über die Blumen gebeugt,
Spürt an der Sohle den Tau,
Gleich vom nächsten Halme er streicht
Lächelnd die Tropfen lau;
Geht noch einmal entlang den Wall,
Prüft jede Knospe genau und gut:
»Schlaft denn«, spricht er, »ihr Kindlein all,
Schlafet! ich lass' euch der Mutter Hut;

Liebe Erde, mir sind die Wimpern schwer,
Hab' die letzte Nacht durchwacht,
Breit' wohl deinen Taumantel um sie her,
Nimm wohl mir die Kleinen in acht. «


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BeitragVerfasst: 25.03.05, 11:58 
Edelbürger
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Wohnort: Hamburg
Kind der Elemente
Die Nacht, der Hammerschmied

Dunkel! All Dunkel schwer!
Wie Riesen schreiten Wolken her —
Über Gras und Laub
Wirbelt's wie schwarzer Staub;
Hier und dort ein grauer Stamm,
Am Horizont des Berges Kamm
Hält die gespenstige Wacht,
Sonst alles Nacht — Nacht — nur Nacht.

Was blitzt dort auf? — ein roter Stern —
Nun scheint es nah, nun wieder fern;
Schau! wie es zuckt und zuckt und schweift,
Wie's ringelnd gleich der Schlange pfeift.
Nun am Gemäuer klimmt es auf,
Unwillig wirft's die Asch' hinauf,
Und wirbelnd überm Dach hervor
Die Funkensäule steigt empor.

Und dort der Mann im ruß'gen Kleid,
— Sein Angesicht ist bleich und kalt,
Ein Bild der listigen Gewalt —
Wie er die Flamme dämpft und facht
Und hält den Eisenblock bereit!
Den soll ihm die gefangne Macht,
Die wilde hartbezähmte Glut
Zermalmen gleich in ihrer Wut.

Schau, wie das Feuer sich zersplittert!
Wie's tückisch an der Kohle knittert!
Lang aus die rote Kralle streckt
Und nach dem Kerkermeister reckt!
Wie's vor verhaltnem Grimme zittert:

»O hätt' ich dich, o könnte ich
Mit meinen Klauen fassen dich!
Ich lehrte dich den Unterschied
Von dir zu Elementes Zier,
An deinem morschen, staub'gen Glied,
Du ruchlos Menschentier!«


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