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 Betreff des Beitrags: Am Magierturme
BeitragVerfasst: 6.06.02, 01:39 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

Registriert: 31.12.01, 17:08
Beiträge: 2153
Wohnort: Brandenstein
Es ist früher morgen und die Gräser rund um den Magierturm sind noch mit feinen Perlen überzogen, die im Licht der aufgehenden Sonne silbern blinken. Eine kleine Amsel hüpft von Ast zu Ast einer alten, knorrigen Eiche. Mit einigen wenigen Flügelschlägen schwingt sie sich in die Lüfte und landete vor einem kleinen Häuschen. Von drinnen sind schon geschäftige Geräusche zu hören: das Kleppern von Geschirr und die Rufe des Koches, der einen der Novicen zur Arbeit antreibt.
Halb dösend liegt Lai, der Wachhund des Magierturmes, zusammengerollt neben der Türe. Er stellt die Ohren auf, als die Amsel landet - doch ohne Angst hüpft sie vor ihm herum und pickt hier und dort ein herumliegendes Körnchen auf.
Schwere Schritt kommen von drinnen näher und die Türe wird geöffnet: Ein Mann in Grauer Robe und einem grünen Umhang tritt aus der Küche heraus. In der einen Hand hält er einen Leib Brot, in der anderen ein Stück frische Wurst und etwas Käse. Sofort wird er schwanzwedelnd von Lai bedrängt. Die großen schwarzen Augen des Hundes auf die Wurst gerichtet. Der Amsel wird das ganze zu viel und schnell fliegt sie wieder hoch in die Lüfte, dem leuchtend hellen Bau des Turmes entgegen, und landet auf einem marmornen Fensterbrett im 2. Obergeschoss uns blickt neugierig in das Zimmer.
Der Boden ist übersät mit Schriftrollen, versehen mit den seltsamsten Zeichnungen und Schriftzeichen. Auf dem Bett und auf den Stühlen stapeln sich dicke, alte Bücher. Eine große, runde Kerze brennt auf dem Arbeitstisch des Magisters. Alle anderen sind bereits heruntergebrannt.
Vor dem hölzernen Tisch sitzt ein Mann in dunkelgrauer Robe; das Geräusch der Feder auf dem Papier ist zu hören. "Kritz, ritz", mit schnellen Federstrichen wird Wort für Wort, Zeichen für Zeichen zu Papier gebracht. Tiefe Ränder sind unter den Augen des Mannes zu sehen, gezeichnet von langer Arbeit und Erschöpfung. Doch die Feder kennt keine Ruhe und huscht über das Blatt, Wort für Wort, und Zeichen für Zeichen. Aufgeregten Lärm macht das Mijauen einer Katze und das Bellen des Hundes, der ihr nachjagt. Doch diese erreicht zuerst den rettenden Baum und sieht ängstlich von oben auf den bellenden Hund herab. Die Amsel tänzelt unruhig auf dem Fensterbrett herum und blickt dann wieder neugierig nach innen. Eine merkwürdige, vieleckige Figur und weitere seltsamen Gegenstände stehen auf dem schweren Steintisch in der Mitte des Raumes. Auf der Kommode neben dem Bett steht ein Blumenstrauss, doch die Stengel sind ohne Saft und die Köpfe der Blumen hängen traurig herunter; Blütenblätter sind auf dem Boden verstreut.
Ein leises Gähnen ist aus Richtung des Mannes zu hören, ein letztes "Ritz, kritz" und dann schweigt die Feder. Sein Kopf liegt auf dem Stapel Papiere, an dem er gearbeitet hat, leise atmend. Wieder steigt die Amsel in die Höhe, langsam greisend fliegt sie in Richtung des nahen Waldes. Tiefgrün und voller Leben ist er.


Zuletzt geändert von Aurax: 6.06.02, 01:50, insgesamt 1-mal geändert.

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