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 Betreff des Beitrags: Ein Mädchenkleid am Pranger
BeitragVerfasst: 20.12.04, 03:23 
Altratler
Altratler

Registriert: 12.09.02, 14:09
Beiträge: 3882
Mit einem Faden an den Ketten befestigt, hängt ein Kleid am Pranger auf dem Markt in Brandenstein...
Ein Kleid das von der Größe her einem kleinen Mädchen zu gehören scheint.
Mit blutroter Farbe steht auf diesem ein Gedicht geschrieben:


In dunkler Nacht ward ich erwacht,
hört' deine Schreie,
hört' dein Leid.
Bilder schneiden meinen Geist,
seh wie du dich davon befreist...

Schmeck' bitt're Süße auf der Zunge,
spür' das Stechen meiner Lunge,
ausgezehrt vom lauten Ruf,
dich hat geholt, was dich einst schuf.

Verfluchtes Kraut, was dich einst raffte,
was das Ende für dich schaffte,
ist alles was als Trost mir bleibt,
wo wir auf ewig sind entzweit.

Warum hast du das Gift genommen?
Warum sollt' es dein Ende sein?
Warum war ich zu spät gekommen?
Warum ließt du mich hier allein?

Ein Brennen fährt in mir hinab,
die Kraft des Lebens mir entweicht,
meine Glieder werden schlapp,
und doch zum sterben es nicht reicht.

Ich seh' Vergang'nen welke Blüten,
spür' alte Freude nur als Schmerz,
niemehr wird Liebe in mir wüten,
nichts erfüllt nun mehr mein Herz...

Titel, Länder, gäb' ich her,
dich nur einmal noch zu küssen,
mein Herz, es ist so endlos schwer,
werd ohne Lieb' nun leben müssen...

Mein Fleisch nach deiner Nähe schreit,
doch dieser Wunsch bleibt unerfüllt,
von jetzt bis in die Ewigkeit,
auch wenn es noch so danach brüllt.

Ich sehe deine junge Haut,
ich höre deine kindlich' Stimm',
ich hasse jen' verfluchte Kraut!
Ich hasse es, es ist so schlimm...

Ich weiß noch wie ich dich einst sah',
es ist nochgarnicht lange her,
du Kind von jenem Bauernpaar,
dein' Hand zu haben war nicht schwer...

Ich gab dein' Eltern nur vom Gold,
als Dank sie gaben dich zu mir,
es war das was ich immer wollt',
erlaubten unsere Liebe dir...

Ich war doch immer gut zu dir?
So selten hob ich meine Hand,
warum bist du nun fort von mir?
Du hast doch auch die Lieb' gekannt...

Wie soll es denn nun weiter gehen?
Wie soll ich Freuen ohne dich?
Ich kann nurnoch das Dunkel sehen,
dachtest du denn nie an mich?

Wo ist das Kraut, ich braucht noch mehr,
sonst kann ich keine Ruhe finden,
es macht schon meinen Leib so schwer,
spür' mein' Verstand dem Geist entschwinden...


Zuletzt geändert von Lynx: 20.12.04, 03:27, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Verbrannter Stoff am Pranger
BeitragVerfasst: 22.12.04, 03:02 
Altratler
Altratler

Registriert: 12.09.02, 14:09
Beiträge: 3882
Wie eine Standarte mit einem Ast gespannt, hängt an den Ketten des Prangers auf dem Marktplatz Brandensteins ein Stück Stoff...
Ein Stück der das Feuer geküsst haben muss, an vielen Stellen angekokelt, bräunlich verfärbt und teilweise verbrannt.
Auf dem Stoff steht mit Kohle ein Gedicht geschrieben:


Seh' dort der Kerze flammend' Schein,
den finst'ren Raum erhellen,
doch in mein Herz kein Licht hinein,
kann diese Flamme stellen.

Und wie die Flamm' das Wachs verzehrt,
so tut's mei'm Geist die Sehnsucht.
Ohn' dich nun nichtsmehr ist von wert,
ohn' dich als meine Zuflucht...

Besessen von Gedank' an dich,
auf ew'g in ihm gefangen,
in stiller Qual nun leide ich,
wo du von mir gegangen...

Und dort die Flamm', sie voller Lust,
am Dochte scheint zu tanzen,
beschert mir Stechen in der Brust,
wie neun mal tausend Lanzen...

Doch der Flammen Leidenschaft,
will Teil daran haben,
ich möchte fühlen ihre Kraft,
will spüren ihre Gaben!

Streich' zärtliche jene Flamm' entlang,
spür' glühend' ihre Hitze,
mein' Körpers Wohl nicht von belang,
liebkos' nun ihre Spitze...

Ich fühle wie das Fleisch verbrennt,
zu Asche sich verwandelt,
doch so mein Herz Gefühle kennt,
vom lodernd' Kuss behandelt...

Es ist kein Schmerz den ich da fühl'
nur meiner Seel' Befreiung,
wie ich die Last herrunterspül',
vom Schmerze der Entzweiung...


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 Betreff des Beitrags: Ein Pergament in Draconis
BeitragVerfasst: 21.07.05, 23:56 
Altratler
Altratler

Registriert: 12.09.02, 14:09
Beiträge: 3882
Irgendwo in Draconis liegt ein Pergament. Ein zusammengeknitertes Pergament, auf dem man, wenn man es entfalten würde, einen Text lesen könnte. Einen Text, der mit einem Kohlestift daraufgekritzelt ist:

Stille Dunk'lheit um mich her,
starr der Blick durchs Glas gewandt,
schwach mein Herz, der Brust so schwer,
drauß' blasser Nebel, altbekannt...

Doch was mein rotes Aug' sieht da?
Ein Schatten gleitet draus umher!
Sag mir, das dein' Gestalt es war,
ich sehne mich nach dir so sehr!

Hinaus in Dunkel schnellen Schritt's,
hab feuchte Händ', vor Freude schwitz',
so voller Sehsucht such ich dich,
wo bist du, suchst du denn nicht mich?

Hör' Atem im Gebüsche dort,
du warst schon viel zu lange fort,
will endlich deine Nähe spüren,
will das wir uns wieder berühren..

Ich seh dich, weiß das du es bist,
auch wenn du völlig anders scheinst,
gegang' der Schmerz mein' Seele frisst,
doch sag mir schon warum du weinst.

Doch ist's egal, wir wieder eins,
endlich bist du wieder da,
auf ewig wirst du bleiben meins,
ich auch vergess, was mit dir war...


Zuletzt geändert von Lynx: 21.07.05, 23:57, insgesamt 1-mal geändert.

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