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 Betreff des Beitrags: Lange Nächte in der Bibliothek
BeitragVerfasst: 30.04.05, 15:41 
Festlandbewohner
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Verstört kam er von der dritten Erkundungsreise aus den Ödlanden zurück, endlich hatte er jenen gesehen, der alle Welt in Angst und Schrecken versetzte. Ergiebig war das Gespräch bei weitem nicht, erhellend nun gut, dass mag sein.
Selbst diese Enhordiener wussten eigentlich nichts, schwanken sie doch zwischen stiller Bewunderung ob seiner Macht über Ignis' Gaben und heimlicher Angst er könnte ihnen den Rang ablaufen. Es lag also wieder an ihm Licht in die Nacht der Unwissenheit zu bringen.
Er ging in seiner verschwitzen Robe in die Brandensteiner Robe, Salzränder hatten sich vom Schweiss, der im Gewebe getrocknet war, gebildet, flüchtig machte er sich frisch und zog ein sauberes weisses Gewand an und begann die Kataloge und Register zu durchforsten nach allen Stichpunkten die ihm einfielen, bei Geistern die vom eisernen eigenen Willen in dieser Sphäre sich Morsans Ruf entgegenstemmten, Dämonen die Feuer manipulieren vermögen, etwaige Gerichtsprozesse über Mörder und Brandstifter sowie Reiseberichte und Geschichten aus Iota und sogar Märchenbücher wurden in sein Augenmerk gerückt.
Langsam wurde es dunkel draussen und Buch um Buch stapelte sich im Lesesaal der Bibliothek auf den verschiedenen Pulten.
Wenig ergiebig schien ihm die bisherige Ausbeute und so wurden die dunklen Archive, für die er als Bibliothekar einen Schlüssel hatte, geöffnet und mit eiligen Fingern durch finstere Abhandlungen Schwarzer Magie, Oden an daimonische Manifestationen und Lobpreisungen des Einen gegraben, jene Schriften die Generationen von Astraeldienern auf Siebenwind und anderswo Ungläubigen, Ketzern und Paktierern entrissen haben und somit aus dem Weltgedächtnis fast in Gänze getilgt hatten, nur noch hier gab es dieses Wissen beschützt und weit weg von Allem.
Doch auch diese Anhaltspunkte wollten ihm nicht wahrlich erleuchten und so entzündete er die Öllampen im Lesesaal und illuminierte ihn, stemmte sich so gegen die äussere Dunkelheit.
Und wie eh und jeh, wenn ein Astraeldiener nicht mehr weiter wusste, ging er zu der Vitrinie in der in dem Glaskasten verschlossen in einer Holzlade das Buch lag, vorsichtig nahm er es heraus, das Buch der Wahrheit letzter Schluss, legte es vorsichtig auf den letzten freien Pult und wickelte es aus dem kostbaren Stoff, der mit Stickereien versehen war, genau über den Buchtitel war eine Zahl eingestickt "365" nur wenige wussten welch grosses Geheimnis für Tare diese Zahl barg, doch er wusste es, er schloss die Augen lies die schweren Pergamentseiten durch seine Hände rinnen, es war als würde das Wissen der Welt durch ihn gleiten, leise betete er zu IHM und dann wie von einem Blitz gerührt hielt er inne auf jener Seite und las den Phan, las ihn erneut, überlegte, sinnierte und versuchte ihn zu deuten und Astraels Fingerzeig zu verstehen.
Lange ging er auf und ab in jenem Lesesaal in Brandenstein, das Buch lag mahnend, fast drohend an der Stirnseite und glotzte ihn an, fast schon schimpfte es mit ihm, verstehst du mich denn etwa nicht, bellte es ihn an.
Doch Morsan war der gleichberechtigte Bruder neben Astrael und fordert auch von ihm, dem Diener Astraels, seinen Tribut und die Müdigkeit umfing ihn und er schlief auf die Verse schauend auf dem Boden vor dem Schreibpult im Lesesaal ein.
Als der Morgen schon graute.

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"Es wird der Diamant an sich selbst nur erkannt.
Denken lernst du im Denken, das Wahre erkennst du am Wahren.
Liebe nur, wenn du schon liebst, nichts durch die bloße Kritik."
Ludwig Feuerbach


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.04.05, 20:49 
Altratler
Altratler

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Beiträge: 7374
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Zitat:
Märchensammlung Horward Edgars, 20 Jahre nach Draconir I. Ap Senal

Oft schon erzählt war die Geschichte vom Flammenden Jüngling, einem Geiste aus tragischem Geschlecht. So werde auch ich erzählen, was ich darüber zu berichten weiß.
Es begab sich vor längster Zeit, vor mehr als 3500 Jahren, als ein Knabe hohen Standes auszog, um Ruhm zu ernten. Er war ein begabter Kämpfer und erschlug vieles an Ungetümen, stellte Räuber und Unholde und wurde so sehr geachtet im ganzen Land.
So wurde er schnell reich und beliebt, lebte gut und zufrieden. Er hatte eine Frau, die er vor den Klauen eines Ogers vorher rettete, die ihn liebte, und er liebte sie. Doch als ein Dämon sah, wie gut er lebte, wurde er neidisch auf sein gutes Leben, und wütend zudem. Er schlich sich in das Herz des Jünglings, der lebte in nun Yota. Weiter tat er sein Werk, feierte Feste und liebte seine Frau, doch anders war er nun, sein Herz flammte gar zu sehr für sie, und er fürchtete, sie könnte ihn hintergehen. Da war der Dämon schuld, und daran, was fortan geschah. Denn der Jüngling dachte sich, wenn ein anderer sie kriegen könnt' und sie mir davon ist, dann soll sie gleich keiner haben, und so verbrannte er sie. Doch auch er selbst starb daran, denn mit ihr verbrannte sein Herz.
Der bösen Seele wurde kein Einlass mehr in Morsans Schoße gewährt, so zieht er noch heute herum. Oft schon brannte Yota seit diesem Tag, und schuld alleine daran ist nur er!


Zitat:
Abhandlung des Graumagiers Frilarill Rakhoul, 18 nach Asodayr I. Ahm Erson

Nachdem Yota nun neu gegründet wird, zieht die alte Sage vom brennenden Jüngling aus Yota wieder herum. Ein Volksmärchen, das oft genug vergessen wird, schlicht weil es sich schlecht erzählt. Doch interessanterweise taucht es immer wieder dann auf, wenn in der Gegend um Yota etwas brennt oder mysteriöses passiert.
Wie abergläubisch die Menschen doch noch sind!
Yota ist im Krieg der Magier vom Grauen Zweig ausgebrannt worden, dies lässt sich belegen, kein Geist war daran schuld. Die Sage entstand nachweislich schon weit vor dieser Begebenheit. Wirklich bekannt wurde sie erst, als Barden die Geschichte von der Zerstörung Yotas in die Welt trugen. Quellen belegen, dass dieser brennende Jüngling - sollte es ihn gegeben haben - auch gar nicht aus Yota kam, sondern aus der Gegend um den Inkwitmooren. So hat sich die historische Verbrennung Yotas mit dem Jüngling der Inkwitmoore verknüpft. Noch heute gibt es abgegläubisches Gesinde, das denkt, die Graumagier hätten damals mit einem dämonischen Geist unter einer Decke gesteckt.

Meine Untersuchungen zu einem derartigen Märchenwesen ergaben übereinstimmende Deails mit einer Wesensart namens "Fe'Savar". Dies sind Feuergeister, deren Erscheinen sich auf die Gegend um die Savaronischen Feuerwälder begrenzt. Sie wirken in vielen Bereichen fast menschlich und tragen Scheinrüstungen. Diese sind nichts weiter als Knochenplatten, die in Feuer umhüllt unter Umständen den Eindruck machen könnten, eine Rüstung zu sein. [...]
Letzten Endes ist dieses Volksmärchen vom Yotanischen Jünglinge nur eine Sage, kein einziger Beweis für eine Exestenz besteht.


Zitat:
Geister unter Ignis Banner, von Samuell Ehrenschnitt, 7 nach Levara XII. Ap Arbam

Eine sehr erstaunliche und erstaunlich seltene Variation gemeiner Feuerelementare sind die Fe'Savar, stammend aus dem Feuerwald. Es werden nur selten welche gesichtet, ihre Erforschung daher schwierig. Meine Recherchen vor Ort haben gezeigt, dass die Fe'Savar sich immer auf ihre Reviere begrenzen. Wie eine Art Grenzpfeiler stehen im Feuerwald einige verbrannte Bäume, während der Rest des Waldes unberührt von Flammen blieb, sporadisch in einem groben Kreis von ungefähr einer Rechtmeile Durchmesser. In diesem Kreis lebt ein Fe'Savar, vielleicht auch eine kleine Gruppe. Zwischen diesen Revieren findet man oft Gebiete völlig ohne ein Brandzeichen.
Aus den Archiven eines Magiers, dem es gelang, einen Fe'Savar zu finden und in Gewahr zu nehmen, sind weitere wichtige Erkenntnisse verzeichnet. Sie sind nur zu niederer Magie in der Lage, die sich nur auf das Wirken des Feuers beschränken. Sie suchen und töten zudem Tiere, deren Hüftknochen sie - wohl zum Schmuck oder als Schutz - an sich tragen. Ihre eigentlich ledrige Haut ist gänzlich mit Feuer überzogen. Sie müssen wohl eine Mischform darstellen, womöglich aus einem Troll und einem Feuerelementar.
Ihre physischen und magischen Fähigkeiten sind unterentwickelt, doch ihre Flammen sind gefährlich.
Glücklicherweise zeigen sie nur geringe Aggressivität, eher Scheue. Sie können sich nicht mittels einer Sprache verständigen, jedenfalls liegen keinerlei Berichte darüber vor. Allerdings ist nur von einer rudimentären Intelligenz auszugehen.


Zuletzt geändert von Riniel: 30.04.05, 20:50, insgesamt 1-mal geändert.

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