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Jahre sind ins Land gestrichen, Bellum hatte einzug gehalten und verlieh allem seinen rauen Charm. Auf dem kleinen Waldweg lagen verwelkte Blätter, von Ratspuren der Kutschen und von den Hufen der Pferde zertrampelt. Gekleidet in eine braune Robe, eine Kaputze auf dem Haupt und einen Stab in der Hand ging eine etwas gebügt laufende Gestallt den Weg entlang. Humpelnd war sein Gang, seine rechte Schulter hielt er höher als die linke, so sah es aus als hätte er einen leichten Buckel. Ächzende Laute gab er von sich, es schien als habe er unendliche Schmerzen die bei jedem Schritt schlimmer würden.
An einer Kreuzung blieb er stehen, sein Blick richtete sich auf den Wegweiser. Auf dem einen stand geschrieben Venturia, der andere deutete zu einem Dorf namens Schlafenfels. Einen Moment lang schien der Mann zu überlegen, dann schlug er den Weg nach Schlafenfels ein. Ein rascheln war aus dem Dikicht zu hören, sein Kopf fuhr herum und betrachtete die undurchdringliche Hecke am Wegrand. Etwas unverständliches murmelte er, dann setze er seinen Weg fort. Wieder war das rascheln zu hören, diesmal von hinten. Noch bevor er sich umdrehen konnte ertönte eine noch recht junge Stimme. "Halt!" Die gekrümte Gestallt hielt inne, wendete sich jedoch nicht um. "Alter Mann, gib mir dein Gold oder ich schlitz dir die Kehle auf!" Der noch recht junge Räuber stand etwas zittrig da, den Dolch in seiner Hand hielt er mit der Klinge in die richtung des Mannes gewendet. "Geh nach Hause, Junge. Du würdest es sonst bereuhen." Die Stimme des Mannes in der braunen Robe war alt und rauchig. Gelächter war von dem jungen Mann zu hören,"du glaubst ich gehe einfach so? Ach was solls, dann muss es eben sein!" Wild schreiend rannte der Räuber auf die Gestallt zu. Den Dolch hielt er ausgestreckt, bereit den alten Mann zu töten. Doch der stand weiter reglos da, leise murmelte er etwas in einer fremden Sprache. Plötzlich hielt der Wegelagerer an, den Dolch in seiner Hadn wendete er jetzt gegen sich selbst. Mit einem ruck trieb er sich den Dolch in die Brust und sackte Leblos zu Boden. "Dummer Junge", war von dem Alten zu hören bevor er seinen Weg fortsetzte.
Reges treiben war auf dem Marktplatz des Dorfes Schlafenfels. Für die Verhälnise der große der kleinen Stadt war recht viel los. Hier und da gaben Barden ein kleines Ständchen, wieder wo anderst spielten Kinder miteinader Fange. Vor der Tür des Stadtschmiedes standen ein bei großgewachsene Männer an, alle hatten einen leicht mürrischen Blick. Aus der Schmiede kam das klirren des Hammers der eine Klinge traf. Am Horizont war schon zu sehen das es allmählich Abend wurde, die Sonne verschwand langsam vom Himmelszellt und gab der Nacht den Vorrang.
Schliesslich wurde es Dunkel, der Marktplatz war verlassen, nur noch ein paar Bettler sammelten die Reste des Markes ein. Ein Mann der von der Gangart her sehr alt war ging gerade wegs auf die Taverne zu, dabei stützte er sich weiter auf den knorrigen Stab den er in Händen hielt. Ein leichter Nachtwind hatte eingesetzt und die braune Robe des Mannes wurde umher geweht. Schwer stämmte er sich gegen die Tür des Gasthauses und trat schliesslich ein. Hinter einem Tresen saß mit verschlafener Miene ein rundlicher, oder besser dicker Mann. Sein Blick ruhte auf dem Gästebuch. Als er den Fremden in der braunen Robe bemerkte setzte er sich rasch aufrecht hin. "Oohh, Seid gegrüßt werter Herr. Wollt ihr ein Zimmer?" Der Fremde nickte nur.
Erleichtert schlug er die Tür hinter sich zu, den Stab stellte er neben der Tür an die Wand. Mit einer Hand streifter er die Kaputze von seinem Haupt, aus seinen braunen Augen sah er sich kurz um, dann ging er auf einen Spiegel zu der über einer Kommode hing. Seine Augen wurden zu kleinen schlitzen und er beäugte sein Bild im Spiegel eingehend. Jede Farbe hat seine Haut verloren, fast schon weiß war sie. Kurz schüttelte er den Kopf, dann wendete er sich dem Bett zu. Rasch legte er die Robe ab und nahm den schweren Rucksack von seinem Rücken. Seine Haltung besserte sich sichtlich, doch immer noch hing die linke Schulter etwas hinab. Nach kurzem herumgekrame holte er ein Buch aus seinem Rucksack. Der Umschlag war schwarz, nur geziert von einer hässlichen Fratze auf der Vorderseite. Schnell ging er hinüber zum Schreibtisch und knallte das Buch auf selbigen. "Verdammt, kannst du nicht aufpassen", mit keineswegs überraschter Miene drehte sich der Mann um und sah auf das Buch. "Sei still, ich muss mich konzentrieren." "Du willst mir das Wort verbieten? Denk an unseren Pakt, denk daran was du meinem Meister schuldest." Das widerliche Gesicht auf dem Buch schaute mürrisch hinauf zu dem Schreiber. "Ja ich weiß, ich werde mich bald wieder ans Schreiben machen, ich will nur einmal ausschlafen, bitte"."Gut, aber nur weil du bisher gute Arbeit geleistet hast." Der Mann murrte nur nochmals leise, dann legte er sich auf das Bett und schloss die Augen.
Forsetzung folgt....
Zuletzt geändert von Liish: 26.04.02, 10:15, insgesamt 1-mal geändert.
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