Leise huscht die Gestalt durch die Dunkelheit der Gassen. Nur schemenhaft kann man sie erkennen wie sie teils langsam teils schnell an den Wagen vorbei und den Mauern entlang schleicht.
Im Scheine einer Fackel kann man nur Kurz sein Gesicht erkennen. Verdreckt ist es und verklebt von Schmutz sein sonst blondes Haar. Nervös und schnell bewegen sich seine blauen sonst strahlenden Augen die nun müde und niedergeschlagen wirken.
Angst kann man in seinem Gesicht sehen, Angst und Verzweiflung.
Schnell huschte er weiter in Richtung Hafen. Dort saß er ruhig und versteckt zwischen Fischernetzen und wartete wohl auf etwas. Irgendwann in den späteren Stunden als das Schiff, welches er bis dahin beobachtete und in das schon viele Personen eingestiegen waren, schon kurz vor dem ablegen war kam eine andere einzelne Gestalt über den Pier. Schnell erhob er sich und ging auf sie zu.
"Verzeiht mein Herr," sprach er zu dem anderen. "Könnt ihr bitte dies Pergament in das Viertel der Hochelfen bringen welches in Rohehafen sei?" Sein Gesichtsausdruck wirkte in diesem Moment hilflos und bittend. "Ihr wollt doch dorthin reisen nicht?"
Der andere welcher sich als Elf herausstellte nickte kurz und sprach: "Gewiss biundai. Deiner bitte werde ich folge tun und dir den Wunsch erfüllen."
Mit diesen Worten nahm er das gerollte Pergament entgegen und nickte erneut. "Dank sei euch mein Herr. Verzeiht euch nichts geben zu können für diesen Dienst." Sprach der Mensch zu ihm. Der Elf winkte ab und ging los auf das Schiff zu um über die Planke darin zu verschwinden.
Langsam ging die Gestalt wieder zurück durch die Stadt Richtung der Lücke in der Stadtmauer die er schon des öfteren verwendete. Von dort aus lief er schnell in den nahen Wald um den Blicken der Wache die auf der Mauer partroulierte zu entgehen.
Dort verbrachte er seine Zeit Beeren und Wurzeln tagein tagaus zu suchen oder hin und wieder schlafende Holzfäller zu bestehlen für seine Überfahrt.
Die Nächte waren kalt und einsam. In seine Lumpen gehüllt lag er oft unter dem Kleid eines der Nadelbäume tief im Wald. Immer wieder murmelte er einen Namen. "Zurück" war sein einziger Gedanke.
Leise murmelte er in dieser Nacht vor sich hin: "Warum nur. Wie konnte dies passieren? Nicht lang war es her als ich noch von gedeckten Tischen speiste.. Vitama hilf mir. Geliebte nur zurück will ich zu dir. Vitama hilf..." mit diesen Worten versank er daraufhin in einen unruhigen Schlaf.
Am nächsten morgen als er schließlich wieder erwachte zählte er erneut sein Geld wie in der Hoffnung es könnte mehr geworden sein. "Noch 100 Dukaten und es ist soweit. Nur 100 Dukaten und ich kann die Überfahrt bezahlen. Bald sehe ich dich wieder mein Stern." Unter noch etwas Gemurmel packte er das wenige das er bei sich hatte zusammen und ging los Richtung Fluss. Dort kniete er am Ufer nieder und wusch sich kurz um dann ein paar Schluck zu trinken.
„Warum nur Vitama. Warum war ich so dumm. Wie konnte ich mich hinreißen lassen? Geld, Macht und Frauen.. Keinen Wert mag es haben. Sie weiß die Wahrheit.. Und doch liebt sie mich. Ich hoffe auch noch wenn sie mich so sieht.“ Seufzend blickte er auf das Wasser hinab und murmelte weiter: „Warum nur...“
Danach drehte er sich um und trottete weiter durch den Wald. Den Tag verbrachte er mit dem Suchen von essbarem sowie dem Fischen. Des Nachts schlich er dann zum gewohnten Lagerplatz der Holzfäller.
Die Wache die sie aufgestellt hatten schlief zum Glück bereits so war es ein leichtes die Geldbörsen von ihren Gürteln zu schneiden.
Schnell und Geräuschlos verschwand er wieder im Wald und lief davon. In sicherer Entfernung dann warf er das Gold auf einen Haufen und begann zu zählen. 240 Goldstücke waren es zu seiner Verwunderung. „So viel. Wenn ich dann erst auf Siebenwind bin werde ich mir auch Kleidung kaufen das ich nicht wie ein Bettler zu ihr komme.“
Am nächsten Abend dann machte er sich auf Richtung Stadt. Erneut durch die Lücke schlüpfend konnte er unbemerkt hinein ohne den Blicken der Wachen ausgeliefert zu sein. Nun stand er vor der ersten Hürde. Wie sollte er auf das Schiff kommen? Doch der Zufall schenkte ihm die Gelegenheit. Ein Mann schrie in einiger Entfernung: „DIEB! DIEB!“ Worauf die Wachen welche die Planke die auf das Schiff führte bewachten dorthin eilten. „Dank sei dir Vitama.“ Sprach die Gestalt und lief schnell quer über den Platz die Rampe hinauf. Dort oben auf Deck trug er den Namen Manfred Birkenstein in die Liste ein und zahlte. Der dicke Mann der das Geld entgegennahm musterte ihn kurz und nickte dann. „Nummer 12.“ Würgte er schon fast hinaus und wendete sich dann ab. Die Zimmernummer musste es sein in welches sich die Gestalt dann auch begab und auf die Ankunft auf Siebenwind wartete.
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