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 Betreff des Beitrags: Von Panzerreitern
BeitragVerfasst: 28.08.05, 11:06 
Ehrenbürger
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Registriert: 11.01.05, 16:30
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Wohnort: Berlin
Fela ließ einen neuen Tag im Lichte erwachen, und schon hörte man die ersten Türen und Fenster in Falkensee öffnen, als das Leben der aufblühenden Stadt von neuem begann. Im Süden der Stadt, schon zu Morgengrauen, konnte man im ritterlichen Tjostenplatz die ersten Hufklänge und Aufprallgeräusche vernehmen…

Das Pferd schnaubte kräftig, es war sich wohl gewahr der Aufgabe, die es in wenigen Momenten galt auszuführen. Unruhig ließ es die Hufen im Sand kratzen, während es nochmals den kräftigen Hals schüttelte und aufwieherte. Der Reiter des kräftigen Pferdes saß unruhig auf dem Pferderücken, während er mit einer Hand Schild und Zügel hielt, mit der rechten die große Übungslanze im Handbügel fixierte und die Spitze in den ergrauten Himmel zeigen ließ. Durch das hochgeklappte Visier erkannte man das noch junge Gesicht, wie es unregelmäßig Luft zu sich nahm und in Form von Dampf wieder abgab. Nun nahm er den Platz ein, der eigentlich ausschließlich Ritter zugedacht ist, und schaute ein letztes mal gedankenverloren gen Tribüne, bis er dann wieder gerade ausschaute, wohl nun versuchend, die Umwelt außer Acht zu lassen.
Die Augen des über und über mit Eisen gepanzerten Mannes fixierten nun einen Punkt am anderen Ende des Platzes. Gute 45 Schritt weiter musterte er ein letztes Mal die bedrohliche Gestalt, die auf einem edlen Rosse saß. Sein Gegenüber war mit einer prunkvollen Rüstung ausgerüstet, sie stammte wohl aus den Händen eines galadonischen Meisterschmiedes, und die strahlend gelbe Ordenstracht des Falkenordens konnte er über die Entfernung noch klar erkennen. Die kleine Figur hielt ebenfalls die Lanze gen Himmel, an dessen Ende ein grüner Wimpel flatterte. Der Ritter rief dem jungen Manne etwas zu, und er hörte das einsame Wort bei ihm ankommen: „STURM“.
Das Signal, auf das der junge Mann eine Ewigkeit gewartet haben musste. Durch seinen gekühlten Körper floss Blut in jedem einzelnem Körperteil, er spürte lebensfreudig seine Beine und Arme, die bis vor kurzem durch die schweren Lasten kaum fühlbar gewesen waren.
Der linke bewehrte Handschuh glitt zum Visier und klappte es hinunter, dann griff er mit einem letzten kräftigen Durchatmen die Zügel. Mit einem kräftigen Tritt in die Flanken seines Reittieres wieherte das Pferd nun aggressiv auf und begann damit, die Hufen in den Sand zu rammen und sich mit großer Geschwindigkeit an der Schranke gen Ritter zu bewegen.
Die Lanze des jungen Mannes senkte sich nun bedrohlich ab, während er mit immer schnellerem Tempo durch die morgendliche Luft voranjagte. Die Lanze richtete sich allmählich auf den heranstürmenden Ritter aus. Langsam wanderte die Lanze wie vorgesehen auf die linke Seite, während der Ritter immer schneller voran galoppierte, dessen geschmückte Lanze zielte nun auf den Brustharnisch des Jünglings…
„BUMM“. Mit einem lauten Knallen prallten die Lanzen der Streiter aufeinander. Des Jünglings Lanze prallte auf den goldenen Schild des Ritters und in einem kleinen Moment dachte der junge Reiter, die Wucht würde den Ritter aus dem Sattel stoßen. Die Lanze jedoch glitt am gewölbten Schild ab und stach ins Leere. „Daneb…“, setzte der Jüngling an, als ihm mit einem Schlage sämtliche Luft aus den Lungen gepresst wurde.
Er spähte knapp hinunter und bemerkte, dass die grün geschmückte Lanze einen Weg an seinem Schild vorbei gefunden hatte. Der Jüngling lehnte sich zurück und lenkte benommen das Pferd nach rechts, um die Lanze an sich vorbei gleiten zu lassen. Mit einem Wunder rutsche er am Schaft der Lanze vorbei, wäre die Reaktion nur ein Moment später erfolgt und er wäre durch die Wucht aus dem Sattel gestoßen worden. Schwer atmend galoppierte das Pferd an das Ende der Gefechtsbahn und wurde allmählich langsamer, als dessen schwer getroffener Reiter die Zügel anzog. Die Lanze in den Himmel hebend drehte er das Pferd und ließ es wieder an der Tjostenschranke antraben. Er drückte benommen das Visier hoch und keuchte mehrere Male durch. Am anderen Ende der Bahn kam der Ritter wieder zum stehen, still senkte er die Lanze, und schrie die Worte aus: „Nicht aus der Ruhe bringen lassen, Knappe. STURM!“. Der Jüngling schloss kurz die Augen und klappte das Visier hinunter. „Jetzt soll es entschieden werden. Für Wallenburg und für dich, Vater.“, murmelte der Jüngling leise, schloss das Visier und drückte dem Pferd die gepanzerten Beine in die Flanken. Gleich tat es der Ritter mit einem ernstem Gesicht, als er das Visier über den brauen Bart schloss und seiner edlen Stute die Sporen gab.

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Sir Amaris Aurinas zu Siebenwind, Ritter des Greifenordens
ehem. Greifen- und Falkenhochmeister, Schüler des Sir Griesgram Schnurtbartwackler, Knappengeburtsmaschine


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