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 Betreff des Beitrags: Ein Brief erreicht den Pagen Augustin
BeitragVerfasst: 23.05.02, 14:26 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 15.12.01, 11:59
Beiträge: 55
Wohnort: Camohan, süd-östliches Endophal
*voller Hast geschriebene Zeilen*

Werter Augustin,

ich richte Worte voller Verzweiflung, Angst und Hilflosigkeit an Euch. Vor zwei Tagen wurden wir zu später Abendstunde von Banditen in unserem eigenem Heim überrascht.

*Die Buchstaben sind an manchen Stellen leicht von Tränen verwischt*

Diese töteten meinen geliebten Ehemann, plünderten unser Hab und Gut, verwüsteten unser Haus und entführten unsere einzige Tochter Maria.

Die Bürger unseres Dorfes fürchten um ihr eigenes Leben und halten sich versteckt. Die Adelsleute wollen micht noch nicht einmal anhören, wahrscheinlich kümmert sie das Leben einer einfachen Magd nicht.

*Diese letzten Worte sind noch stärker verwischt*

Lieber Augustin, ich fühle mich von allen im Stich gelassen und allein. Ich weiss nicht mehr an wen ich mich richten kann. Selbst die Götter geben mir kein Zeichen, obwohl ich sie seit dem Tag, der für immer mein Leben veränderte, zu jeder vollen Stunde anflehe, mir meine Tochter zurückzubringen.

Ich kann einfach nicht mehr schlafen und weiss mir keinen Rat mehr. Helft mir werter Augustin, ihr seid meine letzte Hoffnung.

*fast unleserlich unterzeichnet und sehr verwischt durch Tränen*

Mechthild


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.05.02, 13:14 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

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Beiträge: 112
Der Brief erreichte Augustin erst am nächsten Morgen. Er kam gerade von einem Patrouilliengang zurück, als er den Brief auf dem Tisch erblickte und er öffnete ihn hastig, wie als würde er bereits ahnen was in ihm stehen würde.

Er musste den Brief mehrmals durchlesen, bis er überhaupt vollends begriff welch schreckliche Nachricht man ihm da überbracht hatte. "Nein, dies kann nicht wahr sein" versuchte er sich selbst zu beruhigen. Er sank langsam in den Stuhl und betrachtete nachdenklich die verwischten Worte auf dem Briefpapier.

Umso länger er den Brief betrachtete, umso unwirklicher kam ihm das alles vor.. "Es muss eine Fälschung sein", redete er sich ein, doch so richtig glauben konnte er dies selbst nicht. Schließlich wusste niemand außer Maria, dass er sich auf Siebenwind befand.. und wer sonst wusste soviel über seine Vergangenheit und sein bisheriges Leben, dass er einen solchen Brief hätte verfassen können? Er hatte schließlich keinem etwas über Maria erzählt - oder etwa doch?

Das erste Mal in seinem leben überkam ihn eine Unsicherheit, die ihn an den Rand der Verzweiflung brachte.. Selbst wenn er sich tatsächlich aufmachen würde, so wäre er tage-, vielleicht sogar wochenlang unterwegs.. und auch der Brief muss schon mehrere Tage unterwegs gewesen sein, denn schliesslich lag Siebenwind weit fernab der normalen Post- und Handelswege.

Selbst wenn er auf dem schnellsten Wege zurückkehren könnte aufs Festland, so würden diese Banditen schon längst über alle Berge sein.. Fast wie in Trance faltete er den Brief wieder zusammen und steckte ihn in den Briefumschlag. Beim Gedanken an Maria und die schrecklichen Dinge, die diese Bastarde mit ihr anstellen könnten, wurde ihm Angst und Bange und die Tränen kamen ihm.

Sovieles hatte er bereits überstanden und er war tatsächlich auf dem besten Wege einmal ein Ritter zu werden - doch diesesmal musste er erkennen, wie machtlos er war. Ihn überkam tiefste Verzweiflung und anstatt, wie er es sonst tat, aufzuspringen um etwas zu unternehmen, blieb er wie betäubt sitzen, das Gesicht in den Händen vergraben und bittere Tränen der Enttäuschung weinend.

Warum nur? Warum nur sie? Warum taten ihm die Götter solch ein Leid an? Er konnte und wollte es einfach nicht verstehen.. und ihm blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten, was die kommende Zeit bringen würde..


Zuletzt geändert von Larus: 24.05.02, 13:16, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 26.05.02, 19:22 
Einsiedler
Einsiedler

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Beiträge: 55
Wohnort: Camohan, süd-östliches Endophal
Nur wenige Tage nach dem 1. Brief, erreicht ein weiterer Brief den Pagen Augustin in der Ritterburg zu Schieferbruch...

Auch die folgenden Zeilen sind schwer lesbar und von Tränen verwischt.


Lieber Augustin,

klaget mit mir. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich als wahr erwiesen. Meine Tochter Maria wurde von uns genommen.

Sie wurde von einem Wanderer in einem abgelegen Waldgebiet ohne jegliche Kleider an ihrem Leibe leblos aufgefunden. Diese Bastarde haben sie geschändigt und mit durchgeschnittener Kehle zurückgelassen.


*einige Worte sind so verschmiert, dass sie unleserlich sind*

Wieso musste dies passieren? Wieso musste meine Familie ausseinandergerissen werden? Und wie konnten diese *das wort ist durchgestrichen, aber dennoch lesbar* verfluchten Götter dies geschehen lassen. Wieso haben sie mir nicht geholfen?

Ich weiss nicht wie es weitergehen soll...

In tiefster Trauer...


Mechthild


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BeitragVerfasst: 28.05.02, 02:29 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

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Beiträge: 112
Der an Augustin gerichtete Brief erreichte ihn erst einige Tage nach seinem Eingang in der Burg. Er stand hoch oben auf einem der vielen Türme und schaute hinab auf das Land. Sein Blick war gen Falandrien gerichtet, welches irgendwo hinter dem Horizont verschwand.

Lange hielt er den Brief in der Hand, sich davor fürchtend ihn zu öffnen. Was würde ihn erwarten? Welche schreckliche Nachricht würde ihn ereilen, wenn er ihn öffnete?

Wieder richtete er den Blick zum Horizont, dort wo Falandrien hinter dem Meer verschwand.. Marias Gesicht kam ihm in den Sinn, ihr Lächeln, ihre Schönheit.. An all jenes dachte er in diesem Moment, während der kalte Wind ihm durch die Haare strich.

Dann streckte er langsam die Rechte, in welcher er den Brief hielt, über die Zinnen, und ließ ihn fallen. Er folgte dem Brief mit den Augen, wie er langsam, vom Wind getrieben, zu Boden segelte und dann schließlich im dunklen Wasser des Burggrabens verschwand.

"Ich werde immer an dich denken.." sprach er, wie zu sich selbst und doch sprach er zu Jemandem, den er niemals wiedersehen würde. "Ganz gleich, welches Schicksal dich ereilt haben mag, ich werde dich so in Erinnerung behalten, wie wir uns voneinander verabschiedeten".

Und wieder richtete er den Blick zum Festland.. an all jene denkend, die er dort zurückgelassen hatte und besonders an einen Menschen, welcher ihm beinahe mehr bedeutet hatte, als alles andere - ohne jemals in seinem ganzen Leben zu erfahren, welches Schicksal ihn ereilte.


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