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 Betreff des Beitrags: die verlorene Tochter..
BeitragVerfasst: 13.09.05, 11:15 
Bürger
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Registriert: 12.09.03, 18:19
Beiträge: 251
Es war wie ein Schock. Die Frau rannte durch das Dickicht und drückte ihm das Kind in die Arme. Vollkommen verwirrt brabbelte sie noch etwas und rannte wieder in den Wald. Er hatte nun das Kind auf dem Arm. Ein breites Schmunzeln breitete sich in der Runde aus, doch sein Gesicht behielt weiterhin die noch geschockten Züge. Vorsichtig zog er die Decke bei Seite. Schaute in die großen, leuchtenden Augen des feinen, weichen Gesichtes, welches umrahmt von den blonden Löckchen ihn anblickten.
Er spürte das kleine Herz pochen. Was sollte er tun. Was nur? Wie sollte er das erklären.

Er nahm die kleine mit sich. Versuchte ihr etwas zu essen zu geben, etwas neues anzuziehen. Doch all dies gestaltete sich nicht so leicht, wie es immer wirkt.
Sie wollte nicht essen, wehrte sich beim anziehen. Kleines Biest.. dachte er so oft. Doch wieso auch immer, tief in ihm hatte sich sich schon seines Herzens bemächtigt und fest im Griff.

Einige Tage vergingen und das Anziehen klappte auch zunehmes besser. Doch das Essen ließ nach wie vor zu wünschen übrig. Ist es das falsche? Ist es zu warm oder zu kalt?.. Fragen über Fragen stellten sich ihm und nur auf die wenigsten wusste er Antwort.

Er wickelte das Kind warm ein und ging in den Wald. Dort wo die Wälder dichter werden und die Klänge der Tiere Liedern gleichen. Dort wo der Himmel sanft die Baumwipfel streift traf er sie. Eine Frau, die er schon einige zeit kannte. Mystisch und dennoch vertraut. Er bat sie um Hilfe und sie wehrte nicht ab. Nein, sie nahm sich des Mädchens an.

Mit gemischten Gefühlen und ungewiss, ob dies nun so die richtige Entscheidung gewesen sein soll verließ er die beiden ohne viel Tara. Sie sollte ein angenehmes Leben haben. Dort, bei den Elfen. Er dachte, dass es das beste sei für sie. Doch das war es nicht.


Ewigkeiten vergingen, die kleine wuchs heran. Nur sehr selten sah er sie. Zumeist war ein großgewachsener Elf bei ihr und ihr Wolf mit dem sie herumtollte und auf dem sie ritt. Selbstverständlich wusste sie nichts mehr von ihm, dass er sie zu den Elfen brachte, dass er sie bei sich hatte und versuchte zu füttern. Wie sollte sie auch.
Und er empfand es auch für besser es ihr niciht mitzuteilen, zumal sie ihn sowieso nicht verstand.

Wieder verging eine Ewigkeit. Nur selten dachte er an sie, doch wenn, dann voller Sehnsucht. Er verdrängte immer wieder den Gedanken an sie. Zu sehr schmerzte es, dass er sie "weg gab". Doch was hatte er mit ihr gemein? Die kurze Zeit, die sie gemeinsam teilten und an die sie sich nichteinmal mehr erinnern kann?
Das kann es nicht sein. Und so verdrängte er immer wieder den Gedanken an sie aus seinem Kopf. Andere um ihn herum, die in ihn in einer dieser Phasen sahen, wussten nicht so recht etwas damit anzufangen. Aber woher sollten sie auch wissen, warum er so abweisend war? Schließlich wusste es niemand. Keiner, nichteinmal die ihm am nahestehensten Personen.

Er war auf dem Weg zu den Halblingen. Kurz vor dem Sumpf kam ihm ein Mädchen entgegen. Ein Mädchen mit einem Wolf. Der Wolf? Aber? Sollte sie das wirklich sein? Sollte wirklich schon so viel Zeit vergangen sein?
Vor ihm stand ein etwa zehnjähriges Mädchen. Die Blonden Locken fielen ihr ins Gesicht. Sie erschrak erst, doch dann schien sie ihn zu erkennen und lächelte. Erkennen der Besuche wegen. Aber wusste sie mehr? Was hatten Ayen und der Elf an ihrer Seite ihr erzählt? Hatten sie ihr überhaupt etwas erzählt? Eine Träne lief ihm über die Wange. Eine Träne voll Freude, sie zu sehen. Ihr kleines Herz an seiner Brust schlagen zu spüren. Sie sah ihn irritiert an und wischte ihm über die Wange. Er lächelte sie nur an.

Er verstand sie noch immer nicht. Und mit Händen und Füßen konnte sie ihm klar machen, dass sie Hugin suchte. Hugin, gut. Sie gingen zum Turm. Dort saß er. Scheinbar war der Wolf das Medium, durch welches sich die beiden verständigen konnten. Hugin sagte, dass sie wissen wolle, wieso er geweint hätte. Geweint..? dachte er bei sich. Es war kein weinen. Kennen die Elfen keine Emotionen. Doch. Aber, wie sollte sie auch verstehen, was sie ihm bedeutete.

Einen Moment lang blickte er ihn an. Abwartend. Es war der Freude wegen, sie wieder zu sehen.. antwortete er.

Er hatte so viele Frage, wollte so viel von ihr wissen. Doch ob es gut wäre, sie damit zubelasten? Die ganzen Jahre lang nicht? Und jetzt? Es wühlte zu viel in ihm auf. Es schmerzte nichts zu tun. Zuzusehen und zu schweigen. Doch er hatte keine Wahl.

Er ging zum Teich. Schaute aufs plätschernde Wasser. Wenn nur seine Gedanken so klar wären wie das Wasser. Plötzlich stand die kleine neben ihm. Stubste ihn kurz an, ob nun bewusst oder unbewusst und setzte sich neben ihn an das Wasser und schaute hinein. Er setzte sich zu ihr. Linste zu ihr herüber und versuchte ein seufzen zu unterdrücken. Sie beobachtete sich, striff ihr Haar etwas zurück und glitt mit der Fingerspitze über den runden, oberen Bogen ihres Ohres. Ihr Gesicht zierte Traurigkeit. Dachte sie tatsächlich sie sei eine Elfe? Er legt seine hand auf die Ihre am Ohr tastende. Sie sah ihn an, zeigte auf sich und mit weicher, lieblicher Stimme erklang ein Fey.. und sie deutete eine Spitze an ihrem Ohr an..
Wie intuitiv schüttelte er leicht den Kopf ehe er bemerkte, was er getan hatte. Doch nun ist es zu spät. Er blickte zu ihr auf und strich sein Haar hinter das Ohr. Sie sah zu dem Ohr und schüttelte abrupt den Kopf. Sie sprang auf, und ging großen Schrittes zum Wolf hin. Er wendete sich wieder zum Wasser und sank den Blick ab.
Elfisch redete sie auf den Wolf ein.. stockend.. ängstlich gar.. Antworten erwartend..

Er wechselte einige Worte mit Hugin. dann wendete er sich wieder dem Wasser zu..

Der großgewachsene Elf kam dazu.. der Sohn des Bären..
er wollte wissen was wir ihr sagten.. hmm. .was sagten wir denn.. nichts? Dann redete er mit Hugin. Die kleine war ein Stück abseits des Teiches, in der Richtungaus der der Elf kam. Ständig blickte Edil zu ihr hinüber. Akora und ein Mann kamen dazu. Erst abseits, dann ging der Mann zu dem Mädchen hin. Wie blind muss man sein um nicht zu erkennen, wo man sich nicht einmischen sollte. Edil ging zu dem Mädchen hin. Der Mann stand vor ihr und wollte nach ihr greifen, ihr aufhelfen. Lass sie.. sagte Edil noch, ehe sie einen kleinen Dolch mit elfenhölzerner klinge zog und nach ihm stach.
"Wäre sie ausgewachsen würde ich meine Klinge ziehen.." erwiederte der Getroffene."Ihr würdet das Schwert nicht halb aus der Scheide bekommen.. geht.. Akora wird sich um Euch kümmern.." antwortete er dem Mann recht trocken und mit nachdruck..
Edil kniete sich wieder neben sie und legt die Hand auf ihre mit dem Dolch.. sie mumelte einige elfische Worte..
er versuchte ihr das Messer abzunehmen.. doch sie entzog es ihm und sah ihn nur feindselig an.. Sie rutschte etwas von ihm weg und legte ihre Hand an ihren Hals, sah zu dem Elfen rüber und sprach wieder einige elfische Worte ehe sie die Hand mit dem Dolch erhob und zum Schnitt ansetzte.. Mit weit aufgerissenen Augen machte er einen Satz auf sie zu und versuchte noch seine Hand zwischen ihren Hals und den Dolch zu legen. Doch hat es nicht ausgereicht ihn gänzlich zu schützen.. Sie ritzte eine Ader an und schnitt den Rest über seinen Handrücken.. Das Blut floß.. markerachütternd schrie Edil Neeeiiin!!
Er legte seine Hände auf die Wunde.. murmelte unverständliche Worte.. Gedanken schossen ihm durch den Kopf.. Nein.. Mutter.. lass das nicht zu.. es darf nicht sein.. hilf mir.. gib mir Kraft.. ich flehe dich an.. all seine Kraft setzte er darin, sie mit seiner Lebenskraft zu unterstützen.. die Blutung zu stoppen.. die Wunde zu schließen..
Ahnungslos was um ihn herum passierte sank er plötzlich in sich zusammen.. schwarz wurde alles um ihn herum.. schallend.. unwahr.. abstrakt..
nicht wissend, wie es ihr nun ergangen ist, ob es sich lohnte lag er nun dort.. stundenlang bis in den nächsten Tag..


Zuletzt geändert von Edil: 13.09.05, 22:43, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 14.09.05, 21:53 
Einsiedler
Einsiedler

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Beiträge: 167
*ein kleines Mädchen liegt schlafend da. Die blonden geklingelten Haare sehen stumpf aus, Blut klebt noch in ihnen. Ihre Haut ist blass und ein frischer, wie gerade nicht mehr blutender, Schnitt zeichnet ihren Hals.*

Der Abend graute schon als meine Schritte mich aus dem Hain trugen. Zhray folgte mir, wie immer, mit mehr Abstand als sonst, denn ich wollte allein sein. Schon länger durfte ich allein gehn, wollte ich allein gehn. Denn die anderen der Waldelfen taten es ja auch. Nach einer Weile war ich zum Sumpf gekommen - ein gefährlcher Ort. Oft hatte mir mein Vater gezeigt wie ich hindurch zuwarten hatte, so oft, bis ich den Pfad mit geschlossenen Augen gefunden hätte. Es war schön, wenn er da war. Für mich da war, auch wenn es es immer weniger war. Manchmal fühlte ich mich sehr allein.
Irgendwie musst ich in Gedanken gewesen sein, als ich eine Gestallt sah, dicht bei mir und nur aus dem Augenwinkel. Ich erschrak fürchterlich. Es war Edil, ich atmete auf. Ein Mensch. ... Weißt du, Menschen sind sehr seltsam. Manchmal glaube ich sie sind blind. Sie sind grausam und hässlich. Sie töten all das was ich gern habe und hassen. Hass ist schlecht, weißt du. Er ist dunkel und führt einen auf falsche Wege. Sagt meine Mutter. ... Naja, Edil ist anders. Er ist ein Mensch aus dem Wald. Obwohl ich manchmal glaube er kann nicht so wirklich mit ihm sprechen. Zhray glaubt das auch. Ich mag Edil, er scheint mir irgendwie nah, warum das weiß ich nicht.

*Ihre Augen wandern unter den Lidern im schlaf entlang und wieder schließt sie die Finger dabei eng um die grüne Kugel.. ihre Gedanken fahren fort*

Er begrüßte mich und umarmte mich. Ich mochte es die Freude auf seinem Gesicht zu sehen, auch wenn ich seine Worte nicht verstand. Und plötzlich fiel eine Träne aus seinem Auge. Ich war nicht sicher ob er traurig, oder fröhlich war, denn irgendetwas schmerzte ihn. Es stand in seinen Augen. Ich wollte wissen warum, warum er mich so ansah und warum er weinte. Ich weiß es immer noch nicht. Es ist noch immer alles verwirrend. Delera - ja, sie würden verstehn was ich sage, würde verstehn was er sagt. Doch ich wusste nicht wo sie war. Noch einen gab es. Hugin. Hugin, er ist mehr Mensch als Edil. Manchmal glaube ich er ist böse und will gegen dieses vertraute Gefühl ankämpfen was ich bei diesen Menschen spüre. Ich glaube ich kenne Hugin schon lange, doch woher weiß ich nicht. Hugin ist wie ein alter Baum. Ein alter mürrischer Baum. Er ist groß und wenn es regnet schützt er einen vor den Tropfen und murrt, weil er nicht anders kann.
Wir gingen zum Turm, da sah ich ihn das letzte Mal. Und da war er auch wieder. Saß auf einem Stamm und murrte. Wir gingen zu ihm hin und Zhray redete mit ihm, aber wenn Zhray mit Hugin redet, verstehe ich ihn nicht. Es ist gemein, furchtbar gemein. Ich verstehe so vieles nicht und Zhray erzählt mir nur das was er will. Zhray murrt in letzter Zeit fast so oft wie Hugin, nur dass Wölfe nunmal klüger sind als Menschen. Das weiß man doch.
Hugin redete dann mit Edil. Schrecklich finde ich die Worte von Menschen. So kalt. Genauso kalt wie ihre Gesichter, da muss ich oft lange suchen, bis ich sehe was sie fühlen. Wir...

*ihr Gesicht verzieht sich im Schlaf*

...die Elfen sind da anders. Viel lebendiger, wärmer, schöner... herzlicher. Zhray sagte mir dann, dass Edil mich gern mochte und ich ihm viel bedeutete... warum sagte er nicht, denn dann sprach er mit Hugin, hörte gar nicht mehr auf. Es war furchtbar die ganze Zeit zu warten. Da fiel mir auf, dass Edil zum Bach gegangen war - ihm war wohl auch langweilig geworden. Also ging ich schnell zu ihm und setzt mich zu ihm ans Wasser. Er sah mich an und ich denke er freute sich mich zu sehn. Weißt du, es ist komisch, ich... so dachte ich da... eine Elfe, ich, ohne spitze Ohren. Meine Mutter, meinen Vater schien es nie gestört zu haben. Doch jetzt wo ich ins Wasser sah, sie genauer betrachtete. Sie waren wirklich rund. Ohne die kleinste Spitze. Ich fühlte an ihnen entlang. Etwas schrak ich auf als Edil seinen Finger an mein Ohr legte und auch fühlte, es kitzelte etwas. Wie schrecklich, was dachte er wohl - eine Elfe ohne spitze Ohren. Ich muste wohl etwas missmutig geschaut haben, da lächelte er mich beruhigend an, strich sein Haar zurück und zeigte mir sein Ohr. Sein Ohr. Es.. es war... ich hatte mir die Ohren von Menschen nie genau angesehn, wozu auch, sie waren eh nicht sehr hübsch die Menschen, aber seines, es... es war genau wie meines. Es war rund... - rund. So oft, ja so oft sagte ein Waldelf, der mich nicht kannte, zu mir Mensch, ich wusste nie warum - wohl dachte ich - er sieht etwas schlecht oder meint etwas anderes. Ich... ich hatte Ohren wie ein Mensch... ich.. ich musste einer sein. Aber wie... wie..? Meine Mutter, mein Vater.. sie waren Waldelfen... sie waren.. Elfen und ich ein Mensch. Lüge. Lügen... nur Lügen...! Ich konnte keine Waldelfe sein... ich konnte nicht ihre Tochter sein. Warum?! Wieso konnte ich es nicht einfach sein, wieso musste ich nun etwas anderes sein. Tränen stiegen in mir auf und ein Gefühl als würde es mich zerreißen. Keine Waldelfe, keine Elfe... ein Mensch.. ein hassender, schlechter Mensch. Nichts... nichts war ich... nichts. Oder irrte ich? Ich sprang auf, rannte zu Zhray. Ich schrie ihn an. " Wer bin ich?!", "Was bin ich?!". Er sagte nur leise, und doch so laut in mich hinein, dass ich mich nicht mehr rühren konnte. "Ein Mensch.". Es war wahr. Zhray würde nicht lügen. Tiere lügen nicht. Würden es nie. Doch Elfen, Elfen lügen auch nicht. Sie hatten gelogen. Meine Eltern, meine... sie waren es nicht, sie konnten es nicht sein. Sie hatten gelogen. Papa, wieso? Wieso?! Ich wante mich um... sah zu Edil. Doch dann an ihm vorbei. Er war da. Ich wusste es. Er war immer für mich da gewesen. Immer. Er war da. Eraion. Papa. Warum! Tränen liefen mir die Wangen herab und ich sah ihn an. Hass und Trauer, Wut und Schmerz. Alles wirbelte in mir wie ein Sturm. ich wollte es nicht glauben. Es konnte nicht wahr sein. "Ist es wahr?!", ich flüsterte es aus meine Munde. Er antwortete nicht. Ein endloslanger Moment verging. "IST ES WAHR?!", schrie ich ihn an als ich näher zu ihm gerannt war. Er fragte mich, was ich meinte. "Bin ich ein Mensch?" . Seine Antwort war nicht da, er sagte etwas, doch es klang wie nichts. Es waren Worte die ich nicht verstand. Ich verstand nur - Mensch - . Ich fiel nieder, nichts war mehr da, alles war fort. Mein Vater - ich hatte keinen mehr. Meine Mutter - ich hatte keine. Nur Leere, nur ein Mensch. Eine Ewigkeit war ich dort, am Boden, nass meine Wangen, meine Augen brannten schon. Jemand nährte sich mir, ein Mann, ein Mensch. Er wagte es sich mir zu nähern. Hass stieg in mir auf - ich hasste ihn, ich hasste mich. Meine Hand glitt an meinen Gürtel, zog meinen Dolch und stach nach dem Menschen, stach ihm in den Arm. Er verschwand. Verschwand aus meiner Sicht. Verschwand somit aus meinen Gedanken. Blut blieb an der Klinge zurück. Ich sah es eine Weile an. Menschen sterben. Sie bluten. Sie gehen nicht nach Lothlorien. Der Tod machte ihnen Angst. Sie hatten keine Zukunft dannach. War ich ein Mensch? Ich könnte es herraus finden. Der Gedanke tat weh. Nicht wegen mir aber der Gedanke dabei an Eraion. Warum tat es so weh. Er hatte mich doch belogen, er - er hatte mir nicht die Wahrheit gesagt. Vielleicht hatte er mich nur benutzt. Benutzt.

*Sie zittert im Schlaf und windet sich unruhig*

Edil war noch da, ich sah ihn, als er meiner Hand den Dolch nehmen wollte. Ich wich weg, weiter zurückrutschend auf den Knien. Ich sah den Dolch an. Er war scharf, so scharf wie es nur das Elfenholz vermochte zu sein. Meine andere Hand fand an einem Hals die Ader, laut pochend, warm. Ich sah zu Eraion. Sein Anblick schmerzte unendlich, es zerriss mich. Ich würde es wissen, wissen was ich bin wenn ich gegangen war. Ich wollte Eraions Gesicht nicht sehn. Aber ich konnte den Blick nicht abwenden. Meine Lippen bewegten sich, sie sagten etwas ohne dass ich etwas tat. "Es tut mir leid Papa - " ... " Es tut mir leid.". Der Dolch schnellte über meinen Hals und ich zuckte zusammen. Nicht der Klinge die meine Haut durchschnitt wegen. Nein. Sein Blick. Der Blick meines Vaters. Meines Vaters. Ich sah es, er war es. Ss stand nun in seinen Augen, in seinem Sein. Ich war sein Kind. Keine Elfe, doch sein Kind. Würde es immer sein. Es war zu spät - zu spät. Warm rann mir mein Blut den Hals herab. Jemand war bei mir, schien mich zu halten als ich nieder sank. Meine Augen wollten sich nicht von Eraion lösen. Papa. Meine Lippen flüsterten. Was hatte ich getahn. Papa. Es tut mir leid. Ich will nicht gehn. Es tut mir so leid. Ich wusste es nicht, ich glaubte doch.. wie konnte ich zweifeln. Papa. Er war da. Er war mir nah, umschlang mich und beschützte mich. Seine Stimme. Ich hörte sie nah bei mir. Alles war so dunkel, doch er war Licht. Licht was den Weg erhellte. Der Weg der immer dunkler wurde. Papa. Es wurde dämmrig um mich. Er ging nicht fort. Der Schmerz ging. Verging. Er nahm mir den Schmerz. Er war da - bei mir. Aber ich würde allein sein. Alsbald. Ich wusste es. Es war mein Dolch, meine Hand, mein Irrtum. Mein Weg.

*ihr Atem beruhigt sich langsam wieder und sie fällt in einen tieferen Schlaf*


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BeitragVerfasst: 18.09.05, 00:18 
Bürger
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Dunkelheit.. alles um mich herum ist schwarz.. Tata? sie führt mich.. sicher.. treu.. ein Teil meiner selbst.. unverbunden und dennoch so nah? ist es nicht langsam Zeit.. egal..

stundenlang saß er mit der Wölfin im Kreis.. harrend.. wartend.. die Mutter anrufend.. den Vater beschwörend.. die Monde anflehend.. wieder führte sie ihn.. wo waren sie? dieser Boden.. der Geruch.. ich kenne ihn.. verbranntes Holz.. Blumen.. Kräuter..

ein Flüstern zur Wölfin.. sind wir am Turm? dann lass uns weg von hier.. ich möchte hier nicht sein..
Die Wölfin geht weiter.. macht einen Bogen..
Edhiiil erklingt eine Mädchenstimme.. So weich wie sie erklingt.. so sehr wie die Freunde es in ihn treibt sie am Leben zu wissen.. desto sehr tief in ihm schmerzt es.. Nein! schrillt es ihm wie gestern durch den Kopf.. der Gedanke daran zerreist ihn.. nicht noch einmal soll sein Egoismus sie so weit treiben.. nicht nochmal soll sie wegen ihm so voll Trauer und Hass sein.. Nie wieder!
Er geht weiter.. die Wölf leicht schiebend, als sie sich etwas sträubt.. sie reißt sich los.. Tata?
er steht da.. den Stab umklammert.. sie holt sie.. wieso kann sie nicht auf mich hören.. ich ziehe die Kapuze etwas tiefer ins Gesicht.. sie kommt näher.. ich höre sie.. ich spüre sie.. es schmerzt..
lieblich erklingt ihre stimme.. ich sinke zu boden vor ihr.. ihre Hand greift nach der Kapuze.. ich lasse sie.. sie streift sie zurück.. ich schließe die Augen.. das muss sie nicht sehen..
sie streift mir über die Lider.. ich spüre sie.. weich und warm..
wenn ich dich nur verstehen könnte..
wenn du mich nur verstehen könntest..


sie zieht mich mit sich.. ich stolper.. fange mich..
sie drückt meine Hand.. welch' schmerz.. tief tief in mir.. welch' süßer schmerz...
sie ruft nach Hugin.. nein.. nicht Hugin.. ich will kein schwacher Schüler sein.. mein Mentor.. nein.. nicht er..
worte.. antworten.. nur weit entfernt.. zu nahe ihre Hand.. sie.. sie schließt ihre Arme um mich.. ich knie mich zu ihr.. lege meine Arme um sie.. leise murmelt sie elfische Worte.. sanft und weich der Klang ihrer Stimme..
es passiert etwas.. die Mutter? nein.. es geht von dem Mädchen aus.. ein elfischer Zauber? sie? kann das sein?
ich "blicke" sie an.. Rawiya?
Gefühle.. Anwesenheit.. ein Lied.. Umarmung.. alles schießt mir durch den Kopf.. Spare es dir auf.. nur leise zu ihr..
ich schließe wieder meine Augen.. ihre Stimme ist konzentriert.. bedacht.. es umgibt uns ein Schleier.. grünlich.. Rawiya wieder nur leise zu ihr..
ich blicke zu ihr.. sie ist blass.. niedergeschlagen.. ein kleines Häufchen Elend.. nicht du.. ich komme zurecht.. sie sinkt zusammen.. ich versuche sie aufzufangen.. wieso tust du das.. wieso..
ich bette sie auf die Blumen.. decke sie mit meinem Sachen zu.. lege mich zu ihr.. neben ihr einzuschalfen.. wann durfte ich das das letzte mal?
Gedanken.. stundenlang blicke ich sie an.. sie liegt da.. erschöpft.. zusammen gekauert..
ich schlafe ein..


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BeitragVerfasst: 20.09.05, 22:42 
Einsiedler
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Beiträge: 167
*Auf einem Pergament in Blut geschrieben steht in elfischen Zeichen*

Edil.

Ich geh fort. Ich weiß nicht ob du mich verstehst, weiß nicht warum du immer bei mir sein magst. Vielleicht erfahre ich es nun. Aber jetzt ist es besser zu gehn. Zu viel Leid kommt mit mir. Ich glaube mein Weg ist hier zuende. Der als Mensch. Ich gehe anders weiter.

Rawiya


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BeitragVerfasst: 25.09.05, 22:48 
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Beiträge: 3774
"Und wenn der Zeitraum eine Ewigkeit sein sollte - ich werde warten auf dich meine Tochter denn ich liebe dich wie mein eigen. Ich weiss nicht wohin du gehst und auch die Gründe mögen nicht vollends klar sein doch ist es besser für dich, deine Augen sprachend eutlich zu mir. Ein Teil von mir wird stets bei dir sein in deinem Herzen und auf dich achten, über deinen Schlaf wachen."

*Der grosse schlanke Elf stand vor einem kleinen Holztisch inmitten des Nirgendwo, um ihn herum ein Steinkreis, Wald und ein Rudel einsamer nachtschwarzer Wölfe. Vor ihm eine Sanduhr - zersprungen das Glas und doch war nochimmer etwas Sand darin. Das Haupt in Andacht gesenkt mag es den Anschein haben als wolle er der Zeit trotzen und dort die Ewigkeit verbringen, reglos und schweigend.*

*Seine Gedanken waren an einem Anderen ort, in einer anderen Zeit doch nicht weit von hier. Seine Tochter war fort, seine Schülerin zurück. Auch wenn sein Geist für gewöhnlich vor innerer Ruhe strotze war es diesmal nicht so einfach. Der Verlust der tochter und die Rückkehr einer früheren .. Liebe?.. war es das wirklich gewesen ?. Gedanken jagten durch seinen Geist und wollten ihm nicht erlauben klar zu denken. Eigentlich war er daran eine verlorene Schwester wiederzufinden und nun kam jenes und damit verbunden einige Probleme die erneut Zeit vergehen lassen würden bis er sich um die leidende Schwetser kümmern konnte.*

*Ein sachts stupsen an seinem Bein lenkte seine Wahrnehmung zurück ins hier und jetzt. Einer der Wölfe des Rudels war zurück, er hatte den Brief überbracht wie er mitteilte ehe er sich sachte an sein Bein lehnte. Der Elf kraulte den Wolf geistesabwesend etwas. Er war zufrieden - auch wenn er mit Besuch in den nächsten Tagen rechnete. Der Mensch würde es nicht verstehen so nahm er an oder zumindest würde er Fragen haben.*

*Eine Weile stand er noch dort, dachte nach, ohne Regung der Wolf an seiner Seite. Er besonn sich auf die innere Kraft in ihm welche stets ein ruhener Pol der Kraft war. Er ordnete seine Gedanken - Erst die Schülerin, wenn sie bereit war die Schwester und erst dann die Fragen und die Suche nach Antworten bezüglich seiner Tochter. Trauer und Schmerz waren für den Moment nicht hilfreich.*

"Tal at niah Zhray. Sieh nach Edil, wenn er versucht mich zu finden, bring ihn her."

*Der Wolf kuschelt sich noch kurz an ihn, dann war das Gefühl deutlich für den Elfen zu spühren, und der Wolf ging. Er würde ihn herbringen.*

*Der Weg des Elfen führte ihn nun wieder zurück zu seiner Bestimmung, an den Rand der Lichtung der Gemeinschaft und zu seiner schlafenden Schülerin. Einsam, alleine, schweigend würde er dort erneut eine nacht wachen über sie alle. Allein ? Nein er war nicht allein - niemals. Sie war da.*


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 Betreff des Beitrags: Die Tochter.
BeitragVerfasst: 26.09.05, 00:03 
Einsiedler
Einsiedler

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Beiträge: 167
Einige Tage zu vor...


Ein Flüstern striff durch die Wipfel am Turm. Eine Bitte, flehend - zuerst verzweifelt. Sanft Antworteten die vielen Stimmen - Stimmen der Bäume, der Pflanzen, der Wesen die für das menschliche Auge meist unsichtbar.

Warum willst du gehen?
Mein Weg, ich suche ihn.
Kann er nicht hier sein?
Nicht als Mensch - ich bin eine Elfe.
Waldkind? Bist du dir sicher?
Nein, doch es geht nicht anders.


Ein grünliches Schimmern erhellte das Dickkicht des umliegenden Waldes. Ausgehend von einer kleinen, aus Holz gewachsenen, Kugel. Ein junges Mädchen, ersichtlich ein Mensch, hielt sie in beiden Händen vor ihrer Brust. Tränen rannen ihrer Wangen, den Hals herab, um die elfenhölzerne Kette noch etwas dunkler zu tränken. Fast golden wurde das Schimmern und tauchte das zarte Gesicht des Mädchens in ein Meer aus Licht. Es sah fast so aus als wäre ihr Antliz Teil einer Sonne selbst.
Ein Waldelf trat heran. Er sah. Sah das Mädchen und schloss die Augen um zu sehen.
Ihr Lied, ihr Geist, ihr Sein langsam, ganz sachte, wurde es erhellt von jenem Lichte. Die Stränge, die ihre Seele an die Hülle banden, Faden für Faden gelöst.
Der Elf, er war bei ihr. Sie spürte ihn, seine Gedanken. Worte seiner die sie erfüllten und ihr sicherheit gaben in ihrem Tun.
Das Mädchen schlug die Augen auf, die der Hülle und die des Geistes. Sah den Elfen und ihre Schritte ließen sie zu ihm gelangen. Wohl erst war es das Lied ihrer was ihn erreichte, umschlag und sich an ihn drückte. Darauf der Körper, dessen schon kalten und bleichen Hände ein Pergament überreichten, aufdass doch jedweder Muskel nachgab und die letzte verbindung sich löste. Leblos sank die Gestallt zu Boden. Noch rannen die letzten Tränen aus den leeren Augen doch freudig, frei, ohne eine Spur von Trauer war das was blieb. So nah bei ihrem Vater. So nah wie noch nie zu vor. Mit der Gewissheit, dass er der ihre ist, sein würde - für immer.
Die Stimmen riefen.
Rawiya.
Sie folgte - wissend auf ein wiedersehn.
Ohne Zeit.


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 Betreff des Beitrags: Der Schülerin Rückkehr.
BeitragVerfasst: 26.09.05, 00:28 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 14.07.02, 03:32
Beiträge: 167
Es war alles so unklar, damals, als ich fort ging. Ich weiß nicht mehr genau wann es war, doch fühlte ich mich verloren. Wenn ich nun zurück blicke, dann scheint es als wäre alles weit weg von mir, so fern und unerreichbar. Es ist schwer zu beschreiben, wie es am anfang war. Am Anfang als ich zu ersten Mal den Boden der Insel betrat, als ich die vielen Gesichter, Stimmen, Gerüche kennen lernte. Wie kann ich es mit Worten beschreiben, wo es dammals doch noch keine für mich gab. Die Zeit, die mir nun durch die Gedanken wandert, es war jene als ich zu den Waldelfen kam, zu ihnen kam und blieb. Die schönen Bäume, noch gut kann ich mich an ihr rauschen erinnern und der Geruch ihrer hängt mir noch immer in der Nase. Die stillen Nächte mit der immerwährenden Gewissheit, dass jemand wacht. Jemand wacht... zumeißt...
seufzt tief und schließt die Augen*
Wie ich sie vermisse. Wie ich ihn vermisse, seine stehte Anwesenheit, die Geborgenheit. ... Eraion... so hast du doch immer Acht auf mich gegeben und dann ging ich, ohne ein Wort. Immer wieder mag ich sagen, das es mir leid tut, dass ich es wieder gut machen mag. Nützt es doch nichts, da du nicht hier bist. Ich glaube erst jetzt verstehe ich, befüchte ich zu wissen, was du gefühlt haben musst. Mehr noch, ich mag kaum meine Gedanken dorhin richten, doch nun sind sie da. Sorata, oh Sorata, mein Herz stirbt und ich versuche es in dichten Nebel zu hüllen, damit es nicht zerbricht. Und deines, es schmerzt mich noch mehr, hoffe ich doch inständig es brach nicht, zerfiel nicht in zu kleine Teile, als dass es mir nicht gelingt es wieder zusammen zu fügen. Die Rose, an meinem Handgelenk, sie blüt in tiefem Rot. Ihre Dronen, nun Teil von mir, durchdringen noch immer meine Haut. Sie lebt von mir, wie ich von deiner Liebe. Hat mich doch erst die Zeit gelehrt was Liebe heißt. Schon lange wäre ich nicht mehr, hätte jene mich nicht aufgefangen. Ich habe Angst und keine zugleich, zurück zu kehren. Lange habe ich überlegt, nicht ob, nein nur das Wann und sicher bin ich mir immer noch nicht. Meine achtzehnte warme Zeit geht nun auf ihr Ende zu und meine Schritte tragen mich weiter und weiter. Mit staunen hatte ich in der Zeit die vorrüber strich beobachtet wie mein Körper sich wandelte. Meine Hüften, meine Brüste nahmen zu und erschienen mir mehr und mehr als könne ich Mond und Sonne, ihrer Form nach, berühren und über ihrem Rundungen streichen. Die Haut, die wie immer straff und glatt meine sehnigen Gliedmaßen und die kraftvollen, doch recht versteckten Muskeln überspann erschien mir mehr und mehr seidig. Mit jenen Veränderungen ergab sich auch, dass meine Kraft sich mehrte. Es zog mich oft umher und als bald war es mir sogar möglich einen ganzen Sonnenlauf hindurch zu laufen. schnell, dauernt, über wurzeln und Sträuche herüber, an Ästen vorbei und hindurch, ohne das mir der Atem zu wenig wurde. Meine Sinne schäften sich mehr und die Dunkelheit war nunmehr nur ein Schatten der das Licht von Geräuschn und Gefühlen durchdrang. Bald schon hatte ich in vielen Monden die weiten Wälder des Festlandes erkundet, längst nicht alle - wohl waren es einige. Die Menschen, die Elfen, die Zwerge, die Nortraven, die Orken gar ein Myte, sie interessierten mich nicht, ich hielt mich fern ihrer, verborgen. Manches Mal lauschte ich ihren Worten, so ich sie verstand. Lernte ich doch die Sprache der Menschen so besser. Dies tat ich nur um Sorata näher zu sein, in seiner Weise des Lebens. Ich habe die Tage, die Monde, die Sommer nur gezählt, damit ich nicht die Zeit vergesse. Ist jene doch so bedeutsam geworden, da Sorata nichtviel von ihr hat. Vielleicht, ja vielleicht bin ich ja auch vor der Dunkelheit geflohen. Vor Schwäche, vor Angst. Man konnte sie riechen, fühlen, schmecken und all zu oft sehen. Wohl hatte ich auch Furcht vor mir, denn alles was ich als Antwort auf die Grausamkeit der Dunkelheit hatte war Hass und Gewalt. Und ist nicht genau das, was jenes Übel ausmacht. Ich mag mir nicht ausmalen wollen was gewesen wäre, wenn ich geblieben wäre. Hätte mich das was ich dem Dunkel entgegen setzte verschlungen, hätte es mich zu dem gemacht was ich bekämpfte? Damals habe ich nicht nachgedacht, es gab nur ein Hier und Jetzt, nichts anderes. In all der Zeit, fern von Siebenwind, habe ich nie mit jemanden gesprochen. Nur meine Gedanken sind geflossen. Werde ich sie über meine Lippen bringen können, wird der Hain und die Gemeinschaft sie verstehen. Ohne die vielen Worte und Klänge erschien mir alles viel einfacher. Jede Frage wird von einer neuen bei Seite geschoben und doch sind sie da. Es gibt nur einen Weg sie zu beantworten, zurück zu gehen, doch kann ich das? So vieles könnte geschehen sein. Vielleicht sollte ich erst sehen, was geschehen ist, ob es gar noch einen Platz für mich gibt. Habe ich doch viel in den Gesprächen der Wanderer über die Unbeständigkeit der Herzen der Menschen gehört. Hofft das meine doch, dass Soratas von dauer ist. Sollte es nicht so sein, so hoffe ich, dass er mit jenem neuen Lied Glück findet. Hier an diesem Punkt jedoch scheidet sich mein Gemüt. Das der Elfe ist Glücklich, so er es sei, das des Wolfes nur mit ihm. Die Zeiten des Denkes haben die Elfe stärker gemacht, aber ich spüre, der Wolf schlummert nur und ich hoffe er ist wohlgestimmt so er geweckt wird. Ich bin nicht Eins mit ihm und das ist nicht der beste Weg. Ich habe noch nicht jenen gefunden, der mir das Gleichgewicht bringt und so suche ich weiter. Wenn ich so zum kühlen Nachthimmel aufblicke, die vielen funkelnden Sterne betrachte, dann scheint es fast so, als wären Tare friedlich, ruhevoll und lägen im Gleichgewicht. - Eins mir dem Terthao. Vielleicht sind sie es ja, nur wie sehen es nicht, doch würden wie es dann nicht fühlen? So oft lag damals eine schützende Hand über mir, immer war einer der Waldelfen da um sich meiner an zu nehmen, obwohl mein Handeln, was mir nunmehr schmerzlich bewusst wird, wohl meist undankbar, unüberlegt und stur war. Ich weiß nicht einmal mehr den Grund warum ich an jenem einen Tage Mohadii angriff und ihm in den Hals biss. War es doch der Wolf, der den Hermelin biss, nicht die Elfe den Elfen. Doch war es die Elfe, die darauf Reue empfand und Furcht hatte, um die Bindung zu jenem Elfen. Es ist lange her, dass ich ihn sah, länger als die anderen. Still war es um ihn geworden und mehr und mehr hatte er sich verborgen. Bis sein Lied verschwand und niemand wusste wohin, odr hatte es keiner bemerkt? Es war als würde sich jeder daran gewöhnen, es einfach hinnehmen und selbst ich, da er mir doch nahe war, war ich mit meinem Handeln so in anderes vertieft, dass er ging ohne dass ich ihn aufgehalten hätte. Heute würde ich es nicht versuchen, dennoch es auch nicht dazu kommen lassen, dass es einen Grund gäbe für ihn zu gehen. Immerzu wann ich an Nähe denken, dann sehne ich mich nach Soratas nähe. Erinnere ich mich doch noch ganz genau an unsere erste Begegnung. Sein weiches Gesicht, sein Haar aus Flammen, so anders als ein Elf. Strich ich doch einfach ohne zu überlegen mit der Hand an ihn, ertastend die Züge, die so wundervolle Klänge aussanten. wie mag er wohl jetzt aussehn, da ich mich doch auch so veränderte.
*sie schmunzelt etwas*
Mit den Monden nach meinem Weggang und der Verändrung meiner selbst wurden mir auch meine Kleider zu klein. Keine der von Ayen gefertigten Nähte, Webungen und Stickerein löste sich und so wurde mir es all zu bald iel zu eng in den Stoffen. Ich musste mir selber aushelfen. Nun in Gedanken war das sehr leicht, hatte ich Ayen doch schon einige Male dabei zugesehn. Nach ein paar Wochen hatte ich genügend Felle, die mir die Tiere gaben, die ich als Nahrung brauchte. Sie waren nicht wie jene aus denen Kleidung war, die Haut fing an zu stinken und kräuselte sich. Ich musste sie irgendwie dazu bringen dies nicht zu tun, haltbar sollte sie sein und weich. Da erinnerte ich mich an ein Gespräch zweier Menschen, sie sprachen damals vom Gerben. Es war keine sehr wohlriechende prozedur und es schien mir als würde ich sie nicht ganz richtig machen. Zwar waren die Felle dann haltbar aber nicht mehr wirklich weich. Es reichte um mich spärrlich vor der Kälte zu schützen. In den kalten Nächten und in der Zeit wo Schnee lag erinnerte es mich sehr oft daran wie Eraion mich lehrte. Bewegungen, laufen, eine Waffe zu halten und zu führen. Es waren schöne Tage, noch kaum vom Dunkel benetzt. Seine Anwesenheit war mir immer sehr wichtig und es gab nichts innigeres als an seiner Seite durch den Wald zu wandeln. Oft habe ich mich an seine Seite geschmiegt, Angst um ihn gehabbt so er verletzt war, seine Nähe genossen. Was wird sein wenn ich zurück kehre - bin ich doch nicht mehr der kleine Wolf. Was wird wichtig sein? Die Ausbildung... ich sollte sie fort führen, so es mir noch möglich ist. So Eraion es mir noch erlaubt. Schützen, den Wald, den Hain, das Terthao. Mein Weg. Kann ich auf diesem den Wolf und die Elfe vereinen? Ist es nicht das was mich zu Gleichgewicht führen kann?
*stille, sie schweigt und erhebt sich ruckartig*
Ich sehe ihn, den Weg. das muss er sein. Kein anderer war mir in den Zeiten zu vor so deutlich. Es wird Zeit zurück zu kehren. Es wird Zeit.

*Die junge Elfe erhob sich und fing an zu laufen, so lang bis es ihr nicht mehr möglich war und sie rasten musste. Einige Wochen war sie so auf dem Weg zurück zum Hafen. Einem kleinen Hafen der Hochelfen. Ebenso einige Wochen dann war es an ihr nun mit diesem Schiff zu reisen. Und nach viel zu langer Zeit und viel zu vielen noch etwas zweifelnden Gedanken betrat sie den Steg von Brandenstein.*


Zuletzt geändert von Ayen: 1.10.05, 22:52, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Der Schülerin Ankunft
BeitragVerfasst: 1.10.05, 22:49 
Einsiedler
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Da stand ich, Braundenstein. Eine Stadt. Noch immer glaubte ich jeden Moment zu ersticken, der beißende Geruch von der menschlichen Siedlung ließ mir kaum Luft um atmen. Schnell, nur schnell durch die Gassen. Mir war schwindelig. Hoffte ich doch nie wieder eine Stadt betreten zu müssen. Endlich, der Wald. Der weiche Grund unter meinen Füßen ließ mich aufatmen, Kraft schöpfen. Dann war ich dort. Der See, der Fluss. Das Baumhaus. Fast hatte ich es befürchtet, hatte gehofft es würde nicht so sein. Es war verlassen. Schon länger war kein Elf mehr in diesen Hain gekommen. Was nun - die Auenelfen. Die Insel sah anders aus. Der Weg dorthin war kaum zu erkennen und immer wieder zogen sich hässliche Schneisen, wege der Menschen, durch den Wald.
Hufschläge. Hier, mitten zwischen den Bäumen, im Dickicht? Eine Elfe, Auenelfe. Verwundert wohl blickte sie mich an. ich öffnete die Lippen, sprach "Sah'lien", kein Laut kam aus meinem Mund. Ich hatte es befürchtet - mehrere Male versuchte ich es noch, doch es strömte nur lautlos Luft aus meinen Lungen. Doch ging ich mit der Elfe.
Avindhrell. Lange war ich nicht mehr dort. Die Narben der Zerstörung schienen langsam zu heilen, aber der Anblick erschreckte mich wieder aufs neue.
Ein Haus. Zwei andere Elfen. Essen, Trinken, Worte - alles rauschte an mir vorbei. Zu viel, zu viele Eindrücke. Wände um mich, kein Wind wo welcher wehen sollte. Ich stürzte herraus und fand erst wieder Atem als meine Hände einen Baum berührten. Ich sah hinauf. Die Ruhe, Ausgeglichenheit die der Baum austrahlte, langsam kehrte sie auch wieder in mich ein. Ein Blatt, sanft segelte es von ihm herab, ließ sich auf mir nieder. Es wurde vom Wind ergriffen als ich dannach griff und ließ sich wieder auf meinen Kopf herab - flog davon. Ein Gefühle der Vertrautheit beschlich mich. Konnte ich jedoch nicht sagen was es war. ließ mich erstarren, verweilen ohne eine Bewegung. Mein Blick vorraus, ins Nichts. Als wäre die Luft erfüllt von etwas.
Umrissen, ein Schatten. Plötzlich. Da stand er. Mir wurden die Knie weich, ein Schritt zurück, die Sicherheit des Baumes. Er war da, wie konnte ich daran zweifeln. Seine Anwesenheit erfüllte alles, nichts anderes war mehr. Mein Blick verschleicherte sich, meine Lippen bebten.
"Eraion.".
Glitt es darüber. Ein Flüstern. Meine Stimme, sie hallte mir noch in den Ohren - seine Worte, sie blieben. So gern wäre ich auf ihn zugerannt, hätte die Arme um ihn geschlungen und den Kopf an seine starke Brust gedrückt. Ich konnte es nicht. Ich war nicht mehr die kleine Wolfselfe, die nur handelte, nicht dachte. Ich hatte Furcht, Respekt und die Freude, die innige Nähe, die ich in dem Augenblick empfand machte mir Angst.
Reglos stand ich da. Ewigkeiten vergingen. Er fragte, fragte mich ob ich mit ihm komme, in den Hain. Ja... Ja! Nichts würde ich lieber. Zuhause. Heim kehren. ich folgte ihm. Ihm nach, durch die Wälder und über die Wiesen. Mir war als wäre es wie früher, für den Moment eines Lidschlags mochte ich es geglaubt haben. Es war anders. Meine Hand war nicht in der Seinen, sie war nicht mehr so klein, dass sie darin verschwinden würde. ich hüpfte, schlich, lief nicht mehr neben ihm, um ihn - still folgte ich.
Als wir ankamen fühlte ich mich unsicher.
Eine Weile erzählten wir, dann kamen meine Gedanken bei Sorata an. Eraion wusste es, vielleicht eher als es mir bewusst war. Es schmerzte, denn er hieß es nicht gut. Ja, Sorata würde sterben ehe ein winziger Teil meines Lebens vorrüber war. Kaum einen Augenblick würde er überdauern und doch bin und war ich überzeugt aus diesem Augenblick mein Leben zu machen.
Wir sprachen über meine Ausbildung. Es bräuchte Zeit - Eraion musste nachdenken. Er ging und ich schlief ein. - Daheim, in der Fremde. Der Fremde meiner selbst.


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 Betreff des Beitrags: Der Schülerin Traum.
BeitragVerfasst: 8.10.05, 22:07 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 14.07.02, 03:32
Beiträge: 167
Du bist da.
Am Yew.
Ich sehe dich.
Du siehst mich.
Durch mich hindurch.
Dein Blick ist kalt, eisig.
Ich bin allein.
Du schickst mich fort.
Du willst mich nie mehr wieder sehn.
Dein Herz ist versteinert.
Ich sage, ich liebe dich.
Es ist dir gleich.
Ich falle -
mein Herz zerbricht.


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 Betreff des Beitrags: Der Schülerin Herz.
BeitragVerfasst: 9.10.05, 00:49 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 14.07.02, 03:32
Beiträge: 167
Überall hatte ich gesucht. In den Wäldern, am Kreis, am Turm, am Yew. Nun stand ich vor dem Tore Falkensteins. Allein hier, nahe des Baumes, mein letzter Halt. Kaum ein paar Schritte vom Wald entfernt und wurde mir schlecht vom Geruch der Stadt.
Ist er dort drinnen?
Meine Füße weigerten sich weiter zu gehen.
Ein Mensch ging an mir vorbei. Lederzügel schlugen auf die Haut des Pferdes neben ihm und gruben sich ins Fleisch des Tieres. Ich konnte es nicht mitansehn. Drohte ihm, er solle es lassen. Sein Hochmut und seine Arroganz kannten keine Grenzen. Ich redete auf ihn ein, doch wirklich bekam ich meine eigenen Worte nicht mit. Blaues Haar. Unbewusst nahm ich es aus dem Augenwinkel wahr. Blaues Haar! Tingil. Ich schaute zur Seite.
"Sah'lien Tingil".
Wir redeten miteinander, mir blieb nur eine Frage im Gedächtnis:
"Begleitest du mich in die Stadt?".
Ja, er tat es.
Dicht blieb ich an seiner Seite. Kaum, dass wir das Tor durchschritten hatte fühlte ich mich beengt, verloren. Alles schien auf mich zu zu kommen, die Stimmen, Rufe wurden zu einem tosenden Sturm. Mir war schwindelig. Ich versuchte angestrengt nach Sorata ausschau zu halten, ich sah ihn nicht. Wir fanden ihn nicht. Vor der Stadt konnte ich endlich wieder atmen.
Da war ein Gefühl. Er was hier. Als könnte ich ihn riechen. Ein unsichtbarer Faden schien mich zu leiten. Ich ging. Tingil folgte mir in den Wald. Schon nach einigen Schritten Stimmen. Sie war anders - seine - ich erkannte sie trotzdem. Meine Glieder erstarrten. Tingil schob mich vorran und ich stolperte wiederwillig vorwärts. Er saß dort, die wunderschönen roten Haare leuchteten mir entgegen und als sein Blick mich traf konnte ich mich nicht mehr rühren. Er sprach - jedes Wort ein Lied.
"Sorata."
Angst, Furcht, Schrecken - auch Sorge, Freude, Hingezogenheit ... Sehnsucht. Alles überflutete mich wie ein riesieges Meer.
Es tut mir leid, ich wollte dir nie fern sein.
Nicht war mehr außer ihm. Ich folgte. Er legte sich ins Gras nieder, erschöpft schien er. Kein Zorn, kein Hass. Erleichterung? Freude? Tränen liefen mir die Wangen herab und ich konnte mein Schluchzen einige Momente nicht unterdrücken. Mein Herz erwachte und all die Angst fiel ab. Ich war erschrocken es wieder so sehr zu spüren, dass es mir für kurz gar unwirklich vorkam. ich kniete mich neben ihn. Meine Finger, wie als könnten sie mehr sehn als meine Augen, strichen über sehn Gesicht. Ein Gefühl als könnte ich das Glück selbst berühren und es erfüllte mich wie warmes Licht. Er hatte matt und erschöpft die Augen geschlossen. Leise hauchte ich ihm zu:
"Ich habe dich vermisst."
Seine Worte ebenso leise berührten mich sanft und ließen mich lächeln:
"Ich habe dich auch vermisst."
Sorata schlief, mit einem Lächeln auf den Lippen ein, und ich wachte bei ihm bis kurz vor dem Moment da er erwachte. Ein Blütenblatt meiner Rose blieb auf seiner Brust zurück und meine Füße trugen mich zurück zum Hain. Nun warte ich hier. Warte auf Eraion. Was wird er sagen?


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