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Dunkel war es, und still waren die Gassen Brandensteins zum Ende des Siebten Dunkelzyklus. Im Osten begann der Himmel hinter den aufgezogenen Regenwolken bereits zu grauen, als Schritte die Strasse zum Osttor durchmaßen. Hohl klingend trat eine Gestalt in das Licht einer Laterne. Eine braune Kaputze, nicht klar zu unterscheiden von dem Braunbärenfell das sie als Umhang trug, verdeckte ihr Gesicht und warf einen tiefen Schatten. Sie trug einen ungefärbten Gehrock und eine dunkelblaue Weste darunter. Schwarze hosen und beinahe Kniehohe Stiefel vollendeten das Bild. Kurz betrachtete sie im Schein der Kohlebecken das Nachrichtenbrett, dann den Kopf schüttelnd. Sie ging langsam, als wolle sie weitergehen an der Seite des Hauses vorbei. Kurz sah sie sich um, dann warf sie in die dunklen Fenster des ersten Stockes einen runden Gegenstand. Splitternd brach das Glas und mag so manchen in dem Haus und in der Nähe aufgeschreckt haben. Die Gestalt jedoch nahm die Beine in die Hand und huschte davon, das dunkle Bärenfell schon bald mit der gräulich durchzogenen Finsternis verschmelzend.
Öffnet man den Gegenstand, der sich als ein Sack heraus stellt, so findet man darin eine Menge an Dukaten, die wohl etwa an die 100 grenzt. Ausserdem liegt dem ein gefalteter Zettel bei, eine verwaschene Nachricht die eine Schreinerbestellung, wohl von einem Nachrichtenbrett, betrifft auf der einen Seite. Die andere Seite jedoch scheint frisch beschriftet. Die Schrift ist quer gestellt und schön gerundet, sichtliche Schönschrift die im Kontrast zu dem schäbigen Papier steht.
Wert Frau Wolfram
Zuerst und zu fürderst möchte ich mich für das zerbrochene Fensterglas entschuldigen. Die innen beiliegende Summe an Dukaten mag zumindest Teile dieser Kosten decken, so hoffe ich zumindest. Allerdings erschien mir dies als der rascheste und am ehesten Erfolg versprechende Weg für jeden von uns
Jedoch möchte ich hiermit nicht nur Höflichkeiten austauschen. Mit rechter Verstimmung musste ich erkennen, dass ihr, der ihr doch über so viele Tiere die Verantwortung tragt, diese zu Schleuderpreisen verkauft. Sicher kann es auch nicht in eurem Willen sein, wenn heimatlose Bettler, die nicht einmal ihrem Pferd die Hirse kaufen können, in den Besitz eines solchen kommen. Dies schreibe ich besonders in Anbetracht der kommenden Hungermonate.
Ich würde euch also, nur als Zeichen eures guten Willens und eurer Verantwortung gegenüber den Kreaturen der Wälder, bitten, den Preis eines Pferdes auf ein angemessenes Maß zu heben. Um einen Betrag zu nennen, so wären sechstausend königliche Dukaten wohl für ein Pferd angemessen, egal welcher Rasse oder Statur.
So ihr mir in dieser Streitfrage übereinstimmt, so würde ich euch bitten, als Zeichen der Einverständniserklärung ein weißes Tuch aus einem der Fenster gen Straße zu hängen. Außerdem sei euch versichert, dass man gewiss auch Schritte unternehmen wird, um die ordnungsgemäße und gerechte Abgabe der Pferde zu überprüfen.
Solltet ihr jedoch dieser Bitte, so höflich sie vorgetragen ist, nicht nachkommen, oder gar die Obrigkeiten von diesem Hinweis in Kenntnis setzen, so sei euch hiermit gesagt, das dies nicht unseren Augen verborgen bleiben wird. Wir werden dann, so ungern wir dies tun, ein Exempel statuieren müssen, auf das es als Warnung gereiche all jenen die nicht ihrer Verantwortung gegenüber den ihnen zum Schutze befohlenen nachkommen.
So verbleibt denn, in Hoffnung auf Verständnis und Zustimmung,
ihr ergebener Diener
Die Tinte ist wohl von nicht grade hoher Qualität, jedoch mit einem Quentchen Eisen versetzt. Keine weiteren Dinge wie Haare oder Fingerabdrücke finden sich in dem Beutel. An einer Lasche des Beutels, welches aus gewöhnlichem Schweineleder besteht, jedoch sieht das geübte Auge etwas Blut etwas dunkler sich auf dem Leder abzeichnen.
(Für Überstellung der erwähnten Dukaten, falls gewünscht, PN an mich)
_________________ Spieler von:
Nithavela, Hohepriesterin Xans Iomine und Herrn Mümmel, Glücksbringer und Stoffhase
Zuletzt geändert von Nithavela: 23.10.05, 23:34, insgesamt 1-mal geändert.
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