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Es hatte durchaus eine Zeit gegeben, eine recht lange Zeit sogar, da mochte Elena, von Ratten abgesehen, wirklich jedes Tier. Ein jedes hatte seine Beweggründe, warum es biss und kratzte, warum es vielleicht gerade auf den teuren Teppich sein Geschäft verrichtete und jedes Tier hatte auch seinen Platz in dieser Welt für sie.
Bis zu dem Tag, als sie sich entschloss, mit zum Feuerberg aufzubrechen.
Das war nun einige Monde her, gewiss, aber vergessen konnte sie bis heute nicht, was dort wimmelte, wühlte und krabbelte und wenn die Alpträume sie übermannten, war sie wieder auf dem Feuerberg, wieder am Eingang zu den Gewölben und wieder kamen Massen von Spinnen, grosse wie kleine, aus ihren Löchern gekrochen, auf sie zu, die verzweifelt mit ihrer Armbrust um sich schoss.
Haarige, kribbelige Beine, die über sie hinwegwühlten, als sie zu Boden ging, nur noch Sterne vor ihren Augen blinken sehend, während das Gift durch ihre Venen rauschte und immer wieder dazwischen die unzähligen, pupillenlosen Augen der Spinnen sowie ihre klackernden, geifernden Greifzangen, mit denen sie nach ihr bissen.
Ekelhaft!
Nein, seitdem mochte sie Spinnen wirklich nicht mehr - da konnten sie scheinbar noch so nützlich sein! Lieber griff sie auf eine Fliegenklatsche zurück, anstatt auch nur ein kleines Spinnennetz in ihrem Haus zu dulden.
In ihrem Haus hatte sie aber bisher Glück - sie fand noch keines vor, aber auch wohl deshalb, weil es noch recht frisch umgebaut war. Anders dagegen andere Bauten in Brandenstein, wo hier und da kleinere wie grösser Netze hingen, teilweise mit eingewickelter Beute drin.
Erinnerungen an die Beute in den Netzen am Feuerberg kamen hoch... an die Tierleiber, die dort hingen, teilweise Tiere, die lediglich sehr grosse Raubtiere jagen würden, hier und da zappelnd, manchmal hing ein halb abgenagtes Bein aus einem der Kokons.
Und dann die Eier und deren gräuliches, schleimiges, stinkendes Innenleben, was sie und noch ein paar andere Angehörige der Expedition zerstört hatten.
Sie bemühte sich immer wieder die Gedanken daran zu vertreiben, doch gerade als sie wieder in Falkensee war, fiel es ihr auf - überall diese Spinnennetze...
Könnte es sein...?
Falkensee lag näher am Ödland als Brandenstein.
Und sie dachte daran zurück, was sie einst mit Boggel besprochen hatte. Ganz klar - die Spinnen übernahmen langsam die Insel!
Das Ödland war teilweise schon ihr Land, aber nun machten sie sich offenbar daran, auch den Rest der Insel für sich zu erobern. Für sich und ihre schleimige, eklige Brut, die aus ihren stinkigen Eiern gekrochen kommt, nur darauf aus, mehr oder minder unschuldigen Menschen das Leben zu rauben, sie mit ihren grossen Greifzangen zu beissen, auszusaugen und zu vergiften.
Murrend griff sie zu ihrem Schwert und zerhieb eines der Netze, als wäre es ein garstiges Monstrum.
Vorsicht war nun geboten...
_________________ Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed. James Bond: And the second? Q: Always have an escape plan.
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