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--- ungewollte Träume 1. ---
Langsam mit unsicherem Schritt ging ich auf das Bett zu.
Sollte ich mich schlafen legen ? Wieder in tiefen Schlaf verfallen ? Wie oft ist es nun passiert das ich einschlief und schweißgebadet aufwachte ?
Es war fast jede Nacht das gleiche, ich schlief ein und meine Träume wurden wach. Sie waren immer da, egal wo ich hinging um zu vergessen was geschah, egal was ich tat um nicht mehr daran zu denken.
Unruhig legte ich mich zu Bett, trotz meiner Müdigkeit, es hielt mich noch Stunden wach, genau wie jede Nacht. Geschlafen ..... so wie es Viele nennen die zur Ruhe gehn, hatte ich schon Jahre nicht . Nur wenige Stunden würde es dauern bis mich meine Träume wieder genug gepeinigt hatten um mich aus dem Schlaf zu reissen.
Mit der Zeit war es wieder so weit, der Moment auf den ich immer warten musste, der Moment an dem die Müdigkeit stärker wurde als der Wille, der Moment an dem es wieder von vorne begann. Ich schlief erneut ein.
Wieder stehe ich in diesem Raum, der gleiche Raum den ich bald besser kenne als mich selbst. Es war mein Kinderzimmer. Wie oft war ich durch meine Träume hier? Mein Bruder ...... nicht viel mehr als zwei Jahre jünger als ich ..... mit seiner Holzaxt ...... unser beider bester Freund ...... ich sehe sie wieder spielen ..... und ich selbst bin auch dort.
Es ist so schön kleine Kinder beim spielen zu beobachten, voller Träume wie sie einst grosse Krieger werden, ohne Ängste das es nie so kommen könnte, unwissend über das was dort Draussen vielleicht auf sie wartet, voll mit Lebensfreude und Energie.
Wieder spielen wir dieses alberne Spiel, alle bewaffnet mit ihren Holzäxten denken sie währen die grössten Krieger die Bellum je sah. Oft hatten wir das gemacht ..... sehr Oft.
Dann wieder ein anderer Ort, wieder sehe ich meinen besten Freund in Kindesjahren, wieder sehe ich mich selbst. Nur einer fehlt, wo ist mein Bruder ?
Beide starren wir einen kleinen Abhang hinunter, erst als ich näher trete sehe ich es selbst, er liegt dort unten voller Blut mit seinem Kopf auf einem Stein. Mein Freund mit dem Finger auf mich gerichtet ...... nein nicht auf mich wie ich mich als Kind noch sehe, ich stehe immernoch dort und starre weinend nach Unten. Er zeigt auf mich wie ich hier in meinem Alter in den Träumen stehe und schreit mit Tränen im Gesicht.
"Du warst es!", "Du hast ihn umgebracht".
Wie ein Bolzen tief in mein Herz treffen mich diese Worte.
ich hatte ihn umgebracht ? war ich das ..... in meiner Hand die Holzaxt mit Blut beschmiert wie als hätte ich dieses Stumpfe teil in einen Schädel gerammt. Gedanken schiessen durch meinen Kopf wie als hätte ich es gerade erst getan, ihn zur Seite gestossen in einer spielerischen Rangelei. Zur Seite gestossen den Abhang hinunter und sehe mich selbst laufen, nach Hause zu meiner Mutter.
Mit einem lauten Schrei erwache ich im Bett, mit nur einem Satz in meinen Kopf.
"Ich trage die Schuld am Tode der Person die ich am meisten mochte"
Langsam erst beruhigt sich mein Herz, doch weitere Erinnerungen steigen in mir auf. Die Gedanken an die Zeit was einst geschah, wie ich meine Heimat verließ, keine Freunde und Eltern die mich hassten. Niemanden habend der sich um mich kümmern würde, nur ertragen. Wer wollte schon jemanden der seinen Bruder ermordet hatte ?
Nein ich musste es vergessen, ein für allemal, ich war hier und meine Vergangenheit weit weg, ich musste es einfach vergessen ....... einfach ...... welch Ironie in meinen Worten.
war ich immernoch allein ?
war es schon wieder Morgen ?
und was in der nächsten Nacht ?
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