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Ein Gespräch, vor langer Zeit einmal geführt...
Ihr fragt nach meinem Alter?
Ich bin hunderte von Jahren alt, denn mein Alter ist das alter meiner Heimat und meiner Familie.
Ich fragt nach meiner Geschichte?
Meine Geschichte beginnt vor hunderten von Jahren, denn meine Geschichte ist die Geschichte meiner Heimat und meiner Familie.
Sie erzählt von goldenen Zeiten, und doch ist es eine Geschichte voller Trauer und Leid, meine Geschichte erzählt von Niedergang und Verlust.
Ich lebe seit 30 Jahren auf Tare, doch mein Geist weiß um das was ich bin und er weiß um das, was ich zu bewahren zu zu beschützen habe.
Einst, vor der Zeit in der Zivilisation und Etikette herrschte, waren die Vorväter meiner Väter und deren Väter die Bewahrer des Glaubens, mit Stolz und in tiefer Demut standen wir an der Seite der hohen Priester, welchen wir geschworen haben, durch unser Schwert, unseren Leib und unser Blut auf ewig untertan zu sein, sie zu bewahren und zu schützen vor allem weltlichen Unheil.
Ihr fragt nach meinem Glauben und der Priesterschaft?
Und ich mag euch sagen, dass ich keiner der Diener der Viere bin. Nein, meine Liebe, mein Verstand und mein Blut gehört jenen, die vor denen waren, die die Priester Sahor nennen, sie, die ersten Kinder der Drachen, die, welche in der alten Sprache die Enhor genannt werden sind es, welchen ich und meine Familie seit jeher Untertan sind. Doch die Zeit, in welcher das Volk Respekt und Ehre den Dienern der Herren entgegebrachten verblasste, immer mehr wurde das alte Werk aus dem Geiste des Volkes geschoben, und immer mehr nahmen die Diener der Viere, welche sich Astrael Bellum Morsan und Vitama nennen, den alten Platz der Priesterschaft ein. Kultur und Zivilasation herrschen heute da, wo früher die unendlichen und freien Kräfte der Herren weilten.
Wieviele Haine wurden abgeholzt?
Wieviele Bäche wurden umgeleitet und trocken gelegt?
Ja das Volk selbst hat sich an den Werken der Herren vergangen. Und doch bestand die Priesterschaft, welche das alte Tal inmitten der hoch aufragenden Zinnen von Rien's Feste bewohnte fort. Unser Glauben stirbt, das ist mir bewußt und doch will ich es nicht hinnehmen. Viele Jahre lang wurde ich ausgebildet, unterrichtet und eingewiesen in den Glauben, die alten Werke und die Aspekte derer, denen ich diene.
Es ist nicht Ignis dem ich allein untertan bin, auch nicht Xan, weder Rien noch Ventus ist es.
Nein, es sind die Herren in ihrer Gesamtheit, welchen ich meinen tiefen Dank und Glauben schenke.
Ich stehe vor euch als Kämpfer, als Verteidiger, als eine der kleinen Zinnen, welche den Glauben und die Priesterschaft schützt und ehern umgibt.
Und ich stehe hier bei euch, Frau des Nordens, weil ich gesandt bin, auf Siebenwind zu reisen, und dort meinen Weg weiter zu gehen.
Ihr fragt nach meiner Ausbildung? Nach meinen bekannten und Verwandten, nach meinen Eltern?
Meine Mutter kenne ich nicht, denn ich wurde den Herren dargebracht in der längsten Nacht des Jahres, vor dem Auge Astraels verborgen durch das Licht der Sterne und die Ruhe der Nacht empfing eine auserwählte meinen Vater, wie auch ich einst empfange werde.
Niemand soll wissen, wer diese Auserwählte ist, doch am Tag meiner Geburt wurde ich geholt von den Priestern, um meinen Vater als erster und einziger Sohn zu sehen. Zu sehen, und gemeinsam mit ihm das zu schützen, was als einziges wahrlich zu schützen wert ist.So werde ich nimmer wissen, wie meine Mutter hieß, wie sie aussah oder wie sie roch.
Meine Ausbildung war es, nach welcher ihr ebenso fragtet?
Meine Ausbildung ist nicht die eines Gelehrten, sie ist jedoch auch nicht die eines Kriegers oder eines Priesters. In der Zeit, welche ich das Wissen empfangen durfte, lehrte mich mein Vater die Kunst, die Waffe und das Schild zum Schutze zu gebrauchen, auch die innere Stärke wurde mir beigebracht, die Stärke, welche es braucht, um wie ein eherner Stein zu stehen, ob in Rüstung oder ohne. Die Grundsätze der Herren waren es, die ich verinnerlichte.
Kämpfe mit Zorn gegen die Feinde, sei leidenschaftlich in allem was du tust
Kämpfe mit Ruhe gegen die Feinde, sei besonnen in allem was du tust
Kämpfe mit Eile gegen die Feinde, sei wissend in allem was du tust
Kämpfe mit Kraft gegen die Feinde, sei ehern und voller Leben, in allem was du tust.
Dies sind die Grundsätze, unvereinbar, wie die Elemente es scheinen, und doch Brüderlich verbunden, wie die Herren der Elemente.
Sei im Kampfe nicht unvereinbar, sei nicht auf der niedrigen Ebene des einfachen Kampfes, sondern sei erhaben über dem Kampf im Kampf, und vereine was nicht vereinbar ist. Dies ist der Schlüssel zu dem Kampf, welchen man stets ausfechtet, der Kampf ohne Waffe, ohne Blut, und ohne Verletzte.
Dies sind die Grundsätze, nach welchen ich Lebe, und welchen ich nachstrebe.
Warum ich gesandt wurde?
Diese Frage verstehe ich nicht, denn ich bin keiner der hohen Priester, auch keiner der ehrwürdigen Novicen, ich bin ein Diener des Glaubens, und ein solcher stellt keine Fragen, wenn die Priester ihn rufen und aussenden.
Ihr fragt, gegen wen ich kämpfe?
Und ich sage euch, ich kämpfe nicht wider die Diener der viere oder die Diener deren Bastards. Ich kämpfe nur um das zu bewahren, welches den Glauben der alten ausmacht. Wer auch immer jenes versucht zu zerstören, der wird nicht ohne mein Blut zuerst vergossen zu haben, sein Werk tun können. Ob Mensch, Zwerg, Elf oder Orken.
Und nun lasset mich passieren, Frau des Nordens, denn ich werde hier auf eurer Insel harren, bis ich die letzten Meilen reisen kann.
*mit diesen schritten trat der Mann, welcher ein leichtes Kettenhemd trägt, und ein altes Breitschwert an der Seite sein eigen zu nennen vermag an der Frau vorbei, ruhigen Schrittes geht er den Steg hinab, und betritt die Insel. Eine weitere Tätowierung ragt von der linken Seite in sein Antlitz hinauf, welche die Flammen zeigt. Auf der rechten Seite des Gesichtes zeigt sich in ähnlicher Form eine Tätowierung, welche die Wasser zeigen.
Sein Haar ist lang, ob der langen Schiffsreise ungewaschen und rauh. Seine ledernen Stiefel sind von alten Fellen umschlungen, welche wohl seine Gelenke schützen mögen.*
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