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Erneut solpert ein kleiner, zerlumpter Junge durch die Straßen - dieses Mal allerdings in Schieferbruch. Aus Richtung Rohehafen kommend solpert er die staubige Straße hinunter und bleibt vor der gewaltigen Burg der Ritterschaft ehrfürchtig stehen. Seine Hände sind um die Pergamentrolle gekrallt, die durch eine lange Haarsträhne, die offensichtlich nicht von ihm selbst stammt, zusammengehalten wird. Bei genauerem Hinsehen sind Blutspuren an dem Haar zu erkennen. Dann schließt der Junge die andere Hand um die fünf Dukaten, die darin liegen und eilt zu der großen Brücke. Auf der anderen Seite angekommen, sieht er die dortige Wache der Ritterschaft mir großen, staunenden Augen an und hält ihm kurz darauf die Schriftrolle entgegen, dabei einige Worte stammelnd.
Die Wache nickt kurz und ruft dann einen Laufburschen herbei, der durch die Burg eilt und alsbald Zamar Faraqh persönlich die Rolle samt Haarsträhne überreicht. Als sie die Rolle öffnet, kann sie folgenden in blutroten krakeligen Lettern geschriebenen Text lesen:
Werte Zamar Faraqh,
Ich hoffe, ja gehe fast davon aus, daß ihr unsere letzte Nachricht nicht in Vergessenheit geraten ließet. Ihr tatet gut daran, denn eure Freundin, deren Liebe wegen ihr es wagtet, den Einen zu verhöhnen und ihm abzuschwören befindet sich seit heute in unserem Gewahrsam. Ihr habt recht gelesen - Randora genießt die Gastfreundschaft und zuvorkommende Behandlung eurer alten Gefährten - wenn sie auch arge Probleme mit der Ausführung einfachster Anweisungen zu haben scheint. Anbei übrigens eine Strähne ihres Haares.
Ihr werdet in den folgenden Tagen Nachrichten bekommen, in welcher wir euch Anweisungen erteilen werden. Solltet ihr diesen nicht nachkommen, so sehen wir uns gezwungen, euch eure Geliebte stückweise zurückzusenden.
Angamon vobiscum!
SEIN wird die Rache sein!
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