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Es war alles so unklar, damals, als ich fort ging. Ich weiß nicht mehr genau wann es war, doch fühlte ich mich verloren. Wenn ich nun zurück blicke, dann scheint es als wäre alles weit weg von mir, so fern und unerreichbar. Es ist schwer zu beschreiben, wie es am anfang war. Am Anfang als ich zu ersten Mal den Boden der Insel betrat, als ich die vielen Gesichter, Stimmen, Gerüche kennen lernte. Wie kann ich es mit Worten beschreiben, wo es dammals doch noch keine für mich gab. Die Zeit, die mir nun durch die Gedanken wandert, es war jene als ich zu den Waldelfen kam, zu ihnen kam und blieb. Die schönen Bäume, noch gut kann ich mich an ihr rauschen erinnern und der Geruch ihrer hängt mir noch immer in der Nase. Die stillen Nächte mit der immerwährenden Gewissheit, dass jemand wacht. Jemand wacht... zumeißt...
seufzt tief und schließt die Augen*
Wie ich sie vermisse. Wie ich ihn vermisse, seine stehte Anwesenheit, die Geborgenheit. ... Eraion... so hast du doch immer Acht auf mich gegeben und dann ging ich, ohne ein Wort. Immer wieder mag ich sagen, das es mir leid tut, dass ich es wieder gut machen mag. Nützt es doch nichts, da du nicht hier bist. Ich glaube erst jetzt verstehe ich, befüchte ich zu wissen, was du gefühlt haben musst. Mehr noch, ich mag kaum meine Gedanken dorhin richten, doch nun sind sie da. Sorata, oh Sorata, mein Herz stirbt und ich versuche es in dichten Nebel zu hüllen, damit es nicht zerbricht. Und deines, es schmerzt mich noch mehr, hoffe ich doch inständig es brach nicht, zerfiel nicht in zu kleine Teile, als dass es mir nicht gelingt es wieder zusammen zu fügen. Die Rose, an meinem Handgelenk, sie blüt in tiefem Rot. Ihre Dronen, nun Teil von mir, durchdringen noch immer meine Haut. Sie lebt von mir, wie ich von deiner Liebe. Hat mich doch erst die Zeit gelehrt was Liebe heißt. Schon lange wäre ich nicht mehr, hätte jene mich nicht aufgefangen. Ich habe Angst und keine zugleich, zurück zu kehren. Lange habe ich überlegt, nicht ob, nein nur das Wann und sicher bin ich mir immer noch nicht. Meine achtzehnte warme Zeit geht nun auf ihr Ende zu und meine Schritte tragen mich weiter und weiter. Mit staunen hatte ich in der Zeit die vorrüber strich beobachtet wie mein Körper sich wandelte. Meine Hüften, meine Brüste nahmen zu und erschienen mir mehr und mehr als könne ich Mond und Sonne, ihrer Form nach, berühren und über ihrem Rundungen streichen. Die Haut, die wie immer straff und glatt meine sehnigen Gliedmaßen und die kraftvollen, doch recht versteckten Muskeln überspann erschien mir mehr und mehr seidig. Mit jenen Veränderungen ergab sich auch, dass meine Kraft sich mehrte. Es zog mich oft umher und als bald war es mir sogar möglich einen ganzen Sonnenlauf hindurch zu laufen. schnell, dauernt, über wurzeln und Sträuche herüber, an Ästen vorbei und hindurch, ohne das mir der Atem zu wenig wurde. Meine Sinne schäften sich mehr und die Dunkelheit war nunmehr nur ein Schatten der das Licht von Geräuschn und Gefühlen durchdrang. Bald schon hatte ich in vielen Monden die weiten Wälder des Festlandes erkundet, längst nicht alle - wohl waren es einige. Die Menschen, die Elfen, die Zwerge, die Nortraven, die Orken gar ein Myte, sie interessierten mich nicht, ich hielt mich fern ihrer, verborgen. Manches Mal lauschte ich ihren Worten, so ich sie verstand. Lernte ich doch die Sprache der Menschen so besser. Dies tat ich nur um Sorata näher zu sein, in seiner Weise des Lebens. Ich habe die Tage, die Monde, die Sommer nur gezählt, damit ich nicht die Zeit vergesse. Ist jene doch so bedeutsam geworden, da Sorata nichtviel von ihr hat. Vielleicht, ja vielleicht bin ich ja auch vor der Dunkelheit geflohen. Vor Schwäche, vor Angst. Man konnte sie riechen, fühlen, schmecken und all zu oft sehen. Wohl hatte ich auch Furcht vor mir, denn alles was ich als Antwort auf die Grausamkeit der Dunkelheit hatte war Hass und Gewalt. Und ist nicht genau das, was jenes Übel ausmacht. Ich mag mir nicht ausmalen wollen was gewesen wäre, wenn ich geblieben wäre. Hätte mich das was ich dem Dunkel entgegen setzte verschlungen, hätte es mich zu dem gemacht was ich bekämpfte? Damals habe ich nicht nachgedacht, es gab nur ein Hier und Jetzt, nichts anderes. In all der Zeit, fern von Siebenwind, habe ich nie mit jemanden gesprochen. Nur meine Gedanken sind geflossen. Werde ich sie über meine Lippen bringen können, wird der Hain und die Gemeinschaft sie verstehen. Ohne die vielen Worte und Klänge erschien mir alles viel einfacher. Jede Frage wird von einer neuen bei Seite geschoben und doch sind sie da. Es gibt nur einen Weg sie zu beantworten, zurück zu gehen, doch kann ich das? So vieles könnte geschehen sein. Vielleicht sollte ich erst sehen, was geschehen ist, ob es gar noch einen Platz für mich gibt. Habe ich doch viel in den Gesprächen der Wanderer über die Unbeständigkeit der Herzen der Menschen gehört. Hofft das meine doch, dass Soratas von dauer ist. Sollte es nicht so sein, so hoffe ich, dass er mit jenem neuen Lied Glück findet. Hier an diesem Punkt jedoch scheidet sich mein Gemüt. Das der Elfe ist Glücklich, so er es sei, das des Wolfes nur mit ihm. Die Zeiten des Denkes haben die Elfe stärker gemacht, aber ich spüre, der Wolf schlummert nur und ich hoffe er ist wohlgestimmt so er geweckt wird. Ich bin nicht Eins mit ihm und das ist nicht der beste Weg. Ich habe noch nicht jenen gefunden, der mir das Gleichgewicht bringt und so suche ich weiter. Wenn ich so zum kühlen Nachthimmel aufblicke, die vielen funkelnden Sterne betrachte, dann scheint es fast so, als wären Tare friedlich, ruhevoll und lägen im Gleichgewicht. - Eins mir dem Terthao. Vielleicht sind sie es ja, nur wie sehen es nicht, doch würden wie es dann nicht fühlen? So oft lag damals eine schützende Hand über mir, immer war einer der Waldelfen da um sich meiner an zu nehmen, obwohl mein Handeln, was mir nunmehr schmerzlich bewusst wird, wohl meist undankbar, unüberlegt und stur war. Ich weiß nicht einmal mehr den Grund warum ich an jenem einen Tage Mohadii angriff und ihm in den Hals biss. War es doch der Wolf, der den Hermelin biss, nicht die Elfe den Elfen. Doch war es die Elfe, die darauf Reue empfand und Furcht hatte, um die Bindung zu jenem Elfen. Es ist lange her, dass ich ihn sah, länger als die anderen. Still war es um ihn geworden und mehr und mehr hatte er sich verborgen. Bis sein Lied verschwand und niemand wusste wohin, odr hatte es keiner bemerkt? Es war als würde sich jeder daran gewöhnen, es einfach hinnehmen und selbst ich, da er mir doch nahe war, war ich mit meinem Handeln so in anderes vertieft, dass er ging ohne dass ich ihn aufgehalten hätte. Heute würde ich es nicht versuchen, dennoch es auch nicht dazu kommen lassen, dass es einen Grund gäbe für ihn zu gehen. Immerzu wann ich an Nähe denken, dann sehne ich mich nach Soratas nähe. Erinnere ich mich doch noch ganz genau an unsere erste Begegnung. Sein weiches Gesicht, sein Haar aus Flammen, so anders als ein Elf. Strich ich doch einfach ohne zu überlegen mit der Hand an ihn, ertastend die Züge, die so wundervolle Klänge aussanten. wie mag er wohl jetzt aussehn, da ich mich doch auch so veränderte.
*sie schmunzelt etwas*
Mit den Monden nach meinem Weggang und der Verändrung meiner selbst wurden mir auch meine Kleider zu klein. Keine der von Ayen gefertigten Nähte, Webungen und Stickerein löste sich und so wurde mir es all zu bald iel zu eng in den Stoffen. Ich musste mir selber aushelfen. Nun in Gedanken war das sehr leicht, hatte ich Ayen doch schon einige Male dabei zugesehn. Nach ein paar Wochen hatte ich genügend Felle, die mir die Tiere gaben, die ich als Nahrung brauchte. Sie waren nicht wie jene aus denen Kleidung war, die Haut fing an zu stinken und kräuselte sich. Ich musste sie irgendwie dazu bringen dies nicht zu tun, haltbar sollte sie sein und weich. Da erinnerte ich mich an ein Gespräch zweier Menschen, sie sprachen damals vom Gerben. Es war keine sehr wohlriechende prozedur und es schien mir als würde ich sie nicht ganz richtig machen. Zwar waren die Felle dann haltbar aber nicht mehr wirklich weich. Es reichte um mich spärrlich vor der Kälte zu schützen. In den kalten Nächten und in der Zeit wo Schnee lag erinnerte es mich sehr oft daran wie Eraion mich lehrte. Bewegungen, laufen, eine Waffe zu halten und zu führen. Es waren schöne Tage, noch kaum vom Dunkel benetzt. Seine Anwesenheit war mir immer sehr wichtig und es gab nichts innigeres als an seiner Seite durch den Wald zu wandeln. Oft habe ich mich an seine Seite geschmiegt, Angst um ihn gehabbt so er verletzt war, seine Nähe genossen. Was wird sein wenn ich zurück kehre - bin ich doch nicht mehr der kleine Wolf. Was wird wichtig sein? Die Ausbildung... ich sollte sie fort führen, so es mir noch möglich ist. So Eraion es mir noch erlaubt. Schützen, den Wald, den Hain, das Terthao. Mein Weg. Kann ich auf diesem den Wolf und die Elfe vereinen? Ist es nicht das was mich zu Gleichgewicht führen kann?
*stille, sie schweigt und erhebt sich ruckartig*
Ich sehe ihn, den Weg. das muss er sein. Kein anderer war mir in den Zeiten zu vor so deutlich. Es wird Zeit zurück zu kehren. Es wird Zeit.
*Die junge Elfe erhob sich und fing an zu laufen, so lang bis es ihr nicht mehr möglich war und sie rasten musste. Einige Wochen war sie so auf dem Weg zurück zum Hafen. Einem kleinen Hafen der Hochelfen. Ebenso einige Wochen dann war es an ihr nun mit diesem Schiff zu reisen. Und nach viel zu langer Zeit und viel zu vielen noch etwas zweifelnden Gedanken betrat sie den Steg von Brandenstein.*
Zuletzt geändert von Ayen: 1.10.05, 22:52, insgesamt 1-mal geändert.
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