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 Betreff des Beitrags: Dämonen des Feuers
BeitragVerfasst: 6.04.05, 22:48 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 12.10.04, 16:54
Beiträge: 10
Das Fußgetrappel wurde lauter, Schreie gellten durch die Dunkelheit und hallten wie Donnerschläge von den Felsen ringsrum zurück, durchfuhren ihren Körper mit lautem Grollen. Verdutzt drückte sie sich von dem Stuhl hoch und band sich die Haare zurück. Das Wasser trat ihr bei jeder Bewegung aus allen Poren. Fela brannte schon den ganzen Tag auf die Erde runter und verdörrte Boden und Pflanzen, doch selbst jetzt, bei Nacht, drückte die Hitze erschwerlich auf die Lungen und Körper. Mit leisem knarzen zog sie die Holztüren zu, heiße Luft drückte sich durch die Ritzen. Lauter wurde der Lärm, unsicher huschten ihre Augen durch den Raum. Dieser Ort hier lag so abgelegen.. Selten fanden Leute her, was also ist da draußen los? Langsam setzte sie sich in Bewegung richtung Treppe und stieg die knarzenden Stufen hinauf zu der kleinen Holzhütte zwischen den Felsen und spähte aufmerksam in die Dunkelheit. „Brennen sollt ihr, brennen!
Sie zuckte zusammen, die Hitze schwoll immer weiter an und in der Ferne machte sie einen kleinen Lichtkegel aus, der rasch näher kam. Von diesem Etwas gingen auch die Geräusche aus. Entsetzt trat sie einen Schritt zurück, das Licht nicht aus den Augen lassend. Jenes formte sich langsam zu einer Gestalt desto näher es kam. Die Siluette umfassten kleine züngelnde Flammen, zwei feuerrote Kreise stachen aus dem anscheinenden Schädel, starrten sie an.
Fassungslos stand sie da, vor Schreck wie gelähmt, ihr Gesicht trotz der Wärme wird aschfahl. Die Hitze wurde unerträglich, fast erdrückend und schnürte ihr die Luft ab. Ihre Hände tasteten nach hinten, erfassten die Holzwand, zog sich zurück zu der Treppe. Die Flammengestalt schwebte zu ihr empor und bedachte sie mit irrem Lachen als sie mit feurigen Schritten Brandspuren auf dem Holzboden hinterließ.
Panisch stürzte Marnie die Stufen hinunter, die Gestalt folgend, riss die Türen auf und stürmte ins Freie hinaus. Ein Hitzewall kam ihr entgegen und drückte sie ruckartig zu Boden, überschwemmte sie förmlich und drang in ihre Haut, in ihren Körper. Schützend presste sie ihre Hände an ihren Leib. „Vitama hilf mir! Lass nicht zu das meinem Kind etwas passiert!
Sie wollte Schreien, doch ihre Kehle war wie zugeschnürt. Schmerzen durchzuckten ihren Körper, als wenn sie innerlich in Flammen stehen würde. Das Gras um sie rum ging schlagartig ein, als das Wesen aus der Tür trat, auf sie zu. Ein Brandgeruch stach ihr in die Nase, sie wollte die Augen öffnen, doch ihr Inneres wehrte sich dagegen, wollte nicht sehen was da stand und auf sie hinabstarrte. Ihr Schweiß brökelte sich in seine Bestandteile zusammen, zurück blieb nur das klare Salz auf der Haut, Tränen traten aus ihren Augenwinkeln und verdunsteten sogleich. Blind und Taub vor Schmerzen und Angst krümmte sie sich am Boden. Sie fühlte sich als würde sie in jedem Moment in Flammen aufgehen. Dumpf drangen die Schreie des Dämons in ihre Ohren und wieder ergoß sich ein Hitzeschwall über sie, flimmern vor den Augen...

Wimmernd lag sie auf dem rissigen Boden. Zusammengekrümmt zu einem Häufchen Elend. Ein sanfter, salzig schmeckender Windhauch aus der Richtung des Meeres streifte sie sachte. Immer noch umkreiste sie die Dunkelheit, aber die Luft füllte sich langsam wieder mit Feuchtigkeit. Ihre Haut brannte, kleine Brandbläschen haben sich darauf gebildet. Die Augen zu öffnen wagte sie sich nicht, was wenn das Etwas noch dastand und nur darauf wartete sie in Flammen zu stecken?
Am ganzen Leib zitternd entschloss sie sich schließlich dazu, zog die Lieder einen Spalt weit auf. Das Grün um sie rum starrte verkohlt vom Boden auf, wie Skelette in einem Massengrab lagen die Halme übereinander. Die kleine Flamme ihrer Fackel die im Boden steckte erhellte einen kleinen Kreis rings rum, sonst lag alles in der Stille der Nacht. Ein erstickter Schrei entkam ihrer ausgetrockneten Kehle, viel zu spät um das Grauen das sie soeben erlebt hatte anschreien zu können. Leichter Ascheregen, riechend nach verbrannten Haaren umspielte ihr Gesicht. Vorsichtig tastete sie nach ihrem Kopf. Ihre Finger ertasteten verschmorte Haarteile, versengte Büschel und hinterließen schwarze Schatten auf ihrer Hand. Ihre Haare waren verbrannt.. Fassungslos wandte sie den Kopf. Die Lichtgestalt war weg, kein fremdes Geräusch lag in dem Tal, nur die Wärme lag noch schwer.
Angst, Schmerz, Fassungslosigkeit und Verzweiflung übermannten sie und sie begann hemmungslos zu weinen. Ihre Tränen tränkten die Erde unter ihr, solange bis sie vor Erschöpfung einschlief...


Zuletzt geändert von Schweinsbraten: 6.04.05, 23:00, insgesamt 1-mal geändert.

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