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 Betreff des Beitrags: Medelfus Donnerzorn
BeitragVerfasst: 29.05.05, 15:27 
Altratler
Altratler
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Registriert: 24.02.02, 15:27
Beiträge: 10862
Huhu,

ich bitte darum die nachfolgende Geschichte nicht ganz ernst zu nehmen.

MfG,
Tim

Edit: Die Ähnlichkeit mit lebenden und/oder existierenden Personen ist rein zufällig und nicht gewollt. Für das Schreiben dieses Beitrages wurden keine Tiere und/oder Bytes gequält.


Es war etwa vier Jahre vor dem Tod Levaras des XII., da wurde in Morthum, nördlich des Dabenwaldes und nahe der Grenze zu Ossian, ein Kind geboren. Seine Eltern waren einfache Bauern und verbrachten die meiste Zeit auf den Feldern. Und so mag es einen auch nicht weiter wundern, dass das Kind eine typische Jugend eines jeden Dorfkindes hatte: Wenn er nicht gerade die Hühner bewachen musste oder seinem Vater bei der Saat zu Hand gehen, dann trieb er sich mit seinen Freunden herum und stellte so allerhand Unsinn an. So banden die Kinder einmal kleine Metallstücke, die sie vom Dorfschmied geklaut hatten, an den Schwanz einer Katze und jagten sie anschließend über den kleinen Dorfplatz. Das war ein Radau! Natürlich bekam Medelfus – so lautet der Name dieses frechen Jungen – von seinen Eltern großen Ärger, denn schließlich waren sie Vieregläubige Menschen und für solche gehörte sich das nicht. Überhaupt lernte der Junge schon viel über die Viere: über die Güte und Liebe Vitamas, die das Wohl anderer immer über das eigene stellte, über den gerechten Zorn Bellums, der Ehre und Mut lehrte – wie fast alle Bauernjungen in seinem Alter träumte er davon einmal ein Krieger zu werden. Dann war da auch noch Astrael, der klügste aller Götter, der alles wusste. Ihn mochte Medelfus weniger, denn wenn er alles wusste, dann kannte er ja auch jeden seiner Streiche! Und schließ gab es noch Morsan, der Gott des Todes aber auch des Schlafes. Als kleines Kind hatte sich Medelfus immer vor seinen Anhängern gefürchtet, trugen sie doch alle schwarze Roben! Aber jetzt war er ja groß und wusste, dass er sich vor Morsan nicht zu fürchten hatte. Dies alles lernte er in seiner Jugend und für ihn war es selbstverständlich, dass er sie anbetete. Zwar hatte man ihm auch vor dem EINEN erzählt, doch die Geschichten waren so grausam, dass er sie am liebsten wieder vergessen wollte. Es hieß, dass wenn man seine Seele ihm verschrieb, man unbeschreibliche Qualen im Jenseits erwarten musste – und das wollte er nun wirklich nicht. Und die Anhänger des EINEN, dessen Name nie genannt wurde, sollten noch viel grausamer sein: es hieß, sie würden Blut trinken! Bäh! Nein, er liebte die Viere und verehrte sie.

Und so wurde er langsam älter und reifer. Lesen und Schreiben lernte er nie, aber das brauchte er als Bauer auch nicht. Er wusste an den Wolken zu deuten welches Wetter kommen würde und in jedem Vitama betete er gemeinsam mit seinen Eltern zu Vitama und Rien. Und schon bald kam auch die erste Liebe. Natürlich war das nicht mehr als ein erstes Beschnüffeln. Zusammenfassend lässt sich also über unseren Jungen sagen, dass er ein gutes, ja beinahe perfektes, wenn auch einfaches, Leben führte. Er wollte nichts von der großen Politik wissen und die große Politik ließ ihn dafür in Ruhe. Als man von der Entdeckung einer
Insel fernab Falandriens berichtete interessierte ihn das nicht mehr als die Geschichten über die Kuh Elsa aus dem Nachbardorf, die angeblich mit den Hufen zählen konnte. Medelfus war eine gute, wenn auch einfache, Zukunft bestimmt. Er würde heiraten und viele Kinder bekommen, die wiederum irgendwann heiraten würden und ebenfalls Kinder bekommen würden. So war es seit Jahrhunderten und so würde es noch Jahrhunderte weitergehen, WENN... ja WENN nicht dieser EINE schicksalhafte Tag gewesen wäre:

Wie jeden Morgen wurde der junge Mann vom Krähen des Hahns geweckt und wie jeden Morgen wäre er am Liebsten im Bett geblieben, doch das kam natürlich nicht in Frage. Also quälte er sich langsam hoch und setzte – noch immer gähnend – langsam seine Füße aus dem Bett. Und da geschah ES: Wohl unbeabsichtigt und noch halb im Schlaf setzte er seinen ersten Fuß auf den Boden – den FALSCHEN Fuß! Es dauerte einige Zeit bis Medelfus begriff was gerade eben geschehen war: er war mit dem falschen Fuß aufgestanden! War das möglich? Wie konnte ihm nur so etwas passiert sein? Sein Herz zog sich zusammen, es fühlte sich an als würde es von einer eisernen Faust umklammert. Die Welt schien zu schwanken. Seine Gedanken surrten umher. Er hatte doch immer acht gegeben! War er nicht ein götterfürchtiger Mensch? Hatte er nicht stets zu den Vieren gebetet und ihre Lehren geachtet? Wie konnten sie ihm nur so etwas antun! Sie hatten ihn verraten, hatten ihn in einem unachtsamen Moment mit dem falschen Fuß aufstehen lassen! Er verfluchte sie bei allein Schimpfwörtern, die ihm einfielen. Das war also der Dank der Vier. Jetzt erst wurde ihm bewusst wie grausam sie waren. Ja, sie hatten ihn die ganze Zeit belogen. Und da kamen ihn wieder die Geschichten über den EINEN in den Sinn. War er nicht der Feind der Viere? Medelfus fasste einen Beschluss: ab sofort gäbe es für ihnen nur noch einen wahren Gott! Ihm würde er dienen so gut er es konnte. Diese ganzen Geschichten über seine Anhänger waren ja eh nur Lügen! Lügen, die ihm seine Eltern bei gebracht hatten! Er wurde von unheimlichen Zorn erfüllt. Sie waren Schuld! Schuld daran das er mit dem falschen Fuß aufgestanden war! Dafür sollten sie ihm büßen! Ja, das ganze Dorf sollte ihm büßen! Er schmiedete einen teuflischen... nein, dämonischen! Plan. Schon bald war das große Dorffest gekommen und alle würden fröhlich feiernd unter der großen Dorfesche sitzen. Da wäre die Zeit für ihn gekommen!

Und so kam es dann auch. Alle saßen wie er es erwartet hatte um den Dorfbaum. Sie lachten und sangen, tanzten und machten ihre Späße. Niemand fiel auf, dass einer fehlte: Medelfus. Doch dieser hatte sich in den vergangenen Wochen vorbereitet. Als alle weg waren legte er Feuer in den Häusern. Er musste sich beeilen, dass er auch alle erwischte, doch zum Glück hielt ihn niemand auf. Schon bald stand das ganze Dorf in Flammen. Die fröhlichen Stimmen auf dem Marktplatz verwandelten sich in Schreckensrufe. Schnell wurde eine Wasserkette zum nahen Feuerweiher aufgestellt. Doch die hälfte des Dorfes war verloren. Und Medelfus? Dieser hatte sich ein Pferd gestohlen und betrachtete das Spektakel von einem nahen Hügel aus. Diese Idioten! Sie und ihre Viere hatten ihn dazu verleitet mit dem falschen Fuß aufzustehen! Dafür hatten sie bezahlt – endlich. Lachend wendete er das Pferd und ritt davon.

Es dauerte einige Tage, dann kam er nach Venturia. In einer Kneipe hörte er, dass auf Siebenwind, das war der Name jener neu entdeckten Insel, noch Leute gesucht werden würden. Hier auf dem Festland hielt ihn nichts mehr, also ging er zum Hafen und es dauerte nicht lange, bis er einen Kapitän fand, der ihn für die Dauer der sechswöchigen Reise anheuern würde, schließlich war er ein kräftiger junger Mann. Als das Schiff den Hafen verließ ging Medelfus nur ein Gedanke durch den Kopf: Er würde diese verweichlichten Viere und ihre Gläubigen, die es gewagt hatten ihn dazu zu bewegen mit dem falschen Fuß aufzustehen, vernichten, koste es was es wolle!

_________________
Benion - vita et amor - Pater Brown Verschnitt, Häretiker und Lord der Vitamith - Geburtshelfer: 8 mal - Ehejahre-Rekordhalter
Querdenker aus Leidenschaft.


Zuletzt geändert von Tim_Benion: 29.05.05, 15:28, insgesamt 1-mal geändert.

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