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Langsam schreitet der Mann durch die Gassen Brandensteins, die Hand wie eine Wünschelrute vor sich ausgestreckt.
Immer mal wieder nimmt er eine Abzweigung und geht eine Gasse runter, die Hand wandert suchend umher...
Trist prasselt der Regen gegen die geschlossenen Fensterläden, einsame Hunde streunen bei dem Wetter durch die Gassen. Ab und an ein lieses Hufgeklapper in einiger Entfernung, bis der Mann letzlich vor dem Elementartempel zu stehen kommt.
Langsam schreitet er auf dei Tür zu, ein Griff an die Klinke, da zuckt er auch schon zurück. Die Haare im Nacken aufgestellt, durchfährt ihn so etwas wie ein Schauer der Angst.
"Dammich, was ist das denn für eine Hexerei?", murrt der Dicke etwas verdutzt. Abermals streckt er die Hand aus und versucht die Tür zu öffnen.
Doch auch diesmal, das ansteigende Herklopfen, die Panikattacke und das Gefühl von Gefahr...
"Wie hat ers noch erklärt...?" geistert es ihm durch den Kopf. Der alte Mann hatte es ihm damals erklärt, das Forschen mit dem Geiste...
Sein Willen konzentrierte sich, ein kurzes Schließen der Augen und er sandte seine Gedanken tastend vor zu dieser ominösen Tür.
Eine Weile nichts, doch dann, ein Schutzzauber, scheinbar elementarer Herkunft.
Seine Augen öffnen sich wieder, in den Pupillen ein geierartiges Grinsen, als hätte er eine Idee.
Die Hand greift sich einen Sprengtrank vom Gürtel, Daumen und Zeigefinger reibt er aneinander und entzündet die Lunte.
Die folgende Explosion riss die Tür aus den Angeln, dichter Rauch verteilt sich im Eingangsbereich, eine Frau schrie keifend durch den Dunst der Explosion. Hustend trat er ein, schaute sich fast blind vor Rauch um, bis er dann IHN erblickte, den Grund für sein Hiersein.
Der Mann, ein rotbärtiger Glatzkopf mäßigen Aussehens, kaum den Aufwand wert, den er hier trieb, stand verängstigt zwischen einer Hexe der Elemente und einem Mann von diesem Lehensbanner.
Komm, mein Diener, gehen wir..., seuselte er durch den dichten Rauch, was zugegeben ein wenig pathetisch klingen mochte, aber er hatte so lange keinen guten Einbruch mehr gemacht.
Der Kerl, verängstigt bis ins Mark, folge wie ein braver Hund. Hach! Es war so einfach, diese Bauernlümmel, fast beglückwünscht er sich schon selbst, wenn da nicht...ja wenn da nicht dieser hartnäckige Piepton des Gekeifes der Frau gewesen wäre...
Was wagte sie es überhaupt, sich da einzumischen?`Am liebsten hätte er sie gleich in gut geröstetes Wildbrett verwandelt, aber dieser ewige Verfolgungseifer der Banneristen überzeugte ihn dann doch für eine etwas diplomatischere Lösung!
Hinter sich erschuff er eine Mann hohe Flammenwand, durch die durch ihn ein heißes Schwert an der Schulter traf, fluchend taumelte er zurück, aber die Wand hielt sie auf...
Eilig rannte er Markwart nach, bellte ihm im Laufen ein paar Kommandos zu, bei diesen Bauern musste man am besten einfache, verständliche Stäze benutzen, am besten "Sitz!" oder "Platz!"..
Doch schien der Mann zu verängstigt um sich zu weigern und folgte ihm, was aber auch die Elementartante und ihr Schoßhund mit Schwert taten, scheinbar hatte die Schachtel seine schöne Flammenwand einfach gebannt!
Recht schnell wurden sie eingeholt, der Rekrut eilte mit dem Schwert heran, auf seinen Diener zu. "Soll er sich doch seinen eigenen suchen!, schoß es ihm durch den Kopf.
Eilig riss er die Hand hoch, sammelte seinen Willen und schoß diesen gebündelt auf den Mann. Ein heißer Flammenstrahl schoß über die Rücken der am Boden rangelnden Männer hinweg.
Einen kurzen Moment hielt er inne, eine geistige Notiz
"Rudolph, zielen üben!".
Doch was war das? Die blaugekleidete Markthexe erschuff mit ihren kümmerlichen Kräften gar eine Wasserkugel! Wasser, das war íhm nun wahrlich nicht zu pass!
Eilig zog er sich von ihr zurück, im selben Moment riss sich sein braver Diener los und sie rannten los.
Vorbei an vielen Passanten, die sichtlich unbeeindruckt von seinem Feuerspecktackel und dem Wasserwerfen der Frau, einfach weiter gingen, als wäre nichts...
Wieder eine geistige Notiz:
"Rudolph, demnächst einen Flammendämon beschwören und auf die passanten Brandensteins hetzen!".
Doch dann! Wie ein Pfeil schoß ein Elf an ihnen vorbei und stellte sein Pferd so exakt in das riesige Stadttor, dass es unmöglich schien hindurch zu kommen.
Tja mein Lieber, heute ist nicht dein Glückstag!" murmelte er, griff sich den nächst besten Feuerirwisch und schleuderte ihn einfach auf das Gesicht des Elfen.
Siehe da!
Erfolg, der Elf taumelte aus dem Tor und unter Verfolgung durch einen nun gut 4000 Mann starken Mob machten sie sich auf die Flucht Richtung Wald.
Doch kurz vor der schützenden Waldgrenze, traf ihn ein Speer an der Schulter und er kippte zu Boden. Knurrend schnaufte er in den Dreck. "Was bildeten die sich ein?!".
Doch man muss als General auch mal ein Unentschieden aktzeptieren. Mit einer resegnierten Stimme murrte er Markwart zu "Ich hole dich ein andern mal....
Mit einem gebündelten Willensakt, lies er dann seine Konturen verschwinden und hüllte sich in ordentlich Laub und Geäst.
Aus seinem Versteck heraus beobachtete er dann ein sehr seltsames Schauspiel, die eben noch so emmsigen Verfolger fingen an sich gegenseitig umzuschlagen. Ganz voran diese riesege Nortravin mit den Fasstitten.
Gröhlen rannte sie auf den einen Mann zu, der ihr freudig grinsend eins überbriet und sie bewusstlos schlug.
Tjaja...diese Städter...
Zuletzt geändert von Fin Razziel: 27.08.05, 16:57, insgesamt 1-mal geändert.
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