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 Betreff des Beitrags: Schatten
BeitragVerfasst: 26.04.02, 03:25 
Altratler
Altratler

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Der Flackernde Schein des Kaminfeuers gab dem Raum einen seltsamen, schaurigen glantz. Wackelnde Schatten huschten erzeugt durch das Feuer über die Kommode, das Bücherregal, den Schreibtisch und über die Gestallt die am Schreibtisch saß. Gebeugt saß der Mann da, den Blick auf ein Buch gerichtet. In seiner Hand hielt er eine Feder, unter seiner Führung entstanden langsam Worte, Sätze, ganze Kapitel. Durch das kleine Fenster neben dem Tisch kam das gespenstische getöße des Sturms der drausen wütete herrein. "Inspiration, mich gelüstet es nach Inspiration", immer wieder murmelte der Mann diese Worte. Ein Blitz tauchte den Raum in ein blaues Licht, die Gestallt am Tisch war äußerst konzentriert. Nichts um sich herum nahm er war, nichts.

Stunden lang saß er nun da und gaffte das Buch an, keine Zeile hatte er mehr geschrieben, seit gut 1. Zyklus. Das Feuer im Kamin erlosch langsam, ein letztes flackern und die Flammen erstickten. Finsternis umkam ihn, so tief und undursichtig. Es störte ihn jedoch nicht, er beäugte weiter die leere Seite in seinem Buch. "Ich würde alles tun wenn mich nur eine Muse küssen würde", wisperte er. "Alles", der Mann schrak auf, seine Blicke huschten umher, suchend nach der Stimme. "Wer ist da!?" Sprach er heißer. "Ein Freund, nur ein Freund". "Zeigt euch! Ich befehle es!" Furcht spiegelte sich in den braunen, blutunterlaufenen Augen des Schriftstellers. "Nein, mir ist es so lieber. Du brauchst mich nicht zu sehen. Ich habe ein Angebot für dich." Rauchig und seltsam rauh war der Klang der fremden Stimme. "Ein Angebot? Was für ein Angebot?" Der Mann am Tisch kniff seine Augen zusammen und spähte umher, seine Blicke fanden jedoch nichts und niemanden in der Dunkelheit. "Ich gebe dir Inspiration, dafür schreibst du alles was ich dir sage". "Was du mir sagst? Das heißt ich soll nur das schreiben was du sagst?" "Nein", schalte die Stimme durch den Raum. "Du schreibst die Worte meines Meisters, dafür wirst du deine Inspiration wieder bekommen. Ein fairer Preis, denkt ihr nicht?"

Eine weile lang war stille in dem Raum, der Mann am Tisch dachte wohl nach. Dann sprach er mit leicht unsicherer Stimme "Gut, ich tue es. Jedoch will ich wissen wer euer Meister ist." Wieder war es absolut ruhig. Leise raschelte der Wandteppich der neben dem Schreibtisch hing im Wind der durch das Fenster drang. Der Schrifftsteller schluckte leise, weiter starrte er in die Dunkelheit. Ein donnern war aus der Ferne zu hören, dann zuckte ein Blitz vom Himmel hinab und tauchte das Zimmer abermals in seinen blauen Schein. Die Augen des Mannes weiteten sich als er die Gestallt sah der die Stimme gehörte. Gekleidet in einer langen schwarzen Robe, die Kaputze tief ins Gesicht gezogen. Franzen waren am Saum der Kleidung zu sehen. Ein spitzer Schrei entfuhr dem Mann am Tisch, dann war wieder Finsternis. Leise murmelte das fremde Wesen, "weißt du nun wer mein Meister ist?"

Fortsetzung folgt...


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BeitragVerfasst: 26.04.02, 07:36 
Altratler
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Jahre sind ins Land gestrichen, Bellum hatte einzug gehalten und verlieh allem seinen rauen Charm. Auf dem kleinen Waldweg lagen verwelkte Blätter, von Ratspuren der Kutschen und von den Hufen der Pferde zertrampelt. Gekleidet in eine braune Robe, eine Kaputze auf dem Haupt und einen Stab in der Hand ging eine etwas gebügt laufende Gestallt den Weg entlang. Humpelnd war sein Gang, seine rechte Schulter hielt er höher als die linke, so sah es aus als hätte er einen leichten Buckel. Ächzende Laute gab er von sich, es schien als habe er unendliche Schmerzen die bei jedem Schritt schlimmer würden.

An einer Kreuzung blieb er stehen, sein Blick richtete sich auf den Wegweiser. Auf dem einen stand geschrieben Venturia, der andere deutete zu einem Dorf namens Schlafenfels. Einen Moment lang schien der Mann zu überlegen, dann schlug er den Weg nach Schlafenfels ein. Ein rascheln war aus dem Dikicht zu hören, sein Kopf fuhr herum und betrachtete die undurchdringliche Hecke am Wegrand. Etwas unverständliches murmelte er, dann setze er seinen Weg fort. Wieder war das rascheln zu hören, diesmal von hinten. Noch bevor er sich umdrehen konnte ertönte eine noch recht junge Stimme. "Halt!" Die gekrümte Gestallt hielt inne, wendete sich jedoch nicht um. "Alter Mann, gib mir dein Gold oder ich schlitz dir die Kehle auf!" Der noch recht junge Räuber stand etwas zittrig da, den Dolch in seiner Hand hielt er mit der Klinge in die richtung des Mannes gewendet. "Geh nach Hause, Junge. Du würdest es sonst bereuhen." Die Stimme des Mannes in der braunen Robe war alt und rauchig. Gelächter war von dem jungen Mann zu hören,"du glaubst ich gehe einfach so? Ach was solls, dann muss es eben sein!" Wild schreiend rannte der Räuber auf die Gestallt zu. Den Dolch hielt er ausgestreckt, bereit den alten Mann zu töten. Doch der stand weiter reglos da, leise murmelte er etwas in einer fremden Sprache. Plötzlich hielt der Wegelagerer an, den Dolch in seiner Hadn wendete er jetzt gegen sich selbst. Mit einem ruck trieb er sich den Dolch in die Brust und sackte Leblos zu Boden. "Dummer Junge", war von dem Alten zu hören bevor er seinen Weg fortsetzte.

Reges treiben war auf dem Marktplatz des Dorfes Schlafenfels. Für die Verhälnise der große der kleinen Stadt war recht viel los. Hier und da gaben Barden ein kleines Ständchen, wieder wo anderst spielten Kinder miteinader Fange. Vor der Tür des Stadtschmiedes standen ein bei großgewachsene Männer an, alle hatten einen leicht mürrischen Blick. Aus der Schmiede kam das klirren des Hammers der eine Klinge traf. Am Horizont war schon zu sehen das es allmählich Abend wurde, die Sonne verschwand langsam vom Himmelszellt und gab der Nacht den Vorrang.

Schliesslich wurde es Dunkel, der Marktplatz war verlassen, nur noch ein paar Bettler sammelten die Reste des Markes ein. Ein Mann der von der Gangart her sehr alt war ging gerade wegs auf die Taverne zu, dabei stützte er sich weiter auf den knorrigen Stab den er in Händen hielt. Ein leichter Nachtwind hatte eingesetzt und die braune Robe des Mannes wurde umher geweht. Schwer stämmte er sich gegen die Tür des Gasthauses und trat schliesslich ein. Hinter einem Tresen saß mit verschlafener Miene ein rundlicher, oder besser dicker Mann. Sein Blick ruhte auf dem Gästebuch. Als er den Fremden in der braunen Robe bemerkte setzte er sich rasch aufrecht hin. "Oohh, Seid gegrüßt werter Herr. Wollt ihr ein Zimmer?" Der Fremde nickte nur.

Erleichtert schlug er die Tür hinter sich zu, den Stab stellte er neben der Tür an die Wand. Mit einer Hand streifter er die Kaputze von seinem Haupt, aus seinen braunen Augen sah er sich kurz um, dann ging er auf einen Spiegel zu der über einer Kommode hing. Seine Augen wurden zu kleinen schlitzen und er beäugte sein Bild im Spiegel eingehend. Jede Farbe hat seine Haut verloren, fast schon weiß war sie. Kurz schüttelte er den Kopf, dann wendete er sich dem Bett zu. Rasch legte er die Robe ab und nahm den schweren Rucksack von seinem Rücken. Seine Haltung besserte sich sichtlich, doch immer noch hing die linke Schulter etwas hinab. Nach kurzem herumgekrame holte er ein Buch aus seinem Rucksack. Der Umschlag war schwarz, nur geziert von einer hässlichen Fratze auf der Vorderseite. Schnell ging er hinüber zum Schreibtisch und knallte das Buch auf selbigen. "Verdammt, kannst du nicht aufpassen", mit keineswegs überraschter Miene drehte sich der Mann um und sah auf das Buch. "Sei still, ich muss mich konzentrieren." "Du willst mir das Wort verbieten? Denk an unseren Pakt, denk daran was du meinem Meister schuldest." Das widerliche Gesicht auf dem Buch schaute mürrisch hinauf zu dem Schreiber. "Ja ich weiß, ich werde mich bald wieder ans Schreiben machen, ich will nur einmal ausschlafen, bitte"."Gut, aber nur weil du bisher gute Arbeit geleistet hast." Der Mann murrte nur nochmals leise, dann legte er sich auf das Bett und schloss die Augen.

Forsetzung folgt....


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BeitragVerfasst: 26.04.02, 10:42 
Altratler
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Seine Augenlider zuckten leicht, unruhig wältze sich der Kopf des Mannes auf dem Kissen. Seine Finger vergruben sich im Laken des Bettes. Leise war sein keuchender Atem zu hören.

Schlagartig öffneten sich seine Augen, orientierungslos sah er umher."Wo bin ich", schoss es ihm in dem Moment durch den Kopf. Vor ihm erstreckte sich ein langer Flur, an den Wänden des Flures standen Bücherregale, gefüllt mit den verschiedensten Werken. Groß war seine Verwunderung beim anblick dieses für ihn Himmelsgleichen Ortes. "Bei Astrael". Sehr langsam schreitete er den langen Koridor entlang, die Blicke wanderten über die Buchrücken.

Nach längeren, von begeisterung nur so überhäuften Weg erreichte er einen größeren Saal. Regale gab es hier nicht, Kreisrund war dieser Raum. Schwarze, mit Schlangen verzierten Säulen rakten an vier Stellen des Raumes zur Decke. In der Mitte des Raumes stand ein Podest, auf ihm lag ein Buch. Weiß war der Umschlag des Werkes, auf der Vorderseite war das Gesicht einer Frau von jungfräulicher Schönheit. Sachte bildete sich ein lächeln auf den Lippen des Mannes, dann erfror seine Miene. Er machte einen Schritt zurück und panik machte sich auf den Zügen seines Gesichtes breit. Das Buch, es veränderte sich. Der weiße Umschlag färbte sich schwarz, das Gesicht der Frau verwandelte sich allmählich in eine dämonische Fratze. Der Mund des Dämons öffnete sich und kreischend waren die Worte "schreib!" zu hören.

Seine Augenlider öffneten sich und er setzte sich rasch, schweiß durchnässt im Bett auf. Keuchend war sein Atem, dann schaute er hinüber zum Schreibtisch. Das Buch lag noch immer dort, langsam stand er auf und ging zu ihm hinüber. "Guten Morgen", waren die ersten Worte der Fratze auf dem Einband. Noch leicht schlaftrunken wankte er hinüber zum Fenster, sein Blick schweifte hinaus. Vor Schreck aufschreiend ging er einen Schritt zurück. Wie angewurzelt sah er zum Fenster. Eine schwarze Wolke hatte sich über das ganze Dorf gelegt, die Strassen waren wie leer gefegt, niemand war zu sehen, nicht einmal eine Katze oder ein streunender Hund. Blitze zuckten aus der dichten Wolkendecke hinab auf das Dorf, eines der größeren Häuser stand in Flammen. Allmählich erholte er sich von dem Schock, dann schaute er fragend auf die Fratze die das Buch zierte. "Was...was hast du getan?" "Mir war langweilig, wenn du so lange nicht schreibst dann beschäftige ich mich eben", gleichgültig war der Tonfall des Buches. "Sind sie..." "Tot? Nein, jedenfalls nicht alle, die meisten sind geflohen. Es ist verplüfend wie befriedigend es ist einen Gläubigen der falschen Götter brennen zu sehen." Kurz war stille, dann sprach das Buch wieder,"du siehst, es ist nicht gut mich lange warten zu lassen, schreib endlich weiter!" Der Mann nickte langsam, dann nahm er auf dem Stuhl platz. Die Feder die auf dem Schreibtisch in einem Tintenfass lag, nahm er zu Hand und schlug sorgsam das Buch auf. Er setzte die Feder an, wie von selbst huschte sie über das Papier und hinterließ seltsame, fremde Zeichen dort.

Fortsetzung folgt...


Zuletzt geändert von Liish: 26.04.02, 10:42, insgesamt 1-mal geändert.

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